Text zu "Bibellehre - Kapitel 2 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/xtZjipkJu8U

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 2 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir lesen nun ohne irgendwelche Vorrede die Verse 1 und 2. Dort steht:

Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. 
Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen. 

An diesen Versen erkennen wir, dass angefangen wird, über eine bestimmte Situation zu sprechen. Jesus war bei einem fremden Mensch als Gast zur Hochzeit eingeladen, weil die Mutter von Jesus zuerst eingeladen war, und Jesus durfte auch seine bis dahin schon vorhandenen Jünger mitbringen. Und es ist nicht nur so, dass Jesus eine Einladung erhalten hatte, sondern er war auch hinzugekommen. In Vers 3 lesen wir dann:

Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein! 

Man darf sich die Situation so vorstellen, dass die ganzen Hochzeitsgäste Wein trinken wollten, und zwar so viel, dass sie mindestens angeheitert sind, vielleicht sogar schlimmer. Ich will zwar nicht so weit gehen, zu behaupten, es wäre dort das reinste Saufgelage losgebrochen, aber es dürfte soweit klar sein, dass jeder Gastgeber bei einer Hochzeit normalerweise genug Wein kauft, dass es für alle Gäste reicht, sofern diese einen vernünftigen Konsum beabsichtigen. Und nun hatten zwar alle Wein getrunken, aber es war ihnen noch nicht genug. Hoffentlich war das nicht das Ergebnis davon, dass die Hochzeit zu langweilig war und die Gäste das nur im Zustand der Trunkenheit ertragen konnten. 
Eine Sache erkennt man aber mit völliger Sicherheit: Die Mutter von Jesus kommt zu ihm und tut so, als wäre es jetzt das Problem von Jesus, dass der fremde Gastgeber keinen Wein mehr hat. Da liegt seine Mutter daneben, und eigentlich ist das sehr beschämend, was sie hier abzieht, also dass sie von ihrem Sohn verlangt, er soll als Gast bei einer fremden Hochzeit neuen Wein herbeiholen. Und da seine Mutter sich unter aller Würde benimmt, reagiert Jesus auch entsprechend darauf, denn wir lesen in Vers 4:

Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! 

Hier will Jesus in ermahnendem Stil anmerken, dass er mit dieser Sache nichts zu tun hat und sie ihm das nicht einfach aufzwängen kann, auch nicht, wenn sie seine Mutter ist. Denn das heilige Gebot Gottes, dass man Vater und Mutter ehren soll, bezieht sich auf gottesfürchtige Eltern, aber die Mutter von Jesus wollte ihn jetzt dazu reizen, dass er zu Gott betet für noch mehr Wein, damit die Gäste sich besaufen können. Das ist sehr unehrenhaft und hat mit Gottesfurcht überhaupt nichts zu tun. Darüber hinaus ist jetzt noch gar nicht die richtige Zeit, dass Jesus von sich selbst offenbart, der Messias zu sein, und daher würde es nach der Ansicht von Jesus nichtmal dann Sinn machen, wenn man es als Gelegenheit benutzen will, um die Herrlichkeit Gottes zu veranschaulichen.

Und wenn wir nun wissen wollen, ob Maria auf die gerechte Gesinnung von Jesus Rücksicht nimmt oder nicht, dann müssen wir Vers 5 anschauen. Dort lesen wir:

Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! 

Dieses Verhalten ist wirklich beschämend. Jesus hat ihr zu verstehen gegeben, dass er nicht ausführen will, was sie verlangt, weil seine Stunde noch nicht gekommen ist und er mit dieser Sache nichts zu tun hat, und Maria hört das und geht trotzdem zu den Dienern, um ihnen zu sagen, dass Jesus jetzt helfen wird. Sie schert sich einen Dreck um die Worte, die Jesus sagt. Sie zieht einfach ihr eigenes Ding durch und fühlt sich dabei vermutlich auch noch völlig im Recht. Somit brachte sie Jesus in Bedrängnis bei der Hochzeit, denn die Diener werden gewiss zu Jesus angekommen sein und ihn mit sehr erwartungsvollen Augen angeschaut haben, damit er ihr Problem löst. Und Jesus entschied sich kurzerhand dazu, gnädig zu reagieren, denn wir lesen in den Versen 6 bis 8:

Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Reinigungssitte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste. 
Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenhin. 
Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es hin. 

Hier wurden große Behälter mit Wasser gefüllt, und Jesus hatte zu Gott gebetet, dass das Wasser zu Wein gemacht werden sollte. Und dies geschah auch in dem Moment, wo die Diener es zum Speisemeister trugen. Und als sie beim Speisemeister ankamen, da war das Wasser bereits Wein geworden.

Die Reaktion des Speisemeisters lesen wir in den Versen 9 und 10. Dort steht:

Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte (und er wusste nicht, woher es war; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es), da rief der Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten! 

Hier wurde der Bräutigam ausgeschimpft. Und das Alberne daran ist, dass der Bräutigam keine Ahnung hat, wie ihm geschieht. Der hatte nur die Information, dass der Wein fehlt. Er wusste nicht, dass Jesus zu Gott gebetet hatte für neuen Wein, und er wusste auch nicht, dass der von Gott erzeugte Wein deutlich schmackhafter war als der gewöhnliche, den der Bräutigam gekauft hatte und der schon aufgebraucht war. Und doch wurde der Bräutigam vom Speisemeister getadelt. Der Speisemeister wusste ja auch nicht, woher nun dieser außergewöhnlich leckere Wein kommt. Der hat nicht gewusst, dass Jesus dafür verantwortlich ist, sondern er meinte, dass der Bräutigam diesen Wein auch gekauft hatte, aber ihn absichtlich versteckt gehalten hatte bis jetzt.
Was an dieser ganzen Sache bemerkenswert ist, das ist die sinnbildliche Bedeutung, die dahinter steckt, wenn Jesus einen Wein servieren ließ, der besser schmeckt als der alte. Denn in gleicher Weise gibt Jesus den Menschen eine neu klingende Belehrung, die sie noch nie in der Religion gehört haben, sondern die man nur dann hat, wenn man die Schrift so annehmen kann, wie es dasteht und wie Gott es will, oder wenn man durch das Wirken des Heiligen Geistes die Dinge aufgeschlüsselt bekommt, die dem eigenen Verstand zu ungreifbar erschienen. Und diese neu klingende Belehrung ist besser für die Menschen als der Irrsinn aus den Religionen, gleichwie der neue Wein, der durch das Wunderzeichen vorhanden war, besser schmeckte als der, den sie vorher tranken.

In den Versen 11 und 12 lesen wir dann noch folgendes:

Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn. 
Danach zog er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben wenige Tage dort.

Interessant ist hier auch, dass Kana im Land Galiläa zu den Städten der Heidenvölker gerechnet wird. Jesus hat also ein besonderes Wunderzeichen bei den Heiden getan und nicht im Land Judäa, obwohl er ja eigentlich wegen Israel und als König der Juden gekommen war. Aber es lebten natürlich auch etliche Juden im Land Galiläa.

Als nächstes lesen wir einen Bericht darüber, wie Jesus reagierte, als er nach Jerusalem gereist war, um das Passahfest zu feiern, während im dortigen Tempel alles mit Verkaufsständen und Tierherden zugestellt war. Es steht geschrieben in den Versen 13 bis 16:

Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 
Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen. 
Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Rindern, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um; 
und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das weg von hier! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus! 

