Text zu "Bibellehre - Kapitel 6 im Evangelium des Lukas"
Link zum Video: https://youtu.be/OqEpVky4DEE
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 6 vom Evangelium des Lukas gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Wir finden in diesem Kapitel zu Beginn eine Sache, die in ähnlicher Weise bei Matthäus in Kapitel 12 und bei Markus in Kapitel 2 berichtet wird. Es steht geschrieben in den Versen 1 und 2:
Es geschah aber, dass er am zweiten Sabbat nach dem ersten durch die Kornfelder ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie.
Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht zu tun erlaubt ist?
Die bewunderten religiösen Männer, also die Pharisäer, nahmen offensichtlich sofort Anstoß an dem Verhalten der Jünger von Jesus. Der winzige Handgriff der Jünger wurde von den Pharisäern bereits als Feldarbeit gewertet.
Wie nun Jesus auf den Tadel der Pharisäer reagierte, erfahren wir in den Versen 3 bis 5. Dort steht:
Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt ihr nicht einmal gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren?
Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab, welche doch niemand essen darf als nur die Priester?
Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.
Es ist zweifelhaft, ob Jesus wirklich genau diese Worte gesprochen haben soll, aber zumindest darf man fest davon ausgehen, dass er wirklich die Geschichte als Argument benutzte, die hier angedeutet wird. Dabei handelt es sich um einen Bericht aus dem ersten Buch Samuel in Kapitel 21, wo David ganz allein zu einem Mann Gottes kam, weil er vor dem König Saul fliehen musste. Und der Mann Gottes gab David Brot zu essen, das eigentlich heilig war, weil der Mann Gottes sah, dass David extremen Mangel litt. Der Hunger von David war zu übel, als dass man ihm nun das Essen hätte verwehren können. Und Gott sah, dass David heiliges Brot aß, ohne entsprechend geheiligt zu sein, und Gott rechnete dies aufgrund von Barmherzigkeit nicht als Sünde an. Genau die gleiche Moral, dass man den Leidenden Erleichterung verschaffen soll, greift auch in der Situation, wo man wegen großem Hunger mal eine geringe Menge Früchte mit der Hand erntet in der Natur.
In den Versen 6 bis 11 lesen wir von einem Problem an einem anderen Sabbattag, denn es steht geschrieben:
Es geschah aber auch an einem anderen Sabbat, dass er in eine Synagoge ging und lehrte; und dort war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war.
Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer lauerten ihm auf, ob er am Sabbat heilen würde, um einen Grund zur Anklage gegen ihn zu finden.
Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Da stand er auf und stellte sich dorthin.
Da sprach nun Jesus zu ihnen: Ich will euch etwas fragen: Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, das Leben retten oder verderben?
Und indem er sie alle ringsumher ansah, sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Der aber tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt und war gesund wie die andere.
Sie aber wurden mit Unverstand erfüllt und besprachen sich miteinander, was sie Jesus antun könnten.
Es ist an sich schon ziemlich mies, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer ihm auflauerten. Die haben offensichtlich ein echtes Problem mit Jesus gehabt und wollten unbedingt einen Grund zur Anklage haben. Und als Jesus am Sabbat jemanden heilte, meinten sie, es wäre eine böse Tat und hielten Rat, wie sie nun gegen Jesus vorgehen können. Einfach war das aber nicht, da Jesus oftmals von einer Volksmenge umgeben war. Man sollte aber auch die Frage mal beleuchten, die Jesus hier stellt. Er fragt sie: Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun und das Leben retten oder verderben? Und die richtige Antwort lautet: Böses tun darf man niemals, und man darf auch kein Leben verderben, weder am Sabbattag, noch an irgendeinem anderen Tag in der Woche. Und Gutes tun darf man, wenn es sich als unbedingt nötig erweist, auch mal am Sabbattag, besonders wenn es nur kurze Handgriffe sind. Und unabstreitbar wichtig ist das Leben retten. Wenn einer am Sabattag in Lebensgefahr ist, dann muss man ihm selbstverständlich helfen. Man kann sich dieser Situation dann nicht entziehen mit der Ausrede, dass man Ruhe halten will. Aber leider waren die religiösen Autoritäten nichtmal im Ansatz fähig, die Frage von Jesus derartig zu beantworten.
In den Versen 12 bis 16 werden wir merken, dass Jesus sich zwölf Männer aus allen Jüngern aussuchte und sie zu Aposteln ernannte. Das waren dann die engsten Vertrauten von Jesus, und Lukas ist übrigens der einzige Evangelist aus der Bibel, der es auf die Reihe gekriegt hat, die korrekten Namen der zwölf Apostel aufzuschreiben. Wir lesen folgendes:
Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten; und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.
Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte:
Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
Matthäus und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot,
Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Ischariot, der auch zum Verräter wurde.
Durch diese Verse können wir jederzeit nachvollziehen, wie die zwölf Apostel hießen, wenn das für uns irgendwann mal wichtig werden sollte.
Lukas berichtet aber, dass Jesus, nachdem er seine zwölf Apostel ausgesucht hatte, als nächstes einige wichtige Dinge lehrte, die teilweise sehr stark an seine Bergpredigt erinnern. Folgendes lesen wir in den Versen 17 bis 20:
Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz mit einer Menge seiner Jünger und einer großen Menge Volkes aus ganz Judäa und von Jerusalem und von der Meeresküste von Tyrus und Zidon, die gekommen waren, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten,
auch die, welche von unreinen Geistern geplagt waren; und sie wurden geheilt.
Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.
Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Glückselig seid ihr Armen, denn das Reich Gottes ist euer!
In diesem Text wird also nicht nur erwähnt, aus wie vielen Orten die Leute kamen, um Jesus zu erleben und dass reichlich geplagte Menschen gesund wurden, sondern wir finden in Vers 20 auch eine erste Seligpreisung.
Menschen hassen es, arm zu sein. Solange sie im Fleisch leben und nicht himmlisch denken, regt Armut sie endlos auf, und sie scheuen sich davor. Aber wer wirklich in Jesus Christus ist, der ist getrost und bekommt Ruhe im Herzen, wenn er in Armut lebt, denn Jesus selbst hat solche Menschen glückselig genannt. Und da sieht man schonmal deutlich, wie sehr sich unsere Betrachtweise aller Dinge ändern muss. Das ist bei jedem Mensch so, der bisher in weltlichem Denken verhaftet war, aber Interesse an der echten Nachfolge hat, die die Seele rettet. Wir sind glückselig, wenn wir in Armut leben. Aber wird es auch so kommuniziert? Wird es auch so angenommen? Alle lauwarmen Christen wollen ein Leben im Wohlstand. Die würden niemals auch nur daran denken, bewusst Armut zu erdulden. Sie verabscheuen das, was sie geistlich glückselig machen würde, weil sie nicht geistlich leben wollen, sondern sie wollen fleischlich leben und dabei die irrsinnige Vorstellung festhalten, doch sowieso gerettet zu sein. Aber als echter Jesus-Nachfolger bzw. echte Jesus-Nachfolgerin ist die Zeit um, in der man so denken kann. Und wer immernoch so denkt, obwohl er Jesus angenommen hat und richtig getauft ist, während er diese Gedanken nicht loslassen will, bei dem ist die Nachfolge auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.
Die nächsten Seligpreisungen finden wir in den Versen 21 bis 23. Es steht geschrieben:
Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr sollt gesättigt werden! Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen!
Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen.
