Text zu "Bibellehre - Kapitel 13 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/LKxlu_L0-M4

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 13 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Beginnend ab diesem Kapitel erfahren wir etwas über das letzte Passahmahl von Jesus und seinen Aposteln, bevor Jesu schreckliches Leiden begann. Denn am Abend vor der Gefangennahme saß Jesus mit ihnen zusammen, um das Passahlamm zu essen. Der Autor Johannes scheint sich an besonders viele Details zu erinnern, wie sich das alles zugetragen hatte. Deswegen handelt sowohl das aktuelle Kapitel als auch das Kapitel 14 von dieser Sache. Zunächst lesen wir erstmal ein paar einführende Worte in Vers 1, denn dort steht:

Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.

Hierzu sei bemerkt, dass das Passahfest anfängt mit dem Verspeisen des Passahlammes am Abend, aber das Fest dauert insgesamt sieben Tage und hat die Regel, dass man während dieser Zeit keine gesäuerten Brote essen und auch nicht im Haus haben darf. Dies dient den Gedenken der eiligen Flucht in die Wüste, als Israel aus der Sklaverei Ägyptens herausgeholt wurde durch dass gewaltige Wirken des Gottes Israels.
Es wird sich jetzt aber ganz besonders darauf konzentriert, was alles während dem Mahl geschah, als Jesus mit seinen Aposteln zusammen saß.
Folgendes lesen wir in den Versen 2 bis 5: 

Und während des Mahls, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, 
da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hinging, 
stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich; 
darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.

Hier tut Jesus etwas sehr Außergewöhnliches zur Veranschaulichung der wahren Demut. Und wir müssen hierbei unbedingt beachten, dass Jesus dies freiwillig tat. Der Meister hat seinen eigenen Jüngern die Füße gewaschen, was eigentlich ein niederer Dienst ist, den nur die Knechte tun. Dies tat Jesus nicht, weil er von seinen eigenen Jüngern herumkommandiert worden wäre, sondern Jesus tat es unaufgefordert, weil er es gerne wollte und kein Begehren hatte, als der Unantastbare zu gelten, welcher der Größte ist und vor dem sich alle zu scheuen hätten. Diese freiwillige Erniedrigung ist wichtig. Wenn aber die Jünger angefangen hätten, sich über Jesus zu überheben und ihm fast schon tyrannisch zu befehlen, dass er ihnen die Füße waschen muss, dann hätte Jesus sich geweigert. Und dann wäre es auch nicht richtig, den Jüngern die Füße zu waschen, weil die Jünger sich dadurch hochmütig verhalten würden, und somit würde man der Sünde dienen. Jeder, der sich unter Hochmut unterwirft, ist ein Sündendiener, und er dient somit nicht auf die Art, die Jesus veranschaulicht, denn das von Jesus befohlene Dienen, wo der Größte sich als der Kleinste erweisen soll, ist immer ein eigenmächtiges Handeln. Deswegen wird auch extra erwähnt: Jesus wusste genau, dass der Vater ihm alles in die Hand gegeben hatte. Jesus wusste, dass er von Gott viel höher gesetzt ist als die Apostel und sie ihm nichts befehlen dürfen, und dabei machte er sich klein vor ihnen, weil er ihnen veranschaulichen wollte, wie unbedeutsam es ist, wenn Menschen ein hohes Amt haben, und dass man sich nicht zu fein sein darf, um sich aus eigener Absicht so zu benehmen, als wäre man einer der Geringsten, ganz unabhängig vom eigentlichen Rang oder Wissensstand oder sonstigen Eigenschaften. Man soll jedoch nicht der Trottel vom Dienst werden, den die anderen nach Lust und Laune herumkommandieren, weil sie zu faul sind, um selber Dinge zu erledigen, die eigentlich aus eigener Kraft erledigt werden können. Das wäre eine falsche Vorstellung von Demut, denn wer solchen dient, der dient wie schon gesagt der Sünde. Wir sind keine Knechte des Bösen, und wenn jemand sich böse benimmt, haben wir als Jesus-Nachfolger ihn nicht zu bedienen. Es ist wichtig, dass die Menschen sich um alles selber kümmern, was sie erledigt haben wollen. Das demütige Dienen nach Jesu Vorbild hingegen besteht darin, dass man da dient, wo Menschen alleine nicht klarkommen können, und dass man anfängt, ungefragt barmherzig zu handeln an geringen, demütigen Menschen, denen man etwas Gutes tun will, einfach weil man Freude an solch einem Tun hat.
Und wenn wir weiterlesen, dann wird sehr schnell klar, dass die Jünger in gar keiner Weise Jesus einen Befehl erteilt oder sich sonst irgendwie über ihn überhoben hatten, sondern dass sie vielmehr erschraken über das, was Jesus tat. Zunächst lesen wir in den Versen 6 und 7:

Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße? 
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber danach erkennen. 

