Text zu "Bibellehre - Kapitel 5 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/ks9XkkZ9H2g

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 5 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir hatten in Kapitel 2 schonmal davon gelesen, dass Jesus sich äußerst unbeliebt gemacht hatte durch eine Unruhestiftung im Tempel von Jerusalem, aber zumindest war dies noch nicht so schlimm, dass die Autoritäten ihn deswegen tot sehen wollten. Wenn wir nun aber das aktuelle Kapitel begutachten, werden wir merken, dass Jesus erneut Jerusalem besuchte und die Dinge dort eine sehr befremdliche Form annahmen, nachdem Jesus eine Wohltat am Ruhetag der Woche vollbracht hatte.
Zunächst lesen wir erstmal folgendes in den Versen 1 und 2:

Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 
Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat. 

Hier sehen wir erstmal nur, dass ein weiterer Besuch in Jerusalem begonnen hatte. Jesus war in der Stadt und ging zum Teich Bethesda. Übrigens heißt das Wort „Bethesda“ auf Deutsch übersetzt: „Halle der Barmherzigkeit“. Was nun an diesem besagten Teich so besonders war, das erfahren wir in den Versen 3 und 4, denn wir lesen dort folgendes:

In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. 
Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war. 

Dieses Detail ist an sich schon sehr faszinierend. Ganz unabhängig davon, ob Jesus in der Nähe war, fanden in diesem Teich in Jerusalem Heilungen der Kranken statt, weil Gott von Zeit zu Zeit einen Engel entsandte, der eine Heilungskraft auf den Teich legte, aber diese war nicht unendlich, sondern bald aufgebraucht. Gottes Barmherzigkeit bestand also darin, Menschen einfach so in dem Teich zu heilen. Aber die Menschen hatten keine Barmherzigkeit. Denn wenn sie welche gehabt hätten, dann hätten sie untereinander bewertet, wer von ihnen die übelsten Gebrechen hat, und die Leute mit den schlimmsten Plagen hätte man dann ins Wasser gelassen. Aber so war es nicht, sondern alle Leute, die irgendwie geheilt werden wollten, egal wovon, drängelten sich in völliger Selbstsucht in den Teich hinein, und wer nicht schnell genug war, der hatte halt Pech gehabt, denn das kümmerte die anderen Menschen nicht. Allein schon an dieser Szene kann man sehr, sehr gut erkennen, dass es die reine Wahrheit ist, wenn gesagt wird: Niemand ist gut als Gott allein.

Weiterhin lesen wir folgendes in den Versen 5 bis 7:

Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte. 
Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit in diesem Zustand war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab. 

Hier findet nun Jesus einen Mann bei diesem Teich der Heilung vor, bei der Halle der Barmherzigkeit, der schon 38 Jahre übel geplagt ist und dem niemand geholfen hat. Da wird der Ort seinem Name nicht unbedingt gerecht, zumindest nicht durch das Tun der Menschen. Der Mann ist entweder gelähmt oder schwer verkrüppelt, sodass er es nicht aus eigener Kraft schaffen kann, schnell genug ins Wasser zu steigen, wenn der Engel da war. Es ist aber auch ein bisschen schade, dass der Mann so unzusammenhängend geantwortet hat. Denn Jesus fragte ihn nicht, ob er einen Mensch braucht, der ihn trägt, sondern Jesus fragte ihn, ob er gesund werden will. Daran denkt der Geplagte gar nicht. Er scheint diesen Gedanke nicht an sich ranzulassen, gesund zu werden, besonders nicht ohne den Teich. Jesus aber soll für die Heilung dieses Mannes beten und tut das auch. Deswegen lesen wir in den Versen 8 und 9:

Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!
Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher. Es war aber Sabbat an jenem Tag. 

Wir sehen an diesen Versen, dass der Mensch gesund wurde, ohne daran geglaubt zu haben. Das Problem an der ganzen Sache ist aber teilweise, dass gerade Sabbat war. Das ist nämlich der heilige Ruhetag, wo man absolut keine Arbeit verrichten darf, weil es im Gesetz Gottes klar so geschrieben steht. Allerdings ist dabei die Frage, wie genau man sich das vorstellen muss, also an welcher Stelle Arbeit eigentlich losgeht. Jesus weiß, dass aus Gottes Sicht alle kleinen Handgriffe in Ordnung sind, die mit der Versorgung der Leidenden zu tun haben, und mit der Rettung eines bedrohten Lebens. Aber die Juden von Jerusalem wissen das nicht. Die glauben, dass bereits das Beten für Heilung am Sabbat als Arbeit gewertet werden muss und somit eine todeswürdige Sabbatschändung ist. Sie sind übertrieben streng und begreifen die Barmherzigkeit Gottes nicht. Ehrlich gesagt haben viele von ihnen daran auch gar kein Interesse. Und man könnte es hier auch Jesus zur Last legen, dass er zu dem Geheilten sagte, dieser soll die Liegematte umhertragen. Auch das könnte man, wenn man übertrieben streng ist, als Arbeit werten. Allerdings wäre es ebenfalls zu streng, wenn man zum Beispiel einen Mensch, der an einem heißen Sabbattag spazieren gehen will, dafür verurteilt, dass er einen Korb mitnimmt, in dem sich Getränke für unterwegs befinden. Also wie wäre nun wirklich das Tragen der Liegematte einzuordnen? Ist das nicht auch eine Sache, bei der es kein Drama sein soll, wenn man das tut? Ich schätze es so ein, dass das Tragen einer Liegematte gerade noch so im Rahmen der heiligen Ruhe ist, weil es ein unverzichtbarer Alltagsgegenstand ist, der zur Verbesserung der Situation eines Kranken benötigt wird. Aber man muss tatsächlich aufpassen, dass man deswegen jetzt nicht dazu verleitet wird, allerlei Dinge durch die Gegend zu tragen am Sabbattag, denn es ist wahrhaftig das Ziel dieses Tages, dass der Mensch größtmögliche Ruhe sucht.

