Text zu "Bibellehre - Kapitel 18 im Evangelium des Lukas Kapitel"

Link zum Video: https://youtu.be/gqCUF5y8mFE

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 18 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Am Anfang dieses Kapitels steht wieder ein bemerkenswertes Gleichnis. In Vers 1 lesen wir:

Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, dass es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden.

Hier werden wir darauf aufmerksam, zu welchem Zweck Jesus beginnt, ein Gleichnis vorzutragen. Er will seinen Jüngern beibringen, dass es nötig ist, viel im Gebet zu sein. Die alles Entscheidende Frage ist aber die, aus welchem Grund und zu welchem Zweck man beten soll, also an welche Art Beten Jesus dabei denkt, wenn er zu häufigem Beten aufruft. Wir lesen in den Versen 2 bis 6:

Und er sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute. 
Es war aber eine Witwe in jener Stadt; die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher! 
Und er wollte lange nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue, 
so will ich dennoch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht unaufhörlich kommt und mich plagt. 
Und der Herr sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! 

Wie man an diesen Worten deutlich erkennt, geht es um eine Witwe, die einen Widersacher hat. Sie hat Schwierigkeiten mit einem Mann, der ihr aktiv Unrecht tut. Und sie braucht einen Richterspruch, um mit der Gefahr fertigzuwerden. Sie will dabei nur diesen einen Richter um Hilfe bitten. Von ihm weiß sie, dass sie das richtige Urteil und eine ordentliche Vollstreckung bekommt. Deswegen hört sie auch nie auf, ihn mit aller Kraft zu bitten. Sie bedrängt ihn regelrecht, immer wieder, ohne müde zu werden, damit ihre Gefahrensituation endlich eine Erleichterung findet. Und der Richter in dem Gleichnis steht für unseren Vater im Himmel. Denn auch bei dem allein wahren Gott kann es passieren, wenn wir in Bedrängnis geraten und ihn um Hilfe bitten, dass er sich dann zunächst weigert, zu helfen. Der interessanteste Aspekt ist dann für Gott, wie der Mensch auf das Schweigen reagiert. Wird der Mensch Selbstjustiz üben? Oder wird er versuchen, die Hilfe von irgendwo anders her zu bekommen? Israel ist damals immer dann, wenn der Regen weniger wurde dank dem vielen Ehebruch im Land und dank der Verachtung der Witwen und Waisen, von Gott abfällig geworden und hat versucht, die Götzenfiguren der Heidenvölker um Hilfe anzuflehen, weil sie von dem echten Gott nicht das bekamen, was ihrem eigenen Gemüt entsprach. Und auch heutzutage gibt es nicht wenige Menschen, die zwar hören, dass Jesus der Weg zu Gott ist, die aber gleichzeitig nicht davor zurückschrecken, zu Wahrsagern zu gehen oder die okkulte Rituale ausprobieren, wenn sie durch ihre Gebete in Jesu Namen nicht bekommen, was sie wollen. Aber hier in dem Gleichnis geht es ja speziell um Bedrängung, die aufhören soll. Und auch da gibt es Leute, die sich denken: „Wenn Gott mir nicht hilft, dann helfe ich mir eben selbst!“, und dann werden sie gewalttätig oder rachsüchtig. Jesus will aber durch das Gleichnis allen begreiflich machen, dass es die einzige richtige Verhaltensweise ist, weiterhin zu dem allein wahren Gott zu beten, also gemäß dem Gleichnis bei dem einzigen Richter Hilfe zu suchen, von dem man ganz genau weiß, dass er helfen kann. Man geht nicht einfach zu einem fremden Richter und man will auch nicht den Kampf in die eigene Hand nehmen, um sich selber eine vermeintliche Rettung zu verschaffen. Denn die Witwe aus dem Gleichnis hat ja auch nicht bei einem Fremden Hilfe gesucht. Jesus sagte aber auch noch als Ergänzung laut den Versen 7 und 8:

Gott aber, wird er nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er auch lange zuwartet mit ihnen? 
Ich sage euch: Er wird ihnen schnell Recht schaffen! Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?

