Text zu "Bibellehre - Kapitel 10 im Evangelium des Lukas"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 10 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Es gibt im Evangelium des Lukas den Bericht, dass Jesus nicht nur seine zwölf Apostel aussandte, sondern aus allen Jüngern auch nochmal siebzig aussuchte, die auf Verkündigungsreise gehen sollten. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 1 und 2:
Danach aber bestimmte der Herr noch 70 andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte.
Er sprach nun zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende!
Ich befürchte, Lukas hat hier aus Versehen etwas durcheinandergebracht, indem er berichtet, dass Jesus direkt als Aussendungsbefehl gesagt haben soll, man solle den Herrn der Ernte um Arbeiter bitten. Denn dies tut man eigentlich vorher, also wenn die Aussendung noch gar nicht stattfindet.
Jedenfalls lesen wir folgendes in Vers 3:
Geht hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
Diesen Spruch hat Jesus als Warnung gesagt, damit die Jünger sich vor der Bösartigkeit der Menschen hüten. Denn sie werden auf ihrer Reise wohl nicht nur freundliche Menschen mit Interesse vorfinden, sondern auch gewalttätige Feinde, die ihnen große Probleme bereiten oder sie vielleicht sogar in eine Falle locken wollen. Darum heißt es auch in Vers 4:
Tragt weder Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüßt niemand auf dem Weg.
Demnach mussten die siebzig Jünger also geradewegs zu dem Ort gehen, der ihnen gewissermaßen als Missionsort zugeteilt war, und durften sich unterwegs nicht aufhalten lassen. Außerdem sollten sie ohne Reiseproviant losgehen, in dem Vertrauen, dass ihnen die unbedingt benötigten Dinge unterwegs zufallen.
Weiterhin lesen wir in den Versen 5 bis 7:
Wo ihr aber in ein Haus hineingeht, da sprecht zuerst: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren.
In demselben Haus aber bleibt und esst und trinkt das, was man euch vorsetzt; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Haus ins andere.
Sofern es merklich Frieden gab in einem Haus an ihrem Missionsort und man sie dort beherbergen wollte, sollten sie in diesem Haus übernachten. Sie durften aber nicht herumnörgeln an der Speise, die man ihnen im Haus vorsetzt. Es war klar, dass ihnen niemals unreines Tierfleisch oder Blut vorgesetzt werden würde, weil sie ja zu den Menschen des Volkes Israel gesandt wurden, die mit den korrekten Speisegeboten Gottes vertraut waren. Aber wenn es zum Beispiel passieren würde, dass sie in ein Haus einkehren, in dem es Linseneintopf zu essen gibt und einer der Jünger mag diese Speise nicht, dann dürften sie nicht einfach sagen: „Linseneintopf ist nicht gerade unsere Leibspeise! Wir gehen lieber in ein anderes Haus und sehen, ob sie uns dort etwas Schmackhafteres zubereiten!“ Solch eine Unverschämtheit sollte es bei den Jüngern nicht geben. Jesus ermahnt sie dahingehend deutlich. Sie sollen dankbar sein, wen sie überhaupt beherbergt werden, und sollten nicht einfach das Haus verschmähen, nur weil ihnen das Essen nicht schmeckt. Dadurch würden sie das ganze Reich der Himmel in Verruf bringen, wenn sie sich während der Verkündigung wie verwöhnte Bälger aufführen.
Und wenn hier Jesus im Zusammenhang mit täglicher Nahrung den Lohn des Arbeiters benennt, dann hat das zu bedeuten, dass man sich an Speise und Unterkunft als Lohn genügen lassen soll. Die Jünger würden daher auch völlig falsch handeln, wenn sie irgendeine Bezahlung verlangen würden für das, was sie im Namen des Reiches der Himmel tun.
Die Jünger erhielten aber auch eine Anweisung von Jesus, wie sie sich verhalten sollen, wenn absolut niemand an dem Ort ihre Verkündigung ernstnehmen will. Wir lesen folgendes in den Versen 8 bis 11:
Und wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esst, was euch vorgesetzt wird;
und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!
Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da geht auf ihre Gassen hinaus und sprecht:
Auch den Staub, der sich aus eurer Stadt an uns gehängt hat, streifen wir ab gegen euch; doch sollt ihr wissen, dass das Reich Gottes nahe zu euch herbeigekommen ist!
Wie man an diesen Versen sieht, sollten sie bei offenen Herzen das Reich Gottes ausrufen, wo auch alle Gebote Gottes dazu gehören, und sollten bei denen, die noch nie Gottes Wunder gesehen haben, für die Kranken beten, damit sie gesund werden und alle Menschen die Barmherzigkeit des lebendigen Gottes mit eigenen Augen sehen. Denn auf diese Weise wollte Gott die von ihm abgefallenen Menschen zu sich zurückrufen und ihnen aufzeigen, warum seine Herrschaft besser ist als das sinnlose Treiben in der Mitte der Gottlosen. Wenn aber Widerspenstigkeit herrschte, so sollten sie hinausgehen und den Menschen klarmachen, dass die gerade das Reich Gottes, das heilbringend ist, verworfen haben, und sollen gehen. Die Jünger sollen den Staub von sich abschütteln. Das ist ein Zeichen der völligen Verwerfung, weil man sich von Leuten entfernt, denen man in keiner Weise hinterher trauert. Als abschließenden Kommentar lesen wir in Vers 12:
Ich sage euch aber: Es wird Sodom an jenem Tag erträglicher gehen als dieser Stadt.
