Text zu "Bibellehre - Kapitel 3 im Evangelium des Johannes"
Link zum Video: https://youtu.be/ardZCfAGWJA
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 3 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Wir haben in Kapitel 2 schon von der Situation gelesen, dass Jesus in Jerusalem war, um das Passahfest zu feiern, und er hatte sich unbeliebt gemacht, indem er im Tempel alles durcheinander brachte. Ganz besonders entsetzt waren die jüdischen Autoritäten von ihm, also die Schriftgelehrten, die Priester, die Ältesten und die Pharisäer. Unter den Pharisäern sprach man eigentlich nur Schlechtes über Jesus, obwohl Jesus auch viele Wunder bewirken konnte während des Passahfestes. Und die Pharisäer hatten es sich zur Regel gemacht in ihrer Mitte, dass sie diesen Mensch auf keinen Fall ernstnehmen wollen, und das jeder aus der Gruppe ihn verachten muss. So war es unter den religiösen Menschen beschlossen. Und dieses Verhalten hatten sie auch bei Johannes dem Täufer an den Tag gelegt. Sie hatten sich alle untereinander geschworen, dass kein einziger aus ihrer Mitte hingeht, um sich von Johannes im Wasser taufen zu lassen. Das würde innerhalb ihrer Gruppe als Schandtat gelten. Denn Johannes hatte schwere Tadel zu ihnen gesagt, und deswegen war es Zwang, in der Mitte der Pharisäer zu glauben, Johannes der Täufer könne niemals ein Mann Gottes sein. Und so war diese unbedingte Regel zustande gekommen, dass man als Pharisäer nicht hingehen darf, um sich taufen zu lassen.
Wichtig zu wissen ist nun, dass das Passahfest nicht nur aus dem Verzehren des Passahlammes allein besteht, sondern auch aus dem direkt damit zusammenhängenden Fest der ungesäuerten Brote, welches sieben Tage dauert, und während dieser ganzen Zeit war Jesus noch in Jerusalem. Und weil Jesus bei den Pharisäern zutiefst verachtet war, aber es einen Mann unter den Pharisäern gab, der Jesus mit ehrlichem Interesse begegnen wollte und ihn interessant fand, ging dieser Mann heimlich bei Nacht zu Jesus, um mit ihm zu reden, während kein Mensch in beobachtet, damit er nicht in Verruf gerät. Und Jesus wusste mit absoluter Sicherheit, dass jeder Mensch getauft werden muss, um erlöst werden zu können, daher versuchte Jesus bei der nächstbesten Gelegenheit, dies dem interessierten Pharisäer begreiflich zu machen. Genau darum geht es im ersten Abschnitt des aktuellen Kapitels. Wir lesen zunächst in den Versen 1 und 2:
Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster der Juden.
Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.
Hier hat Nikodemus erstmal versuchen wollen, Jesus ein bisschen zu ermutigen, indem er leicht übertriebene Worte redete. Er tat so, als würden alle Pharisäer schon eingesehen haben, dass Jesus ein von Gott kommender Lehrer ist, obwohl die Wirklichkeit so aussieht, dass die allermeisten Pharisäer Jesus verabscheuten. Nur Nikodemus selbst wollte Jesus besänftigen und bemühte sich darum, eine Art Vorarbeit zur Friedensschließung zu leisten.
Wenn nun ein weltlich gesonnener Mensch ein solches Verhalten erlebt, dass einer der Obersten zu ihm kommt und solche Worte redet, die ermutigend und tröstend sein sollen, dann würde der weltlich gesonnene Mensch dies zum Anlass nehmen, um sich erstmal darüber zu beschweren, wie schlecht die Pharisäer über ihn geredet haben und wie das sein kann, wo sie ihn doch als von Gott kommenden Lehrer anerkennen. Aufgrund des eigenen Egos würde ein Mensch von dieser Welt basierend auf den Worten von Nikodemus viel Nörgelei äußern, welche dazu führen sollte, dass die eigene Wichtigkeit endlich ernstgenommen wird und vielleicht sogar eine Entschuldigung folgt und die Leute nicht mehr so argwöhnisch auftreten. Bei Jesus ist es aber so, dass er kein stolzes Ego hatte, nicht von den eitlen Lüsten des Fleisches umhergetrieben war und dass er sich in keiner Weise etwas auf den eigenen Rang einbildete, darum reagierte er völlig anders. Denn während jeder Mensch von dieser Welt die Zusicherung von Nikodemus benutzt hätte, um zu sagen: „Ja, dann fangt doch bitte endlich an, auf mich zu hören und Ehrfurcht vor mir zu haben!“, lesen wir von Jesus folgende Reaktion in Vers 3:
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!
Hier sehen wir, dass Jesus in gar keiner Weise darauf eingeht, was Nikodemus überhaupt sagte. Das ist deswegen so, weil Jesus ein wichtigeres Gesprächsthema aufbringen will als das Thema der Anerkennung vor den Autoritäten. Das Thema, das Jesus stattdessen anspricht und welches absolut gar nichts mit der Äußerung von Nikodemus zu tun hat, hängt nämlich mit der ewigen Errettung der Seele von Nikodemus zusammen. Wenn man jemand ist, der von religiösen Menschen respektiert wird, kann dies in gar keinem Fall die Seele retten. Daher ist es auch völlig überflüssig, über sowas zu reden. Jesus aber redet über etwas, was zur Rettung dieses Menschen dient, denn Jesus macht Nikodemus darauf aufmerksam, dass das Denken von ihm neu werden muss, wie wenn man neugeboren ist in seinem ganzen Wesen. Denn Nikodemus lebt in Religiösität. Das ist alter und verwerflicher Müll. Und er wird zu hundert Prozent niemals etwas vom Reich Gottes sehen, wenn er so weitermacht mit seinem religiösen Leben. Es muss alles neu werden bei Nikodemus. Alle Anstrengung seiner Gedanken muss sich auf das ausrichten, worauf sie bisher überhaupt nicht ausgerichtet war. Denn Nikodemus hat, wie alle anderen religiösen Menschen auch, immer nur menschliche Bedürfnisse und das Wohlgefallen der anderen Religionsmitglieder im Herzen gehabt. Und das treue Befolgen der religiösen Anweisungen, die auf falsch ausgelegten Schriftworten basieren, sind sein Fokus und sein Fundament. Genau daran musste sich nun etwas ändern. Denn in der Religion gab es die Taufe zur Vergebung der Sünden nicht, so wie Johannes sie vollzog, sondern die Religion hatte beschlossen, dass man Johannes den Täufer verwerfen soll und keinesfalls hingehen darf, um sich taufen zu lassen, schon gar nicht als Pharisäer. Denn man müsste ja auch Schuld eingestehen, wenn man wirklich korrekt und wirksam getauft werden will. Aber die Pharisäer würden niemals Schuld eingestehen, da dies in der Religion allgemein unüblich ist und weil sie ja überzeugt waren, herrliche Wesen zu sein, die nichts falsch gemacht haben. Diesen Irrglaube hatten sie, weil sie meinten, das Einhalten der religiösen Menschengebote würde sie rechtfertigen, auch wenn ihnen Gott im Herzen eigentlich egal ist, da sie ja immerhin die Menschen zufriedenstellen. Sowas ist ein starkes Anzeichen von Religiösität, und da war es bei Nikodemus Zeit für etwas Neues.
