Text zu "Bibellehre - Kapitel 8 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/B7LjN5avUGw

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 8 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir befinden uns nun in einem Kapitel, wo sozusagen noch ein großer Nachtrag zu dem Laubhüttenfest steht, das Jesus besucht hatte. Wir wissen aus Kapitel 7, dass Jesus nach Jerusalem gegangen war, um das Laubhüttenfest zu feiern, obwohl eine Strafanzeige gegen ihn vorlag und er theoretisch damit rechnen musste, dort zu Tode gesteinigt zu werden wegen angeblicher Sabbatschändung. Trotzdem war Jesus beim Fest dabei und hielt sich zunächst verborgen, aber in der zweiten Hälfte des Festes ging er dann mutig in den Tempel und predigte. Und am letztem Tag des Festes rief er vor allen Leuten, dass er es ist, zu dem sie kommen sollen, wenn sie durstig sind, damit sie bei ihm lebendiges Wasser bekommen, das dann auch aus ihnen strömen kann. Und die religiösen Autoritäten hätten Jesus an liebsten ergreifen lassen, aber es wurde nichts daraus.
Daran anknüpfend lesen wir folgendes in den Versen 1 und 2:

Jesus aber ging an den Ölberg. 
Und früh am Morgen kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 

Man darf sich diesen Vers so vorstellen, dass Jesus noch einen weiteren Tag in Jerusalem blieb, obwohl das Laubhüttenfest schon vorbei war. Und es ist an sich schon bemerkenswert, wie hier zum Ausdruck gebracht wird, dass eine große Menge des Volkes von Jerusalem zu ihm kam, um sich seine Belehrungen anzuhören. Da könnte man ja beinahe die Hoffnung entwickeln, dass sie gerettet werden können. Allerdings blieb Jesus an diesem Tag nicht ungestört, denn wir lesen in Vers 3 bis 6:

Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte 
und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist während der Tat beim Ehebruch ergriffen worden. 
Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, dass solche gesteinigt werden sollen. Was sagst nun du? 
Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 

Hier sehen wir deutlich, dass sich wieder einmal eine völlig verkorkste Situation ergeben hatte durch das idiotische Verhalten der religiösen Autoritäten, die sich selbst für besonders gescheit hielten. Diese von blindem Hass und extremer Überheblichkeit erfüllten Männer kamen zu Jesus an und behaupteten mit bloßen Worten, sie hätten eine Frau beim Ehebruch ergriffen und diese müsse nun bestraft werden. Und sie erhofften sich, dass Jesus darauf irgendwie anstößig reagieren würde, damit man ihm unterstellen kann, er würde das Gesetz von Moses nicht einhalten wollen und somit ein Feind Gottes sein. Das war der Grund, warum sie ihn nach seiner Meinung fragten, weil sie hofften, er würde gegen das Gesetz reden. Und in all ihrem Irrsinn merken sie nichtmal, dass sie gerade selber gesetzlos handeln. Denn im Gesetz Gottes, das von Moses überliefert wurde, steht geschrieben, dass man bei einem nachgewiesenen Ehebruch beide Beteiligten zu Tode steinigen soll, sowohl den Mann als auch die Frau. Aber die religiösen Autoritäten hatten lediglich die Frau bei sich. Und wer der beteiligte Mann war, das wusste scheinbar keiner und danach wurde von den Autoritäten auch gar nicht erst gefragt. Dann geht es damit weiter, dass die religiösen Männer ernsthaft meinen, die Frau könnte nun aufgrund einer bloßen Behauptung zu Tode gesteinigt werden. Es wird einfach so gesagt, dass die Frau während der Tat ergriffen worden sei, und niemand hat überprüft, ob hier gegebenenfalls ein falsches Zeugnis geredet wird. Wer aber Gottes Gesetz richtig anwendet, der muss zuerst die Anklage erfassen und dann Nachforschungen anstellen, ob die Anklage korrekt ist oder ob eine falsche Anklage durch falsche Zeugen vorliegt, und erst danach kommt es dann bei nachgewiesener Schuld zur Vollstreckung der Strafe gegen alle Beteiligten, die gesündigt haben. Also: Die Pharisäer haben nur die Frau, obwohl sie die Frau und den Mann bräuchten, und sie haben keinerlei Nachforschungen zugelassen, dass man ihre Behauptung untersucht, ob sie hier überhaupt die Wahrheit sagen, wenn sie lauthals ausrufen, die Frau wäre eine Ehebrecherin. Es darf eigentlich kein Mensch so verrückt sein, dass er nach dem Hörensagen Urteile spricht. Und man darf auch beim Aussprechen von Gerichtsurteilen keinerlei Ansehen der Person berücksichtigen. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer bildeten sich sehr viel auf ihre hohe Stellung ein und erwarteten deswegen, dass ihre Aussagen sowieso nicht angezweifelt werden dürfen, weil sie dazu doch ein viel zu hohes Ansehen haben. Diese Leute sind die Gesetzlosigkeit in Person, wollen jetzt aber Jesus so aussehen lassen, als wäre er der Gesetzlose. Das ist wirklich eine widerliche Situation, bei der man sich nur noch an den Kopf greifen kann, aber gleichzeitig ist das gar nichts Besonderes, denn die Menschen benehmen sich ständig so irrsinnig. Auch heutzutage wäre ein solches Szenario in sehr ähnlicher Weise locker möglich, nur eben basierend auf anderen Gesetzestexten.
Wir sehen aber auch am sechsten Vers, dass Jesus sich in gar keiner Weise hat beeindrucken lassen von diesem teils tyrannischen und komplett verkorksten Auftreten der religiösen Autoritäten, sondern Jesus bückte sich in Ruhe nieder und schrieb etwas in den Sand. Dabei hat Jesus höchstwahrscheinlich das Gebot Gottes aufgeschrieben, gegen welches die Frau verstoßen haben soll, und dazu den Name der Frau. Denn es gab damals kein Papier und keine Tinte, wie wir es heute kennen, deswegen war man in einigen Fällen, wenn man keine Schreibmittel besaß, tatsächlich dazu gezwungen, Dinge in den Sand zu schreiben.
Es sieht aber auch ganz so aus, als würden die Schriftgelehrten und Pharisäer gar nicht so richtig wissen, was Jesus hier gerade tut, denn sie drängeln ihn. Sie fragen ihn ständig wieder, was mit der Frau gemacht werden soll und wollen eine möglichst spontane und hoffentlich unüberlegte Reaktion aus ihm herausholen. Da kann man beim besten Willen nicht behaupten, dass ihr Verhalten auch nur das Geringste mit dem Dürsten nach Gerechtigkeit zu tun haben würde.

Die Reaktion von Jesus auf ihr bedrängendes Nachfragen lesen wir in den Versen 7 und 8. Dort steht:

Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie! 
Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde. 

Auch hier hat Jesus etwas Wichtiges zur Sprache gebracht. Das Gesetz Mose wurde für ein heilig lebendes Volk geschrieben. Deswegen dürfen Steinigungen eigentlich nur von Leuten durchgeführt werden, die noch nie die selbe Sünde taten und auch nicht in ihren Herzen Lust an dieser Sünde hätten, wenn sie daran denken. Und der allerbeste Zustand wäre es natürlich, wenn nur diejenigen Steine in die Hand nehmen, die noch niemals irgendeine Sünde taten. Denn wenn jemand Steine wirft, der sich selber auch schonmal todeswürdig versündigt hat, dann ist das ja ein Ärgernis. 
Es ist auch ein wenig schade, dass man nicht genau erfährt, was Jesus insgesamt alles in den Sand schrieb, nachdem er sich wieder gebückt hatte. Ganz besonders faszinierend wäre es natürlich, wenn Jesus die Worte aus dem Buch des Propheten Jeremia geschrieben hätte, die in Kapitel 17 in Vers 13 stehen.
Wenn nun aber Jesus gesagt hat, dass der den ersten Stein werfen soll, welcher ohne Sünde ist, was übrigens in sehr ähnlicher Weise im Gesetz steht, dass dies so laufen soll, dann würde es natürlich bedeuten, dass jeder, der nun einen Stein werfen würde, sich vor allen anwesenden Menschen anmaßen würde, sündlos zu sein. Und das wollte sich keiner geben, da es viele Streitereien verursacht hätte, darum lesen wir in den Versen 9 und 10:

Als sie aber das hörten, gingen sie — von ihrem Gewissen überführt — einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus wurde allein gelassen, und die Frau, die in der Mitte stand. 
Da richtete sich Jesus auf, und da er niemand sah als die Frau, sprach er zu ihr: Frau, wo sind jene, deine Ankläger? Hat dich niemand verurteilt? 

Offensichtlich war Jesus als einziger übrig geblieben, der überhaupt tauglich wäre, eine Steinigung durchzuführen. Aber dies tat Jesus nicht, denn wir lesen in Vers 11:

Sie sprach: Niemand, Herr! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!

Diese Reaktion ist die Allerbeste. Jesus sagt zu ihr, dass sie nicht mehr sündigen soll. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf Ehebruch, sondern auf absolut alles, was Gottes Gesetz verbietet. Ob diese Frau wirklich eine Ehebrecherin war oder nicht, wird nicht aufgelöst, aber gesündigt hat sie garantiert schonmal in irgendeiner Weise in ihrem Leben, und man braucht die Gesinnung, gar nicht mehr sündigen zu wollen. Denn ob sie nun eine Ehebrecherin ist oder nicht: In beiden Fällen wird es zweifellos so sein, dass sie ihr Denken nicht völlig auf Gottes Wort ausgerichtet hatte.

Und nun schauen wir uns mal an, was in Vers 12 steht! Wir lesen dort:

Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. 

Dieser Ausspruch ist ebenso wahrhaftig wie wunderbar. Wer wirklich in Wahrheit Jesus nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben, er taumelt nicht mehr in der Finsternis herum. Wenn Jesus das Licht der Welt ist und wir alles nachahmen, was wir von ihm lernen, dann sind auch wir das Licht der Welt. Und eigentlich geht es nur darum. Wer in der Finsternis wandelt, der hat keine Lust auf korrekte Anwendung von Gottes Gesetz und auch nicht auf Eigenschaften wie Barmherzigkeit, Weisheit, Demut und eine Gottesfurcht, die alle Menschenfurcht übersteigt. Wenn man alles so anwendet, wie man es von Jesus lernt und genau so durch das Leben geht wie er durch das Leben gegangen ist, dann wandelt man himmlisch und nicht mehr weltlich, man ist im Licht und nicht mehr in der Finsternis. Die Welt bleibt weiter ein finsterer Ort, aber man selber ist kein Teil mehr davon. Deswegen kann man auch nicht geknechtet werden von toxischen Leuten oder bösen Lüsten, man hat keine geistigen Ketten mehr an sich. Das ist das Ergebnis davon, falsche Wertvorstellungen aufzugeben, egal unter welchem Name die Falschheit breitgetragen wird, und nur noch Gottes wahren Wille als wertvoll zu erachten, dem Vorbild von Jesus gemäß. 
Es gibt viele Leute, die sich für schlau halten, oder für stark, oder für vorausschauend, oder für besonders geschickt. Aber nichts davon ist tauglich für das Reich der Himmel. Es geht allein darum, zu den Werten Gottes zu stehen, die in dieser Welt weitläufig auf Hohn und Hass treffen. Denn wenn die Menschen Gott hassen, dann hassen sie den, den sie niemals überwältigen können. So ähnlich ist es auch mit denen, die völlig Jesus nachfolgen in jeder Hinsicht, weil das wahre Licht die Finsternis ins Straucheln bringt. Wer Jesus nicht nachfolgen will, ist dazu genötigt, auf die eigene Körperstärke zu vertrauen, oder auf den eigenen Intellekt oder auf die eigenen Freunde, oder auf den eigenen Besitz. Aber all diese Menschen gehen eines Tages inmitten der Finsternis zugrunde, sie sehen niemals das Licht des Lebens. Alles, worauf sie sich viel einbildeten, werden sie als Nichtigkeit vorfinden, wenn genug Zeit vergangen ist. Wir aber, wenn wir ganz nah bei Jesus sind, haben das Licht des Lebens, egal wie viel Elend wir von dieser Welt noch mitansehen müssen bei denen, die das wahre Licht hassen. Deswegen ist Jesus so kostbar und besser als jeder andere, von dem wir jemals hören werden unter allen, die in dieser Welt gelebt haben.

Leider sind aber beginnend in Vers 14 die Beschreibungen von dem Autor Johannes sehr mangelhaft. Er scheint nicht dazu fähig gewesen zu sein, seine Erinnerungen zusammen zu nehmen. In Vers 13 und 14 steht:

Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du legst von dir selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht glaubwürdig! 
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis doch glaubwürdig, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 

Es ist durchaus naheliegend, dass die Pharisäer ihn wegen dem Ausspruch tadelten. Aber die Behauptung, dass Jesus gesagt haben soll, sein Zeugnis wäre glaubwürdig, auch wenn er von sich selber Zeugnis ablegt, ist der reinste Schwachsinn. Wir haben in Kapitel 5 in Vers 31 die wahre Aussage gelesen, dass Jesus ganz klar bezeugte, wie unglaubwürdig sein Zeugnis über sich selbst wäre. Und nun wird hier plötzlich behauptet, Jesus hätte eben doch sich selbst als glaubwürdigen Zeuge für seine eigenen Aussagen dargestellt. Mit Sicherheit hat derartiges niemals den Mund von Jesus verlassen.

In Vers 15 und 16 steht:

Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand. 
Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahrhaftig; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 

Dieses Richten nach dem Fleisch beschreibt das verachtenswerte menschliche Verhalten, dass die meisten Menschen gerne jemanden schuldig sprechen, wenn er ihnen unsympathisch ist, und jemanden von Schuld freisprechen, wenn er ihnen sympathisch ist, oder wenn sie Angst vor denen haben, die ihm im Hintergrund helfen, oder wenn sie ein großzügiges Geschenk bekommen haben, welches sie in ihrem Urteil beeinflusste. Jesus hingegen richtet nur basierend auf den Worten, die Gott ihm sagt, unabhängig von Sympathie oder Geschenken oder Ansehen der Person oder sonst irgendwelchen Oberflächlichkeiten, darum wäre seine Art zu richten besser, aber im Fall der mutmaßlichen Ehebrecherin hat er die Frau ja überhaupt nicht richten wollen.

In den Versen 17 und 18 steht nochmal etwas völlig Verkorkstes, denn dort wird behauptet, dass Jesus folgendes gesagt haben soll:

Es steht aber auch in eurem Gesetz geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen glaubwürdig ist. 
Ich bin es, der ich von mir selbst Zeugnis gebe, und der Vater, der mich gesandt hat, gibt auch Zeugnis von mir. 

Hier wird erneut unterstellt, Jesus hätte von sich selbst ein Zeugnis abgelegt und dabei Glaubwürdigkeit beansprucht. Das ist übel! Es ist die reinste Schande, zu behaupten, dass Jesus sowas gesagt hätte wie in diesen Versen. Außerdem ist der Vater von Jesus kein Mensch und wird nie einer sein. Und es wird hier so getan, als hätte Jesus gesagt: „euer Gesetz“, so als ob die Thora nur für andere gelten würde und nicht für ihn selber. Diese Worte wären doch lächerlich. Ich weiß wirklich nicht, was da bei Johannes schiefgelaufen ist, dass er solchen Quatsch geschrieben hat bzw. angeblich schrieb. Im schlimmsten Fall wären die Verse ein paar absichtlich eingebaute Fälschungen, um die sündige Belehrung zu rechtfertigen, dass das Gesetz aufgelöst sei.
Wenn wir jetzt aber mal davon ausgehen würden, dass der Vers 13 korrekt ist und danach die Worte von Vers 15 und 16 folgen müssten und dann Vers 19 käme, dann müsste man schon zugeben, dass dies Sinn macht, denn in Vers 19 steht:

Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen. 