Dieses Zitat ist auch eine heftige Ermahnung. Die Stadt Sodom, in welcher täglich Schandtaten der übelsten Art passierten und die deswegen mit Schwefel eingeäschert wurde, hatte niemals das Heil Gottes gesehen. Darum ist es zumindest teilweise gar nichts Besonderes, dass es der völligen Schande verfiel. Denn es war den Menschen dort nie aufgezeigt worden, dass Gott gut ist. Wenn aber jemand Gottes große Wohltaten selbst erlebt und dann immernoch den eigenen Wandel in Schande und Bosheit weiter vollzieht, dann ist das vom Prinzip her noch verachtenswerter als das grausige Verhalten der üblen Sünder, die niemals das Heil Gottes erlebten. Deswegen sagt Jesus, dass es sogar Sodom erträglicher gehen wird als den Leuten, die die Wunderheilungen und Dämonenaustreibungen, welche aus komplett unverdienter Gnade heraus geschehen, als nichts achten und trotzdem weiter der Verkehrtheit des eigenen Herzens nachjagen.
Und wo Jesus gerade dabei ist, von dem unverschämten Verhalten der Menschen zu sprechen, äußert er damit einhergehend noch ein paar Weherufe, die für viele Menschen schwer zu ertragen sind, und doch sind sie wahrhaftig und von größter Wichtigkeit. Wir lesen in den Versen 13 und 14:
Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Zidon die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche sitzend Buße getan.
Doch es wird Tyrus und Zidon erträglicher gehen im Gericht als euch.
An diesen Worten soll erkennbar werden, welcher Effekt sich im Himmel davon erhofft wird, dass Gott außergewöhnlich große und unverdiente Wunder tut in der Nähe von Jesus. Die Menschen sollten deswegen in Sacktuch und Asche sitzend Buße tun. Das ist es, was das Ergebnis der auftretenden Wunder im Idealfall sein sollte. Wenn einer in Sacktuch und Asche sitzt, dann ist das ein Anzeichen von großer Trauer und von starker Selbsterniedrigung, weil etwas passierte, was tiefes Bedauern im Herz auslöste, und in diesem Fall sollte es das Bedauern der eigenen Sünden bezeugen, besonders unter Berücksichtigung der großen Barmherzigkeit Gottes, obwohl man dies nicht wert ist. Normalerweise müssten die Menschen, da sie gar nichts Gutes verdienen, nun umso ergriffener im Herzen sein, wenn Gott in ihrer Nähe heilsame und befreiende Wunder tut. Bei einem solchen Handeln Gottes müssten die Menschen, die sich der Schändlichkeit ihres bisherigen Wandels bewusst werden sollen und das auch wurden, eigentlich mit betroffener Herzenshaltung in Demut üben. Sie müssten sagen:
„Wir haben die ganze Zeit nur Gott verachtet und uns niemals um seine Gebote geschert. Wir haben ihm immer nur Anlass gegeben, uns zu verwerfen und zornig über uns zu sein, Tag für Tag. Und dann sind wir zugrunde gegangen an unseren verdienten Plagen, so wie es gerecht ist. Warum hätte Gott uns helfen sollen, als wir die Konsequenzen unserer Eigensinnigkeit zu spüren bekamen? Wir waren dem Verderben erlegen, das wir uns selbst erwählt hatten, denn es war uns immer ein Ärgernis, einzugestehen, dass Gott besser ist als wir und seine Worte Weisheit sind, die begehrenswerter ist als alle Schätze der Welt. Wir blieben fern von Gottes Anleitung und hatten nichts von ihm zu erhoffen. Aber nun erleben wir, dass Gott uns befreit. Er hat uns Gutes erwiesen wie ein barmherziger Vater, obwohl wir die ganze Zeit nur verwerfliche Kinder waren. Wie groß und unausforschlich sind doch die Taten Gottes! Was könnten wir tun, um dies auszugleichen? Wir sind es nicht wert, dass Gutes an uns geschieht. Unsere Sünden, die wir begangen haben, müssten uns eine ganz andere Situation einbringen, und doch sind wir dazu aufgerufen, durch Umkehr der Strafe zu entkommen. Wie kann Gott uns immernoch lieben und uns immernoch auf dem besseren Weg leiten wollen, nach allem, was wir gegen ihn getan haben? Wir wissen es nicht, aber wir wollen zu diesem Gott gehen und auf seine Worte hören! Unsere eigenen Wege haben uns nur Angst und Plagen eingebracht! Und was würde aus uns werden, wenn Gott nicht so barmherzig wäre? Wir könnten keinen Trost finden, egal wo wir suchen! Wir empfinden Abscheu über uns selbst wegen all dem, was wir gegen Gott getan haben! Was sind das nur für sinnlose und beschämende Werke, die wir verübten? Von nun an soll es nie wieder so sein!“
So würde die echte Buße aussehen, die angemessen wäre als Reaktion darauf, was Gott getan hat durch Heilung und Befreiung an Menschen, die normalerweise gar nicht mehr am Leben sein dürften bei all den gotteslästerlichen Dingen, die sie im Herzen tragen und mit ihrem Körper teils auch verübt haben. Aber kam es dazu, dass die Menschen in Buße lebten? Nein, kam es nicht! Die Menschen haben die Wunder gesehen und nicht Buße getan. Es war ihnen nur zur Unterhaltung dienlich. Und es war ihnen obendrein ein Anlass dazu, schräge Diskussionen zu entfachen und Zweifel zu hegen bei dem, was sie da höchstpersönlich erlebten. Widerspenstigkeit und Unglaube war ihre Reaktion auf Gottes komplett unverdiente Güte. Sie benahmen sich wie immer völlig daneben, ganz unbekümmert, denn die Menschen nehmen selber gar keinen Anstoß an der Bosheit in ihren Herzen und halten sich trotzdem für gut. Das ist das größte Problem in der Welt, dass Menschen, die Böses verüben, fest davon überzeugt sind, gute Menschen zu sein.
Da nun aber in den Städten Chorazin und Bethsaida besonders viele und große Wunder geschehen waren, hätten diese Leute dort die Ersten sein müssen, die in Sacktuch und Asche dasitzen, weil Gott an ihnen gutmütig gehandelt hat, obwohl sie absolut gar nicht gut gewesen sind. So wie ja auch heutzutage absolut kein Mensch gut ist. Es war aber dort gar nichts geschehen, was in Richtung aufrichtige Buße ging. Und Jesus vermutet in diesem Moment sogar, dass es mehr Nutzen mit sich gebracht hätte, wenn Jesus in den Heidenvölkern unterwegs gewesen wäre, denn Tyrus und Zidon sind Städte, in denen Heidenvölker wohnen, also Menschen, die von dem echten Gott vollständig abgefallen sind und Statuen anbeten. Außerdem lesen wir auch in Vers 15:
Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, du wirst bis zum Totenreich hinabgeworfen werden!
Kapernaum ist die Stadt, wo Jesus sein Haus hatte. Es war sein Wohnort geworden, als er Nazareth verlassen hatte. Und dadurch, dass Jesus, ein völlig in Gerechtigkeit wandelnder Mann, nun an diesem Ort wohnte, wird wohl auch ein besonders großer Segen Gottes über diesem Ort gewesen sein aus lauter Gnade. Aber niemanden kümmerte das. Es war überhaupt keine Anerkennung oder Dankbarkeit in den Herzen der Anwohner. Viele versuchten gar nicht erst, das überhaupt zu bemerken, wie auf einmal alles viel gesegneter ist, seit Jesus dort wohnt. Da tun sie lieber so, als wäre nichts. Und ebenso waren in Kapernaum natürlich großartige Heilungen geschehen. Bei Menschen, wo jeder Arzt ratlos davorgestanden und sie für unheilbar erklärt hätte, hat Jesus zu Gott gebetet und die Hände aufgelegt, und die Menschen wurden gesund. Aber auch das hatte die Menschen von Kapernaum nicht dazu bewegt, Gott zu lieben und nach seinen Worten zu dürsten, um sie allezeit im Leben zu berücksichtigen und die gleichen Werte zu haben, die Gott hat. Und wegen dieser unverschämten Ignoranz und Eigensinnigkeit der Menschen, im Angesicht all der Krafterweisungen Gottes, die in keiner Weise verdient waren, gibt es dann auch eine umso heftigere Strafe zu erwarten. Denn es kostet bereits Überwindung, wenn Menschen ständig nur Gräueltaten verüben, dass man ihnen dann trotzdem Heilung schenkt, um Güte zu erweisen und möglichst ihr Herz zu berühren. Auch für Gott selbst war das keine einfache Leistung. Und wenn dann trotz aller Güte immernoch das Böse den Menschen lieber ist als die Gottesfurcht, dann ist das endgültig unausstehlich.
Wir lesen auch noch, das Jesus folgendes gesagt hat laut Vers 16:
Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.
Durch diese Worte wollte Jesus nicht etwa zum Ausdruck bringen, dass alle ausgesandten siebzig Jünger nun Götter sind, sondern er wollte betonen, dass er die Worte redet, die von Gott kommen, und dass die Jünger nun auch alles weitertragen, was ursprünglich aus Gott ist. Und aufgrund der Tatsache, dass die Worte zuerst von Gott gesagt wurden, ist es gleichbedeutend damit, dass man Gott verwirft, wenn man die Worte der treu dienenden Jünger nicht ernstnimmt. Denn wenn man die Worte der Jünger deswegen verschmäht, weil sie keine Götter sind, sondern nur Menschen, wie ja auch Jesus kein Gott ist, dann wäre die Ablehnung vielleicht noch dadurch zu entschuldigen, dass man eben auf keine Menschenworte hören wollte. Außerdem ist es ja ein Anstoß, wenn ein Mensch sich über den anderen überhebt. Denn die Ermahnungen zur Buße erwecken bei manch einem Zuhörer den Eindruck, der Sprecher würde sich jetzt über ihn überheben wollen und sich selbst als etwas Besseres darstellen. Aber dadurch, dass diese Jünger nicht das sprechen, was sie sich selber ausgedacht haben, sondern dass sie wirklich fremde Worte überliefern, die Gott selbst sagte, ist das dann doch ein Akt, bei dem es keine Entschuldigung gibt, wenn jemand diese Worte verachtet.