Wir werden sehen, dass Nikodemus sich Mühe gibt, auf die Äußerung von Jesus einzugehen, jedoch nicht begreift, was Jesus ihm hier eigentlich sagen will. Es steht geschrieben in Vers 4:
Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?
Während also Jesus beschreiben wollte, was mit dem Denken von Nikodemus geschehen muss, hat Nikodemus diesen Ausspruch komplett weltlich gedeutet und gemeint, er müsste wirklich nochmal aus dem Schoß einer Frau hervorbrechen. Da es Jesus aber in erster Linie darum geht, dass ein Mensch seine geistige Gesinnung ändern und die Wichtigkeit der korrekten Taufe anerkennen muss, was ja die Pharisäer nicht taten, wird Jesus ein kleines bisschen genauer in seinen Ausführungen, redet jedoch trotzdem weiter in Gleichnissen, denn wir lesen in Vers 5:
Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!
Hier sehen wir die Dinge, die Nikodemus unbedingt begreifen muss, aber nicht nur Nikodemus allein. Auch wir selber, ganz besonders wenn wir in die persönliche Nachfolge Jesu eingetreten sind, müssen das wissen. Wenn ein Mensch nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Wir wissen, dass es am Ende aller Zeiten nur noch eine einzige Alternative gibt, wohin der Mensch kommt, wenn er nicht ins Reich Gottes darf. In der jetzigen gefallenen Welt könnte man alternativ zu irgendwelchen Religionen gehen oder sich zu den Atheisten gesellen, die in scheinintellektuellen Kreisen Gemeinschaft pflegen, aber am Ende aller Zeiten landet der Mensch in dem ewigen Feuer und Schwefelsee, wenn er nicht alles berücksichtigt hat, was aus Sicht des Himmels nötig ist.
Von Natur aus ist der Mensch in seiner geistigen Gesinnung so unterwegs, dass er tun will, was ihm selber in den Kram passt. Entweder lässt er dabei Gott völlig außen vor, oder er bastelt sich in Gedanken einen eigenen Gott zurecht, der alles gutheißen würde, wozu der Mensch Lust hat, damit der Mensch ein gemütliches Leben führen kann in seinem gotteslästerlichen Wandel. Und wenn der natürliche Mensch Gebote hört, so akzeptiert er sie maximal dann, wenn er auch aus sich selbst heraus schon auf ähnliche Gedanken gekommen war und es gut findet, aber den Teil der Gebote, die in den Augen des Menschen keinen Sinn machen, die schiebt er beiseite, und da versucht er Ausreden zu finden, warum diese ungültig sein müssten. Und es geht dem Mensch auch weniger um Gott, weil er Gott nicht sieht. Er sieht aber seine Mitmenschen, darum demütigt er sich wenn überhaupt viel lieber unter die Mitmenschen als unter Gott, weil ihm die Mitmenschen stets vor Augen sind. Und egal, welche Gräuel die Mitmenschen auch tun: Es wird mitgemacht, damit man keinen Ärger hat mit den Menschen. Das ist die von Natur aus im Mensch vorhandene Gesinnung, die mit Geistlichkeit rein gar nichts zu tun hat. Aber der Mensch muss das alles völlig ablegen und alle Anstrengungen seiner Gedanken nur noch darauf ausrichten, zu tun, was Gott gefällt, und nicht was der eigenen Lust gerade entsprechen würde oder ein Wohlfühlen im Inneren verursacht. Er lässt sich nicht mehr von sündhaften Gedanken steuern und will auch nicht mehr von Menschen aufgeschwatzt bekommen, was angeblich Gott will, sondern sucht Gott persönlich. Der Mensch soll an den Punkt kommen, zu tun, was in Gottes Augen gut ist, selbst wenn die Gesellschaft ihn dafür verachtet. Dann ist er aus dem Geist geboren, wie es sein muss, wenn er die klare Absicht in sich hat, nur noch so zu leben, wie es Gott gebietet, und nicht mehr von jeder Laune zur Sünde geleitet werden zu können oder irgendwelchen Menschengeboten untergeordnet zu sein. Dabei ist die erste Herausforderung für die allermeisten, dass sie überhaupt erstmal erkennen müssen, sich unter Menschengeboten zu befinden. Und das geht nur, wenn man nachforscht, was Gott sagt, und es abgleicht mit dem, was die Menschen daraus gemacht haben. Erst dann fallen einem die ganzen Unterschiede und Betrügereien auf. Und bei Nikodemus weiß man nicht, inwiefern ihm dies vielleicht schon aufgefallen ist, dass es einen Unterschied gibt zwischen Gottes Wort und dem religiösen Wort, wo unserem Vater im Himmel Unterstellungen gemacht werden, was er angeblich geäußert hätte, obwohl es nie von ihm kam.
Auf jeden Fall ist die Äußerung in diesem Gespräch, wie wir sie im gerade gelesenen Vers finden, völlig gleichbedeutend damit, dass Jesus sagt: „Nikodemus! Du brauchst die Taufe und du brauchst echte Buße, sonst bist du garantiert verloren!“
Jesus erklärt besonders die Sache mit der Geistgeburt noch etwas ausführlicher, jedoch auch wieder durch Gleichnisse, denn wir lesen in den Versen 6 bis 8:
Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden!
Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
Man könnte den Vers 6 locker auf den Schöpfungsprozess beziehen, also dass Gott Geistwesen erschaffen hat, indem er sie in die Existenz sprach, während die fleischlichen Wesen Nachwuchs erzeugen, indem ein Männlein und ein Weiblein beieinander liegen. Gott aber hat keine Ehefrau und benötigt auch keine. Die Hauptbotschaft ist aber eine andere. Jesus macht Nikodemus spezifisch darauf aufmerksam, dass alles, was aus dem Geist geboren wurde, Geist ist, und alles, was aus dem Fleisch geboren wurde, Fleisch ist, weil er dadurch aufzeigen will, woran man erkennen kann, ob die Geistgeburt überhaupt passierte. Das ist nicht nur für Nikodemus wichtig, der bei diesen Äußerungen sowieso nur „Bahnhof“ versteht, wie wir gleich noch merken werden, sondern es ist besonders wichtig für uns, wenn wir Jesus in Wahrheit nachfolgen. Ob ein Mensch aus dem Fleisch oder aus dem Geist geboren ist, das erkennt man daran, dass all sein Tun und sein Streben entweder fleischlich oder geistlich ist. Viele Menschen stellen sich hin und behaupten, von Neuem geboren zu sein oder aus Geist geboren zu sein, aber sie zanken sich, sind von unzüchtigen Lüsten geknechtet, haben ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis, das sie zum Hochmut verführt und lügen immer dann, wenn sie der Meinung sind, die Situation wäre zu brenzlig, um die Wahrheit zu sagen. So verhalten sich aber keine Menschen, die aus Geist geboren sind, denn sie handeln gegen den Geist. Und wenn sie auch hundertmal nacheinander ausrufen, sie wären aus dem Geist geboren, so sind es doch nur Worte des Selbstbetrugs, denn sie sind immernoch aus dem Fleisch, weil ihre Verhaltensweisen dem Fleisch entsprechen. Wenn nämlich jemand wirklich aus dem Geist geboren ist, dann will er gar nichts Unzüchtiges mehr tun, keine einzige Lüge mehr erzählen, egal wie klein, will nicht als jemand Besonderes gelten und will auch nicht in Streitereien versinken, ebenso will er keinerlei andere Werke des Fleisches tun, sondern achtet mit hoher Konzentration darauf, dies zu vermeiden, auch dann, wenn er mit Gedanken attackiert wird im Unsichtbaren, die fleischliches Tun in ihm auslösen sollen. Und deswegen ist ein solcher Mensch für all die vielen Menschen, die im Fleisch sind, so unbegreifbar und unbeschreiblich wie der Wind. Denn die Menschen kennen es alle, dass man lügt, wenn man in empfundener Not ist, dass man sexuelle Begierde hat, wenn man dazu erregt wird, dass man Streit beginnt, wenn man sich sicher ist, im Recht zu sein oder schlauer zu sein als das Gegenüber, und dass man unbedingt das Gefühl haben will, einzigartig, geliebt und respektiert zu sein in der Gemeinschaft. Das ist das gewohnte Menschsein. Und wenn einer all dies und sämtliche andere fleischliche Nichtigkeit verweigert, so ist er nicht nachzuvollziehen für die Menschen von dieser Welt. Gleichwie sie nicht sagen können, aus welcher Richtung der Wind gerade kommt und wohin er geht, obwohl sie ihn wahrnehmen, so können sie auch nicht sagen, woher ein aus dem Geist geborener Mensch kommt und wohin er geht. Es ist für sie wirklich unbegreiflich. Und es wäre für absolut jeden Mensch auf Erden etwas völlig Neues. Denn keiner, der hier lebt, kommt von ganz alleine zu dem Gedankengut, an welchem ein Mensch klammert, wenn er aus dem Geist geboren ist.
Da aber Nikodemus überfordert ist mit dem, was Jesus zu ihm sagt, lesen wir folgendes in den Versen 9 und 10:
Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen?
Jesus erwiderte und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
Nikodemus hat immernoch das Szenario in seinem Kopf, dass ein Kind zwischen den Beinen einer Frau hervorkommt, oder dass es irgendwie damit zusammenhängen muss, was Jesus hier redet, und fragt deswegen nach. Und Jesus ist ein wenig erschrocken darüber, dass dieser Oberste der Pharisäer die Gleichnisrede gar nicht als Gleichnisrede identifizieren kann. Es ist nämlich in der Mitte der Pharisäer üblich, dass die Gelehrten sich untereinander oft in Gleichnissen unterhalten und dass die Zuhörer auch leicht erraten können, was der Sprechende meint. Aber nun redet Jesus mit einem Pharisäer in Gleichnissen und der versteht praktisch überhaupt nichts. Da ist es schon ein bisschen komisch, wie die Pharisäer mit ihren Gleichnisreden immer ganz gescheit aussehen, aber im entscheidenden Moment begreifen sie doch kein einziges Wort. Da könnten sie auch gleich aufhören, in Gleichnissen zu reden und sich als besonders erhabene und intellektuelle Elite darzustellen. Denn wer wenig protzt, an den hat man auch wenige Erwartungen, aber wer sich selbst groß aufspielt, der wird auch hohe Erwartungen erfüllen müssen.
Darüber hinaus versucht Jesus zu erwähnen, dass er eigentlich nur das bekräftigt, was schon andere Propheten vor ihm verkündigten, auch wenn die Menschen es nie glaubten, und dass seine Worte vom Himmel sind. Denn Jesus ist nicht der Erste, der Menschen zur gedanklichen Umkehr auffordert. In den Versen 11 bis 13 lesen wir folgende Worte von Jesus:
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde?
Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.
In Vers 12 sehen wir eindeutig, dass Jesus bis jetzt von irdischen Vorgängen geredet hat. Das heißt: Dieser Vers gibt uns die Garantie, dass sowohl die Geburt aus dem Wasser als auch die Geburt aus dem Geist im Irdischen passieren müssen, also jetzt und hier, wo wir gerade in dieser Welt sind. Wenn eine Menschenseele aus dieser Welt genommen wird, ist es zu spät. Da kann man dann nicht mehr die Taufe empfangen und auch keine Buße mehr tun.
Jesus meint aber in Vers 13, dass keiner der Propheten auf die gleiche Weise vom Himmel ist wie er selbst. Es gab zwar Henoch und Elia, die beide lebendig in den Himmel aufgenommen wurden und nie den Tod sahen, aber diese waren nicht vorher schon im Himmel gewesen, bevor sie in die Welt geboren wurden. Jesus ist der einzige Mensch, bei dem es so ist, dass er schon im Himmel gelebt hatte, nicht als Mensch, sondern als Himmelswesen, bevor seine Existenz auf der Erde losging. Alle anderen Menschen sind erst lebendig geworden und in Existenz gekommen in dem Moment, wo Gott seinen Lebensodem in den Mutterleib der schwangeren Frau gibt, damit der in ihr heranwachsende Embryo zu leben beginnt. Denn wenn Gott dies nicht tun würde, dann würde jede Frau nur einen leblosen Fleischklumpen gebären. Und Jesus ist insofern die große Ausnahme, dass er in den Leib von Maria hineingetragen wurde und nicht erst Lebensodem bekommen musste während der Schwangerschaft.
Man sieht aber auch an Vers 11 deutlich, dass Jesus es tadelt, wie ständig wieder Propheten abgelehnt wurden, die himmlische Dinge bezeugten, gleichwie jetzt auch Jesus nicht ernstgenommen wird, weder von Pharisäern, noch von sonst irgendwelchen Menschengruppen.
Und wenn man bedenkt, wie Jesus darüber schimpft, dass sowohl sein Zeugnis als auch die Zeugnisse der vorher schon aufgetretenen Propheten nicht angenommen werden, dann ist es umso erstaunlicher, dass Jesus sich gegenüber Nikodemus trotzdem als Messias und Sohn Gottes zu erkennen geben will. Damit beginnt er nämlich ab Vers 14 und wir werden merken, dass Nikodemus dazu dann überhaupt nichts mehr sagen kann und dass nur noch Jesus redet. Es steht geschrieben in den Versen 14 und 15:
Und wie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
Bei diesen Worten könnte man im ersten Moment regelrecht erschrecken, da die Schlange in Sinnbildern sehr oft für den Teufel steht und somit diese ganzen Äußerungen extrem negativ erscheinen. Allerdings müssen wir uns eingestehen, dass Jesus hier nicht vom Satan redet an dieser Stelle, sondern dass er ein wichtiges Prinzip beschreiben will, das bis heute greift. Um dieses Prinzip zu verstehen, müssen wir das Ereignis aus der Wüstenwanderung Israels bedenken, auf welches Jesus anspielt. Bei der besagten Geschichte, als ein Feldzeichen von einer Schlange aufgerichtet werden sollte auf den Befehl Gottes hin, da hatte das Volk den Gott Israels, unseren Vater im Himmel, so extrem erzürnt, dass er giftige Schlangen in ihr Lager kommen ließ, und diese vergifteten viele Leute tödlich. Das ist hart, aber die Menschen haben sich derart schäbig benommen, zum wiederholten Mal, dass sie es nicht anders verdienten.
Sie waren die ganze Zeit mit dem Nötigsten versorgt und erlebten Gottes Nähe, aber sie machten trotzdem ständig böse Unterstellungen, indem sie behaupteten, dass Gott von Anfang an vorhat, sie zu töten in der Wüste, und sie lästerten über das Manna, also über die Substanz, die vom Himmel fiel, um die Menschen zu ernähren, obwohl dies praktisch die beste Speise war, die ein Mensch überhaupt haben könnte, besser als der edelste Weizen.
Und als die Schlangen dann die Leute plagten, flehten sie um Rettung. Da musste Moses ein Bild aufstellen, das genau so aussah wie die giftigen Schlangen. Und man musste dieses Bild anschauen, sobald man gebissen wurde, damit man nicht an dem Gift stirbt. Allerdings würde das Anschauen dieses Bildes auch bedeuten, dass man stetig an die eigene Schuld erinnert wird, weil die Plage ja nur durch die eigenen Sünden herbeikam, und man würde durch das Anschauen des Bildes stetig damit konfrontiert sein, dass all das Elend nicht hätte passieren müssen, hätte man selbst sich zur Abwechslung mal ordentlich benommen.
Die Parallele zu dem, was mit Jesus passieren wird, ist dabei unverkennbar. Denn wenn wir schonmal eine todeswürdige Sünde begangen haben, dann sind wir des Todes. Das ist wie ein Gift. Wenn wir aber die ganze Zeit lang Jesus anschauen und sein Opfer anerkennen, und uns allezeit daran erinnern lassen, dass unsere Schändlichkeit ihn ans Kreuz gebracht hat und dass all dieses Elend nicht hätte passieren müssen, wenn wir nicht so sündige Wesen wären, und wenn wir uns durch den pausenlosen Blick auf Jesus dazu bewegen lassen, uns einzugestehen, dass wir uns schuldig gemacht haben, dann wird das Schauen auf Jesus dafür sorgen, dass das Gift der Sünden, die wir vor dem Antreten der Nachfolge begangen haben, uns nicht töten kann. Denn eben das ist ja der Grund, warum Jesus freiwillig ans Kreuz ging und warum wir den Gekreuzigten stets vor Augen haben müssen: Sein Sühneopfer verhindert unser Sterben, wenn unser Blick an ihm haftet. Die Menschen von Israel mussten das damals wirklich tun mit dem aufgestellten Rettungszeichen. Sie mussten dauerhaft auf das Bild schauen und sich dadurch an ihre Schuld erinnern lassen. Würden sie gar nicht erst hinschauen oder ihren Blick sofort wieder abwenden, so würde das Gift sie töten. Das Gleiche gilt für uns bezüglich dem Fokus auf Jesus. Wenn wir gar nicht erst auf Jesus schauen oder unseren Blick schnell wieder abwenden, weil wir nicht damit konfrontiert werden wollen, wie sehr wir uns zu schämen haben, dass Gottes Sohn wegen uns dahingegeben werden musste, dann wird auch uns der Tod ereilen, den wir verdienen.
Weiterhin lesen wir in Vers 16:
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
Hier haben wir nun den obersten Lieblingsvers der gesamten Christenheit. Es bleibt aber zu hoffen, dass die Menschen auch die Tragweite dieses Verses begreifen. Es hat Gott alles gekostet, uns wirksame Erlösung zu ermöglichen. Gott hat seinen kostbarsten und am meisten geliebten Besitz hergegeben, den er überhaupt hatte, für ein verkorkstes und böses Geschlecht, damit etliche herausgerettet werden können und nicht die Strafe empfangen, die sie verdienen. Das war ein Akt, der aus Mitleid geschehen ist. Denn die Menschen sind es nicht wert. Kein einziger ist es wert, dass Gott seinen über alle Maßen geliebten Sohn zum Sühneopfer macht. Das verdient keiner. Aber wenn Gott Menschen sieht, die Buße tun und die verzweifelt sind über ihre bisher begangenen schändlichen Werke, die sie nie wieder tun wollen, dann erregt es im Herz Gottes ein so großes Erbarmen, dass er nicht einfach wegschauen kann. Er will ihnen helfen, er will ihnen einen Weg zur Rettung eröffnen. Und es ging nicht anders, als nur so, dass Gott seinen Sohn Jesus hergibt. Ich weiß nicht, wie wertvoll die Dinge sind, die ihr aufgegeben habt für Gott, falls ihr das überhaupt getan habt, aber einer Sache könnt ihr euch sicher sein: Gott hat für euch das aufgegeben, was ihm wertvoller war als alles andere. Eine noch wertvollere Gabe als Jesus hätte er nicht geben können. Lasst diesen Fakt mal in Ruhe in euren Gedanken wirken!
Ich muss an dieser Stelle auch darauf aufmerksam machen, dass man diese Liebe Gottes auf keinen Fall mit unverschämter Herzenshaltung annehmen darf. Denn manch ein Mensch bekommt gesagt, dass Gott ihn unvorstellbar liebt, und reagiert dann, indem er sagt; „Ja gut, dann sind wir schon zu zweit! Ich liebe mich selber auch!“
Jeder Mensch, der so tickt, kommt in die Hölle, denn dieser ekelhafte Stolz und die damit einhergehende Selbstliebe ist ein Gräuel. Es gilt den wichtigen Fakt zu begreifen, dass Gott die Sünde hasst, und dass seine Liebe zu einem nicht unbedeutenden Teil darin besteht, uns aus der Sünde rauszuführen bzw. raus erziehen zu wollen, bevor der Tod uns erwischt. Die Liebe Gottes ist keine verkorkste Liebe, bei der man sagt: „Mach einfach weiter und sei froh, du bist gut so wie du bist!“, sondern die Liebe Gottes besteht darin, dass Gott sagt: „Ich habe dir den Weg ins Leben eröffnet. Gehe ihn, und weiche nicht ab davon, weder zur Linken noch zur Rechten! Und alles, was auf diesem Weg nicht an dir sein darf, das musst du ablegen! Denn du bist eigentlich längst dem Tode geweiht, aber ich habe Mitleid mit dir und gebe dir noch eine Chance.“
Lasst uns nun mal schauen, welche Worte Jesus in Vers 17 spricht! Dort steht:
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.
Wenn man sich die Prophezeiungen über die Wiederkunft von Jesus vor Augen hält, dann merkt man, dass er bei seinem zweiten Kommen Gericht halten wird. Aber bei seinem ersten Kommen ging es allein darum, alles zu retten, was zu retten ist. Solange Jesus als Mensch auf der Erde lebte, hat er niemals irgendwen richten wollen. Das betont er hier deutlich, wie er zur Rettung in die Welt gesandt wurde, in die Mitte aller Verlorenen. Jesus will die Welt retten, und damit meint er alle Menschen, die auf der Welt leben. Er scheint also in diesem Moment bereits den Ratschluss Gottes mit einzubeziehen, dass nach der Himmelfahrt nicht mehr nur Israel die frohe Botschaft wissen soll und erlöst werden kann, sondern auch alle Heidenvölker auf der ganzen Welt, wenn sie sich gegen das Böse in all seinen Formen entscheiden würden und anfangen, zu glauben, was Jesus lehrt. In Vers 18 lesen wir noch folgendes:
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Dies bezieht sich auf das große Weltgericht am Ende. Wenn jemand an Jesus glaubt, wird er gar nicht erst ins Gericht gebracht. Und dieses „glauben“ steht dafür, dass man absolut alles ernstnimmt, was Jesus gesagt hat. Man glaubt nur ihm. Man lässt sich von niemandem, egal wer es ist, dazu verleiten, die Worte von Jesus auf Platz zwei zu stellen und fremde Worte, die ihm widersprechen, zu bevorzugen. Es kommt immer auf unerschütterlichen Glaube an, und Jesus hat ja die direkt aus Gott stammenden Worte geredet. Diese festzuhalten und niemals durcheinanderbringen oder für ungültig erklären zu lassen, ist das Ausleben von rettendem Glaube. Denn wenn die Menschen im Garten Eden das Wort Gottes geglaubt hätten, dann hätten sie nicht von der Frucht der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen. Aber sie haben andere Worte geglaubt, die Gott widersprachen, und haben somit bewiesen, dass sie nicht an Gott glauben. So ist es auch für Menschen in der Nachfolge Jesu. Jesus hatte Worte Gottes geredet. Wenn wir auch nur eine einzige Aussage glauben, die Jesus widerspricht, und möge sie auch noch so schön klingen, selbst wenn sie in die Bücher der Bibel hineingeschmiert wurde, dann sind wir Ungläubige, denn wir haben dann nicht an Jesus geglaubt, sondern an den Schwätzer. Wenn man nicht den Erklärungen von Jesus glaubt, dann muss man ins Gericht. Aber wenn jemand völlig das glaubt, was Jesus sagt, und sich von nichts und niemandem davon abbringen lässt, so wird Jesus den Name dieses Menschen bekennen vor Gott, und der Mensch wird vom Gericht ferngehalten. Und wenn jemand sich weigert, Jesus völlig zu glauben, so hat dieser Mensch die dümmste Entscheidung aller Zeiten getroffen, denn es existiert keine andere Rettung vor dem Gericht. Das Gericht aber wird allein zu dem Zweck abgehalten, dass einem Mensch alle bösen Dinge vorgehalten werden, die er jemals tat, seien es große oder kleine, und er wird deswegen ein Urteil empfangen, wie seine Strafe aussehen muss. Das sollte man beim Thema Gericht auf keinen Fall übersehen.
Und nun kommt der Vers, in dem die ultimative Weisheit ist. Die Weisheit Gottes in ihrer größten Fülle wurde so genial in diesen Vers gepackt, dass es in der gesamten Bibel keine andere Stelle gibt, die dem gleichbedeutend wäre. Es steht geschrieben in Vers 19:
Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
Das ist die Weisheit aus Gott, die alles übertrifft. Es ist absolut überwältigend. Gottes Gericht besteht darin, dass die Menschen nicht aufgehört haben, an der Finsternis zu hängen und sie zu begehren, obwohl das Licht erschienen war. Das ist so genial, dass man es nicht übertreffen kann. Denn man muss sich fragen: Wie sollte Gott denn mit unzweifelhafter Gewissheit diejenigen aus den Völkern herausfinden, die für die ewige Herrlichkeit tauglich sind? Es könnte ja passieren, dass es in seinem Reich auch wieder Sünde gibt und dort alles zugrunde geht. Wie sollte Gott es schaffen, dass er bei den Menschen, die alle freiwillige Entscheidungen treffen können, diejenigen herausfindet, die trotz dieser vorhandenen Freiheit gewiss nichts Böses tun werden? Was sollte man tun? Sollte man jeden Tag neben ihnen stehen, um sie zu ermahnen bei falschen Vorhaben? Sollte man übertrieben strenge Regeln aufstellen, von denen sie im Zaum gehalten werden? Oder sollte man ihnen einfach völlige Schuldunfähigkeit zuteilen?
All das würde dazu führen, dass auch im Himmel Böses passiert. Denn wenn man stets daneben steht, so verstecken die Leute das Böse eben in ihren Herzen und sorgen dafür, dass es nicht zur Oberfläche dringt, aber vorhanden ist es trotzdem. Wenn man ihnen Regeln aufbrummt, die ihnen nicht gefallen, dann baut sich in ihnen ein immer stärkerer Verdruss auf, und eine Sehnsucht danach, die verhassten Regeln zu stürzen. Und wenn man ihnen Schuldunfähigkeit zuweist, dann handeln sie von Zeit zu Zeit extrem abscheulich und fühlen sich dabei trotzdem gut. All diese Vorgehensweisen wären eine Sinnlosigkeit bei dem Bemühen, diejenigen Menschen herauszufinden, die in den Himmel gehören. Aber wenn man die Menschen absichtlich in die Finsternis setzt, damit sie ausgiebige Erfahrungen damit machen, wie nichtig und abartig alle Finsternis ist, und sie hocken da völlig verloren in ihrer Finsternis und handeln in nichtigem Irrwahn, und dann begegnet ihnen das wahre Licht, welches die Finsternis nicht begreifen kann, und die Menschen sehen das, aber wenden sich doch davon ab, weil ihnen die Finsternis besser gefällt, dann ist das so aussagekräftig wie nichts Anderes. Es ist die größte Weisheit überhaupt. Denn die Menschen, die zu der Überzeugung kommen konnten, dass die Finsternis vollständig verwerflich ist und dass sie überhaupt nicht liebenswert ist, und die dann doch in der Finsternis bleiben wollen, obwohl ihnen etwas viel Besseres begegnete, die haben ihr Herz offenbart. Das tief in ihnen Verborgene wird dadurch erkennbar auf geistlicher Ebene, und es bleibt kein Geheimnis mehr übrig im Herzen des Menschen, das übersehen worden wäre. Sie haben alles von sich selbst sichtbar gemacht, was Gott sehen muss, um zweifellos Bescheid zu wissen. Denn es ist die größte Sinnlosigkeit überhaupt, das Licht zu hassen und irgendwas, was zu Finsternis gehört, mehr zu lieben als das Licht. Alles, was Teil der Finsternis ist, hat nur das Ziel, in den Tod zu führen, auch wenn es ganz langsam passiert bei harmlos erscheinenden Dingen. Wenn man nicht ganz allein an dem Licht festhängt, sondern irgendetwas aus dem Bereich der Finsternis bevorzugt, und sei es auch nur klein, so hat man bewiesen, dass man das Licht nicht liebt. Und dabei ist das doch das einzig sinnvolle, was man tun kann bei dem sinnlosen Treiben, das ständig unter der Sonne geschieht. Nichts ist sinnvoller, als das Licht völlig zu lieben. Und genau dahin wird jeder denkende Mensch gebracht, wenn er zuvor in der Finsternis sitzen musste, und dann kommt das Licht. Er kann locker erkennen, dass nur allein das Licht sich lohnt, nach allem, was er gesehen hat in den Tagen der Finsternis. Wer aber die Finsternis erkennen konnte und doch alles verdrängt hat, weil er sich weigert, die Realität anzuerkennen, und deswegen gilt ihm das Licht nichts, der verdient nichts Anderes als die Hölle. Denn wenn ein Mensch niemals die Finsternis gesehen hat und ihm dann das Licht begegnet, so wäre es noch nachvollziehbar, dass er nicht am Licht klammern kann. Wer aber die Finsternis gesehen hat und trotzdem das Licht verachtet, der handelt wirklich in der größtmöglichen Torheit, er hat überhaupt keine Aufrichtigkeit und keine echte Liebe im Herzen. Bei einem solchen ist eine Verurteilung vollkommen gerecht. Denn das Licht ist erstrebenswert, und alles andere ist verwerflich. Das ist die Wahrheit. Und jeder kann es erkennen, wenn er einfach mal in Gedanken die Dinge durchgeht, die er in der Finsternis schon erlebt und beobachtet hat. Und wenn jemand den Beweis hat, dass die Finsternis schändlich und das Licht heilsam ist, aber er verspricht sich immernoch irgendetwas von irgendeinem Teil der Finsternis, so liebt er das Licht nicht und wird um seiner völlig irrsinnigen Verabscheuung willen, die er gegenüber dem Licht zeigte, im Gericht Gottes sein Urteil empfangen, weil es eine bewiesene Tatsache sein wird, dass nur allein das Licht sich lohnt und sonst gar nichts. Jeder, ohne Ausnahme, kann das sehen, solange er nicht absichtlich davor die Augen verschließt. Denn es spielt sich ja alles direkt vor unseren Augen ab, und man kann gar nicht mehr anders, als nur noch das wahre Licht zu lieben, wenn man sich einfach mal ganz ehrlich und ungeheuchelt einlässt auf das, was einem begreiflich gemacht werden soll in dieser bösen Welt. Wer das aber verdrängt, dem ist sowieso nicht zu helfen.
Jesus gibt zu dieser Sache noch folgenden Kommentar ab in den Versen 20 und 21:
Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.
Hier sehen wir die Realität. Eigentlich gibt es, wenn man ganz ehrlich ist, nur eine einzige Sache, die den Mensch davon abhalten könnte, dass er alle Worte Gottes unwiderruflich festhält und Jesus nahe sein will alle Tage seines Lebens. Und diese Sache ist das Versteckthalten von irgendetwas, wovon der Mensch weiß, dass es bei Gott und auch bei Jesus nicht erlaubt ist, und doch will er es behalten. Das ist der Grund, warum Menschen nicht die ganze Wahrheit haben wollen, weil sie irgendwas aus der Lüge zu sehr lieben und es lieber haben wollen als das, was aus Gott ist. Denn sie haben sich der närrischen Illusion hingegeben, dass das Böse, womit sie nicht aufhören wollen, ihnen eine größere Erfüllung wäre als die Gnade Gottes und die Nähe zu Jesus. Es gibt keinen einzigen Mensch auf Erden, der nicht zu Jesus kommt und nicht an den Gott von Jesus Christus glaubt, obwohl er ein gutes Herz hat, sondern jeder, der wirklich ein gutes Herz hat, der wird gerne hinzukommen und wünscht sich, dass Gott jeden einzelnen Handgriff sehen kann, den man tut. Denn man weiß, dass es für Gott in Ordnung ist und gegen sein Gesetz nicht verstößt, und deswegen hält man nichts versteckt, weil es alles Gott gefallen kann und man sich vor ihm nicht schämen muss, denn es sind keine Taten mehr vorhanden, die für Gott ein Problem wären. Und Jesus erwähnt diese Dinge gegenüber Nikodemus, weil auch Nikodemus ein Mensch werden soll, der dies von sich behaupten kann, also der ohne zu lügen von sich sagen kann, dass er nichts mehr tut, was für Gott ein Ärgernis wäre. Dann würde Nikodemus beim Licht sein und ewig leben. Aber nicht nur Nikodemus soll das begreifen, sondern auch jeder einzelne Mensch von uns. Wir werden zu Jesus kommen und mit ihm zu Gott gehen, wenn gar nichts mehr böse oder in irgendeiner Weise verkorkst ist an unserem Wandel und auch nicht in unseren Herzen. Wer aber Distanz hält, der tut es, weil noch Böses da ist, wovon sich nicht getrennt wird. Denn die, welche nicht beim Licht sein wollen, sind garantiert solche, die Böses tun. Das ist so.
Es ist nun aber auch das Ende der Worte erreicht, die Jesus zu Nikodemus sagte. Wenn wir in dem aktuellen Kapitel weiterlesen, dann werden wir merken, dass noch eine Sache über Johannes den Täufer berichtet wird. Johannes der Täufer hat nämlich ein ausführliches Zeugnis über Jesus abgelegt, das größer ist als das vorherige aus Kapitel 1. Und welchen Anlass er dazu hatte, sein größeres Zeugnis auszusprechen, erfahren wir in den Versen 22 bis 26. Dort steht:
Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
Aber auch Johannes taufte in Änon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war; und sie kamen dorthin und ließen sich taufen.
Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.
Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung.
Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm!
Offensichtlich hatte Jesus auch damit angefangen, Menschen zu taufen, genau so, wie es Johannes tat. Denn Jesus wusste ganz genau, dass es von unbedingter Wichtigkeit ist, bußfertige Menschen zu taufen. Deswegen erledigte er dies eigenhändig, und wir werden in Kapitel 4 noch sehen, dass genau so seine Jünger dabei mitmachten. Und da es nun zwei Menschen gab, die eine Taufe in ihrer Versammlung anboten, um Vergebung zu erwirken gemäß dem Ratschluss Gottes, entstand im Volk eine Verwirrung, denn sie diskutierten darüber, wer der bessere Täufer ist und durch wessen Hand stärkere Vergebung geschieht. Allerdings ist diese Frage sinnlos, denn die Kraft der Taufe hängt nicht von der Hand des Täufers ab, sondern allein davon, ob sie korrekt ausgeführt wird. Dann hat sie immer die selbe Kraft, egal wer sie vollzieht. Aber aufgrund der Tatsache, dass zuerst nur allein Johannes die Leute taufte, kamen nun seine Jünger zu ihm und erzählten ihm voll Verwunderung, dass der Mann namens Jesus dies mittlerweile ebenfalls tut. Sie meinten wohl, es wäre eine Schande, wenn Jesus die Leute tauft, weil er dadurch den Dienst von Johannes anfechten würde und sozusagen Johannes aus dem Geschäft drängt, auch wenn man natürlich mit dem Gott wohlgefälligen Taufen niemals Geld verdiente. Und ein unverständiger Mensch hätte durchaus auf die Jünger reagieren können, indem er sagt: „Das ist wirklich eine Frechheit, nachdem ich über diesen Jesus soviel Gutes geredet habe, dass er jetzt einfach anfängt, sich groß aufzuspielen und die ganzen Leute von mir abspenstig zu machen, die zuvor auf mich hörten! Was bildet der sich ein?“
Wir werden aber ab Vers 27 sehen, welche Worte Johannes der Täufer redete, um auf die Jünger zu reagieren, und es ist offenbar, dass diese Worte ganz anders sind als das, was ein Mensch mit weltlicher Gesinnung geredet hätte. Denn als Reaktion auf die Kunde, dass Jesus viele Leute tauft, lesen wir zunächst folgende Worte in Vers 27 und 28:
Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.
Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt.
Johannes betont hier, dass diese Sache vom Himmel gewollt ist. Jesus bekommt vom Himmel mehr Menschen zugeteilt als Johannes. Und Johannes betont, dass er sowieso niemals behauptet hatte der Messias zu sein, also brauchen nun auch nicht seine Jünger überflüssigerweise für ihn zu eifern. Johannes bemüht sich darum, deutlich zu erwähnen, wie seine Stellung aussieht im Vergleich zu Jesus, denn er sagte laut Vers 29:
Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hocherfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
Hier sagt Johannes, dass er sich freut über das, was hier gerade passiert, also dass Jesus eine größere Menge Menschen zu sich kommen sieht. Denn Jesus ist der, welcher die Braut hat, und die Braut ist die geliebte Stadt, das neue Jerusalem vom Himmel. Aber die Braut muss auch mit einem besonders schönen Schmuck geschmückt werden, darum lädt der Bräutigam Jesus möglichst viele Menschen als Gäste zur Hochzeit ein, die für die Braut als Schmuck dienen sollen, und damit sind die Männer und Frauen gemeint, die Jesus nachfolgen in vollkommener Gerechtigkeit, denn dadurch, dass sie vollkommene Gerechtigkeit haben, werden sie die Braut wunderschön aussehen lassen, denn sie sind dadurch der Schmuck. Deswegen sind auch alle Eingeladenen die Freunde vom Bräutigam. Wenn wir wirklich genau das tun, was Jesus gelehrt hat, und ihm ähnlich sind, dann dürfen wir uns als seine Freunde betrachten. Und auch Johannes der Täufer darf sich als Freund von Jesus betrachten, weil nämlich Johannes der Täufer an Jesus glaubt. Johannes selber hat keine Hochzeit im Himmel zu erwarten, wo er Bräutigam wäre, aber er ist der Freund des Bräutigams, der im Himmel eine unvergleichlich schöne Hochzeit feiern darf. Das weiß Johannes, und das sollte auch uns, die wir Jesus lieben, jederzeit bewusst sein.
Ein besonders bemerkenswertes Zitat im Bezug auf Jesus äußerte Johannes laut dem Vers 30, denn wir lesen dort folgenden Spruch:
Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.
Hier betont Johannes der Täufer ganz deutlich, das es nicht nur möglich, sondern sogar erforderlich ist, wenn Jesus größere Aufmerksamkeit hat als er. Aber wir können auch ein ganz ähnliches Motto auf unser eigenes Leben beziehen, da derartige Worte auch auf unseren ganzen Lebenswandel zutreffen. Jesus muss in uns zunehmen, und unser Ego muss abnehmen. Das muss solange weiterlaufen, bis nur noch Jesus übrig ist und das Ego praktisch in den letzten Zügen liegt. Darum ist dieses Motto gut für die Nachfolge, auch wenn Johannes der Täufer streng genommen nur über öffentliche Aufmerksamkeit geredet hat in diesem Moment.
In den restlichen Versen redet Johannes der Täufer aber noch etwas über Jesus, was man als himmlisches Wissen bezeichnen muss, denn wir lesen in Vers 31:
Der von oben kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der aus dem Himmel kommt, ist über allen.
Zum Ausdruck gebracht werden soll hier, dass Jesus jemand ist, der vom Himmel kommt und der auch von dem redet, was im Himmel gültig ist. Daran erkennt man, dass Jesus vom Himmel ist, weil er die Dinge redet, die vom Himmel sind und nicht von dieser Welt. Denn wenn einer von der Erde ist, dann erkennt man ihn sofort daran, dass er irgendwie immer nur von den Dingen redet, die von dieser Welt sind. Ein Mensch von dieser Welt kann nicht richtig über himmlische Dinge reden. Das ist unmöglich. Ein Mensch von dieser Welt, und möge er sich auch noch so fromm und weise aufspielen, redet immer nur von dem, was von dieser Welt ist. Er liest menschliche Bücher mit theologischen Deutungen, er redet von Philosophien, die sich andere Menschen mal ausgedacht haben vor seiner Zeit, er redet von Essen und Trinken, von Familienalltag, von Beruf und Karriere, von Kunst und Kultur, von Sport und Medizin, von Politik und Wissenschaft, von Geld und Vergnügungen, von fleischlichen Gefühlen und von an die jetzige Existenz gebundene Hoffnungen, die immer in menschlichen Herzen entstehen. Daran erkennt man ohne jeden Zweifel, dass jemand von dieser Welt ist. Und wir als Jesus-Nachfolger handeln verständig, wenn wir uns diese Weisheit ganz tief in unser Herz fallen lassen, damit wir nicht von weltlichen Rednern, die verkorkste Predigten halten, irregeführt werden, sondern jeden falsch auftretenden Mensch durchschauen. Darum sage ich euch: Merkt euch die Weisheit, die Johannes der Täufer an dieser Stelle mit allen geteilt hat! Wer von der Erde ist, den erkennt man daran, dass er von der Erde redet. Wer vom Himmel ist, den erkennt man daran, dass er vom Himmel redet. Dieses Wissen hilft sehr dabei, jeden Lehrer und alle sonstigen Verkündiger richtig einzuschätzen. Denn wir brauchen ein starkes Unterscheidungsvermögen, damit keiner es erfolgreich schaffen wird, uns mit geistlosem Gequatsche von der rettenden Wahrheit abzubringen. Es gibt nämlich sehr viel geistloses Gequatsche bei den Menschen, oft auch unter dem Name Jesus Christus, weil die von ihm sprechenden Personen lauwarme Herzen haben.
Ein wenig dramatisch wird es, wenn wir Vers 32 anschauen, denn dort steht:
Und er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an.
Dies ist die bedauerliche Wahrheit. Wenn jemand vom Himmel redet, so wird es nicht angenommen. Die Menschen achten die Worte vom Himmel oftmals als Dreck. Wenn man ihnen von Belanglosigkeiten erzählt, die sie schon kennen, dann hören sie gerne zu. Aber wehe dir, wenn du ihnen himmlische Dinge erzählst! Dann nehmen sie absolut gar nichts an und bezeichnen dich vielleicht sogar als Irrlehrer und als vom Satan verführten, der in die Hölle kommt um der Gesetzlichkeit willen. Das ist echt übel. Und wir haben hier das Zeugnis, dass es auch bei Jesus keine Annahme der Worte gab, die vom Himmel sind. Johannes der Täufer hat das gesehen. Es gab keine Annahmebereitschaft, obwohl doch Jesus redete, was er von seiner vorherigen Heimat wusste, also vom Himmel, und was ihm auch von Gott erklärt wurde in der stillen Zeit. Jesus redete die Dinge, von denen er weiß, dass sie zu der vom Himmel stammenden Wahrheit gehören, aber angenommen wurde es nicht. Und leider ist das kein Einzelfall, sondern es ist in dieser Welt der Standard. Gerade das, was die Seelen der Menschen rettet, wollen sie nicht haben, aber wenn irgendwelcher Blödsinn an sie herangetragen wird, dann greifen viele von ihnen kräftig zu.
Jedenfalls spricht Johannes der Täufer auch noch folgende Worte in Vers 33:
Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist.
Hier sehen wir die Wirkung, die es haben würde, wenn jemand mal wirklich die Worte von Jesus annimmt in ihrer Gänze. Man bestätigt dadurch, dass Gott wahrhaftig ist. Warum Johannes das sagt, wird ein bisschen näher erklärt im letzten Teil des Textes. Wir lesen in den Versen 34 bis 36:
Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß.
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Aufgrund der Tatsache, dass Jesus sich niemals in den Sinn kommen lassen würde, andere Worte zu reden als die, die von seinem Gott sind, bestätigt man die Wahrhaftigkeit Gottes, wenn man all diese Worte glaubt. Und was uns für alle Tage unseres Lebens in unser Herz fallen und nie wieder daraus entfernt werden sollte, das sind die deutlichen Worte aus dem Vers 36. Es ist ganz genau so, wie es dort von Johannes dem Täufer gesagt wird! Wer dem Sohn nicht glaubt, der hat weiterhin den Zorn Gottes auf sich. Es gibt keinen anderen Weg, um von Gottes Zorn verschont zu bleiben, als dass man alles glaubt, was Gottes Sohn erklärt hat. Wer etwas Anderes glaubt und somit Jesus verworfen hat, den erwartet ein sehr erschreckendes Ende. Darum ist es wirklich jeden zu wünschen, dass er seine gegebenenfalls religiösen Gewohnheiten und seinen kleingeistigen Stolz von sich selbst wegnehmen kann und Jesus nachfolgt in Wahrheit. Davon hängt alles ab, was die eigene Seele betrifft. Das hat nicht nur Jesus selber bezeugt, sondern auch schon Johannes der Täufer betonte es laut diesem Text.
Und nun haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht. Was lernen wir besonders aus diesem Kapitel? Und was können wir uns daraus mitnehmen für die eigene Nachfolge?
Der Lerninhalt dieses Kapitels ist unter Anderem der, dass Jesus sich die größte Mühe gab, den Pharisäer Nikodemus dahin zu leiten, dass dieser die Taufe benötigt und Buße tun muss, auch wenn das bei Pharisäern unüblich ist, und dass Jesus sich sogar als Sohn Gottes zu erkennen geben wollte, aber Nikodemus begriff überhaupt nichts.
Darüber hinaus erkennen wir in hervorragender Weise durch dieses Kapitel, welch einen großen Respekt Johannes der Täufer vor Jesus hatte und dass er viele Offenbarungen darüber hatte, wer Jesus ist und wie wichtig Jesu Worte sind.
Für unsere eigene Nachfolge sollten wir uns zweifellos die Offenbarung mitnehmen, dass ein Mensch nicht in das Reich Gottes eingeht, sofern er nicht aus Wasser und Geist geboren wird. Denn das ist wichtig, damit wir abschätzen können, ob wir selbst eine Chance auf das Reich Gottes haben und damit wir außerdem niemanden falsch belehren, wenn jemand uns fragt, was die Wahrheit ist beim Thema Taufe. Denn es existieren Menschen, die lehren, dass man ohne Taufe gerettet wird, wir aber als Jesus-Nachfolger müssen uns allezeit darin üben, die selbe Lehre zu reden, die Jesus redete. Und auch die Äußerung von Johannes, dass wir dem glauben müssen, was Jesus sagt, weil andernfalls der Zorn Gottes auf uns bleibt, soll uns als wertvolle Ermahnung gelten, damit wir allezeit ein Bewusstsein darüber haben, wie ernst und wichtig diese Sache mit der persönlichen Nachfolge ist. Denn lauwarme Christen suchen nach Ausreden, warum theoretisch auch Andersgläubige gerettet werden könnten vor der Hölle, wenn sie einen halbwegs guten Wandel hatten. Wir aber, als Nachfolger des Sohnes Gottes, müssen unbedingt der Welt erklären, falls es gehört werden will, dass der Zorn Gottes auf jedem Mensch bleibt, der sich weigert, den Worten von Jesus zu glauben. Denn nur dann, wenn dieses Bewusstsein herrscht, können wir uns selbst und anderen Menschen zu ewigem Leben verhelfen.
Ganz allgemein lernen wir auch an der Art, wie Jesus mit Nikodemus geredet hat, dass wir gut handeln, wenn wir uns nicht auf unbedeutende Gesprächsthemen einlassen, zum Beispiel solche Themen wie die Meinung, die andere Leute über uns haben. Da ist es besser, wenn wir möglichst bald zu Themen wechseln können, die der Seelenrettung dienlich sind. Es ist nicht schlimm, wenn wir auf die Äußerungen unserer Gesprächspartner nicht direkt eingehen, sofern wir Worte mit größerem Gewicht zu sprechen haben und unser Gegenüber nur eine nutzlose Diskussion über Eitelkeit starten wollte. Immer dann, wenn es zur Sprache kommt, welche Meinung andere Menschen über uns haben, dann ist es das nicht wert, vertieft zu werden. Da sollten wir lieber versuchen, diesen Menschen, die da gerade fleischlich handeln, ein bisschen mehr das geistliche Denken nahezulegen. Die einzige Ausnahme, wo wir wirklich mal auf die Menschen eingehen sollten, auch wenn es mit Gott nichts zu tun hat, sind Themen, die bei dem Sprecher ganz tief im Herz festsitzen und ihn persönlich sehr bewegen. Da kann man sich dann ruhig mal ein bisschen mehr auf ein Thema einlassen, auch wenn es Gott keine Ehre bringt, um dem Mensch, mit dem man redet, begreiflich zu machen, dass man seine Gefühle und Gedankengänge nachvollziehen kann, auch wenn man sie nicht teilt. Aber sobald es darum geht, dass Menschen übereinander reden oder sogar zu lästern beginnen, klinkt sich ein Jesus-Nachfolger aus.
Und das soll nun reichen an Worten über dieses Kapitel.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen