Text zu "Bibellehre - Kapitel 15 im Evangelium des Johannes"
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Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 15 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
In diesem Kapitel befindet sich Jesus mit seinen elf treuen Aposteln in der Situation, dass sie draußen umherwandern, um bis zum Ölberg zu kommen. Sie hatten den Ort verlassen, wo sie das Passahmahl aßen, und liefen durch die tiefste Nacht. Dabei waren logischerweise die Apostel ziemlich müde, denn es war schon spät und sie hatten außerdem das Passahlamm gegessen. Jesus aber konnte trotz allem überhaupt nicht müde sein, denn die Gewissheit seines direkt bevorstehenden Leidens hielt ihn wach. Und wir werden sowohl in diesem Kapitel als auch in den nächsten beiden sehen, welche Worte Jesus sprach, als er mit den Aposteln zum Ölberg unterwegs war.
Zuerst trägt Jesus das Gleichnis vom wahren Weinstock vor, um zu beschreiben, was für ein riesiges Gewicht das Hängen an seinen Worten hat bei der Rettung der Menschenseele, und zwar nicht ein kurzzeitiges Hängen, sondern ein beständiges Verwachsen sein wie eine Rebe an einem Weinstock. Daher lesen wir in Vers 1:
Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
Hier sieht man ziemlich gut die Rollenverteilung. Jesus ist der, welcher unsere Quelle für alles sein soll, was wir brauchen. Für die richtige Belehrung. Wir müssen aus Jesus unser Wissen beziehen, wie die Reben, die vom Weinstock versorgt werden. Gott hingegen ist wie ein Gärtner, denn Gott entscheidet immer darüber, in welchem Zustand der sprichwörtliche Weinstock sein soll. Darüber hat Jesus keine Macht. Kein Weinstock kann selber entscheiden, wie viele Reben an ihm wachsen und ob sie abfallen oder dranbleiben. Sowas kann nur der Gärtner tun. Es wird auch noch näher erklärt in Vers 2, denn dort lesen wir:
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
An einer Rebe wachsen die Weintrauben, wie ihr sicherlich wisst. Und genau so, wie man Weintrauben von guter Qualität an einer Rebe finden will, müssen wir, die wir dem Messias Glauben schenken, auch an uns gute Früchte haben. Die Früchte aber, die an uns hervorkommen, sind unsere Taten und Absichten. Wenn diese ausgerichtet sind auf Gottes Gebote und wir nur noch so handeln, wie Gott es schon längst gesagt hat, indem wir uns in Barmherzigkeit üben und absolut alles verweigern, was in Gottes Augen böse wäre, dann bringen wir gute Früchte. Dann sind die sprichwörtlichen Weintrauben, die an uns wachsen, von größter und bester Qualität. Und wenn man ganz neu zu Jesus kommt, dann weiß man zunächst noch nicht alles, worauf es ankommt. Man kann ja nicht an einem einzigen Tag das gesamte Gesetz lernen. Aber wer neu hinzukommt, der wird unweigerlich schon ein paar Dinge hören, die sich bei ihm ändern müssen, also wo Buße nötig ist. Und entweder der Mensch tut das, oder er tut es nicht. Wenn der Mensch sich darauf einlässt, werden diesem Mensch durch Gottes Wirken noch weitere Dinge offenbart, die ebenfalls wichtig sind. Wenn aber der Mensch sich nicht auf das einlässt, was er schon wissen kann, dann wird er von Jesus entfernt, sein Glaube wird lauwarm oder stirbt komplett. Dies wird von Gott bewirkt, weil Gott es nicht ertragen will, die Widerspenstigkeit der Menschenkinder dauerhaft mitanzusehen.
Weiterhin lesen wir in Vers 3, dass Jesus zu seinen Aposteln sagt:
Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Hier sehen wir, dass im aktuellen Gleichnis die Reinigung wirklich darin besteht, das Wort zu hören. Worte hören und annehmen, die ursprünglich von Gott kommen, reinigt uns. Die Apostel haben sehr viele Worte von Jesus persönlich gehört. Diese Worte sind ihre Reinigung. Nun müssen sie aber auch Frucht bringen, indem sie das Gehörte anwenden, und da kann man wirklich nur hoffen, dass das klappt.
Der leichteste Weg, wie man die Worte von Jesus in der Realität anwenden kann, besteht darin, dass man die Worte ständig in sich hat. Deswegen sagt Jesus in Vers 4:
Bleibt in mir, und ich bleibe in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Durch diesen Spruch soll zum Ausdruck kommen, dass man völlig darauf konzentriert sein soll, in den Worten von Jesus zu bleiben. Man kriegt das umso erfolgreicher hin, je intensiver man sich selbst umgibt mit Jesu Worten und je energischer man alles ablehnt, was mit den Worten von Jesus nicht zusammenpasst. Denn wenn ein Mensch den ganzen Tag nur über die Worte aus der Bibel nachdenkt und Gott lobt, dann kann dieser Mensch einen völlig anderen Wandel vollziehen, als es jemand könnte, der morgens mal kurz die Tageslosung liest und dann den ganzen Tag die Worte auf der Arbeit in sich wirken lässt und danach den Rest des Tages damit zubringt, sich anzuhören, was im Fernsehen gesagt wird oder bei den Lieblingsserien oder was bekannte Leute aus dem Umfeld so erzählen oder was in weltlichen Büchern steht, und so weiter. Wenn man wirklich erfolgreich in der Nachfolge sein will, dann muss man soviel wie nur möglich die Worte von Jesus und allgemein die Gebote in sich und um sich herum haben. Denn wenn wir etwas Fremdes hören, wird davon das Bewusstsein über die Gebote und Jesu Worte eingeschränkt. Das geht nicht anders. Alles Fremdartige, was wir an uns ranlassen, schwächt das Bewusstsein über die Worte, die vom Himmel sind. Deswegen ruft Jesus hier deutlich dazu auf, dass wir in ihm bleiben müssen, ansonsten können wir keine Frucht bringen. Wir werden also unmöglich dazu fähig sein, die Worte von Jesus im echten Leben anzuwenden, wenn unsere Aufmerksamkeit fast den ganzen Tag nur auf anderen Dingen liegt. Denn wir können immer nur reagieren basierend auf dem, was in unseren Gedanken wohnt. Und wenn wir uns mit gottlosen Dingen beschäftigen, dann haben wir gottlose Gedanken. Dann ist es uns unmöglich, so zu werden wie Jesus, weil in unseren Gedanken ja gar nicht die dazu nötige Grundlage herrscht. Wenn aber ein Mensch sich weigert, nur noch in Jesu Worten sein zu wollen, so wird dieser Mensch in der Nachfolge scheitern. Er kommt maximal bis zu einem gewissen Punkt, aber nicht darüber hinaus.
Jesus betont die Wichtigkeit davon, dass möglichst nur noch seine Worte in unseren Gedanken wohnen sollen, auch in Vers 5 nochmal, denn dort lesen wir:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Hier sehen wir eine wichtige Ermahnung. Wir können nicht aus unserer eigenen Klugheit heraus alles genau so abhandeln, wie es Jesus entspricht. Wir müssen in ihm bleiben. Wenn wir das nicht tun, dann haben wir die widerliche Situation, dass wir ständig nur falsch reagieren, es erst hinterher merken und uns dann schonwieder darüber ärgern, weil es einfach nicht besser wird mit uns. Das ist der Verlauf, der sich immer wieder ergibt, wenn man nicht in Jesus bleiben will, weil man andere Dinge für mindestens genau so wichtig hält oder sogar für wichtiger, weil es die Lüste des eigenen Fleisches besser bedient.
Und in Vers 6 haben wir eine erschreckende Ankündigung bezüglich allen Menschen, die nicht in Jesus bleiben wollen, also die nicht aktiv allein seine Worte in sich aufnehmen und um sich haben wollen, sondern irgendwelchen belanglosen Dreck bevorzugen und deswegen dann unfähig sind, die von Gott gewünschten Früchte zu bringen. Es steht geschrieben:
Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.
Da die Reben für gläubig gewordene Menschen stehen, ist dieser Ausspruch besonders bitter. Die Reben werden verdorren und ins Feuer geworfen, um verbrannt zu werden, wenn sie nicht in Jesus bleiben. Das ist die harte Realität, die Jesus uns hier vor die Augen stellt. Die Menschen, die nicht in ihm bleiben wollen, weil sie irgendwas von dieser Welt mehr lieben als ihn, die werden verdorren und ins Feuer geworfen. Wenn man dieses Ende nicht erleben will, dann muss man die Ernsthaftigkeit dessen erkennen, dass nur noch die Worte von Jesus in uns sein sollen und wir uns Tag für Tag allein damit füllen sollen. Nicht mit Geschwätz von lauwarmen Predigern, nicht mit Philosophie oder Psychologie, nicht mit Tratsch und Alltagssorgen, nicht mit Nachrichten aus der Welt und Plänen der weltlichen Regierungen, nicht mit Äußerungen aus Sport und Unterhaltung. Wir sollen allein mit Worten von Jesus ausgefüllt sein den ganzen Tag. Aber das liegt in unserer eigenen Hand. Wir haben die Kontrolle darüber, welche Worte wir hören wollen und welche nicht, und zwar mindestens in unserer Freizeit. Natürlich könnte man nicht einfach anfangen, während dem Arbeiten nur noch über Jesus zu reden, denn das würde viel Ärger verursachen. Aber man kann den unvermeidlich gehörten Worten verschiedene Prioritäten in Gedanken zuordnen. Und wenn jemand auf der Arbeit war und danach den gesamten Rest des Tages bis zum Schlafengehen und sogar während dem Einschlafen allein mit dem beschäftigt ist in Gedanken, was heute bei der Arbeit passierte, dann ist dieser Mensch auf dem Weg zum Verdorren und Verbrennen, weil er den eigentlich unbedeutenden Dingen eine viel zu hohe Priorität beibemisst. Wo aber bleiben bei solch einem Tagesverlauf die Worte von Jesus? Man hat doch durch dieses Gleichnis insgesamt die deutliche Anweisung, dass man in Jesus bleiben muss, denn sonst wird man vom Gärtner abgeschnitten. Das Tun des Gärtners kann man selber nicht verhindern, aber die Worte, mit denen man sich füllen will, hat man in der Freizeit wirklich selbst in der Hand. Man muss damit aufhören, Dinge als wichtig zu erachten, die nicht wichtig sind, wenn man wirklich gute Früchte bringen will, wie es von Gott erwartet wird, und wenn man verhindern will, dass man weggeworfen wird. Denn Jesus hat das hier unmissverständlich gesagt. Er hat gesagt, dass die Reben weggeworfen werden, wenn sie nicht in ihm bleiben. Das ist eine Maßnahme, die der Gärtner entscheidet, und auch der Weinstock kann das nicht verhindern. Die Sache ist also viel ernster, als die meisten es wahrhaben wollen.
Während aber in Vers 6 die schreckliche Auswirkung davon beschrieben wurde, nicht in Jesus zu bleiben, wird in Vers 7 die Auswirkung davon beschrieben, wenn man in Jesus bleibt. Dort lesen wir:
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteilwerden.
Man erlebt eine Gebetserfüllung nach der anderen, wenn man wirklich in allen Worten von Jesus bleibt, Tag für Tag. Dies hängt unter Anderem auch damit zusammen, dass jemand, der in Jesus bleibt, niemals für Dinge beten wird, die Gott verärgern. Wenn man weiß, was die Wahrheit ist, betet man nur noch so, wie es Gott nicht erzürnen würde, und deswegen werden die Gebete dann auch sehr schnell erhört, sollte man mal etwas benötigen.
Als Kommentar dazu sagt Jesus auch in Vers 8:
Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.
Hier werden zwei Dinge erwähnt, durch welche wir unseren Vater im Himmel verherrlichen können in unserem Leben. Einerseits müssen wir Frucht bringen, was unerlässlich ist, und außerdem sollen wir Jünger werden. Zumindest dann, wenn uns ein Dienst zugeteilt wird, zusätzlich dazu, dass wir immer gute Früchte bringen müssen. Wir sollten bedenken, dass diese Worte von Jesus zuerst zu den elf treuen Aposteln gesprochen wurden, und bei denen war es völlig klar, dass alle von ihnen einen Dienst haben werden.
In den Versen 9 und 10 lesen wir:
Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.
Dieses wichtige Prinzip untermauert nochmal die ganze Botschaft, welche Jesus auch schon gemäß den vorherigen Versen zum Ausdruck brachte. Wir sollen seine Gebote halten, um in seiner Liebe zu bleiben. Das ist alles, worauf es wirklich ankommt. Und es ist kein Geheimnis, dass man aus seiner Liebe herausfallen wird, wenn man sich weigert, seine Gebote zu halten, egal aus welchem Grund. Außerdem sagte Jesus noch folgendes laut Vers 11:
Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.
Jesus will sich über seine Jünger freuen können. Und man wird das auch im Geist spüren, wenn Jesus sich über uns freuen kann. Eine solche Freude sendet auch uns Kraft und füllt uns aus. Der Weg dorthin ist aber genau das, was Jesus hier die ganze Zeit versucht zu erklären. Wir sollen allein die Worte von ihm in uns haben und auch darin sein wollen. Anders gelingt unser Weg nicht.
Als nächstes lesen wir die Verse 12 bis 14. Dort steht:
Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe.
Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete.
Hier sehen wir nicht nur, dass die Liebe, die Jesus gebietet, soweit gehen würde, dass man sich sogar selbst opfert für die Geliebten, sondern er sagt auch zu seinen Aposteln, dass sie sich als Freunde von Jesus betiteln dürfen, solange sie alles tun, was sie von ihm lernen. Das Gleiche gilt auch für uns. Sofern wir wirklich tun was Jesus sagt, dürfen wir uns als Jesu Freunde bezeichnen. Dazu lesen wir auch noch in Vers 15:
Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles verkündet habe, was ich von meinem Vater gehört habe.
Jesus hegt gar nicht die Absicht, seine Diener als Knechte zu beschreiben, auch wenn sie es eigentlich sind, sondern er nennt sie Freunde. Das passiert, wenn man alles hört und tut, was Jesus von seinem Vater überlieferte. Wer aber gar nicht all die Worte kennt, die Jesus von seinem Vater überliefert hat, der kann auch kein Freund bzw. keine Freundin von Jesus sein.
In den Versen 16 und 17 steht folgendes:
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was auch immer ihr ihn bitten werdet in meinem Namen.
Das gebiete ich euch, dass ihr einander liebt.
Hier wird nochmal die Tatsache wiederholt, dass man gute Früchte bringen muss und deswegen dann auch eine Gebetserfüllung nach der anderen erlebt. Bemerkenswert ist an diesen Worten ganz besonders, dass Jesus sagt: Die Frucht muss bleiben. Bei einem echten Weinstock ist es so, dass man wartet, bis die Weintrauben reif sind, und dann erntet man sie. Aber wenn das bei uns Menschen in der echten Nachfolge so wäre, also dass wir anfangen, die Gebote zu halten, und dann, wenn wir schon alles kennen und richtig machen, lassen wir uns plötzlich alles wegnehmen und Streben nicht mehr danach, dieses Niveau zu halten, dann wäre das sehr schlecht. Das heißt: Übertragen auf das Gleichnis müssen wir Reben sein, an denen die reifen Früchte dauerhaft dranbleiben, weil sie nicht einfach abgeschnitten werden dürfen. Das ist ein Unterschied zwischen einem weltlichen Verlauf und den Erwartungen Gottes an uns im Geistlichen. In der Welt werden Früchte immer entfernt durch das Abernten, bei uns aber muss alles bleiben, sobald wir reife Früchte tragen. Und die anderen Menschen sollen auch die guten Früchte an uns sehen, zum Zeugnis. Sie sollen es nicht sehen, um es zu bewundern, aber sie sollen dennoch erleben, dass wir auf einem Weg sind, den diese Welt nicht kennt.
Und man sollte keineswegs erwarten, dass die Menschen von dieser Welt es feiern werden, wenn wir wirklich in Jesus Christus sind. Das Gegenteil ist um ein Vielfaches wahrscheinlicher, nämlich dass man uns deswegen verhöhnen wird, und verachten, und dass man über uns lästert und wir übelsten Hohn davontragen. Deswegen sagt Jesus auch in den Versen 18 und 19:
Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.
Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt.
Durch diese Worte bereitet Jesus seine Apostel darauf vor, gehasst zu werden um der Wahrheit willen. Das Gleiche werden auch wir unweigerlich erleben, sollten wir die Wahrheit bezeugen. Es gibt kaum etwas, was derart heftig von den weltlichen Menschen gehasst wird, wie die Wahrheit, die von Gott kommt, von dem Heiligen Israels. Wer in ihr wandelt und obendrein noch anderen darüber predigt mit Ermahnungen, der wird Ablehnung und Verabscheuung in ausgedehntem Maß erleben. Er wird sehen, was es bedeutet, gehasst zu werden, schlimmer als wenn man sich aus sonstigen weltlichen Gründen versehentlich unbeliebt machte oder einfach ein kümmerliches Erscheinungsbild hat und deswegen andere auf einem rumhacken. Der Hass, den man wegen der Wahrheit, die man von Jesus lernt, von den Menschen erleben wird, übertrifft das. Da ist es dann auch belanglos, ob Atheisten vor einem stehen, oder Christen, oder Muslime, oder Esoteriker, oder sonstige andere Personen. Wenn man völlig in der Wahrheit wandelt und Zuhörer ermahnt, reagieren sie alle mit Hass. Und das Beruhigende ist, dass Jesus uns dies offensichtlich schon vorher ankündigte. Das ist nützlich, weil man dadurch weiß, auf dem richtigen Weg zu sein, wenn man Hass erntet. Andernfalls würde man eine hasserfüllte Reaktion nach der anderen erleben und sich dann sehr verwundern, warum das so ist, und man würde sich fragen, was man eigentlich die ganze Zeit falsch macht, weil man ja mit der Erwartung leben würde, dass es die Menschen freut, wenn man ihnen wahrhaftige Worte Gottes überliefert. Von sich selbst aus könnte man denken, dies wird dankbar angenommen und kann keine wirklich großen Probleme verursachen. Manch ein gläubig gewordener Mensch neigt aus sich selbst heraus sogar dazu, zu denken, dass dies vom Himmel erwartet werden würde. Also dass man losziehen soll und die Wahrheit redet und dies dann, wenn man es richtig macht, unweigerlich die Auswirkung haben muss, dass die Leute sich darüber freuen und man geliebt wird. Aber genau das wäre ein Trugschluss. Die Realität wird so aussehen, dass wir aufgrund unseres Wandels überhaupt keine Beliebtheit erleben und aufgrund der verkündeten Worte überhaupt keine Freude bei den Leuten auslösen. Und es ist sehr wertvoll, dass Jesus uns dies spezifisch vorher ankündigt, damit wir nicht in Verwirrung geraten, wenn wir aus himmlischer Sicht alles richtig machen und doch auf Erden nur umso mehr Schmähungen davontragen.
Jesus hat klar betont, dass es bei ihm selber auch so schlimm war. Er erläutert es noch ein wenig in Vers 20, denn wir lesen dort folgendes:
Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort argwöhnisch achtgehabt, so werden sie auch auf das eure argwöhnisch achthaben.
Wenn Jesus als der Größte schon üble Verhaltensweisen zu erdulden hatte, warum sollten dann die Kleineren, die ihm angehören, verschont werden? Wer nichtmal vor dem Großen Respekt hat, der hat schon gar nicht Respekt vor den Kleinen. Jesus musste Verfolgungen ertragen und hat ständig Blicke von argwöhnischen Leuten erlebt, als er das echte Evangelium verkündete. So wird es leider auch bei uns sein. Und den Grund dafür erfahren wir in Vers 21. Dort steht:
Aber das alles werden sie euch antun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
Die Menschen, die sich so hasserfüllt benehmen werden, kennen Gott nicht. Sie wissen gar nicht, was es bei Gott auslöst, wenn sie Jesus, den von Gott gesandten Messias und dessen Botschafter hassen. Ich kann aber jedem Zuhörer und jeder Zuhörerin versichern, dass Gott dadurch nicht glücklich wird.
Ganz allgemein hat bereits Jesus schon sehr viel Unglaube vorgefunden bei den Menschen. Und das Irrsinnigste an allem ist, dass die Menschen sündigen und sich danach hinstellen und so tun, als dürfte man ihnen keine Schuld anrechnen, weil sie es nicht besser wussten und ihnen doch niemals jemand die Wahrheit gesagt bzw. sie nicht vorher ermahnt hatte. Nun aber war Jesus vor den Menschen aufgetreten, die vermeintlich von nichts eine Ahnung hatten, und dieses Auftreten hatte sich als völlige Sinnlosigkeit erwiesen. Das Wichtigste an diesem Umstand ist aber, dass es dadurch für die Menschen keinerlei Ausreden mehr gibt. Deswegen sagt Jesus folgendes in Vers 22:
Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.
Hier bestätigt Jesus höchstselbst, dass den Menschen keine Ausreden mehr übrig bleiben. Keiner kann sich mehr hinstellen und behaupten, er habe es nicht besser gewusst und in seliger Unwissenheit gehandelt. Diese Masche zieht nicht! Jesus hat die Wahrheit gesagt, und wer danach immernoch sündigt, der hat keinen Vorwand mehr für seine Sünde. Und das ist nicht so, weil Jesus aus sich selbst heraus toll gewesen wäre, sondern weil er die von Gott kommende Wahrheit sprach. Deswegen sagt er auch in Vers 23:
Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater.
Jesus hat immer nur dem Vater gedient. Er hat nie irgendwas eigenes angestrebt. Und Gott will, dass wir auf Jesus hören. Wenn wir diese Anweisung nicht befolgen und meinen, wir wären besser dran, wenn wir Jesus hassen, dann hassen wir dadurch automatisch auch Gott. Niemand kann den echten Gott lieben, wenn dieser jemand Jesus verabscheut. Jesus zu hassen hat immer automatisch zur Folge, dass auch der echte Gott sich gehasst fühlt, weil der echte Gott Jesus doch extra zu unserer Rettung dahingegeben hat. Einen solchen Akt zu missachten oder zu verleugnen ist wirklich ein Ausdruck von Hass.
Weiterhin lesen wir folgendes in den Versen 24 und 25:
Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater;
doch dies geschieht, damit das Wort erfüllt wird, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Ursache«.
Dieses besagte Schriftwort steht nicht im Gesetz, sondern in Psalm 69, denn dort heißt es im vorderen Teil von Vers 5: »Die mich ohne Ursache hassen, sind zahlreicher als die Haare auf meinem Haupt.«
Wenn also das Wort „Gesetz“ hier benutzt wird, ist das erneut eine mangelhafte deutsche Übersetzung. Aber das Phänomen, dass die Bibel mangelhaft ins Deutsche übersetzt wird, ist ja nun wahrhaftig nichts Neuartiges in unserer Zeit.
Dessen ungeachtet erwähnt Jesus hier nochmal den Wert der unfassbaren Wunderzeichen, die schon geschahen. Wenn Menschen das alles sahen und dann immernoch keinen Glaube an Gott haben wollen und die Worte von Jesus trotzdem nicht beherzigen, dann gibt das ausreichend Zeugnis darüber, was in ihren Herzen los ist, nämlich dass sie die Wahrheit nicht ignorieren, weil sie niemals glaubwürdige Lehre hörten, sondern allein aus dem Grund, dass sie schlicht und ergreifend die Wahrheit hassen und froh sind, wenn sie keiner damit konfrontiert. Und dabei würde die Wahrheit sie befreien aus der Finsternis. Man will an ihnen Gutes tun, aber sie reagieren mit Hass darauf. Aus diesem Grund ist es auch mehr als angemessen, wenn Jesus die besagten Worte aus dem Psalm auf sich bezieht. Er will ihnen zu himmlischem Wissen verhelfen, das ganz ohne Betrug einfach nur gut ist, und doch erlebt er heftigste Verabscheuung. Er wird ohne wirkliche Ursache gehasst. Denn die Gründe, welche die Menschen dafür haben, gegen Jesus zu sein, sind lachhaft, die kann man gar nicht als echte Gründe für voll nehmen.
In den Versen 26 und 27 lesen wir noch folgendes:
Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben;
und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.
Hier wird den Aposteln ihre Verkündigungsmission angekündigt, die losgehen wird, sobald der Heilige Geist auf die Erde geschickt wurde, der wie alles andere auch im Ursprung vom Vater ausgeht. Es geht ja absolut alles vom Vater aus. Niemand könnte leben, ohne den Odem Gottes bekommen zu haben.
Und nun haben wir es bis zum Ende dieses Kapitels geschafft.
Was lernen wir daraus? Und was nützt es uns besonders für die eigene Nachfolge?
Wir lernen aus diesem Kapitel, dass Jesus in den letzten Stunden vor seiner Gefangennahme den elf treuen Aposteln ganz besonders eindringlich vermitteln wollte, wie wichtig es ist, dass sie in seinen Worten bleiben, dass sie stets damit ausgefüllt sein müssen den ganzen Tag. Und er versuchte auch, sie vorzubereiten auf den Hass von dieser Welt, den sie wegen der Anwendung der Wahrheit erleben werden.
Für unsere eigene Nachfolge nützt uns das insofern, dass es uns nicht verzweifeln lässt, wenn wir selber Hass erleben, obwohl wir eigentlich nur über Jesus reden oder die Gebote Gottes einhalten als einzige in der Gruppe. Jesus wurde gehasst, und wir müssen das ebenso erdulden und es nicht als Anlass sehen, um die Nachfolge abzubrechen. In gewisser Weise kann uns das sogar stärker mit Jesus verbinden. Wir können besser nachvollziehen, wie es Jesus zumute gewesen sein muss bei allem, wenn wir selber auch ähnliches durchmachen wie er. Dies verbindet uns auf eine Art mit Jesus, die weder durch stundenlange Predigten noch durch unentwegtes Lesen oder ständiges Beten möglich wäre. Aber dennoch ist es natürlich auch von entscheidender Wichtigkeit, dass wir in Jesu Worten bleiben allezeit, damit nicht etwa der Gärtner uns vom wahren Weinstock abreißt und wir wie verdorrende Reben werden, die man ins Feuer wirft. Deswegen sollte jeder Mensch, der in den Zustand verfallen ist, sich ständig mit anderen Dingen abzulenken, obwohl er die echte Nachfolge angetreten hat, zur Erinnerung dieses Kapitel lesen und sich neu bewusstmachen, wie bedeutsam es ist, dass wir uns den ganzen Tag lang allein mit Worten von Jesus beschäftigen oder mit den Worten, die in den Schriften stehen, aus denen Jesus selbst immer zitierte. Zu jeder Zeit, wo keine Pflicht in der Welt zu erfüllen ist, sollte man nie freiwillig anfangen, sich selbst mit Worten zu überfluten, die alles verderben, was Jesus lehrte. Es ist für uns unbedingt notwendig, Jesu Worte völlig in uns zu haben, wie riesige Wasserfluten, sofern wir denn die Worte verstanden haben. Denn wenn dies der Fall ist, dann wird es sehr leicht, die Worte anzuwenden im echten Leben. Wer aber ständig wieder anderen Dingen nachjagt, dem gelingt es nie, das theoretische Wissen anzuwenden in der Praxis. Das ist das wertvolle Wissen aus diesem Kapitel. Wir sollen mit Gewissheit erkennen, dass die Worte von Jesus uns ganz und gar ausfüllen sollen, damit wir wirklich in ihm bleiben. Und da kann wirklich mal jeder seinen eigenen Wandel prüfen, um festzustellen, wie nah oder fern die aktuellen Tage diesem Zustand sind. Ein jeder Mensch möge an sich einschätzen, inwiefern er oder sie wirklich ausgefüllt ist mit Worten, die der Wahrheit entsprechen, so wie Jesus es sagte.
Und das war nun auch schon alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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