Freut euch an jenem Tag und hüpft! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
Hier haben wir jetzt auch wieder Dinge, die der Mensch von Natur aus überhaupt nicht will – Zustände und Ereignisse, die man normalerweise vermeidet so gut es geht. Aber Jesus sagt: Dies macht uns im Himmel glückselig. Nur glauben wir das? Nehmen wir diese Belehrung von Jesus ernst? Es wird sich doch jetzt hoffentlich niemand einen anderen Jesus gemäß eigenen Wunschvorstellungen in seinen Gedanken zurecht basteln!
Natürlich ist es in dieser Welt hochgradig ungewöhnlich und wird wohl kaum bei den Leuten auf Verständnis stoßen, wenn man genau so denkt, wie es hier von Jesus vorgestellt wurde. Und während ein Mensch sich normalerweise sehr davor scheut, Hunger zu fühlen oder zu weinen oder von Menschen geschmäht und verlästert zu werden, so kann man in der echten Nachfolge Jesu dennoch nicht die Augen davor verschließen, dass Jesus genau diese Zustände mit himmlischer Glückseligkeit gleichsetzt. Denn im Himmel wird nunmal alles komplett anders bewertet als hier in dieser Welt. Und das gilt es zu begreifen. Auf der Erde glauben die Leute, dass man spinnt, wenn man absichtlich hungert. Und in der jetzigen Welt werden die verschmachtenden Hungernden auch nur in den seltensten Fällen gesättigt. Die finden häufig keinen Trost und keine Erquickung, weil sich jeder irgendwie nur um sich selber kümmert, sobald man die Befürchtung hat, man könnte selber auch Hunger erleben und müsste daher absolut alles für sich behalten, was man irgendwie kriegen kann. Im Himmel aber wird das Ertragen von Hunger immer hoch angerechnet, weil ja auch im Himmel jeder weiß, dass dies eine Last ist, die sehr unangenehm sein kann und die das Herz betrübt. Und eben deswegen soll es im Reich der Himmel ausgeglichen werden. Das heißt: Je mehr Erfahrungen ein Mensch mit Hunger machte, desto größer wird der Ausgleich im Himmel sein. Und die künftige Existenz im Himmel ist alles, was wirklich zählt, da die jetzige Welt sowieso komplett im Bösen ist und man niemals von diesem Ort vollkommenes Heil oder vollkommene Gerechtigkeit zu erwarten hat, sondern viel mehr eine Schande nach der anderen. Und das ist der Grund, warum Jesus wahrhaftig richtig damit liegt, wenn er die Hungernden als glückselig bezeichnet. Weil im Himmel nicht mit Hartherzigkeit darauf geschaut wird, sondern mit Anerkennung.
In gleicher Weise kann man auch über Menschen sprechen, die so viele üble Dinge erkannt oder selbst erlebt haben, dass ihnen oft nach Weinen zumute ist. Solche Menschen, die aus geistlich relevanten Gründen weinen, sind glückselig. Und das ist so, weil sie aus den gleichen Gründen Tränen vergießen, warum auch Gott selbst Tränen zu vergießen hätte. Denn Gott muss die ganzen abartigen Dinge dulden, die hier auf der Erde passieren, damit jeder einzelne Mensch keine Ausrede mehr haben wird am Ende der Weltzeit, wenn er immer einer war, der diese böse Welt liebte und dafür Gott ignorierte. Man kann im Gericht nur dann damit argumentieren, was für ein unfassbar böser und deshalb verabscheuungswürdiger Ort diese Welt ist, wo Gottes Gebote mit Füßen getreten werden, wenn diese Tatsache jederzeit für alle Menschen völlig offensichtlich war im Leben. Und man müsste wirklich ein völlig ignoranter Vollpfosten sein, der mit aller Kraft Augen und Ohren zukneift, um dauerhaft zu glauben, die Welt und das Leben in dieser Welt sei schön, und es würde hier doch nichts Schlimmes passieren. Und aus diesem Grund, weil für jeden deutlich wahrnehmbar sein muss, welch ein übles Ergebnis es hervorbringt, wenn Gottes Wort kollektiv ignoriert wird und jeder nach dem eigenen Herzen handelt, deswegen muss Gott diese grausigen Ereignisse geschehen lassen, die ihm selber das Herz brechen und ihn derart heftig anwidern, dass es mit Worten kaum auszudrücken ist. Es ist überaus traurig und nur noch zum Heulen, wenn man sich mal anschaut, was reichlich Menschen auf dieser Welt ständig für ein abartiges Treiben vollziehen, aber dies alles muss leider um der Wahrheit willen seine Zeit haben, damit es hinterher gerecht gerichtet wird. Es ist zum Heulen. Und besonders zum Heulen ist es gerade für die, die selber möglichst gottesfürchtig leben wollen und dann von den bösen Menschen umso heftigere Schmach erleiden. Gott verabscheut das, wenn die Schwachen entwürdigt und misshandelt werden, und durch diese Ereignisse wird bezeugt, wie böse dieser Ort ist, an dem wir hier alle zusammen hocken, aber im Himmel wird es dann den Ausgleich geben für Gottes Kinder. Gott höchstpersönlich wird uns die Tränen abwischen von unseren Augen, wenn wir ihn geliebt haben und nicht diese Welt, und er wird sich über uns erbarmen, wie eine liebende Mutter sich über ihr Neugeborenes erbarmt. Dann wird alles Böse entfernt sein, und nie wieder wird uns irgendwelcher Horror begegnen. In dieser Welt hat für die weinenden Menschen mit gebrochenen Herzen kaum einer Verständnis, und manchmal müssen sie sich sogar Beschimpfungen von denjenigen Menschen anhören, die selber keinen Grund zum Weinen sehen, aber im Himmel werden Menschen, die aus gerechten Gründen weinen, mit ganz anderen Augen angeschaut, nämlich mit Augen des Erbarmens.
