Text zu "Bibellehre - Kapitel 8 im Evangelium des Markus"

Link zum Video: https://youtu.be/Hc80vNiYLiY

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 8 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir haben in Kapitel 6 schonmal gelesen, als Jesus sich an einen sehr einsamen Ort zurückgezogen hatte, fernab der Städte, und eine große Volksmenge bei ihm war und alle zur Ruhe kommen wollten, dass dabei ein Mangel an Lebensmitteln herrschte und Gott aufgrund dieser Umstände Brot vermehrte, sodass die mindestens fünftausend Männer satt werden konnten, die dort waren. Und die ganzen Frauen und Kinder, die auch dort gewesen waren und sich trotz des Mangels satt essen konnten, waren übrigens gar nicht erst gezählt worden. Und nun, wo wir in Kapitel 8 stöbern, entdecken wir gleich in den ersten Versen, dass sich noch ein zweites Mal eine sehr ähnliche Situation ergeben hatte. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 3:

In jenen Tagen, als eine sehr große Volksmenge zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: 
Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. 
Und wenn ich sie ohne Speise nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten, denn etliche von ihnen sind von weit her gekommen. 

Es kann einen theoretisch nur staunen lassen, dass die Menschen drei Tage lang auf Nahrung verzichtet haben, damit sie in der Nähe von Jesus bleiben können. Das schien wirklich mal eine Phase gewesen zu sein, wo trotz aller Widerspenstigkeit bei einigen die Herzen begonnen hatten, für Jesus zu brennen mit großer Hingabe. Und Jesus schaute sich die Volksmenge an und erkannte ihren Mangel. Er ignorierte den Zustand der Menschen nicht einfach, sondern machte sich aus eigenem Antrieb heraus Gedanken um ihr Wohlergehen. Und ihm wird schnell klar, dass er diese Menschen nach drei Tagen unverhofftem Fasten jetzt nicht einfach auf den Heimweg schicken kann in ihrem Hunger, da etliche unterwegs verschmachten würden. Es handelt sich hier also wieder um eine Art Notsituation, da die Menschen großen Mangel leiden und es nichts in der Nähe gibt, was diesen Mangel ausgleichen könnte, denn die Städte waren weit entfernt von dem Ort. Und es wäre sehr schön und ermutigend gewesen, wenn die Jünger mittlerweile endlich mal ein Vertrauen auf Gott in ihren Herzen aufgebaut hätten und wenn von ihnen der Vorschlag gekommen wäre, wegen dieser Sache zu Gott zu beten. Leider hat aber keine solche Regung in ihnen stattgefunden, denn wir lesen in den Versen 4 bis 9:

Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen? 
Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sprachen: Sieben. 
Da befahl er der Menge, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilten. Und sie teilten sie dem Volk aus. 
Sie hatten auch noch einige kleine Fische; und nachdem er gedankt hatte, gebot er, auch diese auszuteilen. 
Sie aber aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übrig gebliebener Brocken auf.
Es waren aber etwa 4.000, die gegessen hatten; und er entließ sie.

Während also die Jünger erneut ratlos zu sein schienen, betete Jesus einfach nochmal zu Gott, wie schon bei der früheren Begebenheit, und auch diesmal wurde wieder durch Gottes Wirken Nahrung vervielfältigt, bis alle Anwesenden satt wurden.
Und da dies nun schon das zweite Mal war, dass Gott etwas so Großes tat, um die an Hunger leidenden Menschen, die ihn ernsthaft suchen, zu versorgen, sollten die Jünger jetzt doch wirklich mal begriffen haben, dass sie sich überhaupt keine Sorgen um ihr tägliches Brot machen müssen, denn Gott hat allezeit die Möglichkeit, sie zu sättigen, es ist ihm in keiner Weise zu schwer, und daher ist die tägliche Nahrung an sich gar kein Thema.

Wir werden aber feststellen, dass sich überhaupt keine Gedanken dieser Art in den Jüngern regten, trotz der Tatsache, dass sie schon zum zweiten Mal den Beweis gesehen hatten, dass Gott seine Kinder versorgt. Denn als Jesus ein paar Worte zu ihnen sprach, die man sehr leicht als Gleichnisrede erkennen kann, da reagierten sie wirklich extrem unreif. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 10 bis 16:

Und sogleich stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha. 
Und die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn zu versuchen. 
Und er seufzte in seinem Geist und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden! 
Und er ließ sie stehen, stieg wieder in das Schiff und fuhr ans jenseitige Ufer.
Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen, und hatten nur ein Brot bei sich im Schiff. 
Da gebot er ihnen und sprach: Seht euch vor, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes! 
Und sie besprachen sich untereinander und sagten: Weil wir kein Brot haben! 

Jesus hatte eine offensichtliche Auseinandersetzung mit religiösen Schriftgelehrten. Zum wiederholten Mal ist das passiert, und es lag doch eigentlich auf der Hand, wenn Jesus direkt danach von dem Sauerteig der Pharisäer redet, dass er dann nicht in weltlicher Beschaffenheit den ganz normalen Sauerteig meint, denn man immer ins Mehl legt, um es zu durchsäuern und sich ein schmackhaftes Brot zu backen. Und obwohl es schon ziemlich offensichtlich ein Gleichnis sein musste, sagen allen Ernstes die Jünger: Jesus redet vom Sauerteig, weil nicht genug Brot im Schiff vorhanden ist. Das ist wirklich ein schlechtes Anzeichen, wenn sie nach allem, was passiert ist, immernoch ein so stumpfsinniges und leichtfertiges Denken haben.
Allerdings ist besonders ätzend natürlich vor allem das Verhalten der Pharisäer, also der jüdischen Schlüsselfiguren aus der Religion, die ihre eigenen Lehren mehr oder weniger einhalten und im Volk sehr beliebt und geachtet sind, weil sie sich sehr erhaben und fromm aufspielen, obwohl ihnen in ihren Herzen Gott egal ist und sie einzig und allein Ehre von Menschen haben wollen. Diese verehrten Männer der Religion sind es, die hier ein weiteres Mal Jesus Probleme bereiten und sich weigern, auch nur ein einziges Wort aus seiner Verkündigung für voll zu nehmen, es sei denn, er zeigt ihnen ein Zeichen vom Himmel. Was soll man mit diesen Menschen tun, die hörten und teils auch selbst erlebt haben, wie eine wunderbare Heilung nach der anderen an Menschen passierte, für die Jesus betete, und die dann immernoch so taten, als könnte das nicht von Gott sein und als müsste man sich damit nicht befassen? Was hätte Gott denn noch tun sollen, um zu bestätigen, dass Jesus so redet, wie es Gott gefällt? Gibt es denn überhaupt irgendein Zeichen, das Gott in der Nähe von Jesus hätte tun können, um die Pharisäer zufriedenzustellen? Ich glaube nicht. Es ist enorm wahrscheinlich, dass es ganz egal ist, wie groß die Zeichen sind, die in der Nähe von Jesus geschehen, denn die Pharisäer hätten immernoch gelästert und gezweifelt und faule Ausreden gesucht, um Jesus trotzdem weiter als Verführer hinzustellen, oder als einen, der von Dämonen besessen ist. Und das weiß Jesus auch ganz genau, deshalb lässt er sie einfach stehen. Da könnte man sich durchaus fragen, was diese erhabenen und respektierten Autoritäten da für einen Gesichtsausdruck hatten, als sie Jesus konfrontieren wollten und er wandte sich einfach ab und ging davon, nachdem er sie kurz getadelt hatte. Jesus hat aber wirklich alles richtig gemacht, und wir sollten dies als Vorbild sehen. Auch wir selber, wenn wir die Wahrheit verbreiten wollen und einzig und allein Anfechtung und Widerspenstigkeit darauf folgt, sollten genau wie Jesus einfach die Leute stehen lassen und unseres Weges ziehen. Das ist das Beste, was man machen kann bei denen, die sich gottesfürchtig aufspielen und trotzdem Feinde Gottes sind, weil sie sich nicht um das Reich der Himmel kümmern, sondern um den Irrsinn in ihrem eigenen Kopf, wie sie es aus der Religion eingetrichtert bekamen.
Und während Jesus schon verärgert genug war über die bösen Herzen der religiösen Autoritäten, die sich fromm aufspielen, woran sich auch deren Schüler ein Beispiel nehmen und dann selber ebenfalls so werden und wodurch sich diese Heuchelei dann ausbreitet wie ein Sauerteig, den man nicht mehr wegbekommt, so ist die Enttäuschung über seine eigenen Schüler hier auch sehr groß, weil sie sehr unreif reagieren. Wir lesen darüber in den Versen 17 bis 21:

Und als es Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht und begreift ihr noch nicht? Habt ihr noch euer verhärtetes Herz?
Habt Augen und seht nicht, Ohren und hört nicht? Und denkt ihr nicht daran, 
als ich die fünf Brote brach für die Fünftausend, wie viel Körbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie sprachen zu ihm: Zwölf! 
Als ich aber die sieben für die Viertausend brach, wie viel Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Sie sprachen: Sieben! 
Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr denn so unverständig?

