Text zu "Bibellehre - Kapitel 17 im Evangelium des Johannes"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 17 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Genau wie in Kapitel 15 und 16 ist es auch in diesem Kapitel immernoch der Fall, dass wir Worte lesen, die während dem Wandern zum Ölberg von Jesus gesprochen wurden. Genauer gesagt hat Jesus im aktuellen Kapitel gebetet. Dies tat er diesmal laut, obwohl er sonst immer die meiste Zeit still betete. Und der Grund, warum er es diesmal laut tat, besteht darin, dass Jesus ein Vorbild für seine elf treuen Apostel geben wollte, wie sie zu Gott beten sollen.
Darüber hinaus lässt Jesus durch dieses Gebet erkennen, dass er eine sehr spezielle Wahrnehmung hat. Bei ihm ist es so, als wäre die Vergangenheit aktuell, und als wäre die Zukunft genauso aktuell, und als wäre die Gegenwart gleichzeitig mit der Vergangenheit und der Zukunft auf einer Ebene wahrnehmbar. Das ist ein sehr außergewöhnlicher Bewusstseinszustand, den Jesus hatte, weil er ja die Realität des Reiches der Himmel kennt, denn im Himmel gibt es keine Zeit. Alles im Himmel ist zeitlos, es ist ewig, und alles, was hier auf Erden an Zeit gebunden ist, ist dort ungebunden. Zeit ist ein messbarer Wert, der sich daraus ergab, dass auf Erden immer ein Wechsel stattfindet zwischen Tag und Nacht, und weil alle Wesen auf Erden an Alter zunehmen bis zum Tod. Aber im Himmel ist es immer nur Licht und dort altert keiner. Außerdem gibt es im Himmel unwiderrufliche Pläne, während sich nur bei den Menschen auf Erden immer mal etwas ändert, aber bei Gott nicht, darum ist Zeit im Himmel völlig überflüssig. Und wir werden beim Durchlesen des Gebetstextes genau merken, dass Jesus dieses Wissen hatte und auch stets daran dachte.
Zunächst entdecken wir folgendes in den Versen 1 und 2:
Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche — gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast.
Hier bittet Jesus um Verherrlichung. Jetzt im Augenblick meint er damit erstmal nur Verherrlichung auf der Erde. Er wird gleich noch über himmlische Herrlichkeit sprechen, aber in diesen beiden Versen sagt er, Gott möge ihn verherrlichen, weil er auf der Erde verherrlicht werden will dadurch, dass alle Ankündigungen, die Jesus ausrief, sich exakt so erfüllen werden, wie Jesus es ankündigte. Wenn prophezeite Worte in Erfüllung gehen, dann wird der, welcher sie sprach, durch diese Bestätigung und die sich daraus ergebende Gewissheit verherrlicht, ganz besonders in der Glaubwürdigkeit. Und weil es alles von Anfang an Gottes Plan war, wird natürlich nicht nur Jesus allein verherrlicht, sondern auch Gott selbst. Und Jesus betont hier schon im zweiten Vers, dass die Menschen, die an ihn glauben, ihm von Gott gegeben wurden. Das wurde an anderen Stellen schon betont, aber hier haben wir es sozusagen bestätigt.
In Vers 3 spricht Jesus folgendes:
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
Hier erklärt Jesus, was ewiges Leben sichert. Wir haben an den Versen 1 und 2 gesehen, dass Jesus zum Vater betet, und er sagt daher zum Vater, dass dieser der allein wahre Gott ist. Außerdem sagt Jesus, dass er von ihm gesandt wurde. Und wer das erkennt, dem verhilft es zu ewigem Leben. Das heißt: Man muss einerseits den allein wahren Gott erkennen, nämlich den, zu welchem Jesus hier betet, und wenn es der allein Wahre ist, dann ist es ganz sicher eine Einzelperson. Außerdem muss man begreifen, was an Jesus so besonders ist. Er wurde von Gott gesandt, aber nicht weil er ständig nur Abgaben an eine Religion bezahlen und pflichtbewusst zu festgelegten Tageszeiten beten sollte, sondern als das einzig würdige, makellose Sühneopfer für die Sünden der Welt wurde er dahingegeben, und um vor seinen Tagen des Leidens das Gesetz richtig zu lehren und dazu eine Botschaft zu verkündigen, die es bis dahin noch nicht gab, nämlich das Evangelium vom Reich Gottes. Diese Botschaft hatte nie zuvor irgendwer gehört, auch wenn viele Könige und Propheten sich darüber gefreut hätten, es zu hören. Natürlich steht all dies nicht im aktuellen Vers, aber zu dem Prozess des Erkennens, der hier betont wird, gehören all diese Dinge dazu. Um den allein wahren Gott zu erkennen, muss man das Gesetz, also die Thora, und die Prophetenbücher eigenständig durchforschen und daraus lernen, wie Gott ist, und wie er aus welchen Gründen handelt. Um aber den von Gott gesandten Sohn zu erkennen, muss man mit dem von ihm verkündeten Evangelium vertraut sein, welches Jesus ja selbst vorlebte, und man muss den Wert des Sühneopfers begreifen, das Jesus leistet und über welches wir ab Kapitel 18 noch einiges lesen werden, wie wir ja auch schon in anderen Evangelien davon gelesen haben. Denn das Erkennen, welches hier in diesem Vers beschrieben werden soll, besteht ganz sicher nicht darin, dass man mit den Lippen Ja und Amen ruft, so als sollte man stumpfsinnig alles abnicken und sich dann wieder um den privaten Kram kümmern.
Ich gehe soweit, zu sagen, dass das Wort „erkennen“ in diesem Vers das bedeutsamste Schlüsselwort von allen ist. Den allein wahren Gott müssen wir erkennen, und Jesus Christus, der von ihm gesandt wurde, müssen wir erkennen. Dies zu tun, wird hier von Jesus mit ewigem Leben in Verbindung gebracht. Wer sich also weigert, dies erkennen zu wollen, dem geht ewiges Leben wohl höchstwahrscheinlich verloren.
In Vers 4 steht geschrieben:
Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.
Hier betont Jesus seinen eigenen Gehorsam. Er hat getan, was ihm aufgetragen war, und zwar alles, sodass er es nun als vollendetes Werk bezeichnen kann. Dies bezieht sich auf die Verkündigung des Evangeliums, nicht auf den Opfertod, denn dieser stand ja noch bevor. Aber das Werk, die Wahrheit zu verkündigen, hatte schon in genau dem Rahmen stattgefunden, wie Gott es haben wollte von Jesus, darum ist dieser Teil von Jesu Auftrag vollendet.
In Vers 5 steht folgendes:
Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
Hier bringt Jesus zum ersten Mal zum Ausdruck, dass er Herrlichkeit hatte, ehe die Welt war. Dies ist der erste Hinweis darauf, dass Jesus zuerst ein in außergewöhnlicher Herrlichkeit erschaffenes Wesen im Himmel war, das schon existierte, als die Erde noch keine Form hatte. Wir werden aber nachher ein noch eindeutigeres Zitat sehen, und Jesus konnte solche Worte wahrheitsgemäß sprechen, weil Jesus das erste lebendige Wesen ist, das jemals erschaffen wurde. Und die Herrlichkeitsform, in welcher er erschaffen worden war, ist einzigartig.
In den Versen 6 bis 8 ist Jesus hauptsächlich darum bemüht, ein gutes Wort für seine elf treuen Apostel einzulegen, denn wir lesen dort:
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbar gemacht, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.
Nun erkennen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt;
denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und glauben, dass du mich gesandt hast.
Jesus macht hier sozusagen Gott darauf aufmerksam, wie viel Mühe sich die Apostel geben, um die Worte von Jesus in sich zu behalten und sie zu verstehen, und wie groß ihr Vertrauen darauf ist, dass es sich bei Jesus wirklich um einen Mann Gottes handelt.
Als nächstes betrachten wir Vers 9 und Vers 10. Dort steht:
Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind.
Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht.
Diese Worte sind einmal deswegen speziell, weil Jesus hier zum ersten Mal sagt, dass er keine Fürbitte für die ganze Welt einlegen will. Die Welt ist böse, daher kann man es auch völlig in Gottes Hand lassen, inwiefern er Gerichte bringt und sollte sich nicht bei Gott unbeliebt machen, wenn man bei Strafgerichten um Aufschub fleht. Aber eine Fürbitte für seine Apostel und wahrscheinlich auch für alle sonstigen an ihn glaubenden Menschen äußert Jesus hier durchaus, nur eben zunächst ohne nähere Details. Wenn er aber sagt, dass alles ihm gehört, was des Vaters ist, so ist das noch nicht erfüllt, aber wird sich erfüllen nach der Himmelfahrt, und doch redet Jesus schon so, als wäre es bereits ein offizieller Zustand. Er sagt auch, dass er in den Aposteln verherrlicht ist, obwohl sie jetzt noch gar nicht zum Verkündigen unterwegs sind und den Heiligen Geist noch nicht empfangen haben. Man sieht anhand dieser Äußerung schon, dass Jesus in seiner Wahrnehmung kaum einen Unterschied macht zwischen Gegenwart und Zukunft. Jesus weiß jetzt schon, dass es unweigerlich passieren wird, verherrlicht zu werden durch die elf treuen Apostel. Und in Vers 11 lesen wir von ihm folgende Worte:
Und ich bin nicht mehr in der Welt; diese aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir!
Wenn Jesus wirklich exakt so geredet hat, wie es der Autor Johannes hier berichtet, dann wird durch diese Worte endgültig offenbar, dass Jesus einen Bewusstseinszustand hat, der zeitlos ist, weil er keinen Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft berücksichtigt. Jesus sagt hier, dass er nicht mehr in der Welt ist, obwohl er gerade in der Welt steht und zum Himmel aufschaut, während er in einem Körper aus Fleisch und Blut lebt und von der Erde aus ein Gebet an Gott richtet. Das heißt: Er ist definitiv noch immer in der Welt. Also bezogen auf die irdische Realität im aktuellen Augenblick. Aber mit seiner Gesinnung ist Jesus schon längst im Himmel, weil Jesus ja genau weiß, dass es nur noch ein paar Tage dauert, und dann hat er das Leben im Fleisch hinter sich, und er wird auch zum Himmel auffahren. Sein unzweifelhaftes Wissen darüber, bald wieder im Himmel zu sein, beherrscht seine Gedanken so sehr, dass er redet, als wäre er schon dort. Denn es gibt nichts, was ihn davon abhalten kann, noch den Rest der Tage auszuhalten, die es auf Erden auszuhalten gilt.
Was auch sehr bemerkenswert ist, das ist die Äußerung von Jesus am Ende dieses Verses. Wir sollen eins sein, gleichwie Gott und Jesus eins sind. Jesus hat mit Gott in allem zusammengearbeitet, und ihre Ziele waren identisch. Bei den Menschen ist es hingegen immer so, dass im sprichwörtlichen Sinne jeder seinen Stiefel für sich macht und jeder unbedingt das Gefühl haben will, besser zu sein als andere. Darum ist es enorm unrealistisch, zu erwarten, dass die Menschen eins sind, so wie es zwischen Gott und Jesus der Fall ist, aber Jesus betet trotzdem dafür.
Beim Betrachten von Vers 12 begegnen uns folgende Worte:
Als ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verlorengegangen als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde.
An diesem Vers lässt sich hervorragend erkennen, welch ein hohes Maß an Sicherheit es in der direkten Nähe von Jesus gab für die, die die Wahrheit glauben wollen. Denn die Welt ist allezeit voller Gefahren, aber keinem von den Aposteln ist ein Haar gekrümmt worden, und niemand ist auf Irrwege geraten, außer Judas Ischariot wegen seiner Geldgier, die er einfach nicht verwerfen wollte, aber dies entspricht ja Gottes Prophezeiungen.
Weiterhin lesen wir in den Versen 13 und 14:
Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
Hier könnte man fast schon glauben, dass Jesus ein wenig übertreibt, wenn er für seine elf Apostel spricht. Denn sie haben sich andauernd als unverständig erwiesen und sind einfach nicht aus ihrem weltlichen Denken rausgekommen, und doch sagt Jesus, dass sie gleichwie er selbst nicht von der Welt sind. Die Botschaft dahinter ist aber die, dass die Apostel sich gar keine Mühe gegeben haben, sich in irgendwelchen gesellschaftlichen Kreisen unterzuordnen, nur um ein friedlicheres Leben zu haben. Egal, wie viel Jesus geschmäht wurde: Sie blieben bei ihm und ließen sich nicht von Menschenfurcht überwältigen. Sie begehrten keinen Platz unter der reichen Elite, und sie begehrten auch keinen Platz in den religiösen Versammlungen. Das alles war ihnen egal, auch wenn sie dadurch hätten teilhaben können an dem Leben in der Welt. Sie liefen stattdessen Jesus nach, egal wohin die Reise auch gehen würde. In dieser Hinsicht sind sie wahrhaftig nicht von dieser Welt gewesen.
Einen besonders bemerkenswerten Spruch sagt Jesus in Vers 15. Dort lesen wir folgendes:
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Vermutlich hätte es den elf treuen Aposteln ziemlich gut gefallen, die jetzige Welt hinter sich zu lassen und einfach mit Jesus zusammen in den Himmel aufzusteigen. Jesus betete aber gar nicht erst für sowas, sondern er wünschte, dass die Apostel bewahrt werden vor dem Bösen. Dadurch kann der Böse nicht einfach auf sie zu kommen und sie überwältigen, sondern er kann sie höchstens aus dem Schutz herauslocken, damit sie unsichere Gefilde betreten.
Weiterhin lesen wir in den Versen 16 und 17:
Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.
Durch diese Äußerungen sehen wir eindeutig, dass die Worte des Vaters Wahrheit sind. Und Jesus betet praktisch dafür, dass diese Worte den Aposteln allezeit zur Verfügung gestellt werden sollen, damit sie darin geheiligt werden. Und bei den Aposteln kann man noch die Zuversicht haben, dass sie dies dann auch mit Freuden annehmen werden. Was aber den Rest der Welt betrifft, so sollte man beim Thema Annahme der Worte lieber nicht übertrieben zuversichtlich sein.
In Vers 18 steht folgendes:
Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.
Hier erwähnt nun also Jesus gegenüber Gott die Aussendung der Apostel. Im Zusammenhang mit dem Vers davor sieht man dadurch sozusagen die Notwendigkeit, dass Apostel geheiligt sein müssen, bevor man sie wirklich mit einem Dienst betrauen kann. Auch wir heutzutage dürfen dieses Detail nicht übersehen. Wenn wir einen Dienst haben wollen, wo wir nicht uns selber oder irgendwelchen Institutionen dienen, sondern dem Reich der Himmel, so müssen auch wir zuerst geheiligt werden in dem Wort. Erst dann kann Jesus uns aussenden auf die Art, wie er ausgesandt wurde von Gott.
Darüber hinaus gibt es eine Stelle in Psalm 110, wo zum Ausdruck kommt, dass Jesus Priester sein wird nach der Weise Melchisedeks. Und unter Berücksichtigung dieser Worte bekommt der nächste Vers eine besondere Bedeutung. Es steht geschrieben in Vers 19:
Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.
Der levitische Hohepriester musste auch immer sich selber heiligen, wenn er einmal im Jahr in das Allerheiligste gehen durfte, denn kein anderer als allein der Hohepriester durfte dorthin. Jesus aber, wenn er Hohepriester sein will, muss sich natürlich ebenso heiligen, daher erwähnt er hier, dass er sich selber heiligt, und dies kommt auch den Aposteln zugute. Denn so lange Jesus vor Gott heilig bleibt, kann er auch den Willen Gottes erfahren und ihn verkünden an die eigenen Diener.
Wenn wir ab Vers 20 weiterlesen, dann werden wir merken, dass Jesus auch für eine spezielle Personengruppe betete und eine damit zusammenhängende Hoffnung zum Ausdruck brachte. Es steht geschrieben in den Versen 20 bis 23:
Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden,
auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.
Hier steckt viel drin. Jesus betet hier nicht nur für die elf treuen Apostel, sondern wir sehen mit unseren eigenen Augen, dass er für alle Menschen betet, die jemals an ihn glauben werden. Es gilt also für sämtliche Menschen, die an Jesus ehrliches Interesse hatten in allen Jahrhunderten bis heute, und es gilt für uns selbst, und auch für die anderen, die in späteren Jahren noch gläubig werden. Für all diese Menschen betete Jesus. Dabei ist es enorm bemerkenswert, wie genau er sich eine Erfüllung dieses Gebetes vorstellt, denn in Vers 21 sagt er eindeutig: Er will, dass die Welt ihn erkennt als den von Gott Gesandten. Jesus hat niemals dafür gebetet, von der Welt als Gott bezeichnet zu werden oder als ein spiritueller Meister, der bis zum Umfallen meditierte, sondern Jesus wollte, dass die Welt ihn als Sohn erkennt und versteht, dass Jesus von seinem Vater gesandt wurde. Daran sehen wir, dass leider Gott dieses Gebet nicht erfüllte. Denn wir haben heutzutage fast gar keine Menschen auf Erden, die daran glauben, dass Jesus der Gesandte ist, der von dem allein wahren Gott gesandt wurde. Wenn wir aber in Vers 23 lesen, dass die Herrlichkeit uns gegeben wurde, die Jesus hat, dann ist das nicht auf den aktuellen Moment bezogen und auch nicht auf die Weltzeit allgemein. Das ist wieder eine Aussage, die weit in der Zukunft liegt, und doch von Jesus so ausgedrückt wurde, als wäre es jetzt gerade real, weil er durch seine besondere Wahrnehmung, die nicht an Zeit gebunden ist, die Dinge anders zuordnet. Für ihn ist es bereits jetzt Realität, dass die Menschen, die zur Auferstehung gewürdigt werden, dann einen neuen Körper in himmlischer Herrlichkeit haben. Das fühlt sich für ihn so an, als wäre es jetzt gerade real, obwohl es noch Jahrtausende dauern würde, bis sowas eintritt. Weil aber Jesus weiß, dass den Menschen nur durch sein Erlösungswerk dieser Zustand am Ende überhaupt ermöglicht wird, sagt er hier, dass er uns diese Herrlichkeit gibt, aber gleichzeitig erkennt man, dass er selber es ja auch nur vom Vater bekommen hat. Das hilft nochmal ziemlich gut dabei, die Zusammenhänge besser zu begreifen.
Und wir sehen an diesem Text außerdem sehr deutlich, welchen Herzenswunsch Jesus hatte. Jesus wollte, dass wir alle eins sind, damit die Welt erkennen kann, dass Jesus von seinem Vater gesandt wurde und weil wir dadurch von Gott geliebt werden sollten. Auch dieser Wunsch ist nicht im Entferntesten in Erfüllung gegangen, obwohl Jesus dafür betete. Aufgrund der Tatsache, dass Gottes Ratschluss anders aussieht, muss Jesus leider darauf verzichten, diesen Zustand zu sehen, denn es gibt ja ständig nur Streitigkeiten unter den Gläubigen, es könnte kaum noch mehr Spaltung herrschen, und wenn es überhaupt irgendwas gibt, was man bei ihnen garantiert findet, dann ist es Uneinigkeit. Allerdings muss man auch eingestehen, dass dies nur soweit kommen konnte, weil die Menschen nicht auf Jesus und schon gar nicht auf Gott schauen, sondern sie blicken in idiotische Lehrbücher und hören auf verkorkste Gemeindemitglieder, die Zweifel streuen und Verdrehungen propagieren. Die Menschen haben zum Großteil nie begriffen, worauf ihr Fokus liegen soll. Unter denen aber, die es begreifen konnten, gab es etliche, die keine Lust hatten, geheiligt zu leben, wodurch dann auch alles zur Lachnummer wurde, was eigentlich Heiligkeit sein sollte. Anstatt in Jesus Christus zu sein, waren die Menschen lieber in Religiösität, und heutzutage macht es immer mehr den Anschein, dass bei der Mehrheit der Menschen die Religiösität ausgetauscht wird durch völlige Planlosigkeit, was nun aber auch nicht unbedingt der bessere Zustand ist. Und man kann sich alle Zeiten anschauen, die es schon gab, aber man findet nie eine Zeit, in welcher das Gebet von Jesus erfüllt wurde, dass sie alle eins sein sollen in ihm und seinem Vater, also in allen Absichten und Worten, die vom Himmel sind. Das einzige, was man bisher von den Menschen zu erwarten hatte und auch in Zukunft zu erwarten hat, sind irrsinnige Konkurrenzkämpfe und gleichgültige Trägheit beim Hören der Worte vom Himmel. Daher ist dieses Gebetsanliegen von Jesus leider vergeblich. Gott hat diese Sache nicht getan, um die Jesus bat. Vielleicht können daraus die Menschen, die selbst keine Gebetserfüllungen erleben, ein wenig Trost ziehen, also dass ganz offensichtlich auch Jesus höchstpersönlich für Dinge gebetet hat, die sich teils nicht erfüllt haben bis heute.
Im Bezug auf die Herrlichkeit im Himmel, sobald die neue Erde kommt, sagte Jesus in Vers 24 etwas Besonderes, denn dort lesen wir:
Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.
Jesus wurde von Gott geliebt vor Grundlegung der Welt. Diese Aussage macht noch stärker erkennbar, dass Jesus die erste Schöpfung ist von allem, was Gott jemals erschuf. Denn ansonsten hätte er nicht geliebt werden können, als es die Welt noch gar nicht gab. Wir sehen hier aber auch, dass er wünscht, die treuen Jesus-Nachfolger und Jesus-Nachfolgerinnen seine Herrlichkeit sehen zu lassen, die er im Himmel zuerst hatte und auch nach der Himmelfahrt zurückbekommt. Bei diesem Gebetsanliegen kann man sicher sein, dass es sich eines Tages erfüllen wird, weil es ja unweigerlich zu Gottes feststehendem Plan dazugehört. Es wird so geschehen, wenn die Erlösten in das neue Jerusalem einziehen.
Und während Jesus bisher viel von Menschen geredet hat, bringt er in Vers 25 seine besondere Liebe zu Gott zum Ausdruck. Es steht geschrieben:
Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ich aber erkenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast.
Jesus hat einen Vorteil gegenüber dem großen Rest der Welt. Er kann den Vater erkennen. Die Welt erkennt den Vater nicht. Das ist auch der Grund, warum Milliarden von Menschen die Theorie der Dreieinigkeit glauben und sie manchmal bis auf’s Messer verteidigen. Sie leben und denken weltlich, und deswegen können sie nicht erkennen, wer der Vater ist. Man muss aufhören, von der Welt zu sein, wenn man wirklich den Vater erkennen will. Wenn man das nicht schafft, dann glaubt man an „irgendwas mit Gott“, aber erkennt nicht die Wahrheit. Die Apostel aber waren fähig, die Wahrheit zu erkennen. Sie hatten begriffen, dass Jesus vom Vater gesandt war. Um aber den Vater wirklich zu erkennen, braucht man eine große Liebe zu dem Ziel, keine Illusionen mehr im eigenen Leben zu haben, sondern nur noch die vom Himmel stammende Wahrheit anzunehmen. Man kann den Vater eigentlich nur erkennen, wenn man auch fähig ist, ihn so zu lieben, wie er ist. Und deswegen hat es durchaus etwas damit zu tun, dass Jesus Liebe zu Gott beweist, eben weil er fähig ist, ihn zu erkennen. Wer nicht Gott liebt, sondern sich selbst, wird nie im Leben Gott erkennen. Die Liebe zu Gott ist Grundvoraussetzung, um zu erkennen, wer wirklich Gott ist und wer nicht. Gott hat es gern, wenn man sich auf ihn konzentriert. Dies tut Jesus hier, und es ist ein Akt der Liebe. Man kann allgemein bei Gott etwas Besseres finden, als wenn man sich auf Menschen konzentriert. Bei Gott findet man vollkommene Gerechtigkeit, bei Menschen hingegen findet man Launenhaftigkeit und Doppelmoral der übelsten Sorte.
Nun bleibt nur noch der letzte Vers des Kapitels übrig. Es steht geschrieben in Vers 26:
Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Hier sehen wir den Grund dafür, warum Jesus sich so sehr bemühte, den Menschen die Wahrheit begreiflich zu machen. Jesus wusste, dass es dazu führen würde, von Gott genau so sehr geliebt zu werden wie er selbst, wenn die Menschen seinen Worten glauben würden. Das wäre ein hervorragender Zustand. Aber die meisten Menschen verweigern das und jagen lieber der Nichtigkeit hinterher in der falschen Erwartung, es würde sich für sie lohnen.
Und nun, da wir dieses Kapitel durchgearbeitet haben, wollen wir auch diesmal kurz darüber nachsinnen, was wir daraus lernen und was es uns für die eigene Nachfolge nützt.
Wir lernen aus diesem Kapitel in erster Linie, welch eine Art Jesus hatte, zu Gott zu beten. Er demonstrierte den kindlichen Umgang mit Gott. Er versuchte anhand seines eigenen Gebets den eng vertrauten Umgang erkennbar zu machen, den man mit Gott haben darf, wenn man völlig auf seinen Wille ausgerichtet ist und nicht auf die Sünde. Anhand der Worte, die Jesus dann sprach, lernen wir verschiedene Dinge. Wir lernen, dass man für ewiges Leben den allein wahren Gott erkennen muss, und dass man den von ihm gesandten Jesus Christus erkennen muss. Wir lernen, dass Jesus sich darauf freute, die Herrlichkeit zurückzubekommen, die er hatte, bevor er in die Welt gesandt worden war. Wir lernen aber auch, dass Jesus für Dinge betete, die ihm gut gefallen hätten, aber die trotzdem nicht von Gott erfüllt wurden. Denn Jesus wollte, dass die Welt ihn als den Sohn erkennt, der vom Vater gesandt ist, und Jesus wollte, dass alle Gläubigen eins sind, aber beide Anliegen blieben unerfüllt. Daraus lernt man, dass wirklich niemand dem Plan Gottes widerstehen kann, auch der Messias nicht. Man darf Bitten stellen, hat aber keinen Einfluss auf deren Erfüllung.
Und für unsere eigene Nachfolge lernen wir nicht nur den gerade genannten Fakt, also dass sogar Jesu Gebete teils keine Erfüllung fanden, sondern wir können besonders für die eigene Nachfolge auch mal das Gesamtbild dieses Kapitels auf uns wirken lassen, um abzugleichen, inwiefern es Parallelen gibt zwischen unserem eigenen Gebetsverhalten und dem Gebetsverhalten von Jesus selbst. Man muss hier bedenken, dass Jesus allezeit hingebungsvoll und liebevoll mit Gott geredet hat, auch im Angesicht der Tatsache, dass nicht absolut alles erfüllt wurde, was er erbittet. Außerdem stand die Marterung von Jesus kurz bevor. Und trotz des Wissens um das heftige Leiden, das er bald erdulden muss, erkennen wir in diesem Gebet keine Spur davon, Gott Vorwürfe zu machen und ständig zu jammern oder ihn irgendwie anzufechten. Nichts dergleichen tat Jesus, obwohl er kurz vor der Misshandlung stand. Kriegen auch wir das hin? Haben wir überhaupt den Wille in unseren Herzen, eine derart kindliche Zuneigung zu dem allein wahren Gott aufzubauen, wie Jesus sie hatte?
Man kann dieses Kapitel wirklich mal zum Anlass nehmen, um die Unterschiede zwischen dem eigenen Verhalten im Gebet und Jesu Verhalten im Gebet miteinander abzugleichen. Und damit meine ich nicht die Tatsache, dass Jesus auf eine Art redete, wo zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft kein Unterschied erkennbar wird, sondern ich meine die anhängliche und respektvolle Art, wie Jesus auch im Angesicht von Schwierigkeiten allezeit mit Gott redete, eben weil sein Fokus niemals auf dieser Welt gelegen hat. In dieser Welt gibt’s ja ständig irgendwelche Probleme. Aber das hat Jesus in seinem Gebetsleben nicht beeinflusst. Jesus hat trotzdem solche Sachen zu Gott gesagt wie: „Gerechter Vater!“, „Dein Wort ist Wahrheit!“, „Ich vollende das Werk, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“, „Andere sollen eins sein, wie wir eins sind!“
Das sind Dinge, wo man wirklich mal bei sich ins Grübeln kommen sollte, ob man selbst das auch ungeheuchelt zu Gott sagen kann. Und wenn die Antwort Nein lautet, muss man lange und intensiv darüber nachdenken, was einen eigentlich davon abhält, und ob die bestehenden Hindernisse überhaupt irgendeinen Sinn ergeben.
Das soll nun reichen an Worten für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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