Text zu "Bibellehre - Kapitel 20 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/hYLdzeL0X4E

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 20 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Es geht in diesem Kapitel spezifisch darum, wie sich der Tag gestaltete, an dem Jesus auferstanden war. Wir lesen zunächst folgendes in den Versen 1 bis 3:

Am ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war. 
Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 
Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu dem Grab. 

Andere Evangelisten berichten stets, dass Petrus als einziger zum Grab ging, während sämtliche andere Männer zweifelten, als Maria von dem leeren Grab berichtete, aber der Autor Johannes baut hier schonwieder sich selber ein, denn mit diesem sogenannten „anderen Jünger“ meint Johannes sich selbst. Und es fällt auf, dass Johannes auf unterschwellige Weise erneut zum Ausdruck bringen will, dass er besser als Petrus war. Dies tat Johannes bereits, indem er bei der Gefangennahme Jesu betonte, Petrus hineingeführt zu haben, das tat er, indem er betonte, dass er am Kreuz stand, aber von Petrus liest man sowas nicht, das tat er außerdem, indem er erwähnt hatte, dass er der geliebte Jünger war, der sich an Jesu Brust lehnen durfte beim letzten Passahmahl, und Johannes tut es auch jetzt schonwieder durch folgenden Bericht in den Versen 4 und 5:

Die beiden liefen aber miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab, 
und er beugte sich hinein und sah die leinenen Tücher daliegen, ging jedoch nicht hinein. 

Hier will also Johannes sich selber zum wiederholten Mal als den darstellen, der doch größere Geltung hatte, denn er erzählt, dass er schneller als Petrus zum Grab eilte. So langsam kann einem das echt auf die Nerven gehen, wenn man immer wieder merkt, was da für ein hochmütiges Geltungsbedürfnis erkennbar wird. Aber glücklicherweise müssen wir uns das nicht mehr lange antun, denn wir sind ja schon beim vorletzten Kapitel dieses Evangeliums angekommen.

Als nächstes lesen wir die Verse 6 bis 10. Dort steht:

Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in das Grab hinein und sieht die Tücher daliegen 
und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort. 
Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und er sah und glaubte. 
Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen müsse. 
Nun gingen die Jünger wieder heim.

Bis hierhin sind eigentlich alle Worte sehr leicht zu verstehen gewesen, nicht wahr? Es kommen in diesen Versen keinerlei schwierige Sinnbilder vor. Wir haben einen Bericht davon gelesen, dass Maria das leere Grab vorfand, und dann gingen laut diesem Kapitel zwei Apostel hin, um es nachzuprüfen, und konnten es selber auch sehen, aber sie blieben dann nicht beim Grab, sondern gingen wieder nach Hause.
Bei Maria Magdalena hingegen schien es so zu sein, dass sie einfach nicht fassen konnte, was hier passierte, denn es sah ja so aus, als wäre der Leib von Jesus gestohlen worden, und deshalb wollte sie wenigstens vor dem leeren Grab stehen und an Jesus gedenken, auch wenn der Leib nicht mehr dort war. Sie war diejenige, die es nicht für das Beste hielt, einfach wieder nach Hause zu gehen, sondern sie blieb dort vor dem Grab. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 11 bis 13:

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Wie sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab, 
und sie sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen beim Haupt, den anderen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 
Und diese sprechen zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 

An diesem Text erkennt man sehr gut die tiefe Trauer von Maria. Aber noch bemerkenswerter ist das, was als nächstes kommt, denn wir lesen in den Versen 14 bis 16:

Und als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen und wusste nicht, dass es Jesus war. 
Jesus spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen! 
Jesus spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! (das heißt: »Meister«). 

Maria war so sehr mit ihrer Traurigkeit beschäftigt, dass sie zuerst gar nicht mal Jesus anschaute, aber wir sehen, dass ihr dann doch klar wurde, wer da vor ihr steht, und dass es sich nicht um den Gärtner handelte.

