Text zu "Bibellehre - Kapitel 2 im Evangelium des Lukas"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 2 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Währendes in Kapitel 1 viel um Hintergründe der Geburt von Johannes ging, beginnt das aktuelle Kapitel mit der Geburt des Messias Jesus und wir lesen folgendes in den Versen 1 bis 3:
Es begab sich aber in jenen Tagen, dass ein Befehl ausging von dem Kaiser Augustus, dass der ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte.
Diese Erfassung war die erste und geschah, als Kyrenius Statthalter in Syrien war.
Und es zogen alle aus, um sich erfassen zu lassen, jeder in seine eigene Stadt.
Der Kaiser Augustus, also der oberste römische Machthaber, der fast die ganze Welt regierte, verlangte die Durchführung von Volkszählungen, damit er weiß, wie viele Leute in seinem Reich sind. Und jeder Mensch musste gemäß diesem Bericht in die Stadt gehen, wo er geboren worden war, um sich dort erfassen zu lassen. Für Joseph, den Verlobten von Maria, die mit Jesus schwanger war, hatte das eine beschwerliche Reise zu bedeuten. Maria war hochschwanger, und doch wollte Joseph nicht ungehorsam sein. Deshalb musste er von der Stadt Nazareth aus, wo er wohnte, eine Reise antreten bis nach Bethlehem, weil dies der Ort war, wo sich die Geburt von Joseph ereignet hatte. Eine solche Reise schien in seinen Augen ein kleineres Übel gewesen zu sein, als Ärger mit den Römern zu bekommen, wenn rauskäme, dass er sich nicht erfassen ließ.
In den Versen 4 bis 7 lesen wir weiter:
Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war,
um sich erfassen zu lassen mit Maria, seiner ihm angetrauten Frau, die schwanger war.
Es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.
Man muss davon ausgehen, dass es sehr viele Menschen an diesem Tag gegeben hat, die sich alle erfassen lassen wollten. Deswegen waren logischerweise auch die ganzen Gasthäuser überfüllt. Und es mangelte so sehr an Platz, dass Joseph und Maria scheinbar in eine Scheune gehen mussten, als Maria ihre Wehen hatte und das Kind kam. Das sind wirklich keine Umstände, die man sich für die Geburt des eigenen Kindes wünscht. Und dabei war es der Erlöser der Menschheit, der da zwischen Staub und Stroh in die Welt geboren war. Was daran aber bemerkenswert ist, das ist die Ausgrenzung und Verachtung, die durch dieses Ereignis praktisch schon im Vorfeld von Gott symbolisiert wurde, also dass der vom Himmel kommende Erlöser, der die wahren Worte Gottes redet, einfach keinen Platz hat in der Mitte der Menschen von dieser Welt. Genau so ist es mit Jesus in vielerlei Hinsicht gewesen, und allzu viel hat sich daran bis heute nicht verändert. Dieser Zustand ist aber kein Schaden für Gott, sondern viel mehr ein Schaden für die Menschen, die ohne wirklichen Grund eine Abneigung gegen Gott haben und gegen alles, was wirklich von Gott kommt und nicht in ihr fleischliches Schema passt. Denn durch ihre Abneigung dagegen sind sie auch ihrer eigenen Erlösung abgeneigt.
Allerdings wollte Gott natürlich schon, dass die Menschen mit Gewissheit erkennen können, dass der Erlöser nun in der Welt ist. Deswegen hatte er sich ein paar Männer ausgesucht, denen dies offenbart werden sollte, und die es dann idealerweise auch weitererzählen würden. Folgendes lesen wir diesbezüglich in den Versen 8 bis 11:
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Feld, die bewachten ihre Herde in der Nacht;
Und siehe, ein Engel des HERRN trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll.
Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr.
Ihr wisst wahrscheinlich schon, dass die Worte Christus und Messias beide die selbe Bedeutung haben. Somit hat der Engel Gottes deutlich betont, dass Jesus der Messias ist, der von Gott kommende Erlöser. Ich möchte bei den gerade gelesenen Versen aber mal ganz kurz einen kleinen inhaltlichen Fehler anmerken, den Lukas machte. Denn die Stadt Davids ist eigentlich die Burg Zion, und nicht Bethlehem. Aber Betlehem ist der Ort, wo David geboren wurde, und an dem selben Ort wurde nun auch der Erlöser der Menschheit geboren. Ein paar Hirten, die mitten in der Nacht ihre Herde bewachten, haben dies von einem Engel so offenbart bekommen. Man erkennt auch hier wieder sehr gut, dass ein echter Engel Gottes immer erstmal zu jedem Mensch sagt: „Fürchte dich nicht!“ Das ist ein wiederkehrendes Muster, auch wenn es wohl für jeden Mensch schwer umzusetzen war, der noch nie einen Engel sah und im schlimmsten Fall vielleicht sogar noch nie etwas von deren Existenz gehört hat, und dann sieht er einen. Aber letztlich hörten die Männer aufmerksam zu, auch wenn sie zuerst Angst hatten, denn die Menschen haben von Natur aus immer erstmal große Angst vor dem Unbekannten, besonders wenn es übernatürlich anmutet. Und der Engel sagte auch noch folgendes laut Vers 12:
Und das sei für euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt, in der Krippe liegend.