Auf jeden Fall sind die jüdischen Autoritäten extrem streng und achten sehr darauf, dass niemand am Sabbattag etwas Verbotenes tut, daher ist es kein Wunder, dass auch der Geheilte sehr bald eine Verwarnung erhielt. Wir lesen nämlich folgendes in den Versen 10 bis 13:

Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, die Liegematte zu tragen! 
Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher! 
Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liegematte und geh umher? 
Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war. 

An diesen Versen soll erkennbar werden, dass die Juden von Jerusalem wirklich verärgert waren, da sie das Verhalten des Geheilten als Entheiligung der Sabbatruhe sahen. Sie freuten sich auch überhaupt nicht darüber, dass dieser Mann, der 38 Jahre lang geplagt gewesen war, nun gesund ist. Das schien die überhaupt nicht zu interessieren, auch nicht nebenbei. Jesus aber konnte in dem Moment nicht ergriffen und zur Rede gestellt werden, denn er hatte sich von dem Ort entfernt. 
Als nächstes lesen wir etwas sehr wichtiges in Vers 14. Dort steht:

Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt! 

Diese Worte sind sehr wertvoll, und zwar nicht nur für den Geheilten, sondern auch für uns. Wenn es in unserer Mitte jemanden gibt, der schonmal übernatürlich geheilt wurde, so ist dieses Zitat die beste Wegleitung für solch einen Mensch. Geh hin, und sündige nicht mehr! Das muss der Geheilte auf sich selbst beziehen und sich selbst als Ziel setzen. Wenn aber wir selbst für jemanden gebetet haben durch Handauflegung, und dieser Mensch wurde gesund, dann sollte dies, was Jesus hier sagt, auch genau das sein, was zuerst unseren eigenen Mund verlässt. Auch wir müssen dem Geheilten dann mit aller Ernsthaftigkeit bezeugen: „Sündige nicht mehr, sonst wird es mit dir noch schlimmer als vorher!“
Denn es ist kein Pessimismus, sondern schlicht und ergreifend die Wirklichkeit, dass die Menschen Schlimmeres erleiden, die auf übernatürliche Heilung nicht richtig reagieren. Man muss das als treuer Diener des Messias Jesus unbedingt bezeugen. Und dieser Mann, der hier von Jesus geheilt wurde, nachdem er 38 Jahre lang geplagt war, ist leider ein Kandidat für diesen traurigen Verlauf, dass es schlimmer mit ihm werden wird, denn wir lesen in Vers 15:

Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. 

Das ist die Reaktion des Mannes, nachdem Jesus ihm bezeugt hat, dass er aufhören muss, zu sündigen. Er geht sofort zu den Autoritäten und macht sie darauf aufmerksam, dass dieser Jesus dort ihn geheilt hat. Dieser Mensch hat sich das also nicht zu Herzen genommen, was Jesus sagte, und er hat sich auch nicht gefreut, Jesus wiederzusehen, sondern er geht sofort hin, um ihn an die Autoritäten zu verraten. Das ist die Reaktion auf das Heilungsgebet, durch welches er nach 38 Jahren Plage gesund geworden war. Ist das nicht schäbig? Ich glaube, es gibt kaum eine miesere Art, zu reagieren.

Und da nun Jesus aus Besorgnis um die Zukunft dieses Mannes gesagt hatte, dass er nicht mehr gegen Gott sündigen darf, damit nichts Schlimmeres mit ihm passiert, und er das Ergebnis davontrug, dass er bei den jüdischen Autoritäten angezeigt wurde, bekommt er nun riesigen Stress mit ihnen, weil in ihren Augen Jesus des Todes würdig ist. Wir lesen diesbezüglich in Vers 16:

Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er dies am Sabbat getan hatte.

Diese Sache muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn hier steht, dass sie Jesus verfolgten, dann ist damit eine Strafverfolgung gemeint, die von den Behörden des Landes ausgeht. Jesus war ein gesuchter Verbrecher, der verhaftet werden muss, weil er am Sabbattag für die Heilung eines schwer geplagten Mannes gebetet hatte. Diese Strafverfolgung war keine Kleinigkeit und auch keine Angelegenheit, die nur einen Tag dauerte, sondern Jesus galt beginnend ab diesem Moment dauerhaft als gesuchter Straftäter, den es zu erwischen gilt. Das ist der Zustand, mit dem der Messias der Juden, der gekommen war, um sie zu retten, nun leben musste. 

Wir werden aber auch merken, dass Jesus konfrontiert wurde und deswegen zu den Menschen Worte sprach, die sie nicht verstehen konnten. In Vers 17 lesen wir zunächst:

Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch. 

Hier versucht nun Jesus ihnen begreiflich zu machen, dass alles von Gott ausgeht und dass Jesus nur das tut, was Gott will. Jesus betet, wie er beten soll auf Gottes Befehl hin, und dann tut Gott die Wunder, für die gebetet wird. Und als Jesus dies sagte, da wurden seine Worte völlig falsch eingeordnet, denn wir lesen in Vers 18:

Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte. 

Jesus hatte den Sabbat gar nicht gebrochen. Und Jesus hatte sich selbst überhaupt nicht Gott gleich gemacht. Aber in den Augen der leichtfertigen Autoritäten, die sich in nichts hineindenken, sondern immer nur in spontaner Willkür reagieren und nach dem Augenschein Gericht üben, hatten die Taten und Worte von Jesus dies zu bedeuten. Aufgrund dessen, was sie gehört und erlebt haben, waren sie aus ihren eigenen Herzen heraus der festen Überzeugung, dass Jesus ein Sabbatschänder wäre, und dass er obendrein auch noch sich selbst zu Gott erklärt hätte. Nichts davon ist die Realität. Es ist nur der verbitterte Irrsinn im Kopf dieser Leute, die sowieso schon die ganze Zeit lang neidisch auf Jesus waren. Denn es ist am Sabbat aus Gottes Sicht in Ordnung, wenn man einzelne Heilungen an schwer geplagten Menschen bewirkt, weil der Sabbattag ein Tag der Erholung und Erquickung ist, aber ein schwer geplagter Mensch ist so sehr im Leiden, dass er sich nicht erholen kann, und deswegen ist es gut, ihn auch am Sabbat in einen heilen Zustand zu bringen, damit dieser Mensch den Sabbat überhaupt genießen kann. Und Jesus hat deutlich genug zum Ausdruck gebracht, dass sein Vater zuerst wirkt, wodurch er schon zu verstehen gegeben hat, dass Gott größer ist als er. Aber diese Leute sehen in ihm trotzdem einen Gotteslästerer, weil sie alles mit stumpfsinnigem Denken bewerten.
Nun werden wir sehen, dass Jesus noch weitere Erklärungen abgibt, die zur Rettung dieser Menschen dienen sollen, welche ihn am liebsten zu Tode steinigen würden. In Vers 19 lesen wir:

Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. 

Hier sehen wir, wie Jesus sich vor Gott klein macht und betont, dass er absolut gar nichts tun kann, wenn Gott es ihm nicht ermöglicht. Jesus bekommt alles vorgemacht, und was er nachmachen kann, das macht er nach. Weiterhin lesen wir in den Versen 20 und 21:

Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, sodass ihr euch verwundern werdet. 
Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. 

Hier kündigt Jesus an, dass durch seine Gebete sogar vereinzelt Tote auferweckt werden vor den Augen der anwesenden Menschen. Und wir wissen nicht nur aus den anderen drei Evangelien, dass es tatsächlich solche Momente gab, wo Tote auferweckt wurden, sondern wir werden auch in Kapitel 11 des aktuellen Evangeliums noch von einer Totenauferweckung lesen, die heftiger ist als alles andere, was durch die Gebete von Jesus passierte. Dadurch haben wir die Gewissheit, dass die Ankündigung wahrhaftig ist, die Jesus hier gerade vor den jüdischen Autoritäten spricht.

Als nächstes betrachten wir die Verse 22 und 23. Es steht geschrieben:

Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, 
damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 

Hier redet Jesus von der Zukunft. Sobald er aus den Toten auferweckt wurde und zum Himmel aufgefahren ist, wird es nicht mehr möglich sein, den echten Gott zu finden, es sei denn, man vertraut sich vorher Jesus an. Das gilt schon seit Jahrhunderten und das wird auch immer gültig bleiben. Niemand kann zu Gott finden, wenn er von Jesus nichts wissen will, denn es müssen alle den Sohn ehren, wie es dem Sohn gebührt. Wenn einer sagen würde: „Ich will nur den Vater ehren, aber Jesus ist mir eigentlich egal!“, so würde das bei Gott keine Anerkennung finden. Denn Gott hat extra zu diesem Zweck Jesus erhöht, dass dann auch die Menschen Jesus anerkennen. Das gehört zu Gottes Plan dazu, und man darf nicht dagegen verstoßen, wenn man den echten Gott finden will. Außerdem ist Jesus dafür vorgesehen, dass er am endgültigen Gericht beteiligt sein wird, und zwar maßgeblich. Dies hängt damit zusammen, dass Jesus sich vor Gott zu den Menschen bekennen muss, damit sie gar nicht erst ins Gericht gebracht werden. Dieser Umstand macht Jesus zum Richter über Lebendige und Tote. Denn es werden alle ins Gericht gebracht, zu denen Jesus sich nicht bekennt, weil sie keine Überwinder sind und daher nicht aufgeschrieben geblieben sind im Buch des Lebens, welches Jesus in seinem Besitz haben wird am Tag des großen Gerichts, wo absolut jedes Geschöpf ein ewiges Urteil empfängt. Das Urteil derer, die nicht ins Gericht müssen, ist ewiges Leben. Das Urteil derer, die ins Gericht müssen, ist ewiges Leiden, weil sie das Leben gehasst haben durch ihre verübten Taten und ihre Halsstarrigkeit. Wenn man aber Jesus in Wahrheit nachfolgt, macht man ja alles anders als ein weltlich gesonnener Mensch, und wenn die Nachfolge so intensiv ist, dass man 100 Prozent in Jesus ist, dann kann er sich auch zu uns bekennen. Das ist der Anteil von Jesus am endgültigen Gericht. Gott selbst aber hat den Anteil am endgültigen Gericht, dass er bei allen, zu denen Jesus sich nicht bekennt, ein gerechtes Urteil sprechen wird über deren ewige Bestrafung, wegen all ihrer begangenen Schandtaten, und dann werden sie die Vollstreckung erleben in dem ewigen Feuer- und Schwefelsee.

Und weil Jesus darüber entscheiden darf, ob Menschen überhaupt ins Gericht müssen, sagt er auch folgenden wertvollen Spruch in Vers 24:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. 

Hier sehen wir kurzgefasst das echte Evangelium. Wir müssen auf Jesus hören. Seine Worte sind alles für uns. Und wir müssen dem glauben, der ihn gesandt hat. Wenn wir in Vollkommenheit diese Dinge tun, dass wir absolut alles ernstnehmen, was Jesus gesagt hat und was sein Vater will, indem wir daran denken, davon reden und allezeit dementsprechend handeln, dann werden wir ewiges Leben haben. Denn dann wird Jesus sich gewiss zu uns bekennen und wir müssen gar nicht erst ins Gericht. Und es dürfte soweit klar sein, dass es kein wichtigeres Ziel gibt, als weggeholt zu werden vom endgültigen Gericht. Denn keiner von uns würde im Gericht für unschuldig befunden werden, wäre er dort drin, weil wir alle reichlich Dinge getan haben, die wir vielleicht selber für harmlos halten, die aber in Gottes Augen des Todes würdig sind, und über genau diese Dinge würde im Gericht verhandelt werden, ohne Ansehen der Person und ohne Bestechlichkeit. Jeder Mensch, der weiter in Sünden wandelt, die Gott dazu bewegen, ihn in die Hölle zu werfen, der ist bezogen auf die Zukunft im Tod. Denn sein Wandel wird die Grundlage dafür sein, dass er den zweiten Tod erleidet. Das ist das große Drama, dass die Sünden, die Menschen hier in dieser Welt tun, nicht nur den Tag ihres ersten Todes immer näher heranziehen und ihnen Plagen bescheren, sondern dass dadurch ebenfalls die Garantie besteht, in den zweiten Tod zu fallen. Alle Sünden tuenden Menschen befinden sich daher im Tod, weil sie nichts Anderes zu erwarten haben als genau das. Und es motiviert sie nichts in dieser Welt dazu, umzukehren und aufzuhören mit ihren todeswürdigen Übertretungen, darum kann man sicher sein, wenn sie Jesus ignorieren, dass sie nicht nur heute im Tod sind, sondern auch morgen, und nächste Woche, und in zehn Jahren, und so weiter. Sie bleiben die ganze Zeit im Tod dadurch, dass das Urteil, welches über sie verhängt werden muss aufgrund ihrer Werke, bereits jetzt schon absehbar ist und sich nichts daran ändert, weil sie keinerlei Ambitionen haben, Gottes Gebote zu lernen und mit allem Bösen aufzuhören. Aber wenn jemand auf Jesus hört – was dem eigenen Ego völlig entgegensteht – und einen Lebenswandel führt, der den Worten von Jesus entspricht, so ist dieser Mensch im Leben, weil dieser Mensch, wenn er so wandelt, die Aussicht auf ewiges Leben hat, da Jesus sich am Ende zu diesem Mensch bekennen wird.

In den nächsten Versen redet Jesus noch ausführlich davon, dass nicht nur einzelne Totenauferweckungen in der jetzigen Welt passieren werden, sondern dass sogar ein Tag sein wird, nämlich ganz am Ende, wo absolut jedes verstorbene Wesen aus den Toten auferweckt wird, um ein Urteil zu empfangen. Darum lesen wir in den Versen 25 bis 29:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. 
Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. 
Und er hat ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist. 
Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 
und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. 

Hierbei gilt es zu beachten, dass die Gleichnisrede in Vers 25 und 26 eine andere ist als in den Versen 27 bis 29. In Vers 25 und 26 werden alle Menschen als Tote bezeichnet, die nicht die echte Bedeutung der Gebote Gottes kennen. Aber Jesus ist gerade damit beschäftigt, die richtige Belehrung und das damit zusammenhängende Evangelium zu verkündigen. Wer dies hört und glaubt, weil er alles befolgen will, der ist ein Toter, welcher die Stimme des Sohnes Gottes hört und deswegen zu leben beginnt. Denn nicht nur Gott kennt selbstverständlich die echte Kraft und die echte Bedeutung der Worte, sondern er hat auch alles Jesus anvertraut, und wer Gottes Worte richtig anwendet, wie man es von Jesus lernt, der ist im Leben, also im ewigen Leben, weil er vor dem Gericht bewahrt werden wird. In den Versen 27 bis 29 geht es dann aber um das Gericht am allerletzten Tag der Schöpfung. Man könnte fast schon meinen, Jesus wäre hier leicht vom Thema abgekommen, denn es ging eigentlich darum, den Leuten zu erklären, warum sein Handeln aus himmlischer Sicht richtig ist, auch wenn sie es für falsch halten. Stattdessen hat er nun begonnen, über das endgültige Gericht Gottes am Ende einiges zu sagen. Er hat hier merklich die große Auferstehung sämtlicher Seelen am Ende aller Zeiten angekündigt.  
Und dass Jesus nun wieder zum eigentlichen Thema zurückkommen will, merken wir an Vers 30, denn dort steht:

Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.

Durch diese Worte sagt Jesus eindeutig, dass er nicht tut, was er selber will. Das heißt: Wenn die jüdischen Autoritäten ein Problem haben mit der Heilung, die am Sabbat passiert ist, dann müssten sie sich streng genommen bei Gott beschweren und nicht bei Jesus. Denn Jesus hat diesen Mann nicht geheilt, weil er es will, sondern weil Gott es befohlen hat. Jesus betont hier auch erneut, dass er überhaupt nichts tun kann von sich selber aus. Er kann es nicht, und er will es nicht. Das ist die Wahrheit. Jesus ist genau so auf Gott angewiesen wie jeder andere auch. Und wir werden merken, dass Jesus noch ein paar andere Sachen erwähnt. Eigentlich ist es schon völlig ausreichend, den Leuten zu verdeutlichen, dass bei der Heilung am Sabbat nicht der Wille von Jesus geschah, sondern der Wille Gottes, aber trotzdem lesen wir in Vers 31:

Wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig. 

Diese Worte hat Jesus wirklich so gesagt und sie entsprechen der Wahrheit. Niemand kann sich selber ein Zeugnis ausstellen, wenn er will, dass es gültig ist, auch Jesus nicht. Er sagt es hier deutlich, dass es nicht glaubwürdig wäre, wenn er sich selbst ein Zeugnis ausstellt. Aber ob jemand glaubwürdig ist, das wird oft daran bemessen, ob es Zeugen gibt, die es bestätigen. Und wenn nun Jesus die jüdischen Autoritäten überzeugen will, dass er von Gott ist und nur den Wille Gottes tut, aber nicht den eigenen, dann würde bei diesem Überzeugungsversuch das Auffinden von zuverlässigen Zeugnissen sehr hilfreich sein. Und wir lesen passend dazu folgende Worte von Jesus in Vers 32 und 33:

Ein anderer ist es, der von mir Zeugnis ablegt; und ich weiß, dass das Zeugnis glaubwürdig ist, das er von mir bezeugt. 
Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben. 

Hier erwähnt Jesus das Zeugnis, welches Johannes der Täufer über ihn ausrief, nämlich dass Johannes gesehen hat, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Wir haben bereits in Kapitel 1 davon gelesen, wie Johannes der Täufer dies verkündigte, und diese Ausrufe haben sich unter den Menschen rumgesprochen. Daher ist es keineswegs so, als hätte es nie irgendwelche Zeugnisse darüber gegeben, wer Jesus ist, sondern viel mehr haben die Menschen sich fast komplett geweigert, sich die Offenbarungen zu Herzen zu nehmen, die es gab. Und das ist dann natürlich sehr befremdlich, wenn man Zeugnisse vor Menschen offenbar werden lässt und die haben von Anfang an überhaupt keine Bereitschaft, das für voll zu nehmen.

Weiterhin sagte Jesus folgendes laut Vers 34:

Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an, sondern ich sage das, damit ihr gerettet werdet. 

Diese Worte sollte man sich auch mal in das eigene Herz fallen lassen und den Charakter von Jesus daran besser erkennen. Jesus redet hier, weil er die Menschen retten will, die im Begriff sind, ihn zu Tode zu steinigen. Und Jesus ist so oder so der Messias. Das ist er immer, egal ob die Menschen es ihm bestätigen oder nicht. Wenn die Menschen es bezweifeln oder verleugnen, so bleibt es trotzdem die Wahrheit. Aber wenn Menschen nicht glauben, dass er der Messias ist, wird ihnen auch keine Erlösung zuteil. Und es müsste normalerweise genug sein, es ihnen einfach zu verstehen zu geben, dass sie gerade den Messias vor sich haben, und daran müssten sie sich genügen lassen. Denn es waren sowieso schon genug große Dinge geschehen, um es von selbst zu bemerken. Aber Jesus weiß, wie die Dinge in den menschlichen Gefilden laufen. In den menschlichen Gefilden glaubt man sowas nicht, es sei denn, es gibt dafür zuverlässige Zeugen, die es bestätigen. Und wenn nun die Menschen anfangen würden, den Messias ernstzunehmen, weil es Zeugenaussagen gibt, die seine Identität bestätigen, dann wäre dies ihrer Rettung dienlich. Auch wenn sie normalerweise bereits ohne Zeugenaussagen die Tatsache ernstnehmen müssten, dass der Messias gekommen ist. Und nun redet Jesus von Zeugnissen, obwohl er gar keine nötig hat, weil er erwartet, dass es dem Glaube der anderen dienlich ist, da sie selber auf Zeugnisse vertrauen. Und wenn dieses Vertrauen auf Zeugnisse dazu führen würde, dass sie den Messias anerkennen, weil es ihnen zu schwer war, es ohne Zeugnisse zu glauben, so wäre es gut für ihre Seele. Denn der Messias war nicht in der Welt, weil Gott wollte, dass er ignoriert wird, sondern weil alle auf ihn hören sollten. Das würde Heil bedeuten für das Volk, wenn sie auf den Messias hören, für Jesus aber macht es keinen Unterschied. Die Situation von Jesus ändert sich nicht, denn sie ist nicht abhängig davon, ob viele oder wenige die Wahrheit glauben oder ob niemand glaubt, denn Jesus ist in jedem Fall der Messias, der von seinem Vater geliebt wird und das Heil seines Vaters hat. Deswegen redet Jesus diese Worte mit den Zeugnissen nur den Menschen zuliebe, und nicht weil er selber daraus einen Vorteil beziehen würde.

Wir werden aber auch im nächsten Vers bemerken, dass Jesus ein kurzes Zeugnis über Johannes den Täufer ausstellt. Es steht geschrieben:

Jener war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Schein erfreuen. 

Hier wird Johannes der Täufer mit einer brennenden und scheinenden Leuchte gleichgesetzt, denn er war sozusagen brennend im Geist, weil er ganz furchtlos und deutlich den Menschen die Wahrheit sagte, und er gab sinnbildlich gesprochen einen hellen Schein von sich, weil die Worte, die er redete, gut sind für die Menschen, denn sie haben ihnen dabei geholfen, Buße zu tun und zu Gott zurückzufinden. Und die Tragödie ist nun die, dass die Menschen zwar in den Tagen, als sie vor Johannes standen, größtenteils zugehört haben, aber jetzt, einige Wochen später, ist schonwieder alles verschwunden aus ihren Gedanken und sie beachten es gar nicht mehr. Das ist ein sehr großes Ärgernis, und deswegen tadelt Jesus es in der Weise, dass er anmerkt, wie die Leute sich sozusagen nur eine Stunde an der Verkündigung von Johannes erfreuen wollten, denn eine Stunde ist wirklich nur eine kurze Zeit. Die Worte von Johannes dem Täufer waren auch schon sehr wichtig – die sollte man ein Leben lang in Erinnerung behalten und nicht bereits nach kurzer Zeit wieder aus den Gedanken entgleiten lassen.

Aufgrund der Tatsache aber, dass nicht nur Johannes der Täufer Zeugnis abgelegt hat über Jesus, sondern dass auch Gott höchstpersönlich die Wahrheit bestätigte, lesen wir folgende Worte in den Versen 36 bis 38:

Ich aber habe ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat. 
Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen; 
und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. 

In Vers 36 argumentiert Jesus in die Richtung, dass die bis jetzt schon geschehenen großen Wunder niemals hätten passieren können, wenn Jesus ein gottloser Mensch wäre. Nur dann, wenn ein Mensch Gott gefällt, können derart große Wunder in dessen Nähe geschehen. Das ist das Argument von Jesus aus Vers 36, mit welchem er den jüdischen Autoritäten begreiflich machen will, dass Gott selbst diese Ereignisse benutzt, um zu bezeugen, dass Jesus ihm dient in Wahrheit, und dass das Verhalten von Jesus Gott wohlgefällt. Und in Vers 37 erwähnt Jesus das Ereignis bei der Taufe, wo die Stimme Gottes vom Himmel her erschallte und bezeugte, dass Jesus sein Sohn ist. Man kann das zum Beispiel bei Matthäus in Kapitel 3 nachlesen. Auch dieses Ereignis gilt als Zeugnis für die Wahrheit. Aber Leider haben die jüdischen Autoritäten diese Stimme nicht hören können. Somit hatte Jesus also ein Zeugnis von dem echten Gott persönlich, aber es ist nicht wahrnehmbar gewesen für die Menschen, mit denen er gerade im Gespräch war und die stets zuverlässige Zeugnisse verlangen.

Einen Tadel äußert Jesus gegenüber den jüdischen Autoritäten aus der Religion in den Versen 39 und 40. Dort steht:

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. 
Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen. 

Hier wird den religiösen Autoritäten verdeutlicht, dass es ihnen absolut gar nichts bringt, wenn sie ständig in den Schriften lesen, aber nicht ein einziges Wort davon glauben. Wenn sie nämlich die Worte aus den Schriften genau so ernstnehmen würden, wie es dasteht, dann hätten sie erkannt, dass Jesus der Messias ist und dass das Gesetz sie dazu verpflichtet, auf diesen zu hören. Dann würden sie ihm aufmerksam zuhören und lernbereit die Dinge annehmen, die Jesus erklärt, und dieses Verhalten würde ihnen zu ewigem Leben verhelfen, weil Jesus die Wahrheit Gottes redet. Aber stattdessen interpretieren sie die Schriften falsch und wollen ihr falsches Schriftverständnis nun auch zum Anlass nehmen, um Jesus als Verbrecher darzustellen. Da läuft wirklich etwas gewaltig schief bei diesen Leuten.
Weiterhin sagt Jesus in den Versen 41 und 42:

Ich nehme nicht Ehre von Menschen, 
aber bei euch habe ich erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 

Jesus erkennt in den Leuten keine Liebe Gottes, sondern Selbstliebe. Und das ist ein echtes Problem. Wir haben durch diese Verse aber auch das hervorragende Vorbild, dass Jesus keine Ehre von Menschen haben will. Das zeichnet ihn besonders aus, und als Jesus-Nachfolger ist genau das auch unser eigener Fokus. Es geht nie darum, dass andere eine positive Meinung über uns haben sollen oder dass wir in gehobene Kreise der Gesellschaft aufgenommen werden. Das hat Jesus nie begehrt, und darum begehrt man es auch nicht in der echten Nachfolge.
Es sieht natürlich ein bisschen so aus, als würde Jesus seine eigene Ehre aufwerten wollen, wenn er hier Diskussionen beginnt und als Lehrer auftritt. Denn die normalen Menschen von dieser Welt in ihrem fleischlichen Eifer täten dies immer zu dem Zweck, um sich selbst hervorzutun und Anerkennung anderer zu erarbeiten. Und weil die Menschen selber das so tun, vermuten sie auch bei anderen immer, dass diese aus genau den selben Beweggründen handeln. Aber Jesus hatte keine solchen Beweggründe, auch wenn etliche aus dem Volk es wahrscheinlich in ihm vermuteten. Jesus will einfach nur Gott dienen, damit die Menschen ihre Herzen Gott zuwenden. Wir lesen auch noch folgende Worte in Vers 43:

Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. 

Das ist eine wichtige Ermahnung. Die Menschen hören denen zu, die als ehrenhaft gelten in der Gesellschaft. Aber wenn einer in Gottes Namen kommt, dann gilt es ihnen nichts und sie wollen kaum zuhören. Normalerweise müsste es genau umgedreht sein. Wenn einer in Gottes Namen kommt, müsste das viel stärkeres Interesse bei allen Menschen auslösen. Denn was von Gott kommt, ist besser als alles, was von Menschen kommt. Und doch wollen die Leute nur ihre gegenseitigen Schwafeleien feiern und sich nicht auf Gottes Gebote einlassen, da es ihrem Fleisch, das sie ins Verderben führt, zu sehr entgegensteht. Es wäre besser für die Menschen, wenn sie nicht mehr fragen: „Hat der einen guten Titel? Ist der beliebt bei anderen?“, sondern wenn sie fragen: „Kommt der von Gott? Redet der in echter Weisheit?“, um einzuschätzen, ob die Worte eines Menschen Annahme verdienen. Aber sie weigern sich auf ganzer Linie, ihr Denken dementsprechend zu prägen. Das hat Jesus an ihnen bemerkt und das ist bis heute nicht anders. Deswegen stellt Jesus auch eine wichtige Frage in den Raum, die gleichzeitig ein Tadel ist. Wir lesen in Vers 44:

Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht? 

Diese Frage wollen sich viele nicht gefallen lassen. Da verstocken sie lieber ihr Herz und machen ihr Angesicht hart wie Diamant. Und doch ist die Frage von Jesus entscheidend. Wenn einer immer nur die Vorgaben von Menschen erfüllen will, damit er größtmögliche Ehre und Beliebtheit bei den Menschen erhält, was soll dann aus diesem Mensch werden, wenn er vor Gott stehen wird? Gott hat völlig andere Maßstäbe als die Menschen. Menschen wollen frohe und aufmunternde Botschaften erleben, Gott will Botschaften der Buße und der Gerechtigkeit erleben. Menschen wollen immer nur satt und zufrieden sein, Gott will Menschen in die Demut leiten. Menschen wollen, dass Gott ihnen als Helferlein zur Seite steht, wenn sie ihre eigenen Pläne verwirklichen, die sie sich ausgedacht haben, und dabei sind ihnen die Regeln Gottes oft egal. Gott hingegen will, dass die Menschen die Pläne ausführen, die Gott sich ausgedacht hat, und dabei sind ihm die fleischlichen Begierden der Menschen egal. Gott will, dass die Menschen die Worte genau kennen und anwenden, die er geboten hat, die Menschen hingegen wollen alles als aufgelöst betrachten oder als Sinnbilder definieren, damit sie nichts an sich ändern müssen.
Und man kann da niemals in dem Zustand sein, dass man gleichzeitig Ehre vor Gott und vor Menschen hat, sondern es geht immer nur eins von beidem, weil die Erwartungen der beiden Parteien sehr gegensätzlich sind. Aber wenn man vor Gott keine Ehre hat, dann hat man wirklich nur noch einen ganz bitteren Ausgang zu erwarten. Deswegen ist es eine unbeschreibliche Dummheit, vor Gott keine Ehre haben zu wollen und sich lieber in der Mitte der Menschenmengen einen guten Ruf zu erarbeiten, aber trotzdem begehren die meisten Leute genau das. Sie begehren einen guten Ruf bei den Menschen und fragen auch bei anderen Leuten immer danach, wie deren Ruf ist in den Gemeinden. Bis zum heutigen Tag hat so gut wie niemand begriffen, welch großes Gewicht die Frage hat, die Jesus laut diesem Vers stellte.

Bevor wir uns nun aber über die seit Jahrtausenden offensichtliche Unbelehrbarkeit der Menschheit entsetzen, wollen wir lieber mal schauen, was Jesus in den restlichen Versen dieses Kapitels sagt! Es steht geschrieben in den Versen 45 bis 47:

Denkt nicht, dass ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Moses, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 
Denn wenn ihr Moses glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben. 
Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Diese Worte sind schon sehr herausfordernd für die Zuhörer, aber auch wahrhaftig in ihrem Inhalt. Moses hat dem Volk Israel alles gegeben, was sie brauchen, um das gesegnetste Volk auf Erden zu sein. Aber die nehmen keinerlei Worte von Moses wirklich als große Belehrung an, sondern nur als Konzept, um daraus durch Verdrehung und viel Fantasie ihre ganz eigenen Lehren entstehen zu lassen. Das ist gleichbedeutend damit, dass sie Moses nicht glauben. Jesus hingegen glaubt Moses, weil nämlich Jesus die ganze Thora korrekt anwendet und von Herzen daran hängt. Außerdem hat Moses ja deutlich gesagt, dass einer kommen wird, der große Ähnlichkeit mit Moses hat und auf den gehört werden muss. Aber die Menschen von Jerusalem tun dies gar nicht, jetzt, wo der Besagte, der kommen soll, direkt vor ihnen steht. Und wenn sie nichtmal bereit sind, alles zu glauben, was Moses überlieferte, obwohl ja wirklich unzweifelhaft die Meinung herrscht, dass Moses ein Mann Gottes war, den man unter allen Umständen ehren sollte, dann ist die Aussicht für Jesus, die Menschen richtig belehren zu können, noch viel geringer und hoffnungsloser. Denn Jesus lehrt genau das, was schon durch Moses offenbar werden sollte, hat aber keinen Respekt bei den Juden. Und wenn die Juden nichtmal die Worte von dem anwenden, der allgemein respektiert wird, dann wird das Anwenden von Worten eines Mannes, den sowieso keiner respektiert, noch deutlich unwahrscheinlicher. Und mit dieser offenen Frage von Jesus endet auch diese ganze Situation, in der er denjenigen Leuten ins Gewissen reden wollte, die ihn als Verbrecher sahen und eine Strafverfolgung gegen ihn gestartet hatten, die nicht mehr endete.

Und da wir nun das Ende dieses Kapitels erreicht haben, wollen wir uns erneut vor Augen halten, was wir daraus lernen und was es uns ganz besonders für unsere eigene Nachfolge nützt.

Wir lernen in diesem Kapitel, dass Jesus am Teich Bethesda einen Mann heilen sollte, bei dem es sich hinterher herausstellte, dass dieser es nicht wirklich wert war. Aber weil die Heilung von Gott befohlen war, hatte Jesus dafür gebetet, ohne weitere Fragen zu stellen. Und dann galt Jesus als Sabbatschänder, auch wenn er nach Gottes Definition eigentlich gar keiner war, und eine Strafanzeige gegen ihn lag vor, sodass er in Jerusalem ein gesuchter Verbrecher wurde. Wir sehen auch kein einziges Wort der Einsicht bei all den Dingen, die Jesus dann zu den jüdischen Autoritäten aus der Religion sagte, weswegen man eigentlich nur darüber informiert wird, dass alle Worte der Wahrheit keinen Effekt hatten bei diesen Leuten. Jesus wollte sich ihnen auch indirekt als Messias zu erkennen geben durch die Art und Weise, wie er redete, aber das ließ sie völlig kalt. Eigentlich machte es sie sogar mordlüsternd, denn sie verstanden seine Worte nicht richtig und dachten, er würde sich selbst Gott nennen. Daran sehen wir, dass es bereits zu dieser frühen Zeit schon Menschen gab, die nicht dazu in der Lage waren, Jesus richtig zu verstehen, wenn er etwas zu ihnen sagte.
Und wenn wir alles aus diesem Kapitel auf unsere eigene Nachfolge anwenden wollen, dann lernen wir wohl besonders, dass auch wir selber damit rechnen müssen, auf unverständige Reaktionen zu stoßen und dass die Dinge, die wir um der Wahrheit willen zu den Leuten sagen, durchaus von ihnen nicht verstanden werden könnten und manchmal vielleicht auch gar nicht verstanden werden wollen. Aber Jesus hat betont, dass er so redet, wie er nunmal redet, weil er will, dass die Leute gerettet werden. Das ist unser Vorbild. Auch wir, wenn wir die Wahrheit sagen und keiner es begreift, reden nicht, um dann die Menschen in übelster Weise zu beleidigen, weil sie sich als Idioten erweisen, sondern der einzige Grund ist, dass wir zu ihrer Rettung beitragen wollen, indem wir ihnen alles sagen, was sie wissen müssen. Da lässt man es sich gar nicht erst in den Sinn kommen, irgendwen ins Angesicht zu beleidigen, denn auch Jesus hat niemanden ernsthaft beleidigt, sondern einfach nur die aus Gott kommende Wahrheit gesagt, aber ohne niederträchtige Worte zu sprechen. Wir lernen wie schon angemerkt aus diesem Kapitel auch, dass wir jeden zu einem sündlosen Wandel ermahnen müssen, der übernatürlich geheilt wurde, aber der Geheilte aus diesem Kapitel ist gewiss nicht der einzige, der danach einfach hingeht und weiter dem Irrsinn seines eigenen Herzens folgt. Und was uns auch mal tief ins Herz fallen sollte aus diesem Kapitel, ist die Aussage von Jesus, dass er absolut gar nichts von sich selbst aus tut. Jesus wurde wirklich nur dann aktiv, wenn Gott es befahl. Wie läuft das bei uns? Kannst auch du von dir selbst behaupten, dass du immer nur dann aktiv wirst, wenn Gott es will, oder tust du noch Werke aus deiner eigenen Willkür heraus? Wenn man in der Nachfolge vorankommen will, ist es wirklich mal interessant, diese Frage für sich selbst zu beleuchten.

Und das soll nun reichen an Worten über dieses Kapitel. Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

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