Hier sehen wir, wie Petrus ganz verunsichert nachfragt. Er will fragen, wie das sein kann, dass jetzt ausgerechnet Jesus, der Meister, ihm die Füße wäscht. Und wir sehen, dass Jesus zuerst einmal antwortet: Er tut gerade etwas, das Petrus jetzt im Augenblick noch nicht versteht.
Und weil Petrus sich davor scheut, sich edel behandeln zu lassen von jemandem, zu dem er aufschaut und den er von Herzen respektiert, lesen wir folgendes in Vers 8:

Petrus spricht zu ihm: Auf keinen Fall sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.

Jesus hat nun gesagt, dass dieser Akt etwas damit zu tun hat, Gemeinschaft mit ihm zu haben. Dieser Ausspruch ist viel tiefsinniger, als es den Anschein macht. Die Jünger waren bereits alle getauft, darum wäre es zu oberflächlich, diese Äußerung von Jesus darauf zu beziehen. Wichtig zu wissen ist, dass es Bedingungen gibt, die möglichst bald erfüllt sein müssen, wenn wir dauerhaft mit Jesus Gemeinschaft haben wollen. Und die Demut, die im Himmel wertvoll ist, gehört unbedingt dazu. Das heißt: Wenn Jesus nicht veranschaulicht, worin die himmlische Demut besteht, indem er seinen eigenen Dienern die Füße wäscht, dann wird es sehr schwierig, alles richtig zu erklären. Das Waschen ist also ein notwendiger Bestandteil von einer wichtigen Erklärung, die alle Apostel unbedingt verinnerlichen müssen. Und wenn jemand diese Demut nicht auch selbst im Herzen haben will, so kann dieser Mensch keine Gemeinschaft mit Jesus haben. Denn nicht nur Gott widersteht den Hochmütigen, sondern auch Jesus selbst ist von sowas angewidert. Wer also dauerhaft eine Widerspenstigkeit dagegen aufweist, allen Hochmut auszutilgen aus dem eigenen Herz, der kann die Gemeinschaft mit Jesus nicht halten. Sie wird unausweichlich zerbrechen. Aber Jesus hat natürlich Interesse daran, die Gemeinschaft mit seinen Jüngern zu behalten, auch wenn er dann wieder im Himmel ist. Deswegen ist dieser Akt so wichtig, weil es in einer einzigartigen Weise zur Belehrung dienen muss.
Petrus aber, als er diese Worte hört, fasst es nur mit ganz einfachem Denken auf. Bei ihm im Kopf ergibt sich der Gedanke: Viel Waschung bedeutet viel Gemeinschaft.
Und da Petrus gerne eine eng vertraute Gemeinschaft mit Jesus haben will, reagiert er auch dementsprechend und wir lesen in Vers 9: 

Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt!

Hier sieht man, dass Petrus noch mehr Waschung erbat, weil er vermutete, dies würde eine stärkere Bindung an Jesus bewirken. Jesus hatte sowas natürlich nicht gemeint, aber es war sowieso unwahrscheinlich, dass Petrus von selbst erkennen würde, worum es bei diesem Akt gehen soll. 
Auf jeden Fall wäre es übertrieben, wenn Jesus hier nun auch noch die Hände und das Haupt wäscht, denn es geht ja gar nicht um körperliche Säuberung, sondern es geht um die Demut, die von größter Bedeutung ist, also um einen geistlichen Wert, der veranschaulicht werden muss. Daher lesen wir von folgender Reaktion in den Versen 10 und 11:

Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

Dieses gebadet sein ist nun eine Anspielung auf die Taufe. Die Jünger waren getauft und hatten Buße getan, wodurch ihre Herzen eine Reinigung erhalten hatten. Allerdings ist es dann auch wichtig, dass man diese Reinigung intensiver macht, indem man nicht etwa nochmal neu beginnt, Sünden zu tun, sondern rein bleiben will und die Reinheit noch verstärkt, indem man immer mehr die Worte Gottes verinnerlicht und alles anwendet, was man von Gott weiß. Um dieses Ziel haben sich alle Apostel bemüht, außer Judas Ischariot. Denn Judas hatte zwar Buße getan und sich taufen lassen, hat danach aber schonwieder angefangen, geldgierig zu sein und wie ein Dieb zu handeln. Daher ist Judas nicht rein gewesen wie die anderen.

In Vers 12 bis 15 wird dann diese ganze Sache von Jesus erklärt. Es steht geschrieben:

Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe?
Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch.
Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen;
denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Man sieht hier ganz eindeutig, dass Jesus ein Vorbild gibt. Von Jesus kommt das gute Vorbild, und wir, wenn wir Jesus nachfolgen in Wahrheit, sollen es auch ganz genau so betrachten. Nicht Menschen von dieser Welt sind unsere Vorbilder, auch nicht wenn sie große Gemeinden leiten oder viel zur Verkündigung durch die Welt reisen, sondern Jesus ist das Vorbild. Es ist eine fundamentale Eigenschaft von jedem echten Jesus-Nachfolger und jeder echten Jesus-Nachfolgerin, dass nur Jesus das eigene Vorbild ist. Sein veranschaulichtes Vorbild aber, welches wir durch die eben beschriebene Situation erhalten, besteht eindeutig darin, dass Jesus die ganze Zeit der Meister ist, und es auch immer bleiben wird, und in dem Bewusstsein dieser völlig klaren Tatsache hat er sich einen Moment lang kleingemacht in beispielloser Weise, um seinen Jüngern die Füße zu waschen. Genau das ist die Demut, die wir brauchen. Wir sollen mit zuversichtlicher und gütiger Herzenshaltung denen dienen, die zu uns aufschauen und sich nie in den Sinn kommen lassen würden, über uns stehen zu wollen. Sowas macht nicht nur Jesus alleine, sondern er zeigt es uns, damit wir das dauerhaft in unseren Herzen bewegen. Jeder, der an Jesus glaubt, benötigt diese Art der Demut. Die Apostel hatten noch keine solche Demut, sondern stritten oft darüber, wer von ihnen als der Größte aus der Gruppe gelten muss. Aber es ist wichtig, dass sie lernen, was Jesus ihnen hier beibringen will. Keiner aus ihrer Mitte dürfte anfangen, hochmütig zu werden. Sie wären für die Nachfolge untauglich, wenn sie versuchen würden, den Zustand zu erreichen, dass andere Jünger sich vor ihnen scheuen oder von ihnen herumkommandiert werden können. Außerdem soll kein Jünger im Herzen begehren, bewundert zu werden von anderen Jüngern. Alles, was damit zusammenhängt, muss verschwinden. Jeder Mensch, der in die echte Nachfolge eintritt, will demütig sein und sich kleinmachen vor denen, die selber auch das Gleiche versuchen. Vor jedem, der gering ist, macht man sich klein in geistlicher Demut. Das funktioniert nicht allein dadurch, dass man den Akt der Fußwaschung vollzieht, was hier in Deutschland sowieso überflüssig wäre aufgrund des Klimas, sondern wichtig ist die aufrichtige Haltung im Herzen, bereit zu sein für freiwilliges Dienen zum Wohl und zur Erquickung anderer, sobald man irgendeinen Einfall hat, was den anderen gut tun würde und nicht gegen Gottes Gebote verstößt.

In Vers 16 und 17 steht auch noch geschrieben:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat.
Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!

