Text zu "Bibellehre - Kapitel 17 in Evangelium des Lukas"

Link zum Video: https://youtu.be/ioLPMcZ3Yh8

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 17 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir finden in diesem Kapitel zunächst ein paar von Jesus geäußerte Ermahnungen. Es steht geschrieben in den Versen 1 und 2:

Er sprach aber zu den Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Anstöße zur Sünde kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen! 
Es wäre für ihn besser, wenn ein großer Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde, als dass er einem dieser Kleinen einen Anstoß zur Sünde gibt. 

Dies ist also eine allgemein gültige Ermahnung. Wenn man andere Menschen dazu reizt, dass sie sündigen, dann ist das eine sehr böse Tat, die großen Zorn im Himmel verursacht. Es ist niemals ein Werk der Gerechtigkeit, andere Menschen zum Sündigen motivieren zu wollen. Das ist eine Lektion, die man als Jesus-Nachfolger längst verinnerlicht haben sollte. Und wer diesen Fakt nicht annehmen will und meint, er könnte andere Menschen zur Sünde reizen, weil er herausfinden will, ob sie sich überreden lassen, und dann behauptet er, er hätte das für einen guten Zweck getan, der kennt Jesus nicht und braucht auch die Nachfolge gar nicht erst zu beginnen.
Weiterhin lesen wir folgendes in Vers 3:

Habt Acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm. 

Zuerst werden wir durch diese Worte dazu aufgefordert, dass wir unsere eigenen Taten einschätzen sollen, und nicht die der Anderen. Wer immer nur auf das Tun der Anderen schaut und nicht sich selber prüfen will, der macht definitiv etwas falsch. Falls es aber wirklich so ist, dass ein anderer sich an uns versündigt hat, so sagt Jesus zu uns, wie es auch im dritten Buch Mose in Kapitel 19 schon an einer Stelle befohlen wird, dass wir ihn dann zurechtweisen sollen, also der Wahrheit gemäß. Und wenn es ihn reut, dann sollen wir ihm unbedingt vergeben. Das ist eine Anordnung von Jesus selbst. Es wäre dann gar nicht mehr anders denkbar. Außerdem sagte Jesus laut Vers 4:

Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigte und siebenmal am Tag wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben. 

Diese Worte klingen vielleicht herausfordernd, sind aber dennoch wahr. Es werden sich ständig wieder Menschen an uns verfehlen, aber dies darf nicht unsere Bereitschaft zur Vergebung hemmen. Diese tiefe Bereitschaft zu umfangreicher Vergebung gehört in das Herz eines jeden Jesus-Nachfolgers und einer jeden Jesus-Nachfolgerin hinein. Aber nicht nur für reichlich Menschen der heutigen Zeit ist das schwer anzunehmen, sondern auch für die Apostel war es schwer annehmbar. Deshalb lesen wir in Vers 5:

Und die Apostel sprachen zum Herrn: Mehre uns den Glauben! 

Eine solche Reaktion kann man eigentlich nur bringen, wenn man an sich merkt, dass Widerspenstigkeit im Herzen ist. Jesus sagt den Aposteln etwas, und sie kriegen es nicht hin, das zu glauben. Und nun wollen sie, dass Jesus ihnen eine Hilfe gibt, um Glaube zu entwickeln. Aber für das Glauben ist man selber verantwortlich. Das wird nicht von jemand anderem gemacht! Und wenn man anfangen würde, die Wahrheit zu glauben, dann wäre man von Gott behütet. Daher sagte Jesus laut Vers 6:

Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

Diese Äußerung ist gleichbedeutend damit, dass Jesus sagt: „Warum lasst ihr euch durch euer verkehrtes Herz davon abhalten, die Dinge zu glauben, die gelehrt werden? Gott würde mit euch sein, wenn ihr endlich mal glauben würdet, und wäre es auch nur ein bisschen. Ihr würdet Großartiges erleben, wenn ihr aus dem menschlichen Irrsinn rauskommt und in Gottes Wort wandelt, weil ihr es glaubt, denn Gott belohnt es!“

Man muss aber unbedingt aufpassen, wenn großartige Dinge im Leben passieren, dass man dann nicht etwa überheblich wird. Und wer als ein Diener handelt für das Reich der Himmel, der soll von sich selbst aus allezeit wie ein Diener denken. Darum lesen wir in den Versen 7 bis 10:

Wer aber von euch wird zu seinem Knecht, der pflügt oder weidet, wenn er vom Feld heimkommt, sogleich sagen: Komm her und setze dich zu Tisch? 
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendbrot, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und danach sollst du essen und trinken? 
Dankt er wohl jenem Knecht, dass er getan hat, was ihm befohlen war? Ich meine nicht! 
So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sprechen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren!

Diese Worte sind ziemlich wichtig. Wir dürfen nicht nach Ruhm gieren, und wir dürfen kein ausgiebiges Lob oder eine Sonderbehandlung einfordern, wenn wir gedient haben, sondern wir sollen sogar dann, wenn wir gute Erfolge verzeichnen, trotzdem unsere Leistungen als Belanglosigkeit betrachten, weil es an sich nichts Spektakuläres ist, wenn ein Knecht das tut, was ihm gesagt wurde. Man muss sehr aufpassen, dass man nicht abhebt im Herzen, sobald man im Namen von Jesus Christus auftritt und mühevoll irgendwelche Sachen ausgearbeitet hat, die viel Zeit kosteten. Als Knecht im Haus des Messias ist das alles nur selbstverständlich, darum soll einen keiner loben oder überflüssigerweise mit Vorzug behandeln. Sowas erwartet man in der Nachfolge nie, und wenn es trotzdem mal passieren sollte, dann passiert es ohne eigenes Einfordern.

Als nächstes lesen wir eine Heilungsgeschichte aus den Versen 11 bis 19. Es steht geschrieben:

Und es geschah, als er nach Jerusalem reiste, dass er durch das Grenzgebiet zwischen Samaria und Galiläa zog. 
Und bei seiner Ankunft in einem Dorf begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben. 
Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich über uns! 
Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein. 
Einer aber von ihnen kehrte wieder um, als er sah, dass er geheilt worden war, und pries Gott mit lauter Stimme, 
warf sich auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter. 
Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 
Hat sich sonst keiner gefunden, der umgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling? 
Und er sprach zu ihm: Steh auf und geh hin; dein Glaube hat dich gerettet!

Bei diesem Bericht kommt es nicht unbedingt darauf an, dass die Aussätzigen sich bereits auf den Weg zum Priester machten, als sie noch gar nicht rein waren, da die Heilung unterwegs geschah, sondern wichtig ist hier diese seltene Moral, die nur ein einziger zeigt. Er kehrt um und preist den Gott Israels aus Freude über die Heilung. Er hat alle Ehre dem allein wahren Gott gegeben, und danach ging er zu Jesus, um sich zu bedanken. Das ist mal echte Anerkennung! Die anderen haben dies nicht getan. Wer weiß, ob die überhaupt Anerkennung für Gott im Herzen hatten? Und Jesus sagt zu dem einen, dass er einen Glaube hat, der ihn rettet. Denn der Glaube von diesem einen Mann geht darüber hinaus, dass man sagt, was man will, und dann wieder verschwindet. Der Glaube von diesem Mann besteht darin, dankbar zu sein für das Empfangene und deswegen Gott zu preisen und sich niederzubeugen vor dem von Gott gesandten Messias. Solches Verhalten ist wahrer Glaube, aber einfach rufen und dann mit der Heilung von dannen ziehen, das ist ein Verhalten, welches man eher den Ungläubigen bzw. den Heuchlern des Glaubens zuordnen muss. Und zu aller Überraschung ist dieser Mann, der den Gott Israels pries, sogar ein Mensch aus einem verachteten Nachbarland gewesen, wo viele Menschen Götzenfiguren anbeten. Ausgerechnet so einer, der sich traditionell gar nicht an den Gott Israels gebunden fühlt, hat ihn gepriesen. Da merkt man deutlich die Bereitwilligkeit, das Alte abzulegen und stattdessen die Wahrheit zu ergreifen. Und genau so, wie nur ein Mann von zehn Männern in rettendem Glaube handelte, kann man auch bezogen auf die gesamte Menschheit davon ausgehen, dass nur maximal zehn Prozent der Menschen Interesse an der echten, persönlichen Nachfolge Jesu haben, wie es der Wahrheit entspricht. Und sogar diese Zahl ist bereits eine sehr großzügige Schätzung, die gegebenenfalls zu hoch angesetzt wurde.

Vielleicht erinnert sich aber auch jemand daran, wie wir in Kapitel 14 schon davon gelesen haben, dass Jesus mit den Pharisäern am Tisch saß und ihnen sehr bedeutsame Dinge über Demut und Wohltätigkeit erklärte, sie aber wollten allein über das Kommen des Reiches Gottes etwas hören und bekamen dann ein Gleichnis vorgesetzt, welches eine schwere Ermahnung ist. Wenn wir nun weiterlesen, werden wir erneut merken, dass die Pharisäer Jesus maximal dann zuhörten, wenn es um das Kommen des Reiches Gottes geht, denn es steht geschrieben in Vers 20:

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. 

Diese Aussage ist vielleicht für manch einen Mensch irritierend, aber wir müssen sie auf jeden Fall ernstnehmen. Man kann das kommen des Reiches Gottes nicht beobachten. Das sagt Jesus einerseits deshalb, weil seine Wiederkunft extrem schnell passieren wird, aber gleichzeitig sagt er es auch, weil er bereits vor seiner Wiederkunft schon in den Weltlauf eingreifen kann, sobald er die Königsherrschaft bekommen hat und weil er sogar in den Tagen seiner Verkündigung auf Erden schon in gottgegebener Vollmacht unterwegs war. Und die Größe des Reiches der Himmel auf Erden hängt zu einem Großteil damit zusammen, wie viele Menschen glauben und wie groß ihre Bereitwilligkeit ist, alles so zu tun, wie Gott es will und nicht wie Menschen es verlangen. Aber die Regungen im Herzen des Menschen, die in ihm Glaube hervorsprossen oder verdorren lassen, sind für alle Außenstehenden unsichtbar. Deswegen kann man allgemein die Ausbreitung des Reiches Gottes im Unsichtbaren, wie es vor der Wiederkunft schon passieren kann, nicht einfach beobachten oder messen. Das geht nicht. Es geschieht einfach zu viel auf unsichtbarer Ebene. Deswegen sagt auch Jesus in Vers 21:

Man wird nicht sagen: Siehe hier!, oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. 

Jesus sagt, dass das Reich Gottes mitten unter ihnen ist, weil er selber gerade bei ihnen in der Mitte sitzt, denn er selbst ist ja frei von Sünde und deshalb ist die geistliche Herrlichkeit um ihn herum besonders groß. Ähnlich wird es auch bei seinen Nachfolgern sein, wenn er selber dann schon in den Himmel zurückgenommen wurde. Auch bei uns Jesus-Nachfolgern und Jesus-Nachfolgerinnen ist dann, wenn wir genau so wie Jesus leben, das Reich Gottes in der Mitte aller Menschengruppen, in die wir hineingehen. Denn die Herrlichkeit vom Himmel wird vor uns hergehen um der reinen Gesinnung willen. Das wird nicht von uns selber gemacht, sondern Gott tut es. Unser eigener Teil ist nur der, dass wir alles vermeiden, was in Gottes Augen böse ist, und treu dienen in allen Worten, die wir reden sollen, und in Gebeten, falls es gewünscht ist, dass wir für jemanden beten, der glaubt. Allerdings werden wir es sehr selten erleben, dass Glaube entsteht bei den Menschen. Und dazu passend sagt Jesus in Vers 22:

Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen einzigen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen. 