Diese Worte darf man sich auch als eine Aussendung vorstellen. Der Engel sagte ihnen nicht nur, welches Ereignis ihnen als Zeichen dafür gelten soll, dass die Worte wahrhaftig sind, die der Engel redet, sondern er will sie auch dazu ermuntern, hinzugehen und danach zu suchen. Denn es würde eher unüblich sein, ein neugeborenes Kindlein in einem Stall und in einer Krippe zu finden, und deswegen sollte dies die Bestätigung sein, dass es sich um den Messias handelt. Allerdings war das übernatürliche Erlebnis der Männer noch nicht zu Ende, denn wir lesen in den Versen 13 und 14:
Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Herrlichkeit ist bei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und unter den Menschen Gottes Wohlgefallen!
Hier wurde das Erlebnis der Männer noch intensiver, weil plötzlich eine sehr große Anzahl Engel vom Himmel kam, um einen Lobgesang zu singen, auch wenn er scheinbar nur kurz war. Ich kann mir kaum vorstellen, wie sich das für diese Männer angefühlt haben muss, da in der Mitte der Engel zu sein, aber es war bestimmt sehr beeindruckend und angenehm.
Als nächstes lesen wir die Verse 15 bis 20. Dort steht:
Und es geschah, als die Engel von ihnen weg in den Himmel zurückgekehrt waren, da sprachen die Hirten zueinander: Lasst uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die geschehen ist, die der HERR uns verkündet hat!
Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend.
Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie überall das Wort bekannt, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde.
Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
Und die Hirten kehrten wieder um und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.
Wenigstens die Hirten hatten mit völligem Glaube reagiert auf das Erlebte, aber die anderen Menschen, denen es bezeugt wurde, reagierten alle nur mit Verwunderung. Es schien sie gar nicht weiter zu kümmern, dass nun endlich der Messias da ist. Was soll man zu so viel Stumpfsinn noch sagen?
Lasst uns mal lieber anschauen, was geschah, als Maria und Joseph mit Jesus am vierzigsten Tag nach Jesu Geburt im Tempel waren! Zuerst lesen wir nur von der Erfüllung der gewohnten Gebräuche, die die Menschen aufgrund einiger Worte in dem von Moses überlieferten Gesetz durchführten, aber danach wird es langsam interessant. Es steht geschrieben in den Versen 21 bis 26:
Und als acht Tage vollendet waren, als man das Kind beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleib empfangen worden war.
Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mose vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem HERRN darzustellen,
wie im Gesetz des HERRN geschrieben steht: »Alle männliche Erstgeburt soll dem HERRN geheiligt heißen«,
und um ein Opfer darzubringen, wie es im Gesetz des HERRN geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
Und siehe, es war ein Mensch namens Simeon in Jerusalem; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm.
Und er hatte vom Heiligen Geist die Zusage empfangen, dass er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des HERRN gesehen habe.
Nun sollte also Jesus vor dem HERRN dargestellt werden. Und es kam ein Mann namens Simeon, der gerecht und gottesfürchtig lebte. Und dieser hatte die Zusage bekommen, dass er mit seinen eigenen Augen den Gesalbten des HERRN sehen wird. Damit ist der Messias gemeint, denn Messias heißt auf Deutsch Gesalbter, und es bezieht sich auf den von Gott gesalbten Retter, der in die Welt kommen soll und auf den alle hören müssen. Dabei ist offensichtlich der gerechte Wandel von Simeon dadurch belohnt worden, dass Gott ihm dieses besondere Geschenk machte, ihm zu offenbaren, wer der Messias ist. Und nun war Simeon eben deshalb in den Tempel gekommen, weil er den Messias sehen wollte.
Wie die Suche von Simeon verlief, steht in den Versen 27 bis 33, wo wir folgendes lesen:
Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um für ihn zu tun, was der Brauch des Gesetzes verlangte,
da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach:
Nun, HERR, entlässt du deinen Knecht in Frieden nach deinem Wort!