Hier merkt Jesus also an, dass er sehr gespannt ist, ob es den Glaube an den allein wahren Gott gibt, wenn er wiederkommt. Werden die Menschen ganz allein bei dem Gott Abrahams Isaaks und Jakobs Hilfe suchen und sonst nirgends, auch wenn in Bedrängnis eine Reaktion zunächst ausbleibt? Genau wie in diesem Gleichnis wird auch im echten Leben der Heilige Israels reagieren, wenn man nur bei ihm die Hilfe sucht. Doch wie viele Menschen gibt es, die das begreifen?

Wenn wir den nächsten Vers betrachten, dann stellen wir fest, dass es noch einen anderen Anlass gab, wegen dem Jesus ein Gleichnis vortrug. Es steht geschrieben in Vers 9:

Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die Übrigen verachteten, dieses Gleichnis: 

Man merkt deutlich, dass es Leute gab, die glaubten, sie wären gerecht, obwohl das gar nicht stimmte. Sie waren lediglich blind für eigene Fehler. Und sie machten vielleicht ein paar Dinge besser als die anderen, waren aber selbst noch lange nicht fehlerfrei. Und doch blickten sie mit Verachtung auf die Menschen in ihrem Umfeld, die nicht alles genau so machten wie sie selbst. Das dazugehörige Gleichnis von Jesus steht in den Versen 10 bis 14 und lautet folgendermaßen:

Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 
Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da. 
Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme! 
Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig! 
Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Ich glaube, bei den meisten Menschen erschließt sich das Gleichnis sehr leicht. Demut und Buße sind besser als Stolz und Überheblichkeit. Der Pharisäer hat einige Dinge getan, die der Zöllner nicht tat, und all diese Dinge sind gut. Es ist gut, wenn man Ehebruch und Raub verweigert und Ungerechtigkeit vermeidet, und es ist an sich auch nicht verkehrt, den Zehnten bezahlen zu wollen und Fastentage zu haben. Aber diese Dinge sind nicht gut genug, wenn man gleichzeitig sein Vertrauen auf Reichtum setzt, selbstverliebt ist und eine äußerst unbarmherzige Gesinnung hat, was ja bei Pharisäern nur allzu oft passierte. Bei diesen Details empfindet der Pharisäer gar keine Reue, und genau darin besteht das Problem. 
Der Zöllner weiß wahrscheinlich gar nicht im Detail, was Gott alles geboten hat, aber er erkennt, dass er nicht gerecht ist und fleht um Gnade, weil er weiß, dass sich an ihm etwas ändern muss und er im jetzigen Zustand nicht vor Gott bestehen kann. Theoretisch hätte das auch der Pharisäer nötig, weiß es aber nicht. Darum kann man den Zöllner eine größere Gerechtigkeit zurechnen als dem Pharisäer. Und Jesus will dadurch all die Menschen ermahnen, die auf andere herabschauen, obwohl sie selber auch noch Baustellen haben, die bearbeitet werden müssen. Ganz allgemein ist das Verhöhnen anderer ein Akt des Stolzes und soll nicht an uns gefunden werden. Wir dürfen und sollten zwar mal die schlechten Früchte erwähnen, die wir an anderen Menschen erkennen, wenn diese von sich behaupten, gläubig zu sein, aber danach ist es genug. Und man darf niemals vergessen, dass man sich selbst in der Prüfung halten muss, damit man es bemerkt, wenn man etwas falsch macht. 
Darüber hinaus ist dieses Aussprechen von Dank, wie es hier der Pharisäer tut, auch nur geheuchelt. Der Pharisäer liebt sich selbst, aber will seine Selbstliebe so formulieren, dass es klingt, als hätte es mit Gott zu tun. In Wahrheit ist er gar nicht dankbar dafür, dass die Hand Gottes ihn bewahrt hat vor Situationen, in denen er in Ehebruch oder sonstige Ungerechtigkeit verfallen wäre. Der Mensch will seine eigenen Ansprüche erfüllen und nennt dies nun ein Werk Gottes, damit Gott überhaupt irgendwie Platz hat in seinem Leben voller Selbstgerechtigkeit. Aber das ist nicht das, was Gott will. Wir sollten Gott nur für die Dinge dankbar sein, bei denen wir wirklich alles in seine Hand legten und er es dann gut machte, aber nicht für das, was wir unbedingt festhalten wollen zur eigenen Zufriedenheit. Es gibt nämlich Menschen, die halten sich selbst für von Gott geleitete Personen, aber in Wahrheit sind sie doch nur in ihrem Ego verfangen und danken Gott dafür. Vor dieser Sache muss man sich in der Nachfolge hüten, damit sie nicht etwa auch im eigenen Leben passiert.