Dieser Vers ist nebensächlich eine Anspielung darauf, dass die Herrlichkeit gering sein wird, wenn der Glaube klein wird, und dann sehnt man sich natürlich umso stärker danach, dass die Herrlichkeit wiederkommt, aber wenn man sich dagegen entscheidet, den Glaube an die Wahrheit zu leben, dann wird das nichts. Die Hauptbotschaft ist aber die, dass wir so selten auf echte Gläubige stoßen werden, dass es unsere Herzen betrübt und wir dann sehr stark in den Zustand verfallen, uns die Wiederkunft von Jesus zu wünschen, und zwar jetzt sofort, weil wir es kaum noch aushalten in dieser gottlosen Welt, in der sowohl religiös indoktrinierte Leute als auch allerlei Gottverleugner lauter Unsinn reden und mit ruhigem Gewissen Schandtaten verüben vor unseren Augen. Da werden wir gar nicht anders können, als zu sagen: „Jesus! Bitte komm endlich wieder!“ und es wird dennoch gar nichts dergleichen geschehen. Und dann werden wir so müde sein von der Schändlichkeit in der Welt, dass wir nach Anzeichen dafür suchen, wie nah die Wiederkunft ist und dass es nun wirklich nicht mehr lange dauert, damit wir endlich hier rausgeholt werden. Und bezüglich dem Suchen nach Anzeichen auf die ersehnte Wiederkunft sagt Jesus noch folgendes in den Versen 23 und 24:

Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier!, oder: Siehe dort! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach! 
Denn gleichwie der Blitz, der in einer Himmelsgegend erstrahlt, bis zur anderen leuchtet, so wird auch der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. 

Durch Vers 23 werden solche Glaubensgeschwister angedeutet, die ständig meinen, Hinweise zu geben, wann Jesus kommt oder ob er vielleicht schon lange hier ist. Aber die Anweisung von Jesus lautet, dass wir uns da nicht drauf einlassen sollen. Denn seine echte Wiederkunft passiert ganz plötzlich und unberechenbar, wie es ja in Vers 24 zum Ausdruck gebracht wird.

Jesus schiebt aber auch kurz eine Bemerkung ein, die mit den Tagen vor seiner Wiederkunft eigentlich gar nichts zu tun hat, denn wir lesen in Vers 25:

Zuvor aber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. 

Durch diese Worte hat Jesus erneut sein bevorstehendes Leiden angekündigt, das ihn in Jerusalem erwartete. Aber ab Vers 26 geht es wieder um die letzten Tage. Bis zum dreißigsten Vers lesen wir folgende Worte:

Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch sein in den Tagen des Menschensohnes: 
Sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging; und die Sintflut kam und vernichtete alle. 
Ebenso ging es auch in den Tagen Lots zu: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten; 
an dem Tag aber, als Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. 
Gerade so wird es sein an dem Tag, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. 

Durch all diese Verse will Jesus uns den Zustand der durchschnittlichen Bevölkerung unserer Umgebung erklären, der am Tag seiner Wiederkunft herrscht. Die Weltmenschen werden alle ganz normal ihrem Tagesgeschäft nachgehen und werden den Gedanke komplett verweigern, dass Jesus wiederkommen und irgendein schweres Unheil sie treffen würde. Denn die Leute in den Tagen der Sintflut haben so getan, als wäre nichts, und haben so gelebt, als sei alles wie immer. Und die Leute n Sodom und Gomorra haben auch so gelebt, als sei alles wie immer. Und als Lot seinen Schwiegersöhnen begreiflich machen wollte, dass der allein wahre Gott innerhalb der nächsten 24 Stunden den ganzen Ort mit Feuer und Schwefel vernichten wird, da haben die Schwiegersöhne ihn überhaupt nicht für voll genommen. Das kann man im ersten Buch Mose in Kapitel 19 nachlesen. Und genau diese gleiche Geisteshaltung wird auch die Gesamtbevölkerung haben an dem Tag, an dem Jesus wiederkommt. Sie werden ihren ganz normalen Alltag vollziehen und nichtmal im Traum daran denken, dass ein Unheil geschieht und Jesus wiederkommt.

