Text zu "Bibellehre - Kapitel 19 im Evangelium des Lukas"

Link zum Video: https://youtu.be/EvrZfbrUxrQ

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 19 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Die letzte Reise von Jesus nach Jerusalem kommt so langsam zu ihrem Abschluss. Jesus war mittlerweile in der Stadt Jericho angekommen und dort gab es eine besondere Begegnung. Folgendes lesen wir in den Versen 1 bis 4:

Und er kam nach Jericho hinein und zog hindurch. 
Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, ein Oberzöllner, und dieser war reich. 
Und er wollte gerne Jesus sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Volksmenge; denn er war von kleiner Gestalt. 
Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er vorbeikommen. 

Dieser Mann, von dem hier geredet wird, hat sozusagen einen fragwürdigen Hintergrund. Er lebt in Reichtum, und wir wissen längst, dass sowas in der echten Nachfolge nicht geduldet wird. Darüber hinaus hat er Leute um ihr Geld betrogen durch das Einfordern deutlich zu hoher Abgaben, damit er sich die eigene Tasche füllt. Er lebte also in großer Sünde. Aber gleichzeitig gibt es da eine gewisse Faszination bezüglich Jesus, und er will unbedingt mehr erfahren. Sein Interesse ist derart groß, dass er extra auf einen Baum klettert, nur um Jesus erblicken zu können. Und ob die umstehenden Leute ihn dafür vielleicht auslachen, hat ihn in dem Moment wohl nicht interessiert. 
Weiterhin lesen wir in den Versen 5 und 6:

Und als Jesus an den Ort kam, blickte er auf und sah ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steige schnell herab; denn heute muss ich in deinem Haus einkehren! 
Und er stieg schnell herab und nahm ihn auf mit Freuden. 

Hier ist nun auch die große Freude von Bedeutung, die Zachäus hatte, denn man muss sich fragen: Hätte irgendwer anders eine derart große Freude gehabt, die wirklich aus tiefstem Herzen kommt, wenn Jesus um Herberge bittet? Wahrscheinlich nicht. Da aber Zachäus wegen seinem unrechtmäßig erworbenen Reichtum bei den Menschen besonders stark verhasst war, entstand natürlich ein ziemlich großer Verdruss, als Jesus bei diesem Mann einkehrte, denn wir lesen in Vers 7:

Als sie es aber sahen, murrten sie alle und sprachen: Er ist bei einem sündigen Mann eingekehrt, um Herberge zu nehmen! 

Laut diesem Vers haben sich also die meisten umstehenden Menschen ihren Unmut deutlich anmerken lassen, denn in ihren Augen war Zachäus ein hoffnungsloser Fall, ein durch und durch verdorbener Mann. Doch Jesus schien in Zachäus etwas Anderes gesehen zu haben. 
Jedenfalls ist die Vorstellung sehr naheliegend, dass Jesus dann im Haus von Zachäus mit ihm am Tisch saß und die ganze Lehre des Evangeliums in aller Ernsthaftigkeit erklärt hat, besonders den Teil, dass man nicht Schätze auf Erden sammeln soll, sondern Schätze für den Himmel. Und in Vers 8 lesen wir dann die Reaktion von Zachäus auf die Belehrung. Es steht geschrieben:

Zachäus aber trat hin und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig zurück! 

Diese Reaktion ist gleichbedeutend mit wahrer Buße. Zachäus hatte immer nur Leute um ihr Geld betrogen, aber jetzt will er Geld an Leute austeilen und alles wiedergutmachen bei den Geschädigten. Einen solchen Wandel im Leben dieses Mannes hätte im Volk vermutlich niemand erwartet, aber passiert ist es hier trotzdem. Darum lesen wir auch folgendes in den Versen 9 und 10:

Und Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist; 
denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Jesus bringt hier zum Ausdruck, dass Zachäus zu denen gehört, die Gottes Segen empfangen und rettenden Glaube haben. Und dies basiert nicht darauf, wie Zachäus bisher sein Leben führte, sondern es basiert auf dem deutlichen und tiefgehenden Sinneswandel, der hier offenbar wurde. Scheinbar hat Jesus das schon geahnt, dass Zachäus so reagieren würde. Nie hat ihm jemand die Wahrheit ordentlich erklärt, sondern alle haben Zachäus immer nur abgelehnt. Aber jetzt kam Jesus in seiner Barmherzigkeit zu Zachäus und hat ihm all die Worte vom Himmel gesagt, die er sonst nie hörte, und Zachäus nimmt es dankbar an und ändert seinen ganzen Lebenswandel. Das ist genau die Art, wie ein Mensch reagiert, der erlöst werden kann. Und da ist es dann auch egal, was für eine schlechte Meinung die Umstehenden haben über ihn. Von Gott wird das gesehen und gewürdigt, wenn jemand so radikal seinen Wandel verändert, weil er mit ganzem Herzen die guten Worte umklammert, die ihm nahegelegt wurden zur Rettung der Seele.

Beginnend ab dem nächsten Vers wird ein Gleichnis erzählt, welches es in ähnlicher Weise auch im Evangelium des Matthäus in Kapitel 25 gibt. Bei diesem Gleichnis geht es darum, dass ein Edelmann sich die Königswürde holen will, und in der Zwischenzeit gibt er manchen seiner Knechte Aufgaben, die sie erfüllen sollen, und zwei von ihnen handeln treu, aber der Dritte ist faul. Wir lesen uns nun mal alles durch, was von Lukas diesbezüglich berichtet wird. Es steht geschrieben in den Versen 11 bis 27:

Als sie aber dies hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes würde unverzüglich erscheinen. 
Er sprach nun: Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und dann wiederzukommen. 
Und er rief zehn seiner Knechte, gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme! 
Seine Bürger aber hassten ihn und schickten ihm eine Gesandtschaft nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche! 
Und es geschah, als er wiederkam, nachdem er die Königswürde empfangen hatte, da ließ er die Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, vor sich rufen, um zu erfahren, was jeder erhandelt habe.
Da kam der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund dazugewonnen! 
Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben! 
Und der zweite kam und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund erworben! 
Er aber sprach auch zu diesem: So sollst auch du über fünf Städte gesetzt sein! 
Und ein anderer kam und sprach: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, das ich im Schweißtuch aufbewahrt habe! 
Denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist; du nimmst, was du nicht eingelegt, und erntest, was du nicht gesät hast. 
Da sprach er zu ihm: Nach dem Wort deines Mundes will ich dich richten, du böser Knecht! Wusstest du, dass ich ein strenger Mann bin, dass ich nehme, was ich nicht eingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe? 
Warum hast du dann mein Geld nicht auf der Bank angelegt, sodass ich es bei meiner Ankunft mit Zinsen hätte einziehen können? 
Und zu den Umstehenden sprach er: Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat! 
Da sagten sie zu ihm: Herr, er hat schon zehn Pfunde! 
Denn ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von ihm wird auch das genommen werden, was er hat. 
Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich König über sie werde — bringt sie her und erschlagt sie vor mir!

Die Worte von Vers 26 sind ein persönlicher Einwand von Jesus, der eigentlich nicht zum Gleichnis gehört, aber die Worte von Vers 27 gehören noch mit zu dem Gleichnis und muten im ersten Augenblick vielleicht erschreckend an. Jeder, der den Gedanke hasst, von Jesus beherrscht zu sein, der wird bei seinem Erscheinen erschlagen. Denn die Herrschaft von Jesus wird etwas sehr Gutes sein, was deutlich besser ist als der von Korruption durchseuchte Wahnsinn, der in der jetzigen Weltzeit abgeht, und man kann eigentlich nur dann die Herrschaft von Jesus ablehnen, wenn man ein böses und verdorbenes Herz hat. Daher ist es wirklich kein Verlust, wenn solche Leute erschlagen werden bei Jesu Wiederkunft. Besonders wichtig ist bei dieser Aussage aber, dass Jesus hier keinen Befehl an uns jetzt lebende Menschen gibt, irgendwen zu töten. Denn in der jetzigen Weltzeit dürfen wir niemanden töten. Und Jesus hat nirgendwo die Menschen, die vor dem Tag der Wiederkunft leben, zu Gewalttaten aufgerufen. Denn die hier in Vers 27 beschriebene Gewalttat ist etwas, was in Zukunft erst noch gültig werden muss, nämlich am Tag der Wiederkunft. Vorher aber haben diese Worte keine Relevanz und dürften deswegen auch ganz sicher nicht benutzt werden, um Jesus-Nachfolger zu Gewalt aufzurufen. Es wäre eine böse Verführung, wenn uns wegen diesem Vers jemand zur Gewalt motivieren will.

Ein auffälliger Unterschied zwischen dem, was Matthäus geschrieben hat, und dem, was Lukas hier schreibt, besteht darin, dass laut Lukas all die Knechte vor der Abreise des Edelmannes gleich viel bekommen haben, und dann hat der eine viel damit vollbracht, ein anderer wenig, und ein anderer nichts. Denn bei Matthäus wurde stattdessen dem einen Knecht eine große Menge anvertraut, einem anderen aber nur eine kleine Menge, und dem Dritten das Kleinste. Aber in beiden Versionen werden die gelobt, die das ihnen anvertraute Gut benutzten. Hier in der Version von Lukas werden sie gelobt, weil sie überhaupt etwas mit dem anvertrauten Pfund angestellt haben, egal ob sie viel oder wenig erreichten. Der aber, der es versteckt hat, anstatt es zu benutzen, der wird getadelt. Allerdings klingt es hier so, dass der faule Knecht nur ohne besondere Belohnung bleibt, und mehr auch nicht. Das ist auch anders als bei Matthäus, denn bei Matthäus wird der faule Knecht sogar in die Hölle geworfen wegen seiner Faulheit. Hier aber steht einfach nur da, dass ihm das Pfund weggenommen wurde, mehr nicht.

Es gibt aber neben diesen Dingen noch weit mehr in diesem Gleichnis nach Lukas zu entdecken. Wir erfahren in Vers 11, aus welchem Grund laut Lukas überhaupt erst Jesus begann, das Gleichnis zu erzählen. Nämlich, weil die Leute glaubten, dass das Reich Gottes sofort auf die Erde kommt, wenn Jesus in Jerusalem eintrifft. Diese Annahme war falsch, deswegen versuchte Jesus anzudeuten, was als nächstes passieren wird. Er beginnt zu reden von einem Edelmann, der fort reist, um sich die Königswürde zu holen. Damit meint Jesus sich selbst. Er selbst ist der jenige, der in den Himmel aufgefahren ist, um die Königswürde zu holen, die ihm nach dem ertragenen Kreuzweg zusteht. 
Und der Mann aus dem Gleichnis hat auch vor, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen. Wir wissen aber, dass dies bis zum heutigen Tag noch nicht geschehen ist, denn sonst würde die Welt anders aussehen. Der Edelmann hat aber Knechte, denen er wertvolle Güter übergibt, und mit diesen sollen sie handeln. Das heißt in der Deutung, dass man sowohl die Fähigkeiten, die man hat, als auch die Gegenstände und Finanzen, die einem zufallen, auf eine Art benutzen muss, mit welcher der Edelmann einverstanden ist. Und wenn wir das Gleichnis ganz ernst nehmen, wie es laut Lukas von Jesus erzählt wurde, so müsste man davon ausgehen, dass jeder eine Belohnung bekommt, die abhängig von der Leistung ist, die man für Jesus erbrachte. Diese Belohnung erhält man wohlgemerkt erst bei der Wiederkunft des Edelmannes, nicht aber vorher. Der eine Knecht hat zehn weitere Pfunde verdient, deswegen wird er von dem zurückgekehrten Edelmann, der dann als König regiert, über zehn Städte gesetzt. Der andere aber hat weniger geleistet, deswegen wird er über weniger Städte gesetzt. Bei der Version aber, die Matthäus erzählt, geht es am Ende nicht um die Größe der Belohnung, sondern es geht darum, ob man überhaupt in das Reich Gottes hinein darf oder nicht. Da stellt sich nun die Frage, was von beidem realistischer ist. Leider kann man dies nicht eindeutig anhand der Bibel beweisen. Man kann dafür argumentieren, dass die Erzählung nach Matthäus richtig sein muss, indem man erwähnt, dass Jesus andernfalls nicht das Gleichnis von den berufenen Arbeitern im Weinberg erzählt hätte. Man kann aber genau so gut dafür argumentieren, dass die Erzählung nach Lukas richtig sein muss, weil am Ende der Offenbarung, nämlich in Kapitel 22 in Vers 12 Jesus sagt, dass er jedem Mensch so vergelten wird, wie dessen Werk ist. Aus diesem Grund kann die Bibel dieses Rätsel nicht eindeutig lösen. Mein Gefühl sagt mir aber, dass die Erzählung von Matthäus zutreffender ist, denn die Letzten werden die Ersten sein unter allen Gläubigen, die einen Dienst hatten. Wer aber eine Aufgabe persönlich von Jesus übertragen bekam und sie gar nicht erst ausführen wollte, der wird wohl kaum in den Himmel dürfen.

Eine ganz wichtige Sache, die uns beim Lesen dieser Version des Gleichnisses auch auffallen sollte, ist die genaue Reaktion des Königs auf den faulen Knecht, nachdem dieser meinte, dass der König ein strenger Mann sei. Der König sagt: „Nach dem Wort deines Mundes will ich dich richten!“
Das ist sehr bedeutsam. Denn der faule Knecht hat sich nicht nur dadurch als Sünder erwiesen, dass er die Hände in den Schoß legte und die ihm anvertraute Gabe gar nicht erst benutzte, sondern er versucht obendrein, die Schuld für sein eigenes Fehlverhalten dem König unterzuschieben. Es ist, als wolle er sagen: „Du, o König, bist schuld daran, dass ich zu faul war, um meine Gabe einzusetzen, denn du bist streng, und wegen meiner Angst vor deiner Strenge habe ich nicht angefangen zu handeln.“
Es ist eine unausstehliche Dreistigkeit, die der faule Knecht an den Tag legt. Als wäre seine Faulheit allein nicht schon ärgerlich genug, so redet er auch noch unwahre Worte über seinen Meister. Und zur Strafe für diese unerträgliche Frechheit entscheidet der König etwas Besonderes: Obwohl der König eigentlich gar kein strenger Mann ist, sondern ein gütiger Mann, wird er sich gegenüber dem faulen Knecht trotzdem so benehmen, als sei er wirklich ein strenger Mann. Denn wir werden gerichtet gemäß unserer Worte. Und wenn wir böse über unseren König reden, dann wird sich unser König in keiner Weise dazu motiviert fühlen, barmherzig auf uns zu reagieren. Wenn aber nun der Knecht, der seine Gabe nicht eingesetzt hat, zu dem König gesagt hätte: „Bitte vergib mir nach deiner Barmherzigkeit! Ich habe mich zu schwach gefühlt und fand keinen Weg, um die Gabe zu benutzen!“ dann wäre das etwas ganz Anderes. Aber derart hat der Knecht nicht geredet, sondern er hat völlig unangebrachte Unterstellungen geäußert und so getan, als sei es die Schuld des Königs, dass er selber auf der faulen Haut liegen wollte.

Es ist aber hinsichtlich Vers 26 auch so, dass dieser Vers nicht nur die zu erwartende Belohnung im Reich Gottes andeutet, sondern gleichzeitig bestätigt dieser Vers auch, dass wir alle Geistesgaben, die uns durch den Heiligen Geist gegeben werden können, wieder verlieren werden, sofern wir sie nicht benutzen. Wer eine Geistesgabe bekommt und sie einsetzt, der bekommt immer neue Aufgaben. Wer aber eine Geistesgabe bekommen hat und sie nicht einsetzt, dem werden nicht nur die Aufgaben entzogen, sondern auch die Gaben selbst.

Lasst uns nun mal schauen, was in den nächsten Versen des Kapitels geschrieben steht! Dort geht es um die Einreise nach Jerusalem und wir lesen in den Versen 28 bis 35:

Und nachdem er das gesagt hatte, zog er weiter und reiste hinauf nach Jerusalem. 
Und es geschah, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, zu dem Berg, welcher Ölberg heißt, da sandte er zwei seiner Jünger 
und sprach: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es her! 
Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, dann sprecht so zu ihm: Der Herr braucht es! 
Da gingen die Abgesandten hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte. 
Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen seine Besitzer zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los? 
Sie aber sprachen: Der Herr braucht es! 
Und sie brachten es zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf. 

Aufgrund der Tatsache, dass Jesus als König der Juden gilt, soll die Einreise in die Stadt etwas Aufsehen erregendes werden. Allerdings sucht Jesus kein mächtiges Streitross und keine Ehrfurcht gebietenden Wagen, sondern er will nur einen Esel haben, um in die Stadt einzureisen. Deswegen haben wir in den Versen gelesen, wie dieser Esel besorgt wurde. Die mit ihm reisende Volksmenge wollte aber auch dabei mithelfen, den Einzug nach Jerusalem zu etwas Besonderem zu machen. Da es aber nur einfache Menschen des Volkes waren und sie über keine tollen Reichtümer verfügten, die sie zur Schau stellen konnten, machten sie das Beste aus dem, was ihnen überhaupt zur Verfügung stand. Daher lesen wir in den Versen 36 bis 40:

Als er aber weiterzog, breiteten sie ihre Kleider aus auf dem Weg. 
Und als er sich schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Wundertaten, die sie gesehen hatten, 
und sie sprachen: Gepriesen sei der König, der kommt im Namen des HERRN! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe! 
Und etliche der Pharisäer unter der Volksmenge sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht! 
Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch: Wenn diese schweigen sollten, dann würden die Steine schreien!

Den religiösen Autoritäten gefiel das überhaupt nicht, was hier gerade ablief, denn sie wollten ja mit aller Kraft verhindern, dass das Volk Jesus ernstnimmt. Und nun gibt es hier ein solches Jubelgeschrei. Logischerweise wollen sie das unterbinden und ermahnen Jesus deswegen. Aber die Antwort von Jesus ist wirklich einzigartig. Dieser ganze Einzug des Messias nach Jerusalem ist ein durch Propheten geweissagtes Ereignis. Und deswegen muss es zwangsläufig etwas Besonderes sein, weil Gott es so will. Und wenn es nicht dadurch besonders wäre, dass die Menschen jubeln, dann würde Gott übernatürliche Wunder wirken, damit die Natur reagiert. Das wäre sogar noch bloßstellender für die ungläubigen Autoritäten als das Verhalten des Volkes, wenn die Steine Jubel schreien würden, daher müssen die Pharisäer sogar dankbar sein, dass es nur das Volk ist, welches hier jubelt. 

Allerdings ist Jerusalem nicht gerade als ein Ort bekannt, an dem man die echten Propheten des allein wahren Gottes, des Gottes Israels, mit Liebe empfängt, sondern es wurden dort schon viele Propheten ermordet. Und Jesus weiß ja auch, was mit ihm selbst bei diesem letzten Besuch in Jerusalem passieren wird. Es wird zu den in vergangenen Jahren geschehenen Schandtaten noch eine weitere hinzugefügt werden, wenn die Leute den Messias ermorden. Daher lesen wir folgendes in den Versen 41 bis 44:

Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie 
und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. 
Denn es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde einen Wall um dich aufschütten, dich ringsum einschließen und von allen Seiten bedrängen werden; 
und sie werden dich dem Erdboden gleichmachen, auch deine Kinder in dir, und in dir keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast!

Hier sagt Jesus die fast vierzig Jahre später kommende Zerstörung von Jerusalem voraus, die sich ereignen wird, weil die Menschen von Jerusalem sich mit aller Kraft geweigert haben, die unvergleichlich zahlreichen und großen Wunderzeichen anzuerkennen, die in der Nähe von Jesus geschahen, und weil sie die richtige Belehrung gehasst haben, und weil sie bösartig genug sind, um den Messias zu ermorden, nur weil er ihnen nicht in ihr persönliches Wunschdenken hineinpasst. Obwohl dies die verdiente Strafe ist, weint Jesus trotzdem, da es ihm auch bei verdienten Strafen eine Last ist, Menschen leiden zu sehen.

Nun haben wir nur noch den letzten Abschnitt des Kapitels vor uns. Es steht geschrieben in den Versen 45 bis 48:

Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer und Käufer darin hinauszutreiben, 
und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: »Mein Haus ist ein Bethaus«. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! 
Und er lehrte täglich im Tempel; die obersten Priester aber und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten des Volkes trachteten danach, ihn umzubringen; 
doch sie fanden keinen Weg, wie sie es tun sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihm zu.

Jesus verursachte also Mordlust durch sein belehrendes Auftreten, aber nicht Mordlust im Herzen des Volkes, sondern im Herzen derer, die bisher immer selber als Lehrer galten und nun mitansehen müssen, wie da so ein sonderbarer Typ vor dem Volk steht und ihnen ganz andere Sachen erklärt als den Rotz aus dem traditionellen Lehrbüchern. Es wäre ja schön gewesen, wenn die obersten Priester und Schriftgelehrten einfach mal aufmerksam zugehört und darüber gestaunt hätten, dass die Dinge, die Jesus erzählt, viel sinniger und himmlischer sind als das peinliche religiöse Geschwätz, aber stattdessen waren sie in ihren Herzen genau so geprägt, wie eigentlich jeder weltlich gesonnene Mensch geprägt ist von Natur aus, nämlich dass man alles aus dem Weg räumen will, was einem nicht in den Kram passt und dass man jegliche Feinde der eigenen Lust vernichtet. Das ist das böse Treiben unter der Sonne, das von den meisten Menschen ausgeht. Allerdings muss man natürlich auch eingestehen, dass Jesus ganz sicher keine Pluspunkte bei den Autoritäten sammeln kann, wenn er einfach die ganzen Leute aus dem Tempel verjagt, die dort Geld verdienen, aber es war ein von Gott inspirierter Eifer, um die Heiligkeit dieses Ortes wiederherzustellen. Denn wenn im wichtigsten Gotteshaus der ganzen Welt, das zum Gebet dient, ein paar Verkaufsstände aufgestellt wurden und Geldwechsler dort herumlungerten, dann sieht dieses Haus nicht wie ein Tempel für den allein wahren Gott aus, sondern wie ein Tempel für den Mammon.

Und nun haben wir auch dieses Kapitel bewältigt. Was lernen wir daraus, und was ist besonders für unsere eigene Nachfolge relevant?

Der wichtigste Lerninhalt des ganzen Kapitels ist definitiv die Art und Weise, wie Jesus mit Zachäus umgegangen ist. Alle hassten diesen Mann, aber Jesus gab ihm eine Chance, und ist dadurch ausnahmsweise mal an einen Mann geraten, bei dem es nicht vergeblich war, ihm die Wahrheit zu sagen. Mit genau diesen Augen sollten wir auch auf die Menschen schauen als Jesus-Nachfolger, dass wir gerade bei denen, die gesellschaftlich nicht anerkannt sind, versuchen herauszufinden, wie deren Herz geprägt ist. Denn die Leute, die sich heuchlerisch und unterwürfig an die Vorgaben der Gesellschaft anpassen, die sind deutlich schwerer davon zu überzeugen, dass sie Jesus persönlich nachfolgen müssen und keinen religiösen Irrsinn vollziehen sollen, als es bei den Menschen der Fall ist, die aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden oder sogar freiwillig das Weite suchen.
Ansonsten ermahnt uns natürlich das Gleichnis mit den anvertrauten Pfunden zu einem treuen handeln, sollte Jesus uns etwas anvertrauen, was wir für ihn im jetzigen Leben verwalten müssen. Und aus dem Einzug des Messias nach Jerusalem und dem Zitat mit den schreienden Steinen kann man sich den durchaus zutreffenden Gedanke mitnehmen, dass Gott höchstpersönlich immer etwas Besonderes macht aus den Momenten, die nach seinem Plan unbedingt besonders sein müssen. Und auch wenn man nur Stöcke, Äste und Hemden zur Verfügung hat, so wird es dennoch geschehen, dass Gott überall dort einen weltlich kaum begreifbaren Jubel entfachen wird, wo ein ihm wohlgefälliger Mensch ankommt, der die Wahrheit bringt. Und wären die Menschen zu faul, um dies zu würdigen, dann würde Gott die Natur benutzen, um das Kommen eines ihm wohlgefälligen Menschen erkennbar zu machen. Allerdings müssen wir uns natürlich auch durch die letzten Verse dieses Kapitels nochmal neu an die bittere Tatsache erinnern lassen, dass wir durch das Aussprechen der von Gott stammenden Wahrheit enormen Anstoß auslösen werden bei allen religiösen Menschen, und dass es locker zu Mordlust führen kann bei denen, die Feinde der Wahrheit sind. Und in der Nachfolge Jesu muss man eine so große Liebe zu Gott und zu dem von Gott eingesetzten König haben, dass einem die Gewissheit, die Wahrheit laut ausgesprochen zu haben, deutlich wertvoller ist als der Selbstschutz vor mordlüsternden Autoritäten. So war Jesus unterwegs, und so müssen auch wir unterwegs sein, sollten wir die Wahrheit kennen und in eine Situation hineingeführt sein, wo es drauf ankommt, die Wahrheit auszusprechen, die von nahezu allen Menschen verworfen wird, besonders von denen, die behaupten, eigentlich das Gleiche zu glauben, aber eben mit anderen Details, welche angeblich besser wären, da sie ja Tradition sind. Denn Jesus war Jude und hat aus den Schriften der Juden gelehrt, und die jüdischen Schriftgelehrten taten das zu einem nicht unbedeutenden Teil ja ebenfalls, nur eben dass ihre Auslegungen oftmals völliger Quatsch waren und sie alle Prioritäten falsch setzten, während Jesus es richtig erklären konnte, da er nicht basierend auf einem Studium redete, sondern basierend auf dem, was Gott zu ihm gesagt hatte. Hierbei hatte Jesus noch den Vorteil, das an diesem Tag im Tempel das Volk ihm gerne zuhörte und fest auf seiner Seite stand, weil sie merkten, dass das, was er redet und tut, besser ist als die Werke der religiösen Leute. Deswegen war es an diesem Tag auch unmöglich, Jesus zu ermorden. Aber selbst dann, wenn das Volk widerspenstiger gewesen wäre, hätte Jesus sich definitiv nicht davon abbringen lassen, nur die Wahrheit zu reden, die aus Gott ist.

Und das ist nun auch schon alles, was es zu diesem Kapitel zu sagen gibt.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Text zu "Bemerkenswerte Zitate vom Buch Henoch"

Text zu "Das Buch Henoch - Die gefallenen Engel und die Nephilim"

Text zu "Bibellehre - Die Jahre der Könige von Juda"