Text zu "Bibellehre - Kapitel 9 im Evangelium des Markus"
Link zum Video: https://youtu.be/zX8msV7x4Hk
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 9 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Wir entdecken in diesem Kapitel im ersten Vers eine Verheißung, die heutzutage schon erfüllt ist, denn es steht geschrieben:
Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes in Kraft haben kommen sehen!
Durch diese Worte kündigte Jesus die Ankunft des Heiligen Geistes auf Erden an, sodass absolut jeder die gleiche Lehre verkündigen und die gleichen Wunder erleben kann wie er. Die Erfüllung dieser Ankündigung kann man in Kapitel 2 der Apostelgeschichte nachlesen. Wir machen nun aber mit den nächsten Versen weiter, wo ein übernatürliches Erlebnis berichtet wird, welches drei von den Aposteln haben durften. Es steht geschrieben in Vers 2 bis 6:
Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und den Johannes zu sich und führt sie allein beiseite auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verklärt,
und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie kein Bleicher auf Erden sie weiß machen kann.
Und es erschien ihnen Elia mit Moses, die redeten mit Jesus.
Und Petrus begann und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind! So lass uns drei Hütten bauen, dir eine und Moses eine und Elia eine!
Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren voller Furcht.
Diese Begebenheit wird auch bei Matthäus berichtet in Kapitel 17 und bei Lukas in Kapitel 9, aber der Kommentar zum Verhalten von Petrus ist jedes Mal ein bisschen anders. Hier an dieser Stelle sehen wir in Vers 6, dass Petrus gar nicht wusste, was er sagte. Seine Furcht und seine Überforderung mit der ganzen Situation hatten ihn dazu gedrängt, einfach irgendwas zu sagen, um nicht stumm zu sein, egal wie überflüssig die Äußerung auch ist.
Natürlich ist es sehr leicht zu verstehen, wenn Jesus plötzlich glänzend ist vor ihnen und seine Kleider schneeweiß waren, und wenn auch noch zwei hinzutreten, oben auf der Bergspitze, wo doch eigentlich keine Menschenseele war, dass sie dann aus der Fassung geraten. Und es geschah noch etwas Größeres, was die Apostel wohl endgültig an ihre Grenzen brachte, denn wir lesen in Vers 7:
Da kam eine Wolke, die überschattete sie, und aus der Wolke kam eine Stimme, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
Hier hörten nun die Apostel die Stimme des allein wahren Gottes. Und es wurde ihnen in aller Deutlichkeit gesagt, dass sie auf Jesus hören sollen. Von Gott selbst wurde das gesagt. Es gilt aber nicht nur für diese drei Männer, sondern es gilt für alle Menschen auf der ganzen Erde. Es ist Gottes Befehl, dass wir auf Jesus hören. Das ist so, weil Gott an Jesus Wohlgefallen hat. Jesus wird von Gott geliebt.
Weiterhin lesen wir in den Versen 8 bis 10:
Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.
Als sie aber vom Berg herabgingen, gebot er ihnen, niemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden sei.
Und sie behielten das Wort bei sich und besprachen sich untereinander, was das Auferstehen aus den Toten bedeute.
Hier vermuten die Apostel, dass Jesus ein Gleichnis redet, wenn er seine Auferstehung ankündigt. Das haben sie wohl aus Vorsicht so aufgefasst, weil sie Jesus als einen kennen, der schon viel in Gleichnissen gesagt hat. Einmal deshalb, und dann noch, weil sie sich das gar nicht vorstellen konnten, dass Jesus es wortwörtlich so meint.
Sie stellen allerdings auch noch eine Frage, über die man sich durchaus ärgern könnte, denn sie haben Gottes Stimme gehört, und sie wollen jetzt trotzdem eine Sache vorbringen, die man eigentlich nur fragen kann, wenn man das Erlebte anzweifelt. Wir lesen in den Versen 11 bis 13:
Und sie fragten ihn und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuvor Elia kommen müsse?
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt wirklich zuvor und stellt alles wieder her, so wie es auch über den Sohn des Menschen geschrieben steht, dass er viel leiden und verachtet werden muss.
Aber ich sage euch, dass Elia schon gekommen ist, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.
Es soll durch diese Äußerungen von Jesus erkennbar werden, dass Johannes der Täufer der verheißene Elia ist, der auftreten soll, um alles wiederherzustellen. Denn Johannes hat die Menschen zur Buße gerufen und sie dazu ermahnt, Gott zugewandt zu sein in allem. Aber er wurde einfach vom König gefangen genommen und dann ermordet, wie es häufig mit den echten Propheten Gottes passiert.
Als nächstes werden wir etwas über eine heftige Austreibung lesen. Das war wirklich eine Angelegenheit, die Menschen erschaudern lässt. Es steht geschrieben in den Versen 14 bis 19:
Und als er zu den Jüngern kam, sah er eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen stritten.
Und die ganze Volksmenge geriet sogleich in Bewegung, als sie ihn sah, und sie liefen herzu und begrüßten ihn.
Und er fragte die Schriftgelehrten: Was streitet ihr euch mit ihnen?
Und einer aus der Menge antwortete und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist;
und wo immer der ihn ergreift, da wirft er ihn nieder, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr. Und ich habe deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben; aber sie konnten es nicht!
Er aber antwortete ihm und sprach: O du ungläubiges Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir!
Zuerst hatten die Schriftgelehrten Streit mit denjenigen Aposteln, die am Fuß des Berges zurückgeblieben waren. Und man erfährt bald den Grund für den Streit. Ein besessener Knabe konnte von ihnen nicht befreit werden. Natürlich nahmen die Schriftgelehrten das sofort zum Anlass, um zu sagen: „Na, wo sind denn jetzt die großen Kräfte von Gott? Vielleicht seid ihr ja doch nur Verführer!“
Jesus selber ärgert sich aber auch über die Jünger. Denn er hörte nur, dass eine Dämonenaustreibung erbeten war. Da wusste Jesus nicht, wo das Problem liegen sollte. Die Apostel waren ja schonmal ausgesandt worden, um zu heilen und zu verkündigen, wobei alles funktioniert hatte. Und nun klappt es plötzlich nicht mehr, obwohl sie Autorität hatten und schon so viele Austreibungen selbst bewirken konnten. Das erschien Jesus erstmal nicht wirklich verständlich, wie das jetzt plötzlich nicht mehr funktionieren sollte. Aber in den Versen 20 bis 22 lesen wir:
Und sie brachten ihn zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, zerrte er ihn, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte.
Und er fragte seinen Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an;
und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; doch wenn du etwas kannst, so erbarme dich über uns und hilf uns!
Als der Knabe angebracht wurde und Jesus mit eigenen Augen sah, was mit dem Knabe los ist, da war er dann gemäß diesen Versen schon merklich erschrocken, denn die Belastung ist sehr übel. Der böse Geist riss sofort den Knabe zu Boden, um seine Kraft zu demonstrieren und Jesus zu verstehen zu geben, dass er nicht die Absicht hat, den Knabe loszulassen. Und dem Knabe kam sogar Schaum aus dem Mund. Das muss wirklich ein schlimmer Anblick gewesen sein! Und der Vater des Knaben, für den sowas ja zum Alltag gehörte, seinen Sohn leiden zu sehen, war auch entsprechend verzweifelt. Er erbittet Hilfe von Jesus, und es ist bemerkenswert, was Jesus zu ihm sagte. Wir lesen in Vers 23:
Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst — alles ist möglich dem, der glaubt!
Hier sieht man, dass Jesus den Mann deutlich darauf aufmerksam macht, wie wichtig der richtige Glaube ist. Denn wenn der Mann einen geheilten Sohn bekommt, aber er nimmt die Gebote Gottes nicht ernst und bringt nichts davon seinem Sohn bei, so werden die bösen Geister bald ein Recht bekommen, zurückzukehren. Dann wäre auch die jetzige Austreibung nichts Nützliches. Der Mann will ganz offensichtlich dauerhaftes Heil haben. Aber dazu muss er mehr tun als nur um Hilfe schreien. Er muss selber ein Mann Gottes werden, sonst ist er nicht sicher und es wird mit seinem Sohn wieder schlimmer werden, und natürlich kann er auch gar nicht frei werden, wenn der Vater des Knaben nur schnelle Heilung will, aber an Gott kein Interesse hat. Darum macht Jesus ihn deutlich darauf aufmerksam, dass es um ein Leben in völligem Glaube geht. Aber die Verzweiflung des Mannes verhindert es, dass er diesen Fakt jetzt im Moment überhaupt begreifen kann. Daher lesen wir von folgender Reaktion in Vers 24:
Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!