In der heutigen Zeit gibt es aber leider nicht nur treu dienende Jünger bzw. Prediger, die wirklich ganz genau das weitertragen, was zuerst von Gott selbst gesagt wurde, sondern es gibt auch sehr oft Menschen, die die Hirngespinste ihres eigenen Herzens so aussprechen, als würde es von Gott kommen. In diesen sich häufenden Situationen ist das gerade gelesene Schriftwort nicht anwendbar. Denn wenn einer die Hirngespinste seines eigenen Herzens redet und dann den Vers benutzt, um die Annahme seiner Rede einzufordern, dann schändet er dadurch die Schrift in übelster Weise und lästert Gott.
In Vers 17 und 18 wird beschrieben, was geschah, nachdem die siebzig Jünger ihre Aufgaben erledigt hatten. Folgendes lesen wir:
Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen!
Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
Die Jünger kehrten also mit der Herzenshaltung zurück, dass sie große Freude hatten wegen dem untertänigen Verhalten der dämonischen Geister. Das ist aber der völlig falsche Fokus. Wer sich daran erbaut, dass er den Dämonen Befehle erteilen kann und sie es befolgen, der ist ein Mensch voll Hochmut. Und diese Eigenschaft ist ein Gräuel, daher muss sie aus den Herzen verschwinden, aber ganz sicher nicht gefeiert werden. Sehr rätselhaft ist aber auch die Äußerung, die Jesus gemacht hat, bevor er auf die Äußerung der Jünger so richtig reagiert. Er sagte, dass er den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen sah. Was mag es damit wohl auf sich haben? Vermutlich ist das ein in diesen Tagen noch zukünftiges Ereignis, aber warum wird es ausgerechnet mit einem Blitz verglichen? Spielt es darauf an, dass der Fall sehr schnell passiert, in nur einem kurzen Augenblick, wie wenn es bei einem Gewitter blitzt? Oder spielt es darauf an, dass ein Blitz hell leuchtet und dass der Satan dann, wenn er auf die Erde gefallen ist, ebenfalls versucht, hell zu leuchten und sich selbst als ein wunderschönes und prachtvolles Lichtwesen darzustellen, das der Menschheit hilft? Dadurch könnte er sie natürlich besonders leicht verführen, wenn die Leute denken, er täte ihnen Gutes. Aber erkennen kann man den Satan immer, egal ob er wie Licht oder Finsternis aussieht, wenn man seine Absichten beurteilt. Denn der Satan hat ständig die Absicht, die Menschen zum Verüben von Gräueltaten zu treiben. Das ist seine Absicht, egal wie er aussieht. Auf jeden Fall ist aber die in Vers 18 lesbare Äußerung geheimnisvoll. Ich schätze, Jesus wird es nur selbst genau wissen, woran er in dem Moment dachte, als er dies äußerte. Ich empfehle jedoch, diese Äußerung in Erinnerung zu behalten, damit man kein falsches Vertrauen entwickelt zu irgendwelchen Belehrungen oder Werken, wo sich ein Blitzsymbol als Markierung befindet, da dieses Symbol locker eine Andeutung darauf sein kann, wie die Herrschaft des Satans in dieser Sache verherrlicht wird. Man muss auf die Zeichen achten, damit man erkennt, wem es untersteht. Denn sowohl ein Blitzsymbol wie auch die Zahl 666 oder Pyramiden oder irgendwelche Symbolik mit einem einzelnen Auge haben niemals eine positive Bedeutung. Außerdem ist sämtliche Schlangensymbolik hochgradig verdächtig.
Was man aber auch ohne Weiteres sagen kann, ist, dass die siebzig Jünger sich als treu erwiesen hatten. Jesus hat sie ausgesandt, und sie waren hingegangen, hatten ihre Aufgabe erledigt und verzeichneten dabei die erwarteten Erfolge. Und da sie sich in kleinen Tätigkeiten als treu erwiesen hatten, konnte Jesus ihnen auch Größeres anvertrauen. Daher lesen wir in Vers 19:
Siehe, ich gebe euch die Vollmacht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch in irgendeiner Weise schaden.
Hier bekommen die Jünger eine noch stärkere Vollmacht übertragen. Dies hat höchstwahrscheinlich auch damit zu tun, dass sie diese größere Vollmacht unbedingt brauchen werden, jetzt, wo sie sich beim Satan zusätzlich unbeliebt gemacht hatten durch all die Austreibungen. Denn wenn es auch so sein mag, dass die Dämonen in Momenten der Austreibung dem Name Jesus nichts entgegenzusetzen haben, so darf man doch niemals den Fehler machen, den Satan zu unterschätzen. Und Jesus weiß das genau, also dass man einen schlimmen Fehler macht, wenn man den Satan und sein Reich unterschätzt, daher stattet er die Jünger mit größerer Vollmacht aus nach dem Wohlgefallen Gottes, damit sie auch in den noch kommenden Tagen nicht zu Fall kommen. Allerdings ist es besonders wichtig, da diese Menschen Hochmut im Herzen haben, dass Jesus ihnen dabei hilft, den Fokus richtig zu setzen und sich nicht etwa damit abzulenken, dass sie den Dämonen mit Erfolg Befehle erteilt haben. Deshalb lesen wir in Vers 20:
Doch nicht darüber freut euch, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber lieber darüber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.
