Text zu "Bibellehre - Kapitel 1 im Evangelium des Lukas"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 1 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Eine kleine Ansprache vom Autor lesen wir in den Versen 1 bis 4, denn es steht geschrieben:
Nachdem viele es unternommen haben, einen Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind,
wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind,
so schien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus,
damit du die Gewissheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.
Hier sehen wir nun also die Worte, die Lukas an jeden Leser und jede Leserin richtet. Lukas ist der einzige Autor eines in die Bibel aufgenommenen Evangeliums, bei dem man mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, dass er mit Jesus nicht persönlich unterwegs war, denn Lukas wurde erst durch Paulus auf dies alles aufmerksam und war lange zusammen mit Paulus unterwegs. Das merkt man deutlich beim Lesen der Apostelgeschichte, welche ebenfalls von Lukas verfasst wurde. Und weil Lukas nicht persönlich mit Jesus umher gelaufen war, ging er im Nachhinein zu allerlei Augenzeugen und befragte sie und schrieb alles auf, was ihm erzählt wurde. Und aus all diesen Notizen, die er mit viel Mühe von verschiedenen Leuten gesammelt hatte, entstand letztlich dieses Evangelium. Und aufgrund der Tatsache, dass wir in seinem Evangelium einige Berichte finden, die wir schon in sehr ähnlicher Weise in Evangelien von anderen Männern gelesen haben, soll in uns die Gewissheit stark werden, dass es diese Ereignisse und Belehrungen wirklich gegeben hat.
Ganz wichtig zu wissen ist, dass Jesus der Messias war und ist, auf den die Menschen von Israel die ganze Zeit gewartet haben. Gott hat mit Israel einen besonderen Bund, weil dieses Volk entstanden ist aus den Nachkommen von Abraham, Isaak und Jakob, denn diese Männer waren sehr treu, und das zu einer Zeit, wo der echte Gott sehr verachtet war. Deswegen versprach Gott, die Nachkommen besonders zu segnen. Und letztlich wollte Gott auch den Erlöser der Menschheit aus diesem Volk kommen lassen, darum ist es wichtig, eine israelische Abstammung nachzuweisen, damit man die Gewissheit hat, dass die Prophezeiungen des allein wahren Gottes in Erfüllung gingen. Und Lukas ist derjenige, der sich besonders große Mühe gegeben hat, alle relevanten Geburtsgeschichten richtig aufzuschreiben.
Bevor wir nun aber weiterlesen, muss außerdem noch beachtet werden, dass es vor Jesus erstmal einen anderen Mann gab, der eine große Verkündigung Gottes umherrief, und dieser Mann war Johannes der Täufer. Und auch bei diesem Mann gibt es einen sehr bemerkenswerten Hintergrund bezüglich seiner Geburt. Das ist der Grund, warum Lukas darüber zuerst berichtet. Es steht geschrieben in den Versen 5 bis 7:
In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Abteilung Abijas; und seine Frau war von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth.
Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Rechtsbestimmungen des HERRN.
Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in fortgeschrittenem Alter.
Zu diesen Versen gibt es schon einiges zu sagen. Wir sehen hier, dass eine Schlüsselfigur Gottes aus einer priesterlichen Blutlinie von Israel geboren wurde. Hinsichtlich der Abstammung ist also bereits klar, dass Johannes der Täufer einer war, der zu Israel gehörte und den man unweigerlich ernstnehmen musste. Allerdings ist auch eine andere Sache auffällig: Die Eltern von Johannes waren untadelig. Und obwohl sie treu in Gottes Geboten wandelten, hatten sie bis ins hohe Alter einen unerfüllten Kinderwunsch. Sie haben gewiss zu Gott gebetet, und sie hatten auch allen Grund, zu erwarten, dass er ihr Anliegen erfüllen würde, und doch tat Gott es lange Zeit nicht. Und der Grund, warum das so ist, liegt dabei, das der Zeitplan Gottes anders war als der Zeitplan dieser beiden Menschen. Gott wollte, dass die Geburt ihres Sohnes ein Wunder sein soll. Und deswegen ließ er sie absichtlich in ein sehr hohes Alter kommen, in welchem das Kinderkriegen enorm unwahrscheinlich ist, und genau zu dieser Zeit sollte es geschehen, dass Elisabeth von ihrem Ehemann schwanger werden kann. Und vorher wäre es irrelevant gewesen, was die beiden Menschen alles ausprobiert hätten, damit Elisabeth schwanger werden würde, denn es war nicht der Zeitplan Gottes und widersprach seinem Vorhaben.
Als aber die beiden schon sehr alt waren und ihren Kinderwunsch vermutlich fast begraben hatten, begann Gott zu wirken. Zunächst wurde dem Vater Zacharias das Wunder angekündigt, aber er reagierte mit Unglaube, denn wir lesen in den Versen 8 bis 18:
Es geschah aber, als er seinen Priesterdienst vor Gott verrichtete, zur Zeit, als seine Abteilung an die Reihe kam,
da traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, dass er in den Tempel des HERRN gehen und räuchern sollte.
Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucherns.
Da erschien ihm ein Engel des HERRN, der stand zur Rechten des Räucheraltars.
Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn.
Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
Denn er wird groß sein vor dem HERRN; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit Heiligem Geist wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an.
Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem HERRN, ihrem Gott, zurückführen.
Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem HERRN ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist in fortgeschrittenem Alter!
Als nun Zacharias einen Engel Gottes vor sich hatte, während dem Dienst im Tempel, da antwortete Zacharias auf das angekündigte Wunder in einer sehr unverschämten Weise, wie man sieht. Seine Worte sind gleichbedeutend damit, dass er zu dem Engel Gottes spricht: „Sag mal, du willst mich wohl auf den Arm nehmen? Siehst du denn nicht, dass sowas bei mir gar nicht mehr möglich ist? Begreifst du nicht, dass ich zu alt bin? Du willst mir hier doch einen vom Pferd erzählen. Schäm dich!“
Es wäre schon schlimm genug, wenn es Widerspenstigkeit gegen einen von Gott gesandten Mann gäbe, aber widerspenstig zu sein gegen einen Engel, den Gott sandte, geht wirklich zu weit. Und da nun Zacharias in solch einem Stil mit einem heiligen Engel Gottes redete, der eine frohe Botschaft von Gott überbrachte, reagierte der Engel auch entsprechend hart, denn wir lesen Folgendes in den Versen 19 und 20:
Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, zu dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit!
Wichtig zu wissen ist hier, dass die Verstummung sofort eintrat, noch während der Engel redete. Zacharias konnte ab diesem Augenblick kein Wort mehr sagen. Dies war mit ihm geschehen wegen der Art, wie er mit dem Engel redete und wegen seiner Widerspenstigkeit gegen die Wahrheit Gottes. Weiterhin lesen wir in den Versen 21 bis 23:
Und das Volk wartete auf Zacharias; und sie verwunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb.
Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden; und sie merkten, dass er im Tempel eine Erscheinung gesehen hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollendet waren, ging er heim in sein Haus.
Offensichtlich durfte Zacharias seinen Dienst trotzdem weiter machen, auch wenn er völlig unfähig war, ein einziges Wort zu sprechen, aber als die Tage erfüllt waren, ging er dann nach Hause. Als nächstes betrachten wir die Verse 24 und 25. Dort steht:
Aber nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger; und sie verbarg sich fünf Monate und sprach:
So hat der HERR an mir gehandelt in den Tagen, da er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen!
Hier sehen wir nun, wie das Wunder geschah. Elisabeth wurde trotz ihres hohen Alters schwanger. Und sie selbst staunte natürlich darüber und freute sich, denn die anderen Frauen hatten sich über sie lustig gemacht, weil sie Gott treu ist und er ihr nichtmal ihren Kinderwunsch erfüllte. Jetzt aber, wo sie in hohem Alter schwanger wurde, haben die anderen Frauen keinen Anlass mehr, um fiese Worte zu reden.
Darüber hinaus hat Lukas in Erfahrung gebracht, dass die Geburt von Jesus und die Geburt von Johannes dem Täufer in einem engen zeitlichen Zusammenhang standen, denn wir lesen in den Versen 26 bis 29:
Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt,
zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Joseph, aus dem Haus Davids; und der Name der Jungfrau war Maria.
Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der HERR ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen!
Als sie ihn aber sah, erschrak sie über sein Wort und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.
Maria war offensichtlich eine Frau, die sich in diesen Tagen nicht viel auf sich selbst einbildete. Und wo sie nun als Begrüßung einen solchen Segensspruch hörte, erschien ihr das reichlich ungewöhnlich, vermutlich auch unverdient. Das Besondere an ihr war aber, dass sie trotz ihres Erwachsenenalters noch keine geschlechtliche Begegnung mit irgendeinem Mann hatte. Das ist in der Menschheit definitiv nicht der Normalfall, und eben deshalb wurde sie erwählt, um den Messias in die Welt zu gebären, den von Gott verheißenen Retter. Der Engel kündigt dies folgendermaßen an laut den Versen 30 bis 33:
Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der HERR wird ihm den Thron seines Vaters David geben;
und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
Diese Worte des Engels offenbaren viel über Jesus. Er ist der Sohn des Höchsten und bekommt von Gott eine Herrschaft über das Haus Jakobs, also über das Volk Israel, die kein Ende hat. Für Maria waren aber diese Details nicht das Erste, was sie bewegte, sondern viel mehr die Ankündigung, schwanger zu werden, obwohl sie noch nie Geschlechtsverkehr hatte und auch nicht wirklich die Absicht verfolgte, daran zeitnah etwas zu verändern. Denn dazu müsste sie ja erstmal heiraten, und sie war lediglich verlobt. Daher lesen wir in Vers 34:
Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich von keinem Mann weiß?
Man darf sich die Reaktion bei Maria so vorstellen, dass sie nicht widerspenstig war, sondern dass sie mit einem interessierten Nachfragen reagierte. Darum wurde auf sie auch anders reagiert als auf Zacharias, denn es steht geschrieben in den Versen 35 bis 37:
Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.
Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar genannt wurde.
Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Auf das interessierte Nachfragen von Maria reagierte der Engel dadurch, dass er ihr alles in Ruhe erklärte. Und nun lesen wir noch die endgültige Reaktion von Maria auf Gottes Ratschluss. Es steht geschrieben in Vers 38:
Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des HERRN; mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.
Maria nahm es also hin und glaubte daran, dass diese Ankündigung wirklich zustande kommen wird. Bei ihr war überhaupt keine Widerspenstigkeit auffindbar, um darum ging der Engel in Frieden von ihr hinweg. Es ist aber auch bemerkenswert, dass laut Lukas die Frau Maria verwandt gewesen sein soll mit Elisabeth, die im sechsten Monat schwanger war mit Johannes. Und offensichtlich wollte Maria sich selbst überzeugen von dem Wunder, das Gott im Leben von Elisabeth getan hatte, darum ging sie Elisabeth besuchen. Wir lesen darüber folgendes in den Versen 39 bis 45:
Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste rasch in das Bergland, in eine Stadt in Juda,
und sie kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!
Und woher wird mir das zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
Denn siehe, sowie der Klang deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Und glückselig ist, die geglaubt hat; denn es wird erfüllt werden, was ihr vom HERRN gesagt worden ist!
Hierbei sollte man bedenken, dass die Worte von Elisabeth vom Heiligen Geist angetrieben waren, daher kann man dies durchaus als eine übernatürliche Offenbarung betrachten, die unerwartet aufkam. Elisabeth hatte nicht aufgrund von eigener Klugheit so geredet.
Nun hatte auch Maria angefangen, Gott zu loben, und wahrscheinlich war auch dies durch den Heiligen Geist bewirkt. In den Versen 46 bis 48 lesen wir:
Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den HERRN,
und mein Geist freut sich über Gott, meinen Retter,
dass er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glückselig preisen alle Geschlechter!
Hierbei möge man bedenken, dass Gott auch schon in vielerlei Hinsicht Menschen rettete, als Jesus noch nicht gesandt war. Wenn man Gott in der Not ruft, so errettet er den gottesfürchtigen Mensch. Das ist schon immer so gewesen. Und die Tatsache, dass ausgerechnet Maria diejenige ist, die den von Gott gesandten Erlöser gebären sollte, ist auch ein großes Vorrecht. Das muss jetzt natürlich nicht heißen, dass man deswegen Maria anbeten sollte oder irgendsowas, aber zumindest kann man es ihr anerkennen, dass ihr bis dahin geführter Wandel sie dafür qualifiziert hatte, die wichtigste Person aller Zeiten in die Welt zu gebären.
In den Versen 49 und 50 sagte Maria folgendes über Gott:
Denn große Dinge hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;
und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten.
Dieses Zeugnis kann man sich merken, dass Gott nicht aufhört, barmherzig zu handeln an denen, die ihn fürchten und nicht irgendwen anders Gott nennen, sondern seinen Name als heilig betrachten. Weiter heißt es in Vers 51:
Er tut Mächtiges mit seinem Arm; er zerstreut, die hochmütig sind in der Gesinnung ihres Herzens.
Auch dies ist ein großes und bewundernswertes Werk Gottes, dass er immer wieder tut. Gott macht die Gesinnung der Hochmütigen zerstreut. Als Antwort auf ihren Hochmut gegen seine Wahrheit sorgt er dafür, dass sie planlos und unsicher werden und nicht dazu in der Lage sind, festen Fuß zu fassen. Die nehmen sich viel vor und vollenden wenig, sie beharren darauf, herrlich zu sein, und steuern auf ihren eigenen Untergang zu. Das ist das großartige und vollkommene Wirken Gottes, denn er lässt hochmütige Menschen nicht einfach so davonkommen, da Hochmut eine ekelhafte und Verderben schürende Eigenschaft ist, die es im Reich der Himmel nichtmal in winzigen Ansätzen geben darf.
In Vers 52 lesen wir:
Er stößt die Mächtigen von ihren Thronen und erhöht die Niedrigen.
Auch diese Aussage verherrlicht Gott. Egal, wie mächtig auf Erden eine Regierung wird: Es ist ein Leichtes für Gott, sie eigenhändig zu erniedrigen. Es wird niemals irgendeine Situation geben, in welcher der allein wahre Gott, der Heilige Israels, unfähig sei, Machthaber von ihrem Thron zu stoßen. Er kann das jederzeit tun. Und wenn er das nicht tut, obwohl ein Volk eine sehr schlechte Regierung hat, dann ist das so, weil das Volk es nicht anders verdient.
In Vers 53 steht geschrieben:
Hungrige sättigt er mit Gütern, und Reiche schickt er leer fort.
Durch diese Worte wird Gottes Herz dargestellt. Gott erbarmt sich über die Hungerleidenden, was bei Jesus-Nachfolgern auch so laufen sollte, damit wir, gleichwie Jesus es tat, Zeugnis geben vom Herz Gottes. Außerdem schickt Gott die Reichen leer fort, denn die haben sowieso genug. Das ist das Herz unseres Vaters, von dem wir idealerweise Zeugnis geben.
Und laut den Versen 54 und 55 soll Maria auch noch folgendes gesagt haben:
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an, um an seine Barmherzigkeit zu gedenken,
wie er es unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinem Samen, auf ewig!
Bei dieser Aussage von Maria gilt es zu bedenken, dass in diesen Tagen der Glaube an Gott nur noch aus starrsinnigen Traditionen und Menschengeboten bestand. Etliche Menschen hatten Gott im Mund, aber kaum jemand hatte ihn im Herzen, und es kümmerte auch gar niemanden, ob Gott überhaupt zufrieden ist mit dem Wandel der Leute. Denn das war Gott keineswegs, aber die Leute bildeten sich ein, schon irgendwie gottesfürchtig zu sein, weil sie ja immer alles tun, was die Schriftgelehrten aus der Religion befehlen. Sie konnten überhaupt nicht Gottes Gnade empfangen, solange sie sich derartig aufführten. Aber nun bestand die Barmherzigkeit Gottes darin, dass er es ihnen durch das Auftreten von Johannes dem Täufer und Jesus ermöglichen wollte, zu ihm zurückzufinden in Wahrheit.
Weiterhin steht in Vers 56:
Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate und kehrte wieder in ihr Haus zurück.
Man merkt an diesem Fakt, dass Elisabeth wohl lieber keinen Besuch im Haus haben wollte, wenn sie ihr Kind gebären würde, und so ging Maria wieder nach Hause.
Wie nun die Geburt von Johannes vonstatten ging, erfahren wir in den nächsten Versen. Es steht geschrieben in den Versen 57 bis 61:
Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, da sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.
Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der HERR seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, und sie freuten sich mit ihr.
Und es geschah am achten Tag, dass sie kamen, um das Kind zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias.
Seine Mutter aber erwiderte und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen!
Und sie sagten zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt!
Traditionell war man daran gewöhnt, dass man den Namen des Mannes, der den erstgeborenen Sohn zeugte, auch diesem Sohn gibt. Und daher waren die Leute sehr verwundert, als nun dieser Knabe Johannes heißen sollte, obwohl dieser Name überhaupt nicht in der Verwandtschaft vorkommt. Aber es war ja ein Befehl Gottes, und man darf davon ausgehen, dass Zacharias dies auch schon seiner Ehefrau zu verstehen gegeben hatte. Denn er konnte zwar nicht sprechen, aber er schrieb immer etwas auf eine Tafel, wenn er etwas zum Ausdruck bringen wollte. Deswegen besteht Elisabeth hier darauf, dass der neugeborene Knabe Johannes heißen soll. Die Leute aber wollten es bestätigt haben, daher lesen wir in den Versen 62 und 63:
Sie winkten aber seinem Vater, wie er ihn genannt haben wolle.
Und er forderte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle.
Wenn auch Zacharias zuerst den Worten des Engels nicht geglaubt hatte, dass seine Frau trotz des hohen Alters noch einen Sohn gebären wird, so ist er doch mittlerweile davon überzeugt. Und somit war Zacharias gehorsam bei der Namensgebung, denn der Engel hatte ja im Namen Gottes befohlen, dass der Sohn Johannes heißen soll. Da aber scheinbar die umstehenden Leute von diesen Begebenheiten keine Kenntnis hatten, reagierten sie mit Verwunderung. Außerdem hatte der Engel auch gesagt, dass in übernatürlicher Weise die Verstummung von Zacharias ein Ende finden würde, sobald sich alles Angekündigte erfüllt hat, und wir lesen diesbezüglich in Vers 64 bis 66:
Sofort aber wurde sein Mund geöffnet, und seine Zunge wurde gelöst, und er redete und lobte Gott.
Und es kam Furcht über alle ihre Nachbarn, und im ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen.
Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Und die Hand des HERRN war mit ihm.
Man sollte hier mal den Fakt bedenken, dass die Menschen sich alles zu Herzen nahmen, was bezüglich der Geburt von Johannes außergewöhnlich war. Das sage ich deshalb, weil Jesus noch wichtiger war als Johannes, aber bei Jesus werden wir in Kapitel 2 merken, dass die Leute sich überhaupt nichts zu Herzen nahmen, als ihnen gesagt wurde, dass der Erlöser in die Welt geboren ist, sondern sie reagierten mit Verwunderung, also so, wie wenn man sagen würde: „Das kann doch gar nicht sein!“
Und darin ist wiedereinmal der menschliche Irrsinn erkennbar, dass sie zwar bei einem großen Ereignis noch im Herzen betroffen waren, aber das allergrößte Ereignis wurde von ihnen als Spinnerei abgetan. Was man davon halten soll, weiß ich nicht. Auf jeden Fall merkt man aber an dem gerade gelesenen Text, dass Zacharias wieder reden konnte und somit jedes einzelne Wort erfüllt war, das der Engel von Gott überbracht hatte. Und Zacharias lobte Gott. Lukas hat auch den Lobpreis aufgeschrieben, der von Zacharias an diesem Tag geäußert wurde, und wir finden ihn in den Versen 67 bis 79.
Zunächst lesen wir folgende Worte bis zu Vers 69:
Und sein Vater Zacharias wurde mit Heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach:
Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet,
und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Haus seines Knechtes David,
Durch diese Worte kündigt auch Zacharias die Geburt des Messias an, die noch bevorstand in diesem Augenblick. Gott hatte es veranlasst, dass Jesus, welcher vorher im Himmel gewohnt hatte, durch einen von Gott gesandten Geist in den Leib von Maria getragen wird. Dies umschreibt Zacharias hier in dem Stil, dass er sagt, Gott hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet. Jesus ist das sprichwörtliche Horn im Haus Davids, weil Jesus die ganze Zeit von Gott als König der Juden angedacht war. Es ist nämlich so, dass David ein ganz besonderer König im Volk Israel gewesen ist, denn David war laut den Schriften ein Mann nach dem Herzen Gottes, und es wurde von Gottes Propheten vorhergesagt, dass der Messias aus der Blutlinie von David stammen wird. Und dies ist bei Jesus zutreffend, auch wenn es sich leider nicht ohne Weiteres belegen lässt. Im Himmel weiß es jeder, aber auf Erden ist es kaum nachweisbar. Wir werden auch beim Durchlesen der kommenden Kapitel merken, dass es niemals einen Zeitpunkt gab, wo Jesus wirklich von den Menschen seines Volkes als ein echter König anerkannt wurde, vor dem man dauerhafte Ehrfurcht hat, obwohl er aus Gottes Sicht als König galt.
Weiterhin lesen wir in den Versen 70 bis 75:
wie er es verheißen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, die von alters her waren:
Errettung von unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen;
um Barmherzigkeit zu erweisen an unseren Vätern und zu gedenken an seinen heiligen Bund,
an den Eid, den er unserem Vater Abraham geschworen hat, uns zu geben,
dass wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage unseres Lebens.
Hier wird ausführlich davon geredet, dass Israel erlöst werden soll aus der Hand seiner Feinde. Sehr viele Menschen würden das jetzt sofort weltlich deuten und davon ausgehen, dass die Bedrückung durch die Römer, welche in jenen Tagen sehr stark war, weil das römische Weltreich über Judäa herrschte, aufhören wird. Allerdings kam es dazu nicht, und so war die Sache auch gar nicht gemeint. Die Erlösung aus der Hand der Feinde deutet keine Befreiung aus militärischer Obermacht an, sondern es deutet die Rettung der Menschen aus den Fängen des Teufels an. Es ist eine geistliche Befreiung, die Jesus möglich macht bis zum heutigen Tag, damit man wieder zu Gott findet, wenn man ehrliches Interesse hat und belehrbar ist. Auch wenn genau das weiterhin auf fast alle Menschen dieser Welt keineswegs zutrifft. Es war aber an Abraham verheißen, dass aus seiner Nachkommenschaft ein Segen für alle Völker kommen würde, was durch die Geburt von Jesus erfüllt werden würde, gleichwie auch viele andere Prophezeiungen in Erfüllung gingen durch das, was Jesus tat und tut. Wenn man aber einmal Gott wohlgefällig ist, so kann man ihm auch dienen, ohne von außen Bedrängung befürchten zu müssen. Das wird ebenfalls durch diese Weissagung angedeutet. Die Bedrängung wird erst dann möglich, wenn Verdrehtheit aufkommt bei den Gläubigen, weil dann abgeklärt werden muss, ob überhaupt ein ernster Glaube im Herzen der Menschen wohnt.
In den Versen 76 bis 79 wird dann prophezeit, dass Johannes derjenige sein wird, der als Gottes Prophet dafür sorgt, dass die Menschen den Messias erkennen könnten. Es steht geschrieben:
Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Angesicht des HERRN hergehen, um seine Wege zu bereiten,
um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben, das ihnen zuteil wird durch die Vergebung ihrer Sünden,
um der herzlichen Barmherzigkeit unseres Gottes willen, durch die uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe,
um denen zu scheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, um unsere Füße auf den Weg des Friedens zu richten!
Hier werden also die Dinge aufgezählt, die die Menschen besser erkennen werden durch das von Gott geplante Auftreten des Johannes, des Sohnes von Zacharias.
Und im letzten Vers des Kapitels lesen wir noch folgende Anmerkung über Johannes:
Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist; und er war in der Wüste bis zum Tag seines Auftretens vor Israel.
Diese Worte klingen stark danach, dass Gott höchstpersönlich sich die ganze Zeit um Johannes kümmerte und ihn geistlich wachsen ließ.
Und nun, wo wir so weit gekommen sind, haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht. Was lernen wir nun daraus, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Wir lernen aus diesem Kapitel in erster Linie, dass besonders die Eltern von Johannes dem Täufer gerecht wandelten und untadelig waren. Wenn also einer behauptet, dies sei unmöglich, so ist dieser Mensch ein Lügner und sucht nur faule Ausreden für die eigene Bequemlichkeit und die heimlich im Herzen versteckte Verabscheuung des allein wahren Gottes, der den Menschen andere Regeln gibt, als die Menschen sie dem Fleisch gemäß gerne haben wollen. Auch von Joseph und Maria darf man annehmen, dass diese beiden ohne Tadel waren. Daraus lernt man, welch ein Segen es ist, untadelig sein zu wollen gemäß Gottes Wertdenken, weil nämlich Gott mit genau solchen Menschen arbeitet, wenn er etwas wirklich Großes auf die Beine stellen will, was nicht dem Satan in die Hände spielt, sondern was Gott selbst etwas bringt und seine Heiligkeit verherrlicht. Und ansonsten sieht man an diesen Erzählungen, dass unser Vater im Himmel niemandem irgendeine große Aufgabe gibt, ohne es vorher deutlich ankündigen zu lassen in übernatürlicher Weise, mit welcher die betreffenden Menschen nicht rechneten. Das ist etwas, was wir uns auch für unsere eigene Nachfolge Jesu in völliger Gewissheit mitnehmen dürfen. Wenn nicht Gott selbst uns den Auftrag gibt bzw. geben lässt, dass wir etwas Großes tun sollen, dann ist es schlicht und ergreifend so, dass es nichts Großartiges zu tun gibt. Sobald Gott will, dass wir etwas tun, wird er es uns wissen lassen. Wenn er aber keine Großtaten erwartet, dann bleibt alles still und wir erleben keine übernatürliche Berufung. Und da müssen wir dann aufpassen, dass wir nicht etwa aufgrund eines aus dem Fleisch kommenden Geltungsbedürfnisses anfangen, eigensinnig zu handeln und unbedingt einen Dienst selbst herbeizuführen, weil wir selber uns wichtig fühlen in unserer hochmütigen Natur und unbedingt als jemand Wichtiges dastehen wollen, der einen fantastischen Dienst hat. Dieser Irrsinn ist nicht von Gott, denn solange Gott uns nicht übernatürlich beruft, wird auch nichts Großartiges von uns erwartet, sondern es ist genug, wenn wir seine Gebote allezeit beherzigen und uns unbefleckt bewahren von der Welt. Wer aber dies verweigert, den kann sein Ringen nach einem eigenen Dienst auch nicht retten, denn Gerechtigkeit ist wichtiger als Schufterei und Ruhm. Die beiden Menschen, welche die Eltern von Johannes dem Täufer waren, hatten ihr Leben lang nie irgendwas Großartiges aufgetragen bekommen von Gott. Erst im sehr hohen Alter hatte Zacharias eine Begegnung mit einem Engel, und ihm wurde die Aufgabe offenbar, dass er der gewissenhaft handelnde Vater eines Propheten Gottes werden muss, neben seinem von Menschen verliehenen Alltagsdienst für den damals existierenden Tempel.
Und nun soll dieses Video zu seinem Ende kommen.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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