Die Situation ist wahrscheinlich die gewesen, dass Jesus sich selbst als das Licht der Welt bezeichnete, und dann haben die Pharisäer ihn getadelt, weil das nach ihrer Auffassung gleichbedeutend damit wäre, dass einer von sich selbst Zeugnis gibt, und dann hat Jesus, um ihnen zu eröffnen, was er meint, den Tadel gegeben, dass sie nach dem Fleisch richten, er aber tut sowas nicht, sondern hört auf seinen Vater, und dann haben sie gefragt, wo sein Vater ist. Das ist, so wie ich es im Geist empfinde, die richtige Version von dem Bericht über dieses Ereignis, wenn keine Schande darin vorkommen soll.
Und es ist sehr bemerkenswert, dass Jesus auf die Frage, wo sein Vater ist, die doch schon recht plump anmutende Antwort gab, dass sie weder ihn noch seinen Vater kennen. Denn diese Reaktion spielt darauf an, dass es doch sowieso nichts nützt, diesen bösen Menschen etwas vom Vater zu erzählen, da sie ihn nicht fürchten. Wenn sie ihn nämlich fürchten würden, dann würden sie sich komplett anders benehmen. Aber sie fürchten ihn nicht und wollen das auch nicht. Das merkt man ihnen deutlich an, also wozu sollte man ihnen jetzt erklären, wer der Vater ist oder wo der Vater sich befindet? Diese Leute fragen das ja gar nicht aus Interesse, sondern nur, um dann noch schlimmer lästern zu können als vorher, wenn sie eine Antwort bekommen. Da ist es wirklich das Beste, wenn Jesus deutlich darauf hinweist, dass sie den Vater überhaupt nicht kennen und man ihnen daher nicht zu antworten braucht. Wenn sie den Vater kennen würden, dann hätten sie schon längst durchschaut, dass Jesus der Messias ist, weil nämlich der Messias Jesus sich genau so benimmt, wie es hundertprozentig dem Wort Gottes entspricht. Aber sie erkennen ihn nicht, weil sie auch von seinem Gott nichts wissen wollen, obwohl sein Gott ja der selbe Gott ist, den auch sie anbeten sollten.
Als Kommentar zu diesem Ereignis lesen wir noch in Vers 20:

Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten, als er im Tempel lehrte; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 

Hier haben wir erneut die Anmerkung, dass Jesus nicht ergriffen wurde, obwohl er die ganze Zeit lang eine Strafanzeige gegen sich vorliegen hatte wegen angeblicher Sabbatschändung, und darauf stand eigentlich laut Ansicht der religiösen Autoritäten die Todesstrafe. Man kann das durchaus so verstehen, dass Jesus die ganze Zeit von Gott behütet war. Und ohne Gottes Schutz hätte er die Tage bis zur Kreuzigung gar nicht überlebt, sondern wäre schon früher getötet worden.
Den Menschen aber, die gerade vor Jesus stehen, kündigt er noch ein weiteres Mal seine Himmelfahrt an, denn wir lesen in den Versen 21 und 22:

Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen! 
Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen? 

Hier sieht man, dass auch diesmal der Ausspruch nicht verstanden wurde. Ihre Interpretation ist aber schon ein bisschen peinlich. Sie vermuten, Jesus würde hier einen Selbstmord ankündigen, und dabei wäre das doch eine Sünde. Einen besseren Einfall als diesen haben sie nicht. Da merkt man erstmal, wie weit entfernt diese Leute davon sind, die Werte Gottes zu kennen. Deswegen sagt Jesus auch folgendes zu ihnen in Vers 23:

Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 

Ganz genau so ist es. Dieser Ausspruch bezeichnet aber ein überzeugtes Festhängen an Gedanken. Wenn jemand überzeugt und unwiderruflich festhängt an Gedanken, die dem Himmel entsprechen, dann ist er von oben. Wenn hingegen jemand festhängt an Gedanken der Erde, dann ist er von unten. Denn die ganze Erde befindet sich im Bösen, und all das Böse, was hier normal ist, haben die, welche von unten sind, zu ihrer gedanklichen Festung gemacht. Denn hier unten auf der Erde ist es ganz normal, unzüchtig zu leben, hochmütig zu sein, heuchlerisch und hinterhältig aufzutreten gegen andere, geldgierig zu sein und immer zuerst an den eigenen Vorteil zu denken, schön klingende Lügen gegenüber der Wahrheit zu bevorzugen und alles zu bekämpfen, was einem nicht in den Kram passt, meistens noch dazu mit einer falschen Vorstellung von Gerechtigkeit, die in Wahrheit gar keine ist. Alle, die so ähnlich ticken und dies zu ihrem Lebensfundament gemacht haben in ihren Gedanken, die sind von unten. Sie können noch so viel von Gott reden und sich fromm aufspielen, falls sie das überhaupt tun, aber in jedem Fall haben sie sowohl mit dem echten Gott als auch mit Jesus nichts zu schaffen. Wer aber von oben ist, der sieht all das Böse und beteiligt sich trotzdem nicht daran. Seine Gedanken sind erfüllt von aufrichtiger Ehrlichkeit, von Erbarmen, von göttlich inspirierter Weisheit und Besonnenheit, von einem Dürsten nach Gerechtigkeit gemäß Gottes Gesetz, von der Rettung der Menschen durch die Wahrheit, und von Unbeugsamkeit gegenüber allem, was ein Betrug ist. Wer von oben ist, der will nach oben, er will so bald wie möglich in den Himmel kommen, also an den Ort, wo keiner eine Sünde tut und auch man selber niemals sündigen darf. Wer von unten ist, will lange leben auf der Erde und hier in dieser Welt einen tollen Platz haben, aber wer von oben ist, dem ist die Erde egal, weil nur der Himmel zählt. Und die Leute, mit denen Jesus redet, die sind in ihrer Gesinnung völlig festgefahren in vielen Dingen, die sie eigentlich als nutzlos und unbedeutend erachten müssten, darum sind sie von unten.

Weiterhin sagt Jesus folgendes in Vers 24:

Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. 

Hier versucht Jesus zum wiederholten Mal, sich als der Messias zu erkennen zu geben. Und er macht sie spezifisch darauf aufmerksam, dass es zu ihrem eigenen Schaden geschieht, wenn sie ihn nicht als Messias anerkennen, weil sie dann in ihren Sünden sterben werden. Jesus ist schließlich derjenige, der das Sühneopfer zur Erlösung der Menschheit leistet. Wenn Menschen dieses Sühneopfer nicht anerkennen, so gibt es nichts und niemanden, wodurch ihre Schuld von ihnen entfernt werden kann, nachdem sie eine eigentlich todeswürdige Sünde bereut haben. Und wenn eine Schuld für eine todeswürdige Sünde immernoch auf dem Mensch drauf ist und er steht in diesem Zustand vor Gott, dann hat Gott keine andere Wahl, als diesen Mensch dem Tod zu überlassen. Das ist der Grund, warum es für die Menschen so unbeschreiblich wichtig ist, Jesus als Messias anzuerkennen und das von ihm geleistete Sühneopfer dankbar zu respektieren. Es ist der einzige Weg, um Todesschuld loszuwerden. Alles andere ist Lüge. Es gibt bei Gott keine willkürlichen Begnadigungen ohne Rechtsgrundlage und es ist auch nicht möglich, irgendwelche Schuld durch gute Werke abzuarbeiten. Wer sowas glaubt, der ist hoffnungslos verloren. 