Hier sehen wir sehr gut die Autoritätsverhältnisse. Es wird niemals ein Knecht von Jesus größer sein als der Herr Jesus selbst, aber der Herr Jesus, welcher von Gott gesandt wurde, wird auch niemals größer sein als Gott. Und es ist allgemein wichtig, dass man besonders die Erinnerung an das von Jesus gegebene Vorbild in sich behält. Das ist keine Sache, wo man mal schnell drüber liest und die man dann bald wieder aus den Gedanken verliert, sondern wir müssen immer wieder neu daran denken und uns selbst untersuchen, ob wir wirklich eine solche Demut in unseren Herzen haben, wo man die Geringen als die Wertvollsten sieht und jederzeit bereit wäre, sich vor den Kleinen, die selber auch nach Demut streben, kleinzumachen. Die Menschen aber, die hochmütig sind, die gehen uns gar nichts an. Mit denen haben wir nichts zu schaffen, da sie der Herrschaft vom Satan unterstehen, wir aber unterstehen der Herrschaft des Königreiches von Jesus Christus. Ihr Weg führt sie in den Tod, und sie müssten sich ändern, unser Weg aber führt ins Leben, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht verlieren, was wir haben in der echten Nachfolge.

Jesus denkt aber auch, dass jetzt wohl der beste Zeitpunkt ist, um darauf aufmerksam zu machen, dass ein Verrat aus seiner eigenen Reihe geschehen wird. Bisher hatte keiner von den Aposteln davon gehört, aber es würde wohl doch besser sein, es vorher anzukündigen, damit der Schock ein bisschen leichter zu verdauen ist. Daher lesen wir zunächst in den Versen 18 und 19:

Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muss die Schrift erfüllt werden: »Der mit mir das Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben«. 
Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschehen ist, dass ich es bin. 

Vers 18 bezieht sich auf den Verrat von Judas Ischariot, der Jesu Misshandlung und Tod zur Folge hat, und Vers 19 bezieht sich auf den Augenblick, wo der aus den Toten auferweckte Jesus dann vor seine Apostel treten wird. Jesus weiß, dass sie es kaum fassen können, wenn sie ihn als den Auferstandenen sehen. Deswegen kündigt er jetzt schon Dinge an, die geschehen werden, damit sie sich daran erinnern, dass er es vorher schon sagte, und es ihnen dann leichter fallen wird, das alles zu fassen.

In Vers 20 kündigt Jesus zum ersten Mal den Heiligen Geist an. Folgendes lesen wir:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer den aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 

Hier versucht Jesus darauf aufmerksam zu machen, warum es so wichtig sein wird, den echten Heiligen Geist in sich aufnehmen zu wollen. Der Grund ist, dass der Heilige Geist geben wird, was er von Jesus hat, Jesus aber wird reden, was er von Gott gehört hat, also werden durch den Heiligen Geist Worte zu uns getragen, die zuerst von Gott höchst selbst ersonnen wurden. Es ist wie bei einer Befehlskette, durch welche die Anleitung vom Himmel bis zu uns kommt.

Und obwohl die Botschaft ja doch schon recht froh ist, dass durch eine sehr große Geistwirkung die Möglichkeit bestehen wird, nicht alleine durch das Leben gehen zu müssen, wenn Jesus wieder im Himmel sein wird, drängt sich in den Gedanken von Jesus nun doch die Gewissheit in den Vordergrund, dass ein Verrat geschehen wird durch einen der Apostel. Deswegen lesen wir in den Versen 21 bis 25:

Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist erschüttert, und er bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! 
Da sahen die Jünger einander an und wussten nicht, von wem er redete. 
Einer seiner Jünger aber, den Jesus liebte, hatte bei Tisch seinen Platz an der Seite Jesu. 
Diesem winkt nun Simon Petrus, dass er forschen solle, wer es sei, von dem er rede. 
Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist’s? 

Hier haben wir ein Zeugnis von dem Hochmut des Jüngers Johannes, des Sohnes von Zebedäus. Im Evangelium des Lukas in Kapitel 9 hatten wir schonmal entdeckt, dass Johannes sich völlig daneben benahm durch sein hochmütiges Herz, und jetzt, wo wir diesen Text lesen, schreibt er hier von sich selber, dass er derjenige aus den Zwölf war, der geliebt wurde und sich an die Brust von Jesus lehnen durfte. Er prahlt also damit, dass er toller gewesen sein will als alle anderen Apostel. Die Ironie dabei ist, dass er ein paar Verse weiter oben noch ausführlich davon berichtete, wie Jesus durch das Vorbild mit der Fußwaschung die wahre Demut lehren wollte, die seine Nachfolger brauchen, und jetzt, noch im selben Kapitel, ist Johannes am Prahlen und es gibt von solcher Demut keine Spur. Das ist wirklich schlimm, dass diese Eigenschaft aus seinem Herz auch im hohen Alter immernoch nicht ausgetilgt war, vermeintlich besser sein zu müssen als alle anderen.
Auf jeden Fall sehen wir hier aber einen Bericht davon, dass die Apostel schnellstmöglich wissen wollten, wer aus ihrer Mitte der Verräter ist. Weiterhin lesen wir in den Versen 26 bis 30:

Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den eingetauchten Bissen geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. 
Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! 
Es verstand aber keiner von denen, die zu Tisch saßen, wozu er ihm dies sagte. 
Denn etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, sage Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest benötigen!, oder er solle den Armen etwas geben. 
Als nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.

Wenn man das alles liest und es abgleicht mit den Erzählungen der anderen Evangelisten über die Enthüllung des Verräters, dann merkt man, dass es alles nicht so recht zusammenpasst. Aber das ist leider unvermeidlich, wenn mehrere Menschen unabhängig von einander versuchen, alle die selbe Geschichte zu erzählen.
Jedenfalls wird hier berichtet, dass nach dem Bissen Brot, den Judas gegessen hatte, der Satan in ihn gefahren sein soll. Lukas berichtete bei sich in Kapitel 22 die Sache so, dass der Satan schon vor dem Beginn des Mahles Besitz von Judas ergriff. In jedem Fall müssen wir, weil wir in Kapitel 12 schon lasen, dass Judas ein Dieb war, leider fest davon ausgehen, dass dieses Detail wirklich stimmt, also dass der Satan Judas steuern konnte nach Belieben. Und so ging Judas Ischariot mitten in der tiefsten Nacht aus dem Haus, um zu tun, was dem Teufel gefällt. Denn die Realität sieht so aus, dass auch Apostel von Jesus besessen sein können, wenn sie sündigen. Es gibt keine Sonderberechtigungen. Der Lohn der Sünde ist immer der Tod, und die weltliche Wirkung der Sünde ist immer die, dass Dämonen Anrechte bekommen. Das ist unvermeidlich.

Als nächstes lesen wir die Verse 31 und 32. Dort steht:

Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! 
Wenn Gott verherrlicht ist durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst, und er wird ihn sogleich verherrlichen. 

Jesus wusste, dass nun eine Abfolge von Ereignissen ausgelöst worden war, an deren Ende die Auferstehung aus den Toten steht. Jesus wird auferstehen können, weil er ohne Sünde blieb. Dann wird jeder die Wirkung von Sündlosigkeit erkennen und es wird begreifbar sein, warum Gottes Gebote so bedeutsam sind. Denn die Auferstehung aus den Toten ist das von Gott bewirkte Zeugnis dafür, dass Jesus wirklich nie irgendwas falsch machte nach Gottes Maßstäben.

In Vers 33 sagt Jesus folgendes:

Kinder, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen!, so sage ich es jetzt auch zu euch. 

Diese Worte hat Jesus gesprochen, weil seine Jünger ihm weder ins Totenreich nachfolgen können, noch in den Himmel, wenn dann seine Himmelfahrt nach der Auferstehung passieren wird. Und sie werden in manchen Momenten den Wunsch haben, Jesus nochmal wiederzusehen, aber es wird nichts daraus. In der Zeit, wo Jesus tot ist, können sie ihn nicht wiedersehen, und sobald er in den Himmel auffuhr, wird sich das auch äußerst schwierig gestalten.

Weiterhin sprach Jesus folgendes laut den Versen 34 und 35:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. 
Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Hier lesen wir also ein neues Gebot. Das neue Gebot lautet sozusagen nicht mehr: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“, sondern es lautet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie Jesus seine Jünger!“
Dadurch soll wohl zum Ausdruck gebracht werden, dass die Liebe von Jesus zu seinen Jüngern anders ist als die Nächstenliebe, die man bis dahin kannte. Die Nächstenliebe gemäß dem von Moses überlieferten Gesetz besteht darin, dass man sich um andere Menschen kümmern muss, wenn man feststellt, dass sie irgendeine Not haben, und dass man ihnen ansonsten Frieden gönnt. Die Liebe von Jesus zu seinen Jüngern hingegen besteht darin, so sehr um das Wohl des Anderen besorgt zu sein, dass man theoretisch bereit wäre, für ihn zu sterben. Und Jesus sagt zu seinen Jüngern, dass sie untereinander solch eine Liebe haben sollen. Er hat also nicht gesagt, dass wir derartig auf Ungläubige schauen sollten, sondern es bezieht sich auf Menschen, die genau den selben Weg gehen wie wir selbst, wenn wir in der echten, persönlichen Nachfolge Jesu leben. Allerdings ist es auch wichtig, dass Jesus ja den Plan Gottes erfüllte, als er starb. So soll es auch bei uns sein. Wir könnten uns nicht einfach selbst aufopfern, nur weil ein anderer das in Willkür verlangt. Unser Handeln muss Gott wohlgefällig sein.

In den letzten drei Versen bekommt der Apostel Petrus eine sehr betrübende Ankündigung. Es steht geschrieben in Vers 36 bis 38:

Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später folgen. 
Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen! 
Jesus antwortete ihm: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast!

Bei dieser Erzählung merkt man, dass Petrus, obwohl er durchaus ein treues Herz hatte, doch sich selbst überschätzte, als es darum ging, wie groß seine Treue wirklich sein würde. Denn der Ausspruch, dass Petrus sein Leben lassen will für Jesus, wird sich leider noch als überstürzte Äußerung herausstellen, zumindest bezogen auf die Stunden, wo Jesus dann in Gefangenschaft geraten war. 

Und nun haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht.
Was kann man aus diesem Kapitel lernen? Und was nützt es uns für die eigene Nachfolge?

Ich glaube, den meisten Menschen fällt von selbst auf, dass wir in diesem Kapitel eine sehr spezielle und einzigartige Lektion über Demut erhalten. Wir erkennen daran, dass dieses Thema wirklich zu denen gehörte, bei dem Jesus sich besonders große Mühe geben musste, um es den Jüngern begreiflich zu machen. Und je mehr Mühe man sich geben muss, desto offenkundiger ist es, wie ungern diese Belehrung angenommen wird von den Schülern. Ansonsten lernen wir noch einiges darüber, wie man sich die Atmosphäre beim letzten Abendmahl vorstellen muss. Wir lesen etwas von Jesus, der im Geist erschüttert war von der Gewissheit, verraten zu werden, und von einem Judas, der einfach während dem Mahl aufsteht und in die Nacht hinausgeht, wobei die anderen Apostel nicht wirklich ein Bewusstsein darüber hatten, was hier eigentlich gerade abgeht. 
Für unsere eigene Nachfolge müssen wir uns natürlich mal selbst überlegen, wie unser Herz eingestellt ist gegenüber dem Gedanke, in Demut zu leben, die im Himmel Geltung hat. Demut ist nicht das Gleiche wie Feigheit. Jesus hat ja nicht angefangen, den Jüngern die Füße zu waschen, weil er sie fürchtete, sondern eben weil er wusste, dass sie sowieso unter ihm stehen, denn das ist der Ratschluss Gottes. Nur kriegen wir selber es hin, ebenfalls so zu handeln, wie Jesus es tat? Das Heftigste ist ja wirklich, dass sogar Judas Ischariot die Füße gewaschen bekam. Jesus wusste, dass Judas ihn verraten wird und dies eine üble Misshandlung zur Folge hat, und hat trotzdem Judas die Füße gewaschen. Da muss man unbedingt mal sich selber prüfen und sich fragen, wie man mit anderen Menschen umgeht. Die Leute von dieser Welt, die Jesus nicht kennen, sind immer nur nett und zuvorkommend gegenüber den Freunden und der eigenen Familie, achten aber die Fremdlinge als nichts, und verabscheuen eigene Feinde. Wer aber Jesus nachfolgt, der will sogar gütig sein zu denen, die ihm fremd sind, oder die sich als Freunde aufspielen, obwohl man ihnen nicht vertrauen kann. Würden wir an solchen gütig handeln? Das ist wirklich eine bedeutsame Frage, die uns durch dieses Kapitel vor die Augen gestellt wird und worin wir wachsen müssen bis zur Vollkommenheit, wenn wir wirklich echte Jesus-Nachfolger sein wollen.

Und das war nun auch schon alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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