Text zu "Bibellehre - Kapitel 6 im Evangelium des Johannes"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 6 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Wir finden in diesem Kapitel einen sehr ausführlichen Bericht über ein großes Ereignis, das in allen vier Evangelien erwähnt ist, nämlich die Speisung der Fünftausend. Allerdings wird dieses Ereignis in den anderen Evangelien relativ kurzgehalten aufgeführt, und nur wenn man es so durchliest, wie es hier von Johannes berichtet wird, dann merkt man erstmal, dass bei dieser Sache deutlich mehr dahinter steckt, als man vermuten würde. Die Dinge, an die sich Johannes bezüglich der Speisung der Fünftausend erinnert hat, sind ganz besonders aufschlussreich und voller Offenbarungen, die man so nicht erwartet hätte.
Zunächst lesen wir mal die ersten vier Verse, in denen es nur allgemeine Informationen gibt. Dort stehen folgende Worte:
Danach fuhr Jesus über den See von Galiläa bei Tiberias.
Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, weil sie seine Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
Jesus aber ging auf den Berg und saß dort mit seinen Jüngern beisammen.
Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden.
Das Passahfest, welches nahe war, ist genau das Passahfest, bei dem Jesus gekreuzigt werden würde. Johannes hat dieses Detail erwähnt, weil man das unbedingt berücksichtigen muss, damit man die Äußerungen von Jesus überhaupt verstehen kann, die hier berichtet werden. Denn es wird uns noch unweigerlich auffallen, dass Jesus ein paar höchst ungewöhnliche Gleichnisse sprach, die nicht unbedingt zur Freude der Menschen beitrugen und wo auch heutzutage viele Leute mit Entsetzen reagieren, weil ihnen dafür jegliches Verständnis fehlt. Darüber hinaus merken wir an Vers 2, dass viele Menschen Jesus nachfolgten, weil sie die Zeichen sahen, die er tat. Das ist an sich keine gute Nachricht. Die Menschen waren an Wunderzeichen interessiert und nicht an dem Wort Gottes, das ihre Seele rettet. Sie setzten sozusagen ihren Fokus falsch. Daran denkt man als Leser gar nicht, wenn man den Vers 2 liest, doch wir müssen gerade solche Erwähnungen wie diese beachten und müssen auch unbedingt wissen, dass dies ein Ärgernis ist. Wenn Menschen immer nur Zeichen sehen, aber nie Ermahnungen verinnerlichen wollen, dann ist es an sich ziemlich übel, denn das wird ihnen am Tag des großen Gerichts dann zum Verhängnis.
Darüber hinaus war Jesus in der Nähe eines Berges, aber noch nicht ganz oben auf der Bergspitze, und er war dorthin gegangen, um sich selbst und seinen Aposteln mal ein bisschen Ruhe zu gönnen, aber es fand ihn wieder eine große Volksmenge, und sie blieben viele Stunden bei ihm. Weiterhin lesen wir in den Versen 5 bis 7:
Da nun Jesus die Augen erhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kam, sprach er zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese essen können?
(Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wusste wohl, was er tun wollte.)
Philippus antwortete ihm: Für 200 Denare Brot reicht nicht aus für sie, dass jeder von ihnen auch nur ein wenig bekommt!
Wie wir sehen, fragte Jesus nach der Versorgung mit Brot, um den Glaube von Philippus zu prüfen. Denn als gläubiger Mensch hätte Philippus geantwortet: „Wir als einfache Menschen können unmöglich genug Brot heranschaffen, um diese große Menge zu sättigen. Wir brauchen dazu unbedingt die Hilfe Gottes, daher sollten wir alle ins Gebet gehen und Gott darum bitten, dass er uns Speise gibt.“
Und wir sehen an der Reaktion von Philippus, dass er zwar das Detail erkannte, nicht dazu fähig zu sein, diese Leute zu ernähren, aber sein Vertrauen auf Gott kam leider überhaupt nicht zur Sprache, daher mangelte es ihm noch an Glauben.
In den Versen 8 und 9 lesen wir dann folgendes:
Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:
Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele?
Diese Verse kann man auch mal ein bisschen im eigenen Herz wirken lassen. Die zwölf Apostel waren ratlos wegen dem Nahrungsmittelmangel, aber ein Knabe kam an und wollte fünf Brote und zwei Fische geben. Es scheint, als hätte dieser Knabe größeren Glaube als alle Apostel. Man weiß zwar nicht, ob der Knabe erwartete, dass alle von dieser Speise satt werden, aber auf jeden Fall wollte er sein Möglichstes tun, um zu helfen.
In Vers 10 lesen wir:
Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich setzen! Es war nämlich viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer; es waren etwa 5.000.
Hier sehen wir auch durch Johannes bestätigt, dass es mindestens fünftausend Männer waren, denen es sehr an Nahrung mangelte. Was nun Jesus mit den fünf Broten und zwei Fischen anstellte, als sich alle gesetzt hatten, lesen wir im elften Vers. Dort steht:
Und Jesus nahm die Brote, sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus, die Jünger aber denen, die sich gesetzt hatten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten.
Wenn man diese Worte liest, dann hat man gar kein Bild vor Augen, wie das überhaupt in der Praxis ausgesehen hat. Jesus hat zu Gott gebetet und wünschte, dass dieses Brot durch das Wirken Gottes vervielfältigt wird, also dass er es brechen kann und dann wachsen beide Hälften wieder zu einem Ganzen heran, sodass er zwei ganze Stücke in der Hand haben würde. Und dieses Gebet wurde erfüllt, darum konnte man an alle Leute so viel austeilen, wie jeder wollte. Außerdem lesen wir noch in Vers 12 und 13:
Und als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt!
Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig geblieben waren, welche gegessen hatten.
An diesen Versen sieht man, dass nach der ganzen Aktion sogar noch mehr übrig war, als es am Anfang gegeben hatte. Und nun kommt in den nächsten zwei Versen ein enorm bedeutsames Detail, welches man allein bei Johannes liest und sonst in keinem anderen Evangelium. Es steht geschrieben in den Versen 14 und 15:
Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!
Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück, er allein.
Hier sehen wir, dass die Menschen ganz spontan und unvermittelt zu der Ansicht kamen, Jesus müsste der spezielle Prophet sein, der in die Welt kommen soll, also der Messias, und deshalb wollten sie ihn krönen, aber Jesus wich dieser Situation aus, obwohl er ja eigentlich schon der von Gott angedachte König der Juden war. Denn Jesus achtete nicht nur auf die Oberfläche, sondern auch auf die Tiefen in den Herzen der Menschen. Das ist das Beste, was man machen kann.
Man muss übrigens auch beachten, dass Jesus die ganze Zeit in unspektakulärer Kleidung wie ein gewöhnlicher Bürger durch die Gegend wanderte, während andere Könige ja besonders viel Wert darauf legen würden, prächtige Gewänder zu tragen. Und selbst, wenn nun ein normaler Mensch in der selben Lage wäre wie Jesus, nämlich dass er König eines Volkes ist, aber keinen eigenen Palast als privaten Wohnsitz hat und auch von niemandem mit: „Eure Hoheit!“ angesprochen wird, so würde dieser sich genau danach die ganze Zeit sehnen. Ein Durchschnittsmensch würde sich denken: „Wenn ich König bin, wo ist dann überhaupt mein Schloss? Wann bekomme ich es endlich, und wann behandeln mich endlich alle mit dem Respekt, der mir als König gebührt?“
Sobald sich für einen Durchschnittsmensch die Situation ergibt, dass alle seine Mitläufer ihn tatsächlich als König ansehen und ihn krönen wollen, würde er das mit Freuden annehmen, nachdem er so lange darauf gewartet hat, und dann würde er in ein Schloss oder einen Palast einziehen und auf einem gemütlichen Thron Platz nehmen und sich bedienen lassen.
Der König Jesus hingegen tut etwas vollkommen Anderes. Als Jesus merkt, dass die Menge ihn tatsächlich als König sieht und ihn krönen will, da zieht er sich zurück. Und ich will deutlich betonen, dass dies durchaus angemessen war, denn Jesus ist nicht naiv und auch nicht oberflächlich. Er ist jemand, der weiß, wie wetterwendisch die Laune der breiten Masse ist, und er hat durchschaut, aus welchem Grund sie ihn zum König machen wollten. Sie wollten ihn nur deshalb krönen, weil es bei ihm gratis Brot zu essen gibt. Das allein ist der Grund. Sie dachten sich: „Der Typ da gibt uns Gerstenbrot, bis unser Magen voll ist. Und der will nichtmal Geld dafür haben. Den machen wir jetzt zum König, dann können wir uns jeden Tag vollfressen!“
In dem Moment, wo sie ankommen wollten, um Jesus zu krönen, hatte Jesus dies alles schon erkannt, ließ es aber nicht offensichtlich werden. Jesus entließ lieber die Volksmenge, und auch seine Apostel mussten Abstand nehmen, denn wir lesen in Vers 16 und 17:
Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an den See,
und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war nicht zu ihnen gekommen.
Hier liest es sich so, als wären die Jünger zunächst mit Jesus zusammen auf den Berg gestiegen und hätten ihn dann doch allein gelassen, um hinab an den See zu gehen. Jedenfalls sieht man, dass sie dann bei Nacht über den See fuhren, um Kapernaum zu erreichen, und diese Seefahrt verlief nicht ohne Komplikationen, denn wir lesen in den Versen 18 bis 21:
Und der See ging hoch, da ein starker Wind wehte.
Als sie nun ungefähr 25 oder 30 Stadien gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem See gehen und sich dem Schiff nähern; und sie fürchteten sich.
Er aber sprach zu ihnen: Ich bin’s, fürchtet euch nicht!
Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und sogleich war das Schiff am Land, wohin sie fahren wollten.
Dieser Bericht klingt sehr extrem. Es ist nicht nur so, dass sie mitten in der Nacht bei starkem Wind mit ihren eigenen Augen sahen, wie Jesus auf dem See ging, um auch selbst nach Kapernaum zu gelangen, sondern wir werden hier in Vers 21 ernsthaft darüber aufgeklärt, dass es so eine Art übernatürliche Versetzung in Raum und Zeit gegeben hat. Jesus rührte wahrscheinlich das Schiff an, nachdem er zu Gott gebetet hatte, und plötzlich waren sie an genau dem Ufer, wohin sie wollten. Das kann man sich kaum vorstellen.
Ab Vers 22 wird etwas darüber gesagt, wie es an dem Ort weiterging, der jenseits von Kapernaum war und wo die Speisung der Fünftausend geschehen war. Wir lesen in den Versen 22 bis 24:
Am folgenden Tag, als die Volksmenge, die am jenseitigen Ufer des Sees stand, gesehen hatte, dass kein anderes Schiff dort war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren, (es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn) — da also die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.
Wenn man in diesen Versen davon liest, dass die Menschen sich extra bemühten, Jesus zu suchen und auch zu finden, dann macht das zuerst den Eindruck, als gäbe es bei diesen Leuten Hoffnung, dass sie Interesse daran haben, die Wahrheit zu glauben und zu leben. Ganz so positiv sind die Dinge aber gewiss nicht.
In Vers 25 lesen wir davon, dass sie Jesus letztlich fanden, denn dort steht:
Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
Diese von Erstaunen zeugende Frage hätte Jesus theoretisch beantworten können, indem er zum Beispiel sagt: „Ich hatte auf dem Herzen, wieder zurück nach Kapernaum zu gehen, aber es war kein Boot mehr in der Nähe, darum habe ich zu Gott gebetet und er ließ mich über das Wasser laufen, damit ich an den Ort gehen kann, wo er mich haben will.“
Allerdings hatte Jesus in keiner Weise die Absicht, auf die Frage dieser Menschen einzugehen, denn ihn bewegte etwas ganz Anderes im Herzen. Er war sich völlig im Klaren darüber, dass diese Menschen nur wegen Speise ankamen und nicht wegen Gott. Daher lesen wir von Jesus folgende Reaktion in Vers 26 und 27:
Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
Wirkt nicht für die Speise, die vergänglich ist, sondern für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt!
Hier lässt Jesus sich anmerken, dass er die wahren Absichten ihrer herzen durchschaut hat, und er ärgert sich auch sehr darüber. Jesus versucht ihnen begreiflich zu machen, dass es nur einen geringen Wert hat, wenn man sich mal einen Tag lang den Magen vollhauen kann und dann am nächsten Tag ja doch wieder hungert. Viel wichtiger ist es, dass man vor Gott als gerecht befunden werden kann, um eines Tages an dem Ort zu leben, an dem es keinen Hunger mehr geben wird. Aus diesem Aspekt sind die Worte, die Jesus zu den Menschen spricht, viel wertvoller. Denn die Worte, die Jesus kostenlos allen verkündigt, die geben dem Mensch eines Tages das ewige Leben, sofern der Mensch die Worte ernst genommen hat. Wenn sie also die Worte von Jesus in sich aufnehmen, dann dient es ihrem zukünftigen Leben in der Ewigkeit, wenn sie aber das Brot essen, das er durch ein Wunder vervielfältigen ließ, dann sind sie nur einen Tag auf der Erde satt, bevor sie wieder Hunger kriegen. Sie können sich viel glücklicher schätzen, wenn sie die Worte von Jesus in sich aufnehmen, als wenn sie das Gerstenbrot in sich aufnehmen, das er vervielfältigen ließ.
Das scheinen sie aber nicht zu begreifen, weil sie alle von den völlig falschen Beweggründen getrieben sind. Ihr Antrieb für ihre Worte und Taten ergibt sich nicht aus der Sehnsucht nach Wahrheit und nach dem Leben bei Gott, sondern alles, was sie sagen und tun, ist hauptsächlich auf einer Frage gegründet, und diese lautet: „Wie kann ich heute meinen Magen füllen?“
Und das ist sehr kleingeistig und fast schon peinlich, wenn Menschen ihr ganzes Leben nur damit beschäftigt sind, wo sie ihre nächste Speise für ihren Leib herbekommen und wie sie ihre anderen fleischlichen Bedürfnisse befriedigen können. Derartige Fragen sollten auf der Prioritätenliste des Menschen weit unten stehen, bei den meisten stehen sie aber ganz oben. Und die Frage danach, was Gott sich von uns wünscht und wie er wohl über uns denkt und was er lehren ließ, das ist den Menschen oft überhaupt nicht wichtig. Ebenso ist es auch mit der Volksmenge, die Jesus vor sich hat. Und das weiß er auch, deswegen weigerte er sich, über diese Menschen offenkundig König zu sein und sich von ihnen krönen zu lassen. Was sollte das auch nützen? Wer will einen Haufen Menschen anführen, wenn die Menschen die völlig falschen Wertvorstellungen haben und nach völlig falschen Richtlinien urteilen und immer nur nach niederen Dingen streben? Und obendrein muss man sich auch unbedingt vor Augen halten, dass Jesus so vielen Leuten wie nur möglich das Evangelium verkünden sollte. Wäre er aber ein echter König auf dieser Welt geworden, dann hätte er auf einem Thron gesessen und müsste sich den ganzen Tag lang nur über nutzlosen politischen Unsinn Gedanken machen und lauter weltliche Dinge verwalten, die mit Gott rein gar nichts zu tun haben. In solch einer Lage wäre er gar nicht mehr fähig gewesen, seinen von Gott gegebenen Auftrag zu erfüllen.
Jesus machte auch laut dem letzten Teil von Vers 27 spezifisch darauf aufmerksam, dass er von Gott bestätigt wurde. Darum sollen die Menschen mit Gewissheit erkennen, dass es besser ist, auf ihn zu hören. Ihr Wirken soll darin bestehen, dass sie allezeit die Worte von Jesus in die Tat umsetzen, denn dann wird ihnen die wichtigste Speise aller Zeiten zu Verfügung stehen, nämlich das von Jesus geleistete Sühneopfer, das ihnen ewiges Leben ermöglicht. Und diese Leute verstehen das zwar nicht, aber wir werden merken, dass sie wenigstens nachfragen, was Jesus von ihnen erwartet, denn wir lesen in Vers 28:
Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken?
Wie man sieht, haben die Leute gemerkt, dass sie in einer gewissen Hinsicht zu Aktivität gerufen sind, und sie wollen sozusagen nähere Informationen. Die Antwort von Jesus lesen wir in Vers 29. Dort steht:
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Hier sehen wir, dass sozusagen ein vollständiger Glaube gefordert wird. Und weil die Menschen keine Lust haben, dies zu erfüllen, und wirklich nur auf Nahrung aus sind, wie Jesus es ihnen schon vorgehalten hat, wollen sie nun Jesus dazu reizen, aufgrund von Eitelkeit nochmal ein so großes Zeichen geschehen zu lassen wie gestern, als die Speisung der Fünftausend geschah. Deswegen lesen wir folgende Worte in den Versen 30 und 31:
Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?
Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: »Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen«.
Hier sieht man eindeutig, welche Absichten in ihnen wohnen. Jesus hat zu ihnen gesagt, dass ihnen Gott egal ist und sie nur essen wollen, und diese Äußerung war keine Verleumdung, sondern eine Angabe von Tatsachen. Das kann nach dem Lesen dieser Verse niemand mehr abstreiten. Die Leute wollen Brot haben, sonst nichts. Deswegen argumentieren sie jetzt damit, dass Jesus ihnen doch ein Zeichen zeigen soll, damit er es in ihren Augen wert sei, wenn sie an ihn glauben. Die Tatsache, dass es noch keine 24 Stunden her ist, als Jesus vor allen Menschen massenweise Brot vervielfältigen ließ, schieben sie hier völlig beiseite, als würde es nichts gelten. Das ist wirklich eine Schande und offenbart den ekelhaften Charakter dieser Leute. Ihr Fokus liegt wirklich nur darauf, jeden Tag satt zu sein, bis sie dann irgendwann alt werden und sterben, und der Rest interessiert sie nicht. Und im Grunde genommen beweisen sie durch ihr in diesen Versen berichtetes Verhalten schon längst ihre völlige Verlorenheit.
Jesus gibt aber noch nicht auf, sondern wir lesen in den Versen 32 und 33:
Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Moses hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel.
Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.
Der Satzbau ist in Vers 32 ein wenig seltsam. Jesus bringt aber zum Ausdruck, dass eigentlich nicht Moses den Menschen Brot geben konnte. Denn Moses hat ja lediglich gebetet, und dann hat Gott sich dazu entschieden, vierzig Jahre lang Manna vom Himmel regnen zu lassen. Das Manna, welches Israel während der Wüstenwanderung essen konnte, kam also von Gott, nicht von Moses. Und Gott hat ein noch größeres Geschenk gegeben, nämlich Jesus, welcher der Welt Leben gibt auf eine geistliche Weise, die mehr nützt als die Speise für den Leib.
Die Reaktion der Leute auf diese Worte von Jesus steht in Vers 34. Dort lesen wir:
Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!
Diese Leute haben offensichtlich überhaupt nicht bemerkt, dass Jesus hier ein Gleichnis redet. Die denken immernoch an das normale Gerstenbrot von dieser Welt, das man essen kann, damit der Hunger gelindert wird. Jesus lässt sich aber nicht darauf ein, sondern bleibt bei seiner Gleichnisrede, darum lesen wir in Vers 35:
Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten.
Es gibt Menschen auf der Welt, die haben auch dann, wenn ihr Bauch gefüllt ist, immernoch Hunger, denn sie hungern nicht nach Speise und Getränk, sondern nach Wahrheit und nach Gottes Nähe. Und solche Menschen werden gesättigt, wenn sie zu Jesus kommen und in jeder Hinsicht an ihn glauben. Für solche Leute ist Jesus das Brot des Lebens. Denn es ist ein Unterschied, ob man hier in dieser Welt hockt und sich zwar satt essen kann, aber doch niemals Frieden hat, oder ob man hier in dieser Welt hockt mit Speise oder vielleicht sogar ohne Speise, aber man hat einen unbeschreiblichen Frieden in sich und die Aussicht auf ewiges Leben. Und man kommt wirklich mit einem besseren Gefühl durch diese Welt, wenn man Jesus hat, als wenn man ohne ihn klarkommen muss. Das Problem der Menschen ist aber schon immer jenes gewesen, dass sie sich weigern, zu glauben. Und auch die Menschen, die gerade vor Jesus stehen, haben dieses Problem, denn wir lesen in den Versen 36 und 37:
Aber ich habe es euch gesagt, dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt.
Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Hier erwähnt Jesus nochmals in Vers 36, dass die Menschen nicht glauben wollen, was er von Gott zu ihnen bringt und um des Planes Gottes willen für sie tun wird. Er offenbart aber auch das hoch interessante Detail, dass ein Mensch von dem Vater, also von Gott, an Jesus übergeben sein muss. Und wenn dies so ist, dann wird Jesus diesen Mensch garantiert annehmen. Das ist eine hilfreiche Erkenntnis, dass ein Mensch von Gott an Jesus übergeben sein muss. Wenn man also bei einem Mensch den Eindruck hat, dieser wäre nicht an Jesus übergeben, dann sollte man wohl im Gebet den Vater bitten, dass dies geschehen soll. Man sollte den Vater bitten, diesen Mensch an Jesus zu geben, denn dann nimmt Jesus ihn an.
Eine weitere bemerkenswerte Aussage von Jesus lesen wir in Vers 38. Die Worte lauten folgendermaßen:
Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Hier betont Jesus erneut, wie er es auch schon im vorigen Kapitel tat, dass er nicht den eigenen Wille tut. Jesus tut den Wille von jemand anderem. Wenn hier aber Jesus sagt, dass er aus dem Himmel herabgekommen ist, dann ist auch das die Wahrheit. Streng genommen ist er nicht gekommen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr wurde er vom Himmel herabgetragen, aber mit solchen Details müssen wir uns nicht unnötig aufhalten. Jesus hat schon gelebt, bevor er in diese Welt geboren wurde. Und es war seit dem Anfang der Schöpfung von Gott vorgesehen, dass Jesus nicht die ganze Zeit im Himmel bleiben darf, sondern dass eine Zeit kommen wird, wo seine eigentliche Form, in welcher er erschaffen worden war, verändert wird, damit Jesus als ein gewöhnlicher Mensch lebt und das gleiche Elend durchmacht wie alle anderen Menschen in dieser bösen Welt, aber ohne zu sündigen, und letztlich muss er dann sich selbst opfern. Das ist nun nicht unbedingt die schönste Aufgabe aller Zeiten, aber Jesus tat es trotzdem, weil es ihm nicht um den eigenen Komfort ging, sondern um den Wille Gottes.
Weiterhin steht in Vers 39:
Und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag.
Bei diesem Vers sollte man den Fokus ganz besonders darauf legen, dass Jesus hier von Menschen redet, die ihm gegeben sind. Jesus hat die große Verantwortung, sich ordentlich um alle Menschen zu kümmern, damit nicht etwa durch mangelndes Aktivsein von seiner Seite her der Zustand aufkommt, dass die Menschen in der Sünde vergehen. Die Menschen können zwar aufgrund des eigenen Willens weglaufen und in die Sünde fallen, aber es ist bedeutsam, dass Jesus niemals irgendwas von sich aus sagt, was die Menschen falsch anleiten würde. Denn wenn dies so wäre, dann würde die Sache mit der Auferweckung am letzten Tag nicht klappen. Die Auferweckten sind die, welche nach ihrer Bekehrung die ganze Zeit nur noch auf Jesus gehört haben, damit sie in dem Zustand sind, der ihr Leben rechtfertigt.
In Vers 40 sagt Jesus noch Worte, von denen sich spezifisch die Leute angesprochen fühlen mussten, die in dieser beschriebenen Situation gerade vor ihm standen. Es steht geschrieben:
Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Hier sehen wir, dass diese ganzen Menschen, die Jesus sogar persönlich sehen dürfen, keine bessere Entscheidung treffen könnten als Jesus anzuhören und ihn verstehen zu wollen, damit sie begreifen, worum es geht. Wenn sie dies tun, erfüllen sie den Plan Gottes. Wir heutzutage müssen nicht traurig sein, wenn wir Jesus noch nie persönlich gesehen haben, obwohl er lebt, denn es hat keinerlei Relevanz für unsere Errettung, ob wir Jesus schonmal persönlich sahen. Aber diese Leute, die in der Situation gerade vor Jesus standen, die mussten sich das wirklich zu Herzen nehmen, was Jesus hier sagte.
Leider gab es aber keinerlei Bereitwilligkeit, das Gesagte anzunehmen, denn wir lesen in den Versen 41 und 42:
Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, und sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen?
So ein kleines bisschen kann man es schon verstehen, dass sie hier murren, würde ich sagen. Sie haben einen Mensch aus Fleisch und Blut vor sich, und hören ihn sagen, dass dieser vom Himmel herabgekommen ist. Wie mag das wohl gewirkt haben? Ich glaube, wir können alle zustimmen, dass eine solche Szene total verrückt ist und dass auch wir persönlich ein großes Problem damit hätten, das ernstzunehmen, wenn ein Mensch sowas zu uns sagt. Denn wenn einer behauptet, vom Himmel herabgekommen zu sein, kann das locker nur eine überhebliche Spinnerei sein. Bei Jesus stand aber die Tatsache im Raum, dass gewaltige Wunderzeichen in seiner Nähe passierten, die an sich schon genug Aussagekraft haben. Das kann sonst keiner von sich selbst behaupten.
Da aber Jesus einen immer stärkeren Unglaube hervorkommen sieht aus den Herzen der Menschen, wird er in seinen Äußerungen auch ein bisschen unpersönlicher als vorher. Wir lesen folgendes in den Versen 43 bis 46:
Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander!
Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Es steht geschrieben in den Propheten: »Und sie werden alle von Gott gelehrt sein«. Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.
Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott ist, der hat den Vater gesehen.
An diesen Äußerungen merkt man, wie Jesus so langsam die Hoffnung verliert, dass die vor ihm stehenden Menschen vielleicht gerettet werden können. Seine Gedanken driften ab zu der Tatsache, dass gläubige Menschen sich komplett anders verhalten würden als diese Leute und dass sowieso alles in Gottes Hand liegt, darum verhalten sich diese Menschen so, weil Gott sie nicht zu Jesus zieht. In diesen Tagen konnten die Volksmengen noch gar nicht von Gott gelehrt sein durch übernatürliches Eingreifen, weil der Heilige Geist noch nicht in der dazu nötigen Kraft auf der Erde war, um die Dinge, die Jesus von Gott hat, in die Menschen hineinzulegen. Aber Jesus spielt wohl in Gedanken gerade dieses Szenario durch, wie die Dinge sein werden, wenn dann dieses Schriftwort in Erfüllung geht. Bemerkenswert ist auch, wie er betont, dass niemand Gott gesehen hat, außer ihm selbst. Jesus hat schonmal Gott gesehen, und zwar in einer persönlichen und ungehinderten Weise, aber andere Menschen haben maximal eine Erscheinung seiner Herrlichkeit gesehen, nicht aber Gott selbst. Dies sollten wir uns auch stets vor Augen halten, also dass niemand jemals Gott sah, außer Jesus. Weil aber Jesus eine so enge Beziehung zu Gott hat wie kein anderer und von Gott alle Worte bekommt, ist es auch umso bedeutsamer, allem zu glauben, was Jesus sagt, und nicht irgendwelche Äußerungen zu glauben, die dem entgegenstehen. Deswegen sagt Jesus in Vers 47:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.
Diese überaus bedeutsame Aussage ist durch alle noch kommenden Zeitalter hindurch von unbeschreiblichem Wert. Wir sollen nicht an Paulus glauben, oder an Petrus, oder an Elia, oder an Moses, sondern an Jesus sollen wir glauben, wenn wir ewiges Leben suchen. Es gibt viele besondere Menschen, die man nennen könnte, von denen etliche Diener Gottes waren, andere aber mit dem Satan gemeinsame Sache machten. Letzten Endes ist das alles aber zweitrangig, weil kein Mensch eine so hohe Bedeutung hat, wie es bei Jesus der Fall ist. Jeder, der Jesus widerspricht, ob nun mit guter oder böser Absicht, der ist schlecht für uns. Jesus hat alles richtig von Gott überliefert und gleichzeitig einen Lebenswandel geführt, der ohne Sünde war. Das hat kein anderer geschafft. Wenn andere Menschen Worte sprachen oder aufschrieben, die Gott selber gesagt hat, dann sind die Worte kostbar, aber der Mensch dahinter ist trotzdem nicht wichtig. Nur bei Jesus ist das anders. Bei der Verkündigung von Jesus müssen wir sowohl die Worte als auch die Person dahinter gleichermaßen zum Fundament des Glaubens machen. Besonders wichtig ist ja das Sühneopfer, das Jesus für uns leistete. Die Leute, mit denen Jesus gerade redete, wussten noch gar nicht, dass sowas passieren würde, wir heutzutage wissen es aber. Und zu den Leuten, die gerade vor Jesus standen, sagte er noch folgendes laut Vers 48 bis 50:
Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben;
dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt.
In diesen Versen sagt Jesus einfach nur die Wahrheit, auch wenn er immernoch in Gleichnissen spricht. Egal, wie viel Gerstenbrot man essen wird, wenn man hier in dieser Welt lebt: Man wird trotzdem eines Tages sterben. Und wenn man dann vor Gott steht und Jesus zur Rechten Gottes sieht und erlebt, ob Jesus sich zu einem bekennen wird oder nicht, dann spielt es in dem Moment absolut keine Rolle, ob der Mensch im Erdenleben immer schön Gerstenbrot gegessen hat. Das ist völlig irrelevant. Sämtliches Brot, was die Menschen sich backen, auch das Brot, welches während der Wüstenwanderung aus dem Manna hergestellt wurde, kann auf Dauer gar keinen Tod verhindern. Es verhindert den ersten Tod nicht, denn man wird sterben, wenn die Anzahl der eigenen Tage erfüllt ist, und den zweiten Tod verhindert es genau so wenig. Und deswegen ist es auch Unsinn, solchem Brot hinterherzujagen, als wäre es das Beste, was man finden kann. Jesus hingegen ist das Brot des Lebens, denn wenn er auch nicht unseren ersten Tod hier in dieser Welt verhindert, so verhindert er doch das, was noch schlimmer wäre, nämlich den zweiten Tod, denn der zweite Tod ist ein bei vollem Bewusstsein wahrgenommener Zustand, wo man in Feuer und Schwefel leidet bis in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Niemand wird einen dort rausholen, wenn man einmal drin ist, und der Rauch der eigenen Qual wird aufsteigen Tag und Nacht, ohne Unterlass. Vor sowas gerettet zu werden ist deutlich besser, als täglich satt zu sein. Und Jesus will auch offenbaren, warum er sich selber die ganze Zeit als das Brot des Lebens bezeichnet, denn wir lesen in Vers 51:
Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.
Durch diese Worte hat Jesus seinen Opfertod angekündigt. Und das ist der Weg, wie er uns ewiges Leben ermöglichen kann, indem er sich selbst trotz seiner Unschuld und trotz seines reinen Herzens hingibt, um eine übelste Marterung zu erleiden. Dieses Sühneopfer, das vor Gott Geltung hat, ist das Brot des Lebens. Da aber keiner der Anwesenden weiß, was mit Jesus passieren wird und welche Bedeutung dies aus himmlischer Sicht hat, folgt bei ihnen natürlich eine entsprechend negative Reaktion. Es steht geschrieben in Vers 52:
Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?
Die Leute neigten ernsthaft dazu, zu denken, dass Jesus sie hier zum Kannibalismus verleiten würde. Sie haben die geistliche Rede weltlich aufgefasst und sind daher natürlich in Streitereien versunken. Jeder von uns, wenn er Jesus so reden hört und nicht weiß, was die Worte bedeuten, würde sich wohl auch erstmal darüber entsetzen, wenn Jesus sagt, wir sollten sein Fleisch essen. Das sind heftige und sehr verstörende Worte für jeden, der dahinter keine Gleichnisrede erkennt.
Das Erschreckendste ist aber, dass Jesus nicht nur eine solche Äußerung machte, die die Menschen durchaus glauben lässt, er würde nur wirres Zeug reden wie ein Wahnsinniger, sondern dass Jesus die Sache sogar noch extremer gestaltet. Wir lesen folgende Worte in den Versen 53 bis 55:
Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank.
Also an dieser Stelle war für die meisten Menschen bestimmt alles zu spät. Wenn man derart krasse Worte hört, dann neigt man sofort dazu, zu sagen: „Das reicht! Ich bin raus!“
Der Grund, warum Jesus in solch einer extremen Weise redete, lag dabei, dass er sie erkennen lassen wollte, wie er hier gerade Gleichnisse anwendet. Jeder Mensch mit Verstand, der an Jesus glauben will, würde beim Hören dieser Worte sagen: „Okay, das kann jetzt ganz gewiss nicht buchstäblich so gemeint sein. Es muss sich um ein Gleichnis handeln. Alles andere ist undenkbar!“
Wenn Jesus von Brot redet, das vom Himmel herabkam, dann kann man bei beschränkten Zuhörern noch halbwegs Verständnis dafür haben, wenn sie nicht bemerken, dass dies ein Gleichnis ist und es deswegen wörtlich interpretieren. Aber wenn hier davon geredet wird, dass Fleisch und Blut von ihm verzehrt werden soll, dann muss es doch so langsam wirklich mal erkennbar sein, auch für die Leichtfertigsten der Leichtfertigen, dass das unmöglich wörtlich gemeint sein kann. Diese Äußerungen sind sehr extrem, darum müsste normalerweise jeder noch so ungebildete Bauerntölpel es als ein Gleichnis erkennen. Und das ist der Hintergrund, warum Jesus in seiner Ausdrucksweise so extrem wurde. Weil es die Leute davon abhalten sollte, immernoch alles wörtlich aufzufassen. Die Bedeutung der gerade gelesenen Worte kann heutzutage wahrscheinlich jeder bibelkundige Christ leicht erfassen, sobald man ihn daran erinnert, wie das Abendmahl abläuft. Denn beim Abendmahl gedenkt man, sofern man es richtig macht, allezeit an die traurige Tatsache, dass Jesus gelitten hat um unseretwillen. Die Heuchler denken beim Abendmahl an Freude und Herrlichkeit und eben an alles, was sie erbaut und ihren Gemütern schmeichelt, aber wer aufrichtig ist, der gedenkt immer wieder daran, dass der Leib von Jesus zerschlagen und sein unschuldiges Blut vergossen wurde, weil wir durch unsere verübten Sünden sowas nötig gemacht haben. Und es ist ganz egal, ob man das Abendmahl feiert oder nicht, denn es ist lediglich ein körperliches Ritual. Wenn man sich da zu sehr drauf verlässt und Heil sucht in dem bloßen Akt, landet man bei Religiösität und wird langsam von allem getrennt, was Gott einem gab. Das einzig Wichtige ist das, was Jesus hier durch die Gleichnisrede offenbart. Wir müssen völlige Anerkennung dafür haben, dass Jesus gelitten hat für uns. Jesus hatte einen fleischernen Körper wie wir, inklusive aller Empfindungsfähigkeit. Jeder von uns kann sich da hineinversetzen, wie es gewesen sein muss, angespuckt, verprügelt, ausgepeitscht und gekreuzigt zu werden. Durch jeden Körper fließt Blut, das ist bei jedem Mensch so. Darum kann sich auch jeder da hineinversetzen, wie das für Jesus gewesen sein muss, als man ihm die Dornenkrone aufsetzte und das Blut ihm über sein Gesicht lief und als nach der Geißelung sein ganzer Rücken zerschlagen und blutüberströmt war. Und das ist es, was wir tun sollen, denn dadurch essen wir geistlich sein Fleisch und trinken geistlich sein Blut, wenn wir uns da hineinversetzen wollen, wie grausam es für ihn gewesen sein muss, das alles zu erleiden. Wenn wir sowas tun, dann sichert es unser Leben viel mehr als das Essen von Getreideprodukten. Hier in dieser Welt muss man Speise essen und Getränk trinken, damit man nicht verhungert oder verdurstet, aber sterben wird man ja doch irgendwann. Denn jedes fleischerne Wesen wird in eine Zeit geraten, in der das Essen und das Trinken nicht mehr hilft, um weiterzuleben. Für unser ewiges Leben aber müssen wir stets an das Opfer von Jesus gedenken und eben deswegen nie wieder sündigen, damit es unser ewiges Leben bewahrt. Man kann nur so werden wie Jesus, wenn man wirklich versucht, das Leiden zu begreifen, das er durchgemacht hat. Das ist unter Anderem auch ein Bestandteil der persönlichen Nachfolge. Deswegen sagt Jesus in Vers 56:
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.
Dieser Vers macht erkennbar, dass es jedem Mensch, der sich nicht in das Leiden von Jesus hineinversetzen will, unmöglich ist, in Jesus zu bleiben. Das ist die Realität. Viele Menschen sind total verhätschelt und verweichlicht. Die sagen: „Oh lass mich bloß mit so schlimmen Themen in Ruhe! Ich will überhaupt nichts davon hören, wie Jesus gegeißelt und gekreuzigt wurde!“
Aber diese Menschen laufen vor einer Sache weg, vor der man nicht weglaufen darf, wenn man ewiges Leben wünscht. Wir sollen in Jesus sein, und dabei gehört auch sein Leiden dazu. Wer dies verweigert, weil er einfach nur ein fröhliches und unbeschwertes Leben haben will, damit es ihm unter der Sonne gut geht alle Tage bis zum Ende seines Lebens, der wird zu denen gehören, zu welchen Jesus am Ende sagt; „Ich habe euch nie gekannt!“
Ein anderes wichtiges Prinzip erklärt Jesus in Vers 57. Dort lesen wir folgendes:
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben.
Auch das ist die Wahrheit, an der es nichts zu rütteln gibt. Jesus lebt um des Vaters willen, weil er immer alles getan hat, was der Vater sagt und sich nicht gegen ihn verfehlte. Wir selber haben das nicht getan. Wir haben uns gegen den Vater verfehlt, und zwar nicht nur einmal oder zweimal, sondern hunderte Male, wenn nicht sogar tausende Male. Darum sind wir eigentlich schon längst des Todes würdig. Aber für uns gibt es einen Weg, trotzdem zu leben, nämlich wenn wir Jesu Leiden voll und ganz in uns aufnehmen, das er durchgehalten hat für uns, damit wir erkennen, wie schlimm das ist, weswegen wir aus eben diesem Grund von allen Sünden ablassen. Um dessen willen, was geschah, sollen wir endlich Gottes Gebote lernen und einhalten, so wie Jesus es vormachte und selbst erklärte. Das ist der Zustand, der unser Leben rechtfertigt, weil wir dann um Jesu willen leben. Jesus lebt ewig, weil er immer alles so tat, wie Gott es will, wir aber leben ewig, obwohl wir bisher nicht alles so taten, wie Gott es will, indem wir Jesus völlig nachfolgen und ihm ähnlich werden und sein Leiden begreifen wollen. Darum ist es unser Ziel, in allen Situationen des Lebens nur noch so aufzutreten, wie man es von Jesus lernt und ihn zu bezeugen, aber nicht den Forderungen von verkehrten Menschen oder den bösen Lüsten im eigenen Fleisch untertan zu sein.
Als abschließenden Kommentar zur Gleichnisrede vom Brot des Lebens steht noch folgendes in den Versen 58 und 59:
Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben, und sind gestorben; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit!
Dies sprach er, als er in der Synagoge von Kapernaum lehrte.
Diese Worte brauchen keine nähere Erklärung. Da aber die Jünger etwas gehört haben von Fleisch des Menschensohnes essen und Blut trinken und lauter solches Zeug, und sie in ihrer Beschränktheit immernoch nicht darauf gekommen sind, dass Jesus Gleichnisse redet, ist nun ihre Reaktion von entsprechend großer Entrüstung geprägt. Wir lesen darüber folgendes in den Versen 60 bis 62:
Viele nun von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören?
Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?
Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war?
Hier versucht Jesus sozusagen ein wenig gegenzusteuern, weil er merkt, dass seine Jünger dazu neigen, sich gegen ihn zu empören, so als wären sie vernünftiger als er. Deswegen macht er sie darauf aufmerksam, dass er es ist, welcher zum Himmel auffahren wird, wenn alles durchgestanden ist. Dies bezeugt dann auch seine Glaubwürdigkeit und die Wahrhaftigkeit der von ihm geredeten Belehrungen und Gleichnisse. Und da Jesus merkt, dass die Jünger sich für besonders gescheit halten, weil sie bei allem, was sie hören, immer nur weltlich denken und alles abgleichen mit dem, was sie selber kennen und glauben zu wissen, äußert Jesus noch einen enorm wertvollen Spruch ihnen gegenüber, den wir im nächsten Vers finden. Es steht geschrieben:
Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.
Wenn die Jünger fähig wären, einfach mal anzunehmen, was Jesus sagt, würden sie spätestens durch diese Aussage einsichtig werden und sich dafür schämen, bis jetzt in die völlig falsche Richtung gedacht zu haben. Und auch wir selber müssen uns prüfen, ob wir da besser handeln als die widerspenstigen und weltlich verhafteten Jünger. Wie viele Menschen, die in der persönlichen Nachfolge sind, haben schon völlig begriffen, dass das Fleisch kein Leben hat? Das Fleisch ist aus dem Staub der Erde entstanden. Es ist unbedeutendes Material. Wenn Gott keinen Lebensodem in den Körper von Adam gegeben hätte, dann hätte Adam niemals zu leben begonnen, obwohl sein Körper schon vollständig geformt und auch gesund war. Darum ist jeder töricht, der meint, das Leben und die Länge des Lebens in dieser Welt wären immer nur vom Zustand des Fleisches abhängig. Das ist nicht Gottes Wahrheit. Man kann noch so viel essen und trinken und Sport treiben und den Körper pflegen, aber es wird nicht einen einzigen Tag zur eigenen Lebenszeit hinzufügen. Und das Leben besteht nicht darin, das man einen fleischernen Körper hat. Das Leben kommt auch nicht daraus, dass man die Bedürfnisse des Fleisches befriedigt. Auch dies hat absolut nichts mit dem wahren Leben zu tun. Das Leben kommt vom Geist. Wenn Geist da ist, dann ist Leben da, sobald aber der Geist verschwunden ist, ist kein Leben mehr da. Und die Worte, die Jesus lehrt, bewahren unseren Geist. Deswegen sind diese Worte um ein Vielfaches wichtiger als jeder Eindruck davon, was man alles in dieser Welt tun könnte, um das eigene Leben zu bewahren oder zu verlängern oder sonstwas. Man muss aus diesem Denken rauskommen, dass es lediglich das gibt, was man ertasten oder anschauen oder anfassen oder hören oder schmecken kann, und man muss begreifen, dass Gottes Schöpfung um ein Vielfaches komplexer ist als das, was der Mensch fähig ist wahrzunehmen. Genau so muss man auch unbedingt einsehen, dass Gottes Belehrung um ein vielfaches wahrhaftiger ist als alles, was Menschen sich selber ausdenken und worauf sie dann stolz sind, weil sie es für gut halten. Nichts, was Menschen sich ausdenken und sich bisher ausgedacht haben, reicht an Gottes Wort heran!
Wir werden aber merken, dass bei dieser erstaunlich gehaltvollen Äußerung von Jesus trotzdem überhaupt kein Umdenken bei den Jüngern stattfand, denn wir lesen folgendes in den Versen 64 bis 66:
Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.
Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!
Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.
Diese Situation muss für das Herz von Jesus sehr bedrückend gewesen sein. Auf der einen Seite wird hier erwähnt, dass Jesus alle durchschaut hatte, die keinen Glaube hatten, sondern nur aus Sensationsgeilheit Jesus hinterherliefen, aber ich glaube nicht, dass ihn dies darüber hinweg getröstet hat, nun offiziell allein gelassen zu werden. Eine Vielzahl der Menschen, die gesagt hatten, seine Jünger zu sein, verließen ihn. Und das taten sie, weil ihnen die Worte unangenehm waren, die Jesus redete und weil sie es völlig falsch auffassten. Sie suchten nicht den Fehler bei sich selbst und gaben sich keine Mühe, zu durchschauen, was Jesus meint. Sie hörten einfach nur einen Mensch von Fleisch essen und Blut trinken sprechen, und deswegen gingen sie weg. Das waren wirklich ein paar untreue und geistig beschränkte Seelen. Streng genommen ist das gar kein Grund zur Traurigkeit, da man sagen müsste: „Wenn derartige Leute weglaufen, dann ist es kein Verlust!“, und doch war Jesus davon viel betrübter, als es hier erwähnt wird. Seine Betrübnis war sogar derart stark, dass er seine zwölf engsten Vertrauten fragte, ob sie ebenfalls gehen wollen, denn wir lesen in den Versen 67 bis 71:
Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?
Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens;
und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel!
Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, denn dieser sollte ihn verraten, er, der einer von den Zwölfen war.
Bei diesem Text weiß ich nicht, welcher Teil euch am meisten ins Herz trifft, aber bei mir ist es die Reaktion, die Petrus zeigte. Fast alle Leute gehen weg, aber Petrus sagt zu Jesus: „Herr, zu wem sollten wir gehen?“
Ist das nicht die liebenswerteste Reaktion, die jemand in solch einem Moment zeigen kann? Jesus hatte eine extrem übertriebene Gleichnisrede geäußert, die allgemeines Entsetzen hervorrief, aber seine Apostel wollen ihm immernoch treu sein. Das ist an sich genau die gleiche Treue, die auch wir haben sollten. Aber ist das so bei jedem von uns? Würdest auch du zu Jesus sagen, wenn alle ihn verachten, dass du bei ihm bleibst und dass du zu keinem anderen gehen willst, weil es woanders sowieso nichts Gutes zu finden gibt? Hängst du so sehr an Jesus, wie es von Petrus offenbar wurde in diesem Moment?
Und die anderen Apostel sind bestimmt sehr froh gewesen, dass Petrus so reagierte, denn sie selber wollten ja auch nicht weggehen, nichtmal Judas Ischariot, obwohl Jesus schon ahnte, dass dieser ihn eines Tages für Geld verraten wird. Als aber Jesus sagte: „Einer von euch ist ein Teufel!“, da wussten die Zwölf in dem Augenblick nicht, was Jesus meint, und sie wollten auch nicht nachfragen. Erst als dann der Verrat geschehen war, von welchem wir noch in Kapitel 18 etwas lesen werden, wurde ihnen dann auch diese frühe Äußerung begreiflich.
Und nun sind wir am Ende dieses Kapitels angekommen. Was können wir daraus lernen, und was nützt es uns für die eigene Nachfolge?
Wir lernen eigentlich nur eine Sache aus diesem Kapitel: Jesus wollte den Menschen begreiflich machen, welchen Wert das Opfer hat, das er für sie leistet. Ein wirklich an Jesus gläubiger Mensch nimmt ganz tief diese Sache in sich auf, die Jesus getan hat, dass Jesus leiden musste für uns, und ein an Jesus gläubiger Mensch wirkt für diese geistliche Speise, also die Vergebung zum ewigen Leben, die möglich wird durch das geleistete Opfer, indem man alle Worte verstehen und anwenden will, die Jesus redete. Denn wenn man Speise haben will, muss man Geld verdienen, damit man sich welche kaufen kann, oder man muss sie selbst anbauen oder bei anderen Menschen betteln. Wenn man aber die Vergebung haben will, die durch Jesus möglich wird, muss man das gesamte eigene Denken nur noch auf Jesus ausrichten. Und da können wir uns in unserer Nachfolge jederzeit selbst prüfen, um zu sehen, ob wir schon diesem Ideal entsprechen. Wie stark ist unser persönliches Bewusstsein über Jesu Leiden? Wie stark ist unsere Einsicht, dass diese äußerst bedauerliche Sache nur deshalb passiert ist, weil wir in unserem Leben Entscheidungen trafen, die wir nicht hätten treffen dürfen, nämlich das Ignorieren der Gebote Gottes, und dass es zum Heulen ist, wenn um unseretwillen dies geschah? Jesus hat gewiss nicht gelitten, um eigene Verfehlungen auszugleichen. Und wie groß ist eigentlich bei uns der Wunsch, Gleichnisrede auch als solche zu erkennen und nicht mehr fleischlich zu denken, sondern geistlich? Jeder Mensch, der Jesus verlassen hätte, wie es auch etliche Jünger gemäß diesem Kapitel taten, weil die Worte von Jesus zu unangenehm waren, kann die echte Nachfolge vergessen. Außerdem sind alle Menschen keine echten Jesus-Nachfolger, die sich heutzutage genau so schäbig verhalten wie etliche Menschen damals, indem sie nur deshalb zu Jesus kommen, weil er ihren Bauch füllen soll, und alles andere interessiert sie gar nicht. Man wird durch dieses gesamte Kapitel sehr stark mit geistlichem Denken konfrontiert, aber nicht weil es gewollt wäre, dass man davor kapituliert, sondern weil es uns aufzeigen soll, worauf es eigentlich wirklich ankommt.
Und nachdem ich all dies erwähnt habe, kommt auch dieses Video zu seinem Ende.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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