Denn meine Augen haben dein Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel!
Und Joseph und seine Mutter verwunderten sich über das, was über ihn gesagt wurde.
Sehr erstaunlich ist, dass Simeon sogar schon begriffen hatte, wie der Messias zwar zuerst wegen Israel kommt, aber letztlich ein großes Licht sein wird für alle Völker, die es neben Israel auch noch gibt. Genau so ist es ja gekommen. Was hingegen fast schon entsetzlich anmutet, ist die Reaktion von Maria und Joseph, welche sich verwundert zeigten. Wie kann man bitteschön, wenn man schon selber erfahren hatte, dass Jesus der Messias ist, nun mit Verwunderung auf diese Worte reagieren? Das ist an sich unbegreiflich.
Simeon hatte aber auch noch ein paar Worte, die sich direkt an Maria richteten, denn wir lesen in den Versen 34 und 35:
Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird — aber auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen — damit aus vielen Herzen die Gedanken geoffenbart werden.
Bis zum heutigen Tag gibt es Menschen, besonders unter den Juden, die sich komplett weigern, anzuerkennen, dass Jesus der Messias ist. Das geht sogar so weit, dass sie ihn ihre Talmud, also in ihre eigensinnig erfundene religiöse Schrift, hineingeschrieben haben, dass jemand Jesus mit Zauberei beschworen hätte und der beschworene Jesus gesagt hätte, er würde in der Hölle mit Fäkalien gequält werden. Das ist einfach nur peinlich, beweist aber auch die Wahrhaftigkeit des Ausspruchs von Simeon, den wir hier in diesen Versen finden. Wenn jedoch Simeon hier sagt, dass Maria ein Schwert durch die Seele dringen wird, so ist damit der Schmerz gemeint, den Maria fühlen wird, wenn sie mit ihren eigenen Augen sieht, wie Jesus gekreuzigt wird und am Kreuz stirbt. Denn auch wenn sie gewiss nicht immer die vorbildlichste und keine übermäßig beherzte Mutter war, so wird dieses Ereignis sie in ihrem Herzen doch nicht kalt lassen.
In den Versen 36 bis 38 wird noch etwas Anderes Interessantes berichtet. Wir lesen dort:
Und da war auch Hanna, eine Prophetin, die Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt und hatte nach ihrer Jungfrauschaft mit ihrem Mann sieben Jahre gelebt;
und sie war eine Witwe von etwa 84 Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.
Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries den HERRN und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung warteten in Jerusalem.
Hier haben wir also den Bericht von einer Prophetin, die allen Menschen im Tempel verkündigte, dass Gott den Erlöser in die Welt hatte kommen lassen. Und wir dürfen davon ausgehen, dass in diesen Tagen die anwesenden Männer vernünftig genug gewesen sind, um einfach zuzuhören und dieser Frau nicht den Mund zu verbieten, nur weil sie weiblich ist.
Einen abschließenden Kommentar zu dieser Sache schrieb Lukas noch in den Versen 39 und 40, wo wir folgendes lesen:
Und nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetz des HERRN, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth.
Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.
Man erkennt an diesem Vers, dass zu dieser Zeit Nazareth die Heimatstadt von Maria und Joseph war. Es ist aber auch erinnerungswürdig, wie Jesus heranwuchs. Die Gnade Gottes war auf Jesus, und Jesus wurde erfüllt mit Weisheit und wurde stark im Geist. Das sollte man nicht übersehen. Wenn es aber darum geht, was aus der Kindheit von Jesus besonders heraus sticht, so finden wir im letzten Abschnitt dieses Kapitels noch einen Bericht, wahrscheinlich von Maria an Lukas gegeben, wie Jesus zwölf Jahre alt war und sich im Tempel von Jerusalem versteckt hatte, weil er keine Lust hatte, wieder mit seinen Eltern nach Hause zu gehen. Es steht geschrieben in den Versen 41 bis 44:
Und seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem.
Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach dem Brauch des Festes hinauf nach Jerusalem.
Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und Joseph und seine Mutter wussten es nicht.
Da sie aber meinten, er wäre bei den Reisegefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und unter den Bekannten.
