Text zu "Bibellehre - Kapitel 12 im Evangelium des Lukas"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 12 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Man kann sich die jetzt gerade bestehende Situation in dem Kapitel so vorstellen, dass Jesus gerade bei einem Mittagsmahl im Haus eines Pharisäers gewesen war und die Volksmenge hatte draußen gewartet, aber nun kehrte Jesus wieder zurück nach draußen, da das Mahl vorbei war. Wir lesen folgendes in Vers 1:
Als sich inzwischen das Volk zu Tausenden gesammelt hatte, sodass sie aufeinander traten, begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist!
Wie man sieht, ist das Erste, was Jesus nach dem Mittagsmahl tut, das Aussprechen einer Warnung vor der Heuchelei der hoch anerkannten und bewunderten religiösen Menschen. Und Jesus bezeichnet sinnbildlich die Heuchelei als Sauerteig, weil die Heuchelei sich in einer ganzen Gemeinde ausbreitet, wie ein Sauerteig sich unaufhaltsam im Mehl ausbreitet. Nur wenn man das gar nicht erst an sich ran lässt, ist man davor sicher. Wenn aber einer meint, dieses Getue, was man an den Pharisäern und an anderen religiösen Führern immer beobachtet, wäre das richtige Vorbild und man selber soll sich genau so verhalten, dann gewinnt es im Herzen Raum und man kriegt es auch nicht mehr raus.
Es ist wichtig zu bedenken, dass hier wirklich eine komplett sinnbildliche Rede geäußert wurde. Ich will an dieser Stelle ausdrücklich warnen, dass man geistliche Rede niemals weltlich deuten darf! Man dürfte das nicht mit völlig weltlichem Verständnis erfassen, indem man meint, Jesus würde jetzt sagen wollen: „Sobald du Hunger hast und dir ein Brot backen willst, darfst du nicht zu einem Pharisäer hingehen, um aus seinem Haus ein wenig Sauerteig als milde Gabe zu erbitten und damit dann dein Brot zu backen, denn wenn du Sauerteig aus dem Haus eines Pharisäers zum Backen benutzt, dann wird das Brot in dir, nachdem du es gegessen hast, die gleiche Heuchelei auslösen, wie sie die Pharisäer haben.“ Das wäre völliger Quatsch. Manch einer würde das durch die verdrehte Fantasie des eigenen Herzens dann vielleicht sogar noch auf die Spitze treiben und ein Gerücht verbreiten, indem er sagt: „Ja, das ist wirklich so, weil nämlich das Brot in dir die Genetik verändert und dann bekommst du Heuchler-Gene! Deswegen darf man ein Brot nicht mit dem Sauerteig aus dem Haus eines Pharisäers backen. Kaufe dir lieber ein bisschen Hefe im Supermarkt!“
So ticken einige Menschen leider, auch im berüchtigten Leib Christi, aber ein solcher Verlauf wäre entsetzlich! Man könnte wirklich in die absurdesten Theorien abdriften, wenn man die Äußerung mit dem Sauerteig auf den fleischernen Körper bezieht, so als wäre es eine einfache Ernährungsberatung, wenn Jesus vor dem Sauerteig der Pharisäer warnt. Aber in Wahrheit spielt diese Sache mit dem Sauerteig der Pharisäer allein darauf an, dass Menschen oft Vorbilder benötigen, die sie nachahmen können, wen sie wissen wollen, wie man etwas richtig macht. Und wenn man sich da solche religiösen Leute als Vorbild nimmt und sich alles ins Herz fallen lässt, was man an dem Vorbild sieht, dann ist das eine Prägung, die man nie wieder loswird. Denn wenn Sauerteig einmal im Mehl ist, dann kann das Mehl nicht mehr rein sein. Es wird stetig durchsäuert, auch wenn man hinterher dann doch den Sauerteig wegnehmen will. Und in gleicher Weise kriegen es auch die Menschen, die Heuchler als Vorbilder hatten, ihr Leben lang nicht hin, aus ihrer eigenen Heuchelei auszubrechen. Wenn sie versuchen, die Heuchelei loszuwerden, kommt sie mit der Zeit trotzdem wieder hervor. Das ist so, weil diese Menschen nicht dem echten Jesus Christus ähnlich sein wollen, sondern ständig wieder an das erlebte Vorbild denken, das in früheren Tagen durch die religiösen Heuchler ihr Orientierungspunkt war. Deswegen ist diese Sache so gefährlich, wenn sich jemand religiöse Leitpersonen als Vorbild nimmt, wie zum Beispiel die Pharisäer. Die sind nicht so edel und erhaben, wie sie sich immer zur Schau stellen, und ihr Vorbild, das sie geben, ist enorm fragwürdig, im Grunde sogar völlig verwerflich. Wer sie bewundert, in dessen Herz wird eine schädliche Art von geistlichem Sauerteig wuchern. Gleichzeitig handelt man sich aber gesellschaftlichen Ärger ein, wenn man sie in Frage stellt,und dadurch ist es eine brenzlige Angelegenheit, sie zu verwerfen. Das ist ein unfassbares Elend, wenn man bedenkt, wie dadurch das Heranwachsen von echtem Glaube eingeschränkt wird. Da ist sogar ein unzivilisierter Räuber draußen in der Wildnis besser dran als einer, der regelmäßig in der Gemeinde verkehrt, weil der Räuber wenigstens noch so frei ist, sich über alles selbst eine Meinung zu bilden, anstatt sich unter verwerfliche und doch positiv dargestellte Vorbilder demütigen zu müssen, die leider ein viel zu großes Ansehen erhalten in den religiösen Gefilden. Der Räuber hat zwar ganz andere Baustellen seines Herzens, da er ja die Gewalttätigkeit und den Hochmut ablegen müsste, samt aller Zügellosigkeit, wenn es um gotteslästerliche Lüste geht, aber wenigstens ist sein Herz nicht mit Heuchelei verseucht. Jesus will durch den gerade gelesenen Vers vor solchen Zuständen warnen, in denen sich Heuchelei ausbreitet. Aber wir sehen bis zum heutigen Tag, dass wie üblich seine Worte nicht ernstgenommen werden im praktischen Leben.
Und ein besonders wichtiges Kennzeichen der Heuchler ist jenes, dass sie meinen, ihre Schuld verstecken zu können, indem sie es überdecken mit aufgesetzter Freundlichkeit und indem sie nach außen hin vortäuschen, sie hätten allezeit eine gutmütige und anständige Gesinnung. Wir finden aber in den nächsten Versen sehr deutliche Worte, die Jesus über genau dieses Verhalten ausspricht. Es steht geschrieben in Vers 2 und 3 :
Es ist aber nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.
Alles, was ihr im Finstern redet, wird man darum im Licht hören, und was ihr in den Kammern ins Ohr gesprochen habt, wird auf den Dächern verkündigt werden.