In Vers 17 lesen wir folgende Worte:

Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. 

Bei diesem Vers ist es vielleicht erwähnenswert, dass die Aufforderung, Jesus nicht anzurühren, eine etwas andere Bedeutung hat, als man es zuerst vermutet. Denn „anrühren“ klingt ja nach vorsichtigem Anfassen, aber das Wort, das im griechischem Urtext steht, beschreibt eigentlich vielmehr ein enges Klammern, fast schon ein Umschlingen eines Menschen. Das heißt: Jesus hat Maria aufgefordert, dass sie ihn jetzt nicht mit aller Kraft umarmen soll, so wie wenn man jemanden nie wieder loslassen will, weil nämlich Jesus zu Gott auffahren muss. Jesus ist zwar aus den Toten auferstanden, aber er kann jetzt nicht einfach dableiben, sondern er muss zu Gott hingehen, also zu seinem Gott und dem Gott seiner Apostel, die hier von Jesus sogar als Brüder bezeichnet werden. Ich glaube, dass sowohl Maria als auch die Apostel riesige Freude daran hätten, wenn Jesus einfach dableibt, aber leider ist das nicht Gottes Befehl, also muss Jesus hingehen, denn der Wille Gottes ist auch in dieser Situation wichtiger als das Wohlgefallen der Menschen, und mögen es auch die besten Freunde sein. Allerdings waren die Apostel in der aktuellen Situation auch gar nicht vor Ort. Die waren ja alle zu Hause und nur Maria war beim Grab geblieben.
Man sollte übrigens auch das Detail nicht übersehen, dass Maria hier ausgesandt wird, um für Jesus eine Aufgabe zu erfüllen. Daran sieht man, dass Jesus mit Frauen anders umgeht als die religiösen Tyrannen, die immer nur wollen, dass Frauen überhaupt nichts verkündigen, weil alles den Männern vorbehalten bleibt. Solcher Unsinn, bei dem in einigen wenigen Fällen so manches großes Potenzial bei Frauen ungenutzt blieb, kennt man zwar aus der Religion, aber es hat in der Mitte von echten Jesus-Nachfolgern und echten Jesus-Nachfolgerinnen nichts zu suchen. Wenn eine Frau von Herzen gerne dem Reich der Himmel dienen will, und wenn sie nicht völlig von Emotionen geleitet ist, sondern in Weisheit auftreten kann, dann sollte man mit ihr so umgehen, wie auch Jesus es hier mit Maria tat laut diesem Vers.
Und man erfährt auch, dass Maria treu handelte, denn wir lesen folgendes in Vers 18:

Da kommt Maria Magdalena und verkündet den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er dies zu ihr gesprochen habe.

Dieser Vers zeigt uns, dass Maria genau das getan hatte, was Jesus wollte. Der Autor Johannes vergisst aber zu erwähnen, dass die Männer ihr nicht glauben wollten und meinten, sie würde hier nur Märchen erzählen.

Wenn wir die nächsten Verse anschauen, finden wir einen Bericht darüber, wie Jesus fast allen Aposteln gleichzeitig erschien. Es steht geschrieben in den Versen 19 bis 21:

Als es nun an jenem Tag, dem ersten der Woche, Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, da kam Jesus und trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 
Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, als sie den Herrn sahen. 
Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 

Bis hierhin sind die Worte glaubwürdig und geben die Realität wieder. Allerdings empfinde ich ständig im Geist, dass die nächsten zwei Verse, die wir gleich lesen werden, eine Fälschung sind, die von korrupten Kirchenoberhäuptern in die Bibel hinein geschmiert wurden, um die Schandtaten der christlichen Religion vermeintlich zu rechtfertigen. Wir schauen es uns zuerst an, und danach sage ich euch, was mir diesbezüglich im Geist eröffnet ist. In Vers 22 und 23 lesen wir:

Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!
Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 

Wenn Jesus wirklich seine Apostel angehaucht hätte und sie dadurch den Heiligen Geist empfingen, dann wären die Kapitel 1 und 2 der Apostelgeschichte unsinnig. Denn dort wird geschildert, das alle warten mussten, bis der Heilige Geist kommt, und zehn Tage nach der Himmelfahrt von Jesus war es dann soweit. Aber dieser Fakt ist nichtmal der Knackpunkt. Besonders wichtig ist hier, dass die falsche Behauptung aufgeführt ist, Jesus hätte zu seinen Aposteln gesagt, dass sie selber entscheiden dürften, wem die Sünden vergeben sind und wem sie behalten bleiben. Das ist vom Teufel. Die Wahrheit sieht so aus, dass nur Jesus eine von Gott empfangene Vollmacht hat für die Vergebung von Sünden, und Jesus vergibt eigentlich immer. Die einzige Sünde, wo Jesus euch keine Vergebung ermöglichen wird, ist die Lästerung des Heiligen Geistes. Das heißt: Wenn ihr irgendwann mal in eurem Leben sehen solltet, wie ein gläubiger Mensch für einen Besessenen oder einen Verkrüppelten betet und die geplagte Person wird frei und gesund, dann dürftet ihr darüber auf keinen Fall sagen: „Das ist die Kraft des Teufels, die hier wirkt!“ Wenn ihr dies tun würdet, so wäre das in den Augen von Jesus unverzeihlich. Aber abgesehen davon vergibt Jesus euch alles, was ihr bereut. Er behält nicht einfach den Menschen die Sünden, wenn sie in einsichtiger Buße um Vergebung bitten. Bei Jesus kostet das auch niemals Geld oder Besitztümer oder körperliche Anstrengung. Aber die Kirche wollte Macht bekommen über alle Mitglieder. Normalerweise lassen sich solche Sachen wie der Beichtstuhl und besonders die Ablassbriefe überhaupt nicht biblisch rechtfertigen, zumindest nicht laut den echten Bibelworten, wenn man die weltlichen Verfälschungen beiseite lässt. Aber Menschen werden kontrollierbar, wenn man sie so weit hat, sich von ihnen ihre Verfehlungen beichten zu lassen, denn dieses Wissen kann man gegen sie benutzen, und man wird auch Kontrolle über sie haben, wenn man sie überzeugt, als Einziger ihnen Vergebung aussprechen zu können. Und deswegen haben korrupte Kirchenleiter diese falsche Behauptung in die Bibel reingeklatscht, Jesus hätte eine Vollmacht zum Verweigern von Vergebung an Apostel ausgeteilt. Denn gläubige Menschen wissen, dass sie Vergebung brauchen, und wenn man ihnen die Lüge erzählt, dass nur die Religion dies zu entscheiden hat, dann kann man sie natürlich in übelster Weise ausbeuten, da manche Menschen ja wirklich bereit sind, absolut alles zu tun, nur um Vergebung zugesprochen zu bekommen. Das ist alles eine sehr große Schande, die da in die Welt gesetzt wurde durch die Verfälschung der Schriften. Wenn aber jemand Ohren hat, um zu hören, der höre:
Es kann euch kein Mensch in unserer Weltzeit Vergebung vor Gott garantieren. Wenn ihr Vergebung von dem allein wahren Gott haben wollt, von dem Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, dem allmächtigen Schöpfer aller Seelen, dann müsst ihr im Gebet zuerst Mal ihm selbst, also unserem Vater im Himmel sagen, dass es euch leidtut, was ihr verbockt habt, und danach müsst ihr den König Jesus darum bitten, dass er euch in der Vollmacht Gottes die Schuld abwäscht, die ihr auf euch geladen habt. Ihr braucht dazu keine Priester oder sonst irgendwelche Menschen, und schon gar nicht wäre eine Religion nötig. Ihr braucht nur Jesus und ein reuevolles Herz im Gebet zu Gott, aber mehr braucht ihr nicht. Jesus kann eure Schuld geistlich abwaschen, damit ihr vor seinem Gott als unschuldig dasteht. Ihr solltet euch aber ehrlich bemühen, danach nicht schonwieder neu in Sünde zu fallen. 
Und die Worte, die in diesen zwei Versen stehen, welche wir gerade vor uns haben, über die sage ich euch im Namen von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der im Fleisch gekommen ist: Es ist alles ein Betrug. Kein einziges dieser Worte hat der echte Messias, Jesus von Nazareth, jemals gesprochen. Es ist nur ein schändliches Machwerk von religiösen Kontrollfreaks – eines von vielen – und wer die Wahrheit liebt, der nimmt diese beiden Verse nicht ernst.