Jesus hat in diesem Moment einen sehr großen Eifer für Gott im Herzen gehabt. Wir merken hier deutlich, dass Jesus auf jeden Fall einen Wert auf ein gewisses Niveau legt und dass die Menschen sich der Heiligkeit bewusst sein sollen, in der sie leben, wenn sie im Tempel sind.
Im wichtigsten Gotteshaus auf der ganzen Erde findet Jesus solch einen Zustand aber nicht, sondern stattdessen sieht er, wie im Haus Gottes, in dem Gott allein das Thema sein sollte, unverschämterweise Menschen sind, die Handelsgeschäfte tätigen. Das ganze Gotteshaus wurde zu einem Marktplatz umfunktioniert. Und das allein ist noch nichtmal das Schlimmste. Sondern das Unerträgliche, furchtbar Abscheuliche an der Sache ist, dass die Menschen dort in aller Ruhe und Selbstverständlichkeit sitzen und ganz locker und unbeschwert den heiligen Tempel Gottes entweihen. Alles Weltliche passiert normalerweise außerhalb des Tempels. Weltlicher Reichtum hat nichts mit der Anbetung Gottes zu tun. Und besonders die Erwirtschaftung von Profit durch Warenhandel und Tierverkauf muss außerhalb von Gottes Nähe stattfinden. Aber die Menschen haben es zu ihrem Alltag gemacht, dass sie Gott völlig ignorieren und sich um nichts Anderes Gedanken machen, als um ihr blödes Geld und ihre weltlichen Besitztümer. Da kriegt man doch die Krise! Ich meine: Wie ignorant und kleingeistig und unverschämt und dreist müssen Menschen bitte sein, um am heiligsten Ort der Erde Verkaufsstände aufzustellen und ihren täglichen Handel zu treiben? Das ist doch wohl eine unbeschreibliche Frechheit. Und genau so, wie jemand reagiert, den das im Herzen erschüttert, so reagiert auch Jesus.
Und ich sage euch: Er hat noch milde reagiert! Stellt euch mal vor, ein normaler König kommt in seinen Palast hinein und sieht da einen Haufen Spinner, die Verkaufsstände aufgestellt haben und im Inneren des Palastes Geld verdienen! Glaubt ihr etwa, ein normaler König würde sich das bieten lassen? Er würde wohl eher wegen dieser grenzenlosen Unverschämtheit so rasend vor Wut werden, dass er die Händler ergreifen lässt, und einen nach den anderen öffentlich hinrichtet, wahrscheinlich noch am selben Tag. Jesus aber versucht nicht, irgendwem eine verdiente Strafe zukommen zu lassen, er tut jedoch das, was unbedingt getan werden muss: Er versucht, die Heiligkeit des Tempels wiederherzustellen, indem er alles entfernt, was für Gott ein Ärgernis in seinem heiligen Tempel ist. Und er ist wohlgemerkt der einzige, der das tut. Die anderen starren ihn wahrscheinlich alle mit leeren und leicht überraschten Blicken an und denken sich: „Was ist denn mit dem los!? Hat der irgendein Problem!? Der kann doch nicht einfach hier her kommen und unsere Tische umwerfen und unsere Tiere freilassen! Wie kommt der dazu? Wir haben doch gar nichts gemacht. Wir haben nur ganz friedlich im heiligen Tempel Gottes herumgestanden, um mit unseren Verkaufsgütern Geld zu verdienen.“
Und wenn jemand nicht raus gehen wollte und nicht auf die Anweisung von Jesus hören wollte, was hatte Jesus dann für eine andere Wahl, als sie zum Gehen zu animieren, indem er zum Beispiel eine Geißel bastelt? Hätte er stattdessen etwa sagen sollen: „Nee, ne! Jetzt sage ich den Leuten schon, dass sie gehen sollen, aber sie hören ja gar nicht auf mich. Männo!“
Jesus hat zwar soviel Barmherzigkeit, dass er nie so hart mit den Menschen umspringt, wie sie es verdient hätten, wenn sie sich mal wieder daneben benehmen, aber er muss trotzdem ernst genommen werden und lässt sich nicht von anderen zum Trottel machen.

Wenn wir nun aber Vers 17 anschauen, sehen wir einen persönlichen Kommentar von dem Autor Johannes, welcher der ganzen Geschichte vorausgreift. Wir lesen dort:

Seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: »Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt«.

Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass die Jünger dies erst sehr spät erkannt hatten, als die Himmelfahrt schon vorbei war. Denn in der Situation selbst, die hier beschrieben wurde, waren die Jünger nur ganz einfache Leute ohne Schriftkenntnis, und sie haben ganz gewiss nicht an Schriftzitate gedacht in diesem Augenblick, wo Jesus die Tierherden aus dem Tempel trieb und den Geldwechslern die Tische umwarf.

Selbstverständlich löste aber Jesus durch sein Verhalten sehr großen Anstoß bei den Menschen aus, besonders bei den jüdischen Autoritäten. Darum lesen wir in den Versen 18 bis 21:

Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du dies tun darfst?
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! 
Da sprachen die Juden: In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? 
Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. 