Hier versucht nun Jesus, diese Jünger zu himmlischem Denken zu motivieren und dazu, nicht mehr auf Befehlsgewalt und Autorität zu achten, so als wäre das der Mittelpunkt des Lebens. Denn das Reich der Himmel besteht in Gottesfurcht und niemals in Hochmut. Diese Jünger haben die Chance, des Reiches der Himmel teilhaftig zu sein, und das soll ihre größte Freude werden.
In Vers 21 steht geschrieben:
Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
Hier hatte Jesus große Freude im Herzen. Aber er freute sich nicht über Geld oder Familienmitglieder oder einen tollen Job, sondern über die Wege Gottes. Gott hat ausgerechnet die Menschen berufen, die von nichts eine Ahnung hatten. Denn diese siebzig Jünger, die da ausgezogen waren und das Evangelium verkündigten und für Kranke beteten und Dämonen austrieben, die waren nur ganz einfache Leute. Die hatten kein tolles Studium und keine große, namhafte Gemeinde hinter sich. Das waren nur ganz unbedeutende Dahergelaufene. Aber sie hatten ein bereitwilliges Herz. Ihnen ging es deutlich mehr um Gott als den Priestern und Schriftgelehrten. Und das ist der Grund, warum Jesus so eine Freude hatte, weil er die guten Früchte sah, die es hervorbringt, wenn sein Vater die Menschen aussendet, die nicht die perfekte Blutlinie oder den perfekten schulischen Werdegang vorweisen, sondern die ehrliches Interesse im Herzen haben und das Richtige tun wollen, so wie Gott es sagt und nicht wie Menschen es sagen.
Weiterhin lesen wir in Vers 22:
Und zu den Jüngern gewandt sagte er: Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, weiß niemand als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.
Hier vertraut nun also Jesus den Jüngern an, dass es unmöglich ist, zu begreifen, wer Jesus wirklich ist, und wer Gott wirklich ist, außer Jesus entscheidet sich dazu, es jemandem zu offenbaren. Unter Berücksichtigung dieser Äußerung von Jesus ist es dann natürlich kein großes Rätsel mehr, warum so eine unfassbar große Anzahl an Christen die Dreieinigkeit glaubt. Denn niemand erkennt Jesus, und niemand erkennt Gott, außer wenn es Jesus offenbart. Aber dieses Offenbaren ist ein merklich seltenes Ereignis.
In Vers 23 und 24 steht geschrieben:
Und er wandte sich zu seinen Jüngern besonders und sprach: Glückselig sind die Augen, die sehen, was ihr seht!
Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wünschten zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Hier will nun Jesus darauf aufmerksam machen, wie kostbar die Worte sind, die er redet. Solche Worte hat es vorher in dieser Weise nicht gegeben. Es ist nämlich sehr naheliegend, dass die Jünger das gar nicht gedanklich erfassen konnten, welch einen speziellen Wert das alles hat. Wir müssen aber auch davon ausgehen, dass sie es auch nach diesen Worten von Jesus immernoch nicht richtig einschätzen konnten.
Als nächstes lesen wir die Verse 25 bis 28. Dort steht:
Und siehe, ein Gesetzesgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
Und er sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?
Er aber antwortete und sprach: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst!«
Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben!
Hier wollte nun also ein Mann, der sich mit den Schriften besonders gut auskennt, von Jesus wissen, wie er ewiges Leben erlangt. Und Jesus will es von ihm wissen, wie man es schon aus dem Gesetz Mose lernt. Und es macht ganz den Anschein, dass dieser Mann Jesus schonmal gehört hatte, denn es gehört zur Lehre Jesu dazu, dass die Liebe zu Gott das höchste Gebot ist und die Liebe zum Nächsten das zweitgrößte. Und genau das steht ja auch im Gesetz. Im fünften Buch Mose in Kapitel 6 liest man an einer Stelle, dass man Gott völlig lieben soll, und im dritten Buch Mose in Kapitel 19 wird die Nächstenliebe an einer Stelle geboten. Und es macht ein wenig den Anschein, dass der Gesetzesgelehrte nur die Frage stellte, um sich ein bisschen aufzudrängeln. Also er wollte eine Frage stellen, obwohl er die Antwort schon kannte, um überhaupt im Gespräch zu sein. Weiterhin steht geschrieben in Vers 29:
Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Hier wollte der Gesetzesgelehrte sozusagen das Gespräch am Leben erhalten, auch wenn es ein wenig erzwungen wirkt. Jesus aber nutzte das als Anlass, um ein wichtiges Gleichnis zu erzählen, nämlich das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Wir lesen uns das Gleichnis nun komplett durch und dann sage ich etwas dazu. Es steht geschrieben in den Versen 30 bis 35:
Da erwiderte Jesus und sprach: Es ging ein Mensch von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und liefen davon und ließen ihn halb tot liegen, so wie er war.
Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er auf der anderen Seite vorüber.
Ebenso kam auch ein Levit, der in der Gegend war, sah ihn und ging auf der anderen Seite vorüber.
Ein Samariter aber kam auf seiner Reise in seine Nähe, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen;
und er ging zu ihm hin, verband ihm die Wunden und goss Öl und Wein darauf, hob ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
Und am anderen Tag, als er fortzog, gab er dem Wirt zwei Denare und sprach zu ihm: Verpflege ihn! Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Durch dieses Gleichnis wird man unverkennbar dazu ermahnt, sich über die Nächsten zu erbarmen, wenn sie verunglückt sind.
Die heutige Medienwelt redet den Menschen oftmals durch gewisse Musik und gewisse Werbung ein, dass jeder Mensch sich selbst der Nächste sein und sich selbst entfalten soll. Jesus hat dazu aber eine komplett andere Meinung, wie wir an dem Gleichnis sehen. Jesus erklärt uns, dass jeder Mensch unser Nächster ist, mit dem wir in Kontakt kommen, es möge ein Freund oder ein Feind sein. Denn es ist kein Zufall, dass Jesus ausgerechnet einen Samariter in diesem Gleichnis als den jenigen darstellt, der Hilfe leistet.
Bei dem Priester ist es so, dass er einen Mensch aus seinem eigenen Volk ignoriert hat, der auf Hilfe angewiesen war. Das ist aber eine sehr große Schande, da der Priester sich nicht nur geweigert hat, jemandem zu helfen, den er ohne Weiteres als Freund betrachten könnte, da es sich um jemand aus dem eigenen Volk handelt, sondern ein Priester ist obendrein jemand, der sehr viel mit dem Wort Gottes beschäftigt sein muss. Er kennt also das Wort Gottes ganz genau und ist bestens darüber aufgeklärt, dass wir Barmherzigkeit an einander üben sollen. Der Priester müsste unter hundert Menschen der allererste sein, der zur Hilfe eilt, wenn er einen verunglückten Mensch sieht. Aber stattdessen geht er vorbei und hat sich somit versündigt.
Danach kommt ein Levit. Das ist jemand, der auch im Gotteshaus arbeitet, aber der nicht ganz so viel Kontakt mit dem Wort Gottes hat, sondern eher die Dinge erledigt, die neben dem Predigen und Beten und Ähnlichem auch noch getan werden müssen. Aber auch so jemand, da er ja immerhin im Haus Gottes arbeitet, sollte eigentlich schon die wichtigsten Gebote verinnerlicht haben und sie tun. Und auch bei diesem liegt die Tatsache vor, dass er einen Mensch aus seinem eigenen Volk hilflos daliegen sieht, doch auch er erbarmt sich nicht, sondern geht einfach weiter. Und dann kommt der Samariter und sieht den verunglückten Jude am Boden liegen, der von seinem eigenen Volk ignoriert wurde. Das Bemerkenswerte daran ist, dass die Juden und die Samariter keinen Umgang miteinander haben wollten. Sie konnten einander nicht ausstehen. Das hat damit zu tun, dass Juda beinahe der einzige Stamm von Israel ist, der Gott treu geblieben ist hinsichtlich den Königen, die Gott eingesetzt hatte. Die meisten anderen Stämme von Israel wollten aber die Könige nicht annehmen, die Gott nach David und Salomo erwählte, daher spalteten sie sich von Juda ab und gründeten sozusagen ihr eigenes Land, und dieses Land bekam eines Tages den Name Samaria. Obendrein hatten die Menschen von Samaria sich sehr stark mit den Heidenvölkern vermischt und waren deshalb bald gar keine Israeliten mehr im eigentlichen Sinne.
Und aufgrund dieser Verläufe wurde es zur Tradition, dass Juden und Samariter einander verachten. In dem Gleichnis von Jesus aber ist ausgerechnet der Samariter der jenige, der sich entscheidet, Barmherzigkeit an dem verunglückten Jude zu üben. Also ausgerechnet der Mensch, von dem man es überhaupt nicht erwartet hätte, der leistet die dringend benötigte Hilfe. Der Samariter, welcher ja eigentlich nur ein verachteter Fremdling ist, legt diesen Mensch, von dem er verachtet wird, auf sein Lasttier und bringt ihn in eine Taverne und versucht, ihn gesund zu pflegen. Weil der Samariter aber gewiss eigene Pläne hatte, wohin er reisen und was er tun wollen würde, darum bezahlte er letztlich den Wirt dafür, dass dieser sich um alles noch nötige kümmert. Der Samariter hat also sogar eigene Ausgaben gehabt, er hat sein Geld dafür hergegeben, dass ein Mensch, der ihn verachtet, gesund gepflegt werden kann.
Der Mensch, der verunglückt ist, der ist eigentlich für jeden der drei anderen der Nächste gewesen. Aber der Priester und auch der Levit ignorierten ihren Nächsten, als ihr Nächster ausgeraubt und halb tot geschlagen war. Der Samariter hingegen hat seinen Nächsten so behandelt, wie es Gott wohlgefällig ist. Und ich kann mir vorstellen, dass es ihn einiges an Überwindung gekostet hat, diese Hilfe zu leisten. Ich meine: Egal, ob ein Freund oder ein Feind vor dir liegt, du hast bestimmt erstmal verworrene Gedanken, wenn du unverhofft in so eine Situation kommst. Stell dir mal vor, du hast für deinen Tag einen festen Zeitplan aufgestellt, und hast vielleicht sogar einen Termin mit jemandem vereinbart und willst pünktlich sein, aber dann fällt dir unterwegs ein Mensch auf, der hilflos am Boden liegt und der deine Hilfe nötig hat. Da kommen erstmal jede Menge widerspenstige Gedanken. Da denkt man sich: „Ich habe doch gar keine Zeit für sowas!“,
oder man denkt vielleicht sogar: „Das geht mich alles gar nichts an!“,
oder man könnte sich denken: „Ich kann dem doch gar nicht helfen! Was soll ich denn tun? Ihn in ein Krankenhaus bringen? Das ist zu viel verlangt.“
oder man denkt: „Bestimmt kommt ein anderer vorbei und hilft ihm.“
Man neigt irgendwie von Natur aus dazu, dass man sich in solchen Überraschungsmomenten erstmal aus der Affäre ziehen will. Anders ist die Sache, wenn man ganz genau weiß, dass man unterwegs einen Verunglückten treffen wird. Dann kann man sich im Herzen darauf vorbereiten und vielleicht schonmal einige Dinge mitnehmen, die helfen werden. Aber der Samariter wie auch seine beiden Vorgänger haben diese Situation vorgefunden, ohne vorher damit zu rechnen.
Man könnte sich schon fragen, was genau eigentlich die Mentalität des Menschen war, der aus Samaria kam. Ist das jemand, der jeden Tag aus dem Haus geht und sich denkt: „Sobald ich irgendwen bemerke, der dringend Hilfe braucht, werde ich helfen!“,
oder ist das jemand, der zuerst so eine Art gedanklichen Kampf in sich hatte, ob er da jetzt wirklich helfen soll oder nicht, und nach einem kurzen Hin und Her hat er sich entschieden, Hilfe zu leisten?
Man weiß es nicht. Am Ende zählt nur, dass er überhaupt geholfen hat. Und für ihn war es ja eine besonders große Herausforderung. Denn er würde dadurch, dass er helfen wollte, nicht nur seinen eigenen Tagesplan durcheinander bringen, den er eigentlich hatte, sondern er musste obendrein die Tatsache hinnehmen, dass es ein Mensch ist, von dem er verachtet wird, und ausgerechnet so einer braucht jetzt seine Hilfe. Andere würden vielleicht an dieser Stelle sagen: „Nee! So jemandem helfe ich nicht! Wenn ein Freund hilflos am Boden liegt, kann er auf mich zählen, aber warum sollte ich jemandem helfen, der mich verachtet? Ich bin doch nicht blöd!“
Auch gegen solche Gedanken musste der Samariter vermutlich ankämpfen und über seinen Schatten springen, um dem jenigen zu helfen, der es nach der menschlichen Vorstellung von Gerechtigkeit nicht wert war, dass er Hilfe bekommt. Denn es handelte sich bei dem Hilfebedürftigen eigentlich um einen Feind.
Was aber auch mal bemerkenswert ist, das ist Folgendes: Obwohl das Gleichnis deutlich einen weltlichen Verlauf schildert und obwohl sehr stark eine weltlich logische Moral darin erkennbar wird, so ist es auch möglich, das Gleichnis auf eine geistliche Weise zu deuten. Denn es geht in dem Gleichnis um zwei Menschen aus dem Gotteshaus, die sich um einen stark vernachlässigten Mensch kümmern sollen, aber sie weigern sich beide, das zu tun. Deswegen muss ein Fremdling kommen, um den vernachlässigten und in Schmerzen liegenden Mann zu versorgen.
Weil nun Jesus das Zitat geäußert hat, auch als er hier auf Erden lebte, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, kann man Jesus gewissermaßen als Fremdling in der Welt bezeichnen. Und ein Samariter zählt im Land Judäa ebenfalls als Fremdling. Also könnte man das Gleichnis auch so auslegen, dass die Priester und Leviten herzlos mit den Menschen umgegangen sind, die sie eigentlich mit Gottes Weisheit und Gottes Heil versorgen sollten, und darum kam jemand, der ein Fremdling in der Welt ist, nämlich Jesus, und versuchte, die ganzen Kinder Gottes zu versorgen, die von den eigentlichen Verantwortlichen vernachlässigt und verstoßen waren. Und wenn man das so auslegt, dann wird der Teil ganz besonders interessant, in dem der Samariter plötzlich alles an den Wirt abgibt und zu dem Wirt sagt: „Verpflege ihn! Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.“
Jesus selber wird ja auch eines Tages wiederkommen, wie wir wissen. Daher würde der Wirt in dem Gleichnis für einen gläubigen Mensch stehen, welcher, soweit er dazu in der Lage ist, die Verwundeten und Vernachlässigten versorgt, so gut er kann. Und alle Belastungen, die ihm dadurch entstanden sind, wird Jesus vergüten, wenn er wiederkommt.
Man wird aber auch in den Versen 36 und 37 sehen, dass Jesus prüfte, ob der Gesetzesgelehrte all diese Dinge aus dem Gleichnis erkennt. Daher lesen wir folgendes:
Welcher von diesen dreien ist deiner Meinung nach nun der Nächste dessen gewesen, der unter die Räuber gefallen ist?
Er sprach: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat! Da sprach Jesus zu ihm: So geh du hin und handle ebenso!
Der Gesetzesgelehrte meinte also, dass man erst der Nächste ist, wenn man Barmherzigkeit übt. Ganz so war es eigentlich nicht gemeint, denn alle Männer, die an dem Verunglückten vorbeikamen, waren ein Nächster, weil sie in seiner Nähe waren. Aber Jesus erkennt, dass der Gesetzesgelehrte begriffen hat, wie wertvoll Barmherzigkeit ist, und deswegen nimmt er die Antwort des Gesetzesgelehrten zum Anlass, um ihn zum Tun eigener barmherziger Werke zu ermutigen.
Im letzten Abschnitt geht es darum, dass Jesus bei zwei Frauen zu Gast sein durfte, und beide sind mit etwas beschäftigt, aber die eine hat die bessere Beschäftigung erwählt, während die andere mit etwas eigentlich Verzichtbarem beschäftigt war. Es steht geschrieben in den Versen 38 bis 42:
Es begab sich aber, als sie weiterreisten, dass er in ein gewisses Dorf kam; und eine Frau namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus.
Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seinem Wort zu.
Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sage ihr doch, dass sie mir hilft!
Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles;
eines aber ist Not. Maria aber hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!
Maria ist beschäftigt damit, sich die Worte der Wahrheit anzuhören. Das ist eine große Erfüllung und fördert ewiges Leben. Martha hingegen bekommt von den Worten kaum etwas mit, weil sie die ganze Zeit nur mit weltlicher Arbeit abgelenkt ist. Das ist doch kein Zustand, um zu verstehen, was es bedeutet, Gott wohlgefällig zu leben und Jesus nachzufolgen! Und obwohl es ihr nichts Gutes beschert, will Martha sogar noch Maria zur Arbeit verdonnern, sodass dann beide Frauen zu stark abgelenkt sind von dem, was Jesus ihnen zu sagen hat zur Rettung für die Ewigkeit. Natürlich muss Jesus da widersprechen und Martha darauf aufmerksam machen, dass Sie ihre Prioritäten falsch setzt.
Und nun haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht. Was können wir daraus lernen, und was können wir uns besonders aus diesem Kapitel für unsere eigene Nachfolge mitnehmen?
Es sind in diesem Kapitel eher die kleinen Dinge, die man schnell überliest, welche uns in der Nachfolge besonders kräftigen. Jesus hat zu den ausgesandten siebzig Jüngern gesagt, dass sie wie Lämmer unter die Wölfe gesandt sind. Das kann auch uns selbst darin ermahnen, dass wir ganz genau prüfen müssen, mit was für Menschen wir uns abgeben, damit wir nicht den Wölfen verfallen und zerrissen werden, denn das wäre unmöglich das, was Jesus will. Außerdem hat Jesus einen Weheruf über Menschen geäußert, die keine Buße taten, obwohl sie sehr große und völlig unverdiente Wunder Gottes erlebten. Dabei sollte jeder von uns sich selbst prüfen und sich fragen: „Wie habe eigentlich ich selbst auf das reagiert, was Gott in meinem Leben tat? Und wie gut oder schlecht passt meine Reaktion zu dem, was Gott sich von mir erhofft?
Man merkt ganz allgemein, dass man Buße nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, denn wenn man sie verweigert, weil man sie zu unbequem findet, so wird auch man selbst bis ins Totenreich hinabgeworfen werden.
Jesus sagte auch zu den siebzig Jüngern bei ihrer Rückkehr, dass sie sich nicht freuen sollten, wenn Dämonen ihnen gehorsam sind, sondern dass sie auf den Himmel konzentriert sein sollen. Das sollte auch uns einen Anlass bieten, um an uns zu prüfen, ob wir selbst auf den Himmel konzentriert sind oder ob es irgendwelche spektakulären Ereignisse gibt, an denen wir uns nutzloserweise so sehr erbauen, dass die Gedanken an den Himmel dafür flöten gehen. Wenn solche falschen Zielsetzungen uns davon ablenken, dem Himmel entsprechen zu wollen, dann müssen wir unser Denken neu ausrichten. Im Himmel bildet sich niemand etwas darauf ein, wenn er irgendwelche Befehlsgewalt übertragen bekam. Man erledigt einfach seine Arbeit und sehnt sich im Herzen nach dem Frieden, der so vollkommen sein wird, dass es dann überhaupt nicht mehr notwendig ist, dass irgendwer irgendwelche Befehlsgewalt übertragen bekommt, weil sowieso alle Mitglieder in reinherziger Demut leben und nichts Böses tun. Und auch unsere Namen sind im Himmel geschrieben, wenn wir Jesus als Erlöser angenommen haben, richtig getauft sind und ihm nachfolgen. Wir lernen aber auch in der Offenbarung an einer Stelle, dass die Namen wieder ausgelöscht werden können und Jesus nur diejenigen nicht auslöscht, die Überwinder sind, daher sollte man eine solche Aussage mit den Namen, die im Himmel geschrieben sind, lieber nicht leichtfertig interpretieren.
Durch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter sind wir dazu angehalten, uns allezeit darauf zu konzentrieren, dass absolut jeder Mensch als unser Nächster zählt, der irgendwann mal nahe bei uns ist, und dass wir als in Barmherzigkeit handelnde Menschen immer vor Gott besser dastehen als irgendwelche Menschen mit hoher Berufung, die Barmherzigkeit trotz Notsituationen unterlassen.
Zuguterletzt kann uns die Situation mit Martha vor die Frage stellen, wie genau wir selber eigentlich so banale Dinge wie die Arbeiten im Haushalt gewichten. Übertreiben wir es damit etwa so sehr, dass wir keine Zeit mehr haben, um zu Jesu Füßen zu sitzen und seinem Wort zu lauschen?
Das ist soweit alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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