Diese Worte erwecken nun den Eindruck, dass Maria und Joseph nicht gerade die liebevollsten Eltern der Welt waren gegenüber Jesus, wenn sie Jerusalem verlassen, obwohl er gar nicht bei ihnen ist, und in völliger Leichtfertigkeit einfach denken: „Ach, der taucht schon wieder auf! Der ist bestimmt irgendwo bei den anderen Leuten, die auch nach Nazareth zurückreisen!“
Und nachdem sie bereits eine ganze Tagereise zurückgelegt haben, kommen sie dann so langsam mal auf den Gedanke, sich die Frage danach zu stellen, wo ihr Sohn eigentlich ist. Und sie begannen ihn auch zu suchen, aber er war ganz offensichtlich nirgendwo in ihrer Nähe.
In Vers 45 lesen wir:
Und weil sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück und suchten ihn.
So sah nun also die Lage aus, dass sie die ganze Stadt durchsuchten, um Jesus zu finden. Und dies dauerte drei Tage, ohne dass sie Erfolg gehabt hätten. Man muss also davon ausgehen, dass sie erst am vierten Tag auf ihn aufmerksam wurden, denn wir lesen folgendes in den Versen 46 und 47:
Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie befragte.
Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über sein Verständnis und seine Antworten.
Diese Szene war einmalig. Da sitzt ein zwölfjähriger Junge mitten unter den Lehrern und sie reden mit ihm und staunen über seine Antworten. Was muss das wohl für ein Anblick gewesen sein? Es ist überwältigend.
Seine Mutter denkt aber natürlich nur an sich selbst, da es ihr ja viel Stress bereitet hatte, Jesus zu suchen. Daher lesen wir in Vers 48:
Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!
Hier macht sie nun Jesus Vorwürfe, welch einen Schmerz er ihr verursachte, weil sie ihn voll Sorge suchen musste. Sie und Joseph haben ja sozusagen die ganze Stadt auf den Kopf gestellt. Nun ist es aber auch bemerkenswert, welchen Kommentar der zwölfjährige Jesus dazu abgab. Wir lesen in Vers 49:
Und er sprach zu ihnen: Weshalb habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?
Diese Antwort ist bemerkenswert. Es ist, wie wenn Jesus sagte: „An welchem anderen Ort hätte ich denn sonst sein sollen, wenn nicht im Tempel?“ Jesus gibt ihnen zu verstehen, dass es völlig überflüssig gewesen war, die ganze Stadt tagelang nach ihm zu durchsuchen. Sie hätten auch gleich zum Tempel kommen können. Und eine Mutter, die ihr Kind kennt, hätte da im Fall von Jesu Verschwinden sofort den Tempel durchstöbert, aber scheinbar kannte Maria ihren Sohn nicht gut genug, um zu wissen, dass er eigentlich nur im Tempel sein kann, weil er sich dort immer hingezogen fühlte. Naja. In den restlichen Versen des Kapitels lesen wir jedenfalls noch folgendes:
Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.
Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und ordnete sich ihnen unter. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
Ich denke, diese Worte brauchen nicht wirklich noch irgendeinen Kommentar. Und da wir nun am Ende dieses Kapitels angekommen sind, bleibt auch diesmal wieder die Frage: Was lernen wir daraus? Und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Man merkt in diesem Kapitel, dass es insgesamt sehr viel darum geht, keinen Platz zu haben in dieser Welt, wenn man nicht von dieser Welt ist. Jesus hatte am Tag seiner Geburt keinen Platz bei den Menschen, und Simeon stieß auch auf unverständige Ohren mit seinen Weissagungen. Nur der Prophetin Hanna schien es zu gelingen, die frohe Botschaft zu verbreiten. Aber ob diese nun mit ihrem häufigen Fasten und Beten immer nur Sympathie bei den Menschen fand, ist auch fraglich. Denn manche rümpfen da die Nase, wenn jemand zu oft fastet. Vielleicht können wir aus diesem Kapitel lernen, dass es uns in der Nachfolge Jesu überhaupt nicht verwundern sollte, wenn wir umso weniger Platz und umso weniger Verständnis vorfinden werden bei den Menschen dieser Welt, je stärker unser Verständnis wird über die Dinge, die vom Himmel sind. Man darf von den Menschen vielleicht mal eine Reaktion der Verwunderung erwarten, oder gegebenenfalls ein kurzes Erstaunen, aber nichts darüber hinaus. Wenn man selbst diesen Eindruck hat, das eigene Leben würde derartige Formen annehmen, seit man in der echten Nachfolge wandelt, so kann man durch dieses Kapitel gezeigt bekommen, dass derartige Verläufe keine Neuerscheinung sind. Die Menschen Gottes stießen nur äußerst selten auf Verständnis bei der breiten Masse.
Und nun ist auch schon alles Wichtige zu diesem Kapitel gesagt worden.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.
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