Text zu "Bibellehre - Kapitel 14 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/NerdJ7aNBUU

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 14 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

In diesem Kapitel sitzt Jesus noch mit seinen Aposteln zum letzten Passahmahl zu Tisch, zumindest mit 11 von ihnen, denn Judas Ischariot hatte das Mahl bereits verlassen. Und wir werden sehen, dass dieses ganze Kapitel angefüllt ist mit Worten, die Jesus zu den elf treuen Aposteln sagte, bevor sie alle miteinander aufstanden, um zum Ölberg zu gehen.
Im ersten Vers sagt Jesus folgendes:

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 

Hier sehen die, welche den Worten von Jesus völlig glauben wollen, schonmal eine erste sehr wichtige Anweisung. Sie sollen an Gott glauben, und damit ist der Gott Israels gemeint, der Vater von Jesus Christus. An diesen sollen sie glauben. Zusätzlich dazu müssen sie aber auch an Jesus glauben. Das heißt: Wenn jemand anders sie belehren will auf eine Art, die nicht mit den Worten von Jesus übereinstimmt, dann sollen sie nur an den Worten von Jesus hängen und das Andere entschieden ablehnen. Denn Jesus ist schließlich der, welcher die Worte verkündete, die er von Gott gelernt hat, also von der wahrhaftigen Quelle, auf die man sich völlig verlassen kann. Gleichzeitig bedeutet das Glauben an Jesus natürlich auch unbedingt, dass man das Sühneopfer völlig anerkennt, das er hier im Begriff ist zu leisten, und bei welchem wir heutzutage genau wissen, dass er es auch erfolgreich geleistet hat, als der Zeitpunkt gekommen war. Das ist es, was Jesus hier den treuen Aposteln sagt. Außerdem sagt Jesus zu ihnen, dass ihr Herz nicht erschrecken soll. Daran merkt man, dass sie wohl Erlebnisse haben werden, die sie durchaus erschrecken könnten, aber sie sollen möglichst ruhig und besonnen bleiben. Es geht hierbei nicht allein darum, dass sie vielleicht erschrecken könnten durch Kriege und Kriegsgerüchte und durch Dürre oder sonstiges, sondern Jesus will ihnen besonders nahelegen, dass sie nicht erschrecken sollen darüber, wie sehr sie um der Wahrheit willen von den Menschen gehasst und bedrängt werden, wenn sie zum Verkündigen der richtigen Worte unterwegs sind. Und Jesus macht sie auch darauf aufmerksam, aus welchem Grund sie selbst im Angesicht dieser Schwierigkeiten nicht erschrecken sollen in ihren Herzen, denn wir lesen in den Versen 2 und 3:

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. 
Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. 

An Vers 2 erkennen wir deutlich, dass es mehr als genug Platz gibt an dem Ort, wo die Erlösten wohnen werden. Man muss also ganz gewiss keine Angst davor haben, es wäre für einen selbst kein Platz mehr übrig. Und in Vers 3 sagt Jesus, dass er kommen wird, um seine treuen Leute zu holen. Das ist der Grund, warum ihr Herz nicht erschrecken soll: Weil sie die Zuversicht haben, dass etwas viel Besseres auf sie wartet, und nur darum geht es. Wenn man weiß, dass man eine himmlische Stätte haben wird und sich darüber freut, dass man diese Stätte durch den Glaube an den echten Gott und durch die Nachfolge Jesu bekommen wird, dann kann man zuversichtlich weitergehen. Und all die Bedrängnisse der unverständigen Menschen, die sich unentwegt wie Feinde Gottes benehmen wollen, können einen auch nicht mehr erschrecken, genau so wie Kriege und Kriegsgerüchte einen nicht erschrecken, denn es ist leider Normalität in dem bösen Weltlauf unter der Sonne.

Laut Vers 4 und 5 sagte Jesus etwas, das die Apostel leicht verunsicherte. Es steht geschrieben:

Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg. 
Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg kennen? 

Jesus geht offensichtlich davon aus, dass die Apostel an seinen Worten schon längst erkannt haben, dass er zum Himmel auffahren wird und dass jeder, der ihm völlig nachfolgt, das gleiche Ende erleben wird. Aber da erwartet Jesus von ihnen zu viel, und Thomas macht darauf aufmerksam.

Die Reaktion von Jesus auf die Frage, wie die Apostel den Weg kennen könnten, steht in den Versen 6 und 7. Dort lesen wir folgendes:

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! 
Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. 

Diese Reaktion ist fast schon ein kleiner Tadel. Theoretisch hätten gerade die Apostel längst erkennen können, welchen Wert die Dinge haben, die Jesus redet und tut vor ihren Augen. Es ist alles vom Himmel und entspricht dem allein wahren Gott. Nichts davon ist weltlicher Irrsinn. Alles das, was Jesus tat, hat er getan, um zu zeigen, was durch den echten Glaube an Gott möglich wird und wie man den Glaube richtig lebt. Und jeder, der begreift, was für eine große Bedeutung das von Jesus gegebene Vorbild hat, der muss nicht mehr nach dem Weg fragen, er muss nicht mehr fragen, was die Wahrheit ist, und er muss nicht mehr darum bangen, ob er das Leben haben wird. Denn an allem, was von Jesus veranschaulicht wurde, merkt man doch, dass hier etwas passierte, was nicht dem normalen Weltlauf untersteht, sondern was um ein Vielfaches edler ist als das unbedeutende Treiben der durchschnittlichen Menschen, die sich gegenseitig betrügen und sich in sinnloser Furcht den vermeintlich Stärksten unterordnen, damit sie vom Bösen etliche gottlose Zwänge auferlegt bekommen, was sie zu tun haben, um ihre Beherrscher mehr oder weniger zufriedenzustellen in völliger Ignoranz der Werte des allein wahren Gottes, des Heiligen Israels. Bei Jesus ist alles anders gewesen. Jesus hat das Wort Gottes so angewendet, dass man erkennen kann, welch eine spezielle Art der Freiheit es ermöglicht, allein auf Gott zu hören und sonst auf keinen. Jesus hat die wahre Bedeutung der Gebote bekannt und sich nicht auf überflüssige Satzungen eingelassen, die von eingebildeten Menschen hinzugedichtet wurden. Und es wäre rein theoretisch wirklich nicht zu viel verlangt von den Aposteln, zu bemerken, dass hierbei das erkennbar wird, was Gott wohlgefällt. Deswegen hätten die Apostel eigentlich von allein zu dem Gedanke kommen können, der da lautet: „Jesus ist von Gott und wenn man alles ernstnimmt, was man von ihm lernt, dann kommt man ganz sicher in den Himmel und gehört nicht mehr zu dieser Welt!“
Allerdings begreifen die Apostel wirklich gar nichts. Sie sitzen da und hören Jesus reden, wissen aber nicht, worum es ihm geht und was er mit seinen Worten meint. Das werden wir auch wieder im nächsten Vers merken, denn es steht geschrieben in Vers 8:

Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns! 

Philippus hat die Äußerung von Jesus weltlich gedeutet. Er glaubt, dass hier etwas gemeint sei, was man mit den ganz normalen körperlichen Augen anschauen kann wie ein Bild, oder wie eine lebendige Person. Darum geht es Jesus überhaupt nicht. Jesus hatte gesagt, dass sie von nun an den Vater sehen und erkennen, weil er gerade eben erst vor ihnen betont hat, dass er durch sein eigenes Verhalten alles veranschaulicht, was Gott will. Jesus veranschaulicht die volkommene Gerechtigkeit, die Gott eigentlich von allen Menschen erleben will. Und genau so, wie Jesus urteilte über alles, was ihm begegnete, ist es Gottes Werten entsprechend. Das ist es, was sie erkennen sollten, dass sie lernen können, was unser Vater im Himmel, der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, eigentlich von uns erwartet und wie man sich das Herz Gottes vorstellen muss, da man Gott ja nicht sieht.
Aber Philippus glaubt, Jesus würde gerade eine körperliche Darstellung erwähnen, wie der echte Gott vom Antlitz her anzusehen wäre. Philippus erwartet praktisch, dass jetzt eine übernatürliche Erscheinung erzeugt werden soll, wo die Menschen dem echten Gott ins Angesicht blicken können. Aber das wäre viel zu gefährlich, denn im zweiten Buch Mose in Kapitel 33, Vers 20, liest man eindeutig, dass kein Mensch leben wird, wenn er das Angesicht des echten Gottes sieht. Der Mensch würde dadurch also sterben. Das liegt daran, dass kein Mensch in seinem Leben ohne Sünde blieb, und deswegen hat die heilige Herrlichkeit des allein wahren Gottes eine solch erschreckende Wirkung. Wenn also Philippus dem echten Gott ins Angesicht schauen will, ist das ein unmöglich zu erfüllender Wunsch, sofern Philippus die Absicht hegt, noch ein paar weitere Jahre auf Erden zu erleben.
Jesus geht aber gar nicht erst darauf ein, dass Philippus am liebsten den Vater von Jesus Christus anschauen würde, sondern er wird langsam ein bisschen ungeduldig, weil er merkt, dass seine Apostel sich nicht auf die Aussage einlassen wollen, die er gerade rüberbringen will. Daher lesen wir in Vers 9:

Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: Zeige uns den Vater? 

Jesus ist die ganze Zeit damit beschäftigt, durch all seine Werke und Worte den Vater zu veranschaulichen, weil Jesus ja nichts aus sich selber tun kann und keine eigenen Worte reden will, sondern er bekommt etwas von Gott offenbart und darauf basierend handelt er dann, damit Gott veranschaulicht wird. Er gibt sich bereits seit dem Beginn seines Dienstes die allergrößte Mühe, den Menschen seinen Vater zu zeigen. Und trotzdem bittet Philippus ihn jetzt, dass er den Vater zeigen soll. Das ist doch verrückt. Das eigentliche Drama besteht jedoch darin, dass hier ein Verständigungsproblem vorliegt. Die Sicht von Jesus ist eine andere als die der Apostel. Jesus weiß ganz genau, dass man Gott niemals mit menschlichen Augen anschauen kann. Gott ist immer ein unsichtbares Geistwesen, von Anfang an, und auch schon vor dem Anfang, und bis in alle Ewigkeit. Egal, zu welcher Zeit man lebt: Gott ist unsichtbar und unbegreifbar, und die Menschen wissen nichts Wahrhaftiges von ihm, es sei denn, sie studieren die Worte, die Gott den Menschen zugänglich machte. Der Gedanke, dass ein Mensch Gott anschauen könnte mit natürlichen Augen, ist daher bei Jesus von Anfang an völlig abwegig. Deswegen kann unmöglich sowas gemeint sein, wenn er sagt, dass er den Vater zeigt, denn weltliches Anblicken des lebendigen Gottes wäre völlig unmöglich. Das bräuchte man gar nicht erst zu erwarten. Und Jesus glaubt, das wäre selbstverständliches Wissen, welches die Apostel schon längst haben. Die Apostel hingegen denken in ihrer Leichtfertigkeit, es könnte sehr wohl möglich sein, Gott anzuschauen. Das ist der menschliche Wunsch, der aus der Neugier kommt, und dieser ist in ihnen von Natur aus stärker als das Bekenntnis zur Realität. Jesus redet so, wie er nunmal redet, weil er betonen will, dass absolut alles dem Wille Gottes entspricht, was er tut und sagt. Und er erwartet, die Apostel sind sich dessen bewusst, also worauf Jesus anspielt, aber die Apostel sitzen eigentlich nur da und denken an etwas Anderes. Wenn Jesus zu ihnen sagt, dass er den Vater erkennbar macht, dann verstehen diese Menschen darunter etwas ganz Anderes als das, was Jesus eigentlich meint. Jesus denkt aber, sie würden den Inhalt seiner Äußerungen erfasst haben, und doch sieht er unverständige Blicke, deswegen geht jetzt Jesus davon aus, dass die Apostel es ablehnen, zu glauben, die Werke und Worte von Jesus wären immer nur von Gott befohlen. Und das ist ja genau der Zustand, den Jesus vermeiden will, also dass irgendwer glaubt, Jesus würde ein paar persönliche Worte ausgetüftelt haben, die nur in seinen eigenen Augen gut sind, oder er könnte aus eigener Kraft Wunder tun ohne die Vorsehung und Zustimmung Gottes. Jesus will den Aposteln unbedingt begreiflich machen, dass alles von Gott befohlen ist, was er im Gehorsam ausführt, damit sie nicht etwa glauben, es wäre Jesu eigenes Werk. Darum lesen wir auch in Vers 10 und 11:

Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht aus mir selbst; und der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke. 
Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen! 

Hier sehen wir recht deutlich, dass Jesus befürchtet, die Apostel würden es ihm nicht abnehmen, wenn er sagt, dass alles von Gott befohlen war und nicht von Jesus selber ersonnen wurde, was bisher schon passierte. Und er sagt sogar: Wenn sie das nicht in ihre Herzen fallen lassen können, allein weil Jesus es sagt, dann sollen sie doch wenigstens die geschehenen Wunderzeichen zum Anlass nehmen, um fest daran zu glauben, dass Jesus nicht seine eigenen Erfindungen in der Welt umhertrug, sondern die direkt von dem echten Gott stammenden Worte weitererzählte. Denn dadurch ist Jesus im Vater und der Vater in ihm, weil Jesus genau das gleiche will, was Gott will, und Jesus ist gegen Gottes Wille in gar keine Weise widerspenstig, auch nicht bei den allerkleinsten Angelegenheiten. Jesus redet nicht aus sich selbst. Und Gott hat Jesus mit einem Geist erfüllt, der zum Vollbringen übernatürlicher Werke agieren kann. Das kann Jesus nicht aus sich selber. Solche Dinge müssen die Apostel begreifen, damit sie nicht etwa glauben, Jesus wäre Gott in Menschengestalt oder Jesus wäre ein Zauberer, der irgendwelche okkulten Bücher gelesen hat und nun seine eigene Agenda verfolgen würde. Jesus lebt nämlich in vollkommener Gottesfurcht. Und nur allein deswegen sind die Dinge überhaupt möglich gewesen, die bei Jesus geschahen. Das Gleiche gilt übrigens auch für uns. Wenn wir in vollkommener Gottesfurcht leben, dann sind mindestens genau so große Zeichen bei uns möglich, wie Jesus sie tun konnte, denn wir lesen folgende Aussage von Jesus in Vers 12:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe. 

Dieser Vers zeigt uns deutlich, welch eine unfassbare Wirkung die Gottesfurcht hat, wenn sie vollkommen ist. Es würde bei uns, wenn wir als Jesus-Nachfolger die gleiche Gottesfurcht hätten wie er, möglich sein, dass wir auf Gottes Befehl hin genau so große Zeichen bewirken wie Jesus, und sogar größere. Das hängt damit zusammen, dass es nicht die Werke von Jesus waren im eigentlichen Sinne, sondern die Werke von Gott. Und wenn Gott daran Wohlgefallen hat, noch großartigere Werke bei uns in der Nähe zu tun, dann würde es geschehen, weil alles allein von dem echten Gott abhängt. Man kann ja nicht Wunder tun, die man selber sich ausdenkt. Man kann nur das tun, was Gott befiehlt, denn allein dies wird ohne okkulte Kräfte funktionieren können und wird übrigens auch alles bei Weitem übertreffen, was durch okkulte Kräfte möglich wäre. Und wenn Gott will, dass etwas passieren muss, was ganz besonders groß ist, größer als die Wunder in der Nähe von Jesus, dann wird der Mensch, welchen Gott für sowas auserwählte, diese Wunder bewirken können. Dieser Mensch wird dann, weil Gott es zuerst ersonnen hat, für Wunder beten, die so überwältigend sind, dass sie sogar die unfassbaren Zeichen übertreffen, welche bei Jesus geschahen. Aber die Grundvoraussetzung dafür ist wirklich die Gottesfurcht. Allein die Gottesfurcht, die Jesus vorlebte und die man völlig begreifen muss, ist der Schlüssel dafür. Jeder Mensch hingegen, der denkt, dass durch eigene Anstrengungen oder persönliche Kreativität oder durch ständiges Betteln von irgendwelchen unbußfertigen Leuten größere Wunder geschehen könnten als bei Jesus, der ist völlig unverständig und wird niemals sehen, wie sich dieses Schriftwort erfüllt. Es hängt wie schon erwähnt allein von Gottes Wille ab, ob sowas überhaupt bei einem Jesus-Nachfolger erfüllt werden soll. Jesus gibt hier schließlich keinen Befehl, sondern äußert nur eine Erwähnung. Man hat da selbst null Einfluss drauf. Es geht nur um Gottes Plan, und sonst um nichts.

Auch in den Versen 13 und 14 wird die Auswirkung der vollkommenen Gottesfurcht umschrieben, denn dort lesen wir:

Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. 
Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.

Jesus hat heutzutage eine unfassbar mächtige Königsherrschaft. Er hat so ziemlich alles von Gott in die Hände bekommen, um damit treu zu handeln. Dabei untersteht zwar Jesus immernoch dem Befehl Gottes, aber das Aktivwerden ist weitläufig von Jesus selbst ausgehend. Wenn wir also für einen Dienst ein Wunder benötigen oder Ausstattung brauchen, damit wir den Dienst ordentlich ausführen können, welchen wir für den König Jesus erledigen, dann müssen wir auch in Jesu Namen zu Gott beten, sobald wir für Jesus handeln und nicht für uns selber. Und dann wird Gott befehlen, dass Jesus die ihm gegebene Königsherrschaft benutzt, um zu bewirken, wofür zu Gott gebetet wurde in Jesu Namen, damit Jesus seinen eigenen Dienst für Gott ordentlich ausübt. Denn durch all das, was Jesus als König tut, soll der, welcher ihn zum König machte, verherrlicht werden. Und Jesus wusste ganz genau, dass dieser Zustand kommen wird. Hier in diesen Versen, die wir gerade lesen, lag dieser Zustand noch in der Zukunft und war noch nicht gekommen, denn die Apostel saßen ja immernoch mit Jesus zum letzten Abendmahl zusammen. Aber Jesus gab eine kleine Voraussicht.

Nachdem nun aber Jesus von Wundern geredet hatte, begann er ein noch wichtigeres Thema. Denn in den nächsten Versen werden wir sehen, dass Jesus uns erklärt, wie wir ihm unsere Liebe beweisen können. Es steht geschrieben in Vers 15:

Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote! 

Diese Worte sind sehr leicht zu verstehen. Niemand kann sich hinstellen und behaupten, dass dieser Vers zu kompliziert ausgedrückt sei. Darum ist das Einzige, was den Mensch davon abhalten könnte, diesen Vers ernstzunehmen, die Bösartigkeit des eigenen Herzens, die der Mensch nicht überwinden will. Denn sobald man diese erkannt und überwunden hat, kann man sich zu Hause fühlen in solchen Schriftworten wie diesem. Jesus sagt, dass wir, wenn wir ihn wirklich lieben, seine Gebote halten sollen. Das bezieht sich sowohl auf die Sachen, die er aus dem von Moses überlieferten Gesetz sagte, als auch auf die näheren Erklärungen dazu, die er zur Verdeutlichung äußerte. 
Aber manch einer erhebt da vermutlich seine Stimme und sagt: „Ja, das ist aber ganz schön schwer! Die Gebote einzuhalten fühlt sich wie eine viel zu große Herausforderung an.“ 
Andere hingegen fühlen sich sinnloserweise von Gott unterdrückt, wenn sie Gottes Gebote einhalten sollen, darum graben sich solche Leute lieber in die Finsternis ein, die sie gewohnt sind, und jagen der Schande ihrer privaten Lüste nach, bis sie völlig daran zugrunde gegangen sind in ihrer Zügellosigkeit. Solchen Leuten ist nicht zu helfen. Aber denen, die sagen, sie würden schon gerne die Gebote halten, empfinden es aber als sehr schwierig, wird eine Hilfe angekündigt. Denn Jesus sagt in den Versen 16 und 17:

Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, 
den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. 

Hier sehen wir, was der in dem damaligen Moment noch nicht vorhandene Heilige Geist tun kann, der heutzutage ausgegossen ist über die ganze Erde. Er kann uns Beistand leisten bei den Versuch, Jesus zu beweisen, dass wir ihn lieben, indem wir die Gebote halten. Jesus erwähnt hier, dass er Gott darum bitten wird, diesen Geist auszugießen, sobald er im Himmel ist. Der echte Heilige Geist kann aber nicht von der Welt empfangen werden. Das heißt: Alle Menschen, die mit ihrem Denken und Streben in der jetzigen Welt verhaftet sind und das, was sie in dieser Welt haben, einfach nicht loslassen wollen, die können unmöglich den echten Heiligen Geist haben. Aber alle, die die Welt verwerfen wollen, erhalten dafür persönlich dieses Geschenk als Beistand, den Geist der Wahrheit, der ihnen dabei helfen wird, die Wahrheit zu begreifen, und zwar nicht irgendeine verkehrte Wahrheit, die von Schwätzern in trügerischer Weise so genannt wird, sondern die echte Wahrheit von Gott. Und dieser Geist leistet uns Beistand bei dem Versuch, die von Jesus offengelegten Gebote Gottes richtig einzuhalten. Er wird nämlich alle Worte zu uns tragen, die Jesus uns geben will, damit wir das Richtige wissen und nicht dazu genötigt sind, Lügnern zu glauben, die uns etwas Anderes erzählen wollen. Der Heilige Geist stärkt uns auch innerlich, wenn er da ist. Er gibt uns die Kraft dazu, einen besseren Lebenswandel dauerhaft zu behalten. Wer aber versucht, ohne den Beistand des echten Heiligen Geistes die Gebote richtig einzuhalten, der wird nur die Feststellung machen, dass sein Fleisch ihn zu sehr im Griff hat und er es einfach nicht schaffen kann. Der Mensch schafft es von Natur aus nicht, das Vollbringen des richtigen Wandels zu praktizieren. Was aber der Mensch selber dazu beisteuern muss, das ist die Sehnsucht des Herzens. Der Mensch muss den tiefen Wunsch hegen, richtig wandeln zu wollen. Wenn dieser Wunsch in ihm wohnt, weil der Mensch selbst es für eine schöne Sache halten würde, dann gibt es Hoffnung. Denn wenn das ungeheuchelte Wollen des Menschen vorhanden ist, dann hilft der Heilige Geist als Beistand beim Vollbringen.

Als nächstes kündigt Jesus seinen Jüngern an, dass er nach der Auferstehung aus den Toten nochmal persönlich vor sie treten wird, um sich ihnen lebendig zu zeigen. Darum lesen wir folgendes in den Versen 18 bis 20:

Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch. 
Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich; weil ich lebe, sollt auch ihr leben! 
An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. 

Der Tag, der hier beschrieben werden soll, ist der Tag der Auferstehung. Wenn hier aber Jesus sagt, dass er in seinem Vater ist und die Apostel in Jesus und Jesus in den Aposteln, dann sollte das mal ein Verfechter der Dreieinigkeit erklären, der behauptet, es wäre ein Gottesbeweis, wenn Jesus sagt, im Vater zu sein, weil das in einander sein die Göttlichkeit beweisen würde.
Denn Jesus benutzt hier den gleichen Wortlaut gegenüber seinen Aposteln. Er ist in den Aposteln und sie in ihm. Wenn diese Ausdrucksweise ein Gottesbeweis wäre, dann muss man dies als Beweis sehen, dass jeder von den elf Aposteln auch eine Person Gottes in Menschengestalt ist. Dann hätten wir ab jetzt Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist und Gott elf Apostel, also eine Vierzehneinigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die indoktrinierten Dreieinigkeitsverfechter darüber freuen können, aber ehrlich gesagt interessiert mich das nun auch nicht all zu sehr.
Wenn es aber irgendwo auf Erden Menschen geben sollte, die lieber an die Wahrheit glauben wollen als an Menschenlehre, dann fragen sie sich vermutlich schon so ein bisschen, warum Jesus hier sagt, dass er in den Aposteln ist und sie in ihm. Jesus hat diese Ausdrucksweise an den Tag gelegt, weil er sagen will, dass die Apostel die Belehrung von Jesus völlig in sich haben müssen und auch darin sein wollen. Da darf es keine Zweifel mehr geben, sondern ein williges Verschmelzen mit Jesu Worten ist von Nöten. Wenn nämlich Jesus auferstanden ist aus den Toten und sich ihnen lebendig zeigt, dann soll dies der Zeitpunkt sein, ab dem es überhaupt keine Zweifel mehr daran gibt, dass Jesus die Wahrheit sprach und von Gott angeleitet ist in allem. Und diese große Gewissheit kann den Aposteln dann dabei helfen, kompromisslos alles festzuhalten, was sie von Jesus lernen und es nie wieder loszulassen, komme was wolle. Dies wird ihnen persönlich eine starke Hilfe sein beim Halten der Gebote. Wir selber haben diesen Vorteil leider nicht. Wir haben nicht erlebt, wie Jesus starb und dann aus den Toten auferstand und sich als lebendiges Wesen zeigte. Würden wir sowas alles miterleben, dann würde vermutlich auch uns dieses Erlebte eine unbeschreibliche Stärkung darin sein, nur noch Jesus zu folgen und links und rechts nichts Anderes zu beachten, wenn es auch nur im Entferntesten abweicht von den Worten, die seinen Mund verließen. Da hatten die Apostel einen besonderen Vorteil zusätzlich dazu, dass sie danach sogar noch den echten Heiligen Geist empfingen gemäß Kapitel 2 der Apostelgeschichte. 
Und als eine weitere Ermutigung dazu, die Gebote zu halten, äußert Jesus, nachdem er die bestätigende Kraft aus der kommenden Auferstehung erwähnte, noch einen weiteren Ausspruch, der mindestens die Apostel motivieren kann, aber eigentlich uns genauso, denn wir lesen in Vers 21:

Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 

Hier sieht man, dass man nicht nur allein von Jesus geliebt wird, sondern sogar von Gott, wenn man die Dinge einhält, die man von Jesus lernt. Und außerdem wird Jesus sich solchen Menschen offenbaren, der Wahrheit gemäß. Das heißt: Wenn ein Mensch keine Gewissheit über Jesus hat und eine wahrhaftige Offenbarung wünscht, dann sollte er einfach mal damit anfangen, die Gebote zu lernen und wenigstens in Ansätzen einzuhalten. Denn wenn Jesus vom Himmel aus sehen kann, dass einer dies tun will, dann wird Jesus sein Versprechen erfüllen. Er wird sich diesem Mensch offenbaren in seiner wahren Identität, also nicht als ein nach dem Vorbild der Heidenvölker herausgerissener Teil von einem Dreipersonengott, sondern als der, der er wirklich ist: Gottes einziger Sohn als Erstgeborener von Gottes Schöpfung, und der Messias Israels, der sich selbst gab als Lösegeld, um für seinen Gott Menschen loszukaufen, und der zu einer Königsherrschaft von Gott erhoben wurde, die alle anderen Geschöpfe überragt.

Als nächstes stellt einer der zwölf Apostel eine interessante Frage in den Raum. Es steht geschrieben in Vers 22:

Da spricht Judas — nicht der Ischariot — zu ihm: Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 

Hier wird also gefragt, warum Jesus sich nicht der gesamten Welt auf einmal offenbaren will. Die Reaktion darauf lesen wir in den Versen 23 und 24. Dort steht:

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 
Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. 

Diese Worte wirken fast schon so, als wäre Jesus nicht auf die Frage eingegangen. Aber eigentlich hat er schon die Frage beantwortet, denn die Antwort lautet: Die Welt will die Gebote nicht halten, weil sie Jesus nicht liebt, daher bekommt sie keine Offenbarungen über die Wahrheit. So einfach ist das. Solche Leute müssen sich dann damit zufrieden geben, entweder gar nichts Übernatürliches zu erleben oder von unreinen Geistern getäuscht zu werden, womit etliche von den betreffenden Leuten aber auch leider sehr zufrieden sind und sich daher gar nicht erst nach der Wahrheit ausstrecken.
Dessen ungeachtet ist es so, dass Jesus hier nochmal ganz deutlich betont, wie sehr Liebe und das Befolgen seiner Worte miteinander zusammenhängen. Wer die Worte von Jesus nicht befolgt, stellt damit unweigerlich unter Beweis, keine Liebe für Jesus zu haben. Das ist so. Da gilt die persönliche Meinung gar nichts. Es gibt vielleicht verkorkste Leute, die sagen; „Ich befolge seine Worte nicht, aber ich liebe Jesus trotzdem!“, doch vom Reich der Himmel wird es keineswegs so aufgefasst. Im Reich der Himmel gelten nur die Menschen, die Jesu Worte befolgen, als die, die ihn lieben, und sonst keiner. Das macht Jesus uns hier begreiflich. Wenn er aber sagt, dass er und sein Vater zelten werden bei denen, die seine Worte befolgen, dann muss man beachten, dass dieses Detail nicht auf die jetzige Weltzeit bezogen ist, sondern auf das Leben im neuen Jerusalem auf der neuen Erde. Das kann man anhand der Offenbarung in den letzten zwei Kapiteln nachvollziehen, dass dann Jesus und sogar Gott höchstselbst bei uns sein werden. Auf der jetzigen Erde aber wäre das Erscheinen des Vaters sehr problematisch, da es extremste Kraftwirkungen verursacht, die viele gar nicht aushalten würden, ohne Todesangst zu bekommen.

Was aber auch bemerkenswert ist, werden wir über den Dienst des Heiligen Geistes lesen in den Versen 25 und 26. Es steht geschrieben:

Dies habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin; 
der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Der Heilige Geist wirkt auch auf die Art, dass er unsere Erinnerung anfacht, damit wir Dinge wieder wissen, die wir fast vergessen hätten, und er belehrt uns über die Bedeutung der Worte, also er eröffnet uns das, was Jesus sagte, sofern es gewollt ist, dass wir es jetzt verstehen. Das ist wirklich eine sehr nützliche Unterstützung, die uns geschenkt werden kann. Natürlich muss man dann auch genau auf das Wirken dieses Geistes achten, denn sonst hat man nichts davon.

In Vers 27 steht etwas sehr Erfreuliches, denn dort lesen wir:

Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht! 

Diese Worte erfüllen sich merklich, wenn man in der echten Nachfolge unterwegs ist. Wie Jesus es in diesem Moment bereits ankündigte, so wird man es erleben. Die Welt, in der wir sind, gönnt uns keinen Frieden, besonders keinen Frieden im Herzen. Jesus hingegen ermöglicht uns genau den Frieden, der unsere Herzen beruhigt und sie nicht erschrecken lässt, egal wie übel auch die Dinge sind, die sich abspielen auf der Erde. Wer in sich keinen Frieden hat, der erkennt daran, dass er nicht den echten Jesus Christus in seinem Leben hat. Denn der Frieden, den Jesus uns hinterlassen hat, wirkt in allen, die in ihm sind. Das passiert sogar dann, wenn man diese Schriftstelle noch nie las, aber doch die Gebote von Jesus befolgt.

Als nächstes betrachten wir den Vers 28. Dort lesen wir:

Ihr habt gehört, dass ich euch sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Wenn ihr mich lieb hättet, so würdet ihr euch freuen, dass ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn mein Vater ist größer als ich. 

Hier wird erneut die Auferstehung angekündigt und Jesus legt besonderes Augenmerk darauf, dass die Apostel sich für Jesus freuen sollten, wenn er zum Vater gehen darf. Bei seinem Vater ist es viel schöner als hier in dieser Welt. Allerdings betont Jesus auch, dass sein Vater größer ist als er selbst. Diese Worte von Jesus sollte man unbedingt beherzigen, damit man nicht von geistlich geknechteten Opfern falscher Dogmen in verkorkste Glaubensmodelle hinabgerissen wird, wenn sie einen bequatschen.

In Vers 29 sagt Jesus folgendes:

Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht. 

Hier betont Jesus nur nochmal, zu welchem Zweck er die Dinge schon im Vorfeld beschreibt, die passieren werden. Er tut dies, damit man dann im Rückblick erkennt, wie wahrhaftig alle seine Worte waren.

Als nächstes schauen wir den Vers 30 an. Dort steht:

Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts. 

Der Fürst dieser Welt ist der Teufel. Und dieser hat keine Möglichkeit, Jesus in den Griff zu bekommen, weil Jesus niemals gesündigt hat gegen Gottes Gesetz. Das ist es, was Jesus hier erwähnt. Und im letzten Vers des Kapitels lesen wir noch folgendes:

Damit aber die Welt erkennt, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater geboten hat: Steht auf und lasst uns von hier fortgehen!

Hier sehen wir, dass nicht nur allein das Mitleid mit bußfertigen Menschen der Grund ist, warum Jesus sich bereiterklärt, die bevorstehende Misshandlung und den Kreuzestod zu ertragen. Denn auch seine Liebe zu Gott motiviert ihn dazu, sich diesem bitteren Ausgang zu stellen. Daran, dass Jesus etwas so Schreckliches erträgt, wovor jeder andere ungehalten davonlaufen würde, soll alle Welt erkennen, dass Jesus eine unvergleichliche Liebe zu Gott hat, denn es war Gottes Plan von Anfang an, dass dies passieren soll. Nach all der Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit, die Jesus von den Menschen erlebte, ist er ganz gewiss nicht der Überzeugung gewesen, dass es sich lohnen würde, für die Menschen zu sterben. Aber Gott hatte es immernoch im Sinn und wollte, dass es geschieht. Und wenn die Menschen mit ihren unerträglichen Verhaltensweisen ihn auch noch so sehr davon überzeugten, dass sie es nicht wert sind, so ist doch Jesus um der Liebe zu Gott willen trotzdem ans Kreuz gegangen. Denn die Gewissheit, dass es Gottes Wille ist, reichte ihm, und alles andere ließ er in Gottes Hand.

Und nun sind wir auch bei diesem Kapitel am Ende angekommen.
Was können wir daraus lernen? Und was nützt es uns besonders für die eigene Nachfolge?

Man lernt in diesem Kapitel natürlich in erster Linie, dass Jesus noch sehr viele Worte zu den Aposteln zu sagen hatte, bevor sie sich vom letzten Passahmahl erhoben. Jesus bemühte sich sehr darum, sie eindringlich darauf aufmerksam zu machen, dass all seine Worte und Werke allein von Gott ausgehen und er nicht nach eigener Lust handelte. Und er betont vor ihnen die Wichtigkeit, seine Gebote einzuhalten. Außerdem hat er ihnen auch angekündigt, dass er sie wiedersehen wird nach seinem Tod. Und er hat ihnen hier auch angekündigt, welch einen Beistand sie haben werden durch den Heiligen Geist, sobald dieser ausgegossen wurde. Denn dieser hilft dabei, die Gebote zu halten, indem er die Wahrheit vom Himmel erkennbar macht, die sich Menschen von dieser Welt gar nicht vorstellen können. Wenn man diese Wahrheit erkennt, ist das eine starke Motivation.

Man findet in diesem Kapitel viele gute Zitate von Jesus, die man in Erinnerung behalten kann, damit man stark in der Nachfolge bleibt, aber was man für die Nachfolge insgesamt aus diesem Kapitel lernen kann, ist, dass Jesus oft nicht so wirklich verstanden wurde von seinen Aposteln. Und das liegt daran, dass er meinte, sie würden grundlegende Dinge schon berücksichtigen, die geistlich sind, während aber die Apostel immernoch die Worte sehr leichtfertig auffassten, die Jesus redete, und sich immer etwas darunter vorstellten, was Jesus damit nicht meinte. Und dieses Problem sollte uns ermahnen, dass Menschen uns leicht falsch verstehen können. Auf sowas muss man möglichst gefasst sein. Denn wenn wir mit Menschen reden, dann tun wir gut daran, wenn wir versuchen darauf zu achten, ob andere unsere Worte auch genau so verstehen, wie wir sie gemeint haben. Denn wenn wir das nicht tun, dann endet es genau so wie die Situation, als Jesus betonte, dass er den Vater erkennbar macht. Dann sind wir in unserer eigenen Denke drin, und die Zuhörer sind in ganz anderen Gedanken versunken, und keiner weiß, was der andere sich unter den Worten vorstellt. Das mag bei manchen Themen des Alltags nicht allzu wichtig sein, also wenn man sowieso nur belanglose Unterhaltungen des Alltags führt, aber wenn wir gebeten werden, das echte Evangelium zu erklären, und dazu als echte Jesus-Nachfolger bzw. echte Jesus-Nachfolgerinnen auch im Stande sind, dann müssen wir sehr genau darauf achten, dass die Menschen möglichst alle unsere Worte auch genau so verstehen, wie sie wirklich gemeint sind. Denn wenn das nicht passiert, dann war die Verkündigung völlig vergeblich. Wenn wir uns aber das Verhalten insgesamt anschauen, das Jesus gegenüber seinen Aposteln zeigt, dann merken wir daran, dass Jesus sich immer Mühe gab, sie vorzubereiten auf das, was passieren wird. Und an dieser Eigenschaft, die eigenen Mitmenschen möglichst vorbereiten zu wollen auf das Kommende, sofern wir etwas davon wissen, können wir uns ebenfalls ein Beispiel nehmen.
Außerdem sollten wir, wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sein wollen, auch die Äußerung von Jesus im letzten Vers dieses Kapitels als Vorbild sehen, das es nachzuahmen gilt. Jesus ist auch wegen seinem bedingungslosen Gehorsam gegenüber Gott ans Kreuz gegangen, und nicht nur wegen Mitleid mit den Menschen, die auf Irrwegen sind. Wenn nämlich wir selber versuchen, so zu werden wie Jesus, nur weil wir damit andere Menschen beeinflussen wollen, dann handeln wir töricht. Denn wir werden dann zwangsläufig die Erkenntnis gewinnen, dass die Menschen es nicht wert sind, für sie alles zu geben, weil sie trotz aller guten Vorbilder unbedingt weiter in der Finsternis bleiben wollen. Menschen erkennen den Wandel in der Wahrheit nicht an, auch nicht wenn sie uns als Freunde gelten, aber Gott weiß es stets zu schätzen. Deswegen sollten wir genau wie Jesus all unsere guten Werke nur tun, wenn Gott es will, und nicht weil es Menschen gefallen sollte.

Und das soll nun reichen an Worten für dieses Kapitel.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

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