An diesen Worten merkt man, dass Jesus schon fast der Verzweiflung nahe war, da er ja seine eigenen Jünger richtig belehren wollte, aber sie sind dermaßen unbelehrbar, dass sie nichtmal die einfachsten Dinge erkennen können. Sie wenden nichts an, wenn Jesus ihnen schonmal etwas sagte, und sie bewegen in ihren Gedanken gar nicht all die großen Dinge, die schon passiert sind vor ihren Augen, und wenn doch, dann auf die falsche Weise. Denn manche Menschen sehen große Wunder und denken sich dann: „Das kann nicht sein!“ oder: „Das wird es nie wieder geben!“
Auch die Jünger tickten so, aber das ist nicht gut, sondern gut ist es, wenn man Gottes Wirken sieht und sich dann zu freuen beginnt, von Herzen, dass man einen so starken Gott hat, der solche Dinge tun kann, die man nicht für möglich gehalten hätte. Und der allein wahre Gott, der Heilige Israels, verändert sich nicht. Er bleibt immer der Selbe, und was er einmal getan hat, das kann er jederzeit wieder tun. Die Anzahl der Situationen, in denen Gott Nahrung vermehren kann, hat nach oben hin keine Grenze. Das kann immer passieren, wenn er es tun will. Überall und jederzeit. Aber die Jünger sind immernoch auf dem Trichter, dass es besorgniserregend sei, wenn nur eine geringe Menge Brot bei ihnen ist. Es ist höchst bedauerlich, dass sie immernoch in völlig weltlichem Denken verhaften, nachdem sie doch schon mehrfach deutlich gesehen haben, was Gott in der Nähe von Jesus tut. Das erweckt sehr stark den Eindruck, dass es ein Akt der völligen Nutzlosigkeit ist, vor diesen Menschen Wunder geschehen zu lassen, und daher ist die Verzweiflung von Jesus gekommen. Denn wenn Menschen nicht glauben, einfach weil es gesagt wird, was ja ihr gutes Recht ist – denn es gibt viel Betrug in der Welt – dann sollten sie doch wenigstens glauben, wenn es von Gott selbst übernatürlich bestätigt wird. Aber wenn das immernoch nichts in ihnen auslöst, was in Richtung Ernsthaftigkeit und völlige Zuwendung zu Gott geht, was könnte man dann überhaupt noch tun, um ihre Herzen zu berühren? Es gibt nichts. 
Darüber hinaus ist hier das Problem, dass die Jünger normale Menschen waren, die ein ganz normales menschliches Denken mit der Überzeugung festhalten, es sei so das Beste. Und das normale menschliche Denken lautet immer ungefähr: „Ich muss mich selber wichtig machen! Ich muss jemand sein, der gebraucht wird!“
Denn die Jünger blickten in jenen Tagen höchstwahrscheinlich mit den Augen auf Jesus, wie sie aufeinander blicken, indem sie meinen, jeder hat so seine Stärken und jeder hat so seine Schwächen, und der eine kann etwas gut, was der andere nicht gut kann, und sie selber sind kräftige Männer mit viel Schaffensdrang und Gutmütigkeit, und deswegen müssen sie für Jesus Dinge tun, die ihm helfen, und wo nicht immer nur er in der Lage ist, der Überlegene zu sein, sondern wo dann sie selber mal überlegen sind und Jesus auf sie angewiesen ist. Sie lauerten auf Situationen, in denen alles davon abhängt, dass jetzt sie selber aufstehen und zu handeln beginnen und sich als die Starken erweisen, und sei es auch nur bei so einfachen Angelegenheiten wie die Versorgung mit Nahrungsmitteln.
Jesus hingegen dachte himmlisch. Er war sich völlig bewusst, dass Menschen überhaupt nichts tun können, um wirklich aus eigener Kraft etwas Großes und Unersetzliches zu leisten, was Gott unmöglich sei, sondern dass alles nur passieren kann, solange es von Gott gebilligt wurde, und dass Gott fähig ist, Dinge zu tun, die ein Mensch niemals in dieser Weise fertigbringen würde. Und deshalb ist es nicht die Aufgabe des Menschen, sich selber wichtig zu machen und sich als großer Held aufzuspielen, sondern die Aufgabe des Menschen besteht vielmehr darin, dankbar anzuerkennen, was Gott tut, und sich auf ihn zu verlassen und sich in gar keiner Weise erheben zu wollen. Die Menschen sollten begreifen, so lange Gott gnädig ist, dass dann sowieso alles da sein wird, was sie brauchen, und dass sie niemals fähig sein werden, irgendein Werk zu tun, das die Größe Gottes übertrifft oder Gott überflüssig macht oder sonst irgendwas. Aber auch wenn Jesus hoffte, dass seine Jünger in das Denken reinkommen, einfach nur Freude über die großen Dinge zu haben, die Gott tut, und dann wegen seiner Größe auch seine Gebote ernstzunehmen und unbedingt anwenden zu wollen, so blieben die Jünger trotzdem leider in dem gedanklichen Muster, welches so aussieht, dass in ihren Herzen Gott schon irgendwie nebenher mit eine Rolle spielt, ähnlich wie ein Haustier, während man aber die wichtigen Fragen doch bitteschön alle selbst beantworten will, wie man das für sinnig hält. Ein solches Denken wird aber niemals ein unbeschwertes Leben ermöglichen und verhindert auch die notwendige Gottesfurcht, die den Mensch zum Halten der echten Gebote Gottes motiviert und ihn so sehr vor Gott wohlgefällig machen würde, dass der Mensch ewiges Leben findet. 
Und eines muss ich an dieser Stelle auch mal sagen! Es gibt ja sogar vereinzelt Menschen, die haben die Hölle gesehen. Sie haben wirklich gesehen und wahrgenommen, wie es dort ist und dass es sich um kein Hirngespinst und keinen Witz handelt. Und diese Leute, die höchstpersönlich wahrnehmen konnten, wie die Hölle ist, die sind allen Ernstes danach trotzdem wieder in lauwarmen Glaube abgedriftet und haben in Sünde gelebt, nachdem sie den Name Jesus angenommen hatten, weil es ihnen zu ungemütlich war, in echter Nachfolge zu leben. Und da denke ich mir: Also das ist dann wirklich der endgültige Supergau, wenn nichtmal das persönliche Betrachten der Hölle den Menschen beweist, wie ernst die Gebote sind, gemäß der gesamten Belehrung Jesu. Noch extremer kann ein Ereignis gar nicht sein, welches den Mensch überzeugen würde. Wer sowas gesehen hat und dann immernoch irgendwelche Sünden behält, bei dem ist wirklich alles zu spät, der ist ein so verkorkstes Wesen, dass es da keine Hoffnung gibt. Denn noch peinlicher geht es doch gar nicht, als dass man die Hölle selber sieht und danach immernoch die Nachfolge auf die leichte Schulter nimmt. Diese Menschen, die das so handhaben, die sind dann wirklich zu hundert Prozent selber Schuld an ihrem Ende, und da braucht man dann wirklich kein Mitleid zu haben, wenn sie in Feuer und Schwefel vergehen in alle Ewigkeit. Denn die Menschen, die noch nie die Hölle gesehen haben, die könnten noch die Ausrede vorbringen, dass ihnen das Bewusstsein darüber fehlte. Wer es hingegen selber wahrnehmen durfte, der hat absolut gar keinen Grund mehr, die Sache zu bezweifeln oder gar zu belächeln. Aber das Fundament bei diesen Leuten ist genau das Gleiche wie das, was hier über die Jünger berichtet wird. Sie haben Augen und sehen nicht, Ohren und hören nicht. Sie erleben große Dinge und leben danach immernoch so wie einer, der von alldem nichts weiß. Da kann man nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Eine andere Reaktion ist da nicht mehr möglich.

