Text zu "Bibellehre - Kapitel 10 im Evangelium des Johannes"
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Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 10 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Man kann sich dieses Kapitel durchaus als eine direkte Fortsetzung der Unterhaltung vorstellen, die in Kapitel 9 in den letzten Versen begonnen hatte. Jesus merkte an, dass alle geistlich blind werden, die sich weigern, an ihn zu glauben, und um dies näher zu umschreiben, auch wenn er in Gleichnissen redet, spricht er in den Versen 1 bis 3:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe.
Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.
Zuerst mal muss man hier den leicht erkennbaren Fakt berücksichtigen, dass Jesus Menschen mit Schafen vergleicht, aber eben spezifisch die Menschen, die treu nachfolgen werden, wenn es um die Wahrheit geht. Schafe sind sehr anhänglich und auf ihren Hirte stark fixiert, und sie sind auch voll Vertrauen. Genau diese Eigenschaften wünscht Gott sich von den Menschen, und zwar gegenüber ihm und seinen echten Dienern, aber nicht gegenüber Betrügern. Deswegen ist es auch ziemlich passend, wenn Jesus in einer Gleichnisrede die am Glaube interessierten Menschen mit Schafen vergleichen soll.
Um aber dieses Gleichnis zu begreifen, muss man wissen, dass Jesus ein guter Hirte ist, wie es durch den Prophet Hesekiel in Kapitel 34 an einer Stelle geweissagt wird, aber er wird auch Menschen, die ihm unterstehen, als Hirten berufen, wenn es sich als notwendig erweist. Jesus selbst bleibt aber immer der oberste Hirte. Und hier in diesem Gleichnis ist Jesus die Tür. Genauer gesagt geht es dabei um die Anerkennung Jesu als Messias und das unerschütterliche Festhalten an seiner Auslegung der Schriften, und nicht an irgendwelchem Blödsinn, den Menschen in ihrer eingebildeten Klugheit ersonnen haben. Wenn jemand Jesus als Messias und sozusagen als obersten Hirte anerkennt, dann kann er einen Teil der Herde hüten in Jesu Namen. Er bekommt Unterstützung vom Reich der Himmel, also sozusagen vom Türhüter, und alle Schafe, die ihm zugeteilt wurden, werden auf ihn hören. Solch ein Mensch hat aber dauerhaft die unbedingte Pflicht, Jesus zu dienen und durch den Name Jesus die Leute mit Wissen zu versorgen. Er darf nicht einfach den Name von einem studierten Rabbi oder den Name von einem beliebten Gemeindeleiter oder von angeblichen Propheten der aktuellen Zeit verkünden, um Belehrungen von solch einer Quelle den Menschen aufzuerlegen. Wenn jemand Aussagen von jemand anderem als Jesus mit Jesu Worten auf eine Stufe stellt, oder sogar höher, dann ist dieser Mensch ein Dieb oder ein Räuber. Das hängt dann davon ab, ob er seine Schafe nur mit Zurede verführt oder ob er sie sogar mit Gewalt dazu zwingt, an etwas zu glauben, was Jesus nicht entspricht, sondern höchstens so ähnlich klingt. Wer gewaltlos handelt, ist ein Dieb, wer aber Gewalt anwendet, ist ein Räuber. Und das ist auch der Grund, warum alle Pharisäer Diebe und Räuber sind: Weil sie die Belehrungen von selbstverliebten und eingebildeten Schriftgelehrten aus älteren Tagen höher achten als die Worte von Jesus selbst. Man muss als Diener des obersten Hirten ganz genau darauf Acht haben, welches Futter man den Schafen gibt, die man aus der Schafhürde holt, um sie auf eine Weide zu führen. Man muss auch darauf achten, ob man sie wirklich mit lebendigem Wasser tränkt und darf ihnen nicht einfach schmutziges Wasser geben. Und besonders in den Versen 4 und 5 betont Jesus die Fürsorgepflicht, die man als Diener des obersten Hirten, während man selber Hirte sein soll, gegenüber den Schafen hat, denn wir lesen dort:
Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.