Diese Worte sind wahrhaftig. Es wird alles ans Licht kommen, was die Menschen versuchen zu verstecken. Und die einzige Hoffnung der Bösen ist es dann noch, dass die allgemeine Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt, wo alles ans Licht kommt, bereits derart abgestumpft und gleichgültig geworden ist, dass es sie nicht interessiert, wenn man es ihnen zeigt. Wenn es aber empörte und energisch reagierende Menschen geben würde, die all die unfassbare Bösartigkeit sehen und deswegen daraus Konsequenzen ziehen, dann haben die Bösen natürlich keinen Ausweg und keine Zukunft mehr. Viel wichtiger ist aber, dass nicht nur in dieser Welt alle Geheimnisse, die ein Mensch hat, früher oder später ans Licht kommen werden, sondern dass vor Gott ohnehin alles offenbar ist. Und das ist der Grund, warum sich die Menschen wirklich sehr erbärmlich benehmen, wenn sie ernsthaft meinen, sie könnten mit Erfolg irgendwas versteckt halten. Ihre Anstrengungen werden sich zwangsläufig als nutzlos erweisen, sobald genug Zeit vergangen ist.
Wer aber die Menschheit schonmal genau in ihrem Verhalten beobachtet hat, der weiß, dass eine Volksmenge nicht nur dann in Empörung versinkt und in Wut handelt, wenn etwas wirklich Böses passierte und sie davon hören, sondern dass es sogar noch häufiger passiert, dass Menschengruppen wütend werden, wenn sie die Wahrheit über ihren eigenen Irrglaube gesagt bekommen.
Und da nun die Worte von Jesus die reine Wahrheit sind, werden diese auch ganz besonders großen Anstoß auslösen. Ich kann nichtmal realistisch einschätzen, was von beidem die größere Empörung verursachen würde. Wenn man den Menschen beweist, dass ihre leitenden Gesellschaftsmitglieder heimlich Menschenopferrituale durchführen an verborgenen Orten, oder wenn man den Menschen anhand von der Bibel beweist, dass alle Menschen böse sind, keiner von ihnen darf sich gut nennen, und dass sie die Hölle verdienen, jeder Mensch einzeln, was würde dann ein größeres Entsetzen hervorrufen und größere Wut erzeugen? Ich befürchte, die Tadel anhand der Bibel wären verhängnisvoller für den, der sie redet, als die Offenbarung der bösen Werke für die Übeltäter, die es verübt haben. Und deswegen ermutigt Jesus uns auch in den Folgeversen dazu, tapfer zu sein und trotzdem keine Menschenfurcht zu haben. Wir lesen in den Versen 4 und 5:
Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts Weiteres tun können.
Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet hat, auch Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet!
An diesen Versen merkt man auch, wie wenig uns unser fleischerner Körper gelten soll. Wenn wir die Ewigkeit vor Augen haben, dann ist es egal, wenn wir Schläge kassieren. Und genau so ist es egal, wenn unser ganzer Ruf zerstört wird und alle uns plötzlich nur noch verachten, seit wir damit begonnen haben, die Werte Gottes auszurufen. Als echter Jesus-Nachfolger begehrt man keine Beliebtheit bei den Menschen und will lieber von ihnen Kränkungen ertragen, als Gott zu enttäuschen. Wir fühlen uns wohl in der Nähe von Jesus und unter der Gnade des allein wahren Gottes, von dem Jesus gesandt wurde. Der Status in der Gesellschaft soll uns nicht kümmern. Wichtig ist nur, was aus uns wird, nachdem wir gestorben sind. Und der Gott und Vater von Jesus Christus hat die Macht, zu entscheiden, ob wir in die Hölle müssen. Er ist es, der jederzeit Jesus verbieten dürfte, den Name eines Sünders zu bekennen. Deswegen müssen wir Gott fürchten, weil er uns ein Leid zuteilen könnte, das viel schlimmer ist als alles, was Schläger und Lästerer uns antun. Wir sollten unbedingt Gottes Gebote allezeit gewissenhaft beherzigen, damit er keinen Anlass hat, uns in die Hölle zu werfen, sondern mit Erbarmen auf uns schaut und genau das an uns tut, was ihm eigentlich besser gefällt, nämlich uns versorgen mit Gutem.
Und man könnte allgemein auch erschrecken darüber, wie Jesus hier in diesen Versen redet, also dass er praktisch allen die Verdammnis androht und den Leuten klarmacht, dass Gott höchstpersönlich der ist, der sie in die Hölle wirft, wenn es gerecht ist. Da könnte man einen negativen Eindruck von Gott in den Gedanken bekommen, und deswegen versucht Jesus, in den nächsten Versen darauf aufmerksam zu machen, dass wir für Gott eigentlich wertvoll sind, auch wenn er am Ende ein Gericht vollstrecken wird, bei welchem etliche Menschen in die Hölle müssen. Es steht geschrieben in den Versen 6 und 7:
Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Groschen? Und nicht ein Einziger von ihnen ist vor Gott vergessen.
Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
Hier bringt Jesus zum Ausdruck, dass sogar schon die Vögel für Gott wertvoll sind, die man in dieser Welt für einen sehr billigen Preis verkauft, die Menschen aber sind für Gott um ein Vielfaches wertvoller als das. Man kann das verständlich formulieren, indem man sagt: Gott liebt den Sünder, aber hasst die Sünde. Denn die Liebe Gottes basiert darauf, dass der Sünder ja trotzdem ein Mensch ist, und er wird nicht deswegen geliebt, weil er Sünden tut, sondern weil Gott in ihm das Potenzial sieht, ein viel besseres Leben zu führen und sich doch noch der Ewigkeit als würdig zu erweisen, wenn der Mensch nur mal endlich damit anfängt, sein Denken zu erneuern. Denn das Denken des Menschen darf nicht abhängig sein von den hochmütigen und selbstgerechten Gedanken, die das Fleisch beflügeln und stets im Herzen wuchern, sondern das Denken soll befreit sein von allem Verderben, es soll eins werden mit den Wertmaßstäben Gottes. Dann wird alles gut. Aber sündige Taten und sündige Neigungen kann Gott niemals lieben, denn sie sind immer unweigerlich eine Abscheulichkeit. Der Mensch ist ja auch gar nicht zum Sündigen in diese Welt gesetzt worden, sondern um Licht zu sein, denn der Mensch soll sich selbst rein bewahren, Gott loben und den Hilflosen helfen. Und deswegen ist der Mensch auch für Gott grundsätzlich bedeutsam. Man dürfte also niemals zu dem Gedanke kommen, die Menschen wären Gott komplett egal. Auch wenn Gott am Ende alle verdorbenen Menschen in die Hölle werfen wird, ist dieser Gedanke trotzdem nicht realistisch, sondern zeugt nur von Denkfaulheit. Gott trifft eine so schwerwiegend Entscheidung schließlich nicht ohne Grund.
Da aber Jesus schon im Vorfeld wusste, dass er sich selbst in völliger Unschuld gemäß Gottes Maßstäben und mit einem völlig reinen Herz selbst opfern soll und wird, um sich das Recht zu verdienen, die Schuld von anderen Menschen auf sich zu nehmen, macht er in den nächsten Versen darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass die Menschen ihn annehmen und sich immer furchtlos zu ihm bekennen. Wir lesen in Vers 8 und 9:
Ich sage euch aber: Jeder, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen bekennen vor den Engeln Gottes;
wer mich aber verleugnet hat vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.
Ein bisschen seltsam ist hier, dass Lukas behauptet, Jesus hätte gesagt, er müsste sich vor den Engeln bekennen. Die eigentlich bedeutsame Entscheidung ist die, dass Jesus vor Gott ein Bekenntnis darüber ablegt, dass wir zu ihm gehören. Den Engeln könnte das insofern egal sein, dass sie selber keine Macht darüber haben, zu entscheiden, ob einer in die Hölle muss. Sie sind lediglich Zeugen. Aber natürlich muss man zumindest die Ränge respektieren, die im Himmel die Engel von Gott zugeteilt bekamen, sobald man selber im Himmel ist. Hier auf der Erde hingegen gehen uns die Engel überhaupt nichts an. Sie führen allezeit die Befehle Gottes aus, ohne Unterlass. Wir aber dürfen ihnen nichts befehlen. Wir dürfen höchstens Gott bitten, er möge seinen Engeln gebieten, dass sie herzu kommen sollen, zum Beispiel zur Rettung.
In den Versen 10 bis 12 lesen wir noch Worte, die Jesus bezüglich dem Heiligen Geist gesagt hat. Es steht geschrieben:
Und jedem, der ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.
Wenn sie euch aber vor die Synagogen und vor die Fürsten und Obrigkeiten führen, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt;
denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Diese Lästerung gegen den Heiligen Geist, die in Vers 10 angemerkt wird, ist besonders im Evangelium des Markus in Kapitel 3 ausführlicher erklärt worden. Wenn eine Kraftwirkung geschieht, die heilsam und befreiend ist, und zwar ganz offensichtlich und unweigerlich, dann ist das ein Gnadenerweis Gottes, und es ist ganz sicher nicht ein Werk des Teufels. Wer aber das offenkundige Wirken des Heiligen Geistes als das Tun des Teufels verlästert, wie es übrigens die religiösen Schlüsselfiguren mehrmals getan haben, der hat dadurch eine Lästerung geäußert, die laut Jesus nicht vergeben werden kann. Und abgesehen davon bekommt man laut den Versen 11 und 12 noch die Zusicherung, wenn man in schwierigen Situationen die Wahrheit bezeugen muss, dass man dann als ein mit dem Heiligen Geist erfüllter Mensch keine Angst haben muss, weil man übernatürlich die Worte bekommen wird, die man sagen soll, um Gott wohlgefällig zu reden. Das ist eine enorm große Hilfe. Man stelle sich einmal vor, was für eine heftige Last es wäre, wenn wir uns alle Worte, die wir reden werden, um das Reich der Himmel zu verherrlichen, aus unserer eigenen Klugheit heraus mühsam erarbeiten müssten! Das könnte in den meisten Fällen nur in einer Katastrophe enden, denn wir würden viele Worte sagen, die mindestens teilweise nicht richtig sind und kaum etwas nützen.
Und während nun Jesus all diese wichtigen Ermahnungen vor den Leuten des Volkes redet, um sie zu belehren und in ewiges Leben zu leiten, kommt ein völlig unqualifizierter Zuruf aus der Volksmenge, denn wir lesen in Vers 13:
Es sprach aber einer aus der Volksmenge zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll!
Dieses Verhalten zeigt, wie wenig die Leute Jesus zuhörten. Sie standen zwar in der Nähe und schauten ihn an, aber da waren keine offenen Herzen und keine aufmerksamen Ohren. Jesus belehrt sie gerade über Gottesfurcht, über das Vermeiden von Heuchelei und warnt sie vor Lästerungen, und dann ruft ein Mensch etwas dazwischen, was mit Geld und weltlichem Besitz zu tun hat. Inwiefern hängt das bitteschön mit dem zusammen, was Jesus gerade geredet hat? Ich kann es euch sagen: Die Äußerung ist komplett zusammenhangslos. Dieser Mensch hat mindestens einen verstorbenen Elternteil und scheint nichtmal darum zu trauern, sondern er zofft sich mit anderen Familienmitgliedern um das Erbe. Was ist das dann für eine Gesinnung, die dieser Mensch hat? Dieser Unsinn hat absolut gar nichts mit dem Reich der Himmel zu tun. Jesus ist eigentlich allezeit so unterwegs gewesen, dass er die Menschen dazu ermahnte, lieber Güter an andere auszuteilen, als Güter für sich zu behalten. Aber dieser Mensch, der da gerade diesen Zuruf geäußert hatte, kümmerte sich nicht darum. Er wollte auch nichts von Warnungen vor Heuchelei hören und nichts über Gottesfurcht wissen. Das juckte diesen Mensch kein bisschen. Aber er hatte gemerkt, dass die Menschen diesem Jesus zuhören. Und das wollte er für sich selber ausnutzen, da er in seinem Herzen dachte: „Wenn Jesus befiehlt, das Erbe zu teilen, dann hört mein Bruder wahrscheinlich eher darauf, als wenn ich selber es verlange!“
Er wollte also gewissermaßen die Autorität, die man Jesus zugestand, ausnutzen für private Zwecke, um die eigene Habgier zu bedienen. Dass ein Mensch, der so tickt, ganz sicher in die Hölle kommen wird, brauche ich hoffentlich niemandem zu sagen. Dieser Mensch ist so sehr auf weltlichen Besitz konzentriert, dass es zu seinem Götze geworden ist und er absolut alle Werte ignoriert, die vor dem echten Gott wichtig sind. Das kann kein gutes Ende nehmen!
Die Reaktion von Jesus auf dieses Zeugnis der ausgiebigen Ignoranz lesen wir zunächst in den Versen 14 und 15. Dort steht:
Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?
Er sagte aber zu ihnen: Habt Acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.
Jesus will sich hier offensichtlich gar nicht erst in ein Amt hineinversetzen lassen, das geistlich als Belanglosigkeit gilt. Denn solche geistlosen Fragen wie die Frage danach, wer welchen Teil vom Familienerbe bekommt, sind nur heillose Eitelkeit. Daher lässt sich Jesus gar nicht erst darauf ein, über diese Sache ein Urteil zu sprechen, sondern lehnt es entschieden ab. Und wir selber als Jesus-Nachfolger, wenn wir in irgendwelche geistlosen weltlichen Belange hineingezogen werden von Menschen, die aus sich selbst heraus meinen, das wäre jetzt viel wichtiger als Gottes Wort, wir sollten ganz genau so wie Jesus reagieren in solch einer Situation. Denn es ist völlig verwerflich, wenn ein Mensch bei gewissen Sorgen der jetzigen Welt sagt: „Bei manchen Sachen im Leben ist Gottes Wille völlig egal!“
Sobald ein Mensch etwas von uns verlangt, wo der Fokus keineswegs auf dem Reich der Himmel liegt, ist es das Beste, genau so ablehnend zu reagieren wie Jesus. Und da Jesus sich den ganzen Tag nur um das kümmern sollte, was im Reich der Himmel Geltung hat, macht er auch sehr deutlich darauf aufmerksam, dass man sich davor hüten muss, Habsucht im eigenen Herz entstehen zu lassen. Denn wir haben kein gesichertes Leben durch weltlichen Besitz. Wir könnten noch so reich sein, und doch könnte jederzeit ein Unheil passieren, bei dem wir an nur einem einzigen Tag alles verlieren. Was hilft uns dann noch die Tatsache, dass wir vorher mal viel Besitz hatten?
Jesus führt diese Sache noch weiter aus, indem er ein dazu passendes Gleichnis erzählt. Es steht geschrieben in den Versen 16 bis 21:
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen Mannes hatte viel Frucht getragen.
Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann?
Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern
und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und sei guten Mutes!
Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast?
So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott!
Durch dieses Gleichnis wird auch ein sehr verkorkstes Denken dargestellt, welches realistisch ist in der Menschheit. Ein Mensch, der sowieso schon genug hat, besaß Felder, und auf diesen wuchs eine noch reichhaltigere Ernte als in den Jahren davor. Und die Ernte war dieses Jahr so üppig, dass er die große Menge gar nicht aufspeichern konnte, denn seine Scheunen waren dafür nicht groß genug.
Ganz ehrlich: Mein erster Gedanke wäre dann der, dass ich alles an die Stadtbewohner in der Nähe verschenke, was nicht in die Scheunen reinpasst, sofern die Leute es annehmen wollen. Aber dieser Mensch aus dem Gleichnis denkt ernsthaft, es wäre gut für ihn, wenn er jedes einzelne reife Korn irgendwie aufspeichert, Hauptsache, er muss bloß nichts an andere abgeben. Und deswegen hat der ernsthaft seine Scheunen abgerissen und noch größere Scheunen an die selbe Stelle gebaut, damit alles gelagert werden kann, was auf seinem Feld wuchs. Das ist eine so extreme Selbstsucht, dass ich nichtmal weiß, ob es überhaupt noch schlimmer geht. Und die alles entscheidende Frage ist die, welche auch Jesus durch das Eingreifen Gottes im Gleichnis allen Menschen vor die Nase setzt: Was nützt es dir denn, wohlhabend gewesen zu sein, sobald du gestorben bist?
Natürlich kann man locker die Ausrede an den Haaren herbeiziehen, dass man doch einen Vorrat anlegen muss, falls in den kommenden Jahren eine Hungersnot ausbricht, aber vor Gott gilt das nichts. Du selber hältst dich für klug, und für so fleißig, dass es ein Lob verdient, wenn du dir große Mengen Güter sammelst und für alles eine Unterbringungsmöglichkeit hast. Aber Gott bezeichnet jeden Mensch als Narr, der sich so benimmt. Und hierbei sei deutlich betont, dass die Meinung Gottes bedeutsamer ist als die Meinung eines Menschen! Denn kein Mensch darf sich nach seinem Tod selber richten, sondern alle werden von Gott gerichtet, unausweichlich. Das wird passieren. Und wer auch nur einen winzigen Hauch der Herrlichkeit und Kraft Gottes schonmal wahrgenommen hat, der weiß, dass es unmöglich ist, sich gegen ihn zu erheben. Also was will der Mensch tun, wenn Gott ihn nach Maßstäben beurteilt, die der Mensch selber nicht im Herzen hatte? Will er dann gegen Gott kämpfen? Oder sich durch schräge Diskussionen herauswinden? Damit würde der Mensch nur endgültig besiegeln, dass seine ewige Folter in Feuer und Schwefel die angemessene Strafe ist, die der Mensch wirklich verdient. Denn es ist die richtige Entscheidung, dass man die eigenen Güter einsetzt, sobald man Überfluss hat, um Leidende zu unterstützen, und es ist falsch, alles für sich selber zu behalten und nie genug haben zu können. Und ich selber, sobald ich in den Himmel darf, bin auch sehr froh darüber, wenn ich dort dann keinen einzigen selbstsüchtigen Mensch sehen muss, denn wenn so einer dort wäre, dann wäre das nicht der Himmel!
Und man könnte es sich durchaus so vorstellen, dass dieser Mensch aus dem Gleichnis, der riesige Scheunen baute, um all seinen noch größeren Überfluss lagern zu können, ja vielleicht dieses Handeln für ein gutes Werk und für große Vernunft gehalten hat. Aber wenn du vor einem barmherzigen, heiligen Gott sagst, dass du ein toller Mensch bist, weil du dir mit viel Mühe einen riesigen Besitz erarbeitet hattest auf Erden, dann wird dieser Gott, welcher übrigens der allein wahre Gott ist, dich nicht dafür loben, sondern über dich zürnen wegen deinem völlig verkehrten und an sich gottlosen Denken. Deswegen sollte man sich bereits vor seinem Tod genau darüber bewusst geworden sein, wie man eigentlich mit dem Besitz umgeht, den man hat, in der Gewissheit, dass man es Gott eines Tages erklären muss, Gottes Gesetz gemäß. Diese wichtige Ermahnung will Jesus durch das gerade gelesene Gleichnis jedem Mensch mitgeben.
Und Jesus geht sogar noch einen Schritt weiter und versucht, die Menschen an die Weisheit heranzuführen, dass in einer Welt, wo sowieso alles auf kurz oder lang verdirbt und man ohne die Hilfe Gottes überhaupt kein Heil sehen wird, das ständige Beschäftigtsein mit weltlichen Sorgen der größte Unsinn wäre, den man überhaupt haben kann. Wir lesen in den Versen 22 und 23:
Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt.
Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung.
Ganz besonders die Jünger sollen also lernen, in dem Denken verfestigt zu sein, dass sich das Leben nicht nur um Speise und Kleidung drehen darf, also ob man immer genug Nahrung haben wird und ob die Kleidung, die man trägt, schön genug aussieht. Jeder Mensch braucht Nahrung und Kleidung, aber man soll keine Zeit damit verschwenden, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, indem man ständig wieder darüber nachdenkt. Man sollte lieber darüber nachdenken, ob man vor Gott als jemand dasteht, den er aufgrund des Lebenswandels mit Freude ansehen kann, damit Gott einen versorgt. Und das Interessante ist, dass die Tiere, die ja eigentlich geringere Wesen sind als Menschen, dieses Detail mit dem Vertrauen auf Gott irgendwie viel besser hinbekommen als wir. Deswegen sagte Jesus auch laut den Versen 24 bis 26:
Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!
Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?
Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?
Durch diese Verse sieht man, wie Jesus darauf aufmerksam macht, dass die Raben ja auch jeden Tag Nahrung finden. Die können sich ernähren und überleben. Aber wie schaffen die das überhaupt? Haben die sich große Vorräte angelegt und gehen jeden Tag ins Lager, um sich eine Ration rauszuholen? Oder arbeiten sie hart, um sich Geld zu verdienen und sich dann im Supermarkt Vogelfutter zu kaufen? Man kann zwar im Supermarkt Vogelfutter kaufen, aber ich habe dort drin in meinem ganzen Leben noch nie einen Vogel gesehen, der beabsichtigt, welches zu kaufen. Wie kann das sein, dass die Vögel sich kein Futter im Supermarkt kaufen und trotzdem überleben?
Die Antwort ist natürlich die, dass die Vögel einfach jeden Tag in der Natur das suchen, was sie für den aktuellen Tag an Nahrung brauchen, und sie finden es auch. Denn sie vertrauen darauf, dass Gott schon alles für sie vorbereitet hat und sie es nur noch holen müssen, weil Gott treu ist in seinem Handeln. Und auf genau das Gleiche dürfen wir auch vertrauen, weil wir für Gott noch wertvoller sind als Raben. Auch für uns hat Gott schon alles vorbereitet in der Natur, oder im aktuellen Fall durch eine funktionierende Gesellschaft, solange diese nicht vergeht. Und wir können auch das nötige Geld haben und uns die nötige Speise kaufen. Wenn aber Menschen ihr Geld für überflüssigen Plunder ausgeben und dann für die Ernährung nichts mehr übrig bleibt, dann ist das nicht Gottes Schuld, sondern die Menschen selbst haben es verbockt. Und wenn die Zivilisation zusammenbrechen würde, so sage ich euch dennoch: Die, welche nicht sündigen und auf Gott vertrauen wie die Vögel es tun, die werden auch in Tagen des extremen Mangels Nahrung finden, die sie am Leben erhält. Ob sie sich dabei so wohlfühlen werden wie wenn man sich über einen Lieferdienst die eigene Leibspeise bestellt hat, sie frisch zubereitet in Empfang nimmt und sich dann in aller Seelenruhe in eine warme Küche setzt, um die Speise ausgiebig zu genießen, garantiere ich zwar nicht, aber versorgt sein werden sie. Ich glaube, die Worte von Jesus, die hier zum Ausdruck kommen, nämlich dass Gott seine geliebte Schöpfung, die sich auf ihn verlässt, nicht einfach verhungern lässt, können uns wirklich ermutigen, wenn wir es annehmen. Und trotzdem machen sich die Menschen Sorgen darum, ob sie genug Nahrung haben werden, und legen möglichst große Vorräte an, die dann nicht selten sowieso schlecht werden. Dieses Hoffen auf übertrieben große Vorräte, auf ganze Scheunen voller Nahrungsmittel, gibt es eigentlich nur, wenn einer gottlos lebt. Natürlich hat man keinen Grund, Gottes Versorgung zu erwarten, wenn man die Tatsache gar nicht ernst nimmt, dass Gott existiert und dass auf seinen Befehl hin die großartigsten Dinge passieren können. Wer aber auf eine Weise lebt, wo er basierend auf den Geboten Gottes fähig ist, Gott zu gefallen, der hat auch allen Grund, die Versorgung zu erwarten, die darin besteht, dass man immer die Speise haben wird, die man braucht, und zwar unter vergleichsweise geringer Anstrengung, ohne ständiges Bangen oder intensives Abmühen. Es hat auch überhaupt keine gute Wirkung, wenn man ständig die Angst im Herzen trägt, nicht genug Nahrung zu finden. Man wird dadurch die Anzahl der eigenen Lebensjahre nicht vergrößern können. Ein Mensch kann nichtmal ein einziges Jahr länger auf Erden sein als geplant, indem er in Sorgen versinkt. Es gibt überhaupt nichts, was du tun kannst, um die Anzahl deiner Lebensjahre größer zu machen als so, wie Gott es festgelegt hat. Wenn dir einer dies einreden würde, so wäre er garantiert ein Lügner. Und daher bleibt jeder Mensch mit der Frage zurück: Was nützt es denn, die eigene Zeit mit Gedanken der Sorge zu verschwenden? Einen positiven Effekt hat es nicht. Man wird nur ganz depressiv und mutlos, wenn man sich ständig mit Befürchtungen über schwierige Tage selbst belastet. Denn sofern es von Gott vorgesehen ist, dass wir schwere Tage erleben werden, dann müssen wir da sowieso durch. Das lässt sich dann nicht abwenden. Da ändert das Jammern und Bangen dann auch nichts dran. Wenn wir aber Sorge haben, obwohl Gott beschlossen hat, dass unsere Tage ausgefüllt sein sollen, dann gehört das Verharren in Besorgnis zu den größten Dummheiten, die man überhaupt ausüben kann. Darum sollte man lieber sagen: „Mein Vater im Himmel! Dein Wille soll geschehen, wie im Himmel so auf Erden – er sei einfach oder schwierig! Ich weiß, du wirst mir den Weg offenbaren, wie ich durchkomme, auch wenn es schwierig wird!“
Noch sinnloser als die Sorge um die tägliche Ernährung ist aber die Sorge darum, ob die Kleidung angemessen ist, die man trägt. Manche Menschen mögen vielleicht meinen, dass sie die paar Jahre, die der Mensch auf Erden lebt, in möglichst viel Schönheit und Pracht zubringen sollten, damit man überhaupt was vom Leben hat, aber Jesus sagte laut den Versen 27 und 28:
Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit ist nicht gekleidet gewesen wie eine von ihnen!
Wenn aber Gott das Gras auf dem Feld, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!
Durch diese Verse will Jesus ausdrücken, wie zuversichtlich wir sein dürfen, dass Gott uns eines Tages mit einer unvorstellbaren Schönheit ausstatten wird, nämlich nach der Auferstehung, sollten wir zu den Erlösten gehören. Und diese große Pracht, die wir dann geschenkt bekommen, übertrifft absolut alles, was es auf Erden gibt. Und die ganzen Blumen aus der jetzigen Welt, die in ihrer Schönheit blühen, obwohl sie sogar die Schönheit der Kleider des Königs Salomo in den Schatten stellen, sind immernoch nicht genug, um die Schönheit aus der Ewigkeit zeigen zu können, denn Gott wird es übertreffen. Und wenn wir eine Aussicht auf etwas so Großartiges haben, dann braucht uns das Jetzige wirklich nicht zu kümmern, es sollte uns gar nicht erst beeindrucken. Denn wenn ihr mal eine Minute lang die Schönheit im Himmel sehen könntet und ihr würdet danach wieder zurück auf die Erde kommen und die ganzen Blumen in ihrer schönsten Blütezeit betrachten, dann würdet ihr euch denken: „Mann, ist die Erde hässlich!“
Man muss es sich selbst aber auch unbedingt abtrainieren, Sachen nur für gut zu halten, wenn sie gut aussehen. Denn das ist Augenlust, und die Augenlust ist nicht von Gott.
Weiterhin sagte Jesus laut den Versen 29 bis 31:
Und ihr sollt auch nicht danach trachten, was ihr essen oder was ihr trinken sollt; und beunruhigt euch nicht!
Denn nach all diesem trachten die Heidenvölker der Welt; euer Vater aber weiß, dass ihr diese Dinge benötigt.
Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!
Man erkennt hier schon ziemlich gut, dass sich alle Gedanken, die man den ganzen Tag hat, eigentlich nur noch um die Dinge drehen sollen, die relevant sind für den Himmel, die zu tun haben mit Gottes Gerechtigkeit und Gottes Liebe. Gott wird durch sein unsichtbares Wirken alles zur Verfügung stellen, was wir benötigen, wenn wir uns um sein Herz Gedanken machen und nicht um den Stress des Lebens. Natürlich fällt es vielen Menschen schwer, dies ernsthaft in die Tat umzusetzen, da sie ja nicht sehen können, wie Gott unsichtbar handelt. Die Dinge, die im Unsichtbaren ablaufen, und welche unter Anderem auch unser Überleben gewährleisten, nehmen wir gar nicht wahr. Vielleicht ist das an sich auch besser so. Denn wenn wir die Augen vollständig geöffnet hätten für alles, was im Unsichtbaren passiert, dann wäre es nicht nur extrem angsteinflößend in manchen Momenten, sondern es wäre auch derart viel und derart komplex, dass es uns maßlos überfordern würde. Die Kunst aber, die wir lernen müssen, ist das Begreifen der Realität, dass es unsichtbare Vorgänge gibt, die Gott befiehlt und die seine Geister und Engel bewerkstelligen und dass wegen diesen unsichtbaren Vorgängen Dinge passieren können, die man mit keiner Wissenschaft und keiner weltlichen Forschung jemals erklären könnte. Und auch unsere Nahrungsmittelversorgung kann notfalls auf eine Art funktionieren, die wir niemals für möglich gehalten hätten, weil nicht wir es tun, sondern Gott. Solange der gute Wille Gottes über unserem Leben ist, werden wir haben, was wir brauchen. Und wenn jemand sich so fühlt, als hätte Gott ihn verlassen, dann mache ich darauf aufmerksam, dass Gott jeden von uns gerne versorgen will, und dass einzig und allein unsere Sünden die Kraft haben, eine Trennung zwischen uns und Gott zu verursachen, daher muss man kompromisslos alle Sünden aus sich selbst austilgen. Anders geht es nicht!
Weiterhin steht in Vers 32:
Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben.
Hier wird von einer kleinen Herde geredet. Fällt euch das auf? Ich denke also nicht, dass damit Gemeinden angesprochen werden sollen, die ganze Hallen mit tausenden Besuchern füllen. Das Reich der Himmel ist den wenigen nahe, die wirklich alle Freuden des jetzigen Lebens vernachlässigen, um stattdessen das zu verkörpern, was vor dem allein wahren Gott Geltung hat, vor dem Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, also vor dem Heiligen Israels, welcher der Vater von Jesus Christus ist. Und auch für uns wird der allein wahre Gott als Vater gelten, wenn wir bemüht sind, Jesus ähnlich zu sein in unserem Denken und unserem Tun. Es ist egal, wie wenig man auf Erden besitzt, ob man üppige Mengen an Speise hat oder schöne Kleidung trägt oder vielmehr auf sowas verzichtet. Es ist auch egal, ob man hier auf Erden irgendwelche Vergnügungen oder einen tollen Namen hat. Jesus kümmerte sich um sowas nie. Es geht darum, immer wieder Gutes zu tun in ausgiebigem Maß, denn das ist das Wesen unseres Vaters, von dem Jesus Zeugnis gab, weil Jesus Gott ganz genau kennt. Gott teilt völlig unverdient denen Gutes aus, die bedürftig sind. Daher lesen wir auch in den Versen 33 und 34:
Verkauft eure Habe und gebt Almosen! Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht vergeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt.
Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Hier fordert Jesus konkret dazu auf, Almosen auszuteilen. Einfach so. Das ist eine Anweisung für uns. Wo immer uns Bedürftige auffallen, die etwas brauchen, und wir sind fähig zu geben, sollen wir geben. Das wird im Himmel nicht vergessen. Und wenn wir dort ankommen, wird es uns vergolten. Und genau das soll auch unser Beweggrund sein, warum wir das überhaupt tun. Wir geben nicht etwa Almosen, weil wir das dankbare Lächeln der Bedürftigen sehen wollen, und wir geben auch nicht Almosen, um dabei stehende Menschen zu beeindrucken, die uns zuschauen. Wir geben Almosen, weil das Reich der Himmel in lauter Barmherzigkeit besteht. Wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz. Unser Herz muss am Himmel hängen, an der Sehnsucht danach, dort zu sein und auch hier auf Erden im Rahmen unseres eigenen Lebenswandels schon davon Zeugnis zu geben, was im Himmel Wert hat. Dann werden wir es automatisch leicht haben, wenn wir versuchen, die Werke zu tun, die des Himmels würdig sind, aus dem Glaube heraus. Wer aber das Almosen geben verweigert, oder wer es als Mittel benutzt, um dadurch Vorteile zu erreichen, dessen Herz ist nicht im Himmel. Also das Herz eines solchen Menschen, wenn dieser die echte Nachfolge antreten will, ist dann noch gar nicht dort, wo es hingehört. Hier in dieser Welt gibt es doch nur massenweise Betrügereien und sehr häufig auch Untreue und Undankbarkeit. Darum handelt jeder töricht, der sein Herz dieser Welt gibt. Unsere Gedanken sollten möglichst nur noch zum Himmel gerichtet sein, sobald wir uns eingestehen konnten, dass hier in dieser Welt ständig nur ein sinnloses Treiben geschieht.
Als nächstes finden wir Verse vor, die zur Wachsamkeit ermahnen und fast schon so wirken, als wären sie aus der Endzeitrede von Jesus herausgerissen. Es steht geschrieben in Vers 35 und 36:
Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lichter brennend;
und seid Menschen gleich, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun.
Dieser Text im Zusammenhang mit den davor stehenden Versen sagt aus, dass die Wiederkunft von Jesus nahe ist bzw. sein müsste und man eben deswegen auch keine großartigen Zukunftspläne mehr auf der Erde machen muss, sondern man soll sich allezeit völlig darüber im Klaren sein, dass Jesus jeden Augenblick an die eigene Tür klopfen könnte, um seine Leute abzuholen. Und unabhängig davon, dass die Wiederkunft schon extrem lange auf sich warten lässt und Lukas hier möglicherweise etwas falsch verstanden hatte, kann man sich als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin durchaus mal selbst prüfen, indem man sich fragt: „Wie abreisefertig bin ich eigentlich? Wenn Jesus heute an meine Tür klopft, gehe ich dann mit?“
Einen ganz besonderen Spruch von Jesus lesen wir in Vers 37. Dort steht:
Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen.
Dieser Vers ist ernst gemeint. Jesus selbst wird uns, die wir seine Knechte und Mägde sind, nach der Wiederkunft bedienen. Und das ist etwas, was wir unbedingt begreifen müssen, weil wir ansonsten gar nicht erst ins Reich der Himmel hineinkommen. Jesus selbst, der König, wird uns bedienen, weil er dadurch unter Beweis stellt, der Beste zu sein. Er hat die größte Demut, und wir, die wir bedient werden, haben dadurch das Zeugnis, dass wir unbedeutender sind als er. Das ist es, was man verstehen muss, und zwar schon jetzt in der Zeit, die man auf der Erde hat. Die Geringsten sind die Wertvollsten und wer es schafft, aufrichtig die Leute zu bedienen, die theoretisch unter ihm stehen müssten, der ist besonders ehrenhaft im Himmel. Und Jesus selbst erfüllt das natürlich in makelloser Weise. Wer aber dieses Prinzip nicht verinnerlicht, dem fehlt etwas Wichtiges. Denn das Reich der Himmel ist völlig anders als diese böse Welt und die Herrschaftssysteme, die hier ständig entstehen, weil diese nämlich auf Täuschung und Unterdrückung basieren. Solchen Unsinn gibt es hier in dieser Welt, aber bei Jesus nicht.
Es weiß aber niemand, wann genau Jesus wiederkommt. Man könnte es nur vermuten, und genau darum geht es auch in den nächsten Versen, denn wir lesen in Vers 38 bis 40:
Und wenn er in der zweiten Nachtwache kommt oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet, glückselig sind jene Knechte!
Das aber erkennt: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.
Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.
Jesus will also seine Leute allezeit in einem Zustand haben, wo sie rein theoretisch zur sofortigen Abreise bereit wären. Sogar unabhängig davon, ob die Reise überhaupt zu ihrer Lebzeit passiert. Allerdings ist die Wiederkunft damit vergleichbar, dass Jesus in ein Haus einbricht, das ihm nicht gehört, weil nämlich die gesamte Erde an den Teufel übergeben ist. Und der Teufel wird sehr zornig sein, wenn man einfach etwas aus seiner Welt rausholt. Denn auch wenn wir nach echter Buße und korrekter Taufe im Wasser auf den Name Jesus Christus eigentlich gar nicht mehr Eigentum des Teufels sind, so laufen wir doch immernoch in seiner Welt herum, und es scheint ihm lieber zu sein, diese Fremdlinge, also uns, in der Welt zu haben und sie vielleicht doch irgendwann wieder zurückzubekommen durch Sünde, als wenn sie endgültig mitgenommen wurden. Deswegen würde der Teufel all seine Streitkräfte auf den Tag der Wiederkunft von Jesus Christus ausrichten, wenn er den Tag kennen würde, und somit ist es besser, dieses Datum als Geheimnis zu bewahren. Es soll sogar sehr überraschend passieren, denn Jesus sagt laut Vers vierzig aus, dass die Wiederkunft gerade dann passiert, wo es eigentlich keiner für möglich gehalten hätte.
Als nächstes betrachten wir die Verse 41 bis 44. Dort steht:
Da sprach Petrus zu ihm: Herr, sagst du dieses Gleichnis für uns oder auch für alle?
Der Herr aber sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Haushalter, den der Herr über seine Dienerschaft setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die verordnete Speise gibt?
Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird!
Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.
Die Reaktion von Jesus ist gleichbedeutend damit, dass er auf Petrus antwortet: „Ich sage das Gleichnis für alle Gläubigen.“
Ein jeder Mensch, der eine Aufgabe bekommen hat, der muss diese auch umsetzen und soll am Tag der Wiederkunft bei genau diesem Tun überrascht werden, denn dann ist es gut so.
Und für Menschen, die ihre Aufgaben nicht erfüllen wollen, weil sie denken, die Wiederkunft wäre noch sehr fern und es würde ihnen nichts passieren, sofern sie die von Jesus auferlegte Arbeit verwerfen und sich lieber Ausschweifungen hingeben, sagt Jesus einen deutlichen Tadel im Vorfeld, denn es steht geschrieben in den Versen 45 bis 48:
Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! und anfängt, die Knechte und die Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn entzweihauen und ihm sein Teil mit den Ungläubigen geben.
Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und sich nicht bereithielt und auch nicht nach seinem Willen tat, wird viele Schläge erleiden müssen;
wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge erleiden müssen. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern.
An diesen Versen erkennt man eindeutig, dass es nur ein schlechtes Ende nehmen kann, wenn man die zugeteilte Aufgabe, sofern vorhanden, zugunsten eigener Vergnügungen verwarf und sogar die Leute würdelos behandelte, die wünschten, dass man seinen Dienst ordentlich ausführt.
Es ist auch ein wenig erschreckend, wie Jesus hier davor warnt, dass man doppelt so schlimm bestraft wird wie Ungläubige, wenn man das Evangelium kannte, aber die damit einhergehende Lehre überhaupt nicht befolgen wollte. Das klingt heftig, ist aber dennoch ein Teil von Gottes Gerechtigkeit. Wenn man das echte Evangelium hat, muss man es wie einen Schatz fest umklammern und darf es nicht einfach als Dreck achten. Denn sowas ist schlimmer, als gar nicht erst das Evangelium gehört zu haben, da es in allen Tagen der Welt niemals eine bessere Botschaft von Gott geben wird.
In den nächsten Versen kündigt Jesus als Gleichnis an, wie er die Kreuzigung ertragen muss und dass hinterher dann ein heiliges Feuer auf der Erde angezündet werden kann, womit die Ausgießung des Heiligen Geistes gemeint ist, den er nach seiner Himmelfahrt erben wird. Es steht geschrieben in den Versen 49 und 50:
Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu bringen, und wie wünschte ich, es wäre schon entzündet!
Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist!
Jesus war in seinem Herzen sehr bedrängt von dem, was ihm bevorstand. Das würde definitiv jedem von uns auch so gehen, wahrscheinlich noch viel intensiver, wenn wir das Leiden schon ganz genau kennen würden, bevor es passiert. Das verlangt einem Mensch wirklich eine enorme Tapferkeit ab, sowas zu akzeptieren und dann auch noch freiwillig auf dieses Elend zuzusteuern, damit der hohe Plan Gottes erfüllt wird, von dem alles Heil abhängt.
Und ganz unabhängig davon, ob die Menschen überhaupt verstehen, was Jesus mit seiner Gleichnisrede meint, gibt er ihnen auch noch eine deutliche Warnung, denn es steht geschrieben in den Versen 51 bis 53:
Meint ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf Erden zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung!
Denn von nun an werden fünf in einem Haus entzweit sein, drei mit zweien und zwei mit dreien;
der Vater wird mit dem Sohn entzweit sein und der Sohn mit dem Vater, die Mutter mit der Tochter und die Tochter mit der Mutter, die Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
Die hier beschriebene Entzweiung wird wie von selbst entstehen um des Namens Jesus willen, wenn einige aus einer Familie Jesus annehmen und ihm nachfolgen in Wahrheit, während der Rest der Familie das für einen schweren Fehler hält, es verweigert und dann auch regelrecht aggressiv deswegen wird. Diese Umstände werden dazu führen, dass diese Leute, obwohl sie eine Familie sind, kaum noch friedlich miteinander unter dem selben Dach wohnen können. Und das ist etwas, worauf man im Herzen gefasst sein muss, wenn man die persönliche Nachfolge Jesu ernst nimmt. Man muss für den Zustand bereit sein, dass sich dann vielleicht die eigene Familie gegen einen wendet und man letztlich, weil man Jesus bevorzugt, auch nur noch Jesus an der eigenen Seite hat, aber die Eltern und die eigene Ehefrau und die Geschwister nicht mehr. Diesen Zustand gilt es dann um der Nachfolge willen zu erdulden, auch wenn es oftmals sehr bedauerlich ist für das eigene Gefühlsleben. Ich glaube, da werden nur ganz wenige sagen können: „Mir doch egal, wenn die mich ablehnen! Ich habe meine Familie auch vorher schon ätzend gefunden, weil sie immer unbarmherzig waren!“
Bei der Mehrheit der in die Nachfolge eingetretenen Menschen wird es wohl eher so sein, dass es ihr Herz bedrückt, wenn sie ihre Familie verlieren. Aber wenn im Himmel klar ist, dass Jesus nun die Nummer 1 des eigenen Lebens ist, dann kann es auch sein, dass die Familienmitglieder wie von einer unsichtbaren Hand irgendwann dazu bewegt werden, sich wieder zu beruhigen. Da muss man abwarten, was der Ratschluss Gottes ist. Und niemals darf man die Familie gegenüber Jesus bevorzugen, denn es ist Gottes Befehl, dass wir auf Jesus hören müssen.
Wir haben jetzt nur noch einen letzten Abschnitt vor uns, und dann sind wir auch mit diesem Kapitel durch. In den Versen 54 bis 59 lesen wir:
Er sprach aber auch zu der Volksmenge: Wenn ihr das Gewölk aufsteigen seht vom Westen her, so sagt ihr sofort: Es gibt Regen!, und es geschieht auch so.
Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß!, und es geschieht auch so.
Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr beurteilen; wie kommt es aber, dass ihr diese Zeit nicht beurteilt?
Und warum entscheidet ihr nicht von euch selbst aus, was recht ist?
Denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Mühe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis wirft.
Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Groschen bezahlt hast!
Wenn Jesus hier fragt, warum wir nicht von uns selbst aus entscheiden, was recht ist, dann muss man sehr aufpassen, dass man diese Äußerung nicht falsch einordnet. Jesus sagte das, weil er die Menschen davon abhalten will, dass sie wegen jeder kleinen Streitigkeit sofort zum Gerichtsgebäude gehen und deshalb eine Gerichtsverhandlung fordern. Es wird wohl manche Vorkommnisse auf der Erde geben, die man nur mithilfe eines unabhängigen Richterspruchs klären kann, aber wenn meinetwegen zwei Bauernhöfe nebeneinander sind und die Tiere des einen laufen unverhofft auf den Acker des anderen und machen einen Teil der Ernte kaputt, dann kann man in solch einem Fall ruhig mal unter vier Augen miteinander reden und entscheiden, wie man diesen Schaden nun gerecht ausgleicht, anstatt dass man deswegen extra Anzeige erstattet und die Behörden einbezieht. Und besonders wichtig ist ja, dass man dann auch mit dem Urteilsspruch leben muss, den der Richter ergehen ließ, selbst dann, wenn man persönlich die Strafe eigentlich zu hart findet. Deswegen ist es besser, dass die Menschen versuchen, sich zu versöhnen und eine Übereinkunft bei erlittenem Schaden zu schließen, als dass sie sich an Obrigkeiten wenden. Das ist es, was Jesus hier lehrt.
Und ansonsten tadelt er in den Versen davor die Menschen, weil sie sich idiotisch benehmen bei den Zeichen, die offenkundig von Gott sind und direkt vor ihren Augen geschehen. Denn sie reagieren darauf mit einer derart ekelhaften Heuchelei, dass sie trotzdem so tun, als wäre nichts, und als hätten sie nichts gesehen. Dieses Verhalten war bei den religiösen Autoritäten besonders häufig zu beobachten, aber offensichtlich geschah das auch in der Mitte des Volkes.
Und nun haben wir auch dieses Kapitel bewältigt. Was lernen wir besonders daraus, und was bringt es uns für unsere eigene Nachfolge?
Wir lernen aus diesem Kapitel viele Dinge, die Jesus gegen weltlichen Besitz gesagt hat. Für unsere eigene Nachfolge sollte uns besonders der Spruch als kostbar gelten, dass niemandes Leben von dem Überfluss abhängt, den er auf Erden hat, und dass wir uns selbst hüten müssen vor Habsucht. Auch das kleine Gleichnis, das Jesus diesbezüglich sagte, darf man nicht übersehen, sondern sollte es bedenken. Wer dies nicht ins Herz fallen lässt, bei dem geht die Nachfolge schief. Man kann unweigerlich aus diesem Kapitel lernen, dass Jesus selbst gegen weltlichen Wohlstand war, und gegen weltliches Profitdenken. Wenn irgendwer versuchen würde, Jesus anders darzustellen, würde er ganz offensichtlich einen falschen Jesus predigen. Auch die Aussage, dass Jesus in den Familien Entzweiungen verursacht, ist etwas, was wir nicht vergessen dürfen und was wir in der Nachfolge wohl als eine Art Test betrachten müssen, damit erwiesen werde, ob wir wirklich treu sind.
Und nachdem ich all dies gesagt habe, kommt dieses Video zu seinem Ende.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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