Bevor ich nun aber noch mehr Worte rede, die die Verzweiflung von Jesus erläutern, weil es bei eigensinnigen Menschen vergeblich ist, sie retten zu wollen durch die Wahrheit, schauen wir uns nun mal lieber eine andere Situation an, die berichtet wird. Dabei geht es um die Heilung eines Blinden und wir lesen in den Versen 22 bis 26:

Und er kommt nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, dass er ihn anrühre. 
Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus, spie ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sehe. 
Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Leute, als sähe ich wandelnde Bäume! 
Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wiederhergestellt und sah jedermann deutlich. 
Und er schickte ihn in sein Haus und sprach: Du sollst nicht ins Dorf hineingehen, noch es jemand im Dorf sagen!

An diesem Bericht sind zwei Details besonders bemerkenswert. Das erste Detail ist, dass Jesus zweimal beten musste, weil es beim ersten Anlauf nicht hundertprozentig geklappt hat. Wenn das bei dem Meister so gewesen ist, dann kann es auch bei seinen Nachfolgern locker so ablaufen, sobald diese für Heilung beten. Aber wir sehen, dass Jesus sich keineswegs davor scheute, noch ein zweites Mal ein Gebet zu sprechen und die Hände aufzulegen. Und das zweite Detail, welches man beachten sollte, ist nicht etwa diese seltsame Vorgehensweise, dass Jesus dem Blinden in die Augen gespuckt haben soll, denn darin steckt kein Vorbild. Vielmehr müssen wir auf das achten, wo definitiv eine tiefere Botschaft drinsteckt. Denn nach dem ersten Mal Beten hat der blinde Mann gesagt, dass er die Menschen sieht, aber sie sehen aus wie wandelnde Bäume. Durch diese Reaktion sollte Jesus etwas begreifen, was von Gott kommt. Gott hatte das extra so geschehen lassen, dass der blinde Mann nach dem ersten Anlauf die Leute als wandelnde Bäume sieht. Dadurch wollte Gott offenbaren, dass die Menschen zu fest verwurzelt sind in dieser Welt, und dass Jesus sich nicht so sehr darüber aufzuregen braucht, wie er es bei seinen Jüngern getan hat. Die Menschen sind von dieser Welt, leider, und genau so wie ein Baum nicht aus eigener Kraft seine Wurzeln aus der Erde heben könnte, so finden auch seine Jünger nicht die Kraft, aus weltlichem Denken auszubrechen, wenn man sie ausschimpft. Dieses Ereignis soll zu Jesus sagen, dass er lieber ein bisschen mehr darauf achten soll, die Dinge vor den Menschen so zu reden, dass ein weltlich verwurzelter Mensch es begreifen kann. Geduldiges Verkündigen hat eine höhere Erfolgsquote, auch wenn es mehrmals passieren muss. Aber dies wird Jesus wohl ziemlich schwer gefallen sein. Denn er war so sehr an himmlisches Denken gewöhnt, dass es für ihn ganz normal war, und er kannte auch die erfüllende, tröstliche und aufbauende Wirkung für den eigenen Geist, wenn man himmlisch denkt, und deshalb war es für ihn unbegreiflich, wie irgendwer sich davor scheuen könnte, himmlisch zu denken und die weltlichen Denkmuster zu verwerfen, denn die weltlichen Denkmuster basieren ja völlig auf Irrtümern und Nichtigkeit. Auf jeden Fall haben wir aber davon gelesen, dass der Blinde schließlich ganz gesund wurde und können uns daher über eine weitere Großtat Gottes freuen, die aufgrund von Jesu Gebet geschah.

Wenn wir aber in diesem Kapitel feststellen, dass es hier sehr viel um den Unglaube der Menschen geht, so sollte man dabei auch bedenken, dass die Menschen sich nicht darüber bewusst waren, dass Jesus der Messias ist, also der von Gott gesalbte Retter, der kommen soll und auf den alle hören müssen. Und die Menschen fragten sich untereinander, was es wohl mit Jesus auf sich hat und wie man die Dinge einordnen soll, die in der Nähe von Jesus geschehen. Viele kamen zu der Theorie, dass einer von den alten Propheten aus den Toten auferstanden sei und nun als Jesus durch die Gegend läuft. Und Jesus selbst wollte auch wissen, wie seine Jünger das alles sehen und was sie darüber denken. Deshalb lesen wir in den Versen 27 bis 30:

Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Weg fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute? 
Sie antworteten: Für Johannes den Täufer; und andere für Elia; andere aber für einen der Propheten.
Und er sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! 
Und er gebot ihnen ernstlich, dass sie niemand von ihm sagen sollten.

Die Worte Messias und Christus haben die gleiche Bedeutung auf Deutsch, aber das Wort Christus kommt aus der griechischen Sprache, welche zu Jesu Lebzeiten sehr stark unter den Völkern verbreitet war, und das Wort Messias kommt aus der hebräischen Sprache, und das ist wichtig, weil durch das Auftreten von Jesus die ganzen Prophezeiungen in Erfüllung gingen, die den Messias beschreiben, und diese Prophezeiungen waren im Original in hebräischer Sprache vorhanden, wie auch das Gesetz, das Moses dem Volk Israel von Gott überliefert hatte.
Jedenfalls lesen wir hier, dass Petrus fähig war, zu erkennen, dass Jesus der Gesalbte Gottes ist, der angekündigt war. Und das ist schon etwas Besonderes, vor allem da wir kein Wort davon lesen, dass einer der anderen Apostel ihm zugestimmt hätte. Man kann also durchaus so weit gehen, zu sagen, dass Petrus hier der einzige in der Gruppe war, der Jesus so erkennen konnte, wie Jesus wirklich ist. Danach aber bestätigte es Jesus vor allen Aposteln und gebot ihnen, dies nicht im Volk umherzutragen.
Falls nun irgendwer sich fragt, warum Jesus diese Anordnung gab, vor seiner Himmelfahrt noch nicht den Fakt breitzutragen, dass es sich bei ihm ganz gewiss um den Messias handelt, so muss man folgendes bedenken:
Die Menschen warteten auf den Messias. Und wenn er offenbar werden würde, dann würden erstmal alle die Knie beugen, auch wenn sie ihn gar nicht mögen. Auch alle eigensinnigen Heuchler würden sich verneigen, weil sie überzeugt sind, es zu müssen und keine andere Wahl zu haben. Aber wenn dies geschieht, dann kann Jesus ja gar nicht erkennen, was wirklich in den Herzen der Menschen wohnt. Dies zu erkennen ist nur möglich, wenn die Leute dich für niemand Besonderen halten, denn dann zeigen sie ihr wahres Gesicht und benehmen sich so, wie es ihnen wirklich auf dem Herzen ist, da sie ja nicht aufgrund von Ehrfurcht versuchen werden, ihre wahre Meinung zu verstecken. Außerdem wäre Jesus auch sehr stark in die Politik der Welt hineingezogen worden, wenn er sich als Messias eindeutig zu erkennen gegeben hätte, da die Menschen von dem Messias erwarteten, er würde sie im Krieg anführen und alle umliegenden Völker unterwerfen. Davon, dass Jesus sie aus einer geistigen Knechtschaft befreit und nicht aus der Herrschaft anderer Völker auf Erden, hatten die Leute keine Ahnung und das wissen auch heutzutage viele jüdische Menschen immernoch nicht. Und aus diesen Gründen war es die deutlich schlauere Variante für Jesus, dass er diese Sache vorübergehend zum Geheimnis macht, der von Gott gesalbte Retter zu sein, auf den die Menschheit wartet. So konnte er sich alles vom Hals halten, was mit dem Reich seines Vaters nichts zu tun hat.

Es war aber auch die Zeit nicht mehr allzu fern, in der die Kreuzigung passieren würde, und alles damit Einhergehende. Jesus wusste schon im Vorfeld, dass es eines Tages geschieht, und nun entschloss er sich dazu, die Apostel in diese Fakten einzuweihen. Daher lesen wir folgendes in den Versen 31 bis 33:

Und er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen. 
Und er redete das Wort ganz offen. Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. 
Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und ermahnte den Petrus ernstlich und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!