Einerseits sehen wir hier ganz deutlich, dass ein treuer Diener den Schafen vorausgeht. Das ist genau die Herzenshaltung, die man haben soll, dass man sich genau auskennen will auf dem Weg, damit man die Gewissheit hat, die Schafe nicht falsch anzuleiten. Niemand kann als Hirte dem obersten Hirte dienen, wenn er selber nicht ganz genau den richtigen Weg kennt. Es würde in einer Katastrophe enden, wenn jemand die Schafe aus der Schafhürde holt, aber ihnen nicht vorausgehen kann, weil er keine feste und unerschütterliche Kenntnis des richtigen Weges hat. Das muss man unbedingt beachten. Allerdings sagt hier Jesus auch etwas zum Verhalten der Schafe. Wenn es wirklich die Schafe sind, die dir gegeben werden, dann werden sie auf deine Stimme hören, so lange du dem obersten Hirte treu bist. Sie kennen deine Stimme, also die Stimme von jemandem, auf den sie vertrauen können, und deswegen laufen sie dir nach. Und wenn es wirklich deine Schafe sind, dann kann niemand irgendwelche Intrigen einfädeln, die die Schafe dazu bringen, nicht mehr auf dich zu hören, sondern auf einen Dieb, der sie entführt. Wenn es wirklich deine Schafe sind, vertrauen sie nie der Stimme von Fremden. Wenn es aber nicht deine Schafe waren, dann werden sie mit den Fremden mitgehen, und das ist dann nicht deine Schuld. Denn man selbst ist nur dafür verantwortlich, den Schafen vorauszugehen und sie ordentlich zu pflegen. Das ist alles. Ob sie dann auch treu mitgehen, liegt bei ihnen selbst. Wenn sie echte Schafe sind, werden sie das tun, denn sie hören auf dich, so lange du dem obersten Hirte völlig unterstehst, und im eigentlichen Sinne sind sie die ganze Zeit nicht dein Eigentum, sondern Eigentum des obersten Hirten, und der oberste Hirte ist Jesus, zu allen Zeiten. Deswegen sollte niemals ein Mensch, der eine Gruppe gläubiger Menschen anleiten soll, sagen: „Diese Gemeinde gehört mir!“
Das wäre nicht richtig und würde ein Anzeichen von aufkommendem Hochmut sein. Die Leute müssen immer Jesus gehören. Wenn dem nicht so ist, dann sind sie ebenfalls Opfer von Diebstahl.
Es wird aber auch oft passieren, wenn man Menschen anspricht, die in ihren Herzen aktuell gar keine Sehnsucht nach der Wahrheit haben, dass diese dann völlig uninteressiert reagieren. Das sind sinnbildliche Schafe, die gar nicht erst auf die Stimme des guten Hirten hören, sondern stattdessen lieber absichtlich den Dieben und Räubern hinterher laufen, oder andernfalls auf eigene Faust ziellos durch die Gegend taumeln. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die wahren Schafe der Stimme eines Fremden nicht hörig sein werden. Denn wenn die Worte von Jesus jemanden ins Herz treffen, dann darf man davon ausgehen, dass dieser Mensch ein Schaf aus der Schafhürde ist. Wenn einen Mensch die Worte von Jesus aber völlig kaltlassen, dann ist er von einem fremden Ort, und da ist es dann auch kein Wunder, wenn solch ein Mensch irgendwelchen Schwätzern Glauben schenkt und die Worte ignoriert, die aus Gott sind.
Jedenfalls hat nun Jesus also den Pharisäern durch Gleichnisrede begreiflich machen wollen, dass er die Tür ist, die man benutzen muss, damit man sich richtig um die Schafe kümmern kann, und dann muss man die Schafe auch sorgsam führen, ohne Selbstsucht, und man wird die Schafe, die Gott einem gibt, daran erkennen, dass sie nicht auf die Stimme von Fremden hören. Allerdings wäre man wie ein Dieb oder ein Räuber, wenn man sich dazu entscheidet, Menschen anzuleiten, ohne Jesus als die Tür zu sehen, die es zu benutzen gilt. Und ein guter Hirte muss auch selbst den Schafen vorausgehen, wenn man die eigene Arbeit ordentlich erledigen will. Übersetzt in klar verständliche Worte heißt das: Die Pharisäer und alle Schriftgelehrten müssen Jesus genau zuhören und sie müssen vollständig vertraut sein mit seiner Lehre, und dann müssen sie damit die Gemeinde versorgen, die ihnen anvertraut ist, denn allein dann, wenn sie dies tun, handeln sie so, wie es Gott wohlgefällt. Wenn sie aber etwas Anderes tun, sind sie böse. Und das Gleiche würde auch für uns gelten, wenn irgendwer von uns mal in einer Position wäre, wo man Menschen anleitet, die die Wahrheit wollen.
Die Reaktion der Pharisäer auf diese Gleichnisrede wird in Vers 6 kurz umschrieben, denn dort lesen wir:
Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.
Das ist natürlich schon ein bisschen blöd, wenn diese Leute, die sich untereinander in ihren eigenen Kreisen sehr gerne in Gleichnissen unterhalten, jetzt gerade ein so wichtiges Gleichnis von Jesus zu hören bekommen und überhaupt nicht verstehen, wovon er redet. Allerdings muss man zugeben, dass das Gleichnis doch schon zu den Anspruchsvolleren gehört, darum beginnt nun Jesus, es aufzulösen. Diesbezüglich lesen wir in Vers 7 bis 9:
Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.
Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Hier betont Jesus deutlich, dass jeder, der vor seiner Zeit auftrat und behauptete, der Messias zu sein oder ihnen die beste Lehre zu bringen, ein Dieb oder ein Räuber war. Wer aber aus der sprichwörtlichen Schafhürde Gottes war, hörte nicht darauf. Jetzt aber, wo der Messias da ist, werden die, welche an Gott ein ehrliches Interesse haben, dies auch bemerken. Und alle Menschen, die ihn als Messias und sozusagen als obersten Hirte ernstnehmen, die werden Rettung finden, womit natürlich die Rettung vor dem ewigen Feuer- und Schwefelsee gemeint ist. Dies funktioniert aber wohlgemerkt dadurch, dass die betreffenden Schafe dann auch das Gras von der Weide fressen, auf welche sie durch die Tür geführt werden, also wenn ein Mensch allein die geistige Nahrung in sich aufnimmt, die durch Jesus zur Verfügung steht, weil man seine Worte glaubt und nicht die Worte von irgendwelchen Schwätzern.
Anhand der nächsten zwei Verse erwähnt Jesus in seiner sinnbildlichen Rede den Unterschied zwischen dem Teufel mit all seinen Dienern und Jesus selbst mit all seinen Dienern, sofern vorhanden. Es steht geschrieben:
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.
Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Hier sehen wir zuerst, was der Böse tut. Entweder will er stehlen, oder er will töten, oder er will verderben. Dabei bekommt man beim Beobachten der Welt nicht selten den Eindruck, dass das Bewirken von Verderbnis seine größte Lieblingsbeschäftigung ist von allen dreien. Jesus aber ermöglicht uns Leben im Überfluss, und damit ist die Lebenskraft gemeint, die durch den Geist fließt. Wer völlig in Jesus Christus wandelt, der hat immer genug Energie für alles, was zu tun ist, denn ein solcher Mensch wird weder müde noch matt, wenn es ein gutes Werk zu vollbringen gibt. Aber auch beim Bewältigen des unumgänglichen Alltags ermöglicht Jesus uns so viel Lebenskraft, dass nichts uns zu schwer sein wird. Das ist das sogenannte Leben im Überfluss. Und Jesus will nicht stehlen, er will weder töten noch verderben, sondern er gibt sein Leben, um das Leben seiner Schafe zu retten. Wie viele von uns tun das ebenfalls? Wer von uns gibt sein gesamtes Leben auf, weil ihm die Schafe am Herzen liegen? Da sollte mal in Ruhe drüber nachgedacht werden!
Jesus nennt spezifisch den Unterschied zwischen Hirten und Mietlingen in den nächsten zwei Versen, denn wir lesen in Vers 12 und 13:
Der Mietling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe.
Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert.
Hierbei sollten wir jetzt auch mal überlegen, wie schlimm und wie weit verbreitet dieses Problem wohl sein mag in der aktuellen Weltzeit. Was glaubt ihr, wie viele Mietlinge es gibt?
Ich für meinen Teil halte es ohne Weiteres für möglich, dass die Anzahl derartiger Leute erschreckend groß ist. Denn in dem Gleichnis wird erwähnt, dass ein Mietling sich nicht um die Schafe kümmert, besonders dann nicht, wenn es ernst wird. Und wie viele Menschen gibt es wohl, die mit ihrer Menschengruppe, die ihnen um des Namens Jesus willen anvertraut ist, ähnlich handeln? Wie viele erweisen sich als Feiglinge, wenn eine Gefahr aufkommt? Wie viele wollen nur die Gemeinde ausbeuten und auf Kosten der Leute ihren eigenen Lebenswandel finanzieren und speisen sie mit billigem Fraß ab? Wie viele täuschen vor, sich kümmern zu wollen, und tun es dann letztlich doch nicht, oder erzählen sogar ganz bewusst Lügen?
Ich würde sagen, dass man diese Worte von Jesus durchaus als Warnung betrachten sollte, und zwar als Warnung für die Schafe. Jesus sagt durch diese Verse zu allen Menschen, die gerne angeleitet werden wollen: „Seid vorsichtig! Denn es kann leicht sein, dass ihr einem Mietling in die Hand fallt! Und dann wird das ganz sicher nicht zu eurem Wohl dienen, wenn ihr euch so anleiten lasst. Es gibt viele Menschen, die nur an sich selbst denken und sich gar nicht wirklich um euch kümmern! Das müsst ihr wissen!“
Darüber hinaus müssten solche Worte bei jedem, der sich selber wie ein Mietling benimmt, natürlich Scham auslösen und den Wille, sich zu bessern, aber dies ist eine vergebliche Erwartung, und zwar nicht nur bei den Pharisäern, mit denen Jesus gerade redet, sondern auch bei all den vielen Mietlingen der heutigen Zeit. Die scheren sich immer einen Dreck darum, wenn man ihnen wahrheitsgemäß ihren bösen Wandel vorhält. Aber genau so wird sich Gott dann auch einen Dreck darum scheren, wenn sie am Ende in den Feuer- und Schwefelsee geworfen werden.