In den nächsten Versen lesen wir etwas darüber, dass Jesus ein paar Kinder segnen sollte. Es steht geschrieben in Vers 15 bis 17:

Sie brachten aber auch kleine Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Als es aber die Jünger sahen, tadelten sie sie. 
Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. 
Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gar nicht hineinkommen!

Bei diesen Kindern sollte man bedenken, warum die Jünger sie tadelten. Die Jünger waren ganz normale Männer von dieser Welt. Stramme Burschen, die auf Körperkraft und Temperament Wert legen und die sich dem Stärksten unterordnen und selbst stark und wichtig sein wollen. Und sie erwarten, dass auch die Knaben eine in diese Richtung gehende Mentalität haben, um etwas zu gelten. Auch die Knaben sollen schon kühn und draufgängerisch sein, sie sollten auf Kraft und Aktivität bedacht sein und einen starken Eindruck erwecken. Wenn aber ein Knabe sowas nicht an sich hatte, war er ein Schwächling oder ein Sonderling, ein sprichwörtlicher Jammerlappen. Mit solchen Augen schaut man unter den Weltmenschen bereits von Kindheit an auf alle, die still sind, und nachdenklich, und demütig. Manche sind sogar derart verdorben in ihren fleischlichen Gedankengängen, dass sie hinter einem stillen Wesen eine Krankheit vermuten. Und da nun die Kinder getadelt wurden, wobei der Tadel von den Jüngern ausging, sind es wohl eben solche Kinder gewesen, die den Jüngern nicht passen, weil sie nicht mannhaft genug auftreten. Jesus aber macht hier klar, dass genau solchen Kindern das Reich der Himmel offen steht. Also gerade die, die gehänselt werden, weil sie kein starkes Auftreten haben wollen, werden im Reich der Himmel umso mehr geliebt. Denn im Himmel gibt es niemanden, der sich selbst zur Schau stellt und möglichst viel am Protzen ist, sondern dieses Verhalten ist im Himmel zutiefst verachtet. Und es bleibt zu hoffen, dass die Jünger dies so begreifen konnten, aber das wird ihnen gewiss nicht leicht gefallen sein.

Als nächstes werden wir in dem Kapitel darauf aufmerksam gemacht, dass ein sehr wohlhabender Mann Jesus danach fragte, was er tun muss, um ewiges Leben zu erlangen. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 18 bis 22:

Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? 
Da sprach Jesus zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! 
Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!«
Er aber sprach: Das alles habe ich gehalten von meiner Jugend an. 
Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach! 

Zuerst protestierte Jesus dagegen, dass er guter Meister genannt wurde, denn er ist nicht gut. Nur Gott ist gut. Und dann macht Jesus darauf aufmerksam, dass man die Gebote halten muss, um ewiges Leben zu erben. Jesus zitiert aus den heiligen zehn Geboten Gottes, und als der Mann erwähnt, dass er dies alles schon lange hält, sagt Jesus nur noch, der Mann soll sein komplettes altes Leben aufgeben samt allem Besitz und ihm nachfolgen. Als aber die Sache mit dem Aufgeben des Besitzes zur Sprache kam, gefiel das dem Obersten überhaupt nicht, denn wir lesen in den Versen 23 und 24:

Als er aber dies hörte, wurde er ganz traurig; denn er war sehr reich. 
Als aber Jesus ihn so sah, dass er ganz traurig geworden war, sprach er: Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes hineinkommen! 