Wir sehen an Vers 21, dass als Kommentar von dem Autor Johannes diese Sache sofort erklärt wird. Jesus hatte davon geredet, dass man diesen Tempel abbrechen soll, also den Körper, in dem er wohnt, damit er ihn am dritten Tag aufrichtet. Und das soll als Beweis gelten, dass ihm die Taten erlaubt waren, die er vollbrachte. Und wir wissen, dass Jesus wirklich getötet wurde und auferstanden ist aus den Toten am dritten Tag. Dies war das Zeichen, welches seine Taten rechtfertigte, weil Gott nur einem Mensch, der ihm wohlgefällt, ein solches Los geben würde, dass dieser auferstehen kann aus den Toten. Aber die religiösen Autoritäten vom Tempel, die Jesus gerade zur Rede stellten, wussten davon gar nichts. Sie wussten nicht, dass Jesus der Messias und Sohn Gottes ist, sie wussten nicht, dass er aus den Toten auferstehen wird, sie wussten auch überhaupt nicht, dass Jesus ihnen hier gerade durch eine Gleichnisrede antwortet. Die hören, dass der Tempel abgebrochen werden soll, und nehmen das sofort wörtlich. Sie denken ernsthaft, Jesus würde zum Ausdruck bringen wollen, dass er das ganze Tempelgebäude in Jerusalem Stein für Stein aufbauen kann mit seinen eigenen Händen, und er würde dafür nur drei Tage benötigen. Das kommt davon, wenn man nicht fähig ist, himmlisch zu denken. Dann nimmt man geistliche Rede wörtlich und landet bei den verrücktesten und unrealistischsten Auslegungen. Aber es ging den religiösen Autoritäten ja auch gar nicht darum, irgendwelche Gleichnisse zu verstehen. Sie waren die Verantwortlichen über das Tempelgebäude, und Jesus war an diesem Tag ein Unruhestifter, daher musste er konfrontiert und verwarnt werden. Und wenn die ihn so reden hören, dass der Tempel abgebrochen und in drei Tagen aufgebaut werden soll, dann glauben sie bestimmt, Jesus wäre nicht nur ein Unruhestifter, sondern auch ein Wahnsinniger. Ich meine: Stellt euch das mal vor, wie das gewesen sein muss! Die Menschen mit Autorität sind dort im Tempel und stellen Jesus zur Rede, und dann erhalten sie von ihm so eine Antwort! Was wird ihnen da wohl durch den Kopf gehen? Es wird ihnen wahrscheinlich genau das Gleiche durch den Kopf gehen wie es heutzutage in unserer Zeit passieren würde, wenn ein Mensch in die Kirche rein geht, die zum Anlass des Festes mit Verkaufsständen zugestellt wurde, und er wirft die Stände um und bringt alles durcheinander. Wenn die Autoritäten dann fragen, wie ihm dies erlaubt sein könnte und er äußert solch einen Spruch wie Jesus, dann würden die Leute sagen: „Der ist völlig verrückt! Der gehört weggesperrt!“
Und das hochgradig Bemerkenswerte ist, dass Jesus gar keine Angst davor hatte, als Verrückter zu gelten. Jeder Mensch wüsste, wenn er im Tempel Unruhe stiftet und dann auch noch mit einer derartig seltsamen Erklärung ankommt, dass er dadurch als sonderbarer Spinner dasteht. Aber Jesus fürchtete sich davor nicht und machte es trotzdem, weil er nicht eiferte, um Menschen zu gefallen, sondern um Gott zu gefallen. Falls Jesus bis dahin sowas wie einen guten Ruf gehabt haben sollte in der Gemeinde, war es ab diesem Tag gewiss damit vorbei. Und doch war Jesus völlig furchtlos. Es interessierte ihn gar nicht, ob Menschen ihn für verrückt halten oder was sie sonst so für Sachen über ihn reden.

In Vers 22 finden wir noch einen weiteren Kommentar vom Autor, welcher der Geschichte vorausgreift. Es steht geschrieben:

Als er nun aus den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte. 

Man merkt sowohl an Vers 17 als auch an diesem Vers, dass die Jünger sehr viel Zeit zum Nachdenken hatten und diese auch zum Nachdenken benutzten, als Jesus in den Himmel zurückgenommen war. Und sie konnten einige Dinge, die Jesus zu Lebzeiten gesagt hatte, offensichtlich erst verstehen in den Tagen, an denen schon alles geschehen war, was Jesus zu durchlaufen hatte. Vielleicht können wie uns für unsere eigene Nachfolge daraus die Lehre mitnehmen, dass es völlig in Ordnung ist, wenn man die Nachfolge Jesu beginnt, aber trotzdem nicht sofort alles versteht, weil man manche Dinge eben erst später verstehen kann. Denn bei denen, die Jesus persönlich gesehen hatten, war es auch so.

Und nun schauen wir uns auch noch die letzten Verse dieses Kapitels an. Wir lesen in Vers 23 bis 25:

Als er aber am Passahfest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat. 
Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte, 
und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand von dem Menschen Zeugnis gab; denn er wusste selbst, was im Menschen war.

Wir sehen an Vers 23 deutlich, dass Jesus in Jerusalem für die Kranken betete und wohl auch das Evangelium verkündete. Und es wird berichtet, dass viele glaubten, aber wohl weniger an seinen Namen, sondern eher an die Verkündigung, denn ansonsten, wenn sie an seinen Namen geglaubt hätten, dann hätten sie ihn ja als den Messias anerkannt – haben sie aber nicht. Und in Vers 24 wird auch ausgesagt, dass Jesus es ihnen während dem Passahfest nicht begreiflich machen wollte, der Messias zu sein. Woran aber die Menschen glaubten, wenigstens für ein paar Tage, das waren die ganzen Belehrungen von Jesus über Gottesfurcht und einen Lebenswandel, der geprägt ist von der Liebe zu Gott. Und auch wenn sie anhand der Zeichen und der Belehrungen eigentlich schon hätten merken können, dass Jesus der Messias sein muss, kam es doch nicht dazu, und Jesus sah das auch in ihnen, dass trotzdem Widerspenstigkeit in ihren Herzen wohnte. Und deswegen, so lange es nicht von Gott befohlen war, offenbarte Jesus seine Identität ganz sicher nicht aus der eigenen Willkür heraus, und es gab in seinem Herz auch kein Geltungsbedürfnis in irgendeiner Form. Viele Menschen von dieser Welt brauchen die Bestätigung anderer Menschen. Sie wollen gesagt bekommen, sie seien etwas Besonderes, weil sie erwarten, sich davon gut zu fühlen und glücklich zu werden. Aber Jesus hatte es nicht nötig, irgendwelche positiven Zeugnisse von den Leuten ausgestellt zu bekommen, die ihn erbauen, indem Leute ihm sagen, wie sehr sie zu ihm aufschauen oder wie erstaunt sie über ihn sind. Jesus begehrte sowas gar nicht erst. Das ist ein gutes Vorbild für uns, wenn wir Jesus persönlich nachfolgen. Jesus hatte keine Sympathie und keine netten Worte von den Menschen nötig, um sich gut zu fühlen, da er sich völlig an Gott genügen lassen konnte, und genau der gleiche Zustand sollte auch in unseren Herzen vorherrschend sein.

Und nun sind wir mit diesem Kapitel durch. Was lernen wir daraus? Und was nützt es uns für die eigene Nachfolge?

Wir lernen aus diesem Kapitel zuerst, dass die Mutter von Jesus in diesen Tagen längst nicht mehr so gottesfürchtig und tugendhaft war, wie sie es einst gewesen ist, als sie den Messias gebären sollte. Und anhand der ersten Reaktion von Jesus auf seine Mutter bekommen wir als Jesus-Nachfolger und Jesus-Nachfolgerinnen auch einen ziemlich starken Eindruck davon, inwiefern die Gottesfurcht wichtiger ist als die Ehrfurcht vor Eltern. Denn Gott hat nirgendwo geboten, dass wir fremde Hochzeiten mit Wein ausstatten müssen, sondern er hat durch den Prophet Jesaja einen Weheruf gegen Trunkenbolde geäußert.
Durch die Situation im Tempel lernen wir eindeutig, dass Jesus kein Weichling war, der stetig lächelnd durch die Gegend lief und jeden abgeknutscht hat, sondern dass er auch durchaus bereit war, handgreiflich zu werden, wenn die Menschen sich in übelster Weise gotteslästerlich benommen haben und dahinter gar keinen Anstoß sahen. Natürlich hat Jesus keine Menschen geschlagen, aber er hat Tierherden auseinander getrieben und Verkaufsstände umgeworfen, weil er nicht zulassen wollte, dass die Diener des Mammon im wichtigsten Gotteshaus auf Erden herumlungern. Und heutzutage gibt es kein Gotteshaus, das von Gott anerkannt wäre, und es wird auch keines mehr geben, wo Gott selbst seinen Namen wohnen lässt, darum sind wir als Jesus-Nachfolger natürlich nicht dazu berufen, selber auch in den Tempel reinzugehen und dort um Gottes willen Verkaufsstände umzuwerfen. Aber wir sehen hier, dass jemand Sünde dorthin bringen wollte, wo sie ganz sicher nicht hingehört, und dass Jesus darauf sehr energisch und kompromisslos reagierte. Das können wir uns für unsere Nachfolge mitnehmen, damit auch wir energisch reagieren, wenn jemand Sünde in unser Leben hinein stellen will, obwohl wir für die Heiligkeit des allein wahren Gottes eifern, des Vaters von Jesus Christus. Und zuguterletzt lernen wir natürlich auch, dass Jesus immer darauf achten wollte, was in den Menschen ist. Auch das ist ein Vorbild für uns, denn es ist besser, wenn wir das Herz unserer Mitmenschen ergründen wollen, als wenn wir sie anhand von Titeln beurteilen oder von ihnen irgendwas erwarten, was sie gar nicht bereit sind zu leisten. Denn Jesus wusste, dass die Menschen nicht ordentlich darauf reagieren werden, wenn er sich als Messias zu erkennen gibt, und deswegen hat er sie gar nicht erst damit behelligt, denn es wäre eine zu hohe Erwartung gewesen.

Das soll nun genug sein für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

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