In den Versen 14 und 15 betont Jesus erneut, selbst ein guter Hirte zu sein, denn wir lesen dort:
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt,
gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Jesus bezeugt hier nicht nur erneut, dass er sein Leben für seine Schafe lässt, sondern er sagt auch, dass er seine Schafe kennt. Das heißt: Wenn Jesus Menschen beobachtet, wie sie sich freiwillig benehmen und wie sie auf bestimmte Ereignisse reagieren, dann kann er daran mit hoher Genauigkeit abschätzen, ob die seine Schafe sind. Jesus schaut nicht mit verträumten Augen auf Menschen, sondern er gleicht Theorie und Praxis miteinander ab.
Ganz besonders faszinierend finde ich die Tatsache, dass Jesus sogar schon in einem Gleichnis die Berufung von Menschen aus den Heidenvölkern ankündigt, denn wir lesen in Vers 16:
Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.
Hier sehen wir, wie weit die Sammelaktion von Jesus geht. Jetzt im Moment sammelt er aus der Schafhürde Israel alles, was auf seine Stimme hört, aber es gibt auch noch eine andere Schafhürde, womit wohl nach allerhöchster Wahrscheinlichkeit die Schafhürde der Heidenvölker gemeint ist, und auch von dort sammelt er Schafe. Es wird eine Herde und ein Hirte sein. Das heißt: Für alle werden die selben Regeln gelten, und deswegen liegen ihm alle gleich stark am Herzen, und sie alle sind auf den Messias ausgerichtet mit ihrem Streben, egal woher sie kommen.
Und als abschließenden Kommentar zu dem in diesem Augenblick noch bevorstehenden Ereignis, dass Jesus sein Leben gibt zur Rettung anderer Menschen, lesen wir in Vers 17 und 18:
Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.
Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
Jesus wird von Gott geliebt wegen der Tatsache, dass Jesus sich freiwillig dazu entscheidet, sich selbst zu opfern zur Rettung von eigentlich verlorenen Menschen. Davon ist Gott beeindruckt, dass Jesus ein so mitleidvolles und gütiges Herz hat. Da ist der Sohn wirklich seinem Vater besonders nahe.
Und all diese Dinge, die Jesus den Leuten durch das Gleichnis erklären wollte, also dass er sich opfern wird für die, die Buße tun und seine Worte berücksichtigen werden, bewirkten folgende Reaktion von den zuhörenden Menschen laut Vers 19 und 20:
Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen;
und viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen, weshalb hört ihr auf ihn?
Dies ist also das Ergebnis der erstaunlichen Gleichnisrede. Es entsteht eine Spaltung, und eine nicht unbedeutende Anzahl der Menschen behauptet, dass Jesus dämonisch besessen sei und keine Ahnung hätte, was er redet. Ist das zu fassen? Als Reaktion auf die Gleichnisrede folgt die Unterstellung von dämonischer Besessenheit. Schonwieder. Wir haben von diesem ekelhaften Verhalten der Menschen auch an anderen Stellen schon gelesen. Was sind das bitte für verdorbene Individuen, die da gerade vor Jesus stehen? Wie bösartig im Herzen muss man sein, um bei einer Rede, die man selber nicht verstehen kann, dem Sprecher zu unterstellen, dass er einen Dämon hat! Das ist doch kaum zum Aushalten!
Man kann eigentlich nur in Sprachlosigkeit verharren, wenn man hier das Zeugnis vorfindet, dass der Messias, der Erlöser der Menschheit, vor den Leuten geredet hat, und das Resultat besteht darin, dass sie glauben, er wäre von Dämonen besessen. Und der einzige Trost ist dabei noch, dass nicht absolut jeder in der Menge sowas dachte, denn in Vers 21 steht:
Andere sagten: Das sind nicht die Worte eines Besessenen. Kann denn ein Dämon Blinden die Augen öffnen?
Hier sehen wir, dass zumindest ein paar Leute vernünftig bleiben konnten und Argumente gegen die unterstellte Besessenheit anmerkten. Allerdings führte dies natürlich umso intensiver dazu, dass die jüdischen Autoritäten in Streitereien untereinander versinken, nämlich Streitereien darüber, ob nun Jesus wirklich der Messias ist oder nicht.
Als nächstes lesen wir folgenden Bericht in den Versen 22 bis 24:
Es fand aber in Jerusalem das Fest der Tempelweihe statt; und es war Winter.
Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher.
Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sage es uns frei heraus!
An diesen Worten sieht man, dass die jüdischen Autoritäten einen unzweifelhaften Ausruf verlangen. Nach ihrer Begierde hätte Jesus sich öffentlich hinstellen sollen und laut ausrufen müssen: „Ich bin der Messias Gottes!“
Aber das hat Jesus nicht getan. Es war ihn nicht befohlen, und er handelte nicht von sich selbst aus, sondern nur so, wie Gott es wollte. Zu Gottes Plan gehörte es, dass der Messias erkannt werden soll an den großen Wundern, die bei ihm passieren, und an dem Evangelium, das er redet. Und wenn die Leute daran ständig zweifeln wollen, dann ist das ihr eigenes Problem. Es hat von Jesus schon reichlich Äußerungen gegeben, mit denen er bestätigte, der Messias zu sein, wenn auch teils unterschwellig. Es war wirklich erkennbar, aber die Leute bleiben widerspenstig. Deswegen sagte Jesus auch etwas Entsprechendes zu ihnen. In Vers 25 und 26 steht:
Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir;
aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.
Wie wir sehen, merkt Jesus nochmal ganz deutlich an, dass er es ihnen doch schon längst sagte, aber sie glauben nichts, und außerdem sollten bereits schon die großen Wunderzeichen eine ausreichende Beweiskraft haben, die bei Jesus passieren. Und Jesus hat an diesen Menschen, die ihn gerade fragen, längst erkannt, dass diese nicht seine Schafe sind. Woran man aber die Schafe von Jesus Christus erkennt, das steht in den Versen 27 und 28. Dort lesen wir:
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach;
und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
Gemäß diesen wahrhaftigen Worten sind die Schafe von Jesus daran erkennbar, dass sie auf seine Stimme hören werden und immer nur ihm hinterherlaufen. Sie laufen keinen religiösen Leitern hinterher, sie laufen keinen beliebten oder berühmten Persönlichkeiten hinterher, sie laufen weder den Eltern noch den Leuten von der Regierung hinterher, sondern sie folgen Jesus. Was er sagt, das ist für sie alles. Und solche sind es, denen Jesus ewiges Leben gibt. Man erkennt die Schafe von Jesus auch daran, dass sie sich nicht aus seiner Hand reißen lassen. Denn dazu müssten sie von ihm weggehen, damit sie überhaupt gerissen werden können, aber sie gehen nicht weg, weil sie nicht wollen. Und da sie niemals von Jesus weichen, ist es für die Bösen auch völlig unmöglich, sie in die Finger zu bekommen, denn Jesus ist viel zu stark, als dass man ihm einfach etwas wegnehmen könnte, was nah bei ihm ist. Und außerdem ist sein Gott sogar noch stärker, und es kann kein Mensch in der Hand von Jesus bleiben, wenn es Gott nicht gefallen würde. Deswegen lesen wir in den Versen 29 und 30:
Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.
Ich und der Vater sind eins.
In Vers 29 sieht man deutlich, dass die ergangene Entscheidung Gottes auch automatisch dazu führt, dass Jesus sein Eigentum behält. Wenn der Vater beschlossen hat, dass jemand bei Jesus ist, dann kann das nicht verändert werden durch äußere Einwirkung. Höchstens dann, wenn das sprichwörtliche Schaf freiwillig wegrennt. Aber mit Gewalt entreißen kann es keiner. Und in Vers 30 betont Jesus deutlich, dass sein Wille und der Wille Gottes vollkommen miteinander übereinstimmen. Jesus arbeitet auf das selbe Ziel hin wie Gott. Alles, was Gott erreichen will, das will auch Jesus erreichen. Alles, was in Gottes Augen gut ist, das ist auch in den Augen von Jesus gut. Alles, was in Gottes Augen böse ist, das ist auch in den Augen von Jesus böse. Alles, was das Herz Gottes bewegt, davon fühlt sich auch Jesus im Herzen bewegt. Und ich erinnere alle an dieser Stelle noch ein weiteres Mal daran, dass Jesus unser Vorbild ist. Das hat zu bedeuten, dass dies eines Tages möglichst auch bei uns so laufen soll. Wenn du Jesus nachfolgst, dann sollst du mit dem Vater eins sein, gleichwie Jesus mit dem Vater eins ist. Das ist ein sehr hohes, aber auch ein sehr gutes Ziel. Wir wissen nicht so viel über Gott, wie Jesus über ihn weiß, darum wird es bei uns eine größere Herausforderung, eins zu sein mit dem Vater, aber wenn das bei Jesus so ist und wir ihm nachfolgen, dann sollten wir diesen Zustand im Herzen zumindest anvisieren. Denn das ist der größte Segen, den man finden kann, wenn man eins ist mit dem Vater, also mit dem allein wahren Gott, dem Heiligen Israels. Und man wird eins sein mit ihm, wenn alle Herzenswünsche die er hat, und die ganze Sicht der Dinge, die man bei ihm erkennt, auch im eigenen Herzen verfestigt sind. Ich betone aber auch an dieser Stelle deutlich, dass man dazu geistliche Demut braucht. Jesus hatte geistliche Demut, und nur deswegen konnte er eins sein mit dem Vater. Das ist bei uns nicht anders. Wenn irgendwas Hochmütiges in uns ist, wenn eigene Wünsche da sind, die Gott widersprechen und deren Erfüllung wir dennoch unbedingt begehren, dann sind wir nicht in der geistlichen Demut, in der auch Jesus war. Und jeder Mensch, der nicht in geistlicher Demut wandelt, der kann mit dem Vater nicht eins sein und wird natürlich auch beim besten Willen nicht begreifen können, was Jesus meint, wenn er sagt, dass er und der Vater eins sind. Und wegen dem Unverständnis des durch Hochmut und Selbstsucht verstockten Herzens bleibt dann für jeden davon betroffenen Mensch auch keine andere Interpretation mehr übrig für diesen Ausspruch, als zu meinen, Jesus würde sich selber Gott nennen wollen.