Offensichtlich verursachte die Reaktion von Jesus eine ganz betrübte Stimmung. Jesus nahm das aber nicht etwa zum Anlass, um sich bei dem Obersten dafür zu entschuldigen, sowas gesagt zu haben, sondern er macht noch energischer auf die Ernsthaftigkeit der Verkündigung aufmerksam, indem er sagt, dass reiche Menschen nur schwer ins Reich Gottes hineinkommen. Er sagte sogar folgendes laut Vers 25:

Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt. 

Dieser Spruch ist absolut heftig. Aber man muss natürlich zur damaligen Zeit gelebt haben oder sehr gute historische Kenntnisse haben, um den Spruch zu verstehen. Das Nadelöhr war ein winziger Eingang an der Stadtmauer, den man bei Nacht benutzen musste, um in eine Stadt hineinzukommen. Aber weil er so klein und eng ist, würde es extrem viel Aufwand kosten, ein Kamel da hindurch zu drücken, und das Kamel würde sich unfassbar widerspenstig benehmen, wenn man es dort hindurchbringen will. Das wäre eine extreme Zerreißprobe für die eigenen Nerven, so schlimm, dass viele das gar nicht erst versuchen würden mit ihrem Kamel. Deswegen lesen wir auch in Vers 26:

Da sprachen die, welche es hörten: Wer kann dann überhaupt errettet werden? 

An dieser Reaktion merkt man, dass die Jünger ganz genau wussten, was Jesus sich denkt bei diesem Spruch. Und da sie nun fragen, wer überhaupt gerettet werden kann, da ja kein Mensch von dieser Welt gerne seinen Besitz loslässt, lesen wir in Vers 27:

Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. 

Gott hat offensichtlich Wege, die auch solchen Menschen Rettung ermöglichen. Da darf man sich aber nicht dazu verführen lassen, sich diese Rettung falsch vorzustellen. Denn dieses Ermöglichen der Rettung sieht ganz gewiss nicht so aus, dass Gott zu dem Mensch sagen würde: „O, du bist ja reich! Naja, egal! Ich bin ja eh Gott, ich kann machen was ich will. Komm einfach rein!“
Die Menschen hätten das vielleicht gerne so, aber es widerspricht Gottes Wesen. Gott ist heilig. Bei ihm muss alles in Ordnung sein. Deswegen ist es so, dass Gott den reichen Menschen ihr Vermögen jederzeit wegnehmen kann. Und wenn sie dann nicht deswegen zu fluchen und zu schimpfen beginnen, sondern es als einen Ratschluss Gottes akzeptieren, dann gibt es für sie Hoffnung. Den Menschen ist es nicht möglich, ihren Besitz aus dem eigenen Leben zu entfernen, aber bei Gott ist es durchaus möglich, den Besitz aus ihrem Leben zu entfernen. Und wenn Gott jemanden gerettet sehen will, dann wird er das auch tun.

Außerdem lesen wir in den Versen 28 bis 30:

Da sprach Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt! 
Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Eltern oder Brüder oder Frau oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen, 
der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben!

Jesus will hier in Vers 30 ganz sicher kein Wohlstandsevangelium verbreiten, sondern er spielt wohl darauf an, dass alle gläubig gewordenen zusammenhalten werden nach der Bekehrung und dann auch alles gemeinsam haben. Dies soll als Ausgleich betrachtet werden. Am wichtigsten ist es aber, dass ein Loslassen der weltlichen Kostbarkeiten auch das ewige Leben sichert.

In den Versen 31 bis 34 wird berichtet, wie Jesus nochmal ganz deutlich und ungehalten sein bevorstehendes Leiden voraussagte. Wir lesen folgendes:

Er nahm aber die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles erfüllt werden, was durch die Propheten über den Sohn des Menschen geschrieben ist;
denn er wird den Heiden ausgeliefert und verspottet und misshandelt und angespuckt werden; 
und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tag wird er wieder auferstehen. 
Und sie verstanden nichts davon, und dieses Wort war ihnen zu geheimnisvoll, und sie begriffen das Gesagte nicht.

Man merkt an diesen Worten, dass die zwölf Apostel sich das besonders in diesem Moment überhaupt nicht vorstellen konnten, wie so etwas Grausiges jemals mit Jesus passieren würde, daher vermuteten sie, es wäre viel eher eine Gleichnisrede oder sowas.
Und ein letztes Ereignis, das in diesem Kapitel berichtet wird, ist die Heilung eines blinden Mannes in der Nähe der Stadt Jericho. Wir lesen folgendes in den Versen 35 bis 43:

Es geschah aber, als er sich Jericho näherte, da saß ein Blinder am Weg und bettelte. 
Und als er die Menge vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei. 
Da verkündeten sie ihm, dass Jesus, der Nazarener vorübergehe. 
Und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich! 
Und die vorangingen, geboten ihm, er solle schweigen; er aber rief noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich über mich! 
Da blieb Jesus stehen und befahl, dass er zu ihm gebracht werde. Und als er herangekommen war, fragte er ihn 
und sprach: Was willst du, dass ich dir tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehend werde! 
Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet. 
Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott; und das ganze Volk, das dies sah, lobte Gott.

Der blinde Mann hatte Jesus als Sohn Davids bezeichnet. Der ist scheinbar auf eine Art sehend gewesen, die vielen anderen Menschen fehlte. Aber natürlich wünschte sich dieser Mann sehr, dass er mit seinen körperlichen Augen sehen kann. Deswegen hat er sich auch nicht gebieten lassen, zu schweigen, sondern er hat unablässig nach Jesus gerufen. Und dann fragt Jesus ihn, was er an ihm tun soll. Das ist auch wichtig, wenn man den König um etwas bittet, dass man dann genau weiß, was man will, und nicht sinnlos plappert, ohne zum Punkt zu kommen. Es ist auch sehr schön, hier lesen zu dürfen, dass dieser Mann Gott pries nach der Heilung, und dass die mitgehende Volksmenge dies ebenfalls tat. Man kann nichts Besseres tun, wenn ein Wunderzeichen geschieht. Und dieser blinde Mann hatte wirklich ein suchendes und bereitwilliges Herz. Er merkte, dass Jesus der Messias ist und wollte nicht von ihm ablassen. Daher gab Jesus auch diesem Mann das Zeugnis, einen rettenden Glaube zu haben.

Das waren nun auch schon alle Verse des Kapitels. Was können wir daraus lernen, und was bringt es uns für unsere eigene Nachfolge?

Wir lernen hier in erster Linie, dass Jesus nicht davon abließ, auf möglichst vielfältige Weise den Menschen immer wieder die Gebote nahe zu bringen, die ein hohes Gewicht haben. Das erste Gleichnis spielt auf ein Vertrauen allein auf Gott an, und auf ein Klammern an Gott auch in der Drangsal, das zweite Gleichnis betont nochmal den Wert von aufrichtiger Demut, und in der Situation mit dem Mann, der nach dem Weg zum ewigen Leben gefragt hatte, nannte Jesus die heiligen zehn Gebote Gottes und merkte erneut an, dass man allen Reichtum loswerden soll. Ebenso hat er ja auch demütigen Kindern das Reich Gottes zugesprochen. Das sind alles Inhalte seiner Lehre, die er in früheren Situationen schonmal in anderer Weise verkündigte, aber er wurde scheinbar nicht müde, es einfach immer wieder den Menschen mit guten Worten vor die Augen zu stellen, worauf es ankommt, damit man die ewige Errettung erlangt. Und wenn wir durch dieses Kapitel sehen, dass Jesus nicht müde wurde, immer wieder von den unverzichtbaren Dingen zu reden, die mit den Geboten zusammenhängen, dann kann uns das dazu ermutigen, auch selbst niemals müde zu werden, wenn wir Dinge zum dritten oder zum vierten mal sagen müssen, die wir eigentlich schonmal erklärt haben. Solange es aufmerksame Zuhörer gibt, ist das ein wichtiger Dienst. Die Sache sieht natürlich anders aus, wenn die Leute es gar nicht annehmen wollen. Aber wenn sie mehrmals fragen, weil sie Mühe beim Lernen haben, dann brauchen wir eine genau so große Geduld, wie Jesus sie hatte.

Das soll nun reichen an Worten über das achtzehnte Kapitel.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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