Text zu "Bibellehre - Kapitel 7 im Evangelium des Markus"

Link zum Video: https://youtu.be/LF72Btu37No

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 7 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Beim Durchlesen des ersten Abschnitts aus diesem Kapitel werden wir merken, dass es eine weitere von religiösen Autoritäten verursachte Streitsituation gab. Denn sie hatten sich auf den Weg zu Jesus gemacht, weil sie sich das Ziel gesetzt hatten, ihn zu tadeln und möglichst in Verruf zu bringen. Wir lesen uns nun mal die ganzen Worte bis zum dreizehnten Vers durch. Es steht geschrieben:

Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren; 
und als sie einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen, tadelten sie es. 
Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten. 
Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und noch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschungen von Bechern und Krügen und ehernem Geschirr und Polstern. 
Daraufhin fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen? 
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir. 
Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.«
Denn ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein, Waschungen von Krügen und Bechern; und viele andere ähnliche Dinge tut ihr. 
Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten. 
Denn Moses hat gesagt: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!«, und: »Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben!«
Ihr aber lehrt so: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: »Korban«, das heißt zur Weihegabe ist bestimmt, was dir von mir zugutekommen sollte! 
dann gestattet ihr ihm auch fortan nicht mehr, irgendetwas für seinen Vater oder seine Mutter zu tun; 
und so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und viele ähnliche Dinge tut ihr.

Hier bei der Erzählung von Markus erkennen wir auch ziemlich gut, wie die Autoritäten dazu kommen konnten, Jesus überhaupt zu tadeln. Denn ab Vers 3 wird uns erklärt, dass diese Leute ihre eigene Belehrung aufgestellt haben, welche besagt, dass man alles mit Wasser abwaschen muss, weil man sonst als unrein zählt vor Gott. Das haben sie sich so ausgedacht und haben es verbreitet und das jüdische Volk glaubt zum Großteil daran. Deswegen werden dogmatisch Becher gewaschen, und alles Geschirr, und auch die eigenen Hände vor dem Essen, als wäre das ein Gottesdienst, denn es wird in der sogenannten Überlieferung der Alten, also in einer Menschenlehre, die angeblich zu Gott leitet, so dargestellt. Diese Überlieferungen gibt es auch heute noch, und man kennt sie als Talmud. Sie sind aber heutzutage noch stärker erweitert mit eigensinnigen Menschengeboten und irreführender Menschenlehre, als es schon damals in Jesu Tagen der Fall war. Ursprünglich kommt diese Schrift in ihren Anfängen übrigens aus Babylon.
Da Jesus aber eine Ahnung hatte, was für Zeug in der Talmud drin steht, die von den jüdischen Ältesten eigenmächtig erdichtet wurde, versucht er ihnen klar zu machen, dass das besagte Gebot nicht von Gott kommt und dass es auch gar nicht von Gott kommen kann, weil Gott niemals so streng mit den Menschen sein würde, wie es die Pharisäer sind, indem das Essen mit ungewaschenen Händen allgemein zur Sünde erklärt wird. Und Gott interessiert sich auch weniger dafür, ob man Menschengebote einhält, sondern viel eher dafür, was wirklich im Herzen des Menschen wohnt. Obendrein weiß Jesus sogar, dass es mindestens ein Gebot gibt, das in die Talmud geschrieben wurde, welches dazu aufruft, gegen ein Gebot von Gott zu verstoßen. Nämlich das Gebot der Talmud, dass ein Mensch seine Güter als Weihegabe zum Tempel bringen kann, wenn er keine Lust hat, seine hilfebedürftigen Eltern damit zu unterstützen. Dieses Gebot ist schlecht, weil es den Egoismus des Menschen fördert. Denn wenn ein Mensch eine Weihegabe zum Tempel bringt, erhofft er sich im Gegenzug dafür ja persönlichen Segen von Gott, von dem er selber profitiert. Und somit ist ihm in einem Notfall sein persönliches Wohlergehen wichtiger als das seiner Eltern, was aber absolut nicht korrekt ist, wenn die Eltern unter Armut leiden, oder krank sind, und daher die Gaben viel nötiger brauchen würden.
Dieses erdichtete Gebot in der Talmud sieht den Pharisäern aber ziemlich ähnlich, da wir ja wissen, dass sie sehr gierige Menschen sind und deswegen keine Gelegenheit ausließen, um Reichtum anzusammeln. Selbst wenn das bedeuten würde, dass sie das Volk dazu motivieren, die eigene Familie zu entehren. Normalerweise steckt in dem Gebot Gottes, dass man Vater und Mutter ehren soll, ja auch der Aufruf drin, dass man seine eigenen Eltern unterstützen soll, wenn diese Probleme haben oder wenn sie zu alt sind, um ihren Lebensunterhalt weiter allein zu bestreiten. Das ist den Pharisäern aber offensichtlich egal, so lange sie schön viele Spenden im Tempel anhäufen können, die sie sich dann unter den Nagel reißen.