Wo wir aber gerade bei Vers 24 von diesem Kapitel angekommen sind, habe ich auch das starke Empfinden im Geist, dass ich vor einer unter den Menschen sehr beliebten Verführung warnen soll. Natürlich wird wie immer nicht darauf gehört werden, aber sagen soll ich es trotzdem. Es gibt Menschen auf der Welt, die tun so, als würden sie Jesus dienen, und sie behaupten, Jesus wäre Gott, und sie begründen das unter Anderem damit, dass Jesus gesagt hat: „Ich bin.“ Und dabei nehmen sie spezifisch diesen Vers her, den wir gerade vor uns haben, weil Jesus hier sagt: „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in eurer Sünde sterben.“ Diese Worte missbrauchen die Verführer dazu, dass sie sagen: „Hier steht doch eindeutig, dass du glauben musst, dass Jesus Gott ist. Er hat sich doch selber zu Gott erklärt, indem er „Ich bin“ gesagt hat, und dann hat er gesagt, dass jeder in Sünde stirbt, der das nicht glaubt. Deswegen ist es Sünde, nicht zu glauben, dass Jesus Gott ist!“
Dadurch machen sie allen Christen Angst und überzeugen viele von einem falschen Gottesbild, damit diese Menschen Götzendiener werden, weil sie einen Mensch als Gott anbeten und an insgesamt drei Gottheiten glauben. Dieses Detail an sich ist schlimm genug, um deswegen in die Hölle zu fallen, denn Götzendiener stehen in der Liste der garantiert Verlorenen aufgeführt, wie man es anhand der Offenbarung in Kapitel 21 in Vers 8 nachvollziehen kann. 
Aufgrund der Tatsache, dass es im zweiten Buch Mose in Kapitel 3 eine Szene gibt, wo Moses von Gott berufen wird und Gott im Rahmen dieser Unterhaltung auch nach seinem Namen gefragt wurde und dann zuerst sagte: „Ich bin der ich bin“, können die Verführer sehr leicht die Überzeugung verbreiten, dass man deswegen jetzt Jesus als Gott sehen muss, wenn Jesus „Ich bin“ sagt, weil der Ausspruch „Ich bin“ als Gottesbeweis zählen soll. Diese Täuschung ist aber eigentlich sehr leicht zu enttarnen, wenn wir einfach mal schauen, ob dieser Ausdruck in der gleichen Weise noch an anderen Bibelstellen vorkommt. Und tatsächlich werden wir bereits im nächsten Kapitel eine Stelle vorfinden, wo das „Ich bin“ erneut auftaucht. Denn in Kapitel 9 ist ein armer Bettler geheilt worden, der vorher blind war, da er blind geboren worden war, aber Jesus betete für ihn. Und als dieser Geheilte zurück zu denen kommt, die ihn sonst immer als Blinden gekannt haben, da befragen sie einander darüber, ob das der besagte Bettler ist und warum er jetzt plötzlich sehen kann. Und um zu bestätigen, dass er der selbe ist, sagt der arme Bettler: „Ich bin’s“. Und wenn man im Urtext nachforscht, welcher Ausdruck dort steht, dann wird man feststellen, dass dort exakt der gleiche Ausdruck steht wie bei Jesus, wo Jesus gesagt hat „Ich bin es“. Wenn man jetzt also die Theorie ernstnimmt, dass der Ausdruck „Ich bin“ ein Gottesbeweis ist, dann hat der arme Bettler sich selber ebenfalls als Gott bezeichnet. Dann bestünde Gott dadurch aus vier Personen, nämlich aus Vater, Sohn, Heiliger Geist und armer Bettler. Aber das ist noch nicht alles. Der Prophet Elia, welcher in den Himmel aufgenommen wurde, hat im ersten Buch der Könige in Kapitel 18 in Vers 8 ebenfalls gesagt: „Ich bin’s.“ Das wäre dann auch ein Gottesbeweis für Elia, also wäre wohl Elia Gott in Menschengestalt gewesen. Und an einer anderen Stelle im ersten Buch der Könige in Kapitel 13, Vers 14, da wird von einem Prophet aus Juda berichtet, der den König Jerobeam wegen dem Götzendienst tadeln soll, und dieser Prophet, der nichtmal namentlich genannt wird und der bald darauf stirbt, weil er sich an Gott versündigt, der sagt ebenfalls „Ich bin’s“. Dies wäre der Gottesbeweis für den besagten Propheten, und da wäre dann wohl schonwieder Gott als ein Mensch auf der Erde gewesen. Demnach wäre eine Viereinigkeit auch nicht ausreichend, sondern Gott bestünde dann aus sechs Personen, nämlich aus Gott Vater, Gott Jesus der Sohn, Gott Heiliger Geist, Gott armer Bettler, Gott Elia, und Gott Prophet aus Juda, der von einem Löwe auf dem Heimweg zerrissen wurde wegen Ungehorsam. Das wäre die Sechseinigkeit Gottes. Denn die haben ja alle „Ich bin“ gesagt und hätten dadurch alle ihre Göttlichkeit unter Beweis gestellt, wenn die Theorie stimmen würde. Ich hoffe, ihr bemerkt von selbst, was für ein peinlicher Irrsinn das wäre. Wehe denen, die der Verführung glauben und denen hinterherlaufen, welche sagen: „Ich bin es!“

Da ich nun aber dies erwähnt habe, konzentrieren wir uns wieder spezifisch auf das aktuelle Kapitel. Jesus wollte den jüdischen Autoritäten begreiflich machen, dass er der Messias ist, und ihre Reaktion finden wir in Vers 25. Dort steht:

Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Zuerst das, was ich euch eben sage! 

Merkt ihr, wie unverständig diese Leute sind? Jesus hat schon deutlich genug angemerkt, dass er der Messias ist. Denn genau das fragten sich die Leute untereinander schon seit Tagen, ob er der Messias sein könnte, und nun sagte er, dass sie glauben sollen, dass er es ist. Wie deutlich soll Jesus denn noch werden? Aber diese Leute hören das und fragen ihn ernsthaft, wer er ist. Das ist eine längst beantwortete Frage. Und wenn man eine Frage gestellt bekommt, die man längst beantwortet hat, dann ist da jede weitere Unterhaltung vergeblich. Aber man sieht daran auch, dass die Leute es gar nicht hören wollen. Ihre Widerspenstigkeit ist so extrem, dass man ihnen die Wahrheit förmlich ins Gesicht klatschen kann und die stellen danach immernoch törichte Fragen. Es ist einfach nur unfassbar! 
In Vers 26 lesen wir:

Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 

Hier bringt Jesus zum Ausdruck, wenn es nach ihm ginge, was er selber im Herzen hat, dass er dann jetzt am liebsten mal eine ausführliche Strafrede halten würde über diese Menschen, die ins Gesicht gesagt bekommen, den Messias vor sich zu haben, und sich trotzdem immernoch so dämlich anstellen, wie man es an ihnen sieht in ihrer Halsstarrigkeit, weil sie diese Tatsache wohl gar nicht wahrhaben wollen. Es gäbe wirklich sehr viel zu schimpfen über diese Leute. Aber Jesus fängt mit dem eigentlich berechtigten Schimpfen jetzt gar nicht erst an. Und das ist so, weil sein Gott und Vater es ihm nicht gebietet. Gott will nicht, dass Jesus jetzt in diesem Augenblick anfängt, eine ausführliche Strafrede über dieses böse Geschlecht zu halten, und deswegen verzichtet Jesus darauf, weil Jesus seinen Gott liebt und immer nur so reden will, wie es seinem Gott gefällt und wie er es von Gott hört.
In Vers 27 steht ein kurzer Kommentar von dem Autor Johannes, und dieser lautet folgendermaßen:

Sie verstanden aber nicht, dass er vom Vater zu ihnen redete. 