Es mutet mit Sicherheit für manch einen Mensch schockierend an, wie Jesus hier auf Petrus reagierte. Aber es ist auch ein ziemlich unübliches Verhalten für Petrus, dass er als Jünger seinen Meister beiseite nimmt und ihn tadelt, weil er so redet. Was ist da nur mit Petrus los gewesen? Es scheint schon so, als würde da durch den Schrecken der Satan die Gelegenheit gehabt haben, Petrus anzurühren und ihm Worte einzugeben, die Jesus davon abhalten sollten, den Kreuzweg anzutreten und bis zum letzten Augenblick durchzustehen. Jesus hat wohl erkannt, woher dieser unsinnige Tadel stammt, der da gerade über ihn geredet wird, und hat sich deshalb mit Entschlossenheit gegen diese ganze Szene ausgesprochen. Denn wenn der Plan Gottes vorsieht, dass Jesus sich selbst hingeben muss zur Rettung der Menschheit, weil es andernfalls praktisch überhaupt keine Rettung gibt, dann sind in diesem Moment die menschlichen Herzenswünsche egal.
Wenn man aber in diesem Textteil sieht, dass Jesus zuerst die anderen Apostel anschaute, bevor er selber auf Petrus reagierte, dürfen wir davon ausgehen, dass Jesus prüfen wollte, ob irgendein anderer aus der Gruppe auch Anstoß nimmt an dem Verhalten von Petrus, das sich gegen Gottes Pläne richtet, und als keiner von den Aposteln die Stimme dagegen erhob, was ein wenig enttäuschend ist, reagierte Jesus selbst.
Und Jesus sagt hier ja auch als Vorwurf: „Du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!“
Das sollte uns als Jesus-Nachfolger deutlich ermahnen, dass es in keiner Weise gut ist, menschlich zu denken. Denn menschliches Denken besteht darin, dass man dazu neigt, in seinem Inneren zu sagen: „Ich und alle meine Lieben sollen glücklich sein und ein langes, ausgefülltes Leben haben und sollen möglichst wenige Probleme sehen!“
Das göttliche Denken hingegen besagt: „Jede Existenz auf Erden ist nur ein Hauch, und alle Menschen müssen gereinigt werden wie das Silber im Silberschmelzofen, damit alles Schlechte aus ihnen herauskommt und sie des ewigen Lebens würdig sind, egal wie unangenehm ihre Existenz im Fleisch auch werden mag! Wehe dem, der Reinigung verweigert!“
Nun musste Jesus zwar in dem Sinne nicht geläutert werden, aber sein an Gott orientiertes Denken bezog sich auch auf den Inhalt seines Lebens insgesamt. Denn wer menschlich denkt, der sagt bei sich selbst: „Ich habe meine eigenen Vorstellungen vom Leben, und genau diese sollen sich erfüllen!“, wer aber göttlich denkt, der sagt: „Ich lebe hier nur so lange, wie Gott will, und versuche jede Situation zu meistern, in die er mich hineinstellt, unabhängig von meinen eigenen Plänen!“

Da nun aber Jesus dem Tod nicht entkommen konnte, wenn er in allem Gott gehorsam sein wollte, müssen wir als Nachfolger mit der bitteren Aussicht klarkommen, dass uns vielleicht ein ähnliches Ende ereilt. Auch wir könnten den Tod auf eine Weise erleben, die vielleicht nicht aufgekommen wäre, hätten wir die Nachfolge verweigert. Das meine ich so, dass wir ohne Nachfolge auf eine andere Art und zu einem anderen Zeitpunkt sterben würden, als wenn wir in den Fußstapfen unseres Herrn Jesus wandeln. Man darf aber niemals den Fehler machen, das jetzige Leben in dieser bösen Welt für so wichtig zu halten, dass man es möglichst stark in die Länge ziehen will und deshalb aus Angst vor einem vorzeitigen Ende die Nachfolge verweigert, die auf ewig die Seele rettet. Jesus ermahnte alle sehr deutlich, denn wir lesen in den Versen 34 und 35:

Und er rief die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 
Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten. 

