Text zu "Bibellehre - Kapitel 21 im Evangelium des Lukas"

Link zum Video: https://youtu.be/DOewgYplsmg

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 21 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir lesen in diesem Kapitel zuerst einen sehr bemerkenswerten Bericht, der uns den Wert von Spenden so vor Augen führen soll, wie es aus Gottes Sicht Sinn macht. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:

Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. 
Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; 
und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle! 
Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.

Durch diese Worte erkennen wir, auch wenn das nach weltlicher Sicht verrückt klingt, dass die Spenden gar nichts Besonderes vor Gott sind, wenn sie aus verzichtbarem Überfluss stammen. Menschen können damit viel anfangen, wenn man große Gaben schenkt, und deshalb gilt es ihnen als wertvoll. Weil sie damit etwas bewirken können. Aber wenn die großen Gaben uns im persönlichen Leben nicht fehlen werden, ist es für Gott nichts Außergewöhnliches. Die ganzen reichen Menschen, die dort Gaben einlegten, konnten das locker und unbeschwert tun, denn sie hatten hinterher immernoch mehr als genug übrig. Es bewegte ihr Herz nicht und machte sie auch nicht abhängiger von Gott. Und genau diese Moral greift für alle Zeiten bei allen Spendern. So richtig beeindruckt ist Gott eigentlich erst, wenn man etwas abgibt, was einem hinterher spürbar fehlt. Wenn man aber nur etwas abgegeben hat, was einem sowieso entgehen konnte, dann ist es unbedeutend. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist eine Belanglosigkeit. Gottes Erstaunen ereignet sich höchstens bei den Gaben, und mögen sie auch noch so klein sein, die wir hinterher vermissen werden. Die Witwe hat etwas hergegeben, was weltlich bemessen lächerlich ist. Jeder geldgierige Mensch würde das so ansehen, als hätte die Witwe gar nichts gegeben. Und über die Gaben der reichen Menschen freut er sich, weil er davon tolle Sachen kaufen kann – natürlich nur für die Gemeinde, stimmt’s? Aber Gott betrachtet offensichtlich dies alles mit ganz anderen Augen und wir als Jesus-Nachfolger täten gut daran, das ebenfalls zu tun, damit wir nicht etwa überheblich werden aufgrund von ausgeteilten Spendengeldern, besonders dann nicht, wenn wir nur einen Teil von unserem Überfluss abgaben. Denn Jesus hatte sich vereinigt mit der Moral seines Gottes, und wenn wir Jesus ähnlich sein wollen, ist das auch unser Weg.

In den Versen 5 bis 7 wird aber berichtet, was passierte, als Jesus und seine Jünger aus dem Tempel hinausgingen an diesem Tag. Wir lesen folgendes:

Und als etliche von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sprach er: 
Was ihr da seht — es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem anderen bleiben wird, der nicht abgebrochen wird!
Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann wird denn dies geschehen, und was wird das Zeichen sein, wann es geschehen soll?

Während also die Jünger die Schönheit des Tempels bewunderten, redete Jesus von dessen Vernichtung. Dies sagte Jesus nicht, weil er zerstörungswütig war, sondern weil er wusste, dass es der Ratschluss Gottes ist. Jesus bezeugte nur die Dinge, die der Allerhöchste beschlossen hatte, unabhängig von seiner eigenen Meinung.
Da aber die Frage aufkam, wann das geschehen soll und welche Zeichen es dafür gibt, finden wir ab dem achten Vers die Antwort, wie Jesus sie laut Lukas gegeben hat. Auch bei Matthäus in Kapitel 24 und bei Markus in Kapitel 13 gibt es derartige Beschreibungen. Wenn wir aber auf die Version von Lukas schauen, entdecken wir zunächst in Vers 8 folgende Worte:

Da sprach er: Habt Acht, dass ihr nicht verführt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist nahe! Lauft ihnen nun nicht nach! 

Bei diesem Vers kommt die Frage auf, ob man überhaupt begreifen kann, wie außergewöhnlich groß die Offenbarung ist, die sich darin verbirgt. Schaut euch bitte mal ganz genau an, was hier gesagt wird! Laut Lukas hat Jesus ganz klar vor Verführern gewarnt, die kommen werden, und diese unterteilen sich grob in zwei Hauptgruppen. Beide Hauptgruppen werden unter dem Name Jesus auftreten. Sie werden vorgeben, an Jesus zu glauben und ihm zu dienen. Die eine Hauptgruppe der Verführer erkennt man daran, dass sie sagen: „Ich bin es!“
Wenn man jetzt im griechischen Urtext nachschaut, was an dieser Stelle steht, dann liest man dort: „Ego e-imi“. Das ist die Verführung von der ersten Hauptgruppe, vor der gewarnt wird, und ich hoffe sehr, dass ihr dieser Warnung von Jesus glaubt, damit ihr euch selber vor diesen Verführern schützen könnt. 
Die zweite Hauptgruppe wird sagen: „Die Zeit ist nahe!“ Damit kündigt Jesus praktisch an, dass es durchgeknallte Endzeitsekten geben wird, die aufgrund von falschen Weissagungen unter dem Name Jesus behaupten werden, die Wiederkunft von Jesus stünde direkt vor der Tür und in den nächsten paar Wochen oder Monaten wäre es ganz sicher so weit, und die dann eine Gruppe Menschen absondern, die das glauben, um diese Leute auszubeuten. Und Jesus will nicht, dass wir solchen Leuten in die Falle gehen, darum müssen wir uns extrem zurückhaltend zeigen bei jeder Belehrung, die uns einreden soll, Jesus würde ganz sicher innerhalb der nächsten paar Monate zurückgekehrt sein. Solche Leute, die das breit tragen, sind nicht von Gott, aber es hat sie schon sehr oft gegeben, damals wie heute. Und wenn Jesus uns hier sagt, dass wir Acht haben sollen, damit wir nicht verführt werden, dann sind wir dadurch zum eigenen Aktivsein aufgerufen. Wir dürfen uns nicht einfach zurücklehnen und sagen: „Ach, Gott wird bestimmt immer nur die Menschen in mein Leben kommen lassen, die richtig reden, und andere lässt er gar nicht erst an mich herantreten!“
Eine solche Denkweise ist der Weg ins sichere Verderben. Im Gesetz sagt Gott sogar an einer Stelle, dass er manchmal absichtlich falsche Propheten zu den Menschen kommen lässt, damit er anhand unserer Reaktion erkennt, ob wir die Wahrheit mehr begehren als die Lüge und mit aller Liebe nur an ihm hängen, aber nicht an Menschen, die uns betrügen. Aus diesem Grund ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass wir allein an der Wahrheit Interesse haben, Gott völlig lieben und allezeit wachsam sind.

Eine weitere wichtige Warnung von Jesus steht n Vers 9. Dort heißt es:

Wenn ihr aber von Kriegen und Unruhen hören werdet, so erschreckt nicht; denn dies muss zuvor geschehen; aber das Ende kommt nicht so bald. 

Auch das müssen wir unbedingt im Herzen tragen und völlig glauben, damit wir nicht verführt werden können. Und wir bekommen durch diesen Vers außerdem ein Urteilsvermögen, um zu unterscheiden zwischen echten Kindern Gottes und fehlgeleiteten Leuten, die falsch unter dem Name Jesus auftreten. Kriege und Unruhen sind noch lange kein Anzeichen für die letzten Tage. Das Ende kommt nicht so bald! Und das müssen wir wissen, denn dadurch erkennen wir jeden Mensch als Verführer, der uns einreden will, die Wiederkunft stünde praktisch vor der Tür, nur weil auf Erden schonwieder ein Krieg ausgebrochen ist, was ja ständig passiert und schon unzählige Male passierte. Jeder, der glaubt, ein ausbrechender Krieg sei ein sicheres Zeichen für die nahende Wiederkunft Jesu, der ist widerspenstig gegen Jesus und will die Wahrheit nicht glauben. Jesus sagt hier ganz eindeutig: Das Ende kommt nicht so bald.

Jedenfalls macht es den Anschein, als hätte Jesus kurz geschwiegen, nachdem er dies gesagt hatte, und als nächstes lesen wir in den Versen 10 und 11:

Dann sprach er zu ihnen: Ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; 
und es wird hier und dort große Erdbeben geben, Hungersnöte und Seuchen; und Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel werden sich einstellen. 

Dies klingt schon ein bisschen stärker nach den Anzeichen für die letzte Phase der Endzeit. Bürger werden sich gegeneinander erheben, Könige bzw. sonstige Regierende werden gegeneinander in den Krieg ziehen, große Erdbeben werden passieren, Hungersnöte und Seuchen werden ausbrechen, und Schrecknisse wird es geben und große Zeichen vom Himmel. Wenn das alles gleichzeitig passiert, dann muss uns das wachrütteln, denn dann ist wirklich etwas Großes im Gange. Allerdings lässt sich nur ganz schwer sagen, was mit dem Wort „Schrecknisse“ in der Wurzel konkret gemeint ist. Das Wort beschreibt in erster Linie Ereignisse, die eine sehr große Angst auslösen bei den Menschen. Aber was das im Detail für Ereignisse sind, weiß man nicht. Man erkennt, dass es die besagten Schrecknisse sind, wenn wegen den Ereignissen eine riesige Angst in den Herzen der Menschen wohnt, die sie sonst nicht haben. Und die Zeichen vom Himmel sind von Gott selbst gewirkte Zeichen, die uns zur Ermahnung und Ankündigung dienen sollen.

Bevor aber all dies geschehen kann, muss unter viel Drangsal der Name Jesus breitgetragen werden, denn es steht geschrieben in den Versen 12 bis 19:

Vor diesem allem aber werden sie Hand an euch legen und euch verfolgen und in Synagogen und Gefängnisse übergeben und vor Könige und Fürsten führen um meines Namens willen. 
Das wird euch aber Gelegenheit zum Zeugnis geben. 
So nehmt euch nun zu Herzen, dass ihr eure Verteidigung nicht vorher überlegen sollt; 
denn ich will euch Weisheit und Fähigkeit zu reden geben, der alle eure Widersacher nicht werden widersprechen noch widerstehen können. 
Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden ausgeliefert werden, und man wird etliche von euch töten, 
und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. 
Doch kein Haar von eurem Haupt wird verlorengehen. 
Gewinnt eure Seelen durch euer standhaftes Ausharren!

Wenn Jesus hier sagt, dass kein Haar von uns verlorengeht, dann meint er damit, dass all die Opfer, die wir gebracht haben um der Verbreitung des Evangeliums willen, bei Gott nicht vergessen werden, sondern man wird sich daran erinnern, und wären es auch nur ganz kleine Schäden, die wir erlitten haben, weil wir dem Reich der Himmel dienten. Jesus hat hier ja ziemlich ausführlich die ganzen Bedrängnisse beschrieben, mit denen man rechnen muss, wenn man den Leuten das echte Evangelium verkündigt und sie auch damit konfrontiert, dass sie Sünder sind und die Hölle verdienen, wenn sie von der Sünde nicht ablassen. Dadurch wird man oftmals riesigen Anstoß auslösen und schlimme Reaktionen ernten, die man durchstehen muss. Es ist sehr eindrucksvoll, wie in Vers 19 extra gesagt wird: „Gewinnt eure Seelen durch euer standhaftes Ausharren!“
Genau das müssen wir tun, wenn schon die anderen nicht glauben wollen, dass dann wenigstens wir den Glaube behalten, indem wir alle Gebote Gottes anwenden im eigenen Leben. Und wenn Jesus uns vielleicht schon zu elf Orten schickte, wo überall Widerspenstigkeit herrschte, und er schickt uns noch mal aus, um an einen zwölften Ort zu gehen, dann müssen wir dort ebenfalls hin. Es geht ja in erster Linie nicht um die Menschen, sondern um den Dienst für den König, der uns für seinen Gott und Vater losgekauft hat.

Jesus kündigt aber in den nächsten Versen auch ganz konkret die bevorstehende Zerstörung von Jerusalem an, die rund 40 Jahre später wirklich passieren würde, denn in den Versen 20 bis 24 lesen wir:

Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist. 
Dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; und wer in Jerusalem ist, der ziehe fort aus ihr; und wer auf dem Land ist, der gehe nicht hinein in sie. 
Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. 
Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not im Land sein und Zorn über dieses Volk! 
Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Heiden. Und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.

Achtet darauf, wie hier betont wird, dass die Zeiten der Heiden nach der Zerstörung Jerusalems erfüllt werden müssen! Bei diesen sogenannten Zeiten der Heiden kann es sich durchaus um mehrere Jahrhunderte handeln, vielleicht sogar um Jahrtausende, wo der Zustand der Stadt Jerusalem von der Willkür der gerade mächtigen Heidenvölker auf Erden abhängig ist. Nur Gott hat den exakten Zeitplan hinsichtlich all dieser beschlossenen Dinge. Und die ganze festgelegte Zeit muss ablaufen, bevor die echte Wiederkunft passieren kann. Was es aber mit der echten Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus auf sich hat, liest man beginnend ab dem nächsten Vers. Es steht geschrieben in den Versen 25 und 26:

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, 
da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. 

Hier sehen wir, dass die Natur verrücktspielen wird in der Zeit, kurz bevor Jesus wiederkommt. Das Meer wird wüten wie nie zuvor, und es wird bedrohlich wirkende Zeichen an Sonne, Mond und Sternen geben. Die ganzen Kräfte, die ein Gleichgewicht halten zwischen Tag und Nacht, zwischen Helligkeit und Dunkelheit, und die die ganze Schwerkraft in einer Ordnung halten, werden durcheinander geraten, und die Menschen werden eine unbeschreibliche Angst bekommen, wenn sie sehen, wie dies geschieht. Sie werden in Ohnmacht erstarren. Das sind die letzten Stunden vor der Wiederkunft des echten Messias, Jesus von Nazareth, um seine Königsherrschaft auf der Erde aufzurichten. Darum lesen wir auch in Vers 27 und 28:

Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. 
Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht. 

Die Wiederkunft in ihrem Aussehen wird bei Matthäus und bei Markus detailreicher beschrieben als hier. Lukas hat nur die Bemerkung aufgeführt, dass Jesus kommen wird in den Wolken des Himmels in überwältigend großer Kraft und Herrlichkeit, aber er hat nicht die Engel Gottes erwähnt, die zusammen mit Jesus kommen werden und ausgehen, um Menschen zu sammeln. Was wir aber in Vers 28 lesen, davon kann ich euch jetzt schon sagen, dass es sich um einen Befehl handelt, den alle lauwarmen Christen an diesem Tag nicht ausführen werden, weil sie dazu unfähig sein werden vor lauter Angst. Stellt euch das mal vor, was wir gelesen haben! Wir werden sehen, wie die Kräfte des Himmels in übelster Weise erschüttert werden, wie Sonne, Mond und Sterne durcheinander geraten und die Meere ein bedrohliches Tosen zeigen, sodass man wirklich nur noch Schrecken und Zusammenbruch sieht, und als Jesus-Nachfolger sind wir aufgefordert, in diesen Stunden unsere Augen hoch zum Himmel zu heben und uns zu freuen, weil unsere Erlösung kommt. Wie viele werden das tun? Wie viele werden dann, wenn hier übelste Naturgewalten wüten und alles aus den Fugen gerät, zum Himmel hoch schauen und sich über Erlösung freuen? Ich sage euch: Alle Menschen, die irgendwas Weltliches haben, was sie nicht verlieren wollen, oder denen die Zukunft der Erde am Herzen liegt, die kriegen das nie und nimmer auf die Reihe! In solch einem Moment kann man nur dann jubeln, wenn man mit der jetzigen Welt sowieso schon abgeschlossen hatte. In jedem anderen Fall werden die Menschen, egal ob sie Jesus suchen oder nicht, ganz sicher nicht ihre Häupter erheben, sondern in Panik geraten und verzweifeln über das, was mit der Erde passiert. Vermutlich gehören auch noch die Verse 29 bis 31 dazu, wo geschrieben steht:

Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume! 
Wenn ihr sie schon ausschlagen seht, so erkennt ihr von selbst, dass der Sommer jetzt nahe ist. 
So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass das Reich Gottes nahe ist. 

Wenn man mal davon ausgeht, dass die Verse 25 bis 31 alle als ganzheitliche Botschaft miteinander zusammenhängen, dann würde uns dadurch gesagt werden: Wenn die Natur zu wüten beginnt wie noch nie zuvor, dann sollen wir dies so ansehen wie die langsam hervor sprossenden Früchte an einem Feigenbaum. Denn wenn du an einem Feigenbaum die Frühfeigen wachsen siehst, dann kannst du sicher sein, dass es sehr bald Sommer wird. So ist es auch mit der Wiederkunft, denn die ist in dem Sinnbild bezeichnet als der Sommer. Wenn die in Vers 25 und 26 beschriebenen Naturgewalten stattfinden, die Gott bewirkt und welche die Menschen in völlige Ratlosigkeit versinken lassen, dann haben wir die Gewissheit, dass es jetzt nicht mehr allzu lange dauert bis zur Wiederkunft von Jesus Christus, sondern dass sie wahrhaftig extrem nahe ist. So kann man das gemäß der Endzeitrede, wie Lukas sie aufgeschrieben hat, durchaus verstehen.

In den Versen 32 und 33 lesen wir noch diese Worte:

Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist. 
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Diese Aussage wird auch von Matthäus und Markus berichtet, also wie Jesus deutlich darauf aufmerksam machte, dass das Geschlecht der Juden nicht verschwinden wird von dem Angesicht der Erde, bis sich alles erfüllt hat, was Jesus bisher beschrieb, und dass zwar Himmel und Erde vergehen, aber seine Worte nicht.

In den Versen 34 bis 36 lesen wir eine unfassbar wichtige Ermahnung, die bereits jetzt schon unsere Herzen treffen sollte, auch wenn die Wiederkunft noch in der Ferne liegt. Es steht geschrieben:

Habt aber Acht auf euch selbst, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen des Lebens, und jener Tag unversehens über euch kommt! 
Denn wie ein Fallstrick wird er über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. 
Darum wacht jederzeit und bittet, dass ihr gewürdigt werdet, diesem allem zu entfliehen, was geschehen soll, und vor dem Sohn des Menschen zu stehen! 

Dieses Stehen vor dem Sohn des Menschen bedeutet, dass man von einem Richter nicht verurteilt wird. Vor dem Richter bestehen können, das ist dieses Stehen, welches hier am Ende von Vers 36 gemeint ist. Darum soll man bitten, und dementsprechend soll man wandeln, dass man nichts tut, was es verhindern würde, vor dem Sohn des Menschen, also vor Jesus im Himmel, bestehen zu können. Wir sind ganz besonders durch Vers 34 aufgefordert, uns nicht zu berauschen. Achtet jeder darauf? Ich sehe massenweise Menschen, die überhaupt nicht darauf achten, sich von Berauschung zu enthalten. Natürlich sind die auch allergrößtenteils keine in der Nachfolge lebenden Menschen. Wenn aber doch jemand behauptet, Jesus nachzufolgen und sich dabei berauscht, so betrügt er sich selbst, da er gegen die Anweisungen des Königs verstößt. Man sollte aber auch beachten, dass der Tag der Wiederkunft wie in Fallstrick kommt. Das soll andeuten, dass ein Entkommen nicht möglich ist. Alle, die am Tag der Wiederkunft am Leben sind, werden auch sämtliche Auswirkungen der Wiederkunft zu spüren bekommen, sowohl die Jesus-Nachfolger als auch die, welche Falschaussagen über Jesus glauben oder ihn völlig verwerfen.

In den Versen 37 und 38 lesen wir noch einen Kommentar zur Gesamtsituation, in der Jesus gerade war, als er redete. Dort steht:

Er war aber tagsüber im Tempel und lehrte, bei Nacht aber ging er hinaus und übernachtete an dem Berg, welcher Ölberg heißt. 
Und alles Volk kam früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.

Es ist an sich schon ein trauriges Zeugnis für Jerusalem, dass man in der Nacht draußen in der Wildnis sicherer sein würde als in der Stadt, weswegen Jesus nie in Jerusalem übernachten wollte. Wir lesen hier aber auch das Zeugnis, dass in diesen Tagen das Volk ihm besonders intensiv lauschte, wenn er im Tempel lehrte, und dass sie immer schon früh zu ihm kamen. Dieser Teil könnte Hoffnung machen, dass sie vielleicht verständig werden, aber letztlich kam es ja doch nicht dazu.

Und nun, da wir dies alles begutachtet haben, bleibt auch diesmal wieder die Frage: Was lernen wir daraus, und was können wir und daraus mitnehmen für die eigene Nachfolge?

Wir lernen wohl in erster Linie durch dieses Kapitel, dass Jesus einen prophetischen Einblick in ein paar zukünftig passierende Dinge gegeben hat. Aber auch die Belehrung über die Moral beim Austeilen von Spenden in einer Gemeinde dürfen wir nicht übersehen. Denn für unsere eigene Nachfolge hat dies zu bedeuten, wenn wir wirklich in Wahrheit Jesus persönlich nachfolgen, dass wir dann niemals, unter keinen Umständen eine Person beleidigen würden, die nur eine winzig kleine Gabe in den Opferkasten legt. Denn es ist immer wichtig, an die Situation zu denken, in welcher sich diese Person befindet, ob sie vielleicht ein Leben in Armut führen muss, und daran bemessen kann bereits eine einzige Münze schon eine große Gabe sein. Daran müssen wir denken.
Ebenso müssen wir jederzeit bedenken, dass die Menschen Verführer sind, die sagen: „Ich bin es!“, oder die sagen: „Die Zeit ist nahe!“ 
Und wenn wir dem König Jesus gehorsam sein wollen, dann dürfen wir uns von keinem einzigen dieser Verführer beeindrucken lassen, egal wie viel Bildung sie haben und egal wie charmant ihr Auftreten ist.
Wir sollten auch unbedingt daran denken, dass zuerst die Zeiten der Heidenvölker erfüllt sein müssen, bevor es so richtig losgeht mit der finalen Phase der Endzeit, und die Länge dieser besagten Zeiten kennen wir nicht. Und darüber hinaus sehen wir natürlich ganz klar, dass wir keine Sorgen im Herzen haben sollen, keine Berauschung praktizieren sollen und schon gar nicht besoffen durch die Gegend taumeln dürfen. Wer dies tut, der ist definitiv nicht in der echten Nachfolge unterwegs. Das ist so. Da gibt es keine Ausnahmen und keinen Freiraum zur Verhandlung.

Und nachdem ich all dies erwähnt habe, kommt dieses Video zu seinem Ende.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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