Damit kommt zum Ausdruck, dass die Menschen gar nicht realisiert haben, welch ein großes Gewicht diese Worte von Jesus haben. Denn niemandem war bewusst, dass Jesus nicht das redet, was ihm selber gefällt, sondern nur die Worte des allein wahren Gottes weitersagt. Die Leute hörten Jesus an und vermuteten, dass er nur ein arroganter und überheblicher Emporkömmling ist, der gerne meckert und sich groß aufspielen will. Aber so war es nicht.

Und da sich die Leute möglicherweise die Frage stellen, wie sie denn unzweifelhaft sicher sein könnten, ob Jesus der Messias ist, sprach er zu ihnen noch einige Worte gemäß den Versen 28 bis 30. Dort lesen wir:

Darum sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin; und ich tue nichts von mir selbst aus, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich. 
Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt. 
Als er dies sagte, glaubten viele an ihn.

Zunächst bringt Jesus zum Ausdruck, wenn er in den Himmel aufgenommen wurde und von dort aus Übernatürliches tun kann, um seinen Name verbreiten zu lassen, dass sie daran endgültig seine messianische Identität erkennen müssten. Dann redet Jesus aber auch nochmal ganz eindringlich und deutlich davon, dass er überhaupt nichts von sich selbst aus tut. Er tut immer nur das, was Gott wohlgefällt. Und wenn wir Jesus nachfolgen, dann soll das der Zustand werden, den auch wir erreichen. Eines Tages sollten wir so weit sein, dass wir gar nicht mehr von uns selbst aus handeln, sondern allezeit nur noch das tun, was Gott gefällt. Glückselig ist, wer einen solchen Lebenswandel hat. Und es macht hier in Vers 30 ganz den Anschein, als würden diese Worte die Menschen beeindruckt haben. Es neigten einige Juden, sogar jüdische Autoritäten, sehr stark dazu, an Jesus zu glauben.
Weil aber der Glaube an ihn kein kurzes Phänomen sein darf, das nur mal eine Woche dauert oder so, sagte Jesus zu ihnen folgendes laut den Versen 31 und 32:

Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 
und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! 

Diese Worte von Jesus sind sehr bedeutsam. Nicht nur die Juden, die ihm gerade zuhörten, würden sehr klug handeln, wenn sie das ganz tief in ihre Herzen aufnehmen, sondern auch wir, wenn wir Jesus persönlich nachfolgen, müssen diese Aussage unbedingt allezeit festhalten. Jesus hat gesagt, dass wir die Wahrheit erkennen, wenn wir in seinem Wort bleiben. Ganz genau so ist es. Aber nur wenige tun das. Sehr viele Menschen vom berüchtigten Leib Christi bleiben nicht in Jesu Wort. Sie hören es und sind mal einen Moment lang erbaut oder ermahnt, und dann gehen sie hin und vergessen sehr schnell alles, was ihnen beigebracht wurde. Deswegen erkennen sie nie die Wahrheit, weil sie nicht in seinem Wort bleiben. Wenn aber ein Mensch in Jesu Wort bleibt, so hat er die Wahrheit, und alle Teile der Wahrheit, die beim ersten Hören noch nicht offenbar sind, die wird der Mensch mit der Zeit begreifen, wenn er die ganze Zeit in Jesu Wort bleibt. Daran erkennen wir deutlich, wie wichtig ein dauerhaftes Bleiben in den Worten von Jesus ist. Viele vermeintlich gläubige Leute hören oder lesen das richtige Wort, und dann gehen sie hin und lauschen anderen Predigern, die etwas Verdrehtes erzählen und dabei allgemeine Annahme finden, weil sie sich als Gläubige aufspielen, aber ohne Glauben, und ihre Zuhörer nehmen die falschen Worte mit exakt der gleichen Bereitwilligkeit an wie die Worte von Jesus. Sie haben kein Unterscheidungsvermögen und wollen auch keines, darum bleiben sie nicht in den Worten von Jesus, sondern lassen sich allen möglichen Quatsch erzählen von Leuten, die Jesus rufen mit ihrem Mund, und so ist es diesen Leuten unmöglich, die Wahrheit zu erkennen, da sie nicht in den Worten von Jesus bleiben, sondern immer wieder an neuen Worten kurzzeitig festhalten, je nach dem, was ihnen gerade aktuell so vor die Linse kommt. Bei jedem Jesus-Nachfolger und jeder Jesus-Nachfolgerin wäre sowas aber theoretisch undenkbar. Denn Jesus hat hier nicht gesagt: „Wer mal kurz meine Worte anhört, der erkennt sofort die Wahrheit!“, sondern er sagt hier unmissverständlich, dass wir bleiben sollen in seinem Wort.
Die Menschen aber, die gerade vor Jesus stehen, finden seine Äußerung in erster Linie befremdlich, denn wir lesen in Vers 33:

Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie kannst du da sagen: Ihr sollt frei werden? 

Die zuhörenden Autoritäten denken bei Jesu Äußerung sofort an weltliche Knechtschaft, also dass jemand kein Geld und kein eigenes Einkommen und keinen Besitz hat und sich deswegen als leibeigener Sklave an einen reichen Mann verkaufen muss, damit er überhaupt überlebt. Solch ein Zustand ist etwas, was nie ein Mensch gerne hat, besonders nicht wenn er unbarmherzig behandelt wird. Sowas stellen sich die Zuhörer darunter vor, also dass „Freiheit“ bedeuten würde, nicht mehr einem Mensch zu dienen, dem man gehört. Und da die Autoritäten natürlich freie Männer sind und noch nie irgendjemandes Sklave waren in ihrem Leben, ist die Rede von Jesus in ihren Augen höchst eigenartig.
Nun werden wir merken, dass Jesus sich Mühe gibt, diesen Menschen zu erklären, was er meint. Wir lesen in Vers 34:

Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. 

Hier beschreibt Jesus die Art Knechtschaft, unter welcher alle sich befinden, auch die Autoritäten, ohne es zu wissen. Hochmut ist eine Sünde. Wer nun hochmütig handelt, der macht sich zum Sklave dieser Sünde. Und das merkt man daran, dass der hochmütige Mensch nicht fähig ist, mit dem Hochmut aufzuhören. Dadurch ist eine Sklaverei offenbar. Ehebruch ist auch Sünde. Wenn nun ein Mensch mit Blicken voller Ehebruch umherschaut und manchmal sogar Ehebruch verübt mit willigen Frauen, so ist er ein Sklave von Ehebruch. Denn er hat keine Kraft, Ehebruch zu unterlassen. Sobald er sich gedrängt fühlt, es zu tun, ist es, als würde ein Sklaventreiber in ihm die Kontrolle übernehmen und ihn zwingen, weiterhin Ehebruch zu begehen. Das ist eine schlimme Sklaverei. Und so könnte man noch viele andere Sünden nennen, die ganz am Anfang der Mensch freiwillig tut, besonders beim ersten Mal, aber dann, wenn er sie getan hat, bekommt die Sünde Macht über ihn, bzw. das dazugehörige dämonische Fürstentum, und die Freiwilligkeit, die am Anfang noch vorhanden war, wird immer schwächer im Mensch, sodass der Mensch irgendwann wirklich nicht mehr sündigt, weil er will, sondern weil er versklavt ist im Unsichtbaren. Das ist die Konsequenz davon, freiwillig Sünden zu tun, dass die Freiwilligkeit bei jeder Wiederholung schrumpft, bis keine Freiwilligkeit mehr vorhanden ist. Und auch die jüdischen Autoritäten sind Sklaven von üblen Sünden, weil sie nicht mehr dazu in der Lage sind, es anders zu machen. Es hat sich so sehr in ihnen verfestigt, dass ein anderes Verhalten bei ihnen mittlerweile unvorstellbar ist, es sei denn, es geschieht vorher wirklich eine vollkommene Buße. Zum Buße tun ist jeder Mensch theoretisch fähig, so lange er lebt. Wer das aber nicht will, dass er seine eigene Schuld völlig eingesteht und lassen will, der ist ein Sklave der Sünde und wird sie immer unkontrollierter tun. Es handelt sich dabei um Gottes unumstößliche Wahrheit, die Jesus durch diesen Vers offenbart. Und der schlimmste Teil dessen, ein Sklave der Sünde zu sein, die man anfangs freiwillig verübte, ist nicht der kommende Kontrollverlust, sondern es gibt etwas noch Schrecklicheres. Davon redet Jesus in Vers 35. Wir lesen dort:

Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. 

Dies ist das große Drama. Knechte der Sünde können nicht ewig bleiben, weil die Sünde abgeschafft werden wird. Alles, was sündig ist, das wird Gott in den Feuersee werfen am Ende. Wenn aber jemand zum Sohn wird, indem er gar keine Sünden mehr tut, gleichwie der Sohn Gottes, Jesus Christus, niemals eine Sünde tat, dann kann der Mensch ewig bleiben. Deswegen sagt Jesus in Vers 36:

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. 

Hier erkennt man, dass Jesus uns freimacht davon, Knechte der Sünde zu sein, und zwar durch Vergebung, die durch sein in diesem Augenblick noch bevorstehendes Sühneopfer möglich wird. Wenn man keine Sündenschuld mehr auf sich hat und deswegen auch nicht mehr von Sünde versklavt ist, dann ist man frei und zum Leben bestimmt. Wenn aber danach jemand erneut die Sünde verübt, dann geht genau der gleiche Alptraum nochmal von vorne los, nämlich dass der Mensch nochmal neu zum Sklave der Sünde wird und wieder die Kontrolle verliert. Und dann gibt es keine Rettung mehr, weil der Mensch gezeigt hat, dass er Jesus verachtet und kein Sohn sein will. Wer nämlich Jesus wertschätzt und ihm ähnlich sein will, der wird sich aller Sünde enthalten wollen und gleich bei der ersten Verfehlung wieder um Vergebung flehen und umkehren. Wer aber Jesus nicht wertschätzt, der nimmt den Name Jesus an und verübt danach immer wieder die Sünden, die er ganz hätte verweigern sollen, er hört einfach nicht auf und besiegelt damit seinen eigenen Untergang. Und dies alles ist dann deswegen so gelaufen, weil der Mensch die Freiheit gar nicht wertschätzte, die ihm durch die Wahrheit angeboten war, sondern freiwillig in die Sklaverei zurückging. Denn der Spruch aus Vers 34, dass jeder ein Knecht der Sünde wird, der eine Sünde tut, hört niemals auf, gültig zu sein, auch nach dem Übergabegebet und nach der Taufe nicht.

In den Versen 37 und 38 lesen wir noch weitere Worte, die Jesus zu allen interessiert zuhörenden Juden sagte. Es steht geschrieben:

Ich weiß, dass ihr Abrahams Same seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum in euch. 
Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr bei eurem Vater gesehen habt. 

Der Vers 38 enthält eine Andeutung, auf die Jesus gleich noch näher eingehen wird, und es hängt damit zusammen, dass wir alle, jeder von uns, erkennen können, wessen Kind ein Mensch ist, indem wir ganz nüchtern das Tun dieses Menschen betrachten. Was ein Mensch tut, das zeigt uns, wer sein Vater ist. Und in Vers 37 meint Jesus die Sache mit der Strafanzeige gegen ihn, also dass er theoretisch zu Tode gesteinigt werden soll wegen Sabbatschändung, obwohl er gar kein Sabbatschänder ist, sondern die Autoritäten unterstellen es ihm wegen ihrem falschen Schriftverständnis. Und dabei hat Jesus ihnen schon erklärt, inwiefern sein Handeln im Einklang mit Gottes Gesetz steht, wie wir es in Kapitel 7 gelesen haben, aber so wirklich ernstgenommen haben sie diese Erklärung nicht.
In den Versen 39 und 40 lesen wir:

Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater! Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr Abrahams Werke tun. 
Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. 

Auch diese Worte hängen merklich mit Werken zusammen, sodass man sagen muss: Die Werke, die der Mensch tut, werden offenbaren, wer dessen Vater ist. Bei Abraham ist es so, dass er zu einer Zeit, wo nahezu alle Menschen den echten Gott verabscheuten und lieber ihre eigenen Götter erfanden, sich diesem Irrsinn nicht beugen wollte und sich auf die Suche nach dem echten lebendigen Gott machte. Er wollte sich in keiner Weise an dem bösen Treiben der Menschen beteiligen, die alle ihre persönlichen Statuen hatten, welche sie als Gott bezeichneten. Und Abraham war froh und dankbar über jede noch so kleine Offenbarung, die ihn näher zu dem echten Gott führte. Wenn die jüdischen Autoritäten, die gerade mit Jesus sprechen, wirklich Abrahams Kinder wären, dann würden sie genau das Gleiche tun. Aber stattdessen wenden sie Gottes heiliges Gesetz völlig falsch an und wollen jemanden, der richtig über Gott redet, am liebsten zu Tode steinigen. Abraham hätte niemals einen gottesfürchtigen Mensch getötet, aber die jüdischen Autoritäten hören nie auf, dies zu begehren. 
In Vers 41 lesen wir:

Ihr tut die Werke eures Vaters! Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott! 

Hier bezeichnen nun die Autoritäten Gott als ihren Vater. Als Jesus in Kapitel 5 Gott seinen eigenen Vater nannte, wollten sie ihn wegen Gotteslästerung töten. Jetzt bezeichnen sie sich selbst als Menschen, die Gott als Vater haben. Und obwohl sie dies tun, ist bei ihnen scheinbar keine Steinigung nötig. Daran sieht man erneut die widerliche Doppelmoral der religiösen Autoritäten. Wenn Jesus Gott als Vater bezeichnet, soll er in ihren Augen sterben, aber wenn sie selber es tun, dann hat es in ihren Augen schon alles seine Richtigkeit. 
Man muss aber auch eingestehen, dass es in Ordnung wäre, wenn sie sich selber Söhne Gottes nennen und Gott als ihren Vater bezeichnen, sofern sie kompromisslos die Werke tun würden, die Gott bezeugen. Dann wäre es legitim, dass sie Gott als ihren Vater bezeichnen, nicht im Sinne der Identität, sondern im Blick auf das Zeugnis, das sie von sich geben durch ihr Tun. Denn jeder Mensch, der immer nur das tut, was dem echten Gott wohlgefällt, der gibt das Zeugnis von sich selbst, Gottes Kind zu sein, auch wenn er noch nie im Himmel war. Aber die Autoritäten halten ja gar nicht Gottes Wort ein. Deswegen ist es falsch, wenn sie behaupten, Gott wäre ihr Vater. Und aus diesem Grund lesen wir von Jesus zunächst folgende Reaktion in Vers 42:

Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt. 

Hier hat Jesus zum wiederholten Mal etwas gesagt, was gleichbedeutend damit ist, dass er sich als Messias erkennbar macht. Er sagt, dass Gott ihn gesandt hat und er von Gott ausgegangen ist. Das wäre an sich schon genug, um zu begreifen, dass es sich bei Jesus um den Messias handeln muss. Und ganz allgemein würde wahrhaftig ein ungeheuchelt gottesfürchtiger Mensch schon längst erkannt haben, dass die Werke, die Jesus tut, und die Worte, die er redet, Gott wohlgefallen und zu Gott leiten. Aber die jüdischen Autoritäten bleiben unverständig. Sie stehen da in ihrer Verstocktheit und in ihnen regt sich gar nichts. Deswegen lesen wir folgende Worte von Jesus in Vers 43:

Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! 

Diese Bemerkung ist gleichbedeutend damit, das Jesus voller Entsetzen feststellt, wie er einfach nicht zu ihnen durchdringen kann. Es ist, als wären sie taub. Jesus spricht Worte zu ihnen, die eigentlich schon eindeutig genug sind, aber sie benehmen sich immernoch so wie Menschen, zu denen man absolut gar nichts Gehaltvolles gesagt hat. Das ist überaus belastend und eine schwere Plage für das Herz. Und deswegen sagt Jesus auch ein paar sehr heftige Worte in Vers 44. Dort lesen wir:

Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. 

Es muss absolut schockierend für die jüdischen Autoritäten gewesen sein, sowas gesagt zu bekommen. Und doch ist es leider die Wahrheit, wenn wir bedenken, dass Jesus uns erklärt, wie jedes Kind seinen Vater erkennbar macht durch das persönliche Tun. Der Teufel will, dass Menschen sich gegenseitig belügen. Der Teufel will, dass Menschen sich gegenseitig zerstören. Der Teufel will, dass Menschen den Hochmut ihres Herzens bis zum äußersten wuchern lassen und sich gegenseitig unterdrücken. Der Teufel will, dass Menschen ihre Schuld durch Heuchelei verstecken und sich fromm aufspielen, obwohl sie Schandtaten verüben. Und all dies tun die Autoritäten aus der Religion. Aber sie merken gar nicht, dass sie die Werke des Teufels tun, weil sie sich nicht bemühen, ihr eigenes Tun einzuschätzen und ordentlich zu bewerten, sondern für jede Bosheit finden sie sehr schnell Ausreden, warum das Böse laut ihrer privaten Ansicht doch nicht als böse zu gelten hat. Das ist sehr übel.
Und ganz abgesehen davon, was für ein erschütterndes Zeugnis Jesus hier den Autoritäten ausstellen muss, sollten besonders wir als Jesus-Nachfolger und Jesus-Nachfolgerinnen unbedingt darauf achten, welche Worte hier Jesus über den Teufel redet. Das ist sehr, sehr bedeutsam, denn Jesus sagt die Wahrheit, und die Wahrheit muss uns kostbarer sein als jede Lüge. Die Worte, die hier Jesus fast schon als eindringliche Warnung spricht, die müssen ganz tief in unser Herz dringen. Der Satan ist ein Menschenmörder. Und er ist ein Lügner, er redet immer nur Dinge, die in irgendeiner Weise gelogen sind. Er wird sogar der Vater aller Lügen genannt. Und das muss bei uns zur Gewissheit werden. Denn was könnte man jemals Gutes erwarten von einem Menschenmörder? Die Antwort lautet: Gar nichts. In gar keiner Hinsicht könnte man auch nur ansatzweise etwas Gutes oder Nützliches erwarten von einem, der ein Menschenmörder ist und dazu der Vater aller Lügen. Und genau das hat Jesus über den Satan gesagt. Deswegen wäre es das Allerschlimmste, was passieren könnte, wenn jemand dem Satan übergeben wird. Denn wenn dies geschieht, dann wurde dieser Mensch einem Menschenmörder und Lügner in die Hände gegeben. Jesus selber hätte sowas nie getan, sondern er hat hier deutlich zum Ausdruck gebracht, wie übel der Teufel ist. Deswegen müssen wir, wenn wir echte Jesus-Nachfolger und echte Jesus-Nachfolgerinnen sein wollen, unbedingt Jesus nachahmen und nicht jemand anderen. Unsere Aufgabe ist es, jeden Mensch möglichst aus den Fängen vom Satan rauszuholen und sonst nichts Anderes. Das einzige, was wir mit diesem Typ zu schaffen haben sollten, wenn man das überhaupt so nennen kann, ist, dass wir ihm sein Eigentum entreißen durch Motivation der Menschen zur Buße und durch korrektes Taufen im Wasser mit vollständigem Untertauchen, sofern wir sie wirklich richtig taufen, nämlich auf den Name Jesus Christus. Und niemals sollte es uns auch nur ansatzweise in den Sinn kommen, irgendwie den Satan ins Spiel zu bringen. Denn es hat absolut gar nichts Gutes für das eigene Ende zu bedeuten, das man zu erwarten hat, wenn man so verrückt wäre, jemanden einem Menschenmörder zu übergeben. Jesus hat schließlich in der Bergpredigt an einer Stelle gesagt, dass bei uns genau das gleiche Maß angesetzt werden wird, welches wir ansetzten bei den Leuten. Und deswegen sage ich, dass dieser Vers so wichtig ist. Er vermittelt uns einen realistischen und unbedingt festzuhaltenden Eindruck davon, wie gefährlich und verwerflich der Teufel ist. Und jeder, der das nicht einsieht, der wird völlig zuschanden werden auf seinem Weg und niemals das Leben sehen.

Außerdem sagt Jesus noch in Vers 45:

Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 

Hier kommentiert Jesus die scheinbare Taubheit der Menschen. Er bringt zum Ausdruck, dass die Menschen so taub für die Wahrheit sind, dass sie niemals auf das hören werden, was man sagt, solange man die Wahrheit redet. Erst wenn man eine Lüge reden würde, dann würden sie anfangen, aufmerksam zuzuhören, aber wenn man die Wahrheit redet, ist es, als hätte jemand ihnen die Ohren verstopft, weswegen man sie von früh bis abends überfluten kann mit wahrhaftigen Worten und sie stehen danach trotzdem wie jemand da, zu dem man kein einziges Wort geredet hätte. Denn weil es die Wahrheit war, wollte es nicht gehört werden. Dieses schockierende Phänomen gibt es nicht nur bei religiösen Autoritäten, sondern auch bei vielen Menschen aus dem einfachen Volk lässt sich das immer wieder beobachten, dass man ihnen in ganz klarer und deutlicher Weise die Wahrheit sagen kann, und danach benehmen sie sich so, als hätte man noch nie auch nur ein einziges wahrhaftiges Wort zu ihnen gesprochen. Dieser Zustand ist zum Verzweifeln, und auch Jesus spürt das gerade am eigenen Leib, wie sich das anfühlt, unentwegt die Wahrheit zu sagen und dann hinterher immernoch zu sehen, wie die Menschen keine Wahrheit haben und ständig verkehrten Gedanken nachjagen.

Darüber hinaus steht ja immernoch die Sache im Raum, dass die religiösen Autoritäten behaupten, Jesus wäre ein Sünder, weil er laut ihrer Ansicht den Sabbat entheiligt haben soll. Und Jesus hat ihnen schon deutlich und nachvollziehbar erklärt, dass diese Ansicht mit Gottes himmlischer Wahrheit nicht übereinstimmt, aber sie halten ihn trotzdem immernoch für einen Sünder, auch wenn er keiner ist. Deswegen lesen wir in den Versen 46 und 47:

Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 
Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.

Hier hat Jesus darauf hingewiesen, dass basierend auf Gottes echtem Gesetz, so wie es von Moses überliefert wurde ohne Verdrehungen und ohne Zusätze, niemand fähig sein wird, Jesus als einen Sünder zu überführen, weil Jesus nicht gegen Gottes echtes Gesetz gesündigt hat. Jesus hält den Sabbat ein, wie es sich gehört, aber er ist trotzdem nicht ungehorsam, wenn Gott ihm einen Befehl gibt. Und Jesus bezeugt den Menschen hier erneut, dass sie ganz sicher nicht aus Gott sind, weil beim Aussprechen der Worte, die aus Gott kommen, bei ihnen keine Einsicht folgt, ja nichtmal ein aufrichtiges Zuhören, sondern nur Verwerfung, so als würden sie gar nichts hören.

Da nun aber Jesus enorm heftige Sachen zu den jüdischen Autoritäten gesagt hat, also dass sie nicht aus Gott sind und den Teufel als Vater haben, folgt natürlich auch eine entsprechend harte Reaktion. Wir lesen in Vers 48:

Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 

Hier unterstellen die jüdischen Autoritäten, dass Jesus einen Dämon hätte, weil er Worte zu ihnen sagt, die ihnen bitter aufstoßen. Und sie würden ihn am liebsten auch als Samariter sehen, also als einen Fremdling ohne jüdische Wurzeln, der pauschal verachtenswert ist, weil er aus einer Gegend kommt, wo ein völlig falscher Gottesglaube herrscht. Daran sehen wir, dass Jesus hier erneut eine Situation hatte, wo er eine Beleidigung zu hören bekam und wo ihm leichtfertig dämonische Besessenheit unterstellt wurde. Weiterhin steht in Vers 49 und 50:

Jesus erwiderte: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehrt mich. 
Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet. 

Hier macht Jesus darauf aufmerksam, dass es ihm die ganze Zeit darum geht, den echten Gott zu ehren, bei allem, was er redet und tut. Und er erwähnt auch, dass er von den Menschen gerade in seine eigenen Ehre angegriffen wird. Gleichzeitig betont er aber, dass ihm vom Prinzip her seine eigene Ehre egal ist. Nur die Frage ist eben, wie diese Menschen das dann vor Gott rechtfertigen wollen, wenn er sie darauf anspricht, wie sie dem Messias derart widerspenstig sein konnten, obwohl es genau der war, auf den jeder hören muss. Da geraten sie dann in schwere Erklärungsnot, wenn sie sich nicht vor Jesus, sondern vor Gott verantworten müssen für dieses Verhalten.
Und als nächstes will Jesus nochmal besonders intensiv betonen, welch einen großen Wert die Worte haben, die er redet, darum lesen wir in Vers 51:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit! 

Die jüdischen Autoritäten waren in diesem Augenblick so enorm frustriert und haben sich derart beleidigt gefühlt, dass solch ein Ausspruch garantiert auf taube Ohren stieß, wenn es darum geht, die Worte zu glauben. Aber wir heutzutage, wenn wir Jesus persönlich nachfolgen wollen, haben hier die eindeutige Bestätigung, dass Jesus die Worte redete, die wir unbedingt brauchen. Wer die Worte von Jesus bewahrt, sieht den Tod nicht in Ewigkeit. Ich weiß zwar nicht, ob es solche Menschen gibt, die das tun, also die Jesu Worte völlig bewahren, aber in der echten Nachfolge will man das unbedingt. Man will alle Worte von Jesus bewahren, indem man sich an sie erinnert und entsprechend handelt. Und dies kann, wenn man es mit Aufrichtigkeit und herzlicher Hingabe tut, den Effekt haben, dass man den Tod nicht sieht in Ewigkeit. Ein solches Ziel ist an sich erstrebenswerter als alle scheinbar tollen Dinge, die Menschen sich allgemein von ihrer vergänglichen Existenz in der aktuellen Welt erhoffen.

Wie die jüdischen Autoritäten darauf reagierten, lesen wir in den Versen 52 und 53. Dort steht:

Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, dass du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit! 
Bist du größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst? 

Die jüdischen Autoritäten aus der Religion hatten nun also erneut einen großen Hass gegenüber Jesus im Herzen und wollten beweisen, dass er dämonisch besessen sei und sozusagen in bösen Zungen redet. Und das glauben sie auch beweisen zu können, indem sie Männer aufzählen, die in ihren Augen besser sind als Jesus, und diese sind alle tot, aber Jesus behauptet, man würde durch das Bewahren der von ihm gesprochenen Worte nicht sterben. Das ergibt in ihren Augen keinen Sinn, da ja die Propheten, von denen sie denken, dass sie besser als Jesus sind, dann auch alle noch leben müssten, wenn bereits die unverständlichen Worte von Jesus den Tod verhindern könnten. Die Autoritäten sehen spätestens ab diesem Punkt in Jesus nur noch einen hochmütigen Schwätzer, der sich viel zu viel auf sich selber einbildet und der den Bezug zur Realität verloren hätte. Und dabei sind ja eigentlich sie diejenigen, die sich über den Messias überheben wollen und denen gar nicht klar ist, wer da gerade vor ihnen steht. Was für ein Durcheinander! Auf ihre Frage aber, was Jesus hier aus sich selber machen will, hat er auch eine Antwort gegeben, denn wir lesen in den Versen 54 bis 56:

Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt, er sei euer Gott. 
Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht!, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. 
Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich. 

Jesus bezeugt also den Autoritäten erneut, dass sie nicht aus Gott sind, und dies werden sie vermutlich als Beleidigung aufgefasst haben, die aus ihrer Sicht gar nicht stimmt, und danach redet Jesus etwas davon, dass Abraham schonmal den Tag des Messias sehen durfte und sich freute. Und da nun Jesus so redet, als hätte er schonmal Abraham gesehen, was übrigens die Wahrheit ist, aber was die Autoritäten sich nicht vorstellen können, lesen wir von folgender Reaktion in Vers 57:

Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht 50 Jahre alt und hast Abraham gesehen? 

Diese Frage ist in erster Linie eine scharfe Ermahnung. Aus Sicht der Autoritäten müsste Jesus tausende von Jahren alt sein, um Abraham gesehen zu haben, als dieser damals lebte. Und sie wissen von ihm, dass er ein kleines bisschen älter als 30 Jahre ist, daher wollen sie ihn durch diese Frage deutlich auffordern, dass er hier nicht so etwas Verrücktes erzählen soll, er wolle Abraham gesehen haben. Die Reaktion von Jesus, wo er gerade vor ziemlich entsetzten und beleidigten Autoritäten steht, bringt dann endgültig das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen, denn wir lesen in den Versen 58 und 59:

Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich! 
Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entkam so.

Hier hat Jesus sich also nicht tadeln lassen, sondern zusätzlich dazu, dass er sagte, Abraham gesehen zu haben, sagt er jetzt auch noch, dass er zeitiger existierte als Abraham. Das war den Autoritäten endgültig zu viel, denn es kam ihnen so vor, als würde Jesus nicht nur in übelstem Übermut reden und völlig realitätsentfremdete Äußerungen umherrufen, sondern obendrein auch noch Abraham lästern, einen der allerwichtigsten Propheten Gottes, die jemals lebten. In dem Moment wollten sie Jesus wirklich nur noch zu Tode steinigen und sonst nichts. Die hatten endgültig genug von all seinen aus ihrer Sicht unzumutbaren Äußerungen. So ein kleines bisschen kann man sie da auch verstehen, wenn man bedenkt, dass Jesus ja nur ein noch relativ junger Mann war, der in Galiläa wohnte, die Schriften nicht studiert hatte, selbst als Zimmermann arbeitete und dessen Jünger zum Großteil Fischer gewesen sind. Wenn so einer vor ihnen steht und derartige Dinge äußert, dann kann das theoretisch keine andere Reaktion hervorrufen als ein tiefes Entsetzen.
Als Jesus-Nachfolger vertrauen wir aber darauf und sollten auch darauf vertrauen, dass Jesus richtig geredet hat, selbst wenn es hier vielleicht überheblich erscheint. Es ist tatsächlich so, dass Jesus vom Himmel aus Abraham gesehen hat, und Jesus ist das erste lebendige Wesen, das jemals von Gott erschaffen wurde, darum ist es auch garantiert die Wahrheit, dass Jesus schon eher existiert hat als Abraham. Als Abraham erschaffen wurde, war Jesus schon da und wohnte zuerst im Himmel. Das konnte sich von den damals lebenden Menschen keiner vorstellen, aber wir sollten begreifen, dass die Dinge sich wirklich so verhalten, wie Jesus sie in dieser Situation beschrieb. Jesus existiert schon länger als Abraham.

Und aufgrund der Tatsache, dass dieses Video extrem lang geworden ist, muss ich euch diesmal die Fragen selbst überlassen, was wir aus diesem Kapitel lernen und was es besonders für die eigene Nachfolge nützt. Wer aufmerksam zuhörte, der hat alle wichtigen Erkenntnisse bestimmt schon längst bemerkt.

Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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