Auch diese Anweisung von Jesus muss in der Nachfolge ernstgenommen werden. Wir sollen uns selber verleugnen. Wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen, also wir sollen absichtlich dem Leiden entgegen treten, das uns um des Namens Jesus willen erwartet. Denn wenn einer zur Kreuzigung verurteilt war, so musste er das Kreuz, an dem man ihn aufhängen würde, selber tragen bis zum Ort seiner Hinrichtung. Das ist eigentlich eine ziemliche Entwürdigung, wenn einer schon auf eine so qualvolle Art wie Kreuzigung getötet werden soll, dass er dann obendrein auch noch das Kreuz tragen musste, an dem er selber hängen würde. Es ist ein weltlich bemessen schrecklicher Leidensweg. Aber Jesus ging diesen Weg, und wir sollen das wenn nötig auch tun. Die echte Nachfolge ist ganz sicher nicht helle Freude und Sonnenschein, sondern Leidensbereitschaft und Selbstverwerfung. All deine Macken und deine angeblich liebenswerten Eigenarten müssen verschwinden. Man soll alles loswerden, was einen als vermeintliches Individuum auszeichnet, sofern es Sünde ist vor Gott. Verstärken sollen sich nur die individuellen Eigenarten, die gute Früchte des Geistes sind. Die Menschen von dieser Welt hingegen feiern sich selbst, wenn irgendeine schlechte Eigenschaft bei ihnen stärker ausgeprägt ist als bei anderen, und kommen sich dadurch wie etwas Tolles vor. Aber meistens ist in dieser Welt die Individualität ja sowieso nur eingebildet. Die Menschen sind in einigen Hinsichten gar nicht allzu unterschiedlich von einander. Sie sind alle egoistisch, sie sind alle von Doppelmoral getrieben, sie handeln alle hauptsächlich basierend auf Lust, und sie alle machen sich Gedanken um Besitz und Vergnügungen. Welcher Mensch dieser Welt könnte sich davon freisprechen?
Und abgesehen davon sind die einen ein bisschen lauter, die anderen ein bisschen leiser, die einen ein bisschen schlauer, die anderen ein bisschen beschränkter im Denken, die einen kräftig, die anderen schwächlich an ihrem Fleisch, die einen eher spöttisch gesonnen, die anderen eher anständig. Doch all dies ist nicht geistlich und hat keine Schönheit in sich, die es wert wäre, in Ewigkeit bewahrt zu werden. Es ist alles nur ein nutzloses Treiben, das unter der Sonne geschieht. Darum tut man gut daran, sich selbst zu verleugnen und nicht einen Wert sehen zu wollen hinter belanglosem weltlichem Gerangel, das man sich selbst in seiner Naivität als wundervolle Einzigartigkeit festlegt. 
Natürlich sind die Menschen nicht alle zu hundert Prozent exakt gleich, aber sie haben doch einige Gemeinsamkeiten, die sie unwürdig machen vor dem Heiligen, dem allein wahren Gott, der Himmel und Erde erschuf. Und wenn die Menschen auch unterschiedlich sind, so gibt es wohlgemerkt eine Vielzahl Sünden, die alle des Todes würdig sind, wenn man nur eine einzige von ihnen hat. Und da nützt es dann gar nichts, wenn jemandem die eine Hälfte fehlt, aber die andere Hälfte hat er. Die einen sind Feiglinge, aber keine Zauberer, die anderen interessieren sich sehr für Okkultismus, sind aber keine Feiglinge. Die einen sind nicht hartherzig in ihrer Gesinnung, beten aber Figuren oder selbst erfundene Götter an, andere würden niemals irgendeine ausgedachte Gottheit anbeten, sind aber voll Bitterkeit im Herzen, und so weiter. Und obwohl jeder Mensch ein anderes Los hat, das ihn oder sie unwürdig macht vor Gott, so ist doch das Ziel für jeden Mensch das Gleiche, nämlich in Jesus Christus zu sein, um ewiges Leben zu haben. Denn das Alte muss abgelegt werden, ganz egal, wie einzigartig es aussah und ob man das für liebenswert hielt oder nicht. Das ist die Selbstverleugnung, von der Jesus redet. Und da wir sowieso alle eines Tages sterben müssen, egal welche gegensätzlichen Flausen uns durch den Kopf geistern könnten, ist es vielleicht viel mehr relevant, warum und wodurch man stirbt. Wer um des echten Evangeliums und um des Namens Jesus willen stirbt, der ist offensichtlich besser dran als einer, der gestorben ist, weil er zu viele Medikamente geschluckt hat oder weil er in einem Unfall ums Leben kam.

Natürlich sind die Menschen fast alle immer erstmal so unterwegs, dass sie möglichst viel von der Welt entdecken und möglichst viele schöne Momente erleben und tolle Leute kennenlernen wollen, aber Jesus sagt in Vers 36 und 37:

Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert? 
Oder was kann ein Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? 

Diese Fragen sind einschlägig wichtig. Selbst wenn ein Mensch die gesamte Welt bereist und alle Kulturen erforschte und zuverlässige Freunde hatte und eine liebliche Familie und große Reichtümer, sodass ihm die gesamte Welt offenstand und er sich alles leisten konnte, so bleibt die Frage: Was nützt das am Tag seines Todes? Kann er damit vor Gott angeben? Kann er damit Gott gnädig stimmen? Gott ist heilig. Er achtet nicht auf unser Monatsgehalt, nicht auf die Anzahl unsere Bekannten oder Familienmitglieder, nicht auf die Größe unseres Hauses und auch nicht auf die Anzahl der Länder, die wir bereist haben. Und wenn vor diesem Gott dann der Mensch steht und ein Urteil über seine Ewigkeit bekommt, was sagt er dann zu Gott? Wenn er nichts vorzuweisen hat außer Genusssucht und Menschenfurcht, Ruhelosigkeit und Doppelmoral, so ist er auf ewig verdammt. Und ich frage nochmal: Was bringt es ihm dann noch, auf Erden eine Menge erfüllende Momente erlebt zu haben? Wenn ihm geistliche Demut und Genügsamkeit fehlen, wenn keine Gerechtigkeit an ihm gefunden wird und böse Lüste in seinem Herzen wohnen, welchen Wert hat dann die mittlerweile zurückliegende Lebensfreude noch? Wenn der Mensch vor dem einen steht, der kein Gold und kein Silber als Lösegeld für die Verstöße gegen sein heiliges Gesetz akzeptiert, wenn Dollar und Euro nichts nützen, wenn keine billige Gnade herrscht, wo einfach mal willkürlich ein Verbrechen ignoriert wird, womit kann der Mensch dann seine Seele auslösen?
Als Jesus-Nachfolger hat man sich über Derartiges schon längst Gedanken gemacht und unter anderem deshalb, aber auch aus anderen Gründen, nämlich weil die gesamte Welt im Bösen ist, hat man die feste Entscheidung getroffen, dass man das Leben in der jetzigen Welt überhaupt nicht als das Wichtigste erachtet, sondern vielmehr als das Geringste. Denn wenn wir nicht losgekauft sind mit dem unvergleichlichen Blut des Lammes Gottes, Jesus Christus, so gibt es keinen Ausweg aus dem, was wir verdienen. Denn Gottes Gesetz gilt ewig, und wer ein laut diesem Gesetz todeswürdiges Werk getan hat, der ist es Todes würdig vor Gott, ohne Diskussion.

Und besonders wichtig ist bei dem Geringachten des Lebens in dieser bösen Welt, wo es eine Betrügerei nach der anderen gibt, im Großen wie im Kleinen, dass man alles hoch schätzt, was Jesus lehrte, denn im letzten Vers des Kapitels lesen wir: 

Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Das muss man auch ganz tief in das eigene Herz fallen lassen in der Nachfolge Jesu. Wir sollen uns in gar keiner Weise schämen für die Lehre von Jesus und allgemein das Wort Gottes, was auch vorher schon niedergeschrieben war, während wir hier leben inmitten eines ehebrecherischen, sündigen Volkes. Sie alle hassen Gottes Regeln und spotten oder schimpfen darüber, wir aber als Jesus-Nachfolger bekennen uns zu dem Wert der Worte und lassen es nicht zu, dass irgendwer uns wegreißt von der Lehre des Messias. Und wenn dann irgendwann der Tag kommt, an dem Gott die Wiederkunft befiehlt, sodass Jesus endlich hierher kommen kann mit allen Engeln, die an seiner Seite kämpfen, dann wird für uns alles besser. Wer aber an diesem Tag als ein Mensch befunden wird, der sich geschämt hat für das, was er von Jesus lernte, der wird vor Jesus ein echtes Problem haben.

Und nun haben wir das Ende des Kapitels erreicht. Was lernen wir besonders daraus, und was sollten wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Man lernt im Grunde genommen aus keinem anderen Kapitel aller Evangelien so intensiv die Tatsache, dass wir niemals Gottes Wundertaten geringachten dürfen. Mit Hingabe und ernsthafter Aufmerksamkeit und Vertrauen auf Gott sollen wir reagieren, wenn wir selbst erlebt haben, wie Gott vor unseren Augen etwas unweigerlich Übernatürliches getan hat. Denn wenn Jesus zur Weißglut getrieben wurde durch das endlos verhärtete Herz seiner eigenen Jünger, dann brauchen wir selbst keine andere Reaktion von ihm zu erwarten, wenn unser eigenes Verhalten dem der Jünger gleich ist, als sie nach zwei großen Wunderzeichen, wo Brot vermehrt wurde, immernoch so dämlich waren, sich darum Sorgen zu machen, ob sie genug Brot bei sich tragen. Wenn man Gottes übernatürliche Versorgung erlebt, dann gilt es das auch anzuerkennen, und zwar dauerhaft, und dann möge man das doch bitte auch in alle zukünftigen Gedankengänge mit einkalkulieren und sich danach nicht wie einer aufführen, der in seinem ganzen Leben noch nie ein Wunder sah, und der sogar bei den leichtesten Gleichnissen immernoch denkt, es würde hier jetzt buchstäblich nur von ganz normalen Inhalten des alltäglichen Lebens geredet werden, ohne tieferen Sinn. Denn in der Nachfolge Jesu ist es wichtig, dass man nicht mehr nach den Dingen sucht, die allein hier in der Welt Bedeutung haben, nämlich Nahrung, Kleidung, Lebenszeit und Ehre vor Menschen. Wenn sich die Gedanken ständig nur um sowas drehen, dann macht man ganz sicher etwas falsch. Und wir lernen ja besonders aus dem letzten Abschnitt dieses Kapitels, dass wir unser Kreuz auf uns nehmen und uns selbst verwerfen sollen. Das gehört zur echten Nachfolge dazu. Jesus hat das verkündigt und er hat es auch selbst durch seinen eigenen Wandel veranschaulicht. Wenn jemand etwas Anderes lehrt, zum Beispiel, dass man immer nur großartige Fülle erlebt, wenn man Jesus annimmt, oder dass man dann besonders alt werden wird und immer nur gesund ist in jedem Aspekt, dann ist das offensichtlich eine Irrlehre. Denn dann würden die Worte aus diesem Kapitel keinen Sinn ergeben. Was wir aber ebenfalls durch die Reaktion unseres Herrn Jesus auf die Pharisäer aus diesem Kapitel lernen, ist, dass wir in keiner Weise verpflichtet sind, mit Schwätzern Diskussionen zu führen oder uns irgendwie behaupten zu müssen vor verbitterten religiösen Tyrannen, sondern dass wir sie einfach stehen lassen dürfen. Denn egal, wie die Menschen das dann deuten oder darüber lästern: Jesus hat es selber auch so gemacht und daher ist es aus Gottes Sicht gewiss in Ordnung.

Das ist soweit alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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