Außerdem sind wir gemäß diesen Versen glückselig, wenn wir geschmäht werden, von Ungläubigen oder von verkehrten Glaubensgeschwistern, weil wir selbst ernsthaft versuchen, Jesus ähnlich zu werden. Schmähungen werden automatisch folgen, wenn die anderen wie gewohnt immer nur leichtfertig eine Sünde nach der anderen tun, wir selber das aber nicht mehr wollen. Dann werden sich die Menschen über uns das Maul zerreißen und auch die eine oder andere üble Beleidigung an den Kopf werfen. Und weltlich betrachtet ist das sehr bedrückend und belastend, weil man sowas nie erleben will. Aber Jesus nennt uns gerade dann glückselig, wenn wir sowas um seines Namens willen aushalten. Das liegt daran, dass er selber ja auch von der Welt gehasst wurde. Und außerdem ist es reinster Irrsinn, einen Mensch zu hassen, nur weil er richtig wandeln will, um Jesus zu bezeugen. Die Menschen können sich zwar gegenseitig darin bestärken, Jesus-Nachfolger zu schmähen und zu verlästern und fühlen sich dabei vielleicht sogar untereinander gerecht, aber vor Gott sind sie keineswegs gerecht, und seinen Zorn werden sie in voller Ladung abbekommen, wenn die Anzahl der Tage für sie erfüllt ist. Wir aber haben, wenn wir von bösen Menschen ausgeschlossen und beleidigt werden, durch genau diesen Verlauf den Beweis, dass wir selber nicht mehr vom Bösen sind. Und genau so muss es sein, wenn wir im Himmel zu den Erlösten zählen wollen. Das ist der Grund, warum Jesus uns gerade dann glückselig nennt, wenn wir all diese erschütternden sozialen Tragödien am eigenen Leib ertragen müssen. Jesus sagt ja sogar, dass wir vor Freude hüpfen sollen. Denn nur wenn die Heuchler und die Übeltäter schlecht über uns reden und uns ausschließen aus ihrer Mitte, dann zeigt es uns, dass wir anders sind als sie, auf eine Art, die ihnen ein großer Anstoß ist. Und all die Übeltäter dieser Welt nehmen keineswegs Anstoß an dir, wenn du auch selber Böses in dir trägst, weil dann ja alle den selben Herrn haben, sondern erst, wenn etwas in dir ist, was wirklich gut ist und dich von allem Bösen absondert, dann werden sie beginnen, dich zu schmähen und auszuschließen. Das klingt hart, aber es ist genau dieser Zustand, den wir erreichen sollen. Wir brauchen den Zustand, nicht mehr von der Welt zu sein, damit wir die Welt überwinden können, wie Jesus sie überwunden hat. Dadurch werden wir letztlich zu den Erlösten gehören. Keiner, der in Frieden und Freude mit Heuchlern und Übeltätern zusammenlebt, hat die Gewissheit, ein Überwinder oder eine Überwinderin in der Nachfolge zu sein. Erst dann, wenn die dich ausschließen, die selbst gotteslästerlich leben, dann ist es dir ein glaubwürdiges Zeichen, dass du dem Himmel nahestehst und nicht mehr dieser Welt.
Und außerdem verdeutlicht Jesus höchstpersönlich, dass man es nicht im Geringsten darauf absehen soll, alle Tage seines Lebens in den Reichtümern und Begierden dieser Welt zuzubringen, denn er sagte laut Vers 24:
Aber wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost schon empfangen!
Hier ergeht durch Jesus ein Weheruf über Menschen, die reich sind. Denn weil die ganze Welt im Bösen ist, ist es auch gar nicht sonderlich spektakulär, wenn man hier Mangel leidet und nichtmal einen Tröster findet. Die Menschen aber, die ihr Leben lang nur Wohlstand sehen und in Üppigkeit schwelgen, die sind ja schon getröstet. Die sehen überhaupt keine bösen Tage, obwohl sie in einer bösen Welt sind, und können deswegen auch nichtmal im Ansatz begreifen, warum Gott die jetzige Welt im Feuer vergehen lässt, wenn die Elemente vor Hitze sich auflösen werden und der Himmel mit Krachen vergeht und alle Werke auf Erden verbrennen. Denn wohlhabende Menschen denken ja ständig nur: „Ist mir doch egal, was mit anderen ist! Hauptsache mir geht’s gut!“
Zu solchem Denken reizt der Wohlstand ganz besonders. Genau so sind die meisten Menschen auch durchaus bereit, böse Taten zu tun, um ihren Wohlstand zu erarbeiten oder zu behalten. Und sie haben dabei auch gar kein schlechtes Gewissen, Gott aber wird es am Ende an ihnen heimsuchen, und zwar unausweichlich. Darum wiegen sich die reichen Menschen ihr Leben lang in einer Sicherheit, die gar keine ist, und sie sind nie dazu motiviert, sich Gedanken darum zu machen, was eigentlich Ewigkeitswert hat und was nicht, und warum das so ist. Und dann sterben sie nach ihren wer weiß wie vielen Jahren der Fülle und Freude in Selbstsucht und ernten ihre Strafe dafür, dass sie das Böse genossen haben und sich selbst niemals hinterfragten. Sie werden plötzlich im Leiden sein, ohne dass sie es kommen sehen und ohne dass irgendwer sie eindringlich gewarnt hätte, weil sie so blind waren, allein an ihr jetziges Leben hier in dieser Welt zu denken und sich keine Gedanken darum zu machen, inwiefern es eigentlich nach dem Ableben weitergeht. Und weil ihr Elend sie dann sehr plötzlich ereilt, während sie es nichtmal im Ansatz geahnt haben, weil sie es ja immer nur gewöhnt waren, alles zu haben was sie wollen, deswegen äußert Jesus hier einen ernstzunehmenden Weheruf.
Und wir werden deutlich sehen, dass nicht nur in Vers 24 ein Weheruf geäußert wurde, der bei Lesern und Leserinnen mit offenen Herzen durch Mark und Bein gehen sollte, denn in Vers 25 steht geschrieben:
Wehe euch, die ihr satt seid; denn ihr werdet hungern! Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen!
Da haben wir nun die nächsten beiden Weherufe von Jesus, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, um die vollständige Bedeutung der persönlichen Nachfolge Jesu begreifen zu können. Denn ein Weheruf ist vergleichbar damit, dass man zu einem Mensch sagt: „Dir blüht ein schlimmes Unglück, wenn du dich nicht abwendest von deinen Gedankengängen, denn du machst gerade etwas Bedeutsames völlig falsch und es wird daraus nur Elend entstehen, wenn das so weitergeht!“
Und wir erkennen hier deutlich, dass Jesus einen Weheruf äußerte über die Menschen, die immer nur satt sind. Die brauchen sich nämlich nicht einzubilden, dass sie auf ewig davon verschont bleiben, Erfahrungen mit Mangel machen zu müssen, sondern sobald sie tot sind und ihr Leben in Vollversorgung unter der Sonne ihnen entrissen wurde und keinerlei Bedeutung mehr hat, dann werden sie auf eine schockierend intensive und sehr schmerzhafte Art an sich selbst spüren, wie es ist, Mangel zu leiden, nämlich wenn sie im Totenreich Elend erleiden, während sie auf den Tag des großen Gerichts warten. Dann ernten sie das, was ihre Selbstsucht und das ständige Jagen nach der Befriedigung ihrer fleischlichen Lüste hervorbringt. Niemand ist jetzt hier in dieser vom Bösen beherrschten Welt zu dem Zweck, dass er ein schönes Leben führt und jeden Tag in Genuss schwelgt ohne Ende. Niemand ist hier, weil er die Aufgabe hätte, dafür zu sorgen, dass er selber immer nur satt ist. Sich satt essen zu können, ist an sich ein großes Geschenk, aber auch ein Geschenk mit einem gewissen Gefahrenpotenzial. Denn wer sich ständig satt essen kann, der wird bequem, und er wird übermütig und oft auch zügellos. Solche gottlosen Eigenschaften wachsen in einem Mensch heran, der sich Tag für Tag immer nur satt essen kann mit allem, was sein Herz begehrt. Und wenn ein Mensch mit derartigen Eigenschaften vor den allein wahren Gott tritt, vor einen Gott, der heilig ist und dem die Armen und die Alleingelassenen am Herzen liegen, der sich über die Waisenkinder, die Witwen und die bedrückten Fremdlinge erbarmt, wenn sie auf ihn ihre Hoffnung setzen, dann wird er in irgendeinem verhätschelten und verwöhnten Balg, das sich im Leben immer nur satt essen konnte, garantiert nicht eines seiner Kinder sehen, sondern einen Feind. Und deswegen ergeht der Weheruf, weil der allein wahre Gott Anteil nimmt an dem Leiden der Menschen, die üble Lebenslagen durchstehen müssen und weil sein Herz sich freut, wenn solchen geholfen wird, aber die ständig satten Egoisten verabscheut er. Darum gibt man als Jesus-Nachfolger auf sich selbst in der Hinsicht Acht, dass man bloß nicht zu solch einem Mensch werden will, auch nicht in Zeiten des Wohlstands, und dass man auch dann, wenn einem alles gegeben ist, was man begehrt, absichtlich eine Erfahrung damit machen will, wie es ist, Mangel zu leiden.
Und der zweite Weheruf ergeht über Menschen, die immer etwas zu lachen haben oder denen es in ihren Herzen allein darum geht, viel Lachen zu können und ständig große Freude zu haben. Und durch diese Worte, die Jesus hier redet, hat er mit nur einem einzigen Ausspruch einen Großteil des modernen Christentums auseinander genommen. Denn sowas begehren ja die Christen ständig. Sie rufen immer: „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke!“ Und sie kennen gar nicht den Hintergrund dieses Ausspruchs, sondern ihr gottloses Herz, das in völliger Fleischeslust verfangen ist, sehnt sich immer nur nach ganz viel Lachen und ganz viel Feiern und nach großem Jubel. Denen geht es nicht um Gott. Es geht ihnen um eine Zeit voller Spaß und Lebensglück. Danach gieren sie, und demgemäß leben sie auch. Die lachen sogar dann, wenn es absolut gar nichts zu lachen gibt. Denn sie wollen nur lachen und sonst nichts, und sie benutzen ihren sogenannten Glaube oft nur als ein Werkzeug, um noch mehr lachen zu können und Frohsinn zu haben. Und dann glauben sie auch noch, ihr Verhalten wäre gut, aber Jesus entlarvt sie.
Wir lesen hier mit unseren eigenen Augen, dass Jesus diesen Menschen ankündigt, wie sie weinen werden. Und wenn wir dann mal daran denken, dass im Evangelium des Matthäus Jesus den Ort des ewigen Leidens als einen Ort beschrieben hat, an dem Heulen und Zähneknirschen geschieht, besonders in Kapitel 8, und wir wenden dieses Wissen auf den aktuell behandelten Vers an, dann ist dieser Ausruf von Jesus eine sehr erschütternde und unheilvolle Ankündigung für die ganzen Leute, die immer nur lachen wollen. Denn es hat dann zu bedeuten, dass diese Menschen eben gerade aus dem Grund, weil sie ständig nur lachen wollen, in dem ewigen Feuer- und Schwefelsee landen werden, und wenn nicht das, dann mindestens im Totenreich, einem Ort ganz ohne Licht und mit viel Geschrei und endlosem Chaos. Und wer sich dessen bewusst wird, der sollte lieber sofort damit aufhören, hier in dieser bösen und vom Teufel beherrschten Welt ständig nur etwas zum Lachen haben zu wollen und den Irrsinn zu glauben, es würde darum gehen, dass man wegen Jesus so viel Freude wie nur möglich hat im Leben. Solches Gedankengut ist irreführend und hochgefährlich für die Seele.
In Vers 26 hat Jesus noch einen Weheruf geäußert, der nicht nur genau so wichtig ist wie die bisher gelesenen, sondern auch genau so erschreckend wie sie. Folgendes steht geschrieben:
Wehe euch, wenn alle Leute gut von euch reden! Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.
Auch das richtet sich völlig gegen die Fleischeslust, die ganz natürlich ist bei den Menschen. Denn das Fleisch reizt uns dazu, beliebt sein zu wollen und von möglichst allen Leuten nur gute Worte über die eigene Person zu hören. Und sehr viele Menschen im berüchtigten Leib Christi müssen über diese Worte erschrecken. Denn Jesus äußert einen Weheruf über die, die beliebt sind! Und genau das ist die Realität, die man sehen kann. Die Pastoren der heutigen Gemeinden, besonders wenn sie größer geworden sind, die sind sehr darauf bedacht, dass man nach ihrem Auftritt gut über sie redet. Pastoren wollen beliebt sein und einige schaffen das auch. Sie werden gerne gesehen, sie werden regelrecht gefeiert, und sie reden auch immer nur ganz weiche und schnuckelige Worte, in denen sich die Zuhörer wohlfühlen. Und diese Menschen sind hundertprozentig der Ansicht, dass ihr Verhalten richtig sei. Die denken sich, dass man ja möglichst nett zu den Leuten sein muss, damit sie zufrieden sind mit dem Auftritt und auch beim nächsten Mal wiederkommen, und die denken sich, dass unsere Nächstenliebe darin bestehen müsse, möglichst wenige Worte zu reden, die herausfordernd sind, und sich ganz viele Freunde zu machen mit einer sehr sympathischen und weichen Redensart. Das ist das Denken von dieser Welt, es ist die nichtige Eitelkeit des Fleisches. Aber wir haben gerade gelesen, dass Jesus das genaue Gegenteil zum Ausdruck bringt. Und an wen wollen wir denn nun glauben? An Jesus? Oder an Ruhm und Beliebtheit?
Ich will an Jesus glauben. Und jeder Mensch, der die echte Nachfolge angetreten hat, dem sollte es auch nur noch um Jesus gehen, denn Jesus ist das wahrhaftige Vorbild und der beste Lehrer.
In Vers 27 und 28 steht:
Euch aber, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen;
segnet, die euch fluchen, und betet für die, welche euch beleidigen!
All diese Anordnungen von Jesus sind himmlisches Denken. Mit Logik von dieser Welt ist das kaum begreifbar, wie es sein kann, dass Jesus ernsthaft sowas von uns erwartet. Feinde zu lieben und ausgerechnet denen Gutes zu tun, die einen hassen, ist eine für viele Menschen unbegreifliche Anweisung. Von Natur aus wollen die Menschen höchstens zu denen gut sein, die zuerst gut zu ihnen waren oder ihnen allgemein sympathisch sind, aber sobald ein Mensch ihnen Anlass gab, ihn nicht mehr zu mögen, reagieren sie dann auch mit entsprechend niederträchtigem und teils rachsüchtigen Verhalten. Menschen von dieser Welt halten sich selber für dumm und schwach, wenn sie ihrem eigenen Feind Gutes tun, weil sie denken: „Wenn ich dies täte, denn hätte mein Feind gewonnen! Dann hätte er sich als der Stärkere erwiesen!“
Man kommt wegen all der Ungerechtigkeit, die auf Erden geschieht, als gewöhnlicher Mensch schnell zu der Ansicht, es sei klug, wenn man sich alles hart erkämpft und sich selbst Recht verschafft, sobald man sich in irgendeiner Weise schlecht behandelt fühlt. Und wer dies nicht nur denkt, sondern auch tut, den würden Menschen von dieser Welt als stark bezeichnen. Aber aus Sicht des Himmels ist solch ein Mensch einer der größten Schwächlinge, die es gibt, weil er nicht dazu in der Lage ist, den bösen Lüsten zu widerstehen, die sein Fleisch beflügeln. Wer böser Lust nachgibt, der ist aus Sicht des Himmels schwach, und wer unbeeinflusst von böser Lust lebt, der ist stark. Und wenn ich hier von böser Lust rede, dann meine ich absolut alle Lüste, die dazu beitragen, dass Zerstörung oder irgendeine Verderbnis passiert, selbst wenn es nur ganz langsam und kaum wahrnehmbar abläuft. Wenn einer sich an Feinden rächen will, dann bringt er damit noch mehr Verderben in diese Welt, als bereits ohne sein Tun schon in der Welt war. Das Gleiche gilt, wenn einer andere verflucht oder noch schlimmer beleidigt, als er selbst beleidigt wurde. Der Mensch in seiner Kurzsicht meint, dadurch Frieden zu erreichen, aber in Wahrheit erreicht man durch solche Aktionen nur eine immer stärker werdende Finsternis, die sich äußert in Streit, in Machtkämpfen und Zerstörungswut, und auch in üblen Entwürdigungen, die den Mensch entweder verbittern oder ihn depressiv machen mit der Zeit.
Da nun alles Verhalten gegen Feinde, welches die Menschen aus sich selbst heraus spontan als die beste Reaktion einschätzen würden, eigentlich nur Schlechtes hervorbringt, ist es in dieser Hinsicht wie in allen anderen Hinsichten auch, wohl doch das Beste, einfach mal auf Jesus zu hören. Er wird schon wissen, warum er das sagt, auch wenn seine Anweisungen zugegebenermaßen sehr aus der Reihe tanzen. Jesus ist der Sohn Gottes und der Retter der Welt. Das ist die Wahrheit. Und deswegen ist er es wert, ihm zu vertrauen, und zwar viel mehr als den ganzen betrügerischen und eingebildeten Menschen von dieser Welt, die vortäuschen, selbst alles am besten zu wissen und dann letztlich doch keine hilfreichen Lösungen anbieten können.
Es dürfte allgemein klar sein, dass man sich so fühlen wird, als würde man sich selbst zum Trottel machen, wenn man ernsthaft diese Dinge tut, die hier von Jesus aufgezählt werden, denn eine nicht unbedeutende Anzahl der Menschen, die eine weltliche Gesinnung haben, werden darüber spotten oder es verhöhnen, wenn wir in Feindliebe wandeln. Aber als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin ist es besser, sich verhöhnen zu lassen von den Unverständigen und trotzdem das Richtige zu tun, als dass man aus Angst vor der Reaktion von verdorbenen Menschen davor zurückschreckt, die Worte von Jesus anzuwenden. Viel schwerer wird es einem vermutlich aber am Anfang fallen, weil man das eigene Ego überwinden muss, um diese Dinge tun zu können. Und doch ist es das Beste. Wir behandeln unsere Feinde ja nicht deshalb gütig, weil sie es sich verdient haben, sondern einfach weil Jesus es sagte. Es ist schön, wenn man Jesus entsprechen kann und wenn man die Hoffnung hat, dass das Angesicht seines Gottes und Vaters über uns zu strahlen beginnt, weil wir richtig handeln. Denn wenn auch die ganze Welt den Wert unserer Taten oftmals nicht begreift, sobald wir denen Gutes tun, die uns hassen, und Leute segnen, die darum bitten, obwohl die schonmal versucht hatten, uns zu verfluchen, so hat doch Gott allezeit die Kenntnis dessen, wie wertvoll unsere Taten sind. Wir können uns völlig darauf verlassen, dass der Gott Israels es nicht übersehen wird und es segnen wird, wenn wir eine so große Liebe ausüben, dass wir uns sogar über unsere eigenen Feinde erbarmen, wenn es ihnen schlecht geht, und wenn wir das Wohlergehen und die Sicherheit derer bewahren wollen, die eigentlich gegen uns sind. Das ist die ultimative Liebe, voller Selbstlosigkeit und Güte, und sie ist nicht von dieser Welt, sondern aus Gott. Und darum geht es doch, dass die Welt sieht, was aus Gott ist, denn man bekommt in dieser Welt von Gott wenig mit. Von seinen Werten sieht man gar nichts, aber von dem, was der Teufel will, sieht man hier tagtäglich mehr als genug. Darum ist es das Beste, wenn wir ähnlich wie Jesus uns darum bemühen, einen Unterschied zu machen. Wenn es unseren Feinden gut geht, dann brauchen wir uns ja nicht wirklich um sie zu kümmern. Dann ist es genug, wenn wir ihnen Frieden gönnen. Aber wenn unsere Feinde hungern, so sollten wir ihnen Speise schenken, und wenn unsere Feinde dürsten, so sollten wir ihnen Getränk geben. Und wenn sie ganz schwach sind, so sollten wir sie trösten und sie gegebenenfalls in Sicherheit bringen. In dem Moment, wo dein Feind keine Gefahr für dich sein kann, sondern unbedingt deine Hilfe braucht, ist es an der Zeit, dass du dich über ihn erbarmst. Deine Feinde werden zwar niemals dir helfen, und sowas darfst du auch nicht von ihnen erwarten, denn das wäre sehr töricht und du würdest dadurch wahrscheinlich schlimmen Schaden erleiden, aber wenn es darum geht, was du selber tun wirst, sobald dein Feind leidet, so sollst du ihm um Gottes willen Gutes tun in bitterer Not, völlig unverdient, auch wenn du eigentlich gehasst wirst.
Wir müssen immer unbedingt unseren Blick auf die Ewigkeit gerichtet haben. Wenn wir komplett in Jesus Christus sind, ganz ohne Selbstbetrug, dem vollständigen Wort Gottes gemäß, dann haben wir ewiges Leben sicher. Unser Zustand kann gar nicht mehr besser werden, wir müssen uns um nichts sorgen, so lange wir genau wie Jesus die Gebote Gottes halten und vor Gott Ehrfurcht haben und an ihm klammern. Denn sobald wir sterben, erwartet uns das Ende, an welchem wir das Heil Gottes erben. Darum kann es uns ziemlich egal sein, wie fies unsere Feinde zu uns sind und wie viele Ärgernisse noch vor unseren Augen ablaufen. Die Feinde aber sind des Todes. Wenn die so weiter machen wie bisher, dann werden sie am Ende mit Feuer und Schwefel gepeinigt in übelster Weise, und der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen Tag und Nacht, bis in alle Ewigkeit, und niemals wird sich jemand über sie erbarmen. Bei ihnen kann es nur noch schlimmer werden als es jetzt schon ist, wenn sie auf ihrem Weg bleiben. Und um dieser Zustände willen ist Feindesliebe angemessen.
Als wichtigen Zusatz gibt Jesus folgende Anweisung laut Vers 29:
Dem, der dich auf die eine Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Hemd nicht.
Bei diesen Worten geht es nur um kleines Unrecht, wenn jemand uns wirklich würdelos behandelt. Wenn wir eine Ohrfeige bekommen, dann wäre es das beste, die andere Backe auch noch hinzuhalten. Denn was ist schon eine Ohrfeige? Sollte uns eine so kleine Tat aus der Liebe herausreißen, von der wir Zeugnis geben sollen?
Und auch wenn jemand uns irgendwelchen weltlichen Besitz weggenommen hat, so soll das für uns kein Anlass sein, um deswegen zu zürnen. Denn unser ewiger Lohn wartet sowieso im Himmel auf uns. Im Himmel gibt es keine Diebe. Deshalb kann es uns egal sein, wie viel oder wenig wir auf Erden haben und wie lange. Wir sollten derart unbeeindruckt sein, dass wir sogar noch eine größere Menge hergeben würden als das, was uns genommen wurde an materiellen Gegenständen.
Allerdings muss man aufpassen, dass man die Worte aus diesem Vers nicht falsch einordnet. Denn es ist auch so, dass man Menschen nicht behandeln darf wie Gegenstände. Das heißt: Wenn einer dir dein Kind raubt, dann wäre es nicht die beste Entscheidung, das andere auch noch abzugeben, denn wir sollten schon davon ausgehen, dass wir eine von Gott gegebene Pflicht haben, für das Wohlergehen unserer gehorsamen Kinder zu sorgen und sie niemals dem Bösen preiszugeben. Im Gesetz Gottes steht schließlich an einer Stelle, dass man niemals eines seiner Kinder hergeben darf, um es dem Moloch durch das Feuer gehen zu lassen, und daran erkennen wir ja, dass Gott uns bereits per Gesetz eine Fürsorgepflicht für unseren Nachwuchs gegeben hat. Deshalb habe ich gesagt, dass man Menschen in dieser Sache nicht wie Gegenstände behandeln darf. Außerdem habe ich es in dem Video über die Bergpredigt gemäß Matthäus 5 schonmal erklärt und sage es auch jetzt nochmal, dass man nur bei den kleinen Schmähungen die andere Backe auch noch hinhalten soll. Wenn aber einer etwas mit dir tun wollen würde, wodurch nicht nur er Schuld auf sich lädt, sondern auch du selber Schuld aufgeladen bekommst, zum Beispiel wenn einer dich für Unzucht benutzen will oder wenn jemand Zaubermittel an dir ausprobieren will, dann musst du mit aller Kraft vor dieser Sache fliehen, weil bei solchen Vorgängen beide Menschen geistlich schuldig werden, sowohl der Übeltäter als auch sein hingebungsvolles Opfer. Und wenn man keine Fluchtmöglichkeit hat in dem Moment, dann muss man mit aller Kraft zu Gott schreien, wie es in Psalm 50 in Vers 15 gesagt wird, damit der Heilige Israels, der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs uns Rettung verschafft. Wenn wir Jesus wirklich nachfolgen, dann zählt sein Vater auch für uns als Vater, also muss man in diesem Augenblick zu unserem Vater im Himmel rufen und darum flehen, dass er einen sofort rettet, weil man überhaupt nicht will, dass dies geschieht, was hier gerade geschehen soll.
Darüber hinaus ist es aber als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin immer wichtig, dass wir Almosen austeilen an alle Armen, die uns bitten. Deswegen sagt Jesus in Vers 30:
Gib aber jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.
Diese Worte sind ganz genau so gemeint, wie wir sie lesen. Es lohnt sich in gar keiner Weise, an irgendwelchem Besitz in dieser Welt zu klammern, schon gar nicht am Geld. Wenn wir aber das als Geschenke austeilen, was Notleidende benötigen, damit sie keinen Hunger, keinen Durst und keine Blöße leiden müssen, so ist das sehr wertvoll, weil es ein Akt der sündlosen Barmherzigkeit ist. Zumindest so lange, wie wir keine verdorbene Speise austeilen, denn würde einer dies tun, so wäre er böse und würde etwas als Barmherzigkeit verkleiden, was in Wahrheit eine Schandtat ist. Als echte Jesus-Nachfolger bieten wir Menschen aber nur das an, wo wir die Gewissheit haben, dass es Menschen in keiner Weise mit Sünde belastet und sie nicht schädigt.
Darüber hinaus lesen wir im nächsten Vers Worte von Jesus, die perfekt definieren, was mit dem Wort Nächstenliebe gemeint ist bzw. wie man diese im echten Leben ganz einfach üben kann. Es steht geschrieben in Vers 31:
Und wie ihr wollt, dass euch die Leute behandeln sollen, so behandelt auch ihr sie gleicherweise!
Diese Denkweise kann eigentlich jedem Mensch den richtigen Weg aufzeigen. Man selber will nicht, dass man schlecht behandelt wird, und deshalb verzichtet man auch darauf, andere Menschen schlecht zu behandeln. Dabei sollte man auch stets im Hinterkopf behalten, dass spätestens in Gottes Gericht jedem Mensch alle seine Taten auf den eigenen Kopf vergolten werden. Was er anderen angetan hat, nur weil sie sich nicht wehren konnten, das wird Gott ihm antun lassen, ohne dass dieser Mensch sich wehren kann. Und darum wird auch die Nächstenliebe erkennbar durch diesen Vers, weil die Nächstenliebe in erster Linie darin besteht, dass ein Mensch an anderen genau das Gute tut, was er sich wünschen würde, wäre er in der selben Situation. Das ist gleichbedeutend damit, dass Jesus uns laut diesem Vers beibringt, wir sollen die Leute so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen. Selbstverständlich bezieht sich das auf unsere Familienmitglieder und alle unsere Freunde, aber da wir zur Feindesliebe aufgerufen sind, dürfen wir nicht unsere Grenzen bei den Menschen setzen, die wir mögen, als ob es richtig sei, dass wir allein diese gut behandeln. Wir lesen diesbezüglich in Vers 32 bis 34:
Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben.
Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder tun dasselbe.
Und wenn ihr denen leiht, von welchen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen.
Jesus hat doch Recht damit, dass auch sündige Menschen Gutes tun an denen, die ihnen am Herzen liegen. Oder etwa nicht? Wenn das nun so ist, dann hebt man sich dadurch nun wirklich nicht als ein besonderes Licht hervor. Und somit erinnert uns Jesus ein weiteres Mal an die Notwendigkeit, dass wir als seine Nachfolger sogar mit liebevollen Absichten auf die Menschen reagieren, die niederträchtig auf uns blicken, denn es steht geschrieben in Vers 35 und 36:
Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Hier sehen wir nun obendrein noch die Begründung von Jesus, warum in der Nachfolge die Feindliebe unser neuer Standard ist, sofern wir wirklich Kinder Gottes sein wollen. Der Grund lautet, dass unser Vater im Himmel es doch auch nicht anders macht. Unser Vater handelt auch tagtäglich in Feindliebe. Denn alle Menschen, die seine Gebote übertreten, haben sich selbst zu seinen Feinden gemacht. Und darüber hinaus gibt es ja nun wirklich eine sehr große Anzahl Menschen auf der Welt, die, wenn sie ganz ehrlich sind, eine sehr negative Meinung über Gott haben und ihn am liebsten mal so richtig schmähen und maßregeln würden, weil sie den Eindruck haben, seine Entscheidungen wären nicht gerecht. Das ist wirklich eine Form von Hass, der im Herzen der Menschen wohnt, ein Hass gegen Gott. Und Gott sieht das. Er weiß das ganz genau, wenn er von jemandem gehasst wird. Man kann es vor ihm nicht verstecken. Und obwohl unser Vater sich völlig darüber bewusst ist, in welcher Weise er von welchen Menschen gehasst wird, handelt er trotzdem immernoch gütig an sehr vielen von ihnen, indem er ihnen ihr tägliches Brot verfügbar macht und sogar das Leben von Menschen in Gefahrensituationen rettet, die ihn gar nicht kennen. Es passieren Unfälle auf dieser Welt, die ohne weiteres tödlich geendet hätten, wäre nicht Gottes Hand mit im Spiel gewesen, um die eigentlich unwürdigen Menschen zu retten, weil das endgültige Urteil über sie noch nicht festgesetzt war. Die Menschen merken das selber oft gar nicht, wenn Gott etwas getan hat, um sie in der Gefahr zu bewahren, darum hören sie auch nicht auf, ihn zu hassen. Aber vielleicht würde ihr Hass aufhören, wenn sie erkennen würden, was Gott im Unsichtbaren alles für sie tut, ohne dass sie auch nur das Geringste davon verdienen. Wichtig ist aber, wenn Gott in so großer Feindliebe handelt, dass dann wir als seine Kinder auch so eingestellt sein sollten in unseren Herzen.
Eine weitere wichtige Anweisung von Jesus steht in Vers 37. Dort lesen wir:
Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprecht los, so werdet ihr losgesprochen werden!
Jeder von uns braucht das Bewusstsein, dass eigentlich keine einzige Sünde getan werden darf. Es hat aber keiner von uns immer nur das Gesetz Gottes richtig eingehalten, und deshalb zählen diese Aussprüche, die Jesus sagte. Wir sollen uns nicht als Richter aufspielen und konzentrieren uns nicht darauf, andere zu verurteilen. Richten heißt, dass man Strafen festlegt oder vollzieht, und verurteilen heißt, dass man selbst entscheiden will, ob einer schuldig ist. Das steht uns nicht zu, und wir selber würden genau die Behandlung verdienen, die wir anderen antun, wenn wir sie richten, besonders sobald wir jemand anderen für eine Sünde bestrafen, die wir früher selber schonmal getan haben. Das gleiche Urteil, das wir dann über einen anderen sprechen, würde Gott gewiss auf uns selbst anwenden. Und Gott ist allmächtig, es kann ihn keiner davon abhalten, zu tun, was ihm wohlgefällt. Darum sollten wir allezeit unbedingt daran denken, dass das selbe Strafmaß, welches wir bei anderen anwenden, auch gegen uns angewendet werden würde. Und deshalb ist es bei Dingen, die uns selber angetan wurden, letztlich das Beste, dass wir Menschen freisprechen, damit auch wir, wenn wir das geleistete Sühneopfer von Jesus anerkennen, einen Freispruch erhoffen dürfen gemäß Gottes Befehl.
Wenn es aber darum geht, das richtige Maß anzusetzen, dann kann man dies auch durchaus auf die Almosen beziehen. Deswegen sagt Jesus laut Vers 38:
Gebt, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß schütten. Denn mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch wieder zugemessen werden.
Durch diese Verse können wir lernen, wenn wir einem an Armut leidenden Mensch nicht nur eine Kleinigkeit geben, sondern ihn ausstatten mit einer sehr großzügigen Gabe, dass dann Gott deswegen unser eigenes Leben ebenfalls großzügig ausfüllen wird. Denn wenn ich einer wäre, der viel zu geben hätte und mich bittet ein Obdachloser in zerlumpten Klamotten um Hilfe, dann könnte ich ihm zwar zwei Euro in die Hand drücken, damit er sich eine kleine Speise kaufen kann, ich könnte aber auch in ein Bekleidungsgeschäft gehen und ihm komplett neue Klamotten kaufen und ihn danach in ein Restaurant führen und ihn so viel essen und trinken lassen, bis er ganz gesättigt ist und danach die gesamte Rechnung aus meiner eigenen Tasche bezahlen. Im ersten Fall hätte ich mit einem geringen Maß zugemessen, im zweiten Fall hätte ich ein gutes und vollgedrücktes Maß angesetzt, und unser Vater im Himmel würde es mir eines Tages vergelten gemäß dem selben Maß.
All diese Dinge, die Jesus uns erklärt, sind sehr gut. Und sie sind komplett anders als das völlig nutzlose Gefasel, das man ständig von den religiösen Rednern hört, die eigentlich nur mit laschen Worten ihre Redezeit rumkriegen wollen, damit sie mit ihrem Arbeitslohn nach Hause gehen und ihren privaten Hobbys nacheifern können. Und Jesus will uns auch darauf aufmerksam machen, dass wir absolut nichts Gutes davon zu erwarten haben, wenn wir irgendeinem Anleiter vertrauen, der nicht so verständig ist wie er. Deswegen lesen wir folgende Worte in Vers 39 und 40:
Er sagte ihnen aber ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen?
Der Jünger ist nicht über seinem Meister; jeder aber, der vollendet ist, wird so sein wie sein Meister.
Eigentlich sind diese Worte gleichbedeutend damit, dass Jesus zu all den jüdischen Menschen, die ihm da gerade zuhören, sagen will: „Lauft nicht euren verkorksten religiösen Führern nach, denn sie sind alle blind. Versucht lieber, mir ähnlich zu sein!“
Allerdings muss man nun natürlich als heidnischer Mensch nicht meinen, dass diese Worte für einen selbst unbedeutend wären, weil man kein Jude ist. Jesus versucht hier nämlich, eine wichtige Moral darzustellen, die absolut allen Menschen auf Erden eine Hilfe ist. Wir alle müssen daran denken, das ein Blinder keinen Blinden leiten kann. Denn wenn dies geschieht, so wird es ganz sicher damit enden, dass beide in der Grube landen, und diese besagte Grube ist ein Sinnbild für die Hölle. Darüber hinaus mag manch ein Mensch von dieser Welt es vielleicht für anmaßend und unverschämt halten, wenn du sagst, du willst möglichst genau so werden wie Jesus. Aber trotzdem ist dieses Ziel keineswegs falsch, weil Jesus hier doch höchstpersönlich laut Vers 40 gesagt hat: Jeder, der vollendet ist, wird so sein wie der Meister. Es geht eigentlich nur die ganze Zeit darum. Jesus ist der Meister, den Gott uns gegeben hat. Und Jesus ist der einzige Meister. Wir brauchen sonst keinen, den wir als das große Vorbild zu betrachten hätten. Wir sollen so sein wie der Meister. Wenn wir das schaffen, dann sind wir vollendet. So steht es hier geschrieben und so darf man es im Herzen festhalten, wenn man die echte Nachfolge angetreten hat.
Und wenn wir echte Jesus-Nachfolger und echte Jesus-Nachfolgerinnen sind, dann ist es für uns überaus bedeutsam, dass wir uns am stärksten auf unsere eigenen Taten konzentrieren und schauen, ob wir vielleicht etwas falsch gemacht haben und uns das leider erst hinterher auffällt, damit wir nicht ständig Fehltritte wiederholen. Was wir hingegen an uns selbst unbedingt vermeiden müssen, ist, dass wir zu Menschen werden würden, die immer nur anderen sagen, worauf diese zu achten hätten. Es ist zwar gut, den Leuten die Dinge zu erzählen, auf die es ankommt, aber es wäre schlecht, wenn wir in den Zustand verfallen würden, ständig nur an anderen herumzunörgeln, sobald uns irgendwas auffällt. Und das Allerschlimmste wäre ja, wenn wir selber an uns Fehler haben, und wir tun so, als wären diese gar nicht schlimm, aber wenn wir an anderen genau die gleichen oder kleinere Fehler sehen, dann werden diese getadelt. Wer sowas macht, ist ein Heuchler, der sich schämen muss, und sowas sollte in der echten Nachfolge Jesu niemals vorkommen. Deswegen sagte Jesus folgendes laut den Versen 41 und 42:
Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, halt, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist! — während du doch den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der im Auge deines Bruders ist!
Jesus nennt hier Splitter und Balken, wobei der Balken für einen sehr schlimmen Fehltritt steht und der Splitter für einen noch relativ kleinen Fehltritt. Jeder Mensch,der so tut, als würde er anderen helfen beim Ausbessern von Fehlern, ob er selber noch schlimmere Fehler macht, und sich vielleicht sogar weigert, die eigenen Fehler einzugestehen, der ist auf dem Weg in ewiges Verderben. Für einen solchen gibt es keine Hoffnung, so lange er sich nicht völlig in die persönliche Buße begibt. Und nicht nur solche Sünden wie Lästerungen und Hochmut und Unzucht und Habsucht sind völlig verwerflich, sondern auch die ekelhafte Heuchelei, dass man an anderen herum meckert unter dem Vorwand, ihnen doch helfen zu müssen, obwohl es über den eigenen Wandel noch viel mehr zu meckern gibt.
Es steht weiterhin geschrieben in den Versen 43 und 44:
Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt.
Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben.
Durch diese Verse will Jesus in erster Linie zum Ausdruck bringen, dass man von schlechten Menschen niemals etwas Gutes erhoffen soll. Man kann sich das so vorstellen, dass ein Dornbusch hier für einen schlechten Mensch steht, wie auch die Bäume für den Mensch allgemein stehen bei dieser Gleichnisrede, und die Feigen oder Trauben sind gute Früchte, daher wären es solche Eigenschaften wie Aufrichtigkeit, Friedfertigkeit, Barmherzigkeit, Selbstbeherrschung, Weisheit und eben alles andere, was aus Gott ist und den Mensch wertvoll macht für den Himmel. Wenn jemand ein schlechter Mensch ist, dann darf man sich selber nicht die Illusion bauen, dass dieser doch bestimmt in seinem Inneren einen guten Kern hat und dass man nur lange genug darauf warten muss, dass an ihm gute Seiten zum Vorschein kommen, wie man es sich von dem Mensch wünschen würde. Das ist völlig unrealistisch und naiv. Du kannst dich jahrelang vor einen Dornbusch stellen, aber wirst trotzdem niemals erleben, wie daran plötzlich Weintrauben wachsen. Da kannst du noch so fest dran glauben und noch so viel Hoffnung haben, aber es wird trotzdem nicht passieren, weil es eben ein Dornbusch ist und kein Weinstock. Und genau das Gleiche ist auch der Fall, wenn du dich mit einem Gesetzlosen oder mit einem Heuchler abgibst, weil du dir erhoffst, dass er irgendwann vielleicht doch noch anfängt, sein Verhalten zu bessern, welches er bisher immer nur mit voller Absicht als verwerflich offenbarte. Es ist unbedeutend, wie lange du weiter Gutes von diesem Mensch erhoffst. Er ist ein Heuchler, und deshalb wird niemals Gutes von ihm kommen. Und deswegen muss man, wenn man ganz eindeutig und unzweifelhaft Bösartigkeit oder Heuchelei im Herzen eines Menschen erkannt hat, dann auch aufhören, verschwendete Hoffnung in diesen Mensch zu setzen, denn er will in seinem Irrsinn bleiben und keine guten Früchte bringen, und er wird sich nicht bessern. Er wird immer wieder auf’s Neue das tun, was er laut Gottes Richtlinien niemals tun sollte, und fühlt sich dabei gerecht.
Wenn aber ausgerechnet ein solcher einem Jesus-Nachfolger bzw. einer Jesus-Nachfolgerin tadelnde Hinweise gibt, dann haben diese so gut wie keinen Wert, und sie werden auch niemals damit enden, dass dieser Mensch plötzlich mit dir zufrieden wäre, sobald du seine Worte berücksichtigst und dich entsprechend änderst. Denn ein Mensch mit bösen Herzen wird ständig wieder irgendwas Neues zum Nörgeln finden, weil er gar nicht die Absicht verfolgt, zu helfen, sondern er will nur alles zerstören, was du bisher gelernt hast. Jesus versucht, uns vor sowas zu warnen, denn er sagt in Vers 45:
Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund.
Diesen Spruch sollte man sich unbedingt merken. Wovon das Herz des Menschen voll ist, davon redet sein Mund. Das kann man ganz besonders auf jeden Augenblick anwenden, wo ein Mensch etwas gesagt hat, was aus dem Zusammenhang herausgerissen wirkt und wo man sich wundert, wie das jetzt überhaupt zum Thema passen sollte. In diesen Momenten, wo ein Mensch etwas eigentlich Unzusammenhängendes sagte, ist es immer etwas, was sein eigenes Herz offenbar macht. Das gilt sowohl für die wenigen Momente, wo einer mal etwas Schönes gesagt hat, wie auch für die zahlreichen Momente, wo jemand eine übelst verkorkste Aussage rausgehauen hat, bei der man zu erst seinen Ohren gar nicht traute, als man es hörte. Denkt immer daran, was Jesus gesagt hat, um uns die Wahrheit zu lehren! Wovon das Herz des Menschen voll ist, davon redet sein Mund. Ihr werdet wissen, was ein Mensch wirklich im Herzen hat, wenn ihr ihm konzentriert zuhört und nichts verdrängt.
Als nächstes will Jesus durch eine Frage spezifisch darauf aufmerksam machen, was für eine riesige Bedeutung es hat, dass wir seine Worte im praktischen Leben anwenden. Wir lesen in Vers 46:
Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage?
Diesen Vers kann man sich ruhig merken. Es nützt uns gar nichts und hinterlässt bei Jesus gewiss keinen positiven Eindruck, wenn wir ihn ständig nur Herr nennen, aber unser Leben dabei so führen, als wäre er gar nicht unser Herr, weil wir so wandeln wie wir wollen. Denn was würde denn den Herrn eines Menschen auszeichnen, wenn nicht der Versuch des Menschen, alle Anweisungen seines Herrn gewissenhaft auszuführen, weil der Mensch überzeugt ist, es ist so das Beste?
Und in den letzten Versen des Kapitels versucht Jesus durch ein Gleichnis klarzustellen, dass es auf das Tun der Worte ankommt. Es steht geschrieben in den Versen 47 bis 49:
Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut — ich will euch zeigen, wem er gleich ist.
Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute und dazu tief grub und den Grund auf den Felsen legte. Als nun eine Überschwemmung entstand, da brandete der Strom gegen dieses Haus, und er konnte es nicht erschüttern, weil es auf den Felsen gegründet war.
Wer aber hört und nicht tut, der ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf das Erdreich baute, ohne den Grund zu legen; und der Strom brandete gegen dasselbe, und es stürzte sofort ein, und der Zusammenbruch dieses Hauses war gewaltig.
An diesen Worten erkennt man unweigerlich, dass jeder Mensch, der die Worte nur hört und dann doch sein eigenes Ding durchzieht, in der Nachfolge auf einen heftigen Zusammenbruch zusteuert.
Und nun haben wir nach all den großen Erklärungen das Ende dieses Kapitels erreicht. Wir lernen hier sehr viel über die Liebe, die aus Gott ist und nicht aus dem Fleisch und in welcher wir wandeln sollen. Ähnlich wie ein der Bergpredigt haben wir auch durch die Aussagen in den Versen dieses Kapitels eine Menge gefunden, was uns den richtigen Weg zeigt und uns die Dinge erkennen lässt, die bei uns vorhanden sein sollen und wo wir vielleicht bis jetzt auch noch das eine oder andere vor uns haben, was wir anpacken müssen, um uns mehr auf Jesus auszurichten. Darum eignet sich auch dieses Kapitel ziemlich gut, um in der Nachfolge stark zu werden. Wann immer man eine Erinnerung wünscht, was unseren größten Fokus braucht gemäß der Lehre unseres Meisters Jesus, kann man sich in dieses Kapitel neu hineinvertiefen.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen