Text zu "Bibellehre - Kapitel 16 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/AqaEjdlBtK4

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 16 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir haben im vorigen Kapitel schon einige Worte gelesen, die Jesus zu seinen Aposteln sprach, während sie alle unterwegs waren zum Ölberg, mitten in tiefster Nacht. Dabei hatte Jesus seine Apostel zuletzt auf den übelsten Hass vorbereiten wollen, den sie von der Welt ertragen müssen. Und wenn wir nun das aktuelle Kapitel zu lesen beginnen, werden wir merken, dass hier Jesus einige Worte zu seinen Aposteln spricht, die daran anknüpfen. In den Versen 1 und 2 steht geschrieben:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmt. 
Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. 

Diese Warnung ist nicht nur heftig, sondern hat sich auch schon längst erfüllt. Es existieren seit Jahrhunderten gewisse Menschen in gewissen Ländern, die fest überzeugt sind, dass sie Gott einen Dienst erweisen, wenn sie Juden und Christen töten. Und in den Tagen, als Jesus das sagte, gab es sowas noch nicht, aber er hat es als Prophezeiung angekündigt. Seine Apostel waren alle jüdisch, genau wie er selbst, und Jesus will hier seine Nachfolger darauf vorbereiten, dass sie aus Glaubensgemeinden rausgeworfen werden wegen ihm, und dass man sie sogar wegen Jesus töten wird, also sofern sie richtig an Jesus glauben und keine falschen Behauptungen nachplappern.
Und wenn sich jemand fragt, wie es sein kann, dass Menschen sich derartig böse benehmen, dann steht die Antwort in Vers 3, denn dort sagt Jesus folgendes:

Und dies werden sie euch antun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. 

Hier haben wir den Grund für das Verhalten der Bösen. Sie kennen den echten Jesus Christus nicht, und sie wissen auch nicht, wer der echte Gott ist. Denn wenn sie darüber Kenntnis hätten, würden sie sich völlig anders benehmen. Alle Menschen, die Gruppenzwang ausüben auf andere, oder ihre Nächsten beleidigen und entwürdigen oder sogar töten, die können noch so oft behaupten, für Gott aktiv zu sein, aber die Realität sieht so aus, dass sie von dem echten Gott gar nichts wissen, und von Jesus auch nicht.
Man muss aber schon zugeben, dass Jesus den Aposteln wirklich eine sehr heftige Ankündigung machte. Er sagt ihnen ganz unverblümt, dass man sie töten wird und dabei denkt, Gott zu dienen. Das ist reinster Horror. Und manche Menschen würden sich da fragen, ob Jesus sie fassungslos machen oder ihnen Angst einjagen will, wenn er sowas Fürchterliches sagt. Aber nicht das ist der Grund für die Äußerungen, sondern wir lesen in Vers 4:

Ich aber habe euch dies gesagt, damit ihr daran denkt, wenn die Stunde kommt, dass ich es euch gesagt habe. Dies aber habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.

Jesus hat es vorher angekündigt, weil die Apostel daran erkennen sollen, wie wahrhaftig die Äußerungen von Jesus waren. Er hat aber nicht gleich am ersten Tag der Berufung, als Petrus und Andreas noch in ihren Fischerbooten saßen, zu ihnen gesagt: „Kommt mit mir, und dann werden eines Tages wahnsinnige Gotteskrieger, die ihn Wahrheit Gott nicht kennen, euch grausam ermorden um meines Namens willen!“
Wenn Jesus das gleich im ersten Augenblick so gesagt hätte, wären die berufenen Fischer definitiv im Boot sitzen geblieben. Er musste es ihnen aber auch nicht sofort sagen, weil es noch in der Ferne lag und die Garantie herrschte, dass sie ein solches Szenario nicht erleben werden, während Jesus persönlich bei ihnen ist. Jesus ist sündlos, und das war er auch immer. Durch diesen Zustand war er immer von einer Art unsichtbarer Herrlichkeit umgeben, welche die Menschen in ihren negativen Absichten gehemmt hat. Und wäre es nicht von ihm freiwillig entschieden worden, sich zu opfern, hätte ihn dank der Sündlosigkeit niemand in die Finger kriegen können. Daher war es auch undenkbar, dass irgendwelche grausamen Dinge, wo alles völlig außer Kontrolle geraten würde, jemals in der direkten Nähe von Jesus passieren, weil die ihn umgebende Herrlichkeit es verhinderte. Und aus diesem Grund war es unnötig, von Anfang an zu sagen, dass man eines Tages, wenn er wieder im Himmel ist, um des Namens Jesus willen von geisteskranken Mördern verfolgt und getötet wird. Aber sobald Jesus wieder in den Himmel zurückgekehrt ist, könnten die Apostel nur noch sicher sein, so lange sie alles vollkommen nachahmen, was sie von Jesus lernten, und die Thora auf genau die gleiche Art einhalten, wie Jesus es tat. Dann würde Gott auch diese schützende Herrlichkeit bei den Aposteln wirksam machen. Aber Jesus ahnte schon, dass die Apostel es nicht hinkriegen, dauerhaft die Thora richtig anzuwenden und sein Vorbild völlig nachzuahmen. Dadurch würden die Bösen mehr Raum zum Wirken bekommen und man musste zwangsläufig damit rechnen, dass schlimme Dinge passieren werden, wenn Jesus nicht mehr persönlich anwesend ist. Genau das ist der Grund, warum es nun an der Zeit war, auch solche erschreckenden Details zu erwähnen.

In den Versen 5 und 6 hat der Autor Johannes wahrscheinlich etwas durcheinander gehauen bei dem Versuch, Jesu Worte richtig zu berichten. Wir lesen dort:

Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du?, 
sondern weil ich euch dies gesagt habe, ist euer Herz voll Traurigkeit. 

Wenn Jesus wirklich gesagt hätte, dass niemand von den Aposteln ihn fragt, wohin er geht, dann wäre das eine offenkundige Falschaussage. Denn Petrus hat laut Kapitel 13 genau diese Frage gestellt. Und Jesus hatte geantwortet, dass er an einen Ort geht, wohin Petrus ihm erst später folgen kann. Daher ist das hier in Vers 5 Geschriebene unsinnig. Aber Jesus hat in diesem Augenblick vielmehr gemeint, dass keiner von den Aposteln ihn fragte, welchen Grund er hat, sie zu verlassen, oder warum er sich schon darauf freut. Das ist es, was Jesus anmerken will. Die Herzen seiner Apostel sind so voller Traurigkeit, weil Jesus gehen wird, dass sie ihn gar nicht fragen können, was der Grund dafür ist und sich auch nicht freuen können.
Nun bemüht Jesus sich darum, sie ein wenig aufmuntern, denn wir lesen in Vers 7:

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. 

Jesus versucht es als positiv darzustellen, wenn als Ersatz für ihn dann jemand anders kommt, nämlich der Heilige Geist. Dabei besteht der unweigerliche Vorteil natürlich darin, dass der Heilige Geist viel größere Flächen abdecken kann als Jesus allein. Aber der Nachteil ist, dass ein Mensch aus seinem Ego heraus leicht dem Heiligen Geist widerstehen kann, auch wenn er ihn schon empfangen hat. Denn durch den Empfang des Heiligen Geistes wird leider das Ego nicht ausgeschaltet. Wenn man mit dem echten Heiligen Geist erfüllt ist, kann man trotzdem allezeit die Impulse ignorieren und widerspenstig denken und handeln. Das schaut sich der echte Heilige Geist eine Zeit lang mit an, und wenn es nicht aufhört, dann verschwindet er und lässt den Sünder allein. Und das ist deswegen ein Nachteil, weil es den Menschen schwerer fallen würde, in eine widerspenstige Haltung zu kommen, wenn sie eine sichtbare und anfassbare Person vor sich haben, die hörbar zu ihnen spricht. Denn dadurch scheuen sich die Menschen, die glauben wollen, stärker davor, widerspenstig zu handeln. Aber den Heiligen Geist sehen sie nicht vor sich, und sie hören ihn auch nicht mit einer klar verständlichen Stimme reden. Daher ist es übertrieben einfach, anders aufzutreten als so, wie der Heilige Geist es anleitet. Das ist der große Nachteil, dass die Menschen durch das Wirken des Geistes den Weg schwerer finden. Wenn jemand in Fleisch und Blut vor ihnen hergeht, fällt es den wenigen, die glauben wollen, deutlich leichter, nachzufolgen. Darum ist es ehrlich gesagt nur ein schwacher Trost, wenn Jesus erwähnt, dass der Heilige Geist erst über die gesamte Erde kommen kann, wenn Jesus selber wieder im Himmel ist und für die Aussendung einsteht.

Jedenfalls muss man trotz aller Tragik den Fakt hinnehmen, dass Jesus nicht mehr da ist, sondern der Heilige Geist als Ersatz. Und in den nächsten Versen gibt Jesus uns deutliche Erkennungszeichen, wodurch wir wissen können, dass wir den echten Heiligen Geist empfangen haben. Es steht geschrieben in den Versen 8 bis 11:

Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 
von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 
von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 
vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. 

Diese Verse sind ein kostbarer Schatz für jeden, der darüber unsicher ist, ob der Heilige Geist schon in ihm ist oder nicht, bzw. ob der echte Heilige Geist noch da ist, sollte man ihn schonmal empfangen haben. Jesus nennt hier ganz deutlich die Dinge, die der echte Heilige Geist bewirkt. Das heißt: Wenn man in sich einen Geist hat, aber der Geist bewirkt nicht genau diese Dinge, sondern etwas Abweichendes, dann ist es ein Dämon. Wenn aber der Geist, den man in sich hat, exakt das in einem auslöst, was hier beschrieben wird, dann ist es der echte Heilige Geist aus der Verheißung. Und wenn man das annehmen kann, dann ist es natürlich auch von großer Bedeutung, zu wissen, was Jesus mit diesen ganzen Worten überhaupt meint, daher vertiefen wir das mal.
Der echte Heilige Geist ist ein Überführer. Denn überall da, wo du in Selbsttäuschung lebst, wird er dich darauf aufmerksam machen und dich erkennen lassen, aus welchem Grund es nur eine Selbsttäuschung ist, worin du wandelst. Wenn jemand eine Sünde tun will oder tut, dann wird der echte Heilige Geist den Mensch sofort an die Worte von Jesus erinnern, die gegen diese Sünde gerichtet sind. Ein Dämon hingegen wird den Mensch überzeugen, es wäre keine Sünde, wenn der Mensch nach einer Sünde lüstet. Ein Dämon überzeugt die Menschen davon, sich bloß nicht mit der Wahrheit tadeln zu lassen, wenn sie Böses tun, weil der Mensch, der Böses tut, trotzdem daran glauben soll, gut zu sein.
Dann geht es damit weiter, dass der echte Heilige Geist die unbedingte Sehnsucht danach auslöst, die wahre Gerechtigkeit haben zu wollen, die Gott entspricht. Wenn du den Heiligen Geist hast, dann wird es dir plötzlich ein erfüllendes Ziel sein, die Gebote zu lernen und halten zu können, es wird dich erbauen und mit Frieden, teils sogar mit Freude füllen, dies zu tun. Ein dämonischer Geist hingegen wird die Menschen zu Selbstgerechtigkeit motivieren. Er wird die Menschen dazu drängeln, dass sie aus eigener Kreativität heraus festlegen sollen, was als böse gilt und was als gut, und dass ihr persönliches Modell von Gut und Böse in ihrem Leben über alles gestellt werden soll, was Gott gesagt hat, weil Gottes Wort nicht gilt. Als Jesus auf der Erde war, konnte er immer sofort die Menschen tadeln, wenn er gemerkt hat, dass sie in Selbstgerechtigkeit abdriften, und er konnte sie dazu motivieren, Freude zu haben an der wahren Gerechtigkeit. Wenn aber Jesus wieder im Himmel ist, geht das nicht mehr auf diese Weise, darum bewirkt es der echte Heilige Geist. Und der echte Heilige Geist macht auch das Bewusstsein in uns stark, dass der Anfang davon, Gerechtigkeit haben zu können, immer unausweichlich darin besteht, dass wir Vergebung von Gott brauchen für unsere bisher begangenen Sünden. Auch daran merkt man, dass einer den Heiligen Geist hat, wenn er unzweifelhaft davon überzeugt ist, dringend auf Vergebung angewiesen zu sein und dass die Entfernung seiner angehäuften Sündenschuld allein durch Jesus möglich ist, weil alles andere nicht der Gerechtigkeit des Gottes Abrahams Isaaks und Jakobs entsprechen kann. Es gibt nämlich im Gegensatz dazu reichlich Leute, die von sich selbst sagen: „Ach komm, ich bin doch ein guter Mensch! Ich habe vielmehr Gutes als Böses getan – das passt schon!“ Wer sowas sagt, der hat garantiert den Heiligen Geist nicht.
Und wenn man den echten heiligen Geist in sich hat, dann hat man auch ein tiefes Bewusstsein darüber, das das böse Treiben auf dieser Erde einen Endpunkt erreichen wird, weil das Gerichtsurteil über den Satan, also über den Fürst dieser Welt, schon festgelegt wurde und wir nur noch auf die Vollstreckung warten. Bei all dem Bösen, was hier abgeht, wird man als ein Mensch, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, getröstet mit der Gewissheit, dass sowieso die ganze Welt im Bösen ist, aber dass es nicht ewig so bleibt. Ein Mensch ohne den Heiligen Geist hingegen wird denken, dass das Böse ständig da sein wird und dass es daher auch keinen Unterschied macht, wie man lebt, weil ja sowieso kein Gericht kommen wird und die Sündhaftigkeit niemals entfernt werden würde von Gott. Das ist auch etwas, was Dämonen in Menschen auslösen wollen, dass den Menschen das trügerische Gefühl gegeben wird, Gott wäre doch viel zu liebevoll, um uns zu bestrafen. Aber wer den echten Heiligen Geist hat, der spürt die Gewissheit von Gottes Gericht dauerhaft. Und auch dies hilft dabei, nicht mehr zu sündigen.
Anhand all dieser Erkennungszeichen kann ein Mensch mit Gewissheit erforschen, ob in ihm selbst der echte Heilige Geist wohnt, oder ob ein böser Geist im Inneren Wohnung genommen hat.

Wenn wir nun aber die nächsten beiden Verse anschauen, dann finden wir dort eine Äußerung, die zwar Jesus wirklich so sagte, die aber ein großes Potenzial für Missbrauch bietet. Es steht geschrieben in Vers 12 und 13:

Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 

Wenn der Satan irgendwelche Dämonenlehren an ahnungslose Menschen herantragen will, dann benutzt er dabei vorzugsweise die Worte aus Vers 12. Er lässt den Menschen einflüstern: „Schau, in der Bibel steht, dass Jesus seinen Jüngern noch vieles zu sagen hatte, aber es nicht konnte. Und das ist es, was jetzt dir gegeben wird. Dir werden die Dinge gesagt, die Jesus noch zu sagen hatte.“
Sowas lässt der Teufel seinen Opfern sagen, und dann bringen seine Geister den Opfern bei, an Lügen zu glauben und Gräuel zu verüben vor dem Angesicht Gottes, durch Zauberei und Beschwörungen, Wahrsagerei und Zeichendeuterei, Legenden und Fabeln, Götzendienst und Unzucht der übelsten Sorte. Und das alles mit der Ausrede, es würde sich um tolles Wissen handeln, das eigentlich in der Bibel vorkommen müsse, oder das ein angeblich heiliger Geist offenbaren würde, der aber in Wahrheit ein böser Geist ist. Deswegen sollte man aus Sicherheitsgründen jeden Mensch von sich wegjagen, der einem etwas Neuartiges erzählt und dann diese Bibelstelle als Rechtfertigung aufzeigt.

Wenn wir aber die listigen Strategien des Teufels beiseite lassen und die Worte aus diesen Versen so anschauen, wie sie auf die geschilderte Situation bezogen sind, so müssen wir beachten, dass Jesus den Aposteln schon vieles gesagt hatte und sie auch sehr müde waren, denn es war Nacht. Und Jesus scheint ihnen langsam anzumerken, dass sie keine Konzentration mehr haben, deswegen sagt er zu ihnen, dass sie nicht noch mehr ertragen können, obwohl er noch viel zu sagen hätte. Und in Vers 13 wird uns in sehr eindrucksvoller Weise erklärt, wie der echte Heilige Geist arbeitet. Er holt die Worte von Jesus im Himmel ab und trägt sie zu uns. Der Heilige Geist redet nicht aus sich selbst, sondern er ist ein Bote. Was Jesus uns geben will, da wir Knechte und Mägde des Königs Jesus sind auf Erden, das wird uns der Heilige Geist bringen. Und dabei handelt es sich um Worte zur Verkündigung, Worte zur Selbstprüfung, Worte zum Lernen und manchmal auch Worte zur Warnung bezüglich Dingen, die uns in unserem Glaubenslauf begegnen werden, also hauptsächlich Schwierigkeiten oder Begegnungen mit Leuten, die gerettet werden sollen. Derartige Dinge, die für das Glaubensleben relevant sind, kann der Heilige Geist manchmal schon ankündigen, bevor sie passieren.
Und die Tatsache, dass der Heilige Geist immer nur das vom Himmel zur Erde trägt, was er von Jesus hat, wird untermauert durch die Verse 14 und 15. Dort lesen wir:

Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. 
Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, dass er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.

Jesus greift ein kleines bisschen der Zukunft voraus, wenn er sagt, dass alles sein ist, was der Vater hat. Dies wird passieren nach der Himmelfahrt, also dass Jesus ein gigantisches Erbe völlig zur Verfügung hat, um es gemäß dem Ratschluss seines Gottes und Vaters einzusetzen. Und aus diesem Reichtum schöpft dann auch der Heilige Geist, so wie er soll. Der Heilige Geist ist ein besonders wichtiger Diener für Jesus Christus.

In den nächsten Versen werden wir sehen, dass Jesus seinen Tod und seine Auferstehung zum wiederholten Mal ankündigt, aber es ist den Aposteln zu rätselhaft und sie können damit irgendwie gar nichts anfangen. Es steht geschrieben in den Versen 16 bis 18:

Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen; denn ich gehe zum Vater. 
Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, dass er sagt: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? 
Deshalb sagten sie: Was bedeutet das, dass er sagt: Noch eine kurze Zeit? Wir wissen nicht, was er redet! 

Hierbei steht die erste kurze Zeit für die Stunden, wo Jesus misshandelt und gekreuzigt wird, denn wenn diese Zeit abgelaufen ist, wird er tot sein und seine Apostel sehen ihn nicht mehr. Danach geschieht erneut eine relativ kurze Zeit, nämlich von Freitag am späten Nachmittag bis zum Sonntagmorgen, wo Jesus im Totenreich sein wird, um den Seelen der Verstorbenen zu predigen, danach aber wird Jesus auferstehen, vor das Angesicht seines Vaters treten und danach kann er sich den Jüngern als der Auferstandene zeigen. Das ist das Ende der zweiten Zeit, und wenn diese Zeit abgelaufen ist, werden sie ihn lebendig wiedersehen. Da aber die Apostel immernoch den Gedanke an Jesu Auferstehung für seltsam hielten in ihren eigenen Herzen, konnten sie natürlich auch nicht diese Äußerungen von Jesus begreifen, sondern waren höchst verunsichert. 

In den Versen 19 und 20 werden wir sehen, wie Jesus sozusagen ein paar aufschlüsselnde Hinweise gibt. Wir lesen dort:

Da erkannte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr befragt einander darüber, dass ich gesagt habe: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen? 
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; und ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. 

Hier erwähnt Jesus, dass die weltlich gesonnenen Menschen es noch für erfreulich halten werden, wenn er übelst gelitten hat und stirbt. Das ist auch ein Detail, das man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss, sofern man es ertragen kann. Über die Apostel und sonstigen Jünger weiß Jesus aber, dass sie weinen und wehklagen bei allem, was er erleiden wird und in den Stunden, wo er tot ist. Wenn Jesus dann aber aus den Toten auferstanden ist, dann wird ihre Traurigkeit in Freude verwandelt. Bemerkenswert ist auch, dass Jesus bei diesem ganzen Prozess Ähnlichkeiten damit sieht, wie eine Frau ein Kind zur Welt bringt, denn er sagte laut den Versen 21 und 22:

Wenn eine Frau gebiert, so hat sie Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch in die Welt geboren ist. 
So habt auch ihr nun Traurigkeit; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen. 

Im Moment der Geburt hat eine Frau tatsächlich einen schwer zu ertragenden Gefühlszustand. Aber wenn einmal alles vorbei ist, dann denkt sie nur noch an die Freude über das Neugeborene, und wenn Jesus endlich die ganze schmerzhafte Prozedur hinter sich hat und alles vorbei ist, dann wird er sich vor den Jüngern als Auferstandener zeigen, der von Gott auferweckt wurde aus den Toten, und die Jünger werden dann eine ganz ähnliche Freude haben.

Als nächstes macht es stark den Anschein, als hätte Jesus denen, die ihn lieben, nochmal ausführlich angekündigt, dass sie die Erfüllung ihrer Gebete erleben werden, wenn sie ihn seinem Namen bitten. In den Versen 23 bis 25 lesen wir darüber folgendes:

Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was auch immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! 
Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird! 
Dies habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. 

Hier sagt also Jesus, dass man alle Bitten immer zuerst an den Vater richten muss. Man soll nicht Jesus rufen, und man soll auch nicht einfach „Herr“ sagen, sondern man soll spezifisch den Vater, den allein wahren Gott, um das bitten, was man braucht. Worum man ihn bittet, das wird er geben, wenn es wirklich dem Königreich seines Sohnes nützt, also bezogen auf das, was die Knechte und Mägde seines Sohnes benötigen. Dabei geht es übrigens nicht allein um materielle Gaben, sondern auch um geistliche Güter wie Weisheit und Besonnenheit.

Was aber den Tag der bevorstehenden Auferstehung betrifft, so sagt Jesus noch folgendes in den Versen 26 und 27:

An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; 
denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 

Diese Verse sollen praktisch andeuten, dass wegen Jesus die Jünger zu Gott rufen werden, vielleicht sogar, weil sie für Jesu Auferweckung beten sollen, und dieses große Wunder wird gewiss geschehen. Ansonsten haben wir hier nur das Detail wiederholt aufgeführt, welches bereits in Kapitel 14 in Vers 21 offenbar wurde, nämlich dass jeder, der Jesus liebt, sich dadurch automatisch auch für den echten Gott interessant macht, also für den Vater von Jesus Christus.

Außerdem lesen wir noch folgenden Spruch von Jesus in Vers 28: 

Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. 

Hier betont Jesus, dass er zuerst bei Gott war und dann in die Welt kam. Dies ist einer der Verse, die beweisen, dass Jesus nicht erst erschaffen wurde im Mutterleib von Maria, sondern dass er schon vorher ein lebendiges Geschöpf war und im Himmel wohnte, nahe bei Gott. Und diesen Wohnort hat er verlassen müssen, um in diese Welt zu kommen. Nun aber, wo seine Zeit bald erfüllt ist, darf er wieder dorthin zurückkehren, wo er zuerst gewohnt hatte, nämlich im Himmel über allen Himmeln.

Ob die Apostel das alles begreifen konnten, ist sehr fraglich. Aber sie wollen auch nicht ständig wieder nachfragen, denn dabei kommt man sich irgendwann wirklich nur noch blöd vor. Daher versuchen sie jetzt, irgendwas anzufangen mit dem Gehörten und sagen etwas dazu, anstatt schonwieder darauf aufmerksam zu machen, dass ihnen die Worte zu kompliziert sind. Wir lesen diesbezüglich in Vers 29 und 30:

Da sagen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du offen und gebrauchst kein Gleichnis! 
Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig hast, dass dich jemand fragt; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist! 

An diesen Versen sieht man, dass die Apostel aus ihrer eigenen Auffassungsgabe das Beste machten und sich bemühten, so zu reagieren, dass man ihnen wenigstens anmerkt, wie aufmerksam sie zuhören, auch wenn sie den Inhalt der Worte nur schwer erfassen können.

In den Versen 31 und 32 lesen wir von Jesus zunächst folgende Reaktion:

Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? 
Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist jetzt schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, jeder in das Seine, und mich allein lasst; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 

Gott war mit seiner Aufmerksamkeit die ganze Zeit bei Jesus in intensiver Weise, und zwar nicht nur in den Tagen der Verkündigung, sondern genauso auch jetzt in den letzten Augenblicken vor dem großen Leiden. Und auch während dem Leiden wird Gott genau auf Jesus achten. Zumindest die allermeiste Zeit. Wir wissen ja aus anderen Evangelien, dass es am Kreuz dann doch einen Moment gab, wo Jesus spürte, dass Gott ihn verlassen hatte, aber das soll jetzt nicht das Thema sein. Jesus kündigt hier seinen Aposteln den sehr ernüchternden Verlauf an, dass sie ihn alleine lassen werden, aber er will ihnen schon im Vorfeld zu verstehen geben, dass er ihnen dies nicht übel nimmt. Das ist gut zu wissen.
Und im letzten Vers dieses Kapitels lesen wir noch folgendes Zitat:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

Jesus gibt seinen Aposteln und eigentlich auch uns die Anweisung, dass wir getrost sein sollen. Wir sollen locker bleiben und nicht verzagen, auch wenn uns Bedrängnis widerfährt. Und der Grund soll darin bestehen, dass doch Jesus die Welt überwunden hat. Daran sieht man einmal, dass dies möglich ist, und man kann daraus auch die Gewissheit schöpfen, dass sich das Überwinden der Welt mehr lohnt, als irgendwie darin einen eigenen Platz finden zu wollen. Denn das Endergebnis davon, dass Jesus die Welt überwunden hat, war ewiges Leben, da er als Erstgeborener aus den Toten zu ewigem Leben auferweckt wurde und ein Königtum bekam, wie es vorher nicht in dieser Form möglich war. Aber der Lohn davon, die Welt nicht überwinden zu wollen, wäre nur allein der Verlauf, dass man selber wieder zu Staub zerfallen wird, wie alles Weltliche zu Staub zerfällt und am Ende in Feuer aufgelöst wird. Darum sollen wir getrost sein, weil wir wissen, dass wir hier keine feste Bleibe haben und zweifellos auf dem Besseren Weg sind, wenn wir überwinden, als wenn wir nachgeben und uns fallen lassen in die Bösartigkeiten der jetzigen Welt, nur damit wir die vermeintliche Aussicht auf weniger Drangsal hätten, eine Zeit lang. Das wäre an sich einfach nur beschämend. So unbequem die Situation auch sein mag, Bedrängnis zu erleiden: Es ist himmlisch bewertet trotzdem die beste Situation, die es geben kann, weil man dabei nicht des Bösen teilhaftig ist. Gottes Kinder werden nicht in der jetzigen Welt Freude haben, sondern im neuen Jerusalem, wenn das Erste vergangen ist.

Und nun haben wir auch bei diesem Kapitel das Ende erreicht.
Was können wir daraus lernen, und was nützt es uns für die eigene Nachfolge?

Wir lernen aus diesem Kapitel, dass Jesus sich große Mühe gegeben hat, die Apostel auf das Kommen des Heiligen Geistes vorzubereiten, damit sie wissen, was es damit auf sich hat. Über genau dieses Thema findet man hier in diesem Kapitel einige bemerkenswerte Details, und ansonsten sehen wir eigentlich nur, dass Jesus auch diesmal wieder oft von seiner Auferstehung im Vorfeld redete.
Für die eigene Nachfolge ist es so, falls wir mit dem Wirken des echten Heiligen Geistes noch nicht vertraut sein sollten, dass wir gerade dieses Kapitel als Gedankenstütze benutzen können, damit wir ein besseres Verständnis entwickeln für diesen wichtigen Diener, der von Jesus benutzt wird, um auf der Erde zu wirken. Wir sehen anhand dieses Kapitels besonders deutlich, dass der Heilige Geist nicht etwa ein fantasievolles esoterisches Konstrukt wäre, das gegen Gott sei, sondern dass Jesus höchstpersönlich ankündigte, Gott darum zu bitten, diesen Geist zu senden. Wenn uns also irgendein Christ einreden will, dass der Heilige Geist uns nichts angehen würde, dann könnte solch ein ahnungsloser Verkündiger streng genommen ohne Weiteres für verrückt erklärt werden.

Und nachdem ich all dies erwähnt habe, ist es mit diesem Video genug.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Text zu "Bemerkenswerte Zitate vom Buch Henoch"

Text zu "Das Buch Henoch - Die gefallenen Engel und die Nephilim"

Text zu "Bibellehre - Die Jahre der Könige von Juda"