Eine dringende Empfehlung im Zusammenhang mit der Wiederkunft lesen wir in den Versen 31 bis 33. Dort steht:

Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um dasselbe zu holen; ebenso, wer auf dem Feld ist, der kehre nicht wieder zurück. 
Gedenkt an Lots Frau! 
Wer sein Leben zu retten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten.

Durch diese Verse wird das wichtige Prinzip beschrieben, dass man sich überhaupt keine Gedanken darüber machen soll, was aus den weltlichen Besitztümern wird, die man hat. Die gesamte Existenz in der jetzigen Welt ist etwas, das es nicht wert ist, dem hinterher zu trauern, besonders am Tag der Wiederkunft. Man muss mit völliger Bereitwilligkeit eingestehen, dass man in dem Moment, wo Jesus wiederkommt, absolut alles und jeden auf Erden zurücklässt. Und diejenigen, die so viele Vorkehrungen wie möglich getroffen haben, um ihr Leben in der Welt zu verlängern, die werden genau deshalb dann umso mehr als Narren offenbar, wenn es ernst wird. Es werden sogar Familienmitglieder voneinander getrennt, in nur einem Augenblick, denn Jesus sagte laut den Versen 34 bis 36: 

Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei in einem Bett sein; der eine wird genommen und der andere zurückgelassen werden. 
Zwei werden miteinander mahlen; die eine wird genommen, und die andere wird zurückgelassen werden. 
Zwei werden auf dem Feld sein; der eine wird genommen und der andere zurückgelassen werden. 

Diese hochgradig bemerkenswerte Erzählung zeigt uns, dass die, welche Jesus gehören, nicht die ganze Zeit nur auf Knien waren und im Gebet gefleht haben, sondern auch sie haben einen gewöhnlichen Alltag gekannt. Jemand hat im Bett geschlafen, woanders hat jemand an der Mühle gearbeitet, und wieder woanders hat jemand Feldarbeit verrichtet. Und doch werden solche Leute mitgenommen. Das liegt daran, dass sie zwar ihren Alltag pflichtbewusst erledigten, wie sie es sich selbst auferlegt hatten, aber im Herzen die ganze Zeit nur hofften, dass Jesus bald wiederkommt und die nie irgendwas Sündiges taten seit ihrer völligen Buße. Denn Gott prüft allezeit die Herzen und befiehlt nach dieser Richtlinie auch das Aussuchen der Menschen, die entrückt werden. Wenn du einer bist, der ein komplett gereinigtes Herz hat und allezeit an Gottes Gebote denkt, um sie zu tun, dann ist es völlig egal, ob du im Augenblick der Wiederkunft gerade im Bett schläfst oder an deinem Arbeitsplatz beschäftigt bist oder Lobpreislieder hörst oder mit einem lauwarmen Christ im Gespräch bist und vergeblich versuchst, ihm zu erklären, dass Gott ein einziges Wesen ist und dass man ihm nicht einfach unterstellen kann, er hätte eine gespaltene Persönlichkeit, bestehend aus drei Personen, weil das eine schwere Beleidigung ist. Egal, womit du gerade beschäftigt bist: Du wirst in nur einem Augenblick entrückt werden, und der Mensch neben dir wird allein dastehen und sich wundern, wo du jetzt plötzlich hin bist.

Und im letzten Vers sieht es ganz so aus, als würden die Jünger wissen wollen, ob die Wiederkunft an einem speziellen Ort losgeht, denn wir lesen in Vers 37:

Und sie antworteten und sprachen zu ihm: Wo, Herr? Und er sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich die Geier.

Durch diese Worte sagt Jesus aus, dass man auf keinen Fall einer Menschenmenge nachfolgen soll, wenn sie an einen bestimmten Ort geht aufgrund der Behauptung, genau dort würde Jesus zeitnah erscheinen. Es wird nämlich viele törichte Leute geben, die das glauben, wenn es behauptet wird, und dann werden sie dorthin laufen. Wir aber als Jesus-Nachfolger glauben allein ihm, und deshalb denken wir daran, dass man das Kommen des Reiches Gottes nicht beobachten kann und dass dort, wo die Leute sich in großer Masse versammeln, nur ein geistlicher Leichnam wartet. Aber wenn wir Jesus nachfolgen, sind wir zum ewigen Leben gerufen, daher wollen wir uns nicht an irgendeinem Leichnam verunreinigen.

Und nun haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht. Was ist der Lerninhalt dieser Worte, und was nützt es uns für unsere eigene Nachfolge?

Eigentlich lernen wir hier nur, wie viel Wert Jesus auf Demut und Vergebung legt, und welche Äußerungen es unter Anderem über das Kommen des Reiches Gottes gab. Auch die Warnung vor Anstößen zur Sünde darf man nicht übersehen. Bezüglich unserer eigenen Nachfolge stechen für uns besonders die Worte heraus, dass wir uns immer, in absolut jeder Situation und nach jedem Werk, egal wie groß es ist, allein als nutzlose Knechte betrachten sollen. Dafür werden die Menschen von dieser Welt absolut kein Verständnis haben. Sie meinen, man bräuchte Stolz und Selbstbewusstsein im Leben, darum betrachten wir uns nicht um ihretwillen als unnütze Knechte, denn es würde sie nicht beeindrucken, sondern sie zur Widerrede motivieren. Deswegen sind wir Knechte um des Reiches der Himmel willen, welches anders funktioniert als ihr geistloser Verstand. Man muss allgemein damit leben können, dass man einem Reich dient, dessen Werte für die normalen Weltmenschen unbegreiflich sind und töricht aussehen, obwohl sie gar nicht töricht sind. Denn die, welche verkehrte Werte haben, da sie auf Stolz und Selbsterhöhung fokussiert sind, schüren Chaos, Unterdrückung und viele Ungerechtigkeiten, unser Wandel aber fördert den Frieden, den die Welt nicht kennt. Wir dürfen aber auch keinesfalls vergessen, wie Jesus gesagt hat, dass wir Tage haben werden, in denen wir uns unbeschreiblich danach sehnen, dass Jesus wiederkommt, und trotzdem wird nichts daraus. Das müssen wir fähig sein zu ertragen und dürfen uns keine Illusionen bauen, als würde Jesus nächste Woche schon wiederkommen, nur damit wir die nächste Woche überhaupt durchhalten. Unsere Nachfolge muss stakt sein unabhängig vom Datum der Wiederkunft. Und darüber Hinaus haben wir ja die Erklärung, dass das Reich der Himmel in unserer Mitte sein kann. Allerdings müssen wir dazu einen Glaube haben, der wenigstens so groß ist wie ein Senfkorn, was ja auf beinahe niemanden zutrifft, denn die allermeisten Menschen aus dem berüchtigten Leib Christi sind genau so unterwegs wie die Jünger in diesen Tagen: Sie erwählen lieber eigene Werte und wollen nicht glauben, was Jesus gelehrt hat. Aber in der echten Nachfolge Jesu geht es immer nur darum, das von Jesus Geäußerte völlig in sich zu behalten.

Und das soll nun reichen an Worten für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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