Auch die jüdischen Autoritäten begriffen die Worte von Jesus nichtmal im Ansatz, als er zum Ausdruck brachte, dass sein Streben vollständig mit dem Streben Gottes übereinstimmt, denn wir lesen in Vers 31 folgende Reaktion:
Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.
Wie wir an dieser Reaktion sehen, haben wie üblich die Menschen nicht verstanden, was Jesus zum Ausdruck bringen wollte. Und nun wollten sie ihn töten. Weiterhin lesen wir in Vers 32 und 33:
Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen?
Die Juden antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung, und zwar weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst!
Durch diese Worte wird erkennbar, dass die jüdischen Autoritäten ernsthaft glaubten, Jesus würde sich selber zu Gott erklären wollen. Aber nichts dergleichen hat er je zu ihnen gesagt. Das einzige Ähnliche, was er sagte, aber nicht in diesem Kapitel, sondern in vorherigen, ist, dass er Gottes Sohn ist. Doch auch das ist nicht das Gleiche, wie wenn einer sich selber Gott nennen würde. Und da nun die Autoritäten voller Entsetzen sind, aber nicht weil Jesus Böses tat, sondern weil sie seine Worte falsch auffassten, versucht Jesus anhand einer Schriftstelle für Aufklärung zu sorgen.
Diesbezüglich lesen wir in den Versen 34 bis 36:
Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter«?
Wenn es diejenigen Götter nennt, an die das Wort Gottes erging — und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden — wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
Jesus bezieht sich hier auf Psalm 82. Dieses Schriftstück gehört nicht zum Gesetz, daher ist es eine mangelhafte Übersetzung, wenn in Vers 34 das Wort „Gesetz“ gewählt wurde. Dessen ungeachtet gibt es aber wirklich das bemerkenswerte Detail in den Schriften, dass an einer Stelle Menschen als Götter bezeichnet werden, obwohl jeder Mensch, der noch bei klarem Verstand ist und nicht der Verführung der Schlange verfiel, unter Garantie weiß, dass Menschen keine Götter sind. Und obwohl das die Wahrheit ist, steht an einer Stelle in den Psalmen: „Ihr seid Götter.“
Wenn nun dies der Fall ist, dann sollte man unbedingt erkennen, dass man sehr tief in die Bedeutung der Worte einsteigen muss, um zu begreifen, was wirklich zum Ausdruck kommen soll. Man darf niemals so leichtfertig und oberflächlich sein, dass man sagt: „Oh, da steht ja, dass wir Götter sind! Alles klar, das übernehmen wir jetzt so! Jeder Mensch ist Gott!“
Wenn jemand so reagieren würde, dann würde er verlorengehen. Er würde geistlich bewertet in tiefste Finsternis hinabsteigen. Und Jesus erklärt uns in den gerade gelesenen Versen, wie diese Bezeichnung damit zusammenhängt, dass an manche Menschen das Wort Gottes persönlich erging, weil sie Gottes Stimme in einer Offenbarung hörten, und solche Leute sind in Psalm 82 gemeint, wenn dort geschrieben steht: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und allesamt Söhne des Höchsten.“
Wenn man aber himmlisch übersetzt, was in dem Vers ausgedrückt werden soll, dann müsste als deutsche Übersetzung an der Stelle, wo das Wort „Götter“ steht, eigentlich etwas anderes stehen, nämlich: Ihr seid ranghöchste Richter. Das ist so, weil an dieser Stelle eine gewaltige Autorität beschrieben wird, die dadurch zustande kommt, dass ausgewählte Menschen die Worte vom Himmel haben und anwenden sollen, anstatt sich mit halbherzigen Landesgesetzen zufrieden zu geben, die den Schwachen zu wenige Rechte einräumen. Und wenn es eins gibt, was man durch das Zitat von Psalm 82 lernt, dann ist es wirklich der Fakt, dass manche Bibelstellen sehr eigenartig ausgedrückt wurden und dass man ganz genau darüber nachsinnen muss, was uns dadurch wirklich gesagt werden soll. Wer nicht die Bereitschaft hat, mit dieser Absicht Bibeltexte zu lesen, bei dem macht es nur einen sehr geringen Unterschied, ob er das Bibellesen überhaupt durchzieht oder es von Anfang an bleiben lässt.
Jedenfalls hat Jesus durch die gerade gelesenen Worte darauf aufmerksam gemacht, dass er kein Gotteslästerer ist, weil er mit seinen Äußerungen gewiss nicht das meint, was die Menschen hinein interpretieren. Und er macht erneut darauf aufmerksam, dass die großen Wunder, die in seiner Nähe geschehen, nicht möglich wären, wenn Jesus gegen Gott handeln würde, denn wir lesen in den Versen 37 und 38:
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht!
Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm!
Wenn Jesus nun sagt, dass er im Vater ist und der Vater in ihm, dann fassen die unverständigen Menschen das natürlich so auf, als würde Jesus jetzt zum zweiten Mal in Folge behaupten wollen, Gott zu sein. Daher lesen wir folgende Reaktion von ihnen in Vers 39:
Da suchten sie ihn wiederum zu ergreifen; doch er entging ihren Händen.
Hier haben sie aktiv versucht, ihn in die Finger zu bekommen, sodass Jesus fliehen musste. Und dabei hat er in diesem ganzen Szenario nicht ein einziges Mal behauptet, Gott zu sein. Wenn er sagt, dass er und der Vater eins sind, und wenn er sagt, dass der Vater in ihm ist und er im Vater, dann meint er damit immer das Gleiche. Er sagt damit, dass es völlige Übereinstimmung gibt zwischen seinen persönlichen Absichten und den Absichten, die Gott hat. Jesus und Gott sind sich in allem einig, egal um welches Thema es geht. Es gibt nichts, wo Jesus eine andere Gesinnung hat als Gott. Die Wertvorstellungen, die Gott hat, herrschen auch im Denken von Jesus. Und die Ziele, die der allein wahre Gott erreichen will, der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, an denen beteiligt Jesus sich in jeder Hinsicht, in der er mitwirken kann, ohne Kompromisse. Jesus bekommt immer genaue Informationen, was der Vater will, und zum Großteil weiß er es sowieso schon, und dies alles berücksichtigt Jesus die ganze Zeit. Deswegen ist Jesus im Vater und sein Vater in ihm. Die Menschen haben ständig wieder gedacht, Jesus würde gegen Gott handeln. Sie glaubten, Jesus hätte gegen Gott gehandelt, als er am Sabbat heilte. Sie glaubten, Jesus hätte gegen Gott gehandelt, als er komplizierte Gleichnisse redete, die teils enorm eigenartig klangen. Sie glaubten, Jesus hätte gegen Gott gehandelt, als er im Tempel die Tierherden hinaus trieb und die Verkaufsstände umwarf. Und sie glaubten auch, dass Jesus gegen Gott gehandelt hätte, als er sich selbst Gottes Sohn nannte. Aber das ist alles Irrglaube. Alles, was Jesus getan hat, und mag es auch noch so sonderbar anmuten, ist vollständig mit Gottes Wille übereinstimmend. Das ist es, was Jesus ihnen begreiflich machen will, aber sie verstehen ihn schonwieder falsch und denken, er hätte sich selbst zu Gott erklären wollen. Da könnte man echt die Nerven verlieren, wenn man sieht, was für ein törichtes Denken in den Köpfen der Leute herrscht. Und sie vermuten auch gar keinen Fehler hinter ihrem eigenen Denken, obwohl gerade das die Ursache dafür ist, dass sie Jesu Äußerungen nicht richtig auffassen können.
Jedenfalls führte die Flucht von Jesus ihn vorübergehend zum Jordan, denn wir lesen in den Versen 40 bis 42:
Und er zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb dort.
Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr!
Und es glaubten dort viele an ihn.
Offensichtlich gab es trotz der erschreckenden Ereignisse noch einige Leute, die zu Jesus an den Jordan kamen. Die haben sich nicht davon beeinflussen lassen, was die Autoritäten für ein befremdliches Verhalten zeigten.
Und mit dem Zustand, dass Jesus beinahe zu Tode gesteinigt wurde und an den Jordan geflohen ist, endet das zehnte Kapitel.
Was lernen wir nun daraus? Und was können wir uns für die eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Wenn man die Gleichnisse von Jesus versteht, dann merkt man erstmal, was für eine riesige und anspruchsvolle Verantwortung es wäre, wenn man eine Menschengruppe anleitet, die an Jesus glauben will. Da kann einiges schieflaufen. Man könnte einer sein, der den Weg selber nicht genau genug kennt, um vorauszugehen, oder man könnte einer sein, der zu feige ist und dann aussieht wie ein Mietling. Man könnte aber auch, wenn man kein Leiter ist, sondern eines von den Schafen, in schlimme Situationen geraten, wenn man sich auf Mietlinge einlässt mit falschen positiven Erwartungen. Da sollte man lieber wachsam sein, und man sollte sich genau anschauen, was ein Hirte tut und lehrt, damit man einschätzen kann, ob es gut ist, wenn man dem hinterherläuft. Und der oberste Hirte bleibt sowieso Jesus. Wer nicht durch Jesus lehren will, der ist garantiert schlecht. Man hat aber durch dieses Kapitel auch ein weiteres Mal ein ausgiebiges Zeugnis davon, dass große Missverständnisse auftauchen zwischen Jesus und den Leuten, zu denen er redete, und deswegen haben sie ihn nicht nur zum wiederholten Mal als einen verleumdet, der von Dämonen besessen sei, sondern wollten ihn auch zu Tode steinigen und machten es nötig, dass er flieht. All dies zeigt uns, was für eine Plage der Dienst von Jesus war, da er ständig nur vor argwöhnischen und in vielerlei Hinsicht widerspenstigen Männern stand.
Für unsere eigene Nachfolge lernen wir aus diesem Kapitel ganz besonders, mit welchen Augen Jesus auf alles schaut, und daran können wir uns orientieren. Jesus hat sein Leben gegeben für das Leben seiner Schafe. Das muss jetzt nicht heißen, dass wir dazu auch unbedingt verpflichtet wären, aber es ist bei uns selbst sehr nützlich, wenn wir uns mal stille Zeit nehmen, um gedanklich in diesen Fakt einzutauchen. Wenn wir dies tun, kann es uns im günstigsten Fall dabei helfen, auch selbst eine Grundhaltung zu haben, die von größerer Barmherzigkeit erfüllt ist als vorher. Darum sollten wir alle das mal ganz in Ruhe in uns wirken lassen. Jesus ist ein guter Hirte, der seine Schafe so sehr liebt, dass er sein ganzes Leben für sie gab. Das ist wirklich etwas, was tief in uns verwurzelt sein sollte, denn solch eine Liebe findet man bei keinem Mensch von dieser Welt in der selben Weise. Dann sagt Jesus, dass er seine Schafe kennt, gleichwie er den Vater kennt und sein Vater ihn. Vielleicht können auch wir das in unser Herz fallen lassen, falls es unter uns Menschen gibt, die sich immer vergeblich abmühen, um Menschen zum Glaube zu rufen, die gar nicht daran interessiert sind. Dieser frustrierende Verlauf ließe sich dadurch entschärfen, dass man genau so auf die Menschen schaut, wie Jesus auf die Menschen schaute. Seine Schafe machen sich durch bestimmte Reaktionen erkennbar. Und wenn diese Reaktionen ausbleiben, dann ist es kein verloren gegangenes Schaf, das gesammelt werden muss, und dann kann man sich die vergeblichen Bemühungen auch sparen. Am wichtigsten ist, dass wir uns mal selber prüfen. Hören wir auf irgendeine fremde Stimme? Glauben wir jemandem, der nicht wirklich durch die Tür geht, sondern es nur vortäuscht? Oder wären wir etwa so verrückt, auch auf jemanden zu hören, der gar nicht erst die Tür in Betracht zieht, also der Jesus gar nicht erst zur Orientierung macht, aber der sehr charmant und lebensfroh ist in seinem Auftreten? Ich kann euch garantieren, dass echte Schafe des Herrn Jesus Christus niemals einem solchen hinterherlaufen. Die aber, welche es doch tun, gehören nicht zu den echten Schafen von Jesus. Wer wirklich ein sprichwörtliches Schaf von Jesus ist, der hört nur auf ihn, und lässt sich nicht weglocken, egal womit. Und nur wenn man dies von sich behaupten kann, ist man auch jemand, der ewiges Leben bekommt und dem keine Gefahr zu nahe kommt. Darüber hinaus erkennen wir, dass Jesus viel Ärger hatte mit unverständigen Leuten, die fast alle seine Aussagen falsch auffassten. Vielleicht kann uns das ein wenig trösten, wenn wir selber auch sowas erleben, dass wir dann daran denken, wie Jesus reichlich Ärgernisse der selben Art ertragen musste.
Und nachdem ich all dies erwähnt habe, kommt auch dieses Video zu seinem Ende.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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