Text zu "Bibellehre - Kapitel 4 im Evangelium des Lukas"

Link zum Video: https://youtu.be/F4lUsPt5tFg

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 4 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir haben in Kapitel 3 zuletzt davon gelesen, dass Jesus getauft worden war. Allerdings hatte dies nicht dazu geführt, dass Beifall geklatscht wurde und jeder erstmal hinzutrat, um Jesus zu umarmen und freudig zu beglückwünschen, sondern stattdessen geschah nach der Taufe etwas, was wir im aktuellen Kapitel schon im ersten Abschnitt nachlesen können. Auch bei Matthäus im vierten Kapitel gibt es einen solchen Bericht, aber wir schauen jetzt allein auf das, was Lukas aufschrieb. Es steht geschrieben in Vers 1 und 2: 

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt 
und 40 Tage vom Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen; und zuletzt, als sie zu Ende waren, war er hungrig.

Dies ist es, was Jesus zu tun hatte, damit Gott ihn prüft. Jesus musste nach seiner Taufe in die Wüste gehen. Und er musste dort bleiben und umherwandern. Das an sich klingt für viele Leute bestimmt schon derart unvorstellbar, besonders wenn sie es alleine durchziehen müssten, dass sie sich damit völlig überfordert fühlen. Denn ein wochenlanges einsames Umherwandern in einer Wüste ist nun nicht unbedingt die Lieblingsbeschäftigung des allgemeinen Durchschnittsmenschen. Von Jesus wurde es aber erwartet. Und noch viel heftiger ist dabei der auch in diesem Bericht aufgeführte Fakt, dass Jesus in diesen ganzen Tagen fasten musste. Jesus aß nichts. Das kam noch erschwerend hinzu, während er in der Wüste war, und ich glaube, dass im Angesicht einer solchen Prüfung beinahe jeder die Finger davon lassen und weglaufen würde. Oder hätte jemand von euch Lust, 40 Tage zu fasten und dabei allein durch die Wildnis zu wandern? Vermutlich nicht. Man muss auch davon ausgehen, dass Jesus dies nie und nimmer überlebt hätte, wäre er nicht voll Heiligen Geistes gewesen, wie man es in Vers 1 gleich am Anfang erfährt. Eine solche Tortur auszuhalten, ohne vollständig gefüllt zu sein mit dem echten Heiligen Geist, der in diesen Tagen ausgeteilt wurde von dem Gott Israels, dem allein wahren Gott, ist theoretisch undenkbar.
Wir haben aber die Gewissheit, dass Jesus diese ganzen vierzig Tage durchgezogen hat, und zwar im Fasten. Dabei schreibt Lukas am Ende von Vers 2, dass Jesus hungrig war. Das wirkt irgendwie unbeholfen, wenn dieses Wort hier so plump dahin geklatscht wird. Denn wenn man vierzig Tage nacheinander fasten musste, dann ist man nicht hungrig, sondern man ist völlig ausgehungert, man ist übelst am Verschmachten. Es ist doch in keiner Weise ausreichend, hier einfach zu schreiben, dass Jesus hungrig war. Viel naheliegender ist es, dass Jesus sich so gefühlt haben muss, als würde er sterben vor Hunger, als würde er vor lauter Hunger jeden Augenblick aus den Schuhen kippen, oder besser gesagt aus den Sandalen. 
Und ich will gar nicht erst wissen, wie viele Menschen, hätten die das Gleiche durch wie Jesus, dann die ganze Zeit nur noch unentwegt am Jammern wären, und am Murren, während sie bei sich selbst sagen würden: „Gott hat mich verlassen! Mein Gott hat mich in die Wüste geschickt, um mich hier sterben zu lassen! Ich hätte ihm nie vertrauen sollen!“
Von Jesus hingegen lesen wir kein derartiges Verhalten, obwohl es aus menschlicher Sicht enorm naheliegend wäre. Jesus ist da anders gewesen, auch wenn er noch so extrem von Hunger geplagt war nach vierzig Tagen fasten, und auch wenn dieser Hunger ihn aufs Äußerste erschüttert haben muss. 
Nun wollen wir aber mal schauen, was ihm widerfuhr, als er in genau diesem üblen Zustand war! Es steht geschrieben in Vers 3:

Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde! 

Dies ist die erste große Versuchung, mit der Jesus fertigwerden musste. In ausgerechnet diesem Augenblick, wo Jesus am Verschmachten ist, will der Teufel Jesus dazu verführen, die von Gott anvertraute Kraft zu eigennützigen Zwecken zu missbrauchen. Da sieht man mal, wie skrupellos und bösartig der Teufel ist. Denn der Teufel hat extra solange gewartet, bis Jesus den größten Hunger hat, der überhaupt während der Wanderung möglich war. Manch ein Mensch würde da sagen: „Nun lasse doch den armen Kerl in Ruhe in seinem Elend! Dem geht’s dermaßen schlecht, der soll in diesem Zustand nun nicht auch noch mit einer derart üblen Versuchung belästigt werden. Das geht endgültig zu weit!“
Aber hat das der Teufel auch gedacht? Nein, hat er nicht! Er tut es eben gerade deshalb, weil die Schwäche von Jesus jetzt am größten ist. Genau in dem Moment, wo Jesus am schlimmsten leidet unter seinem Hunger, kommt der Teufel mit einer Versuchung zur Sünde. Der Teufel hat eben gerade deswegen die Initiative ergriffen, weil er wusste, dass, wenn Jesus überhaupt zum Sündigen bewegt werden kann, es wohl gerade jetzt der ideale Augenblick ist. Denn jetzt, wo Jesus so viel zu leiden hatte, ist er bestimmt schwach. Und der Teufel will genau die Momente ausnutzen, in denen wir schwach sind, da er uns hasst. Immer dann, wenn es am leichtesten für den Teufel sein wird, uns zur Sünde zu treiben, wird er kommen. Er kommt ganz gewiss nicht in den Augenblicken, wo wir voll feuriger Liebe sind, denn da ist es ihm zu schwer, uns zu überreden. Da würde er nur seine Kraft verschwenden. Er wartet auf die Momente, wo uns irgendwas belastet, wo wir uns erschöpft fühlen, und dann schlägt er zu, aber eben nicht mit Fäusten, sondern mit verführerischen Worten. Denn Schaden an unserem Körper zufügen darf er uns ja erst, wenn wir schon gesündigt haben oder wenn ein durch die Eltern wirkender Generationsfluch auf uns lastet, weil der Fürst dieser Welt dann das Recht hat, uns zu schädigen. Bei Jesus hängt aber noch viel mehr daran. Denn Jesus kann nur dann die Menschheit durch seinen Opfertod erlösen, wenn er selber ganz ohne Makel bleibt. Es darf nicht ein einziger Fehltritt gefunden werden, sonst ist sein ganzer Wandel nichts mehr wert, weil sein Blut dann selbst schuldbeladen wäre und keine fremde Schuld mehr tilgen könnte. Im Fall von Jesus ging es also nicht nur um sein eigenes Leben, sondern um die gesamte Menschheit mit ihm, wenn er Versuchungen widerstehen musste.

Ich möchte außerdem betonen, dass hier in keiner Weise berichtet wird, der Teufel wäre bedrohlich aufgetreten oder in irgendeiner Weise furchteinflößend gewesen. Vielmehr liest es sich so, als hätte er hier den falschen Freund raushängen lassen. Er kommt daher, während Jesus übelsten Hunger hat, und macht ihm einen augenscheinllich hilfreichen Vorschlag. Es ist damit vergleichbar, dass er zu Jesus sagen würde: „Ach du meine Güte! Was ist denn mit dir passiert, du armer Kerl? Du scheinst ja dem Verhungern nahe zu sein. Du brauchst was zu essen. Mache doch lieber einen Stein zu Brot! Denn so wie es jetzt ist, kann es doch nicht bleiben. Ich kann das nicht mit ansehen. Ich bin dein Freund, der dir einen hilfreichen Ratschlag gibt. Dir wird es viel besser gehen, wenn du jetzt den Stein zu Brot machst. Ich meine es doch nur gut mit dir!“
Wir können das hier nicht wortwörtlich so lesen, aber es ist ganz allgemein ein sehr heimtückischer Trick des Teufels und all seiner Dämonen, dass sie den Menschen das Gefühl geben, helfen zu wollen, und ihnen den Eindruck aufdrängeln, die Sünde würde ihnen gut tun. Und wenn ihr mich fragt, so passt eine solche Vermutung, also dass er dies auch bei Jesus ausprobierte, viel mehr in seine Redensart, die hier berichtet wird, als ein bedrohliches Auftreten passen würde.
Und man darf auch keinesfalls übersehen, auf was für eine dreiste Art der Teufel hier Jesus zum Hochmut reizen will. Er sagt zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann mache das!“
Der Teufel will Jesus dazu verführen, zu denken, dass es doch Jesus zustehen würde, diesen Stein jetzt zu Brot zu machen, weil Jesus eine sehr bedeutsame Identität hat, und seine Identität würde ein anmaßendes Handeln rechtfertigen. Sehr viele Menschen, sofern sie überhaupt angefangen haben, mit Jesus zu laufen, gehen an diesem Trick völlig zugrunde, sobald er bei ihnen angewendet wird. Denn ihr dürft euch darauf verlassen, dass der Teufel vor euch nicht Halt macht, sondern genau die gleichen fiesen Tricks auch gegen euch benutzt, die er gegen Jesus benutzen wollte. Und groß ist die Anzahl derer, die wirklich eigensinnig, rebellisch und hochmütig handeln unter dem Name Jesus Christus, weil sie auf diesen billigen Trick hereinfallen, dass sie sich viel auf irgendeine tolle Identität einbilden sollen, weil sie jetzt erhobene himmlische Wesen sein würden oder vollmächtige Königskinder und ihnen deshalb nun alles zusteht. Mit genau diesem satanischen Irrsinn wird hier bereits Jesus konfrontiert. Das Besondere an Jesus ist aber, dass er nicht durch Hochmut im eigenen Herzen verblendet ist, sondern Jesus ist sanftmütig und demütig. Der Teufel hat zwar Jesus an seine herausragende Identität denken lassen, dass Jesus doch der Sohn Gottes ist und sich deswegen bestimmt einiges herausnehmen darf, weil er doch auch einen liebenden Vater hat, der da nun bestimmt nicht allzu streng drauf schauen wird, da er doch seine Kinder liebt und will, dass sie glücklich sind, und so weiter, aber die Reaktion von Jesus auf die unverschämten Andeutungen des Teufels lesen wir in Vers 4, wo wir folgende Worte finden:

Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort Gottes«.

Dies ist die Antwort von Jesus, welcher das Gesetz seines Vaters genau verstanden hat und auch mit Gottes Vorgehensweisen vertraut ist. Man kann im fünften Buch Mose in Kapitel 8 nachlesen, was Jesus zitiert, und dort geht es darum, dass Gott auch sein auserwähltes Volk Israel in die Wüste führte und sie absichtlich hungern ließ, um sie zu demütigen, und um ihre Herzen zu prüfen. Dabei sollten die Menschen erkennen, dass ihr Leben zuerst davon abhängt, was Gott sagt, und nicht von dem Brot, das sie sich regelmäßig zubereiten. Und Jesus ist mit dieser Realität vertraut. Jesus weiß, dass sein Vater, der allein wahre Gott, Menschen zeitweise absichtlich hungern lässt, als erzieherische Maßnahme, damit sie demütig werden und er ihnen am Ende Gutes tut. Denn wenn Menschen immer satt sind, dann werden sie übermütig und stolz. Und dies ist so ekelhaft, dass Gott sie zu verabscheuen beginnt und sie gar nicht mehr anschauen will, wenn sie sich derartig aufführen. 
Um aber wirklich verständig zu werden und als Jesus-Nachfolger den Meister völlig nachvollziehen zu können, sollte man sich da besonders intensiv hinein vertiefen, warum Jesus ausgerechnet so reagierte, wie er es laut diesem Vers tat. Jesus hatte überhaupt nicht die Absicht, diese Sache zu tun, zu welcher der Teufel ihn drängeln wollte. Jesus wollte den Stein nicht zu Brot machen, es kam für ihn gar nicht in Frage. Und Jesus war sich darüber bewusst, dass es eine Stelle in den Schriften gibt, die sehr gut dazu passt, daher bringt er seinen eigenen Wille in Form eines Zitates aus der Schrift zum Ausdruck. Und das ist besonders wichtig zu beachten, dass Jesus hier das sagt, was er selber will. Jesus hat diesen Vers nicht zitiert, weil er irgendeine übernatürliche Kraft dahinter vermuten würde. Er hat es auch nicht aus einem geheuchelten Gehorsam geredet, so als ob er denken würde: „Ja, mir bleibt doch überhaupt nichts Anderes übrig, als diesen Text zu zitieren und Gott zu gehorchen, weil es halt von mir verlangt wird, auch wenn es mich eigentlich nur nervt!“
Derartiges gibt es bei Jesus nicht. Jesus hat nur allein aus dem Grund dieses Zitat genannt, weil er mit dem Herzen voll dahinter steht und weil er dem Teufel auch dann Widerstand geleistet hätte, wenn dieses Zitat gar nicht existieren würde. Wenn es im ganzen Gesetz und auch in allen Prophetenbüchern nirgendwo eine Stelle geben würde, die besagt, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, dann hätte Jesus sich trotzdem geweigert, die von Gott anvertraute Kraft zu missbrauchen, um die eigene Fleischeslust zu befriedigen. Er hätte es dann lediglich anders begründet, aber seine Reaktion, die aus seinem Herz stammt, wäre die selbe gewesen. Das ist es, worüber man sich im Klaren sein muss als Jesus-Nachfolger und was man nachahmen soll. Man berücksichtigt Schriftworte nicht, nur weil sie eben einfach da sind, sondern man sieht die Wünsche des eigenen Herzens, welches man durch die Buße nun völlig den Wertmaßstäben Gottes zugewandt hat, in den Worten des Gesetzes bestätigt. Wenn jemand einsieht, dass Gott allen Stolz verabscheut, und man hat das verinnerlicht und sehnt sich danach, jeden Stolz abzulegen, dann sind die dazugehörigen Schriftworte ein Grund zur Freude und eine große Erfüllung für die eigenen Anstrengungen. Wer sich aus Liebe zu Gott das Ziel setzte, frei von jedem Stolz zu sein, den erbaut es sehr, wenn es in der Bibel Verse gibt, die dies untermauern. Denn sie bestätigen das Gute und Gott Wohlgefällige, was man ja sowieso erreichen will, weil man Gott liebt. So ist es bei Jesus gewesen, und allein das ist der Grund, wie Jesus es schaffen konnte, nach vierzig Tagen Fasten und einsamer Wüstenwanderung dann trotz aller Erschöpfung auf ausgerechnet so eine Weise zu reagieren, wenn der Teufel ihm einredet, er soll doch ruhig mal einen Stein zu Brot machen und seinen Hunger stillen, weil er ja der Sohn Gottes ist und das deshalb schon alles passt. Jesus hatte längst in sein eigenes Herz den von Gott stammenden Gedanke aufgenommen, dass Fleischeslust verwerflich ist. Jesus hatte in sein Herz längst den Fakt eingegraben, dass man sich überhaupt keine Gedanken um die Frage nach irgendwelcher hochtrabenden Identität machen soll, weil jede Form von Stolz ein Gräuel ist, egal mit welcher Begründung jemand sich selbst erhöht. Das ist das Wertdenken Gottes, welches Jesus für sich selber ebenfalls als wertvoll sieht. Viele andere Menschen hingegen hören zwar, was das Wertdenken Gottes ist, erkennen dahinter aber in ihren Herzen überhaupt keinen Wert und klammern nicht daran. Sie wollen lieber etwas anderes, darum stoßen sie alles ab, was von Gott kommt, weil es ihnen nicht in den Kram passt, und deswegen können sie auch sehr leicht vom Fürst dieser Welt gefangen genommen werden und sich zeitgleich einbilden, sie würden mit Jesus leben. Aber Jesus selbst hat alles richtig vorgemacht, und jeder Jesus-Nachfolger sowie jede Jesus-Nachfolgerin soll es nachmachen, dass man genau das Gleiche liebt, was Gott liebt, in sich selbst und um sich herum, und dass man genau das Gleiche abartig findet, was Gott abartig findet, in sich selbst und um sich herum. Und wer dies ernsthaft tut, der wäre selber ebenfalls dazu fähig, nach vierzig Tagen Fasten jede Verführung des Teufels abzuwehren. Sobald aber einer sagt: „Das stimmt nicht! Gott ist nicht so!“, wird er auch keine Standhaftigkeit erreichen, wie Jesus sie hatte. Das ist die Realität – ob es euch nun gefällt oder nicht.

Wir müssen aber noch weitere Versuchungen begutachten, die an Jesus heran getragen wurden. Denn obwohl diese unverschämte Nummer mit der ausgenutzten Mangelsituation schon ziemlich übel gewesen ist, ist es noch nicht alles gewesen, was der Teufel ausprobierte.
Es steht geschrieben in den Versen 5 bis 7:

Da führte der Teufel ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick. 
Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. 
Wenn du nun vor mir anbetest, so soll alles dir gehören! 

In diesen Versen erzählt der Teufel ausnahmsweise mal keine Lüge. Wenn er sagt, dass alle Reiche dieser Welt ihm übergeben sind, dann ist das die Wahrheit. Gott hat es so entschieden. Gott hat von Anfang an ständig nur gesehen, wie die Menschen ihn hassten, und das tun die allermeisten bis zum heutigen Tag und hören auch nicht auf. Und deswegen empfand Gott es als angemessen, diese Welt dem Teufel zu übergeben. Und das ist der Zustand, in dem sich alle befinden. Der Teufel ist der Weltbeherrscher und sie alle sind unter seiner Herrschaft. Natürlich steht Gott noch obendrüber und man könnte unter der Herrschaft Gottes stehen, also unter der starken Hand des Gottes Israels, um dem Teufel zu entkommen, aber das macht fast keiner. Gott ist auch nur solange unser Herrscher, wie wir ohne Sünde sein wollen. Wenn wir etwas tun, was in seinen Augen Sünde ist, fallen wir automatisch zurück in den Herrschaftsbereich des Weltbeherrschers. Man darf nicht von Gott beherrscht leben, wenn man seine Gebote übertritt, denn dann erlaubt Gott es nicht, bei ihm zu bleiben. Nun ist es zwar so, dass wir heutzutage durch Jesus Christus, auf den wir hören müssen, einen besonders großen Raum zur Buße haben, sobald wir Jesus als Herr, also quasi als unseren neuen Eigentümer annehmen, aber auch Jesus selbst wird uns letztlich ausspeien, wenn wir über längere Zeit einfach nicht damit aufhören wollen, gegen seinen Vater zu sündigen. Und genau dieses Problem verursachen ja nicht nur alle gottlosen Lehren auf der Welt, sondern auch alle Religionen, die Gottes Existenz mit dem Mund bekennen, aber doch Gottes Gebote verändern oder verleugnen und somit alle Menschen darin belehren, die Gebote zu übertreten. Da steckt wohlgemerkt ein ausgeklügeltes System dahinter, dass man den Menschen weißmacht, sie würden Gott finden, obwohl man sie doch in die Sünde führt. Religionen sind ein wichtiges Instrument des Teufels, um die Menschen im Griff zu behalten, sobald sie mehr oder weniger Interesse an Gott entwickeln. Die ganze Erde mit ihren verschiedenen Kulturen und Philosophien und Vereinigungen und menschlichen Königreichen – das ist alles dem Teufel übergeben. Und nun macht der Teufel doch tatsächlich das Angebot, Jesus als Obersten über das alles zu setzen, aber unter einer Bedingung: Jesus soll den Teufel anbeten. Und diese Sache bietet der Teufel nicht nur Jesus an, sondern diese Sache probiert er bei allerlei Menschen aus, meistens bei denen, wo es schon absehbar ist, dass es funktionieren wird. Es gibt Menschen, die diese Entscheidung getroffen haben, den Teufel anzubeten und alle seine Befehle auszuführen, und im Gegenzug erhalten sie Reichtum und einen hohen Rang, sodass sie über dem Gesetz stehen. Die Tatsache, dass sie dabei endgültig die Sicherheit haben, ewig in übelsten Qualen zu landen und niemals irgendwelches Mitleid vorzufinden, scheint sie dabei auch nicht sonderlich zu stören. Aber es ist nicht nur in der Ewigkeit eine schreckliche Belastung, dem Teufel anzugehören, sondern auch schon hier auf der Erde, da er ein extrem unbarmherziger und grausamer Herrscher ist. Und die Leute, die sich mit ihm eingelassen haben, die können überhaupt keine Freude haben an all ihrem Reichtum und der Berühmtheit, denn der Preis, den sie dafür bezahlen müssen und das Leben, das sie deswegen führen müssen, ist eine üble Zumutung und ein nicht enden wollender Alptraum. Aber im Grunde genommen sind sie da auch selber schuld dran, wenn sie ernsthaft so irre sind, den Teufel anzubeten. Man kann von selbst darauf kommen, dass das die schlechteste Idee aller Zeiten ist. Man muss kein hochbegabtes Genie sein, um das zu begreifen. Und ich persönlich verstehe bei den gerade gelesenen Versen nichtmal, wie der Teufel überhaupt erst auf den Gedanke kam, eine solche Versuchung zu starten. Ihm müsste doch klar sein, dass Jesus nie und nimmer zustimmen würde. Dafür ist die Liebe zu Gott viel zu groß. Dieser Versuch, Jesus dazu zu bringen, dass er sich vor dem Teufel niederwirft, war von Anfang an aussichtslos. Jesus weiß, wie böse der Teufel ist und dass es die größte Idiotie überhaupt wäre, den freiwillig anzubeten. Wie konnte der Teufel da trotzdem eine solche Aktion starten? Das ist wirklich nur ein Akt der Verzweiflung. Denn wenn der Teufel das bei machtgierigen und selbstsüchtigen Lebewesen ausprobiert, dann ist es zumindest noch nachvollziehbar, dass er sich davon Erfolge verspricht. Aber doch nicht bei jemandem wie Jesus, der allezeit in geistlicher Demut wandelt. Jesus hatte niemals auch nur im geringsten Ansatz den Wunsch im Herzen, irgendwen anders anzubeten als den allein wahren Gott, den Heiligen Israels. Und auch diesen Herzenswunsch bringt Jesus wieder mithilfe von Worten zum Ausdruck, die man in sehr ähnlicher Weise im Gesetz Gottes findet. Wir lesen folgendes in Vers 8: 

Und Jesus antwortete ihm und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen«.

Hier forderte Jesus den Satan direkt dazu auf, zu verschwinden, und dann gibt er zu verstehen, dass er niemanden jemals anbeten wird als allein seinen Vater. Und das lag auf der Hand, dass Jesus so reagieren wird, denn Jesus liebt Gott mit unvergleichlicher Liebe. Wie sollte man ihn da jemals von Gott wegreißen? Und warum sollte man vom Bösen beherrscht sein wollen, anstatt vom Guten beherrscht zu sein? Da haben auch all die nichtigen Freuden dieser Weltzeit keine Bedeutung. Viele Menschen fänden das lustig und erbaulich, über die ganze Welt zu herrschen, weil dann alle nur noch nett zu ihnen sein müssten und sie jeden aus dem Weg räumen könnten, der ihnen nicht passt und weil sie alle Reichtümer und alle Genüsse der Welt haben könnten, sooft wie sie wollen, und egal zu welchem Zeitpunkt, und es wären ihnen keine Grenzen mehr gesetzt. Daher ist für alle armseligen Menschen von dieser Welt ein solches Angebot natürlich extrem verlockend, als Herrscher über die Welt eingesetzt zu werden, sodass alle einen respektieren müssen und man jeden herumkommandieren kann, wie man gerade lustig ist, womit man dann besonders intensiv seinen eigenen Beitrag zu dem bösen Treiben leistet, das unter der Sonne geschieht. Aber Jesus interessiert sich nicht für derartige Vorteile, die alle auf Sinnlosigkeit hinauslaufen. Denn je grenzenloser der Mensch lebt, desto stärker bekommt er auch die unweigerliche Erkenntnis, dass er einfach nicht glücklich werden kann, sondern dass er immernoch unzufrieden ist und nie das Gefühl bekommt, genug zu haben, weil immernoch ein Loch im Inneren ist, das sich nicht füllen lässt. Da nun Jesus dies im Vorfeld weiß und Gott liebt, mehr als alles, ist für ihn ein solches Angebot völlig uninteressant. Jesus bekommt die ganze Welt angeboten und es beeindruckt ihn gar nicht. Er verspricht sich mehr davon, Gott treu zu sein. Und für uns als Jesus-Nachfolger soll das Gleiche gelten. Für wen es sich aber nicht so anfühlt im Inneren, der wird unmöglich die Nachfolge durchstehen bis zum letzten Augenblick. 
Und vielleicht hat die Schwierigkeit bei dieser zweiten Versuchung ja besonders darin bestanden, dass der Teufel all die Dinge anbieten konnte, die Jesus seit seiner Taufe vermisst hatte. Denn sein Gehorsam gegenüber Gott hatte ihm nichts anderes eingebracht als eine trostlose und extrem beschwerliche Wüstenwanderung. Das war das bisherige Ergebnis davon, dass er sich hatte taufen lassen. Und wenn in genau diesem Augenblick, wo man vierzig Tage lang nichts Anderes als Mangel gesehen hat, dann einer ankommt, der dafür sorgen könnte, dass die ganze Welt dir zu Füßen liegt, dann hat das in sich durchaus eine gewisse Überzeugungskraft, war aber trotzdem nicht überzeugend genug, um Jesus von seiner Treue zu dem allein wahren Gott abzubringen.

Lasst uns nun mal einen Blick auf die letzte große Versuchung werfen, die berichtet wird! Der Teufel hatte gemerkt, dass Jesus bei seinen Reaktionen irgendwie immer nur Worte aus den Schriften zitiert. Daher versucht der Teufel das nun auch selber. Es steht geschrieben in den Versen 9 bis 11:

Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich von hier hinab; 
denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, dass sie dich behüten, 
und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«

Durch diesen Teil erkennen wir deutlich, dass der Teufel auch selber weiß, was für Worte in der Bibel stehen. Und nicht nur das ist ein Fakt, sondern es geht sogar soweit, dass er höchstselbst Bibelverse benutzt, um Menschen an Schwachsinn glauben zu lassen. Das ist mit Sicherheit schockierend und muss uns als Jesus-Nachfolger umso mehr ermahnen, daran ungebrochen zu denken, dass Gott heilig ist und man die Botschaft der Bibel nur begreifen kann, wenn man allezeit den Fakt berücksichtigt, einen heiligen Schöpfer zu haben. Denn wie leicht können Worte aus der Bibel zum Bösen missbraucht werden! Hier in diesem Fall will der Teufel Jesus glauben lassen, dass Jesus sich absichtlich in Lebensgefahr begeben kann und unweigerlich gerettet werden würde, weil ja in Psalm 91 geschrieben steht, dass dann die Engel Gottes kommen und ihn auf Händen tragen. Das ist auch wieder eine schäbige Dreistigkeit, die mit dem Handeln des Teufels einhergeht. Und ich betone nochmal, dass der Teufel genau die gleichen bösen Tricks auch gegen alle anderen Menschen einsetzen wird, nicht nur gegen Jesus allein. Auch einem angeblich gläubigen Mensch von dieser Welt kann der Teufel einflüstern lassen: „Du kannst ruhig etwas Lebensgefährliches tun! Gottes Engel werden dich doch beschützen!“
Und man hat ganz real gesehen, dass der Teufel das aktiv tut und dass es auch bei sehr vielen Christen funktioniert hat, als es darum ging, dass sie absichtlich in eine Art Tempel hineingehen sollten, wo ihnen ein spitzes Metall in den Arm gedrückt wird, damit sie sich aufgrund eigener Nachfrage eine potenziell lebensgefährliche Vergiftung geben lassen. Solche Christen können sich hinterher hinstellen und sich genau so benehmen, wie es der Teufel will, indem sie sagen: „Mir wird nichts passieren, denn die Bibel sagt, dass mir kein Schaden entstehen kann!“ Aber auch wenn sie das sagen, wird trotzdem eine hohe Anzahl unter ihnen tot umfallen. Und auch bei Jesus in den gerade gelesenen Versen würde es definitiv passieren, dass er stirbt, sobald er sich von der Zinne des Tempelgebäudes hinabstürzt in der Erwartung, es würden sofort Engel kommen und ihn auffangen. Aber lasst uns mal schauen, wie Jesus auf diese heimtückische Anwendung des Schriftwortes reagierte! Es steht geschrieben in Vers 12:

Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht versuchen!«

Jesus lässt sich also nicht dazu verführen, aufgrund eines Bibelzitates den allein wahren Gott auf die Probe zu stellen und somit völlig unverschämt zu handeln, sondern Jesus zitiert eine andere Schriftstelle, die einen größeren Wert hat als die, welche der Teufel benutzt. Und hierbei muss jetzt jeder Mensch mal sich selber prüfen, indem man sich selbst die Frage stellt: „Stimme ich zu, dass die von Jesus benutzte Schriftstelle einen viel größeren Wert hat als die, welche der Teufel benutzt?“
Jeder Mensch, der da nicht zustimmt, der kann die echte Nachfolge vergessen. Der hätte damit gar nicht erst anfangen sollen. Denn die von Jesus benutzte Schriftstelle ist wahrhaftig deutlich gehaltvoller, da sie den Mensch vor dem Tod bewahrt, aber sie schmeichelt natürlich den eigensinnigen Gemütern der Menschen nicht. Die lauwarmen und völlig verkorksten zwei Milliarden Christen auf dieser Welt wollen doch fast alle viel lieber hören, dass Engel sie behüten, als dass gesagt ist, man darf Gott nicht versuchen. Denn einfach so mal ganz nebenbei übernatürliche Behütung zu haben, ist ja ein super erfreulicher Gedanke. Es erbaut das Fleisch und macht gute Laune und führt dazu, dass die Leute jubeln und feiern. Und genau darauf haben sie es ja abgesehen, dass sie möglichst viel jubeln und feiern können. Wer aber jubelt über die Anweisung, dass man Gott nicht versuchen darf?
Wir erkennen aber an Jesus, dass er kein Mann war, der immer nur die Schriftworte hören und ausrufen will, die Freude bereiten, sondern dass Jesus in völliger Liebe und Treue zu Gott darauf achtete, Gottes Gebote zu kennen und sich niemals unverschämt zu benehmen gegenüber seinem Vater. Und diese Schriftstelle, die Jesus zitiert, die verhindert es, Gott zornig zu machen. Die Stelle hingegen, die der Teufel benutzt, die kann leicht dazu missbraucht werden, den Mensch zu Eigensinnigkeit zu motivieren und ihn in seinem Verhalten derart unverschämt werden zu lassen, dass Gott auf den Mensch zornig wird, weil der Mensch sich wegen dieser Schriftstelle aus Psalm 91 gottlos benimmt, indem er ständig nur einfordert, von Engeln behütet zu werden, während er gleichzeitig in Sünden wandelt und sich gar nicht bemüht, diese abzulegen. Oder vielleicht verlangt der Mensch sogar Schutz, während er Sünden tut und sich gar nicht erst sagen lässt, dass es sich um Sünden handelt, also dass er sich weigert zu akzeptieren, dass sein böses Treiben böse ist. Wenn man aber Jesus nachfolgt, dann macht man alles möglichst genau so wie er. Dann hat man auch selber nur dann Ruhe im Herzen und im Gewissen, wenn man sich demütig und gottesfürchtig benimmt und nichts getan hat, wovon man erwarten muss, das es Gott erzürnt. So soll das bei uns sein, wenn wir Jesus nachfolgen, weil es bei Jesus auch so gewesen ist. Dann können wir nicht durch leichtfertig benutzte Verheißungen in die Falle gelockt werden, denn aus genau diesem Grund hat auch die dritte Versuchung nicht den Erfolg beschert, den der Teufel sich erhoffte. Jesus weiß, dass man die Schriftworte nicht einfach so annehmen darf, wie man es sich selber wünscht, sondern dass es immer um das Gesamtbild geht, welches durch ein Kapitel gezeichnet wird, und dass man Gottes Wille auch nicht nur auf ein einziges Kapitel oder auf drei oder vier heraus gesuchte Verse reduzieren darf, wenn der Kontext fehlt. Wer sowas täte, würde sich zum Feind Gottes machen. Jesus aber liegt es am Herzen, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen und nicht aufgrund von falsch benutzten Schriftworten Dinge einzufordern, die Gott in dieser Weise gar nicht tun will. Deswegen konnte er sich auch hier behaupten, weil in seinem Herz nur die Liebe zu Gott wohnt – aber die Absicht, für sich selbst aus allem das Beste rauszuholen, gibt es bei Jesus nicht. Daher kann er auch nicht in solch einer Weise zu gotteslästerlichem Handeln unter närrischer Berufung auf biblische Verheißungen getrieben werden.

Zum Abschluss dieser Erzählung hat Lukas noch folgendes geschrieben in Vers 13:

Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeit lang.

Auch diesen Fakt sollte man unbedingt in Erinnerung behalten. Der Teufel ist zwar gewichen, aber nur eine Zeit lang. Es braucht sich keiner einzubilden, er hätte Jesus danach auf ewig in Ruhe gelassen. Der ist wahrscheinlich nur deshalb abgetreten, damit er sich in Ruhe neue Ideen ausdenken kann, wie er Jesus als nächstes in Versuchung bringt, mit möglichst hoher Erfolgsquote. Der brauchte wohl nur ein bisschen Bedenkzeit, bis er mit der nächsten Aktion um die Ecke kommt. So war das bei Jesus, und so wird das auch sonst bei allen Menschen sein, die er verderben will. Der Fürst dieser Welt wird niemals einen dauerhaften Abstand von uns halten, auch nicht von Jesus-Nachfolgern. Wir laufen ja immerhin in seinem Herrschaftsbereich herum. Auch wenn wir Jesus angehören, da wir Buße getan haben und auf den Namen Jesus Christus im Wasser getauft wurden und alles lernen, was Jesus lehrte, um es zu tun, sind wir trotzdem, obwohl wir als Jesu Eigentum zählen, immernoch Fremdlinge in einer Welt, die nicht Jesus gehört, sondern dem Teufel übergeben ist. Und wir laufen hier als von ihm besonders verabscheute Fremdlinge herum, die der Teufel am liebsten sofort vernichten würde, aber nicht vernichten kann, da sie von einem Königreich beschützt werden, das außerhalb seiner Welt existiert und doch zu stark für ihn ist, als dass er dagegen ankommen könnte. Wenn er uns vernichten will, muss er zuerst mal dafür sorgen, dass wir nicht mehr ein Teil dieses starken Reiches sind, und das geht nur durch die Sünden, am besten durch todeswürdige Sünden. Daher wird er sich uns gegenüber genau so verhalten wie gegenüber Jesus. Er wird nur eine Zeit lang weichen, und danach wird er wieder irgendwelche Versuchungen senden und im übelsten Fall mal selbst kommen. Er wird nicht aufhören, so lange wir noch hier auf der Erde sind. Darüber muss man sich im Klaren sein, damit nicht etwa die Wachsamkeit versiegt und einschläft. Der Teufel wird nicht aufhören, uns zu versuchen. Das passiert entweder durch Menschen, die ihm dienstbar sind und zu uns kommen, um verführerische Worte zu uns zu sagen, meistens mit dem Gedanke, sie würden hier gerade gut handeln, oder durch böse Geister, die Gedanken zu uns tragen, welche wir auf gar keinen Fall ernstnehmen dürfen. Von diesen Ärgernissen bleibt niemand auf Erden verschont. Wer aber widersteht und keine Sünde tut, der hat Frieden. Wer hingegen sündigt, der wird zu immer schlimmeren Taten getrieben und wird irgendwann völlig den Verstand verlieren.

Da nun aber Jesus seine überaus heftige Prüfung bestanden hatte, durfte er sich wieder zurück in die Zivilisation begeben. Folgendes steht darüber geschrieben in den Versen 14 und 15:

Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa; und das Gerücht von ihm verbreitete sich durch die ganze umliegende Gegend. 
Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen.

Diese Erzählung klingt überaus positiv. Jesus war ja ein Jude, deswegen ging er zunächst in die Synagogen, um dort über das Reich der Himmel zu predigen und die Leute richtig zu belehren. Lukas schreibt hier zwar, dass er von allen gepriesen wurde, aber man kann durchaus vermuten, dass dies zu optimistisch ausgedrückt ist und die Dinge nicht immer so schön verliefen. Besonders schwerwiegend ist der als nächstes folgende Bericht, denn dabei wäre Jesus beinahe getötet worden, als er in einer Synagoge verkündigte. Er war nämlich in der Stadt Nazareth unterwegs, wo er aufgewachsen war, und wollte sich dort in der Synagoge als Messias zu erkennen geben. Wie das alles anfing, lesen wir in den Versen 16 bis 19:

Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. 
Und es wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben; und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: 
»Der Geist des HERRN ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen,
um zu verkündigen das angenehme Jahr des HERRN.«

Bis hierhin klingt alles noch recht harmlos. Jesus wollte seine messianische Bedeutung auf die Art zu erkennen geben, dass er einen Teil aus dem Buch des Propheten Jesaja vorliest, nämlich die ersten Verse aus Kapitel 61, welche eindeutig den Messias beschreiben. Was dann zuerst geschah, als er diese Worte vorgelesen hatte, erfahren wir in Vers 20. Dort steht:

Und er rollte die Buchrolle zusammen und gab sie dem Diener wieder und setzte sich, und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. 

Aufgrund der Art und Weise, wie Jesus diese Worte vorgelesen hatte, hatte er nun die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Alle Menschen der Synagoge schauten ihn an, obwohl er sich schon zurück an seinen Platz gesetzt hatte. Und so begann Jesus nun, sich selbst als Messias erkennbar zu machen. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 21 bis 27:

Er aber fing an, ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren! 
Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen, und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs? 
Und er sprach zu ihnen: Gewiss werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: Arzt, heile dich selbst! Die großen Taten, von denen wir gehört haben, dass sie in Kapernaum geschahen, tue sie auch hier in deiner Vaterstadt! 
Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist anerkannt in seinem Vaterland. 
In Wahrheit aber sage ich euch: Es waren viele Witwen in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen war, da eine große Hungersnot entstand im ganzen Land; 
und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, sondern nur zu einer Witwe nach Zarpat bei Zidon. 
Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa; aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naeman, der Syrer. 

Diese Worte müssen wir mal in Ruhe durchgehen, damit man sie besser versteht. Die Leute fragten zuerst: Ist dieser nicht der Sohn Josephs?
Das soll andeuten, dass Jesus doch einer ist, den sie ganz normal aus dem Alltag kennen. Und deshalb können sie es sich bei ihm irgendwie gar nicht vorstellen, dass nun ausgerechnet er der Messias sein soll. Sie reagieren also mit Widerspenstigkeit. Und weil Jesus diese Widerspenstigkeit bemerkt, deutet er dieses Sprichwort an, das da lautet: „Arzt, heile dich selbst!“
Dieser Spruch hatte höchstwahrscheinlich mit dem Erscheinungsbild von Jesus zu tun, das sich wohl laut der Meinung der Menschen verändern müsste, damit Jesus der Messias sein kann in ihren Augen. Im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 53 wird über den Messias geweissagt, dass er keine schöne Gestalt hat und keine Pracht an ihm ist. Aber dessen waren sich die Leute nicht bewusst. Sie erwarteten, dass der Messias ein majestätischer und sehr charismatischer Held sein würde. Und es war damals schon ein großes Wunderzeichen in Kapernaum geschehen, aber nicht in Nazareth. Nun meint Jesus, dass die Leute vielleicht wollen, er soll beweisen, dass er der Messias ist, indem er sich selber heilt und ein Antlitz bekommt, das man von dem Messias erwarten würde. Daher kam sein Spruch mit dem Arzt. Außerdem ist die Widerspenstigkeit der Menschen bestimmt auch darin begründet, dass der Messias ja aus der Blutlinie Davids kommt, und deswegen erwarteten sie zwangsläufig, dass der Messias nicht als ganz normaler Bürger in ihrer Mitte sitzt, sondern dass er aus dem Königshaus kommt und darin wohnt und in königlicher Pracht zum Volk spricht. Und Jesus will ihnen vor Augen halten, dass ihre Erwartungen, die sie an den Messias haben, völlig falsch sind. Der Messias kommt nicht mit Pracht und Anmut aus dem Königshaus Davids heraus stolziert. Und dann macht Jesus darauf aufmerksam, dass er nicht der erste Mann Gottes ist, der aus kümmerlichen Umständen kam und doch Großes bewirken würde. Denn es gab den Prophet Elia in älteren Tagen. Und es war Gottes Wille, dass dieser Prophet, obwohl er sehr wichtig war, nicht ständig vor Israel verkündigt, sondern Gott hatte ihn bei einer Witwe in einem fremden Land wohnen lassen. Und auch der Prophet Elisa war jemand, der in Gottes Wegen wandelte in vielerlei Hinsicht. Und da würde man erwarten, dass dieser die ganze Zeit nur in Israel unterwegs ist und das Volk belehrt und allein für Israel betet, aber eines der großartigsten Wunderzeichen, das Gott durch Elisa bewirkte, passierte gar nicht an einem israelischen Mann, sondern an einem Ausländer. Daran erkennt man deutlich, dass Gott noch nie eine Notwendigkeit darin sah, genau so zu handeln, wie die Menschen es erwarten, und dass Gott auf unerwarteten Wegen seine Leute offenbar werden lässt.
Und obwohl diese Erklärungen durchaus Sinn machen und den Menschen erläutern, warum es wirklich der Ratschluss Gottes ist, wenn der Messias hier gerade direkt in ihrer Mitte sitzt, anstatt in Jerusalem im Königshaus zu sein, zeigen die Menschen in der Synagoge trotzdem eine bösartige Reaktion. Wir lesen darüber folgendes in den Versen 28 bis 30:

Da wurden alle in der Synagoge voll Zorn, als sie dies hörten. 
Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. 
Er aber ging mitten durch sie hindurch und zog weiter.

Offensichtlich waren diesen Menschen ihre eigenen Erwartungen wichtiger als die Wege Gottes. Aber vielleicht haben sie die Worte von Jesus auch als Beleidigung aufgefasst, so als ob Jesus ihnen sagen würde, dass Israel es nicht wert wäre, wenn Gott die Propheten direkt zu ihnen sendet. Aber ihr größtes Problem war wohl wirklich dieses, dass Jesus überhaupt nichts Majestätisches an sich hatte und die Menschen ihn daher als jemanden einordneten, der unmöglich der Messias sein kann und der nur versucht, sich selber groß aufzuspielen und sich wichtig zu machen. Deswegen haben sie ihn hinausgestoßen und wollten ihn am liebsten von einem hohen Berg hinabstürzen, damit er stirbt, aber Jesus konnte ihnen entkommen. Und das Einzige, was Jesus daraus lernen konnte und wohl auch lernen musste, ist, dass es ein böses Ende nimmt, wenn er sich als Messias zu erkennen geben will vor den Menschen.
Man sollte auch noch erwähnen, dass dieses Ereignis für Jesus Grund genug gewesen ist, um Nazareth zu verlassen und sich irgendwo anders einen Wohnort zu suchen. So landete Jesus in der Stadt Kapernaum und hatte dort ein kleines Haus. Und natürlich ging Jesus auch dort in die Synagoge, um den Menschen das ganze Evangelium zu verkündigen. In Vers 31 und 32 lesen wir:

Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat. 
Und sie waren betroffen über seine Lehre, denn er redete mit Vollmacht. 

Hier waren nun also Leute, die ihn nicht schon seit seiner Kindheit kannten und ihn daher auch mit anderen Augen anschauten. Und es geschah tatsächlich, dass die Worte sie in ihre Herzen trafen, die Jesus sprach. Das ist ein deutlich besseres Ergebnis als das, was in Nazareth geschehen war. Allerdings geschah auch etwas Unerwartetes an diesem Tag in der Synagoge von Kapernaum, denn es steht geschrieben in den Versen 33 und 34:

Und in der Synagoge war ein Mensch, der den Geist eines unreinen Dämonen hatte. Und er schrie mit lauter Stimme 
und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! 

Es erhob sich also inmitten der Zuhörerschaft ein Mensch und begann zu schreien, aber nicht aus eigener Inspiration, sondern weil in ihm ein dämonischer Geist war, der die Kontrolle übernahm. Und Jesus wurde von dem bösen Geist angeschrien und aufgefordert, mit der Belehrung aufzuhören. Befremdlich ist dabei, dass der Geist fragt: Bis du gekommen, um uns zu verderben? Denn die dabei sitzenden Menschen, wenn sie nicht wissen, dass gerade ein böser Geist redet, verstehen diesen Ausspruch dann so, als würde unterstellt werden, dass Jesus alle Menschen von Kapernaum verdirbt. Und dabei hatte Jesus doch das genaue Gegenteil im Sinn, nämlich die Rettung der Menschen. Wie nun Jesus auf das Verhalten des bösen Geistes reagierte, lesen wir in Vers 35. Dort steht:

Und Jesus befahl ihm und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Da warf ihn der Dämon mitten unter sie und fuhr aus von ihm und tat ihm keinen Schaden. 

Jesus befahl also mit kurzen Worten dem Dämon, auszufahren von dem Mann. Und der Dämon wusste, dass Jesus der Messias ist und welch eine Vollmacht Gott ihm gegeben hatte, darum blieb ihm nichts Anderes übrig, als zu gehorchen. Und so warf der Dämon aus lauter Unmut den Mann nieder, in dem er war, und fuhr schließlich aus.
Diese ganze Szene muss aber eine echte Erschütterung für alle Besucher der Synagoge gewesen sein. Ein solches Ereignis gehörte ganz gewiss nicht zum Alltag. Und all das laute Geschrei des dämonischen Geistes hatte die Menschen bestimmt durcheinander gebracht. Daher lesen wir folgendes in Vers 36 und 37:

Und ein Entsetzen kam über alle, und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist das für ein Wort, dass er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie ausfahren? 
Und sein Ruf verbreitete sich in alle Orte der umliegenden Gegend.

Ich glaube, man kann es nachvollziehen, dass die Menschen in der Synagoge entsetzt waren über das, was sie an diesem Tag erlebten. Und sie verwundern sich besonders darüber, dass Jesus dem bösen Geist einfach einen Befehl gab und der Geist gehorchte. Das ist ihnen wirklich nicht geheuer, und Jesus sah auch keinen Grund, noch länger in der Synagoge zu bleiben, nachdem es dieses Ereignis gegeben hatte.

Im letzten Abschnitt dieses Kapitels wird berichtet, wie Jesus in das Haus von Simon Petrus kam und dessen Schwiegermutter Fieber hatte. Diese Begebenheit wird auch bei Markus in Kapitel 1 und bei Matthäus in Kapitel 8 berichtet. Dabei wird die Heilung jedes Mal ein kleines bisschen anders beschrieben. Bei Lukas lesen wir folgendes in den Versen 38 und 39:

Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie. 
Und er trat zu ihr, neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen. 

Lukas erzählt diese Sache so, dass Jesus von den Männern gebeten wurde, der Schwiegermutter zu helfen, und dann neigte sich Jesus zu ihr und gab dem Fieber den Befehl, dass es ausfahren muss, so als sei das Fieber von einem bösen Geist verursacht, und durch den Befehl ging das Fieber dann wirklich weg. Zumindest bringen die Worte dieser Verse das zum Ausdruck.
Wenn wir die nächsten Verse betrachten, werden wir merken, dass dies nicht die einzige Heilung blieb. Folgendes steht geschrieben in den Versen 40 und 41:

Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie. 
Es fuhren auch Dämonen aus von vielen, indem sie schrien und sprachen: Du bist der Christus, der Sohn Gottes! Und er befahl ihnen und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Christus war. 

Die Menschen waren wahrscheinlich erst noch in der Sabbatruhe bis zum Abend, aber als die Sonne untergegangen war, brachten sie dann allerlei Geplagte Menschen zu Jesus, und Jesus betete für jeden einzeln, sodass zahlreiche Heilungen geschahen. Außerdem erlaubte Jesus den Dämonen, die sich darüber im Klaren waren, dass er der Messias ist, keine Ausrufe über diesen Fakt, denn wir haben ja an dem Beispiel mit Nazareth schon gesehen, wohin das führen würde, wenn die Menschen dies hören. Außerdem würde es auch viel einfacher sein, an den Menschen zu erkennen, was sie im Herzen haben, wenn sie Jesus für niemand besonderen halten, denn dann heucheln sie keine Ehrfurcht.
Wir dürfen aber in jedem Fall davon ausgehen, dass die Menschen von den vielen Wunderzeichen sehr beeindruckt waren. Zwar leider nicht auf die richtige Art, nämlich dass sie deswegen Gott preisen und anfangen, Buße zu tun und alle seine Gebote gewissenhaft zu befolgen, aber stattdessen auf die fragliche Art, dass sie sich gut amüsiert fühlten und es genossen, ein paar Erlebnisse zu haben, die sie ins Staunen versetzten. Und dadurch wurde Jesus natürlich ein sehr gefragter Mann, innerhalb kürzester Zeit. In den Versen 42 bis 44 lesen wir daher folgendes:

Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus an einen abgelegenen Ort; und die Volksmenge suchte ihn und kam bis zu ihm, und sie wollten ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen wegginge. 
Er aber sprach zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt. 
Und er verkündigte in den Synagogen von Galiläa.

Die Stadtbewohner wollten ihn also bereits am nächsten Tag wiedersehen, und als sie merkten, dass Jesus weggehen wollte, wollten sie ihn zurückhalten. Aber Jesus ist ja nicht nur allein wegen Kapernaum in der Welt gewesen, daher war es klar, dass er noch möglichst viele andere Orte besuchen muss, und das tat er auch. Es ist aber wirklich sehr schade und an sich sogar ärgerlich, dass die Menschen kein bisschen daran dachten, Gott zu suchen, sondern einzig und allein auf den Mann achteten, bei dem Wunder passieren, weil die Wunder so faszinierend sind.

Und nun haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht.
Was lernen wir nun daraus, und welche hilfreichen Erkenntnisse können wir uns für unsere Nachfolge daraus mitnehmen?

Wir lernen unzweifelhaft durch dieses Kapitel, dass die ganze Erde dem Teufel übergeben ist. Das zeigt uns, wie töricht es wäre, auf diese Welt irgendeine Hoffnung zu setzen. Und wenn der Satan von uns weicht, dann nur eine Zeit lang, denn bei Jesus war es auch so. Der Böse wird so bald wie möglich wieder mit der nächsten Versuchung ankommen. Darum sollten wir standhaft und wach im Geist bleiben, damit wir nicht in seine Fallen geraten. Dieses Kapitel zeigt uns deutlich, in welcher Weise der Teufel Augenlust, Fleischeslust und Hochmut gegen uns einsetzt, um uns in Sünde zu verstricken. Denn als Jesus alle Reiche der Welt gezeigt bekam in ihrer ganzen Pracht, da wurde Augenlust angesprochen. Und als Jesus wegen seinem Hunger dazu motiviert wurde, die von Gott anvertraute Kraft zu missbrauchen, da wurde die Fleischeslust angesprochen. Als aber Jesus auf seine tolle Identität aufmerksam gemacht wurde und als der Teufel ihn zum Herrscher über die Erde machen wollte, genauso als die Schrift auf eine unverschämte Art gedeutet wurde, da zielte es auf Hochmut ab. Und dies alles muss uns darin ermahnen, dass wir in der echten Nachfolge Jesu mit solchen Tricks rechnen müssen und nicht darauf hereinfallen dürfen. Darum sollten idealerweise gar keine von diesen verderblichen Eigenschaften in unseren Herzen wohnen, die uns dazu treiben, zu sündigen. Es darf keine Augenlust in uns geben, keinen Hochmut und keine Fleischeslust, sonst wird der Fürst dieser Welt uns in absehbarer Zeit erwischen. 
Darüber hinaus lernen wir auch, dass Menschen sehr feindseliges Verhalten zeigen können, wenn man über ein göttliches Thema zu ihnen so spricht, dass sie es als Anstoß empfinden. Vielleicht gibt es sogar manch eine Sache von Gott, die man den Menschen lieber gar nicht erst auf die Nase bindet. Ich glaube, das Ereignis in der Synagoge von Nazareth zeigt uns nicht nur, dass es gut ist, die Gruppe zu verlassen, wie Jesus es tat, als alles aus den Fugen geriet, sondern es kann uns gleichzeitig auch dazu ermahnen, dass wir manchmal vielleicht lieber unsere Worte zurückhalten und kühlen Geistes bleiben sollten. Man muss sich seine Worte im Vorfeld überlegen, damit keine überflüssige Aggression daraus entsteht. Außerdem kann uns das Ereignis auch dazu ermahnen, dass wir niemals auf Äußerlichkeiten achten sollten. Denn der Messias hatte keine Pracht, und deswegen wollten die Leute von Nazareth ihn nicht annehmen. Bei uns selber sollte das vermieden werden, dass wir uns weigern würden, uns über irgendwen zu erbarmen bzw. irgendwen reden zu lassen, nur weil wir mit dessen Aussehen nicht zufrieden sind. Würden wir das tun, wären wir genau so schäbig wie die Leute aus der Synagoge von Nazareth, die am liebsten Jesus getötet hätten. Und ansonsten lernen wir durch dieses Kapitel, dass die Anzahl der durch Jesus gewirkten Wunderzeichen erst so richtig groß war, als er in Kapernaum wohnte, also nachdem er seine eigentliche Heimatstadt verlassen hatte und an einen neuen Ort gekommen war. Aber ob das nun unbedingt eine Belehrung beinhaltet, die unserer Nachfolge hilft, muss jeder für sich selbst erkennen.

Und dies soll nun genug sein, was über das vierte Kapitel vom Evangelium des Lukas gesagt wurde.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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