Der Mann ist offensichtlich zu nichts Anderem im Stande als dazu, dass er betont, Hilfe zu brauchen. In Vers 25 lesen wir weiter:
Da nun Jesus eine Volksmenge herbeilaufen sah, befahl er dem unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
Es kam offensichtlich die ganze Volksmenge an, um sich herzu zu drängeln, und deswegen wollte Jesus möglichst schnell die Situation lösen. Würde er dies nicht tun, dann würden die Leute mit immer größerer Unruhe gaffen, und einige würden unsinnige Kommentare aus der Menge rufen, andere würden vielleicht Angst bekommen von dem Verhalten des Knaben und die dadurch sichtbare dämonische Kraft, und das könnte zu Chaos führen in der Volksmenge und die ganze Situation unnötig komplizierter machen. Wir wissen aber, dass die Apostel von Jesus dem bösen Geist befohlen hatten, auszufahren, und der Geist hörte nicht darauf. Wie nun der böse Geist reagiert, wenn Jesus es befiehlt, lesen wir in Vers 26 und 27:
Da schrie er und zerrte ihn heftig und fuhr aus; und er wurde wie tot, sodass viele sagten: Er ist tot!
Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.
Der Knabe wurde also zuerst umso heftiger umher gezerrt von dem bösen Geist, und der böse Geist schrie. Aber dann fuhr er aus, denn es blieb ihm nichts Anderes übrig. Als aber der böse Geist weg war, lag der Knabe ganz regungslos da. Und die Leute glaubten, dass der jetzt tot ist. Vielleicht war er ja sogar tot. Aber Fakt ist, dass Jesus es nicht einfach auf sich beruhen ließ, sondern er ergriff die Hand und betete für die Auferweckung des Knaben. Es ist sehr erschreckend, von was für einer grausamen Dämonenart der Knabe besessen war, dass zuerst eine schwierige Austreibung nötig war und danach sogar eine Totenauferweckung. Ich stelle mir da die Frage, was für üble Dinge die Familie getan haben muss, damit eine so heftige Dämonenart überhaupt zu dem Knabe kommen konnte. Da muss wirklich etwas sehr Finsteres abgelaufen sein. Nun aber war der Knabe gerettet, dank Jesus. Und wir werden merken, dass die Apostel sich dafür interessierten, warum es bei ihnen nicht geklappt hatte, denn es steht geschrieben in den Versen 28 und 29:
Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren außer durch Gebet und Fasten.
Hier erklärt jetzt Jesus höchst selbst, dass es bestimmte Arten von Dämonen gibt, die sich ganz besonders schwer austreiben lassen. Aber wenn ein Mensch jederzeit richtig betet, und richtig fastet, was ja Jesus allezeit getan hat, dann haben die Dämonen davor wohl so eine Art Respekt. Es ist auch so, dass man geistlich geläutert wird und sozusagen in geistlicher Sicht heller leuchtet, wenn man richtig fastet und betet, als wenn man das nicht tut oder es falsch tut. Durch einen geheiligten, enthaltsamen Lebensstil in der Nachfolge Jesu wird das Licht des Lebens im Inneren stärker, und die bösen Geister sehen das. Dies ist durchaus ein Detail, welches man zur Kenntnis nehmen sollte, wie das richtige Fasten und das richtige Beten sozusagen eine zusätzliche Schutzwirkung haben.
In den nächsten Versen wird berichtet, dass Jesus erneut die üblen Dinge ankündigte, die mit ihm passieren werden, aber auch, dass er aus den Toten auferstehen wird. Wir lesen in Vers 30 bis 32:
Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Und er wollte nicht, dass es jemand erfuhr.
Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tag auferstehen.
Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.
Aufgrund der Tatsache, dass Jesus schonmal sehr geschimpft hat mit seinen Jüngern, weil sie sich sehr dämlich anstellten bei der Deutung seiner Worte, haben wir jetzt hier die Situation, dass sie sich gar nicht erst trauen, ihn zu fragen, ob er das ernst meint oder ob es ein Gleichnis ist und wenn ja, was es bedeutet. Jesus kündigte also an, was buchstäblich mit ihm passieren wird, aber weil er schon so oft in Gleichnissen geredet hatte, fiel es den Jüngern zu schwer, die Äußerungen einzuordnen. Das ist schade. Aber wenn es dann ganz real passieren würde, dann würden sie schon noch erkennen, dass es kein Gleichnis war.
Wir werden aber merken, dass die Apostel nun nicht allzu stark von der Frage danach bewegt waren, was diese Äußerung bedeutet, sondern dass sie viel stärker darin verfangen waren, festzulegen, wer von ihnen der Größte und der Wichtigste in der Gruppe sei. Jesus aber hatte die Hoffnung und eigentlich auch die Erwartung, dass es in der von ihm geleiteten Gruppe nicht zu sinnlosem Wettbewerb und törichten Konkurrenzkämpfen kommt, wo der Stärkere den Schwächeren entwürdigt. Demgemäß lesen wir in den Versen 33 bis 35:
Und er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause angelangt war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs miteinander verhandelt?
Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander verhandelt, wer der Größte sei.
Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener!
Wenigstens haben sie zuerst geschwiegen, als Jesus sie darauf ansprach, worüber sie verhandeln. Das ist zumindest ein Anzeichen, dass sie tief in ihrem Innersten eigentlich schon wussten, dass ihr Verhalten gerade nicht wirklich gut ist. Aber Jesus hatte es bestimmt schon selber gemerkt, was für unnütze und geistlose Diskussionen unter ihnen entbrannt waren. Darum versucht er nun, ihnen das himmlische Denken beizubringen, indem er sagt: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte. Das meint Jesus ernst. Es ist wirklich genau das, was man als echter Jesus-Nachfolger bzw. echte Jesus-Nachfolgerin im Herzen haben soll. Wir sollen uns nicht viel auf uns selber einbilden. Wir sollen niemals versuchen, in eine Position zu kommen, wo wir anderen Vorschreibungen machen können und sie gehorchen müssen, denn wir sind nur Menschen. Aller Gehorsam soll Gott gehören, und in untergeordneter Weise dem König Jesus, der uns losgekauft hat für seinen Gott und Vater. Und wenn wir eben doch in einer verantwortungsvollen Position landen, dann sollen wir uns selber umso stärker als Diener betrachten. Niemand soll darüber nachsinnen, wer aus der Gruppe wohl der Großartigste ist. Denn je mehr Fertigkeit und je mehr Weisheit ein Mensch hat, desto größer ist auch seine Verantwortung, zum Wohlergehen der Gruppe beizutragen. Und da ist es auch egal, ob andere uns dafür loben oder Ehrfurcht entwickeln oder sonstwas. Das sollen sie gar nicht. Wenn wir Jesus nachfolgen, streben wir nur danach, seine Sanftmut und seine geistliche Demut haben zu können, aber auch genau so mutig gegen Heuchelei aufzustehen wir er, und hoffentlich im Geist zu empfinden, wie das Angesicht seines Vaters strahlt über uns. Das ist das Beste, was passieren kann, besser als alle Ehre vor Menschen. Darum soll die Liebe herrschen in unserer Mitte, denn Gottes Angesicht strahlt über denen, die in der Liebe wandeln, welche nicht fleischlich ist, sondern geistlich.
Jesus wollte aber auch noch mehr verdeutlichen, wie groß die Demut im Idealfall sein sollte, die der Wichtigste aus der Gruppe hat in seinem Selbstbild gegenüber den anderen der Gruppe. Darum lesen wir in den Versen 36 und 37:
Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie; und nachdem er es in die Arme genommen hatte, sprach er zu ihnen:
Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
Das hier beschriebene Aufnehmen kann zwei Bedeutungen haben, und beide sind wichtig. Einmal ist tatsächlich das weltliche Aufnehmen gemeint, also in dem Sinne, dass ein demütiger Knabe mit stillem Wesen ein Waisenkind ist und man ihm ein Zuhause geben will, indem man ihn bei sich wohnen lässt und ihn in ehrenhafter Weise versorgt. Wenn man dies mit einem demütigen Waisenkind tut, dann ist es gleichbedeutend damit, dass man Jesus in sein Haus aufnimmt. Das heißt: Den gleichen Lohn, den du bekommen hättest, hättest du den echten Jesus Christus in dein Haus aufgenommen zu seiner Lebenszeit in dieser Welt, den wirst du auch bekommen, wenn du ein Waisenkind bei dir aufnimmst, das ein sanftmütiges und demütiges Wesen hat, ähnlich wie Jesus. Es trifft übrigens auf alle derartigen Waisenkinder zu, die solch eine seltene Mentalität haben, egal ob männlich oder weiblich.
Die andere Bedeutung, welche im jetzt gerade gelesenen Fall sogar die wichtigere ist, besteht darin, dass man ein solches Kind als Vorbild betrachtet. Man soll die Herzenshaltung, die man da sieht, in das eigene Herz aufnehmen. Und das ist natürlich eine große Herausforderung, da die Apostel alle erwachsene Männer sind, und Jesus setzt ihnen nun einen demütigen Knabe vor und sagt zu ihnen: „So sollt ihr auch werden!“
Ich glaube, es ist schon ein kleines Wunder, dass Jesus überhaupt so schnell einen Knabe finden konnte, der ein demütiges Herz hat, denn die meisten Jungs in dieser Welt sind ja eher freche Rabauken, und daher sind diese auch keine Vorbilder. Aber Jesus sagt hier, da er einen demütigen Knabe gefunden hatte, dass man sogar als Erwachsener genau diese Demut haben muss. Das ist leichter gesagt als getan bei den meisten Menschen. Und es ist auch eine sehr ungewöhnliche Art, wie Jesus hier eine Erklärung verdeutlicht. Aber es soll uns wohl aufzeigen, dass Kinder, auch wenn sie sich altersbedingt oft sehr unüberlegt benehmen, trotzdem durchaus die eine oder andere Eigenschaft haben, die man als Erwachsener längst verlernt hat, obwohl sie aus himmlischer Sicht gut ist, zum Beispiel die skrupellose Ehrlichkeit, und die Neigung dazu, so lange nachzufragen, bis man etwas wirklich verstehen konnte und einen Sinn dahinter erkennt. Aber in dem gerade gelesenen Text geht es wie gesagt in erster Linie um die Demut.
Während aber Jesus versucht, die Demut zu veranschaulichen, die im Himmel viel zählt, auch wenn sie auf Erden verschmäht wird, unterbricht ihn der Apostel Johannes einfach und macht eine ziemlich zusammenhangslose Bemerkung, denn wir lesen in Vers 38:
Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt.
Diese Reaktion ist beinahe peinlich. Jesus versucht, die Apostel über Demut aufzuklären, und Johannes beginnt, von einer Situation zu reden, wo er und die anderen Apostel aufmüpfig waren gegen einen fremden Mann, der nicht der Gruppe untergeordnet ist, also der sich keinem Gruppenzwang beugt. Und Johannes meint, man dürfte den Name Jesus gar nicht in den Mund nehmen, wenn man nicht zur Gruppe gehört, und schon gar nicht Dämonen austreiben. Deshalb hatten sich die Apostel gegen diesen Mann erhoben, der da Dämonen austrieb in Jesu Namen. Es ist aber auch sehr erstaunlich, dass es so jemanden überhaupt gab. Einer, der höchstwahrscheinlich mal als Unbekannter in der Volksmenge stand, als Jesus lehrte, denn solche Gelegenheiten gab es ja oft, und der aufmerksam zuhörte und alles glaubte, was Jesus redete, und dann loszog, um auf eigene Faust das Gleiche Evangelium zu verbreiten wie Jesus und somit dem Reich Gottes zu dienen und dabei auch im Namen von Jesus Christus für Leute zu beten. Gott muss diesen Mann im Blick gehabt haben, auch wenn die Jünger ihn verachteten.
Wir werden merken, wenn wir uns die Reaktion von Jesus anschauen, dass Jesus sich gar nicht über die Tätigkeiten des Mannes verwunderte, sondern dass er vielmehr das Denken von Johannes tadelt. Es steht geschrieben in Vers 39:
Jesus aber sprach: Wehrt es ihm nicht! Denn niemand, der in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich bald darauf schmähen können.
Während also die Apostel einen fremden Verkündiger davon abhalten wollten, in Jesu Namen Gutes zu tun, sagte Jesus deutlich, sie sollen ihn keineswegs davon abhalten. Vielmehr ist es ein Grund zur Freude, wenn jemand das Gleiche erreichen will wie Jesus und seine Jünger, nur eben ohne dass er extra eine Gemeinde braucht, die ihm alles vorgibt. Daran erkennt man, dass unter allen Menschen, die Jesus nachfolgen, keine zwangsläufige Gemeinschaft nötig ist, so als wäre man nur etwas wert, wenn man sich einer vermeintlich tollen Gruppe anschließt, sondern dass es längst genug ist, einfach nur für die reine Wahrheit einzustehen. Und es soll um Himmels willen keine Kämpfe zwischen Gruppen geben, die alle Jesus folgen, und auch kein feindseliges Verhalten gegen Einzelgänger, die gute Früchte bringen in Jesu Namen, also die das Evangelium vorleben durch den richtigen Wandel gemäß Jesu Lehre und die auch für Menschen beten.
Außerdem lesen wir noch in den Versen 40 und 41:
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Ihm wird sein Lohn nicht ausbleiben.
Auch diese Verse sollen alle Jünger davon abbringen, in irgendeiner Weise feindselig aufzutreten gegen irgendeinen Mensch, nur weil er nicht zu Gruppe gehört, und stattdessen vielmehr froh zu sein über jede aufrichtige Unterstützung, auch wenn sie von einem Außenseiter kommt. Denn im Himmel wird sowas belohnt, auch wenn die Menschen in dieser Welt kein Verständnis dafür haben sollten.
Allerdings hat Jesus ja eigentlich angefangen, ein demütiges Kind zum Vorbild zu machen und jedem eine große Verheißung zu geben, der ein solches Kind, falls vorhanden, barmherzig behandelt. Passend dazusagt er noch folgendes in Vers 42:
Wer aber einem der Kleinen, die an mich glauben, Anstoß zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
Dies ist nun eine sehr scharfe Ermahnung von Jesus, welche man lieber nicht ignorieren sollte. Denn wenn man sich das mal in der Praxis vorstellt, wie das wäre, einem Mensch einen großen Mühlstein um den Hals zu ketten, sodass er nicht entfernt werden kann, und den Mensch dann zusammen damit ins tiefste Meer zu werfen, dann kann sich wohl jeder ausmalen, welch ein grausiges Ende das nehmen würde. Es wäre eine furchteinflößende Todesart für diesen Mensch, und eine sehr üble Behandlung. Aber Jesus sagt, dass dieser Horror noch harmlos ist im Vergleich dazu, was mit Menschen gemacht wird, die sich erdreisten, demütige, an Jesus gläubige Kinder zu irgendeiner Sünde zu verführen. Darum sollte niemand auch nur im Ansatz auf die Idee kommen, in irgendeiner Weise ein gläubiges Kind zum Teil irgendeiner sündigen Tat oder irgendeines sündigen Denkens zu machen, denn das bewirkt großen Zorn, der von Gott ausgehen wird.
Man darf sich auch niemals an den Kleinen vergreifen, denn Jesus sagte laut Vers 43 und 44:
Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du als Krüppel in das Leben eingehst, als dass du beide Hände hast und in die Hölle fährst, in das unauslöschliche Feuer,
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
Hier bekommen wir mal ganz nebenbei die Garantie, dass alle Kinderschänder in das unauslöschliche Feuer fallen werden. Allerdings bezieht sich das nicht nur auf Kinderschänder allein, sondern im Grunde genommen auf jeden Mensch, der mit seiner Hand eine todeswürdige Sünde verübt und den Rest seines Lebens ohne aufrichtige Reue zubringt. Und Jesus versucht durch diesen Ausspruch zu verdeutlichen, welch ein schweres Gewicht die Sünde hat, und wie heftig das Leiden in der Hölle ist. Den wenn ein Mensch sich ganz real selbst die Hand abhauen würde, dann wäre das ein grausames Leiden. Aber die Hölle ist so übel, dass im Vergleich dazu sogar ein derartiges Szenario nur ein geringer Schaden wäre. Das muss uns eine deutliche Ermahnung sein, dass die Hölle, also der ewige Feuer- und Schwefelsee, mit absoluter Gewissheit ein Ort ist, wo wir niemals freiwillig hingehen. Und Jesus betont erneut, dass man am besten alle Sünden vermeidet und gar nicht erst anfängt, sich sündige Taten überhaupt erst in Gedanken auszumalen, denn wir lesen in den Versen 45 bis 50:
Und wenn dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, dass du lahm in das Leben eingehst, als dass du beide Füße hast und in die Hölle geworfen wirst, in das unauslöschliche Feuer,
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als dass du zwei Augen hast und in das höllische Feuer geworfen wirst,
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
Wenn ein angeblich bibeltreuer Mensch diese Worte gelesen hat und dann immernoch nicht denkt, dass die Hölle ein Ort ist, den man um jeden Preis vermeiden sollte, weswegen man am liebsten überhaupt keine Sünde mehr tut, dann ist diesem Mensch wahrscheinlich nicht zu helfen. Man müsste schon sehr ignorant und unterbelichtet sein, um solche Worte von Jesus zu lesen und dann immernoch zu meinen, die Sache mit der Hölle wäre nicht ernst.
Ich muss aber leider auch sagen, dass Markus aus Versehen eine Sache an diese Erzählung von Jesus angehängt hat, die eigentlich auf ein anderes Thema anspielt. Denn wir haben ja in insgesamt sechs Versen gelesen, dass Jesus vor der Hölle und dem unauslöschlichen Feuer warnte, und in den letzten zwei Versen des Kapitels lesen wir:
Denn jeder muss mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.
Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!
Wenn man das so liest, vermutet man wohl zunächst mal, diese Verse wären auch eine Warnung vor der Hölle. Aber eigentlich spielen diese zwei Verse darauf an, welche Wirkung der Heilige Geist hat, der in diesen Tagen noch nicht über die ganze Erde ausgegossen war, aber der ausgegossen werden würde, sobald Jesus wieder im Himmel ist und den Vater bittet. Deswegen sind diese zwei Verse sehr unklug platziert. In Vers 49 wird gesagt, dass man mit Feuer gesalzen werden muss. Das spielt darauf an, dass Jesus die Fähigkeit erben wird, Menschen mit Feuer und Geist zu taufen, also nicht materiell, sondern durch geistliche Vorgänge, wie es Johannes der Täufer über den Messias gesagt hat. Man findet bei Markus kein eindeutiges Zeugnis davon, dass Johannes der Täufer die geistliche Feuertaufe ankündigte, aber bei Matthäus und bei Lukas ist es jeweils in Kapitel 3 erwähnt. Jeder Jünger braucht den Heiligen Geist, damit er in die Gerechtigkeit geleitet wird, die vor Gott Wert hat. Und die meisten Menschen bekommen den echten Heiligen Geist ohne Geistesgaben bei der richtigen Taufe im Wasser, also beim vollständigen Untertauchen im Zuge der Taufe auf den Name Jesus Christus, automatisch. Wer aber Geistesgaben haben will, für den muss in einigen Fällen nochmal extra gebetet werden nach der Wassertaufe. Und wer empfindet, dass der Heilige Geist nicht da ist, der muss genau überlegen, ob es noch irgendwelche Sündenlust in seinem Herzen gibt, die verschwinden muss, also die der Mensch verwerfen muss, da sie so stark wuchert, dass sie das Kommen des Heiligen Geistes blockiert. Und nach restloser Buße sollte dann auch bei einer solchen Person der echte Heilige Geist kommen, wenn man nachträglich nochmal dafür betet. Es braucht sich aber niemand einbilden, Sünden heimlich in sich zu behalten und trotzdem den echten Heiligen Geist bekommen zu können. Denn Gott sieht alles, er weiß, was in euren Herzen abgeht. Er sieht jede Sünde, die ihr verstecken wollt, denn vor unserem Vater im Himmel kann gar nichts geheimgehalten werden. Und Gott gibt Gutes nicht denen, die am Bösen klammern, sondern die kriegen gar nichts.
Darüber hinaus müssen wir aber bedenken, dass diese Sache in der gerade berichteten Situation noch in der Zukunft lag und es daher eine Ankündigung war. Wenn die Jünger dann nach Jesu Himmelfahrt den Heiligen Geist bekommen, dann ist es im Geistlichen so, als wären sie mit einem übernatürlichen Feuer in eine Art Würze gebracht worden, weil der Heilige Geist sie reinigt von finsteren Belastungen und sie befähigt, Gottes Wille zu erkennen und auch davon zu reden, sogar dann, wenn ihre Schriftkenntnisse nur ganz gering sind. Darauf spielt auch der Vers 50 nochmal ganz besonders an, also dass ein ordentlicher Jesus-Nachfolger und auch jede ordentliche Jesus-Nachfolgerin fähig sein sollte, in würziger Weise zu reden über die Dinge, die auch Jesus schon den Leuten erklärte. Und dabei soll es bei den Jüngern untereinander nicht zu Streit kommen, sondern im Frieden sollen sie wandeln, sofern sie nicht alleine unterwegs sind, sondern gemeinsam mit anderen Gläubigen. Es soll nicht zu Streitigkeiten kommen, weil einer meint, seine Art, die Wahrheit zum Ausdruck zu bringen vor anderen Leuten, wäre besser als die aller anderen. Die Hauptsache ist, dass jemand überhaupt die Wahrheit bezeugen kann, am besten so, dass es die Herzen der Zuhörer trifft. Wer dies aber gar nicht erst versucht oder zu müde und matt geworden ist, um in seinem Umfeld würzige Worte über Jesus zu reden, der ist wie Salz, das seine Würze verloren hat, und ihm wird bald auch der Segen verloren gehen, den man hat, solange man Jesus völlig nachfolgt.
Und da wir nun dies alles betrachtet haben, ist das Ende des Kapitels erreicht worden.
Was lernen wir besonders daraus, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Was wir auf jeden Fall mit Freude im Herzen tragen können, ist das Zeugnis darüber, dass Gott persönlich gesagt hat: Jesus ist sein geliebter Sohn, und wir sollen auf Jesus hören. Daher haben wir die Gewissheit, dass es richtig ist, Jesus nachzufolgen, denn Gott selbst hat es befohlen. Und diese Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein, ist eigentlich schon ein Grund zur Freude, oder?
Darüber hinaus lernen wir aus der Situation mit dem besessenen Knabe und dem Grund für den zuerst erfolglosen Austreibungsversuch, dass man irgendwann im Wachstum des Glaubens auch anfangen wird, beim Beten genau zu überlegen, was man sagt, und zu fasten, wie es Gott gefällt. Nicht weil man muss, sondern weil man es auf dem Herzen hat, dass auch solche Dinge ab einem gewissen Punkt den Glaube auszeichnen. Ganz allgemein merken wir, wie wichtig es Jesus schon immer war, die Leute zu ernsthaftem Glaube zu animieren, denn genau das hat er zu dem verzweifelten Familienvater gesagt. Wir selber sollten aber nicht wie der verzweifelte Vater sein, dass wir Jesus bitten, loszukommen von unserem Unglaube, ohne überhaupt zu wissen, was er mit Unglaube meint. Denn wie soll man denn loskommen von etwas, was man selber nicht als Problem erkennt? Der Unglaube im Herzen des Mannes bestand darin, dass er, wie es auch bei vielen anderen Menschen ist, nur mit halbem Herzen die Dinge berücksichtigen wollte, die aus Gott sind. Da war keine Bereitschaft zur hundertprozentigen Hingabe und keine Sehnsucht danach, Gottes Wille zu erfüllen, der Wahrheit gemäß und nicht gemäß selber erfundenen Richtlinien. Denn wenn der Mann gläubig gewesen wäre, dann hätte eine derart mächtige Dämonenart gar nicht erst seinen Sohn ergreifen können. Der Mann war vermutlich nur ein ganz normaler, klischeehafter Familienvater, der immer nur jammert, wie ungerecht ihn die Welt doch behandelt und warum Gott nicht eingreift, wenn er doch so gut ist. Es war höchstwahrscheinlich ein Mann, der nur manche Sünden vermeidet, andere Arten Sünden aber ganz unbekümmert verübte, sobald es dem Familienwohl dienlich war, während er dahinter kein Problem sah, da er sich als Held fühlte, wenn er alles tut, also wirklich alles, nur um das Wohl der Familie zu fördern. Solche Leute meinen oft, sie würden Gottes Wille schon längst erfüllt haben, sofern ihre Familie genug Nahrung und ein Dach über dem Kopf hat, und begreifen nicht und wollen auch gar nicht begreifen, dass Gott ganz andere Wertmaßstäbe hat und sein Gesetz noch nie darin bestand, man soll nur die Familie gut versorgen und alles andere sei sowieso egal. Aber was ist, wenn der Mann nach der Befreiung weiterhin mit seinem verkorksten Denken durch die Welt geht? Das nimmt ganz sicher kein Gutes Ende. Und auch wenn es zuerst wie Fürsorglichkeit aussieht, die in sich selbst ja lobenswert wäre, so ist es bei genauerem Hinsehen nichts Anderes als Egoismus und Stolz, denn solch ein Mann will sich selber groß und stark und wertvoll fühlen, und seine guten Werke sind nur ein Mittel, damit er in sich selbst dieses Gefühl erzeugen kann, aber mit Gott will er nichts zu tun haben, schon gar nicht mit dem Fakt, dass er völlig verloren ist, solange er Gottes echte Wertmaßstäbe ignoriert. Wir als Jesus-Nachfolger würden gefahr laufen, dass auch wir in so ein selbstgerechtes und geistloses Denkschema abdriften könnten, wenn wir nicht allezeit auf Jesus schauen und Gottes Gerechtigkeit erkennen wollen. Darum sollten wir uns aus der Geschichte dieses Mannes, auf dem dadurch ein schweres Gericht lag, dass sein geliebter Sohn heftigst geplagt war, die Ermahnung mitnehmen, dass bei uns der Glaube groß sein muss, damit Gott nichts Böses zu uns kommen lässt. Denn die Gnade Gottes ist nicht groß über denen, die ihre eigene Familie über alles stellen, sondern über denen, die Gott lieben und seine Gebote halten. Das ist es, was dem Mann fehlte, in diesem Fall mit schlimmen Konsequenzen. Bei uns muss diese echte Liebe zu Gott vorhanden sein, an der es ihm sehr mangelte, denn wenn sie uns fehlen würde, wären auch wir Menschen ohne rettenden Glaube.
Und ansonsten findet man in diesem Kapitel natürlich einige wertvolle Worte, durch welche wir die Demut lernen, die Jesus selbst hatte und die auch wir brauchen, um für den Himmel wertvoll zu sein. Wir sollten uns in einer Gruppe niemals als Erster hervortun wollen, sondern froh sein, wenn wir die Letzten sind. Denn alles, was unser Ego erbauen würde, das könnte lediglich unser geistiges Verderben schüren, aber nicht unsere künftige himmlische Existenz stärken. Auch die Warnungen von Jesus vor der Hölle und vor Sünde allgemein, wie man es im letzten Abschnitt lesen kann, sollten wir uns mitnehmen, damit wir uns niemals durch Gedanken, die uns angetragen werden, dazu verführen lassen, die schlimme Auswirkung von Sünden auf die leichte Schulter zu nehmen oder den Gedanke zu belächeln, dass alles in Feuer und Schwefel landen wird, was nicht komplett in Jesus Christus ist.
Und nun ist für dieses Video genug gesagt worden.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen