Text zu "Bibellehre - Kapitel 9 im Evangelium des Johannes"

Link zum Video: https://youtu.be/XcMFvvoxTb0

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 9 vom Evangelium des Johannes gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten. Denn besonders beim Evangelium des Johannes ist es wirklich kein Wunder, wenn man die Worte liest und dann hinterher nur noch mit viel Verwunderung vor der Bibel sitzt, da es in diesem Schriftstück zahlreiche Verse gibt, in denen geistliche Rede vorkommt und die mit weltlichem Denken unmöglich zu begreifen sind. Ich werde aber mein Bestes tun, um die Worte so zu eröffnen, dass auch jeder Mensch, der mit himmlischem Denken überhaupt nicht vertraut ist, es verstehen kann, wenn er wirklich aufmerksam zuhört.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir erfahren in diesem Kapitel von einer weiteren bemerkenswerten Sache, die passierte, als Jesus sich in Jerusalem aufhielt. In den Versen 1 und 2 steht geschrieben: 

Und als er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. 
Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, sodass dieser blind geboren ist, er oder seine Eltern? 

Die Frage von den Jüngern wirkt ein wenig unüberlegt. Wie soll denn bitte ein Mensch durch eigene Sünde bei der Geburt blind sein? Er hatte vor der Geburt ja noch gar keine Gelegenheit, eine Sünde zu tun. Wichtig ist aber, dass den Jüngern dieser Mann auffiel und sie ihn nicht ignorieren wollten, und sie waren in ihren Herzen offensichtlich von der Frage bewegt, wie es sein kann, dass jemand mit einer Behinderung geboren wird. Das Erste, was Jesus dazu zu sagen hat, entdecken wir in Vers 3. Dort steht:

Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden! 

Diese Äußerung von Jesus ist sehr erstaunlich. Man kann daraus durchaus die Lehre ziehen, dass manche Menschen absichtlich in einer Krankheit gelassen werden bis zu einem Zeitpunkt, an welchem Gott sich selbst verherrlichen will an diesem Mensch, zur Bestätigung seiner eigenen Barmherzigkeit und zur Bestätigung des Dienstes von einem Mann, der für den Geplagten gebetet hat. Darüber hinaus lesen wir noch folgendes in den Versen 4 bis 7:

Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 
Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 
Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden 
und sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Siloah (das heißt übersetzt: »Der Gesandte«)! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder. 

In Vers 4 und 5 erkennt man nochmal deutlich, dass Jesus durch sein wahrhaftiges Wissen über Gott und ganz besonders durch seine gehorsamen Werke das Licht der Welt ist. Er redet aber auch von einer Nacht, in der niemand wirken kann. Dies klingt sehr stark danach, dass eine Zeit in der Menschheitsgeschichte kommen wird, wo absolut niemand Ahnung von Gott hat und deswegen Gott auch keine Wunder tut. 
Abgesehen davon fragt sich vielleicht manch einer, was dies für eine eigenartige Vorgehensweise ist, welche Jesus hier vollzog. Er spuckte in den Sand, machte einen Brei und rieb ihn auf die Augen des Blinden. Und danach sollte der Blinde sich im Teich Siloah waschen. Wir werden gleich noch merken, dass auch diesmal Sabbat war. Und Jesus hatte schon einmal Ärger bekommen wegen einer Heilung am Sabbattag, deswegen scheint er es nun wohl ein bisschen diskreter abhandeln zu wollen. Denn beim ersten Mal stand Jesus direkt neben dem geplagten Mensch und befahl ihm auch, die Liegematte umher zu tragen. Diesmal schickt er einfach einen Mann zum Teich, damit er dort gesund wird. Vermutlich hatte Jesus dafür gebetet, dass der Brei auf den Augen während der Waschung eine heilende Wirkung haben soll. Und wir haben davon gelesen, dass der Mensch tatsächlich sehend wiederkam. Wenn man aber bedenkt, dass die Heilung im Teich geschah, als Jesus schon längst nicht mehr daneben stand, wäre es dadurch umso schwieriger, Jesus als Übeltäter zu verleumden, denn Jesus hat überhaupt nicht bei dem Mann gestanden, und daran ist völlig offensichtlich, dass nicht Jesus dieses Wunder vollbringt, sondern Gott. Das kann keiner mehr leugnen, wenn der Mann weit von Jesus entfernt war, als die Heilung geschah, und deswegen ist es dadurch schwerer, Jesus schonwieder wegen angeblicher Entheiligung des Sabbattages anzuklagen.

Darüber hinaus ist die Tatsache hochgradig interessant, dass der Teich den Name Siloah hatte. Denn es gibt eine bestimmte Prophezeiung vom ersten Buch Mose, welche Jakob sprach, und diese steht in Kapitel 49, Vers 10. Dort wird gesagt, dass ein sogenannter Schilo kommt, und diesem werden die Völker gehorsam sein. Wenn man da das Wort „Schilo“ erblickt, dann neigt man sofort dazu, zu denken, dieses Wort hätte eine enge Verwandtschaft mit dem Wort Schalom, welches Frieden bedeutet, und deswegen denkt man zuerst einmal, dass das Wort Schilo sowas bedeutet wie „Friedensbringer“. Allerdings muss man schon zugeben, dass das Wort Schilo genau so gut verwandt sein kann mit dem Wort Siloah. Also ist hier wahrscheinlich vielmehr ein Gesandter gemeint, der kommen wird und dem die Völker gehorchen sollen. Und wir haben schon etliche Male in den bisherigen Kapiteln gelesen, wie Jesus betonte, dass er gesandt wurde von Gott. Und wenn nun Jesus diesen blindgeborenen Mann zum Teich Siloah geschickt hat, was durchaus an das Wort Schilo erinnert, und der Blindgeborene wusch sich im Schilo und wurde dadurch sehend, dann hat das eine ziemlich starke Botschaft in sich. Es kann die Menschen darauf aufmerksam machen, dass der sogenannte Schilo jetzt gerade in der Welt ist. Und es spricht die Sprache, dass nur Jesus, der Gesandte Gottes, unsere Blindheit beenden kann und dass er uns reinwaschen wird, was ja alles stimmt. Und aus diesem Aspekt heraus ist es dann auch eine ziemliche Andeutung, dass Jesus auf die Erde gespuckt hat, bevor er den Mann losschickte. Denn auch wir sollen auf die Erde spucken im bildlichen Sinne, nämlich indem wir anfangen, die Lüste und all die unnützen Betrügereien von dieser Welt zu verachten und nur noch Jesus im Sinn zu haben. In dieser Hinsicht spucken auch wir auf die Erde, wenn wir wirklich in der persönlichen Nachfolge Jesu unterwegs sind.

Wie nun aber auf die geschehene Heilung reagiert wurde von den ortsansässigen Leuten, das erfahren wir in den Versen 8 und 9. Dort lesen wir:

Die Nachbarn nun, und die ihn zuvor als Blinden gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der, welcher dasaß und bettelte? 
Etliche sagten: Er ist’s! — andere aber: Er sieht ihm ähnlich! Er selbst sagte: Ich bin’s! 

Hier können wir sehen, dass die Leute erstmal darüber rätselten, ob das ernsthaft der blindgeborene Mann ist, der da gerade sehend durch die Gegend läuft. Und dann sagte der Mann zu ihnen: „Ich bin’s!“
Leider hat dies aber keine Freude ausgelöst bei denen, die ihn nun als gesunden Mensch erblickten, sondern wir lesen in den Versen 10 bis 14:

Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen geöffnet worden? 
Er antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Geh hin zum Teich Siloah und wasche dich! Als ich aber hinging und mich wusch, wurde ich sehend. 
Da sprachen sie zu ihm: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht!
Da führten sie ihn, der einst blind gewesen war, zu den Pharisäern. 
Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete. 

Wie wir sehen, waren die Leute entsetzt und schleppten den Geheilten zum Verhör vor die Pharisäer, weil gerade Sabbat war, als die Heilung geschah. Die Herzen der Zeugen waren voll Bitterkeit, weil sie meinten, es sei eine Schande, wenn solch ein Zeichen am Sabbat passiert. Und selbstverständlich sind die Pharisäer genau der gleichen Meinung, denn wir lesen in den Versen 15 und 16:

Nun fragten ihn auch die Pharisäer wieder, wie er sehend geworden war. Und er sprach zu ihnen: Einen Brei hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend! 
Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält! Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand eine Spaltung unter ihnen. 

Es ist schon bemerkenswert, dass es tatsächlich zu einer Spaltung kam. Die Heilung eines blindgeborenen Mannes ist ein ziemlich großes Zeichen. Deswegen haben sogar in den Reihen der religiösen Autoritäten nun einige die Vermutung, dass Jesus vielleicht doch von Gott ist. Andere aber streiten das wie immer sofort ab, mit der Begründung, dass Jesus den Sabbat nicht halten würde, was aber eigentlich eine falsche Anklage ist. 
Wenn jemand sich komplett weigert, den Sabbat zu halten, dann sollte uns das tatsächlich ins Grübeln bringen. Immerhin gehört das Sabbatgebot zu Gottes heiligen 10 Geboten, und wer dieses ignoriert, der versetzt den allein wahren Gott dadurch ganz sicher nicht in eine gnädige Stimmung, sondern vielmehr in eine Stimmung voller Entsetzen. Darum ist jeder, der den Sabbat mit Füßen tritt und an diesem Tag einfach arbeitet oder den eitlen Schaffensdrang des Fleisches in irgendeiner anderen Weise auslebt, kein wirklich gottesfürchtiger Mensch, und dies sollte Gottes Kindern unweigerlich als Warnzeichen gelten, um Wölfe im Schafspelz zu erkennen, von denen die Welt reichlich angefüllt ist. Wenn aber jemand wie Jesus auftritt, der am Sabbat immer Ruhe hält, aber der auf den Befehl Gottes hin auch am Sabbat mal einzelne Heilungsgebete spricht für die besonders übel Geplagten, die andernfalls die Sabbatruhe gar nicht genießen können, dann ist das längst kein Grund, Jesus zu verwerfen. Die Pharisäer würden nur dann richtig urteilen, wenn Jesus nachweislich ein Sabbatschänder wäre, er ist aber keiner. Jesus ist in allem Gott gehorsam.
Interessanterweise wurde nun auch der Geheilte nach seiner Meinung gefragt, darum lesen wir in Vers 17:

Sie sprachen wiederum zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, weil er dir die Augen geöffnet hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet! 

Dies ist also die Meinung des Geheilten. Er schätzt die Lage so ein, dass Jesus wohl ein Prophet sein muss. Natürlich ist dieser Mann kein großartiger Verkündiger der vollkommenen Wahrheit, sondern lediglich ein Ungebildeter, der seine Meinung sagt, aber er ist mit seiner Einschätzung schon näher an der Wahrheit als die religiösen Autoritäten. Allerdings ist das natürlich auch ein echtes Ärgernis für die Pharisäer, die Jesus verachten, wenn sie nun eine solche Vermutung hören müssen, und es konnte dabei nichts Gutes heraus kommen.

In den nächsten Versen werden wir merken, dass die Befragung immer chaotischer wurde, denn es steht geschrieben in den Versen 18 bis 22:

Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen gerufen hatten. 
Und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren ist? Wieso ist er denn jetzt sehend? 
Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist; 
wieso er aber jetzt sieht, das wissen wir nicht; und wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug; fragt ihn selbst. Er soll selbst für sich reden! 
Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, dieser aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. 

Die Eltern waren also ziemliche Feiglinge. Sie wollten sich unbedingt aus dieser Sache raushalten. Allerdings ist es auch sehr heftig, was hier erklärt wird. Die religiösen Autoritäten hatten verpflichtend festgelegt, dass jeder Mensch aus der Gemeinde rausgeschmissen wird, der Jesus als Messias bekennt. Könnt ihr euch das vorstellen? 
Versetzt euch da mal hinein! Überlegt euch mal, wie das in eurer eigenen Gemeinde wäre, solltet ihr in einer Gemeinde sein! Wenn dort ein Mensch die Worte von Gott redet und die Leiter der Gemeinde hassen das und sagen euch, ihr dürft euch zu diesem Mensch nicht bekennen, sonst fliegt ihr raus – was macht ihr dann? Seid ihr dann auch solche Angsthasen wie die Eltern des ehemals Blindgeborenen? 
Man muss sich hier wirklich mal vor Augen halten, dass es immerhin der Messias war, der Retter der Welt, welcher derart von den Autoritäten bekämpft wurde, dass man es unter Strafe stellte, sich zu ihm oder seinen Worten zu bekennen. So handeln immer alle, die in der Finsternis wandeln und darin in gehobener Position verweilen. Wenn das wahre Licht kommt, stellen sie es unter Strafe, an das Licht zu glauben und werfen jeden aus ihrer Mitte raus, der es trotzdem tut. Und alle, die gemütlich in der Finsternis sitzen möchten und auch die Konsequenzen der sozialen Ächtung nicht verkraften wollen, schrecken deswegen davor zurück.
In den Tagen, als dies geschah, wovon wir gerade lesen, war natürlich der Ausschluss aus der Gemeinde eine besonders große Katastrophe, weil der gesamte Ort hochgradig religiös war und man eine Vielzahl an schwerwiegenden sozialen Benachteiligungen zu erwarten hatte, wenn man aus der Synagogengemeinschaft ausgeschlossen wird. Das hätte ein paar enorm beschwerliche Zustände zur Folge. Und die meisten Leute sind ja immer nur daran interessiert, ein ruhiges Leben zu führen und ihren eigenen Gedanken nachjagen zu können, ohne dass sie allgemeine Verachtung in der Gesellschaft zu ertragen haben. Deswegen wird sich natürlich gescheut vor den Festlegungen der Autoritäten, egal wie gottlos diese auch sind. Diese Verkorkstheit war damals bei den meisten Menschen normal, ist heute bei sehr vielen Menschen normal, und wird sich höchstwahrscheinlich auch bis zum letzten Tag der Schöpfungsgeschichte niemals ändern. Das Drama besteht aber darin, dass all diese Heuchler Bewohner von Feuer und Schwefel sein werden in Ewigkeit. Ihre Feigheit und ihr aufgesetztes Lächeln in moralentfremdeter Menschenfurcht, damit sie ihre Ruhe haben und nicht zu viel über alles nachdenken müssen, wird sich vor Gottes Thron bitterlich rächen. Denn der allein wahre Gott, der Heilige Israels, hat uns niemals befohlen, dass wir immer schön Frieden vortäuschen und lieb und nett zu allen anerkannten Mitgliedern der Gesellschaft sein sollen. Das ist menschlicher Irrsinn, aber nicht Gottes Plan. Und wenn man ganz ehrlich zu sich selber ist, dann muss man sich auch eingestehen, dass dieses ständige Unterordnen unter die korrupten Machtapparate der Menschen im eigenen Umfeld ganz sicher nichts ist, was man tut, weil man die Wahrheit liebt und Gott gefallen will, sondern weil einem Gott egal ist und man sich lediglich um das kümmert, was einen irgendwie glücklich machen soll. Auch die Eltern des einst Blindgeborenen waren offensichtlich so unterwegs und gaben daher ziemlich beschämende Antworten, als es um den Messias ging und als obendrein ihr eigener Sohn ins Visier der tyrannischen Machthaber geriet. Ich wette, die würden sich sogar dazu überreden lassen, ihren eigenen Sohn, der wundersam von angeborener Blindheit geheilt wurde, an einen Pranger zu stellen, wenn die religiösen Autoritäten es von ihnen verlangen.

Und wir werden nun sehen, dass dieser einst Blindgeborene in die Not geriet, sich selbst zu verteidigen und absolut niemanden auf der eigenen Seite zu haben, auch nicht die eigenen Eltern. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 23 bis 25:

Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug; fragt ihn selbst! 
Da riefen sie zum zweiten Mal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. 
Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eines weiß ich: Dass ich blind war und jetzt sehend bin! 

Wenn die Pharisäer sagen, der Geheilte soll Gott die Ehre geben, dann meinen sie damit auch, dass Jesus überhaupt keine Ehre verdient und wahrscheinlich gar nicht von Gott ist. Sie denken, die Wege Gottes wären anders als das, was Jesus tut. Da liegen sie aber falsch, weil Jesus völlig in den Wegen Gottes wandelt, nur leider wollen sie dies nicht einsehen. Und wir sehen hier, dass der geheilte Mann sich traut, für Jesus zu sprechen, obwohl er sich gerade beim Verhör vor den angesehensten Obrigkeiten des Volkes befindet. Er macht darauf aufmerksam, dass ein großes Wunder an ihm geschehen ist, und deswegen weigert er sich, Jesus als Sünder zu bezeichnen.

In den Versen 26 und 27 lesen wir weiter:

Sie sprachen aber wiederum zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet?
Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht darauf gehört; warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? 

Hier hat der Geheilte sie ein bisschen gestichelt. Er weiß natürlich, dass sie Jesus verabscheuen, und fragt sie trotzdem, ob sie seine Jünger sein wollen, um sie zu ärgern. Denn es geht dem Geheilten sichtlich auf die Nerven, dass sie ihn jetzt schonwieder fragen, wie er geheilt wurde, obwohl er das längst erzählte. Auf die Stichelei folgt aber auch eine entsprechend niederträchtige Reaktion, denn wir lesen in den Versen 28 und 29:

Sie beschimpften ihn nun und sprachen: Du bist sein Jünger! Wir aber sind Mose Jünger. 
Wir wissen, dass Gott zu Moses geredet hat; von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist. 

Als Reaktion auf die Stichelei wurde also der Geheilte beschimpft. Wie genau sie ihn beschimpfen, wird nicht näher erzählt, aber wir erfahren, dass die religiösen Autoritäten sich selber als Jünger von Moses bezeichneten. Das ist die Einbildung in ihrem Kopf. Sie glauben ernsthaft, dass sie Jünger von Moses wären, obwohl sie überhaupt nicht den Worten von Moses glauben. Ihr Glaube basiert auf ihren eigenen Schriften, auf ihrer Überlieferung der Alten, die sich ältere Pharisäer ausgedacht haben. Das ist Menschenwort, und das Gesetz, welches Moses von Gott überlieferte, wird lediglich als Ausrede benutzt, warum angeblich ihre eigenen Erfindungen so wichtig wären. Sie lesen den einen oder anderen Vers im Gesetz Mose und dichten dann noch wer weiß was für überflüssige Satzungen hinzu, sodass eine fast schon gotteslästerliche Belehrung dabei heraus kommt, die obendrein viel zu schwer ist und alle daran glaubenden Menschen in stumpfsinnige Religiösität hineintreibt. Denn das echte Gesetz Gottes, wenn man es einfach mal so annimmt, wie es geschrieben ist, ist deutlich leichter als ihre Erfindungen. Und so, wie sie handeln, hätte Moses niemals gehandelt, weil Moses immer nur das gebot, was Gott ihm zuerst gesagt hatte. Sie hingegen gebieten, was sie selber wollen. Und trotzdem meinen die Pharisäer, Jünger von Moses zu sein. Da haben sie sich selbst etwas angepriesen, was sie niemals erfüllen können.

Da die religiösen Autoritäten nun aber geschimpft haben, weil sie nicht wissen, ob Jesus wirklich von Gott ist, bzw. es nicht eingestehen wollen, reagierte der Geheilte mit bestimmten Worten. Wir lesen in den Versen 30 bis 33:

Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: Das ist doch verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat doch meine Augen geöffnet. 
Wir wissen aber, dass Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. 
Von Ewigkeit her hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen geöffnet hat.
Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts tun! 

An sich ist dieses Argument natürlich schwerwiegend. Es gab keine glaubwürdige Überlieferung bis zu dieser Zeit, dass einem Blindgeborenen die Augen geöffnet wurden. Und doch hat Jesus sowas vollbracht. Wie sollte das jemals möglich sein, wenn Jesus ein Feind Gottes wäre? Ein so enormes Wunderzeichen reicht doch eigentlich als Bestätigung, dass Jesus von Gott ist. Aber es folgte darauf keine einsichtige Reaktion von den Autoritäten, denn wir lesen in Vers 34:

Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus.

Dieses Hinausstoßen ist das selbe, wie wenn man die Mitgliedschaft in der Synagogengemeinschaft für beendet erklärt bzw. kündigt. Der Geheilte durfte ab sofort nicht mehr zur Gemeinde gehören. Er war ein Ausgestoßener. Dies war das Ergebnis davon, dass er für Jesus geredet hatte vor den religiösen Autoritäten. Denn ihre stolzen und bitteren Herzen konnten es absolut nicht ertragen, dass er ihnen etwas Lehrreiches sagte, obwohl sie selber daran gewöhnt sind, in der Position des Lehrers zu sein, dem keiner widersprechen darf.
Ganz besonders faszinierend ist aber das, was als nächstes passierte, nachdem der Geheilte nun jede Form von sozialer Anerkennung völlig verloren hatte und alleine da stand. Wir lesen in Vers 35:

Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? 

An diesem Vers wird erkennbar, dass Jesus hörte, wie dieser Mensch ausgeschlossen wurde aus der Gemeinschaft, weil er es gewagt hatte, für Jesus zu sprechen. Und als Reaktion darauf ging Jesus ihn suchen, bis er ihn fand. Das ist es, was Jesus tut, wenn ein Mensch um seines Namens willen geächtet wurde. Jesus geht zu diesem Mensch, um ihm persönlich zu begegnen. Jesus will gerade solche Leute finden, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz dazu entschließen, zu ihm zu stehen. Und Jesus offenbarte sich durch eine Frage gegenüber diesem Mensch als Messias und Sohn Gottes, denn das ist eine wichtige Grundlage dafür, dass die Seele dieses Menschen Rettung findet in der Ewigkeit. Über die Reaktion des Menschen lesen wir folgendes in den Versen 36 bis 38:

Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube? 
Jesus aber sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es! 
Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel anbetend vor ihm nieder.

Eigentlich ist der Mensch nicht wirklich anbetend niedergefallen, denn im Urtext steht an dieser Stelle ein Wort, welches sowohl für Anbetung stehen kann als auch für die Verehrung eines Königs. Und die zweite Variante wäre die Richtige, aber es wurde an dieser Stelle falsch ins Deutsche übersetzt. Der wichtige Teil ist aber der, dass Jesus sich als Gottes Sohn erkennbar macht und dieser geheilte Mann das sofort glaubt und mit größter Anerkennung reagiert. Er hat in sozialer Hinsicht alles verloren, aber er hat auch etwas gewonnen, nämlich Einsicht über die wahre Identität von Jesus, und dies ist kostbarer als all das zwischenmenschliche Getue im Alltag bei den Mitgliedern der Religion.

Wie nun aber dieser Mensch sich in völliger Verehrung vor Jesus kleingemacht hatte, sprach Jesus noch ein bemerkenswertes Wort, denn wir lesen in Vers 39:
 
Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden. 

Ich bin mir nicht sicher, ob das Wort „Gericht“ hier richtig platziert ist, aber wichtig ist, dass durch Jesus die Sehenden erblinden und die Blinden sehend werden. Es ist wie ein Tausch, der unsichtbar vollzogen wird, und welcher sich zum Nachteil für die Erhabenen und zum Vorteil für die Verachteten auswirkt. Jesus sagte den hier lesbaren Spruch im Bezug auf die Schriftkenntnisse und das daraufhin mögliche Begreifen von Gottes Werten. Durch Jesus werden die, welche nie etwas aus der Schrift selbst lesen konnten, die Schrift begreifen und Gott besser erkennen, aber die, welche in den Schriften studierten, werden wegen ihrem irrsinnigen Klammern an alten Dogmen den wichtigsten Inhalt der Schrift verpassen, nämlich das Evangelium des Messias, und dadurch sind sie blind, weil sie nicht sehen können, was der Wille Gottes ist. Jesus hat schließlich alles erklärt, aber ganz besonders die Obrigkeiten glaubten ihm kein einziges Wort.

In den letzten beiden Versen lesen wir noch folgende Worte:

Und dies hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? 
Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde; nun sagt ihr aber: Wir sind sehend! — deshalb bleibt eure Sünde.

Die Sünde, von welcher hier geredet wird, ist die bewusste Irreführung. Die Pharisäer kennen die Schriften und leiten doch die Menschen völlig falsch an. Dadurch, dass sie die Inhalte der Schriften kennen, sind sie theoretisch sehend. Aber sie benehmen sich wie Blinde, weil sie nicht anwenden, was die Schriften sagen, zumindest nicht vollständig. Und wenn sie von den Schriften nichts wissen würden, dann wäre es ihnen auch nicht möglich, die Inhalte zu zitieren und dann trotzdem alles falsch auszulegen. Deswegen hätten sie dann noch keine Sünde, weil die Sünde der bewussten Irreführung und Manipulation natürlich nur auf einem Mensch lasten kann, der die Inhalte der Schriften kennt. Wer sie nicht kennt, kann auch keine manipulierten Versionen davon verbreiten, die von Gott reden und trotzdem von Gott wegführen.

Wenn wir nun aber wissen wollen, wie die Unterhaltung zwischen Jesus und den Pharisäern, die sich eingemischt haben, weiter verlief, dann müssen wir Kapitel 10 aufschlagen. Aber das wäre für dieses Video zu viel, darum wird die ganze Angelegenheit in einem anderen Video weiter ausgewertet. Für den Moment sind wir mit dem aktuellen Kapitel fertig.

Was können wir nun aus diesem Kapitel lernen? Und was nützt es uns besonders für die persönliche Nachfolge Jesu?

Im Grunde genommen geht es ja in dem ganzen Kapitel nur um die Angelegenheit mit dem Blindgeborenen, der geheilt wurde. Wir lernen durch dieses Kapitel, dass es sehr viel Verachtung gegenüber Jesus gab und man es quasi zum religiösen Zwang machte, Jesus abzulehnen. Wer ihn offen als Messias bekennen wollte, der würde in gesellschaftlicher Hinsicht so ziemlich alles verlieren. Dieser Zustand ist schlimm und zeigt uns, wie sehr in dieser Welt die Wahrheit Gottes bekämpft wird. Solange die Menschen an etwas Falsches glauben, haben sie ihre Ruhe und können in der Gemeinde verweilen. Wenn aber einer ankommt und andere Dinge erzählt als die, die den Leuten in der Religion eingetrichtert werden, und welche nicht von Menschen sind sondern von Gott, dann kommt sofort Gruppenzwang von der Religion, ganz egal, wie großartig die Wunderzeichen sind, die Gott tut, um die Verkündigung eines solchen Menschen zu bestätigen. Die Anleiter der Gemeinden bleiben weiter halsstarrig und feindselig, egal was passiert. Und wenn man sich das mal vor Augen hält, dann erkennt man daran, wie schädlich ein religiöses Leben für die Seele ist. Denn es läuft immer wieder so, dass Menschen falsche Dogmen auferlegt bekommen von Religionen und sich dem dann gefälligst zu fügen haben, unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Eigentlich müsste jeder Mensch eben gerade deswegen Religionen meiden. Und wenn man alle Religionen meidet, aber trotzdem Interesse daran hat, das Richtige zu tun, dann bleibt einem nur noch die persönliche Nachfolge übrig. Vielleicht kann diese Erkenntnis und dabei helfen, stark zu bleiben auf dem Weg, weil uns durch dieses Kapitel sehr gut vor Augen geführt wird, was die Alternative wäre. Die Alternative wäre nur religiöser Irrsinn, wo alles verleugnet wird bis zum letztem Atemzug, was Gott tut und getan hat. Und wir können auch mal unser eigenes Denken prüfen, indem wir untersuchen, welchen Zustand wir in unseren Herzen für den besseren halten würden bei dem Blindgeborenen. Was würde für ihn das bessere Leben sein? Weiter in der Gemeinde sein, bei seinen Bekannten und Freunden, und bezüglich Jesus einfach schweigen? Oder tapfer vorangehen in dem Zustand der sozialen Ächtung, wegen dem Bekenntnis, dass Jesus ein von Gott ausgegangener Mann sein muss und gewiss kein Verführer?
Bei dem ersten Zustand hat er viele Menschen bei sich, die ihn akzeptieren, hat aber kein Wohlgefallen vor Gott. Bei dem zweiten Zustand ist er auf direktem Weg, das Wohlgefallen des allein wahren Gottes zu erlangen, des Gottes Abrahams Isaaks und Jakobs, aber die Menschen verabscheuen ihn. Es hat da gewiss jeder Mensch so seine eigene Meinung, was dabei besser wäre, aber in der echten Nachfolge, wenn wir Jesus persönlich hinterherlaufen, sollte es soweit schon klar sein, dass der zweite Zustand besser ist als der Erste, da man sich in der echten Nachfolge auf die Ewigkeit konzentriert, und nicht auf all die geheuchelten Nettigkeiten der Leute, die einem wegen dem Bekenntnis zu dem Messias dann vorenthalten bleiben.

Und nun kommt auch dieses Video zu seinem Ende.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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