Jesus hat ja auch betont, dass die Nächstenliebe das zweitgrößte Gebot im ganzen Gesetz ist. Das werden wir in Kapitel 12 noch merken. Und die Nächstenliebe geht auch schon zu Hause los. Aber durch dieses Gebot in der Talmud werden die Leute dazu motiviert, die Nächstenliebe zu vernachlässigen und ihre Treue zu Gott alleine an materiellen Gaben zu bemessen. Das ist aber nicht wirklich das, was Gott will, denn Gott hat an Liebe das größte Wohlgefallen. Daher sollten sich die Pharisäer eigentlich dafür schämen, solch ein Gebot eigenmächtig aufgestellt zu haben und gleichzeitig an Menschen herum zu meckern, nur weil sie sich nicht vor dem Essen immer die Hände waschen.
Ich meine: Setzt das bitte mal ins Verhältnis zu einander! Was von beidem ist schlimmer?
Wenn ein Mensch ein Brötchen isst, ohne sich zuvor die Hände gewaschen zu haben? Oder wenn ein Mensch seine Güter alle zum Tempel schafft, obwohl die eigenen Eltern krank sind und dringend auf Unterstützung angewiesen wären?
Und es ist auch davon auszugehen, wenn der Tempel von korrupten Menschen verwaltet wird, dass die Gaben dann gewiss nicht für einen Zweck benutzt werden, der dem Wohl des Volkes dient.

Jedenfalls machte Jesus laut den gerade gelesenen Versen darauf aufmerksam, dass das Verhalten der Leute einfach nur Heuchelei ist. Denn wenn man selbst erfundene Gebote einhält, weil man keinen Bock auf Gottes echte Gebote hat oder weil es durch Gottes echte Gebote zu schwierig wäre, die kulturelle und gesellschaftliche Identität zu behalten, und trotzdem stellt man sich als gottesfürchtiger Mensch hin, dann ist das wirklich eine für Gott sehr ekelhafte Verhaltensweise, die von Heuchelei übertrieft und ihn erzürnt.
Und genau so macht Jesus darauf aufmerksam, dass es deutlich wichtigere Dinge gibt, worauf die Leute achten müssen, denn wir lesen in den Versen 14 bis 16:

Und er rief die ganze Volksmenge zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir alle zu und versteht! 
Nichts, was außerhalb des Menschen ist und in ihn hineinkommt, kann ihn verunreinigen; sondern was aus ihm herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. 
Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre! 

Sehr bemerkenswert ist, dass Jesus hier laut Vers 16 wieder gerufen hat: Wer Ohren hat, der höre! Das sagt er immer dann, wenn er etwas erklärt bzw. geäußert hat, was die allermeisten sowieso nicht verstehen, weil sie es überhaupt nicht verstehen wollen, obwohl es doch von großer Wichtigkeit ist, dies zu begreifen, wenn man gerettet werden will.
Und hier rief nun Jesus diese Belehrung vor den Leuten aus, wohl wissend, wie widerspenstig die meisten sind und dass sie es sich nicht sagen lassen, dass sie aufhören müssen, ihre toten Traditionen und gottlosen Menschenlehren zu bevorzugen gegenüber dem, worauf es Gott wirklich ankommt, weil sie gar kein Interesse daran haben, zu begreifen, was Reinheit vor Gott wirklich bedeutet. Denn das war damals so, das ist heute so, und das wird auch weiterhin so sein bei sehr vielen Menschen. Sie klammern an dem, was ihnen am gemütlichsten ist und was sie schon lange kennen, ganz unabhängig davon, ob es Gott gefällt, während sie sich aber gleichzeitig mit großer Kraft selber einreden, es müsste Gott gefällig sein, damit sie bloß nicht eingestehen, dass sie falsch handeln. Als Jesus-Nachfolger verabscheut man solches Verhalten und macht sowas nie wieder. Wer aber an der echten Nachfolge kein Interesse hat und nur Glaube heucheln will, um daraus irgendeinen Vorteil für sein Leben zu beziehen, bei dem kommen auch solche Gemütszustände auf. Heuchler wollen unbedingt davon ausgehen, dass Gott an ihnen Freude hat, einfach so, weil sie es sagen, und weil sie sich für liebenswert halten, weil sie so sind wie sie sind, und alles andere wollen sie gar nicht hören. Die verschließen lieber ihre Ohren davor, damit sie weiter bei ihrem selbst gebastelten Glaubensbildnis ausharren können in ihrer Selbstsucht. Wenn hier in diesem Beispiel die Leute schon daran gewöhnt sind, immer fleißig die Krüge und Becher zu waschen, weil ihnen von Kindheit an beigebracht wurde, Gott würde es verlangen, dann machen sie es auch weiterhin so, und da braucht dann auch nicht dieser nervige Messias ankommen und ihnen etwas Anderes erzählen. In Wahrheit ist aber das Waschen von Krügen und Bechern überhaupt kein Gottesdienst. Auch das Händewaschen vor dem Essen ist kein Gottesdienst. Und am schlimmsten ist es dabei, dass man in den entsprechenden Kreisen der verdrehten Frömmigkeit sogar als Unreiner verunglimpft wird, sollte man sich vor dem Essen nicht die Hände waschen. Denn das sagen die religiösen Autoritäten, Gott aber hat es nicht gesagt. Die Menschen nun, die nicht komplett ohne den Gedanke an Gott leben wollen, halten sich an die religiösen Autoritäten. Auf die hört man lieber als auf Gott, damit man seine Ruhe hat und keinen Unmut in der Gruppe erlebt. Und das ist es, was die Feiglinge tun, aber ein Feigling sein nimmt kein gutes Ende, was man in der Offenbarung in Kapitel 21 anhand von Vers 8 erkennt. Und Jesus versuchte, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, welche Art von Unreinheit es wirklich ist, die die Menschen für Gott verwerflich macht. Es ist nicht etwa eine, bei der man mit schmutzigen Händen sein Brot isst, die vielleicht von der Feldarbeit dreckig waren, und dann als unrein gelten würde, weil das Brot nicht ganz sauber war, sondern es ist vielmehr die Unreinheit, die in menschlichen Herzen wohnt und welche man sofort bemerkt, wenn sie ihren Mund aufmachen, um zu reden. Denn von genau den bösen Dingen, die in ihren unreinen Herzen wohnen, sprechen sie ja auch ganz gerne mal mit ihrem Mund. Und das ist dann ein echtes Problem. Das ist keine Unreinheit nach Menschenlehre, sondern wirklich ein Anstoß für den Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, den heiligen Schöpfer von Himmel und Erde, wenn die Menschen verdorbene Herzen haben, denn derartige Menschen lässt Gott nicht in seine Nähe.
Leider haben es aber nichtmal die Jünger verstanden, was Jesus lehren wollte, daher mussten sie ihn danach fragen und wir lesen folgendes in den Versen 17 bis 23:

Und als er von der Menge weg nach Hause gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. 
Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann? 
Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. 
Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. 
Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, 
Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. 
All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.

Jesus spielt also darauf an, dass der Magen jede Speise sowieso von Dreck reinigt, sollte welcher vorhanden gewesen sein. Darum kann man nicht sagen: „Du bist unrein, weil du ein mit Schmutz behaftetes Brot gegessen hast!“
Dann aber nennt Jesus Dinge, die nicht in dem Mensch sein dürfen, und diese Aufzählung nimmt man sich besonders als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin zu Herzen. Hier werden Dinge wie Hochmut, Lästerung, Betrug und Zügellosigkeit genannt. Jesus bezeichnet das als böse. Und das Böse wird gewiss niemals vor Gott bestehen, wenn das endgültige Gericht stattfindet. Darauf dürfen wir alle uns verlassen. Daher wissen wir, dass wir sowas niemals an oder in uns selbst haben dürfen, und dass jeder Mensch in Selbstbetrug lebt, der in irgendeinem von diesen bösen Dingen wandelt, die Jesus hier genannt hat. So einer kann zwar sagen: „Ich glaube, dass ich trotzdem gerettet bin, und zwar aus Gnade!“, aber mit dieser Denkweise kann er nur eine Zeit lang Verderben schüren auf Erden, ohne die direkte Konsequenz zu erleben, weil sowieso die ganze Welt im Bösen ist. Sobald jedoch ein Mensch vor Gottes Thron steht und Jesus zur Rechten Gottes sieht, wird Jesus zu jedem dieser Menschen sagen: „Geh hinweg von mir, du Verfluchter, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist!“
Das wird der Augenblick sein, wo endlich das Böse vom Guten getrennt wird und wo dann kein einziger Hochmütiger mehr da sein wird, der sich als Kind Gottes bezeichnet, und kein Zügelloser, der sich als Kind Gottes bezeichnet, und auch kein anderer, der irgendwelches von dem Bösen tut, das Jesus hier aufzählt, denn sie alle werden hingehen an ihren Ort, der ihren Herzen angemessen ist.

Von einer anderen Sache wird auch in diesem Kapitel berichtet, und wenn wir diesen Text richtig zuordnen wollen, dann müssen wir bedenken, dass Jesus zuerst nur wegen Israel gekommen war, und die ganzen anderen Völker gingen ihn zunächst noch gar nichts an, sondern erst nach der Himmelfahrt kam ein Tag, an welchem Gott offenbar werden ließ, dass Jesus sämtliche Völker auf Erden retten kann und soll. Wenn wir nun aber daran denken, dass in den Tagen, die Jesus auf der Erde war, eigentlich nur Israel sein Fokus sein sollte, dann ist es vermutlich aus diesem Aspekt nachvollziehbar, dass er ziemlich abgeneigt reagierte, als eine Frau von einem völlig fremden Volk ihn um Hilfe bitten wollte. Allerdings werden wir auch merken, dass die Barmherzigkeit bei Jesus am Ende doch stärker ist als die Genauigkeit bezüglich der Herkunft der Menschen. Es steht geschrieben in den Versen 24 bis 30:

Und er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Zidon und trat in das Haus, wollte aber nicht, dass es jemand erfuhr, und konnte doch nicht verborgen bleiben. 
Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Tochter einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen, 
die Frau war aber eine Griechin, aus Syrophönizien gebürtig, und sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. 
Aber Jesus sprach zu ihr: Lass zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft! 
Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; und doch essen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder! 
Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren! 
Und als sie in ihr Haus kam, fand sie, dass der Dämon ausgefahren war und die Tochter auf dem Bett lag.

Es ist gut möglich, dass auch diese Frau erst an anderen Stellen nach Hilfe für ihre besessene Tochter suchte. Vielleicht sogar aus genau dem Grund, dass sie sich nicht traute, die Juden zu fragen, denn Jesus war ja ein Jude. Wenn es aber so war, dann konnte ihr offensichtlich keiner helfen, denn sonst hätte sie Jesus gar nicht erst gefragt. Nun machte zwar Jesus darauf aufmerksam, dass die zeitliche Reihenfolge anders sein soll, also dass zuerst Israel drankommt und dann die Heiden, aber die Frau brachte durch ihr Sprichwort praktisch zum Ausdruck, dass es schon kein Schaden sein wird, wenn wenigstens mal dieses eine Wunder ausnahmsweise für eine nicht israelische Frau geschieht. Denn wenn den Kindern die Krümel vom Tisch fallen, dann betrachtet es ja auch keiner als Schaden, wenn die Hunde es verzehren würden. Und die Tatsache, dass die Frau gar keine Widerrede erhob, als Jesus das Volk Israel mit Kindern verglich, die Frau aber mit Hunden, sondern dass die Frau sich diesem Denken fügte, erregte so viel Erbarmen in Jesus, dass er ihr letztlich half und für sie betete und die Tochter frei wurde, obwohl Jesus gar nicht neben der Tochter stand, sondern es war eine Austreibung aus der Ferne. 
Theoretisch ist die Tatsache, dass diese Frau, die um Hilfe bat, sowieso nicht an den Gott Israels glaubte, sondern traditionell irgendwelchen Götzen ihres Heimatlandes nacheiferte, ein locker ausreichender Grund gewesen, um sich gar nicht um die Frau zu kümmern. Aber vielleicht bewirkte das Wunderzeichen ja auch eine Offenheit in ihrem Herzen für den allein wahren Gott, der sich Israel erwählt hat, denn die Frau war Israel nicht feindlich gesonnen. Zum besseren Verständnis dieser beschriebenen Situation ist es auch ganz wichtig, zu bedenken, dass die Frau sich nicht etwa unter jüdische Schriftgelehrte demütigte oder sich allgemein vor Menschen selbst entwürdigte, so als ob die Juden unfehlbare Übermenschen seien, die immer alles nur richtig machen, denn das sind sie nicht. Die Frau reagierte so, wie sie reagierte, weil sie Gottes Entscheidung anerkennen wollte, dass er selber wegen seinem Schwur gegenüber Abraham und Isaak und Jakob die Entscheidung getroffen hat, das Volk Israel mit besonderen Augen anzusehen. Es ist ein Zustimmen zu Gott gewesen, aber ganz sicher kein Zustimmen zu absolut allem, was die Menschen dieses Volkes tun, denn auch in diesem Volk gab es und gibt es viel Irrsinn. Daran wollte Jesus durch sein Auftreten etwas ändern, wie wir wissen, jedoch leider nicht mit nennenswertem Erfolg.

Und nun lesen wir uns noch den letzten Abschnitt durch, wo eine Wunderheilung berichtet wird, und dann haben wir das Ende des Kapitels erreicht. Es steht geschrieben in den Versen 31 bis 37:

Und er verließ das Gebiet von Tyrus und Zidon wieder und begab sich zum See von Galiläa, mitten durch das Gebiet der Zehn Städte. 
Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. 
Und er nahm ihn beiseite, weg von der Volksmenge, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. 
Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephata!, das heißt: Tu dich auf! 
Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig.
Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen; aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt. 
Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohlgemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden!

Die Vorgehensweise, wie Jesus die Heilung bewirkte, ist eigenartig. Musste er wirklich Speichel benutzen? Ich glaube, das könnte man ihn nur persönlich fragen, was er sich dabei dachte, sofern er wirklich in diesem Moment auf solch eine Art handelte. Man sieht aber deutlich, dass die Heilung gelang. Und man hat zusätzlich den ärgerlichen Umstand vor Augen, dass Jesus den Augenzeugen gebot, dies niemandem zu erzählen, und als Reaktion auf diese Anweisung gingen die Menschen sofort hinaus und trugen es überall breit und machten die Sache großflächig bekannt. Das ist wirklich übel, wenn Menschen nichtmal die leichtesten Anweisungen befolgen können, sondern man sagt ihnen etwas und dann beginnen sie sofort damit, genau das Gegenteil zu tun. Wie verkorkst ist das bitte? Ich glaube, da sollte man sich lieber nicht zu sehr hineinvertiefen, wenn man keinen Nervenzusammenbruch erleiden will.

Und da wir nun das Ende dieses Kapitels erreicht haben, bleibt auch diesmal die Frage: Was lernen wir daraus? Und was können wir uns besonders für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Der allerwichtigste Lerninhalt in diesem Kapitel ist gewiss der, dass unsere Herzen Reinheit brauchen. Es darf nichts Böses darin wohnen. Wenn wir daran gewöhnt sind, irgendwas Böses zu tun oder irgendwelche fremdartigen bzw. umgeformten Gebote zu befolgen, weil uns die echten Gebote Gottes nicht gefallen, so muss es da schnellstmöglich zu einer Änderung kommen. Denn wir dürfen keinen geheuchelten oder selbst definierten Gottesdienst haben, sonst sind wir Menschen, die Gott vergeblich suchen. Das wird hier von Jesus ganz klar zum Ausdruck gebracht und eben dieses Verständnis macht dieses Kapitel wertvoll. Man sieht an diesem Kapitel deutlich, dass es auch damals schon weit im Volk verbreitete Belehrungen gab, die nicht von Gott sind und doch göttlich genannt werden, was ja heutzutage ebenfalls passiert. Es ist laut Jesus dringend ratsam, sich dem nicht unterzuordnen, sondern lieber auf das zu achten, worauf es wirklich ankommt. Das muss man sich jetzt in unserer Zeit mindestens genau so sehr einprägen wie damals. Denn das idiotische religiöse Verhalten ist keine Neuerscheinung, die in den letzten zweihundert Jahren entstand. Es ist ein uraltes Problem, das wahrscheinlich fast so alt ist wie die Menschheit selbst. Und wir sehen außerdem, dass schon immer Böses gewohnt hat in den menschlichen Herzen, und über diese Unreinheit beschweren sich die meisten bei sich selbst gar nicht. Wenn heutzutage in menschlichen Herzen Hochmut und Geiz und andere böse Dinge wohnen, dann ist das kein Produkt des modernen Westens, sondern die allermeisten Menschen sind schon immer so unterwegs gewesen, dass allerlei Böses in ihren Herzen wohnt. Das betrifft alle Menschen weltweit. Und Gottes Ruf ist schon immer der gewesen, dass sie endlich damit aufhören sollen, damit es überhaupt eine reale Hoffnung für sie gibt, ewiges Leben zu erlangen. Aber die Menschen damals in Jesu Tagen dachten nicht daran und haben sich lieber religiösem Irrsinn gebeugt, gleichwie sich ja auch heute viele Menschen religiösem Irrsinn beugen. Und bestimmt haben auch damals etliche Leute gesagt: „Ja wenn so viele es glauben, dann muss es doch die Wahrheit sein!“
Und auch zur damaligen Zeit wird es genau wie heute zweifellos einige Menschen gegeben haben, die sagen: „Was für eine Arroganz ist es, die seit langem überlieferten Belehrungen als falsch darzustellen! Die sind doch das Produkt von Fortschritt und Entwicklung, da die Menschen mit der Zeit immer schlauer werden und immer bessere Erkenntnisse gewinnen!“
Solche Leute können gerne mal zu der Frau Eva gehen und sie fragen, welchen Nutzen ihre neuen Erkenntnisse im Garten Eden für sie hatten, als sie auf den Gedanke gebracht wurde, eine gewisse Frucht zu essen und dabei das schon im Vorfeld eindeutige Gebot Gottes zu ignorieren, so als wäre ihre neue Sichtweise besser und sie könnte selber wie Gott sein. 
Auf jeden Fall steht dem nichtigen Wunschdenken, es würde die Menschheit nur immer fortschrittlicher und gebildeter werden, der Fakt entgegen, dass Jesus die Leute als Heuchler bezeichnet, die Menschengebote einhalten. Wem glauben wir? Der Idee von unweigerlicher menschlicher Intelligenzsteigerung oder der Belehrung des Messias? Als Jesus Nachfolger glaubt man das, was Jesus sagt, und nicht das, was die größte Zustimmung hat in der Gruppe. Denn die Wahrheit ist keine Demokratie. Die ist nicht dadurch zustande gekommen, dass die Mehrheit dem zustimmt und dann wurde es plötzlich Wahrheit. Die Wahrheit ist aus Gott allein und wird sich nicht ändern, egal wie viele andere Dinge die Menschheit erfindet, egal wie viele Theorien aufgestellt werden, und egal wie viele verrückte Vermischungen und Neuauslegungen es gibt. Die Wahrheit ist, was sie ist, und sie benötigt keine Zustimmung von irgendeinem Mensch, um zu gelten. Entweder man steht für sie ein, oder man glaubt stattdessen an etwas Abweichendes, also an eine Lüge, und ist somit ein Kind des Vaters aller Lügen. Die große Aufgabe eines jeden Jesus-Nachfolgers und einer jeden Jesus-Nachfolgerin ist es aber, allein in der Wahrheit zu sein, und nicht auf Lügen zu hören, egal ob diese Lügen von Ungläubigen kommen oder von verdrehten Geschwistern aus der eigenen Reihe. Darum will man lieber das eigene Herz reinigen von allem Bösen, als dass man sich von Menschen vollquatschen lässt, sobald man wirklich Jesus nachfolgt.

Und das soll nun reichen an Worten für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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