Die nächsten Verse, die wir lesen werden, sind aber wieder mit der Realität konform. Es steht geschrieben in den Versen 24 und 25:

Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Da sagten ihm die anderen Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und meinen Finger in das Nägelmal lege und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich es niemals glauben!

Hier sehen wir also den Unglaube von Thomas. Er stellt ganz klare Bedingungen, um zu glauben, dass Jesus auferstanden ist aus den Toten. Dabei sind diese Bedingungen sehr extrem und klingen irgendwie auch ekelerregend. Doch so lange ihm nicht ein solcher Beweis erbracht werden würde, würde er niemals an die Auferstehung glauben und somit auch nicht daran, dass Jesus lebt.
Nun werden wir gleich sehen, dass es für Jesus ein erstrebenswertes Ziel war, Thomas zu überzeugen, dass Jesus lebt und die Auferstehung tatsächlich geschehen ist. Denn dieser Glaube ist unbedingt notwendig. Thomas kann schließlich nicht als ein Apostel durch die Welt ziehen, der das Evangelium von Buße verbreitet, während er gleichzeitig sagt: „Diese Worte sichern uns ewiges Leben. Aber der, welcher sie verkündigte, ist leider verstorben.“
Das wäre verrückt, und deswegen lesen wir in den Versen 26 bis 29:

Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum drinnen, und Thomas war bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt in ihre Mitte und spricht: Friede sei mit euch! 
Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 
Und Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 
Jesus spricht zu ihm: Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Hier war Thomas so extrem erschrocken, dass er nicht wusste, was er sagte. Er hat in völliger Fassungslosigkeit reagiert und nicht gefiltert, was er jetzt überhaupt äußert. Jesus aber erkennt, dass Thomas nicht mehr an der Auferstehung zweifelt, deswegen hat Jesus sein Ziel erreicht. Er ermahnt aber auch, dass es besser ist, an die Auferstehung zu glauben, ohne den lebendigen Jesus extra sehen zu müssen. Denn wer es mit Gewissheit festhält, dass Jesus ganz real auferstanden ist, der ist glückselig. Das ist es, was in Vers 29 zum Ausdruck kommen soll. Und gleichwie Petrus auf dem Berg in einer früheren Situation nicht wusste, was er sagte, als Moses und Elia vor Jesus erschienen und Jesus zu leuchten begonnen hatte, so haben wir auch hier den Fall, dass ein Apostel, also ein einfacher Mann, der jedoch sehr an Jesus interessiert war, nicht wusste, was er gerade redet und daher Worte sprach, die streng genommen gar nicht angemessen waren. Das wäre wahrscheinlich jedem von uns so gegangen, dass uns irgendeine überspitzte Bemerkung raus rutscht, wenn wir den lebendigen Jesus mit Nägelmalen vor uns sehen! Ich meine: Haltet euch bitte mal ganz genau vor Augen, was hier passiert ist!
Vor 8 Tagen hatte Thomas gesagt, dass er seine Finger in die Wunden von Jesus legen will. Das sagte Thomas, als nur ein paar Apostel anwesend waren. Jesus war nicht anwesend. Jesus hatte das scheinbar gar nicht gehört. Thomas ging fest davon aus, dass Jesus diese Worte nicht hören würde, und scheinbar rechnete er auch nicht damit, dass Gott es hört und es dann an Jesus offenbart, sondern Thomas ist in seinem ganz normalen weltlichen Denken drin. Er denkt sich: „Eine Auferstehung aus den Toten ist doch völlig unmöglich! Damit vertrete ich den besten Standpunkt. Und ich habe auch laut ausgesprochen, dass ich es höchstens glaube, wenn ich meine Finger in seine Wunden legen dürfte, sobald er vor mir steht! Das bringt die Botschaft deutlich genug rüber, dass eine Erzählung über eine Auferstehung grundsätzlich extrem zweifelhaft ist!“
Und nun, wo die 8 Tage abgelaufen sind, erscheint der lebendige Jesus vor Thomas. Und nicht nur das, sondern Jesus sagt sogar genau die Worte zu Thomas, von denen Thomas meint, dass sie einerseits sowieso nur eine Übertreibung waren und die andererseits überhaupt nicht von Jesus gehört werden konnten, denn Jesus war nicht mit im Raum gewesen. Das ist doch heftig! Das ist so extrem, dass man da wirklich das klare Denken einbüßt in so einem Moment. Da wäre jeder Mensch derart fassungslos, dass ihm sonstwas für Bemerkungen über die Lippen gehen, Hauptsache, man zweifelt ab jetzt nicht mehr daran, wie real dieses übernatürliche Ereignis der Auferstehung ist. Niemand wäre unter solchen Umständen dazu fähig, in diesem Moment erstmal ganz ruhig die Lage zu verinnerlichen und dann mit einem großartigen Weisheitsspruch zu reagieren. Und deswegen handeln alle Menschen töricht, die diese aus Fassungslosigkeit kommende Reaktion von Thomas nun als eine große Verkündigung unzweifelhafter Wahrheit deuten wollen. Eines aber ist wahr: Jesus ist auferstanden, nachdem Gott ihn auferweckt hatte aus den Toten, und Gott hat ihn zum Erstgeborenen aus den Toten zum ewigen Leben gesetzt. Jesus wird nie wieder sterben. Und Thomas hat ernsthaft seine Finger in die Wunden von Jesus gelegt, als Jesus vor ihm stand. Davon haben wir gerade selbst gelesen. Die selben Wunden aber, die Thomas schon sah und sogar antastete, die hat Jesus heute immernoch. Der echte Jesus Christus hat einen Leib bekommen, bei welchem auch die Wunden von der Kreuzigung sichtbar sind. Und wenn Jesus wiederkommt, dann werden alle Menschen es mit ihren eigenen Augen sehen.

Es gibt in diesem Kapitel nur noch zwei Verse, und diese sollten wohl eine Art Abschluss für das Buch sein, denn wir lesen in Vers 30 und 31:

Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. 
Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Diese Verse müssten eigentlich das Schlusswort sein. Aber der Autor Johannes hatte das Problem, dass gerade dann, als das Buch theoretisch schon fertig war, ihm noch eine sehr besondere Begebenheit einfiel, die er erlebt hatte nach der Auferstehung. Und diese Sache ist so wunderbar, dass es eine Unverschämtheit wäre, sie der Welt vorzuenthalten. Deswegen hat Johannes noch ein einundzwanzigstes Kapitel hinzugefügt, obwohl er eigentlich schon fertig sein wollte bei Kapitel 20.
Die Worte aus den gerade gelesenen Versen sind aber insofern kostbar, dass sie uns nochmal deutlich daran erinnern, woran wir glauben sollen. Wir sollen nicht glauben, dass Jesus Gott ist, sondern wir sollen glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Denn Gott sein und Gottes Sohn sein – das sind zwei völlig verschiedene Dinge, die unabhängig von einander bestehen. Dadurch, dass Jesus der eingeborene Sohn Gottes ist, ist er aber Gottes wertvollster Besitz, und obendrein hat eben gerade Jesus uns die Wahrheit gebracht. Das sollte man alles glauben und auch dementsprechend wandeln, denn wenn man dies tut, so hat man durch diesen aktiven Glaube das Leben.

Und nun haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht. Was lernen wir aus diesem Kapitel? Und was nützt es uns besonders für die eigene Nachfolge?

Wir lernen aus diesem Kapitel einiges über die Ereignisse nach Jesu Auferstehung. Daran sieht man, welch eine liebevolle Zuwendung Jesus hat zu den Menschen, die an ihn glauben. Er ließ sie nicht in ihrer Trauer zurück, sondern er zeigte sich ihnen lebendig, damit ihre Trauer in Freude verwandelt wird. Zwar gibt es viele andere Dinge auf der Welt, die zum Heulen sind und wo die Trauer nicht in Freude verwandelt werden kann, weil sie schlecht bleiben, aber wann immer man merkt, dass Menschen traurig sind wegen einer Sache, bei der ihnen die aktuellsten Informationen fehlen, ist es schon das beste, die Leute nicht in Unwissenheit zu lassen, gemäß Jesu Vorbild. 
Darüber hinaus sollte man daran denken, dass es Maria war, die von Jesus zu den Aposteln gesandt wurde, und nicht die Apostel zu Maria. Und man sollte außerdem zur Kenntnis nehmen, dass einer von den Aposteln, nämlich Thomas, enormen Unglaube zeigte, aber als er dann einen zuverlässigen Beweis erhielt, wurde dieser starke Unglaube in starken Glaube verwandelt. Das zeigt ja, dass auch Menschen, die unbedingt Beweise brauchen, gerettet werden können. Allerdings können manche Beweise nur vom Himmel geliefert werden, um glaubwürdig zu sein, und nicht von menschlicher Redeweisheit. Für solche Beweise muss man nicht in einem Studium sitzen, sondern ins Gebet gehen.
Für die eigene Nachfolge können wir uns aus diesem Kapitel eigentlich nur die Frage mitnehmen, wie weit unser eigener Glaube wirklich geht. Wären auch wir vor dem Grab geblieben, wie Maria es tat, obwohl das Grab leer gewesen ist, weil die Sehnsucht nach Jesus derart groß ist, dass der Heimweg einen nun auch nicht glücklicher gemacht hätte? Und wie hätten wohl wir reagiert, wenn uns von dem auferstandenen Jesus erzählt wird, obwohl wir sein Sterben mitangesehen hatten? Hätten auch wir geantwortet, dass wir es niemals glauben?
Es gehört zu der echten Nachfolge dazu, diese Tatsache allgemein als völlig unzweifelhaft anzuerkennen, dass Jesus aus den Toten auferweckt wurde von Gott und dann auferstanden ist. Das ist so. Wer das nicht als Fakt anerkennt, kann die Nachfolge bleiben lassen, denn er würde nur in Selbstbetrug leben. Keiner, der sagt, an Jesus zu glauben, gleichzeitig aber die Auferstehung aus den Toten verleugnet, wird jemals des Reiches der Himmel teilhaftig sein. Das sollte soweit klar sein, und wenn dies irgendwem nicht klar ist, muss er sich besonders durch dieses Kapitel, aber auch durch Auferstehungsberichte aus anderen Evangelien, über diesen Fakt unterrichten lassen. Allerdings ist natürlich auch ein offenes Herz nötig, denn sonst wäre sämtlicher Unterricht vergeblich. Jesus wurde schon immer als der Gekreuzigte und Auferstandene verkündigt, aber wer das komplett ablehnt, dem werden Bibeltexte sowieso nicht helfen.

Und das war nun auch schon alles, was es in diesem Video zu sagen gab.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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